Im Zweifel für den Angeklagten

3. Januar 2014 | Von | Kategorie: Artikel, Emissionshandel, Energiewende, Karbonsteuer, Klimawandel, Politik

ego150Vor einigen Tagen erreichte mich eine Mail eines prominenten Klimaforschers. In dieser bezeichnete er mich als Beispiel für einen „politisch motivierten Skeptiker“. Der genaue Zusammenhang ist hier uninteressant. Es ging aber nicht darum, meine Haltung zu kritisieren. Vielmehr schien es ihm eine völlig zutreffende und in keiner Weise wertende Beschreibung zu sein. Mein erster Impuls war Zustimmung. Erst nach einigem Nachdenken kam mir der Gedanke, „politische Motivation“ könnte auch völlig falsch verstanden werden.

Das Weltbild eines typischen Alarmisten ist ziemlich simpel (Bild 1). Die Menschen emittieren Treibhausgase und seien daher schuld an der kommenden Klimakatastrophe. Eine auf Dekarbonisierung zielende Politik wäre also zwingend erforderlich. Determiniert wird die gesamte dogmatische Kette ausschließlich durch naturwissenschaftliche Erkenntnisse, denen sich politisches Handeln zu unterwerfen habe.

Zweifel2

Mein Weltbild als Skeptiker ist etwas vielfältiger (Bild 2). Es gibt – kurz gesprochen – unterschiedliche Möglichkeiten der Interpretation der Faktenlage. Die Zukunft ist nicht vorhersehbar. Viele verschiedene Szenarien erscheinen plausibel und unter jeder dieser Möglichkeiten können unterschiedliche politische Strategien in Betracht gezogen werden.

So ist bereits im ersten gedanklichen Schritt die Frage nach fehlendem Wissen über das Klimasystem zu stellen. Können natürliche, vom Menschen nicht zu beeinflussende Faktoren ausgeschlossen werden, die auf vergleichbaren Zeitskalen in vergleichbaren Ausmaßen wie anthropogene Emissionen wirken? Möglicherweise konterkarieren natürliche Prozesse den Einfluß der Treibhausgase – man denke nur an die Stagnation der mittleren globalen Temperatur über die letzten 15 Jahre. Möglicherweise existieren Faktoren, durch die sich die bodennahen Luftschichten auch dann weiter erwärmen, wenn wir unsere Emissionen radikal senken. In jedem Fall wäre die Entwicklung des Klimas nicht primär von menschlichen Einflüssen abhängig. Nicht zu handeln könnte uns unvorbereitet in die Katastrophe laufen lassen. Auf der anderen Seite wäre eine konsequente Vermeidungspolitik vielleicht konsequent nutzlos.

Vorteile bieten in jedem Fall Anpassungsmaßnahmen. Solche schützen uns gegenüber destruktiven natürlichen Kräften. Ganz gleich, ob diese sich verstärken oder häufiger auftreten, oder nicht.

Wenn man allerdings zu der Überzeugung gelangt, die klimatische Entwicklung der kommenden Jahrzehnte wäre nahezu vollständig durch unsere Kohlendioxidproduktion determiniert, sollte man in die Details gehen. Was genau geschieht eigentlich? Wie würde sich eine „Klimakatastrophe“ denn äußern? Wird das Wetter schlechter – oder schöner? Und für wen und wo? Globale Mittelwerte interessieren in der Praxis nicht. Menschen sind überall auf der Welt in unterschiedlichem Ausmaß an die regionale Witterung angepaßt. Wer nicht sagen kann, ob Infrastrukturen, Produktionsketten und Wohnstätten regional und lokal bereits robust genug sind oder nicht, kann nicht zwingend von einer Überbeanspruchung ausgehen. Allein die genaue Kenntnis der Folgen bis hinunter auf diese Ebene rechtfertigt den nächsten Schritt.

Zweifel1

Durch den man die Ebene des naturwissenschaftlichen Primates verläßt. Denn zu einer Katastrophe gehören immer zwei Parteien. Es sollte jemanden geben, der die Klimakatastrophe auch als eine solche empfindet. In dieser und allen weiteren Fragen übernehmen Ökonomie und andere gesellschaftswissenschaftliche Disziplinen die Meinungsführerschaft.

Meine Großmutter wurde geboren, als Kaiser Wilhelm II. über das Deutsche Reich herrschte. Sie starb unter einer Bundeskanzlerin Angela Merkel. Man führe sich vor Augen, welche Veränderungen und Umwälzungen in sozialer, politischer, ökonomischer und technologischer Hinsicht sie erlebt hat. Während ihrer gut hundert Jahre haben sich die bodennahen Luftschichten – so sagen es entsprechende Datenreihen – grob gerundet um etwa 1 Grad Celsius im globalen Mittel erwärmt. Das allerdings hat sie nicht nur nie interessiert, es hat sie auch nicht tangiert. Was wohl für alle ihre Zeitgenossen rund um den Globus ebenfalls zutraf. Man hatte schlicht anderes zu erledigen, es gab bei weitem wichtigere Dinge. Das Gespenst einer Erwärmung um weitere zwei bis drei Grad im kommenden Jahrhundert verliert bei dieser Betrachtung seinen Schrecken. Schließlich sind wir heute reicher als je zuvor und auch besser gerüstet. Wir bauen Infrastrukturen und technische Systeme, die in allen Klimazonen funktionieren. Da soll eine Verschiebung derselben um einige hundert Kilometer nach Norden ein Problem darstellen? Die Anpassung von Fruchtfolgen in der Landwirtschaft kann binnen Jahresfrist gelingen, der Einbau von Klimaanlagen in unsere Häuser geht schneller. Wie weit (und wann) würde denn ein Klimawandel die Witterung spürbar aus dem Bereich verschieben, auf den wir uns in den mittleren Breiten mit sehr unterschiedlichen Jahreszeiten ohnehin schon eingerichtet haben? Mehr als schlechtes Wetter haben wir nicht zu befürchten und was schlechtes Wetter ist, entscheidet sich auf eher individueller Ebene. Welches Ausmaß an Spekulation in der Abschätzung der Kosten einer Klimaveränderung steckt, hat Günter Heß hier aufgezeigt.

Ach ja, die Armen. Sicher, so das oft gehörte Argument, für Deutschland beziehungsweise für die entwickelte Welt sei der Klimawandel vielleicht keine Katastrophe. Aber für die armen Länder schon. Dort gäbe es eben keine ausreichend robuste Lebenswelt.

Die menschgemachte Klimakatastrophe entsteht allerdings keineswegs von selbst. Wir müssen uns mächtig anstrengen, ausreichend Kohlendioxid in die Atmosphäre zu blasen. Und dazu sind große Mengen fossiler Rohstoffe zu fördern und zu verbrauchen. Was nicht zum Spaß geschieht, sondern um Wertschöpfung zu ermöglichen und Wohlstand zu schaffen. Die IPCC-Projektionen einer richtig warmen Welt sind auch gleichzeitig die einer richtig reichen. In diesen Szenarien wird sich der Unterschied zwischen Arm und Reich enorm vermindern. Wenn wir so weitermachen wie bislang, könnte ein Bewohner eines Entwicklungslandes in einhundert Jahren so reich sein, wie der durchschnittliche Deutsche heute. In einer entsprechend stabilen Gesellschaft mit den üblichen sozialen Errungenschaften.

Man sieht: Was einige Wissenschaftler als Klimakatastrophe bezeichnen, muß noch lange nicht als eine solche wahrgenommen werden. Eine warme Welt ist denkbar, in der der Temperaturanstieg für das Leben der Menschen ähnlich irrelevant ist, wie er es für meine Großmutter war. Angelehnt an einen alten Sponti-Spruch: Stell‘ Dir vor es ist Klimawandel – und keiner bemerkt’s.

Aber gut. Sagen wir mal, bis hierhin sei alles abgesichert. Es wird den menschgemachten Klimawandel geben und er wird schrecklich sein. Wir werden alle sterben. Unter diesen Umständen sind dann eben doch restriktive Maßnahmen zur Einschränkung von Emissionen zu ergreifen. Oder?

Maßnahmen dieser Art sind selbst nicht ohne Risiko, das man an dieser Stelle zu beachten hat. Schließlich verlangt eine umfassende Dekarbonisierung genau die radikale Änderung unserer Lebensweise, wie sie euphemistisch als „Große Transformation“ beschrieben werden. An erster Stelle steht der Verzicht auf die Nutzung fossiler Kohlenwasserstoffe. Diese müssen ab sofort im Boden bleiben. Geeignete Substitute in Menge und Wirtschaftlichkeit gibt es aber nicht. Gefordert wird also letztendlich nicht einfach nur ein „klimafreundliches Leben“, sondern Verzicht. Verzicht auf Konsum, Verzicht auf Produktion, Verzicht auf Mobilität und Kommunikation. Dekarbonisierung bedeutet im Prinzip mehr Aufwand für weniger Ertrag. Die Wertschöpfungsmöglichkeiten, die mit fossilen Kohlenwasserstoffen entlang der gesamten Kette vom Bergbau bis zum Endverbraucher verbunden sind, fallen einfach weg. Das kostet viel Geld und schränkt unsere Entwicklungsmöglichkeiten radikal ein.

Kostet es mehr oder weniger, die Katastrophe einfach auszusitzen? Wie wertet man eigentlich – unter den von mir abgelehnten Prinzipien der Nachhaltigkeit und Vorsorge gegenüber kommenden Generationen – die Menge an potentiellen „Klimatoten“ gegenüber der Menge an Menschen, die bei strikter Dekarbonisierung nicht einmal geboren würden?

Aber gut. Sagen wir mal, der (vielleicht nur vorübergehende) Rückfall ins Mittelalter wäre weniger schlimm, als der andernfalls sichere Weltuntergang. Ist denn eine solche Vermeidungsstrategie überhaupt umsetzbar? Kann sie funktionieren?

Keines der derzeit vorgeschlagenen oder etablierten Instrumente kann funktionieren, wenn es nicht global in jedem relevanten Wirtschaftsraum implementiert wird. „Carbon Leakage“ ist hier das neudeutsche Stichwort. Unternehmen werden auf die Möglichkeiten der Gewinnerzielung niemals verzichten, denn das ist ihr primärer Lebenszweck. Wo Energie teurer wird, weicht man schlicht auf andere Regionen aus, die in dieser Hinsicht einen Vorteil haben. Die Emissionen finden dann vielleicht nicht mehr in Deutschland statt. Sondern irgendwo anders. Am Beispiel der Energiewende zeigt ein Papier der Deutschen Bank diesen Prozeß deutlich auf. Der Emissionshandel wird, falls man sich jemals zu einer konsequenten Gestaltung durchringt, ähnliche Effekte zeigen und eine Kohlenstoffsteuer ohnehin. Große Konzerne machen hier den Anfang, insbesondere aus der energie- und kohlenstoffintensiven Grundstoffindustrie. Sie beginnen mit Investitionen in Werke anderswo und unterlassen es, ihre deutschen Standorte zu pflegen und zu erhalten. Wichtige Zulieferer, beispielsweise aus dem Maschinen- und Anlagenbau, werden gezwungen, sich ähnlich zu verhalten, wollen sie ihre Kunden nicht verlieren. Weitere Teile der Wertschöpfungskette brechen auf diese Weise weg. Wer nicht mobil genug ist oder es nicht sein kann, wird eines langsamen Todes sterben. Am Ende importieren wir Stahl, Zement, technische Keramik, Glas und die meisten Erzeugnisse der chemischen Industrie schlicht aus dem Ausland. Wo diese Dinge bei weit niedrigeren Standards hergestellt werden, von Effizienz über Umwelt bis Arbeitssicherheit. Eine Kettenreaktion kommt in Gang, die den Industriestandort Deutschland unaufhaltsam vernichtet. Unsere auf diesem Wege erzielten Emissionsminderungen werden durch Steigerungen andernorts mehr als aufgewogen. Dem Klima ist nicht geholfen – ganz im Gegenteil.

Nach mehr als zwanzig Jahren vergeblicher Klimadiplomatie sollte man die Unmöglichkeit einer globalen Implementierung strikter Regulierungen endlich als durchaus denkbar berücksichtigen. Solange mehr als vierzig Länder auf diesem Planeten wesentliche Teile ihres Sozialproduktes durch die Förderung und den Verkauf fossiler Kohlenwasserstoffe verdienen, erscheint die Hoffnung in künftige Klimagipfel als Utopie.

Man sieht: Unter jedem denkbaren Szenario ist „Anpassung“ eine geeignete Strategie. Ich habe bereits hier dargelegt, daß dieses Konzept in vielerlei Hinsicht das genaue Gegenteil von Vermeidung darstellt. Man kann sogar den Unterschied zwischen „Anpassung“ und „Nichthandeln“ in Zweifel ziehen. Denn Anpassung bedarf keiner zusätzlichen politischen Regelsetzung. Sie findet auf lokaler und regionaler Ebene von selbst statt, solange man den Menschen vor Ort ausreichend Freiräume und Möglichkeiten gestattet.

Dies ist mein Verständnis eines „politisch motivierten“ Skeptizismus. Es geht nicht um einen Kampf zwischen verschiedenen Glaubenssystemen, einen Kampf zwischen verschiedenen Ideologien. Man würde dann nur das eine Glaubensbekenntnis durch ein anderes, den einen Alarmismus durch einen anderen ersetzen. Es gilt vielmehr, der politischen Instrumentalisierung von Wissenschaft entgegenzutreten.

Die Erhöhung der Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre durch menschliche Aktivitäten führt eben nicht zwangsläufig in eine Katastrophe. Die Idee, eine auf die Vermeidung dieser Gefahr ausgerichtete Politik wäre alternativlos, ist daher nicht haltbar. In der Wissenschaft geht es um die Unterscheidung von „richtig“ oder „falsch“. Politik dagegen kennt solche Kriterien nicht. Sie ist die Kunst, zwischen verschiedenen Interessen auszugleichen. Die „politisch motivierte“ Skepsis bietet eine Hilfestellung für letzteres. Indem sie einen anderen Blick auf die Faktenlage ermöglicht, rational und frei von ideologischer Verblendung.

In meiner Jugend konnte man im Fernsehen dem fiktiven Strafverteidiger Tony Petrocelli (gespielt von Barry Newman) bei der Arbeit zusehen. Alle seine Mandanten standen unter Mordverdacht. In jedem Fall gab es einen lückenlosen Indizienbeweis, der Zweifeln an ihrer Schuld keinen Raum ließ. Trotzdem erwirkte Petrocelli immer einen Freispruch. Nicht etwa durch die Ermittlung des wahren Schuldigen. Seine Strategie bestand allein darin, Zweifel bei den Geschworenen zu wecken. Er präsentierte ihnen in seinem Plädoyer einfach eine andere, eine alternative Geschichte über den Verlauf des Verbrechens. Die er zwar nicht beweisen konnte, die sich aber ebenso lückenlos wie die Hypothese der Staatsanwaltschaft aus den bekannten Fakten ableiten ließ.

Wenn man keine Möglichkeit hat, zweifelsfrei zwischen mehreren differierenden Szenarien zu unterscheiden, kann man eben keines von diesen verwerfen. Wir Menschen stehen heute in derselben Situation, wie die Klienten Petrocellis. Man klagt uns an, wir wären schuldig. An einem Ereignis, das erst in der Zukunft stattfinden soll. An der Klimakatastrophe. Aber es ist eben nur ein Indizienbeweis. Basierend auf Hinweisen, die sich ebenso widerspruchsfrei in völlig andere Projektionen einbauen lassen.

Eine Verurteilung wegen Mordes ist ein tiefgreifender und nicht wieder korrigierbarer Eingriff in das Leben eines Angeklagten. Man sollte ihn daher nicht leichtfertig oder emotionsgetrieben vornehmen. In jeder Petrocelli-Folge hat die Jury verantwortlich gehandelt und sich für einen Freispruch entschieden. Weil das letzte, das entscheidende Quentchen Sicherheit fehlte. Niemals hat der Zuschauer am Ende erfahren, ob der Verdächtige wirklich unschuldig war oder nicht.

Das gilt auch für die Klimakatastrophe. Wir werden nicht wissen, ob sie eintritt, bevor sie geschieht. Wir können es nicht wissen. Die Zukunft ist nicht vorhersehbar. Trotzdem hat die Politik kein anderes Bestreben, als tiefgreifende und unkorrigierbare Eingriffe in unser Leben vorzunehmen, deren Berechtigung und deren Nutzen nicht zweifelsfrei feststehen. Hier setzt der politisch motivierte Klimaskeptizismus an, so kann er verstanden werden: Im Zweifel – und das sollte nicht nur in einer Fernsehserie, sondern auch im realen Leben universelle Handlungsmaxime sein – hat man für den Angeklagten zu entscheiden. Alles andere ist nicht akzeptabel.

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34 Kommentare
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  1. Sehr schöner Artikel, Hr. Heller!
    Und genau gegen diesen Standpunkt…

    Hier setzt der politisch motivierte Klimaskeptizismus an, so kann er verstanden werden: Im Zweifel – und das sollte nicht nur in einer Fernsehserie, sondern auch im realen Leben universelle Handlungsmaxime sein – hat man für den Angeklagten zu entscheiden. Alles andere ist nicht akzeptabel.

    …verstösst die deutsche Bundesregierung (Merkel-Regierung) seit dem Jahre 2011. Mit dem unbegründeten Ausstieg aus der Kernkraft und dem gleichzeitigen Einstieg in die Energiewende!

  2. Hallo Peter,

    du schreibst:

    „Erst nach einigem Nachdenken kam mir der Gedanke, “politische Motivation” könnte auch völlig falsch verstanden werden.“

    Ich denke da hast Du Recht.

    Was mich interessieren würde an welcher Stelle dein prominenter Klimaforscher die Grenze zwischen Wissenschaft und Politik ziehen würde, weil ich den Eindruck habe, dass wir sie hier zwischen Naturwissenschaft und Politik ziehen, das heißt zischen IPCC WG1 und Politik/Ökonomie.
    Stattdessen habe ich aber den Eindruck, dass vom IPCC und von vielen Klimaforschern auch die WG2- und WG3-Berichte noch nicht als Politik/Ökonomie definiert werden.

    Insofern reden wir da vermutlich an deren Einschätzung vorbei.

    Grüße
    Günter

  3. Lieber Herr Heller,

    ich finde, Sie haben das sehr gut entwickelt. Prägnant und klar und auch, da möchte ich mich an Herrn Heß anschliessen, mit ganz neuen und interessanten Überlegungen.

    Allerdings kam mir ein Gedanke:
    ich erinnere mich, dass Sie das Thema schon einmal behandelt haben.
    Ich erinnere mich auch, daß Sie mich einmal auf einen älteren Artikel hin wiesen, der (in Bezug auf die Umstellung von Holzkohle auf Steinkohle) sehr genau und gut beschrieben hatte, was ich in einem Kommentar ausdrücken wollte und dort viel besser erklärt fand.

    Doch Artikel, so gut und zeitlos sie auch sein mögen, verschwinden unweigerlich im Archiv. Sie sind nicht weg, aber aus dem Fokus.
    Wäre es nicht möglich, eine Auswahl älterer Artikel wieder nach ‚oben’zu holen?
    Beispielsweise indem man redaktionell durch Rudolf oder durch Sie einen ‚Artikel der Woche‘ aus dem Archiv hervor holt und auf der Homepage als Leseempfehlung wieder in den Blickpunkt rückt?

  4. Herr Heller, vielen Dank für die sauber hergeleitete und klar dargestellte Argumentation. Da merkt man das der ‚Scenario planner‘ sein Handwerk beherrscht. Gerne mehr davon.

  5. Das ganze ist ein einziger Schildbürgerstreich,

    Niemand mit Selbstbewußtsein und gesundem Menschenverstand sollte eigentlich auf die Rhetorik der Alarmisten herein fallen, denn:
    1.) Steht die These, dass unser gesamtes Klima durch die „Treibhausgase“ determiniert ist, aus sehr dünnem Eis.
    2.) Werden oft sämtliche Umweltschäden nicht etwa unsachgemäßem bewirtschaften von Flächen oder ausbeuten von natürlichen Rohstoffen über das maß ihrer Regenerationsfähigkeit hinaus zugesprochen, sondern allein den folgen eines Klimawandels.
    3.) Wird fast ausschließlich vorgeschlagen, bekannt gewordene Umweltprobleme dahingehend wieder zu lösen in dem man versucht das Klima zu verändern.
    Also nicht etwas durch direkte Intervention mit technologischen mitteln lokal instabile Ökosysteme zu stabilisieren oder effektiven Katastrophenschutz zu betreiben.
    Nein die ultima ratio Lösung heißt Klimaerwärmung verhindern und damit die Welt retten.
    4.) So gesehen werden zukünftige Bedrohungspotentiale also über die noch so diffuseste Lösungstrategie bekämpft indem man versucht auf ein riesiges System mit extrem schwachen Metoden einzuwirken. Quasi die Homöopathie für’s Weltklima wenn man so will. In einem Ostfriesenwitz vereinfacht bedeut dies die Kuh zu melken in dem 4 Mann sie hoch und runter heben und einer den Euter hält.

    Schon allein wegen dieser logisch haarsträubenden Argumentationskette die andere „Sekten“ wie Scientology und co nicht toppen können sollten jedem normalsterblichen die Alarmglocken läuten.

    Es klingt ein bisschen wie der Verkauf einer nutzlosen Versicherung.
    Z.B. einer Berufsunfähigkeitsversicherung.
    Noch vor einigen Jahren wollte mir jede Bank und Versicherung die mich mit Namen kannte eine BUV verkaufen mit den üblichen Angstargumenten:
    -- Was ist wenn sie mal Berufsunfähig sind und sie haben Schulden usw.
    -- Die Rentenversicherung zahlt nur wenig bei frührente
    -- Auch viele werden schon durch Bunrouts berufsunfähig…
    usw.

    Jemand der nicht gelernt hat mit Risiken selbstbewusst umzugehen und sein eigenes Risiko kennt sowie mit diesem behutsam umgehen kann, weiß, dass er niemals eine BUV brauchen wird. Und er weiß auch, dass er keinen kennt der jemals BUV in Anspruch genommen hat.

    Auch weiß ich von Ärzten in meinem privaten Umfeld, dass die Wahrscheinlichkeit, dass eine BUV zahlt die Berufsfähigkeit schon äußerst stark eingeschränkt sein muss. sprich schwerbehindert oder kurz vor halbtot.

    So gesehen müsste man eigentlich dem deutschen Durchschnittsbürger, welcher diese sektiererische Politik ja offensichtlich mit seiner demokratischen stimme mitträgt, ein mangelndes Selbstbewusstsein attestieren, dass er sich von dererlei angst machender Rhetorik beeinflussen lässt. Bzw. er kein objektives Risikobewußtsein besitzt.
    Dennoch ganz unschuldig sind die Medien an dieser Entwicklung nicht, denn die (noch) mehrheitlich Instutionalisierten Medienkanäle definieren für den einzelnen eine verzerrte Wirklichkeit in der diese Interesse an hoher Stelle stehen und so die Wahl des Kreuzchens entschieden beeinflussen. Besonders deutlich bei der letzten Landtagswahl in Baden-Württemberg kurz nach dem Fukushima-Ereignis.

    Nun wird es etwas spekulativ:
    Das ganze ist wie auch die BUV am Ende ein ziemlich gutes Geschäftsmodell. Nicht nur die EEG-Lobbyisten wie Photovoltaik oder Windanlagenhersteller oder Parkbetreiber profitieren davon:

    -- Die relativ plumpe Rhetorik: Klimaschutz ist die ultima-ratio Lösung aller (Umwelt)Probleme dient wohl einmal mehr so sämtlich alle durch Fahrlässigkeit oder Rücksichtslosigkeit verursachte Umweltschäden dem Klima unter die Decke zu schieben um sich aus der Verantwortung frei zu kaufen. Ganz zu schweigen von gelegentlichen humanitären Katastrophen. Aus deren Verantwortung man sich ebenfalls mit dem Verweis auf’s Klima bequem heraus ziehen kann. Vielleicht sind aber die Ursachen ebenfalls weniger auf das Klima zurück zu führen sondern wirtschaftliche Umstände die man billigend in Kauf genommen hat.

    -- Die wirtschaftlichen Einbußen durch die CO2-Agenda werden evtl. auch gerne billigend in Kauf genommen. Wenig kann einen das aus kapitalistischer Sicht der stören, wenn versucht wird diese Maßnahmen auf globaler Ebene durchzusetzen -- was ohnehin versucht wird. So hätte auch kein anderer Konkurrent die Chance diese Tabuzone zu füllen.
    hingegen würden durch Entindustrialisierung wieder aristokratische Herrschaftsstrukturen etabliert. Privilegien für einige wenige, denen dererlei Maßnahmen keinen Komfortnachteil bescheren.

    Freiheit durch Technik ist also so gesehen ein Feind welcher mit der Co2-Waffe wirksam bekämpft werden kann.
    Zudem kann man sich so leicht aller ökologischer Verantwortung entziehen. Denn nur das Klima ist schuld.

    Der Humanismus bzw. die überlegene Moral ist dabei die rhetorische Universalwaffe. Es hilft so gesehen am Ende auch nicht all zu sehr auf die rationalen Irrtümer hinzuweisen, wenn es damit jedoch moralisch weniger überlegen daher kommt: „Abgase schaden nicht“.
    Auch wenn vielleicht vielen also der Unsinn im Klaren ist. Sich der Vernunftsargumente auch moralisch zu rechtfertigen fällt hingegen schwerer.

    Somit entscheidet sich am Ende ob sich das Blatt wendet oder nicht, wenn es gelingt anderen mit ihrer Klima-Agitation unethisches Verhalten nachzuweisen.
    Möglich entweder über quantifizierbare Folgen: Sprich wer Klimaschutz will zerstört damit die Umwelt weil diese Technologien nach wie vor massiv in ein Ökosystem eingreifen.
    Oder per Auslegung:
    -- Wer ein Klimaschützer ist, verachtet seine Mitmenschen weil er sie zu Maßnahmen nötigt deren Wirksamkeit er selbst nicht kennt und erpresst sie damit zu Handlungen die allein seinem Sicherheitsgefühl dienen.
    -- Er nutzt eine erfundene soziale Verantwortung um Solidarität von anderen einzufordern.
    -- Er instrumentalisiert das durch seine Argimente prognostizierte Leid potentiell Betroffener um seine Position zu rechtfertigen anstatt quantifizierbare Lösungen für solche zu schaffen.
    -- Er selbst nutzt dies zur Selbstdarstellung um sich mit gesellschaftlich angesehenen Motiven einen sozialen Vorteil zu verschaffen.
    -- Er liebt es Lösungen vorzuschlagen die das kollektiv in die Pflicht nimmt statt pragmatischen, weniger öffentlichkeitswirksame Lösungen, mit den selben Entbehrungen vorzuziehen.
    uvam.

  6. 3.) Wird fast ausschließlich vorgeschlagen, bekannt gewordene Umweltprobleme dahingehend wieder zu lösen in dem man versucht das Klima zu verändern.
    Also nicht etwas durch direkte Intervention mit technologischen mitteln lokal instabile Ökosysteme zu stabilisieren oder effektiven Katastrophenschutz zu betreiben.
    Nein die ultima ratio Lösung heißt Klimaerwärmung verhindern und damit die Welt retten.

    Herr Schaller,
    das ist der älteste Trick der Welt: Eine extrem simple, monokausale ‚Erklärung‘ die die Welt ganz einfach macht, so dass der dümmste es versteht bzw,. zu verstehen glaubt, funktionierte schon immer:
    Die Hexen sind an allem schuld!
    Die Juden sind an allem schuld!
    Die Ausbeuter sind an allem schuld!
    Die Klimaerwärmung ist an allem schuld!

  7. @ Hofmann:

    Danke. Allerdings denke ich, die Energiewende als solche ist älter. Zumindest mal wurde unter rotgrün in 2000 damit begonnen. Schwarzgelb hat in 2009 das ganze einfach übernommen, in einen „50-Jahresplan“ gekleidet und den Begriff „Energiewende“ etabliert. Mit Fukushima hat das Konzept wenig zu tun. Schwarzgelb wollte auch schon vor Fukushima aus der Kernenergie aussteigen. Nur eben bis 2040 und nicht schon bis 2022.

    @ Günter:

    …weil ich den Eindruck habe, dass wir sie hier zwischen Naturwissenschaft und Politik ziehen, das heißt zischen IPCC WG1 und Politik/Ökonomie.
    Stattdessen habe ich aber den Eindruck, dass vom IPCC und von vielen Klimaforschern auch die WG2- und WG3-Berichte noch nicht als Politik/Ökonomie definiert werden.

    Insofern reden wir da vermutlich an deren Einschätzung vorbei.

    Das sehe ich auch so. In dem Schriftwechsel mit dem „prominenten Klimaforscher“ steckt kein aufregendes Geheimnis. Worum es dabei eigentlich ging, werde ich hier sicher noch berichten, sobald (und falls) die Dinge spruchreif sind. Ich mag nur nicht meine private Post in aller Öffentlichkeit besprechen. Ich denke aber, besagter Klimaforscher macht eine ähnliche Trennung zwischen Wissenschaft und Politik wie wir hier.

    Man könnte ja auch auf die Idee kommen, politische Motivation sähe so aus: „Weil auf Basis der Klimaforschung planwirtschaftliche Regulierungen gefordert werden, die ich für falsch halte, muß die Klimaforschung Unfug sein.“ Ich denke aber, nur böswillige Zeitgenossen können mir ein derlei simples Weltbild unterstellen.

    @ Tritium:

    Doch Artikel, so gut und zeitlos sie auch sein mögen, verschwinden unweigerlich im Archiv. Sie sind nicht weg, aber aus dem Fokus.

    Das ist ein Problem. Natürlich wiederholen sich irgendwann die Themen. Den Text zu „Anpassung contra Vermeidung“ hatte ich ja bereits oben verlinkt. Sie meinen möglicherweise: „Der Unterschied zwischen Plausibilität und Zwangsläufigkeit

    Es gibt aber noch viele andere entsprechende Texte hier. Das oben ist meine Standardargumentation seit vielen Jahren.

    Wäre es nicht möglich, eine Auswahl älterer Artikel wieder nach ‘oben’zu holen?
    Beispielsweise indem man redaktionell durch Rudolf oder durch Sie einen ‘Artikel der Woche’ aus dem Archiv hervor holt und auf der Homepage als Leseempfehlung wieder in den Blickpunkt rückt?

    Gute Idee. Ich denke darüber nach. Vielleicht immer dann, wenn es einen entsprechend aktuellen Anlaß dafür gibt.

    Ich kann unsere Leser nur auffordern, einmal selbst in den mehr als 700 Beiträgen auf dieser Seite zu stöbern.

    @ Mad-2-Max:

    Ihnen gefällt vielleicht auch das hier: Das IPCC aus der Sicht eines Zukunftsforschers

  8. Die Prämisse „wir emittieren Treibhausgase“ ist falsch. Der „Treibhauseffekt“, wie von dem IPCC dargestellt, soll die Erwärmung der Quelle der Strahlung (Erdoberfläche) durch Ruflektion dieser Strahlung auf die Quelle zurück (von den sog. „Treibhausgasen“) sein. Ein solcher Erwärmungsprozess ist physikalisch unmöglich und es ist sehr leicht zu demonstrieren. Sogar wenn 100% der Strahlung von einem perfekten Reflektor auf die Quelle zurück reflektiert wird, ist es nur mit dem Fall identisch, wo zwei gleiche Körper gleicher Temperatur sich gegenüber stehen, und wir alle wissen, dass zwei gleich warme Körper sich nicht gegenseitig erwärmen. Es gibt einfach keine Erwärmung der Quelle durch Rückstrahlung.

    Daher gibt es auch keine „Treibhausgase“ und dem entsprechend werden sie nicht emittiert, von wem auch immer.

    Ich empfehle dringend, die entsprechenden Stellen der IPCC-Berichte zu lesen, wo sie ihren „Treibhauseffekt“ präsentieren.

    Was es gibt, ist eine zu vernachlässigende Änderung der Wärmekapazität der Luft durch CO2, in der Größenordnung von 0,0001°C.

  9. @ House:

    Die „Erläuterung“ des Treibhauseffektes im AR5 finde ich auch nicht gelungen. Im AR4 hat man es besser gemacht. Allerdings ist der IPCC-Bericht auch kein Lehrbuch und aus meiner Sicht für Laien auch kaum verständlich. Einen Versuch, wie man es vielleicht einfacher erklären kann, finden Sie hier. Die Abbildung genügt eigentlich schon.

    Ansonsten ergänzen Sie meinethalben im ersten Kästchen der Abbildung gedanklich das Wort „vermeintlich“ und lesen dann weiter.

  10. Peter Heller schrieb am 3. Januar 2014 23:07

    @ House:

    Die “Erläuterung” des Treibhauseffektes im AR5 finde ich auch nicht gelungen. Im AR4 hat man es besser gemacht.

    Da Herr House schon seit gefühlter Ewigkeit mit diesem Spruch durch sämtliche skeptischen Kommenstarspalten stromert, wird er wohl kaum die Erklärung im AR5 meinen, sondern die aus dem AR4. (Was jetzt keine Kritik an Ihnen sein soll, eher ein Hinweis …)

    Wenn man dann auch noch berücksichtigt, dass Herr House der Meinung ist, dass die reflektierende Beschichtung einer Thermoskanne auch nur ein Marketing-Gag ist und keine Wirkung hat, dann kann man seine Kommentare zur Erklärung des Treibhauseffektes auch getrost in einen ähnlich geformten Behälter treten…

  11. @#9 Peter Heller

    Danke für den Link. Interessant, Sie haben einen „Treibhauseffekt“ ohne physikalischen Mechanismus dargestellt. Ein Effekt ohne Effekt, so zu sagen. Das ganze basiert auf der falschen Berechnung des -18°C. Der Unterschied zur IPCC-Darstellung besteht darin, dass sie diese (falsch berechnete) 33°C Temperaturdifferenz durch die absurde physikalisch unmögliche „Erwärmung durch Rückstrahlung“ („Treibhauseffekt“) erklären, Sie aber geben im Grunde keine Erklärung, woher die zusätzliche Heizleistung kommen sollen.

    Nimmt man diese falsche Berechnung von -18°C weg, bleibt von Ihrer Darstellung praktisch gar nichts übrig, dabei bleibt von dem IPCC-Konzept immer noch „Erwärmung durch Rückstrahlung“, allerdings ein physikalisch unmöglicher Mechanismus.

    Nichtsdestotrotz kann man schon etwas über Folgen, Kosten usw. einer möglichen globalen Erwärmung spekulieren, warum auch nicht, die Sonne könnte theoretisch ihre Heizleistung ändern, allerdings können die sog. „Treibhausgase“ damit nichts zu tun haben. Und man muss in der Lage sein, so eine Erwärmung zu erkennen, was die moderne „Klimawissenschaft“ nicht wirklich kann.

  12. @#10 Marvin Müller

    Herr Müller, wenn die „Erwärmung durch Rückstrahlung“ prinzipiell unmöglich ist, dann ist sie unmöglich sowohl in einer Thermokanne wie auch außerhalb einer Thermokanne. Da müssen Sie schon etwas besseres bringen.

  13. @ House:

    Ich hatte Ihnen gesagt:

    Ansonsten ergänzen Sie meinethalben im ersten Kästchen der Abbildung gedanklich das Wort “vermeintlich” und lesen dann weiter.

    Damit meinte ich eigentlich deutlich gemacht zu haben, daß dies hier nicht der Thread ist, in dem über den Treibhauseffekt diskutiert wird. Mit anderen Worten dürfen Sie diesen Satz gerne verstehen als: Bleiben Sie beim Thema des Artikels oder schweigen Sie.

    Das gilt auch für alle anderen: Der x-te Versuch, den Treibhauseffekt jemandem zu erklären, der diesen nicht verstehen will, kann von mir aus in der Plauderecke stattfinden. Nicht hier.

  14. @#13 Peter Heller

    OK, ich mache dann Schluss damit, wenn Sie es so wollen, aber tun Sie bitte uns allen einen Gefallen und überprüfen Sie bitte diese falsche Berechnung von -°18C.

    Ich weiß, dass Sie sie nicht erfunden haben, das hat wohl Hansen vor 30 Jahren gemacht und viele sind darauf reingefallen, da der Fehler gut versteckt ist. Erinnert mich an lustige mathematische Beweise wie „1+1=1“ usw. da muss man auch genau hinschauen, um den Trick zu erkennen.

  15. Die naturwissenschaftliche Domäne aus Bild 2 kann man wohl in der Diskussion hier getrost vergessen. Der Einstieg beginnt mit der gesellschaftlichen und ökonomischen Domäne und zwar mit dem ersten rosa Kästchen. Man versucht zwar immer auf das letzte blaue Kästchen aus der naturwissenschaftlichen Domäne zu kommen (Die Folgen können nicht genau genug berechnet werden) aber das gelingt in der Regel nicht. Auch die Frage, ob der Klimaschutz nicht das größere Risiko ist, stößt meist auf Unverständnis. Was zu diskutieren bleibt ist dann das letzte Kästchenpaar. Da sind dann die besseren Karten eindeutig bei den Skeptikern. Die wollen den Fortschritt zu einer besseren Welt und setzen auf Anpassung an die Nachteile, die sich daraus eventuell ergeben. Eine Beschränkung in Armut und Elend oder ein unrealistisches Globales Manhattan Projekt zur Blitzeinführung von Kernenergie weltweit, ist hier nicht Programm. So gesehen sind Klimaskeptiker, wenn sie nicht aus der Kimawissenschaft selber kommen, immer politisch motiviert. Sie müssen das sein, denn die Leute, mit denen sie sich auseinandersetzen müssen sind Vertreter des letzten rosa Kästchens (Klimaschutz funktioniert).

  16. Hallo Peter,

    Wenn die Grafik Nummer 1 nicht die Sichtweisen der Skeptiker darstellen würde, dann würde ein Kästchen fehlen. Von „Die Klimakatastrophe droht“ geht es direkt ins Risiko, ob Klimaschutz das größere Risiko ist, oder das kleinere. Der Alarmist würde hier noch ein Kästchen sehen wollen wie etwa: „Klimaschutz ist eine Chance“. Das ist sozusagen der Auswegpfad für Alarmisten eher aus der Richtung von „Club of Rome“. Auch wenn Klimaschutz nicht notwendig ist, oder unmöglich, so ist es dennoch richtig eine Dekarbonisierung unserer Lebensweise voranzutreiben, da über kurz oder lang die Ressourcen, oder Senken, zu Neige gehen würden. Oder vergleichbare Begründungen, wie dem des ökologischen Fussabdrucks.

    Das hat dann gar nicht mehr viel mit der Klimawandeldiskussion zu tun, ob Vermeidung oder Anpassung die richtige Antwort auf ein angenommenes Problem ist, sondern das größte Problem ist ohnehin der ökologische Fussabdruck. Das wird dann aber alles ziemlich komplex, weil eine Unzahl von Faktoren diesen Fussabdruck vergrößern. Nach dieser Sichtweise ist Klimaschutz auch dann nicht nutzlos oder schädlich, selbst wenn es keine Klimakatastrophe gibt.

  17. Quentin Quencher 4. Januar 2014 01:05: “ Auch wenn Klimaschutz nicht notwendig ist, oder unmöglich, so ist es dennoch richtig eine Dekarbonisierung unserer Lebensweise voranzutreiben, da über kurz oder lang die Ressourcen, oder Senken, zu Neige gehen würden. …Nach dieser Sichtweise ist Klimaschutz auch dann nicht nutzlos oder schädlich, selbst wenn es keine Klimakatastrophe gibt.“
    ==============================================

    Nach meiner bescheidenen Auffassung, diese Wechselargumentation ist nur der Beweis dafür, dass beide Argumentationen schwach bzw. falsch sind, deshalb wechseln sie von einem Unfug zum anderen. Wird der Warmist an die Wand gedrückt, sagt er sofort „aber das spielt doch eigentlich keine Rolle, die Ressourcen…“ usw.

  18. @Greg House #17
    Die Ressourcen an Hydrokarbonen gehen in menschlichen Horizonten nicht zu Ende. Das ist eine Frage des menschlichen Einfallsreichtums. Das läßt sich auch ziemlich überzeugend nachweisen. Bei dem Einfluss menschlicher Aktivität auf das Klima haben sie da schlechtere Karten. Sie mögen den Treibhauseffekt als unwissenschaftlich ablehnen da bleiben aber noch Luftverschmutzung (z.B. Ruß) und Landschaftsveränderung. Die Lebewesen auf dieser Erde können, was das Klima angeht, nicht außer Acht gelassen werden und die Menschen haben sicher nicht unbeträchtlichen Einfluss. Die Frage ist m.E. wirklich eher, wie wir uns den Herausforderungen der Zukunft stellen können als ob da nun der anthropogeneTreibhauseffekt die Probleme macht oder ob der nun keine Rolle spielt. Wir müssen einfach unsere Möglichkeiten sich den Herausforderungen der Natur entgegenzustellen verbessern und da sollten wir auf die achten, die die ‚Unterwerfung unter die Natur als Religion betrachten.

  19. @ #18 Gerhard Straten

    CO2 verschmutzt die Luft nicht, hat keinen Einfluss auf Klima, jedenfalls keinen erwärmenden und ist sonst bekannt als für die Pflanzen notwendig.

    Verschiedene Lebewesen werden von uns gerne gegessen, wie auch von anderen Lebewesen, hier sehe ich kein Problem.

    Luftverschmutzung wird erst dann und dort relevant, wo sie unsere Gesundheit beeinträchtigt, sonst nicht.

  20. Hallo Peter,

    du schreibst:

    „Man könnte ja auch auf die Idee kommen, politische Motivation sähe so aus: “Weil auf Basis der Klimaforschung planwirtschaftliche Regulierungen gefordert werden, die ich für falsch halte, muß die Klimaforschung Unfug sein.” Ich denke aber, nur böswillige Zeitgenossen können mir ein derlei simples Weltbild unterstellen.“

    Ich denke das ist genau der Knackpunkt.
    Wer das aus deinen Texten interpretiert missversteht sie, absichtlich oder unabsichtlich.
    Grüße Günter

  21. @ Quentin:

    Von „Die Klimakatastrophe droht“ geht es direkt ins Risiko, ob Klimaschutz das größere Risiko ist, oder das kleinere. Der Alarmist würde hier noch ein Kästchen sehen wollen wie etwa: „Klimaschutz ist eine Chance“.

    Für mich steckt diese Argumentation auch in dem Kästchen „Klimaschutz ist das kleinere Risiko“. Denn in diesem Schritt würden alle positiven und negativen Aspekte einer strikten Dekarbonisierung gegeneinander aufgerechnet.

    @ all:

    Es geht hier mal nicht darum, die Fragen wirklich zu entscheiden. Der Artikel soll (noch einmal) meine Haltung zur Klimadebatte zusammenfassen. Die eben vor allem von Skepsis, d.h. von Zweifeln geprägt ist. Ich möchte darauf aufmerksam machen, daß die Welt nicht so simpel ist, wie viele Aktivisten das gerne hätten. Die gestellten Fragen sind mit heutigem Wissen schlicht unentscheidbar -- und das könnte für einige prinzipiell so sein. D.h. wir werden uns wahrscheinlich auch in Jahrzehnten noch darüber streiten, wie groß denn die Reichweite von Kohlenwasserstoffen ist. Auch wird die Politik nicht müde, die Energiewende als „Chance“ für den Industriestandort Deutschland zu verkaufen. Aus der Sicht eines Windenergieunternehmens stimmt das ja offensichtlich auch. Aber betrachtet man den gesamten volkswirtschaftlichen Nutzen, ist das überhaupt nicht gesichert.

    Hier prallen zwei unterschiedliche politische Konzepte aufeinander. Die einen sagen, Politik müsse Richtungsentscheidungen auch bei unklarer Lage treffen. Ich denke, Politik sollte sich in solchen Fällen nicht auf eine denkbare Zukunft festlegen, sondern alle Möglichkeiten berücksichtigen.

    Der Artikel richtet sich auch an Neuleser, die vielleicht gerade aufgrund der Wahl zum „Wissenschaftsblog des Jahres“ zu uns kommen -- und denken, hier wäre nun eine Versammlung von Wissenschaftsfeinden am Werk, die gezielt Desinformation betreiben. Ich hoffe einfach, den ein oder anderen davon zu überzeugen, daß selektiv begründeter Fundamentalismus durchaus nicht wissenschaftlich ist.

  22. Hallo Herr Heller,

    ich weiß nicht, ob ich ein böswilliger Zeitgenosse bin, aber meiner Meinung nach haben Sie schon die Tendenz, Annahmen unangemessen zu vereinfachen, wenn Sie so besser in ihr Weltbild passen. Vor allem immer dann, wenn Sie über Themen außerhalb Ihrer Expertise philosophieren. Ich lese ihre Texte trotzdem gern, weil diese leicht und stringent geschrieben sind. Und weil ich über die Naivität der Thesen schmunzeln muss, über manche zumindest. Das ist übrigens keine Kritik an Ihre Intelligenz sondern tatsächlich an die Simplizität einiger Ihrer Ansichten. Die Welt (insbesondere die belebte) und die Alarmisten sind schon deutlich komplexer, als Sie diese gern hätten 🙂
    Ein gesundes 2014 wünscht Lotte

  23. @ Lotte:

    die Tendenz, Annahmen unangemessen zu vereinfachen, wenn Sie so besser in ihr Weltbild passen

    Das Vereinfachen bringt das Medium mit sich. Blogartikel sind keine Bücher, man muß im Web fokussieren. Aber „unangemessen“? Eine derartige Behauptung ohne ein Beispiel zu geben ist leider wertlos. Was für ein „Weltbild“ habe ich denn? Ich weiß auch nicht, welche Welt ich „gerne hätte“. Ich nehme die Dinge, wie sie kommen. Denn beeinflussen kann ich sie ohnehin nicht.

    Ein gesundes 2014 wünscht Lotte

    Danke. Ebenso.

  24. Nach 6 Tagen großem Familientreffen in England, gerade zurück. Wir waren nur 2 Deutsche, 4 in Deutschland lebende, aber 16 enge Verwandte zwischen 29 und 70. Angesichts von Sturmflutschäden, riesiger Windparks direkt vor der Küste, Neubauplänen für KKW und häufigen Stromausfällen in GB, gab es genug zu diskutieren. Die Engländer blieben da immer ruhig und sachlich, keine Spur von dieser religiösen dogmatischen Aufgeregtheit in Deutschland. Erneuerbare Energien werden überwiegend als das gesehen was sie sind: Teurer, technisch untauglicher Unsinn zur „Rettung vor der Klimakatastrophe“ und ein Programm zur Bereicherung von wenigen. Nur wir Deutsche reagieren so hysterisch. Meine übrigen Verwandten in Australien, Spanien, Frankreich, Schweiz, Niederlande, USA und Kanada sehen das auch so. Der älteste 97 in Madrid, schüttelt nur den Kopf über Deutschland, wo er einmal bei einem Nobelpreisträger Chemie studierte.

  25. Festzuhalten ist doch mal, dass mit einem Erneuerbaren Energiesystem und der Huldigung an das Energieeinsparen zum Schutz des Klima eine fatale politische Richtung eingeschlagen wurden ist.
    Zum einen kann das Klima vom Menschen weder gesteuert, noch geschützt werden. Wenn überhaupt, dann muss sich der Mensch an das jeweilige Klima anpassen. Und milde Winter sind bei weiten KEINE Katastrophe für die Menschheit. Im Gegenteil!
    Und zum anderen muss man sagen, dass um ein sog. Erneuerbares Energiesystem KEINE Wertschöpfungskette betrieben werden kann. Und das ganze wird dann noch absurder, wenn ich diesem Energieerzeugungs- und Verteilungssystem eine Energieeinsparung (Zwangs) Ideologie zu Grunde lege. Das ganze gipfelt dann in der politischen Gesetzgebung eines EEG.
    Mit diesem ökosozialistischen Ethik-Energiegedanke eines EE-Systems und Energieeinsparung (auch Energiewende) genannt, vernichte ich Schritt für Schritt unsere Wertschöpfungskette in Deutschland. Und von dieser Wertschöpfungskette profierte bis dato das Handwerk, das Gewerbe/Handel, die Industrie, die Dienstleistung. Und diese Wertschöpfungskette basiert auf dem technischen und naturwissenschaftlichen Wissen und Neugier des forschen, des entwickeln, des tüfteln, des beweisen. Ohne die Freiheit der naturwissenschaftlichen Forschung und der technischen Entwicklung (Weiterentwicklung) keine wirtschaftliche Wertschöpfungskette, die unseren gesellschaftlichen Wohlstand in Deutschland begründet.
    Und für die Forschung, Entwicklung und die Wertschöpfungskette (Handwerk, Dienstleistung, Industrie, Handel) benötigen wir zuverlässig, rund um die Uhr große Mengen an Energie/Strom. Und diese Zuverlässigkeit und Menge an Energie/Strom ermöglicht uns nur eine Kraftwerks-Infrastruktur, die in Deutschland, vor 2011, bis ins Detail perfektioniert worden ist! Ein Kraftwerkmixpark von Kohle, Gas und Uran ist und bleibt die Basis für eine zuverlässige, wirtschaftlich kostengünstige und rund um die Uhr große Verfügbarkeit von Energie/Strom basierende Energieerzeugung und Verteilungssystem.
    Die Energiewende/Energieeinsparideologie auf dem Wahn eines Klimaschutz vernichtet die Wertschöpfungskette in Deutschland und vernichtet eine geschaffene Wohlstands-Infrastruktur für immer.

  26. @Lotte #22
    Gerade diese Treibhausanhänger und Klimaschützer wollen doch die Welt immer gerne komplizierter darstellen als diese in Wahrheit ist. Die Klimaschützer schaffen sich ihre eigene komplizierte Welt und spielen mit dem Reste der Menschheit damit ein Katz und Mausspiel um Macht, Einfluss und Geld!
    Jeder Naturwissenschaftler weis doch, dass nicht das menschengemachte CO2 das Klima steuert, sondern die Sonne!

  27. @ HoffmannM #25,26

    Wie passt jetzt dieses ihr Glaubensbekenntnis zu dem Artikel?

    Antwort:
    Bild 1:
    Wir emittieren Treibhausgase -- Die Klimakatastrophe droht nicht -- Keine Vermeidung

    Ihr Glaubensbekenntnis passt aber nicht zu Herrn Hellers Bild 2.
    Denn auch sie kennen die Zukunft nicht.

    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  28. Das Weltbild eines typischen Alarmisten ist ziemlich simpel

    Offensichtlich:
    Leserkommentar von „heinbloed“ in
    http://tinyurl.com/mxmargj

    Holocausleugner und Klimawandelleugner gohoeren fuer mich in ein und das selbe Loch, mit reichlich Erde drauf und einen Pfahl durch.

  29. @Günter Heß #27
    Die Zukunft leitet sich immer von der Gegenwart ab. Die Vergangenheit weist uns den Stillstand und den Fortschritt auf.
    Die Abhängigkeit von den Launen der Natur (Wind, Sonne) war Langezeit der Stillstand für die Menschliche Entwicklung. Erst mit der Dampfmaschine und den Energieträgern Kohle, Gas und Uran haben wir diesen Stillstand (die Abhängigkeit von den Launen der Natur) durchbrochen.
    Energiewende heißt deswegen nichts anderes als Stillstand!
    Und Stillstand bedeutet Rückschritt statt Fortschritt. Und Rückschritt bedeutet zwangsläufig einen Mangel an Wohlstand und die Zunahme von Armut. Sie können keine Wertschöpfungskette für eine Gesellschaft rund um das sog. Erneuerbaren Energiesystem (Wind, Sonne, Pflanzengas) aufbauen. Das ist aus volkswirtschaftlicher Sicht unmöglich.
    Um so mehr Menschen Sie in einer Gesellschaft des modernen Wohlstand zufriedenstellen und versorgen wollen, um so mehr Energie/Strom brauchen Sie.

  30. Ich habe lange drüber nachgedacht, was die Alarmisten eigentlich wirklich antreibt……und warum sich gerade die Deutschen beim Klimageblöke besonders laut äussern…Ergebnis: ……Vollkaskomentalität gemischt mit dem Wahn, nix dem Zufall überlassen zu wollen oder die Kontrolle zu verlieren.
    In Wahrheit sind sie es, die sich vor Veränderungen fürchten wie der Teufel vor dem Weihwasser.

    Die Verneinung des allgemeinen Lebensrisikos, anscheinend der relativen Sicherheit in Europa geschuldet…….verführt zu den Gedanken, der Natur den Gesetzeswillen aufzwingen zu können…….nur das uns Gaia regelmäßig den Stinkefinger zeigt, weil der Planet halt ständig in Bewegung ist.
    Man verleughnet, das der Mensch ein anpassungsfähiges Geschöpf ist……immerhin besiedeln wir von der Wüste bis zum Polarkreis jede Ecke des Planeten…..und das schon seit Jahrhunderten.
    Einerseits kacken wir uns fast wörtlich davor in die Buchsen, das der Meeresspiegel langsam ansteigt…..obwohl man in gut 80 Jahren in aller Ruhe die gefährdeten Städte verlagern könnte…….und auf der anderen Seite leben Menschen in potentiell gefährlichen Gegenden, wo die Wahrscheinlichkeit durch eine Naturkatastrophe umzukommen, bedeutend höher ist.
    In und um Neapel, wo die Phlegräischen Felder einen potentiellen Vulkanausbruch nahelegen, leben 4 Millionen Menschen…….Regionen in und um Japan werden regelmässig von Erdbeben heimgesucht……die berühmt-berüchtigte Tornadostrasse in den USA sorgt jedes Jahr für Tote und Verletzte……der Großraum Los Angeles könnte durch ein Megabeben vernichtet werden……in anderen Ecken des Planeten schwappt gelegentlich das Meer per Tsunami über die Ufer……..nicht zu vergessen die Megastürme, die ganze Landstriche platt machen……gibt es eigentlich kaum eine Region auf der Welt, die so sicher ist wie Deutschland……und trotzdem leben dort weiterhin Menschen, sich des Risikos bewusst , eventuell von Mutter Natur gekillt werden zu können.
    Nach dem Zusammenbruch des Sovietkommunismus musste ein neues Feindbild her, damit man den schuldbewussten Deutschen etwas in die Hand geben kann um in Aktion treten zu dürfen, etwas mit Leib und Seele bekämpfen zu dürfen…….der Welt zu beweisen, das wir die Guten sind.
    Die so-genannte Energiewende ist eine Schein-Klimaschutzmassnahme….bei der man dem Bürger suggeriert, er könne mit eigenem Geld das globale Klima retten……in Wahrheit ist sie zwar nur ne Konjukturmassnahme aber was tut man nicht alles um der Welt zu beweisen, das der 2.Weltkrieg ein einmaliger Ausrutscher war…….und wir in Wirklichkeit ganz liebe Menschen sind.

    Man kann obiges Bild 1 auch anders deuten……..Jemand suggeriert eine Gefahr……..der Deutsche ängstigt sich……..und schließt eine weitere Versicherung ab.

    So……das mal meine unwissenschaftliche Meinung zum Thema…..völlig unabhängig davon, ob die Klimafroscher recht haben oder arg übertreiben.

    Onkel Heinz………………Mutti, Mutti……er hat ja doch gebohrt

  31. Hallo Peter,

    ich habe mir nach eine paar Tagen Abstand den Text noch mal durchgelesen. Du sprichst einen Punkt an, der meines Erachtens meist unter den Tisch fällt: »Nichthandeln«. Ich denke da sollte man vielleicht noch mal einen Blick darauf werfen, wo die Abgrenzung zwischen »Anpassung« und »Nichthandeln« ist. Also der Frage nachgehen: ist die Anpassung an sich veränderte Umweltbedingungen bereits unter dem Oberbegriff Anpassung an den Klimawandel zu verstehen, oder ist es ein Nichthandeln im dem Sinne, dass der Klimawandel irrelevant ist, nur auf lokale Veränderungen reagiert wird, die aus welchem Grund auch immer entstanden sind.

    Beides sind die gleichen Handlungen, mit Anpassung wird allerdings suggeriert, dass diese Handlungen wegen den Auswirkungen des Klimawandels vorgenommen werden. Nichthandeln bedeutet allerdings nicht nichts zu tun, sondern nur Klimawandel nicht als Begründung zu akzeptieren.

    Unsere Umwelt ändert sich ständig, neue Straßen werden gebaut, andere werden nicht mehr gebraucht und verrotten, manche Städte haben Bevölkerungsschwund, andre Zuwachs. Neue Techniken kommen, vielleicht das fliegende Auto, oder was auch immer. Ständig sind wir damit beschäftigt uns auf alle möglichen Umwelteinflüsse anzupassen, wobei dieser Anpassungsprozess eigentlich immer nach dem Muster abläuft: Was machen wir am besten aus der Situation? Das wird jeweils immer vor Ort entschieden, weil nirgendwo die Situationen gleich sind.

    So gesehen brauchen wir bezüglich des Klimawandels nicht handeln, das geschieht automatisch dort wo es notwendig ist, eine Anpassungsstrategie wäre demnach überflüssig, ja gar kontraproduktiv, weil es eine Notwenigkeit zum Handeln suggeriert, die aber nur theoretisch vorhanden ist.

    Ich bin, wenn ich es mir noch mal recht überlege, ein Befürworter der Strategie »Nichthandeln«.

  32. @ Quentin:

    Nichthandeln bedeutet allerdings nicht nichts zu tun, sondern nur Klimawandel nicht als Begründung zu akzeptieren.

    Volltreffer. Das ist ein entscheidender Punkt und ich stimme Dir da völlig zu.

    So gesehen brauchen wir bezüglich des Klimawandels nicht handeln, das geschieht automatisch dort wo es notwendig ist, eine Anpassungsstrategie wäre demnach überflüssig, ja gar kontraproduktiv, weil es eine Notwenigkeit zum Handeln suggeriert, die aber nur theoretisch vorhanden ist.

    Genau in dieser Hinsicht unterscheide ich mich bspw. von Hans von Storch, der ja auch immer intensiv für Anpassungsstrategien eintritt.

  33. Ich erinnere mich noch lebhaft an die ‚Anpassungsstrategie‘,die Streusalzvorräte drastisch zu reduzieren, weil doch Latif & Co voraussagten, dass die Winter immer milder würden.
    Und anno 2010 kam es zum Showdown, die Lager waren leer…

    Das berstätgt Quentins Standpunkt: Business as usual ist die wahre ‚Anpassung‘.

  34. Zweifel……

    Das hatte seinen Grund, denn die nordafrikanischen Provinzen waren schnell wirtschaftlich zentral für das Römische Reich geworden, und zwischen dem 1. und 4. nachchristlichen Jahrhundert hing das Überleben Roms tatsächlich von den Getreide- und Olivenlieferungen von dort ab, denn das damalige Klima Nordafrikas war feuchter als heute und schuf auf den dortigen alluvialen Schwemmlandböden die Grundlagen für eine langdauernde Nutzung der agrarischen Nutzflächen, der „Kornkammer“ des Römischen Reichs mit blühenden Siedlungen in Gegenden, die heute längst wieder Wüste sind. Im damaligen Ägypten regnete es zum Beispiel, wie wir von Ptolemäus wissen, in jedem Monat außer im August, und nächtlicher Frost kam im Gegensatz zu heute nicht vor

    http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Nordafrikas

    Nordarfrika als Kornkammer……..Erwärmung hat ja echt fiese Nebenwirkungen, gelle.
    H.E.

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