Kein Klimaschutz ist der bessere Klimaschutz

23. März 2015 | Von | Kategorie: Artikel, Emissionshandel, Energieerzeugung, Energiewende, Klimawandel, Politik

ego150Für den gemeinen Klimaschützer ist das Leben auf verwirrende Weise durcheinander. Sitzt er auf der heimischen Couch, vermitteln ihm die durch die Medien ungeprüft verbreiteten Behauptungen der Politik und einiger Wissenschaftler den Eindruck, die Vermeidung der bevorstehenden Apokalypse wäre die einzig relevante Aufgabe unserer Zeit. Tritt er dann durch die Tür, landet er in einer Realität, die sich wie seit Jahrhunderttausenden nur um Sex, Drugs & Rock’n Roll dreht. Klimaschutz? Finden wahrscheinlich die meisten irgendwie wichtig. Aber im Alltag kümmert es keinen. An dieser Diskrepanz können labile Geister schon verzweifeln. Man erkennt dies an einem zunehmend aggressiven und ideologisierten Alarmismus, wie ihn Naomi Klein pflegt. Die weniger labilen dagegen werden zu Skeptikern.

Für den klugen Politiker sind die Alarmisten die bei weitem wichtigere Zielgruppe. Denn diese haben ja ihre Ansprechbarkeit für Angstkampagnen bereits belegt. Nun gilt es einerseits, dem politischen Gegner nicht das Feld kampflos für die Mobilisierung zu überlassen. Andererseits soll natürlich auch die eigene Klientel beruhigt werden, damit sie nicht wegen eines konstruierten Problems zum Gegner überläuft. Skeptiker hingegen sind viel zu skeptisch, um auf verbalen Aktivismus hereinzufallen.

Denn mehr hat ein Politiker in der heutigen komplexen, dynamischen und vernetzten Welt nicht zu bieten. „Wir wollen“, „wir müssen“, „wir sollten“, „ich habe schon immer gesagt“ sind Standardformulierungen der modernen Ankündigungspolitik, die potentielle Entscheidungen nur beschreibt, solche aber niemals herbeiführt. Denn letzteres ist in einer Demokratie ein viel zu langwieriges Unterfangen. An dessen Ende dann auch immer nur ein verwässerter Kompromiß steht. Glücklicherweise, denn Demokratie bedeutet gerade nicht eine Diktatur der Mehrheit, sondern einen Ausgleich divergierender Interessen. Auch wird in unserem System eine Konzentration der Macht auf allzu destruktive Kräfte wirksam verhindert.

Der kluge Politiker weiß, wie destruktiv ein wirksamer Klimaschutz wirklich wäre. Er ist sich klar darüber, einen solchen niemals durchsetzen zu können. Ein Dilemma, wenn er auf der anderen Seite den Besorgten vermitteln möchte, das vermeintliche Problem nicht nur erkannt zu haben, sondern auch tatkräftig an der Lösung zu arbeiten. Er kann nicht wirklich etwas tun, er will es vielleicht auch nicht wirklich, aber alle sollen das Gegenteil denken.

Die Lösung ist, Ziele zu definieren, die man auch ohne jedes Zutun erreicht. Hierzu sind Entwicklungen zu identifizieren, die sich über den betrachteten Zeitraum mit großer Sicherheit als stabil erweisen werden und automatisch zu den gewünschten Resultaten führen. In der Klimapolitik hat unsere Bundesregierung diesen Trick schon mehrfach angewendet. Im Jahr 1995 gab man bekannt, den Ausstoß an Kohlendioxid bis zum Jahr 2005 um 25% gegenüber dem Referenzjahr 1990 zu senken. Das war zu hoch gegriffen, man kam auf 15%. Das hat deswegen niemand bemerkt, weil man im Jahr 2000 ein neues Ziel formulierte: 40% bis 2020. In 2005 wurde dies bekräftigt und gilt bis heute. Warum eigentlich 2020? Warum eigentlich 40%? Diese Werte sind nicht gewürfelt. Um das zu verstehen, hilft ein Blick auf einen entscheidenden Parameter: den jährlichen Kohlendioxid-Ausstoß pro Einwohner.

Bei all den vielen statistischen Daten und hochgerechneten Szenarien, die man sich in der Klimadebatte an den Kopf wirft, taucht dieser Wert überraschend selten auf. Dabei ist er von zentraler Bedeutung, denn es handelt sich hier um eine Größe, die nicht beliebig wachsen oder sinken kann.

Der begrenzende Faktor ist die Zeit. Jeder Tag hat für jeden von uns nur 24 Stunden und in dieser Spanne ist unbegrenztes Konsumieren schlicht nicht möglich. Man mag mehrere Autos besitzen, gefahren werden kann immer nur eines. Und es ist entweder möglich, mit der Bahn, mit dem Flugzeug oder mit dem Wagen unterwegs zu sein – aber nicht in allen zur gleichen Zeit. Man mag mehrere Häuser oder Wohnungen sein eigen nennen, die nicht vermietet sind, klimatisieren wird man in der Regel aber nur die Immobilie, in der man sich gerade aufhält. Man kann einfach nicht beliebig viel essen oder trinken, man kann nicht beliebig viel telefonieren, am Computer arbeiten oder fernsehen.

Alle Tätigkeiten also, die mit der Nutzung fossiler Energieträger verbunden sind, lassen sich nicht beliebig ausweiten. Irgendwann sind in einem sich entwickelnden Land die Grundbedürfnisse der Menschen nach Nahrung, Kleidung, Wohnraum, Kommunikation und Mobilität gestillt. Die Pro-Kopf-Emissionen steigen nicht weiter an, wenn nicht völlig neue, energieintensive Produkte neue Märkte eröffnen.

Historische Daten der Kohlendioxid-Emissionen, die für die folgenden Bilder dem Programm Gapminder World entnommen wurden, bestätigen diese These.

pro-Kopf1

Man erkennt außerdem die sich beschleunigende Geschwindigkeit der industriellen Revolution in den einzelnen Ländern. Für Großbritannien kann das Startjahr um 1700 mit dem Übergang von Holz- zu Kokskohle in der Eisenverhüttung angesetzt werden. Etwa 200 Jahre danach war das Plateau der Pro-Kopf-Emissionen erreicht. Die USA und Deutschland profitierten durch wirtschaftliche Verflechtungen natürlich von diesem Vorreiter und schafften es in etwa 120 Jahren. Italien, hier mal als Nachzügler ausgewählt, bei dem die Industrialisierung eigentlich erst nach dem Zweiten Weltkrieg richtig begann, benötigte nur mehr 50 Jahre. Könnten es die im nachfolgenden Diagramm im Vergleich zu Großbritannien dargestellten Schwellenländer China, Indien und Brasilien ebenso schnell schaffen? Im Falle Chinas scheint das Maximum bis 2030 erreichbar.

pro-Kopf2

Eine weitere für die Klimapolitik relevante Beobachtung ist das Absinken der Pro-Kopf-Emissionen nachdem sich der obere Schwellenwert eingestellt hat. Der Wettbewerb auf gesättigten Märkten befördert die Effizienz. Das gilt für Heizungen und Kraftfahrzeuge ebenso, wie für Kraftwerke und industrielle Produktionsanlagen. Natürlich sind hier physikalische Grenzen der möglichen Wirkungsgrade zu beachten. Es wird ein Minimum geben, dessen weiteres Unterschreiten nur mit wirklichem Verzicht und entsprechenden Wohlstandseinbußen verbunden wäre. Die Höhe dieses unteren Schwellenwertes ist in erster Linie von der Geographie der betrachteten Region abhängig. So sind in den USA die zurückzulegenden Entfernungen größer und die klimatischen Bedingungen extremer als in Europa. Daher wird ein typischer US-Bürger zur Erfüllung seine Bedarfe auch in Zukunft mehr fossile Brennstoffe einsetzen müssen, als der durchschnittliche Europäer.

PrinzipBedarf

In Europa könnte sich der Wert bei etwa 5-7 Tonnen Kohlendioxid pro Einwohner und Jahr einpendeln, in den USA bei etwa 10-12. Letzteres entspräche einer Reduktion um etwa 25% gegenüber dem heutigen Stand. Moment mal. Ist das nicht genau der Wert, den Präsident Obama in seinem von vielen als „historisch“ angesehenem Klimadeal mit China versprochen hat? Während China im Gegenzug nur das Ziel formulierte, die Emissionen ab 2030 auf hohem Niveau einzufrieren?

Man erkennt hier zwei Dinge. Eine rationale Klimapolitik, die sich durch realistische Ziele auszeichnet, fällt nicht vom Himmel. Sie basiert auf gründlichen Analysen. Da sich der Individualverkehr in der Luft oder auch der Weltraumtourismus in den kommenden 15 Jahren eher nicht zu Massenmärkten entwickeln werden,  haben China und die USA eine gute Chance, die formulierten Ziele von ganz allein zu erreichen. Auch ohne weitere Maßnahmen. Wenn denn die Einwohnerzahlen nicht in einem Ausmaß ansteigen, das trotz Effizienzgewinnen zu höheren absoluten Emissionen führt. Letzteres ist auf diesem Planeten fast ausschließlich für die Entwicklungs- und einige Schwellenländer zu erwarten – aber eben nicht für China und auch nur in einem begrenzten Ausmaß für die USA. Der zweite Aspekt der gegenwärtigen Klimapolitik lautet daher: Sie richtet sich gegen aufstrebende Volkswirtschaften, denen das Aufholen gegenüber der entwickelten Welt erschwert werden soll. Uns hier im Westen fällt es vergleichsweise leicht, relative Minderungen zu erzielen. Wenn man bei deren Formulierung nicht überdreht.

Im Jahr 2000 sah sich die Bundesregierung also in einer Situation, in der sowohl die demoskopischen Vorhersagen als auch die Effizienzsteigerungen in der Wirtschaft – in Teilen natürlich induziert durch die Modernisierung im Ostteil Deutschlands – eine scheinbar ehrgeizige Zielmarke rechtfertigten.

Mein Lieblingsbeispiel für eine Entwicklung, die Politik nur nutzt, ohne sie zu prägen, ist die Entwicklung der Verbrauchswerte bei PKW. Das folgende Bild zeigt den Durchschnittswert nicht nur für die Neuwagen (hier wäre der Verlauf viel steiler), sondern für den Bestand. 1992 traten die ersten Euronormen für PKW in Kraft. In 1996 wurden mit der Norm Euro 2 erstmals Grenzwerte für den Kohlendioxid [Korrektur am 30.03.2015 auf Hinweis von Leser Paul] Kohlenmonoxid-Ausstoß von Dieselfahrzeugen festgelegt, in 2005 mit Euro 4 erstmals solche für Ottomotoren. Den Trend hat das nicht verändert oder geprägt, denn in Wirklichkeit folgte die Politik hier nur den vorgezeichneten technischen Innovationen.

EffizienzPKW

Auch bei Nutzfahrzeugen, bei Eisenbahnen und Flugzeugen haben sich entsprechende Entwicklungen eingestellt. Im Verkehrsbereich sind Energiebedarf und Fahrleistung längst voneinander entkoppelt. Die Entwicklung des Brennstoffeinsatzes (erforderlicher Primärenergieeinsatz je Personenkilometer) zeigt dies eindrücklich.

Brennstoffverkehr

Gleichartige Trends waren im Jahr 2000 und auch noch (schon mit Abstrichen) in 2005 für allen anderen emissionsintensiven Sektoren, etwa in der Stromproduktion, im produzierenden Gewerbe und bei den privaten Haushalten (Heizenergie) zu beobachten. Die Idee einer Reduktion des Ausstoßes von Treibhausgasen um 40% bis 2020 erschien einfach als Notierung der Dinge, die ohnehin geschehen würden. Verknüpft mit der Einführung eines wirkungslosen Emissionshandels auf europäischer Ebene etablierte man auf diese Weise eine Klimapolitik ohne Zumutungen.

THGDeutschland

Wie obiges Bild zeigt, kam es anders. Heute sind viele sehr aufgeregt, weil es nicht mehr so aussieht, als könne das 40%-Ziel erreicht werden. Woran die Regierung selbst schuld ist.

Man konnte es ja nicht bei der Zielformulierung und dem Emissionshandel belassen. Nein, man mußte unbedingt auch noch den Strommarkt in Deutschland durch das im Jahr 2000 verabschiedete EEG umkrempeln und eine Energiewende beginnen. Die erstens den Emissionshandel durch Verlagerungseffekte auf europäischer Ebene unterläuft und zweitens auch noch das Vertrauen der Industrie in den Standort Deutschland untergräbt.

Was die Energiewende für die Effizienz der Stromerzeugung in fossilen Kraftwerken bedeutet, hat Rudolf Kipp in seinem Artikel “Erneuerbare Energien” führen zu höheren CO2-Emissionen bereits ausführlich beschrieben. Kurz gesagt bleiben die Fortschritte in der Effizienz thermischer Kraftwerke wirkungslos und der Brennstoffeinsatz sinkt nicht in dem Maße ab, wie es möglich wäre.

Auch in der gewerblichen Wirtschaft werden mögliche Effizienzgewinne durch die Zurückhaltung von Investitionen nicht mehr vollständig realisiert. Man fährt, insbesondere in der energieintensiven Produktion, die Anlagen auf Verschleiß. Die Verlangsamung des Absinkens der Brennstoffintensität (Brennstoffeinsatz je Bruttoproduktionswert BPW respektive Bruttowertschöpfung BWS) wird in den beiden folgenden Grafiken deutlich.

BrennstoffIndustrie

BrennstoffGHD

Man hätte es so einfach haben können. Ein Ziel formulieren, das auch ohne weitere Maßnahmen erreicht wird, einen Emissionshandel etablieren, der den Standort nicht beschädigt aber in gewissem Umfang Mehrwertsteuereinnahmen generiert – und schon ist das Thema Klimaschutz erledigt. Der Alarmist wird die Nutz- und Wirkungslosigkeit dieses Ansatzes natürlich erkennen. Schließlich kann es nach dessen Auffassung nicht um die Stabilisierung von Emissionen auf hohem Niveau gehen, sondern um eine deutliche und schnelle Reduzierung der Treibhausgas-Konzentration in der Atmosphäre. Aber der kluge Politiker weiß, wie schwierig es für den Alarmisten wird, mit dieser Botschaft die schweigende, am Thema wenn überhaupt nur am Rande interessierte Bevölkerungsmehrheit zu mobilisieren. Denn der kluge Politiker hat die besseren und wirksameren Kommunikationskanäle, um dem Wahlvolk die einschläfernde Botschaft zu vermitteln: „Alles wird gut. Denn wir kümmern uns.“ Auch wenn das gar nicht stimmt, ist es in gewisser Weise trotzdem verantwortlich. Als kluger Politiker weiß man schließlich, wie leicht das Eingreifen in komplexe und vernetzte Prozesse zum Gegenteil dessen führt, was man eigentlich intendiert. Der kluge Politiker macht keine Energiewende, die weder zu mehr Emissionsreduzierung noch zu mehr Wertschöpfung und Wohlstand beiträgt. Ohne EEG wäre man in der Klimapolitik wahrscheinlich noch immer auf Kurs. Kein Klimaschutz ist hierzulande der bessere Klimaschutz.

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25 Kommentare
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  1. Kein Klimaschutz?

    Das geht doch nicht, denn der „Golfstrom“ ist wieder am Versiegen. 😉

    http://www.scilogs.de/klimalounge/was-ist-los-im-nordatlantik/

  2. @Peter

    Interessanter Aspekt. Danke.

    Was ich nach wie vor in den Medien interessant finde ist dass wir uns aufgrund des EEG und der Mundpropaganda der NGOs und der Medien als Klimaschutzweltmeister fühlen, obwohl wir pro Kopf fast doppelt soviel CO2 in die Luft blasen wie ein Franzose.
    Bei all diesen Prozentzahlen geht es meines Erachtens ein gutes Stück auch um dieses Prestige und eben nicht um wirksame Massnahmen.
    Diejenigen die diese Zahlen heute verkünden werden kaum in 2030 dafür gerade stehen müssen, wenn es nicht klappt.

    Grüße
    Günter

  3. Sehr aufschlussreich!
    Insbesondere die Grafi mit dem Brennstoffeinsat im Verkehr, könnte aber auch ein Hinweis darauf sein, dass wir in Teilen die Grenze der technisch preiswert möglichen Effizienzsteigerungen erreicht haben.
    Das die Kessel der neuesten Kohlekraftwerke auch nicht ganz unproblematisch sind, haben RWE und Co ja auch leidvoll erfahren.
    Schlüssig und sehr erhellend. Vielen Dank!

  4. Guter Artikel!
    Zwei Punkte habe ich noch.
    1. Wenn man Klimaschutz (CO2 Vermeidung) betreiben unbedingt betreiben möchte, dann sollte man die Kohle, und Gaskraftwerke durch die Kernkraft ersetzen. Ob das strategisch gut ist (Monopolstellung usw.) oder ein Kraftwerksmixpark das Beste ist, dass mag man separat bewerten.
    2. Bei diesen CO2 Ausstoss Berechnungen/Analysen spielt meiner Meinung nach das jeweilige Klima auch eine ganz besondere Rolle. Warmes und gemäßigtes Klima benötigt weniger CO2 ausstoss. Dagegen benötigt man in kalten Klimaphasen schon etwas mehr CO2 Ausstoss. Außer man hat das Leben soweit zum Großenteil auf „Nuklear“ umgestellt.

  5. Hallo Peter,

    Klasse Artikel, das hatte ich so noch nie betrachtet. Bei der einfachen Betrachtung eines linearen Fortschreibens eines gefundenen Trends kam man im Jahr 2000 auf 40% Reduktion bis 2020. Wenn das die Grundlage für dieses Reduktionsziel war (und einiges spricht dafür), dass spricht das Ganze nicht unbedingt für das analytische Denkvermögen unserer politischen Entscheidungsträger.

    Es ist ja schließlich so, wie Du in Deiner 2 Abbildung gezeigt hast, dass sich der Abwärtstrend bei den Emissionen nach einem Maximum nicht einfach so fortsetzt, sondern durch Effizienzgewinne einem dann neuen stabilen Zustand entgegenstrebt. Wäre es anders, hätte man den Trend auch gleich fortschreiben und die Null-Emissionen für 2050 ausrufen können.

    Aber sei es drum, bei den Zeiträumen, um die es hier geht (da wir 40% bis 2020 nicht erreichen, schreiben wir sie eben für 2030 fest), ist von den jetzigen sowieso niemand mehr da, den man dafür verantwortlich machen kann. Und zukünftige Politiker werden ihre eigenen Probleme und deren Lösungen kreieren. Das ist die einzig sicherer Aussage, die man für die Zukunft machen kann.

  6. @Michael Krüger #1

    und auch direkt in der Presse

    http://www.n-tv.de/wissen/Golfstrom-schwach-wie-seit-1000-Jahren-nicht-article14754491.html

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/klimawandel-forscher-warnen-vor-abschwaechung-des-golfstroms-a-1025163.html

    http://www.sueddeutsche.de/wissen/studie-klimawandel-schwaecht-golfstrom-ab-1.2407154

    http://www.welt.de/wissenschaft/article138706306/Forscher-sehen-waermenden-Golfstrom-schwaecheln.html

    http://www.stern.de/wissen/golfstrom-schwaecht-sich-ab-forscher-erwarten-gravierende-folgen-2182206.html

    und täglich grüßt das Murmeltier….
    http://www.gmx.net/magazine/panorama/wetter-eiswinter-schwachen-golfstroms-18109586

  7. die Kommentare zu den jeweiligen Artikeln, sprechen allerdings Bände.

  8. Ohne EEG wäre man in der Klimapolitik wahrscheinlich noch immer auf Kurs. Kein Klimaschutz ist hierzulande der bessere Klimaschutz.

    Tja….und wenn dann sogar öffentlich-rechtliche Anstalten ausnahmsweise mal ihren Auftrag wirklich ernst nehmen, kommt dann so ein Bericht hinten raus.

    Windiges Geld

    Das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) sollte den Ausbau von Wind- und Sonnenenergie vorantreiben. Den deutschen Strommarkt wollte man gerechter machen. Doch Experten sagen: Von dem vielen Geld haben vor allem diejenigen profitiert, die auf dem Land schon seit Jahrhunderten das Sagen haben: wohlhabende Bauern und Grundbesitzer.
    Die teure Kehrseite der Energiewende

    Währenddessen müssen die Anwohner von Windparks mit der Lärmbelästigung leben, ohne einen Cent Entschädigung für die aus ihrer Sicht unverkäuflichen Häuser. „Windiges Geld“ beschreibt die teure Kehrseite der Energiewende: ein in vielen Dörfern unsolidarisches System, für das die deutschen Verbraucher jedes Jahr Milliarden Euro zahlen. „Ganz wenige hier verdienen Millionen, meint Rechtsanwalt Rolf Kasten aus Heide in Schleswig-Holstein. Kasten vertritt sowohl Windparkbetreiber als auch geschädigte Anwohner. „Andere Menschen, die nur das Pech haben, zur falschen Zeit am falschen Ort zu leben, kommen dabei unter die Räder.“

    eine 45 minütige Dokumentation des NDR

    oder dat hier, von einem Mitglied des Hessischen Landtages und FDP-Mitglied…..René Rock

    Grüne Steinzeitökonomie beenden. Für einen Neuanfang in der Energiepolitik.

    Mit dem Ausbau erneuerbarer Energien will die Bundesregierung die Energieversorgung in Deutschland auf eine neue Grundlage stellen. Strom soll klimafreundlich, preiswert und versorgungssicher produziert werden. Diese „Energiewende“ schaffe Millionen neuer Jobs in der Ökoindustrie und reduziere unsere Abhängigkeit von Öl- und Gasimporten aus den Krisenregionen der Welt.

    Was klingt, wie das energiepolitische „Utopia“, ist der ernstgemeinte Anspruch deutscher Energiepolitik. Parteien übertreffen sich in einem Wettbewerb der schönen Worte und guten Absichten. Mit der Realität haben diese aber wenig zu tun. Alle wichtigen Ziele wurden verfehlt. Die deutschen Kohlendioxidemissionen steigen trotz gigantischer Subventionen für Erneuerbare Energie, die Kosten laufen aus dem Ruder, und die Versorgungssicherheit des Stromnetzes ist zunehmend gefährdet. Der flächendeckende Zubau von Solar- und Windkraftanlagen führt zu massiven Konflikten mit dem Natur- und Landschaftsschutz. Immer mehr Bürger wenden sich von der „Energiewende“ ab.

    Bin mal gespannt, wann das endlich auch bei den passenden Stellen im Wirtschaftministerium ankommt……oder doch die grüne Filzlaus, seine Klientel weiterhin fleissig bedienen darf.
    Um Mutti mach ich mir keine Sorgen….die dreht ihr Fähnchen dann eh nach der Mehrheitsmeinung.
    Nun müssen wir nur noch ein paar Jährchen Geduld zeigen und schon verläuft auch dieser deutsche Blödsinn im Sande…..oder im Acker, wo wir dann als Leibeigene unseren spärlichen Unterhalt erarbeiten werden.

    Schönen Wende-Tach noch.
    H.E.

    PS. in der Nacht zum Sonntag beginnt der nächste Blödsinn, der sich energetisch schon längst überholt hat……SOMMERZEIT

  9. Hallo Herr Heller,

    vielen Dank für den äußerst lehrreichen und hoch interessanten Artikel.

  10. @Baumann

    Ja, schrecklich.

    http://www.scilogs.de/klimalounge/was-ist-los-im-nordatlantik/#comment-74844

    Und Melissas Homepage:

    http://www.lockenstabtests.com/

    Dazu passt Herrn Hellers Eingangssatz:

    Für den gemeinen Klimaschützer ist das Leben auf verwirrende Weise durcheinander. Sitzt er auf der heimischen Couch, vermitteln ihm die durch die Medien ungeprüft verbreiteten Behauptungen der Politik und einiger Wissenschaftler den Eindruck, die Vermeidung der bevorstehenden Apokalypse wäre die einzig relevante Aufgabe unserer Zeit.

  11. PS

    Fragt sich noch, ob der Lockenstab mit Strom aus EE betreiben wird? 😉

  12. Interessante statistische Spielereien.
    Nur: Falls Herr Heller im Ernst glauben sollte (was ich nicht tue), dass CO2-Emissionen einen prägenden, deutlich aus dem statistischen Rauschen herausragenden Einfluß auf das zu schützende (vor wem eigentlich zu schützende?) Klima ausüben, dann ist es die Summe aller pro-Kopf-Emissionen. Und da schlagen eben doch 1,3 Milliarden Chinesen mit (noch) weniger pro-Kopf-Emissionen stärker zu Buche als die USA, Großbritannien oder Deutschland mit ihren 80 bis 300 Millionen Einwohnern. So what? Nach meiner Erinnerung wurden die pro-Kopf-Emissionen seinerzeit von den BRIC-Staaten in die UN-Klimaverhandlungen eingeführt, um ein Argument gegen den „verschwenderischen Westen“ zu konstruieren und die eigenen Emissionen klein zu rechnen.
    Und ein wie hoher Anteil der so schön berechneten Emissionen sich dann tatsächlich in der Atmosphäre wieder findet und sein befürchtetes Unwesen treibt, ergibt sich leider aus Herrn Hellers Rechnungen auch nicht. Die Rede ist z.Z.von maximal der Hälfte.

  13. @Jürgen Althoff #12
    Sie sollten ihe Kritik an die Politik richten. Ohne die Politik würde es nämlich auch kein Problem mit dem „menschengemachten CO2-Klimawandel“ geben. Die Politik hetzt allzugern immer uns als Bürger gegenseitig auf. Die Politik ist es, die erst Problem, die keine sind, herbeiredet um diese dann zu klären und uns Bürgern dann dies als Erfolg verkauft. Die Politik spielt mit uns als Markt-Gesellschaft. Wir sollten uns mehr gegen diese „Markt-Gesellschaftfeindliche“ Poltiik verbinden und uns nicht gegenseitig auffressen. Das Waldsterben, das Ozonloch, der menschengemachte CO2 Klimawandel…..das sind alles politisch konstruierte Problem mit dem sich die Politik gegenüber der Gesellschaft abheben/profelieren will. Das Gespür für solche „politischen Angstmärchen / Themen“ muss noch mehr in der Gesellschaft erlernt werden. Wir als deutsche Gesellschaft sind schon oft genug blind und mit voller Überzeugung diversen Politischen Ideologien hinterher gerannt.

  14. @Micha #1

    Das geht doch nicht, denn der “Golfstrom” ist wieder am Versiegen

    Nö 😀

    Der Klimaforscher Martin Visbeck vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel sieht Rahmstorfs Deutung der Ergebnisse kritisch: „Die Konzentration der Studie auf den subpolaren Teil des Atlantiks und die spektrale Analyse sind interessant“, sagt er. Aber es gebe auch andere Schätzungen der AMOC, die auf einen ganz anderen Verlauf hindeuteten. Die Arbeit biete keine starken Hinweise auf die Entwicklung der AMOC während der zurückliegenden fünfzig Jahre.

    Quelle

    Oder auch hier

    Auch Michael Hofstätter von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Wien bewertet die Rahmstorf-Studie skeptisch. Die Temperaturschwankungen könnten auch eine „vorübergehende natürliche Variation“ sein, sagte Hofstätter dem Onlinedienst des ORF. Die Messungen deckten einen zu kurzen Zeitraum ab, um konkrete Vorhersagen zu treffen.

    😀

    (so, nun siehts besser aus….H.E.)

  15. Kleine Bitte: Die Rahmstorf-Studie bitte nicht in diesem Kommentarstrang diskutieren. Ich bin da etwas eigen, wenn meine Texte zu Off-Topic-Kommentaren führen.

    Wie wäre es mit einem eigenen Artikel dazu? Fände ich gut. Das ist doch eigentlich ein typisches Krüger-Thema, oder?

  16. Gabriels neuestes Konzept…..bist Du nicht willig ,so gebrauch ich Gewalt…..

    Gabriels Kohle-Pläne lösen Sorgen in NRW aus

    Der Bundeswirtschaftsminister will den CO2-Ausstoß alter Kohlekraftwerke mit einer neuen nationalen Klimaschutzabgabe drosseln. Gabriel hat dem Vernehmen nach zugesagt, die Auswirkungen seines Konzepts noch einmal zu überprüfen und zugrundeliegende Daten erneut abzugleichen. ……

    Wenn die Eckpunkte der Bundesregierung zur Energiewende umgesetzt würden, käme das dem Aus für die Braunkohle gleich, kritisierte der GBR-Vorsitzende Dieter Faust. „30 000 Arbeitsplätze in den Kraftwerken und in der Förderung und weitere rund 70 000 in der Region wären akut gefährdet.“ Der Gesamtbetriebsrat will am Mittwoch bei einer öffentlichen Betriebsversammlung vor dem Landtag gemeinsam mit Gewerkschaftsvertretern gegen die Klima-Pläne protestieren. An der Versammlung wird auch der Chef des Energiekonzerns RWE, Peter Terium, teilnehmen…………..

    Ach ja, was tut man nicht alles um das Klima zu schützen……scheiß doch auf die 70.000 Arbeitsplätze in der Kohle….die sind ökologisch eh nicht korrekt……..und natürlich begrüßt der Landesverband Erneuerbare Energiendiese Massnahme aufs herzlichste und natürlich lässt der BUND ein Studie zum Kohleausstieg in NRW dürch ein Öko-Institut anfertigen.
    Wie gehabt…..da lässt man den Markt nur noch ein kleines Häppchen vom Kuchen übrig…und wat macht der?……verheizt billige Kohle, dat geht natürlich garnich, da muss schleunigst der nächste Klimaknebel angesetzt werden, gelle.

    Währenddessen plant der Umweltkonzern „Greenpeace“ das AKW Brokdorf per Klageweg noch schneller vom Netz zu nehmen, als ohnehin schon geplant. Klingt wie ein Treppenwitz, is aber keiner……denn wenns um die Atomangst geht, muss bei GP auch mal das Klima zurückstecken, irgendwie muss man ja Priroitäten setzen, damit die Spenden auch weiterhin fleissig eintrudeln……

    Tja Herr Gabriel…….so wird dat nie wat mit XX% CO2 Einsparung bis anno dutzemal.
    H.E.

  17. @Heller

    Fände ich gut. Das ist doch eigentlich ein typisches Krüger-Thema, oder?

    Gut. Ich arbeite seit einiger Zeit an einen Artikel zur absoluten Globaltemperatur und Strahlungsbilanz. Wenn der fertig ist, dann nehme ich mich Herrn Rahmstorf an.

    Aber es ist schon richtig, kein Klimaschutz ist im jeden Fall der bessere Klimaschutz und Umweltschutz.

  18. @Heinz zu #14 -- DANKE !

  19. @Heinz #16
    Auch Gabriel hat der Klimschutz-CO2 Verbotsvirus inkl. Energiewende so befallen, dass dieser anscheinend nich merkt, dass er, wie Schröder mit der Agenda 2010 auch, der eigenen Partei (SPD Werte) mehr schadet als nützt. Die Angenda 2010 hat schon sehr viele Arbeiter und Gewerkschaften verstimmt und jetzt gehts es gegen Arbeitsplätze der eigenen Klientel. Die Werkschaften und Kumpels werden wieder einmal gegen die SPD mobil machen müssen. Weis gar nicht, was den Gabriel so reitet….er opfert seine eigenen SPD-Werte zu gunsten einer Energiewende-CO2 Verbotspolitik. Da braucht es keinen mehr wundern, dass die SPD immer mehr Wähler / Mitglieder verliert. Neue Wähler wird es jedenfalls von der Energiewende-CO2 Verbotsmafia nicht für die SPD geben. Die wählen lieber gleich die Grünen (Überzeugungstäter) oder die CDU (Machtopportunismus).
    Wenn Gabriel soweiter macht, dann wird die Energiewende / CO2 Verbot das Grab seiner SPD-Werte.

  20. @Hofi
    Gabriel?……ach weißt Du, mir kommt er vor wie ein Getriebener….bisweilen hatte er ja schon lichte Momente an den Tag gelegt und dann kommt plötzlich wieder der totale Bullshit aus seinem Mund (als Vertreter des Wirtschaftsministeriums)….es hat anscheinend negative Auswirkungen, das Teile des Bundesumweltministeriums dort eingegliedert wurden und somit die Öko-Einflüsterer auch zunehmend Macht im BWMi erlangen…….es ist einfach zu viel unausgerorene geistige Grütze von dort zu vernehmen, irgendwie scheint der Erzengel zwischen Baum und Borge zu stehen.
    Damals, als man Gabriel zum Energiewende-Monster-Minister bestellt hatte……war mein erster Gedanke…..aha, der hat also den Schleudersitz bekommen…..und dieser Eindruck hat sich immer weiter bei mir verfestigt, leider.

    Zum Abschuss freigegeben……und Mutti hat den nächsten Mitbewerber geschickt in die Wüste verbannt.
    Es ist ja nicht so, das ick den Dicken nun unbedingt verteidigen will…..aber irgendwie tut er mir trotzdem leid.
    H.E.

  21. Wie kommen Sie darauf, dass Euro 2 bzw. Euro 4 eine Verringerung des CO_2-Ausstoßes vorschreiben würden. Wenn ich nicht komplett falsch informiert bin, geht es nur um Schadstoffe.
    Gruß,
    Paul

  22. @ Paul, #21:

    Sie haben völlig recht. Und ich kann nicht erklären, wie ich darauf gekommen bin. Ich werde eine Korrektur im Text vornehmen. Danke. Einerseits sind Hinweise auf solche Fehler mir als Autor natürlich peinlich, andererseits freut es mich aber auch, wenn meine Texte so gründlich gelesen werden.

  23. Korrektur vorgenommen. Mag sein, daß ich Kohlenmonoxid und Kohlendioxid verwechselt habe, weil man in der Klimadebatte ja so sehr auf das zweite Molekül fixiert ist.

  24. Bei der Verwechslung von Kohlenmonoxid und Kohlendioxid hab ich mich nochmal an diesen Beitrag erinnert.
    http://www.spektrum.de/news/vom-klimagas-zum-chemischen-rohstoff/1252671
    Könnte für einige sehr interessant sein.

  25. Sehr guter Artikel! Danke mal wieder. Lese immer wieder gern hier!

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