Klimaschutz im Hambacher Forst: Machen wir der Bechsteinfledermaus den Garaus!

6. Oktober 2018 | Von | Kategorie: Artikel, Daten, Energieerzeugung, Klimawandel, Kohle, Ökologismus, Ökologistische Mythen

160804-bechsteinfledermaus-stefanie-genderaDer Umweltschutzverband BUND hat gerade mit einen Eilantrag und einer Klage vor dem OVG Münster die Rodung im Hambacher Forst gestoppt. Der BUND hatte argumentiert, dass der Wald mit seinem Bechsteinfledermausvorkommen die Qualitäten eines europäischen FFH-Schutzgebietes habe und deshalb geschützt werden müsse. Das Gericht erklärte, die Unterlagen dazu umfassten mehrere Kisten, die Rechtsfragen seien so komplex, dass man sie nicht in einem Eilverfahren beantworten könne. Die Rodung müsse vorerst gestoppt werden, damit keine „vollendete, nicht rückgängig zu machende Tatsachen geschaffen“ würden, teilte das Gericht mit. RWE muss nun warten, bis über die Klage des BUND entschieden ist. Das Verfahren kann zwei bis drei Jahre andauern.

Weiterhin genehmigte das VG Achen trotz Sicherheitsbedenken der Polizei eine Großdemo am Hambacher Forst. Es wird heute mit 20.000 Demonstranten am und im Hambacher Forst gerechnet.

Der BUND und die Klimaaktivisten im Hambacher Forst zeigen sich darüber hoch erfreut. Die Bechsteinfledermaus hatte der BUND nicht zum ersten Mal vorgeschoben. Mit dem Schutz der Bechsteinfledermaus begründete der BUND bereits seine Klage vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig gegen die Verlegung der A4 im Zusammenhang mit dem Braunkohletagebau Hambach, die jedoch am 13. Mai 2009 abgewiesen wurde. Gleiches versuchte der BUND beim Lückenschluss der A33 zwischen dem Autobahnkreuz Bielefeld und Borgholzhausen, doch auch in diesem Fall wies das Bundesverwaltungsgericht die Klage ab. Nun versucht es der BUND erneut mit der Bechsteinfledermaus beim Hambacher Forst.

Bechsteinfledermaus

In Hambach befindet sich eine von zwei Kinderstuben dieser Art. Eine im Hambacher Wald und eine andere unweit entfernt in der randlich des Tagebaus gelegenen Steinheide. In Deutschland befindet sich ein Viertel der bekannten Vorkommen dieser Art. Dabei sind die Mittelgebirgsregionen die Kerngebiete der mitteleuropäischen Bestände. Größere, stabile Vorkommen der Bechsteinfledermäuse finden sich vor allem in Nordbayern, Baden-Württemberg und Hessen.

Bechsteinfledermäuse sind sehr standorttreu und leben in alten, baumhölenreichen Laubmischwäldern. Im Steckbrief zur Beschsteinfledermaus findet sich, Kolonien der Bechsteinfledermaus (mit ca. 20 Individuen) benötigen zusammenhängende Waldkomplexe in einer Mindestgröße von 250-300 ha als Jagdhabitat. Nach den Rodungen sind allerdings nur noch 200 ha vom Hambacher Forst verblieben. Die Fläche reicht also heute schon nicht mehr aus, um das Überleben einer stabilen Bechsteinpopulation mit 20 Individuen sicher zu stellen. Die Paarungszeit der Bechsteinfledermaus erstreckt sich über den Herbst, den Zeitraum kurz vor dem Umzug in die Winterquartiere. Aktuell befinden wir uns in der Paarungszeit der Bechsteinfledermäuse.

hambacher-forst-demo

20.000 sog. Umweltschützer ziehen heute an und in den Hambacher Forst, um dort Krawall und Remmi Demmi gegen RWE zu machen. 1.000 Aktivisten kommen somit auf jede Bechsteinfledermaus im Hambacher Forst.

Akustische Reize können auf unterschiedliche Weise zu Beeinträchtigungen von Fledermäusen führen.

A: Störung im Bereich der Quartiere

Fledermäuse sind in ihren Quartieren empfindlich gegenüber Störungen, die auch aus akustischen Reizen resultieren können, zumal diese häufig kumulativ mit anderen störenden Wirkfaktoren verbunden und von diesen ursächlich nicht immer eindeutig zu unterscheiden sind. Konsequenzen von akustischen Störungen in Quartieren können die Aufgabe der Quartiere oder Abwanderung bzw. Vergrämung eines hohen Anteils an Individuen und somit Bestandsrückgang oder Beeinträchtigung bzw. Erlöschen lokaler (Teil-)Bestände sein.

B: Störung im Bereich der Nahrungshabitate

Fledermäuse orientieren sich im Flug und bei der Beutesuche insbesondere aktiv akustisch mittels Echoortung. Bei einzelnen Arten (insbesondere Bechsteinfledermaus, Großes Mausohr, Braunes und Graues Langohr) spielt daneben aber auch eine passiv akustische Orientierung eine Rolle, d. h., sie nutzen die Geräusche der Beutetiere, um diese zu finden. Durch z. B. verkehrsbedingte Verlärmung der Jagdhabitate können diese Beutetiergeräusche teilweise „maskiert“ werden. Dadurch kann der Jagderfolg dieser Arten in trassennahen Jagdhabitaten reduziert werden.

So wie wir es von Waldgeistern kennen, leben Bechsteinfledermäuse im Verborgenen: Es muss schon unter dem Blätterdach des Waldes stockfinster sein, bevor Bechsteinfledermäuse aus ihren Tagesschlafquartieren zur nächtlichen Insektenjagd ausfliegen. Nun aber vagabundieren dort 20.000 sog. Umweltschützer umher. Und das ausgerechnet zur Paarungszeit der Bechsteinfledermaus, die das Überleben der Population sicherstellt. Man fragt sich, wissen diese 20.000 sog. Umweltschützer eigentlich, dass jetzt Paarungszeit ist und Bechsteinfledermäuse keinen Lärm vertragen, oder ist es ihnen einfach egal?

Zweites wird wahrscheinlich der Fall sein. Am Ende geht es dem BUND, gibt Dirk Jansen zu (Geschäftsleiter Umwelt- und Naturschutzpolitik, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des BUND NRW), nämlich auch gar nicht in erster Linie um die Bechsteinfledermaus. „Entscheidend sind für uns die Menschen, die Menschen in Buir und Niederzier, für die wir einen Schutz vor unzumutbaren Belastungen erreichen wollen. Dazu nutzen wir die Bechsteinfledermaus.”

Naturschutzverbände als Ökostromanbieter

BUND, NABU oder Greenpeace geben sich als Schützer der Natur und Umwelt aus, sind aber auch gleichzeitig Ökostromanbieter und eng mit der Windenergiewirtschaft verbandelt. Sie versuchen der Öffentlichkeit seit Jahren einzureden, Windkraftwerke trügen zum „Klimaschutz“ bei, hätten also irgendwelche Auswirkungen auf das „Klima“. Das ist ausgemachter ideologisch motivierter Unsinn. Durch Windkraftanlagen wurde in Deutschland bisher kein Gramm CO2 eingespart, da die Speicher für Flauten fehlen und so Schattenkraftwerke/ Kohlekraftwerke im Hintergrund durchlaufen.

Die Machenschaften des BUND: Der BUND zieht Klage für 820.000 Euro zurück

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Der BUND klagt vor allem, wenn es sich für ihn lohnt. So auch 2003. Der BUND-Niedersachsen hatte 2003 gegen die Errichtung der Windparks Nordergründe geklagt. Erhielt dann aber 20 Prozent der gesetzlich vorgesehen Naturschutz-Ersatzzahlungen für die Rücknahme seiner Klage vor dem Verwaltungsgericht in Oldenburg gegen diesen Windpark, nur wenige hundert Meter vom Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, EU-Vogelschutzgebiet und „Weltnaturerbe“ entfernt. Das sind satte 820.000 Euro für die „Stiftung Naturlandschaft“ des BUND. Die Zahlung wurde nach einer Vereinbarung mit der Niedersächsischen Staatskanzlei und dem WWF im März 2011 unterzeichnet, die für den BUND abgezweigten Mittel standen eigentlich dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) zu. Die Windkraftmonster im Wattenmeer sollen „an zehn Tagen im Jahr“ abgeschaltet werden; ein Feigenblatt: Der Vogelzug beginnt alljähtlich mit dem Ende der Brutzeit im Juli und geht bis in den November-Dezember.

Waldschalg für Windkraftanlagen

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Auch wenn Wald dem Klimaschutz zu Opfer fällt, geschieht das unter Billigung der Umweltaktivisten und vieler Umweltverbände. Nach Angaben der Deutschen Wildtierstiftung hat sich die Anzahl der Windenergieanlagen im Wald innerhalb Deutschlands seit 2010 versiebenfacht. Alleine zwischen 2010 und 2015 wurden nach einer Statistik der Stiftung 859 Anlagen im Wald errichtet. Den bisher stärksten Zubau gab es dann 2016 mit 387 Neuanlagen. Dies bestätigt auch die Fachagentur Windenergie an Land. Nach einem Bericht der Märkischen Allgemeinen wurden für 2017 allein in Brandenburgs Wäldern 293 neue Anlagen geplant. „Es ist davon auszugehen, dass durchschnittlich 0,5 Hektar Wald pro Anlage dauerhaft in Anspruch genommen und damit ausgeglichen werden muss“, heißt es überschlägig von Seiten des Umweltministeriums. Ganz grob geschätzt dürften seit 2010 demnach über 750 Hektar Wald für Windkraftanlagen abgeholzt worden sein.

Vermüllung des Hambacher Forstes durch Umweltaktisiten

HambacherForst2

Was man schätzt und für erhaltenswert und schützenswert befindet, sollte man eigentlich pfleglich behandeln. Die Umweltaktivisten leben aber seit sechs Jahren in Plastikmüll und vermüllen den Hambacher Forst mit Plastikmüll. Kubikmeter an Plastikmüll wurden von RWE aus den Hambacher Forst entfernt und abtransportiert. So sieht Klimaschutz heute aus. Die Bechsteinfledermaus wird es freuen. Ja wenn sie überhaupt noch da ist?

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23 Kommentare
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  1. wieviele bechsteinfledermäuse wurden schon von windrädern püriert?

    wenn schon ein ganzer großer wald wegen dieser kleinen spezies erhalten bleiben soll, juristisch entschieden, ja dann stellt sich mir die frage, ob man nicht auch mit dieser methode gegen windräder vorgehen kann, denn die sind bestimmt eine lebensbedrohung für bechsteinfledermäuse.
    aber andere fledermäuse sind wahrscheinlich nicht so wichtig.
    verlogenes öko-pack. die belügen sich doch permanent selber.
    bei denen leiden fledermäuse nicht unter windrädern, sondern anscheinend nur unter dem klimawandel.

    https://schleswig-holstein.nabu.de/tiere-und-pflanzen/saeugetiere/fledermaeuse/organisation/11887.html

  2. upps… ein fehler bei #1
    dort steht „aber andere fledermäuse sind wahrscheinlich nicht so wichtig.
    sollte heißen:
    „aber fledermäuse sind nicht so wichtig bei der energiewende“

  3. Ich gehe recht in der Annahme, daß das KEIN Satire ist?

    Falls nein: Da frage ich mich, warum Windräder überhaupt zugelassen werden, da sie doch bekanntermaßen Fledermäuse aufgrund der Druckunterschiede beim Flügeldurchgang oder auch direkt töten. Warum gibt es dagegen keine Proteste?

    Dieses Land ist irrsinnig geworden.

  4. …es heißt natürlich „KEINE“ Satire.

  5. Nach Angaben der Veranstalter Greenpeace und den BUND kamen jetzt sogar 50.000 Umweltschützer zum Hambacher Forst und haben dort ein Happening gefeiert. Super für Natur und Umwelt und die Bechsteinfledernaus. Und nein, dass ist diesmal leider keine Satire, solche Gehirnamputierten Umweltschützer gibt es anscheinend zu Massen in Deutschland, samt Angereister. Und woher haben die den Strom für die Megademo?

  6. „Durch Windkraftanlagen wurde in Deutschland bisher kein Gramm CO2 eingespart, da die Speicher für Flauten fehlen und so Schattenkraftwerke/ Kohlekraftwerke im Hintergrund durchlaufen“

    Dachte ich mir doch, dass Sie irgendetwas nicht verstanden haben. Der Plan ist das Gaskraftwerke die Lücken füllen! Das mit den Kohlekraftwerken haben sich nur ihre Sponsoren erhofft. Vielleicht können Sie jetzt auch den Plan weiter verfolgen und sinnvoll mitdenken.

  7. @Schwalbe

    Derzeit läuft es aber so. Für WKA gibt es weder Speicher für Flauten noch Gaskraftwerke. Daher laufen die Kohlekraftwerke durch. Speicher und Gaskraftwerke sind zu teuer und werden nicht groß gefördert.

  8. Festival am Hambacher Forst mit Musik und Beschallung der Bechsteinfledermäuse:

    Woher kommt der Strom? Wer räumt den ganzen Müll weg? Wer bringt die Bechsteinfledermäuse in Sicherheit?

  9. !Klimaschutz“ und Umweltschutz ist seit jeher ein Widerspruch in sich, und mit „B90 die Grünen“ läßt sich dieser Widerspruch auch noch personifizieren.
    S. g. Klimaschützer sind „dank“ ihrer Aktivitäten ein verlogenes, korruptes und und scheinheiliges Pack.

  10. @GS #1

    ob man nicht auch mit dieser methode gegen windräder vorgehen kann

    Klagerecht haben nur Umweltschutzverbände. Und deren Beziehung zur Windradlobby ist wie bei den Krähen die einander kein Auge aushacken.

  11. @TS #6

    Der Plan ist das Gaskraftwerke die Lücken füllen

    Wessen Plan ist das? Gibt es dafür irgendwelche Konzepte oder Beschlüsse? Wo kann man die nachlesen?

  12. Die Grünen machen heute auch noch mal Krawall und Remmi Demmi am Hambacher Forst und halten dort ihren Parteitag ab. Wie gesagt ich frage mich auch woher der Strom für die Veranstaltungen kommt?

  13. Ende Gelände hat gestern den Tagebau, die Autobahn und den Wald gestürmt und ist stolz wie Bolle. Danach haben die mit BUND, Greenpeace und den Grünen ein Festival veranstaltet, vor dem Hambacher Forst.

    https://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/hambacher-forst-waldspaziergang-gruenen-parteitag-100.html

  14. Viele Tausend Demonstranten liefen am Nachmittag auch in den Wald, was nach dem Ende der Räumungsarbeiten der Polizei nicht länger verboten ist. Allerdings dürften keine neuen Baumhäuser gebaut werden, so eine Polizeisprecherin.

    Allerdings riefen Aktivisten genau dazu wieder auf. „Ende Gelände freut sich über neue Baumhäuser und andere Besetzungs-Strukturen, die heute entstehen“, teilten die Initiative am Samstag mit. Sie begannen am Nachmittag nach eigenen Angaben mit der Wiederbesetzung des Waldes. Sie spannten zahlreiche Hängematten zwischen den Bäumen.

    Die Bechsteinfledermaus wird sich freuen.

  15. Aktuell bauen 100 Fledermausaktivisten neue Baumhäuser für die Bechsteinfkedermaus.

  16. @Micha #16

    Aktuell bauen 100 Fledermausaktivisten neue Baumhäuser für die Bechsteinfkedermaus.

    Wurden die alten von der Polizei auch geräumt und abgerissen ?? 😀

  17. Ja das ist der Tanz der Vampire, der irren 50.000 Ökos, die nichts verstehen und (marodierend) moralisierend mit zweierlei Maß messend, das Weltklima retten. . Hier in Hohelohe wurde schon kraftig in den alten Waldbestand mit Abholzung für Windturbinen eingegriffen. Der Brüchlinger Wald, der alte Wald von Schloß Hohenlohe Langenburg wurde bereits geopfert. Dort lebten wohl keine Tiere die die Ökologisten schützen wollten. Der Staatsforst bei Rechenberg wurde ebenfalls gerodet, übrigens im Vorgriff, vor der Baugenehmigung. Grüne Landtagsabgeordnete fordern weitere Rodungen im Staatswald. Die heilige Eidechse in Stuttgart wird gehätschelt. Tiere ohne Lobby der Gründenker werden geschrreddert. Daß der Hambacher Forst samt Naherholungsgebieten besser als früher wird, wird verschwiedgen. Der Grüne denkt statisch.Aber nur Entwicklung löst Probleme.

  18. Ich geb mal einen kleinen Tipp. Das Bauen neuer Baumhäuser im Hambacher Forst ist ja gerichtlich verboten. Die Polizei scheint da auch überlastet zu sein. Das Jedermannsrecht erlaubt jeden Bürger eine vorläufige Festnahme von Gesetzesbrechern. Also einfach festhalten und dann die Polizei rufen, die einen Platzverweis ausspricht. Sollte eigentlich gehen.

  19. Herr Reichart, welche Entwicklung haben Sie die letzten hundert Jahre denn durchlebt?

  20. @TS #20

    welche Entwicklung haben Sie die letzten hundert Jahre denn durchlebt?

    Einen Fakt kann man für die letzten 100 Jahre wohl festhalten: Das ganze Jahrhundert hindurch waren Braunkohlekraftwerke in Betrieb und lieferten verlässlichen und günstigen Strom -- und die Welt ist nicht untergegangen und auch sonst ist deswegen nichts Schlimmes passiert.

  21. @Schwalbe, Hundert habe ich noch nicht durchlebt, aber vieles bis zum Hurrikan auf eigener Segelyacht. Also ich kann schon einigermaßen die irren Ökos mit doppelter Moral einschätzen. Ich bin 68er, kenne also Eure scheinheilige üble Gemeinschaft bestens. Richten sich nach Fakten und Physik und Mathematik. Wenn Sie ideologisch argumentieren wollen, bleiben Sie mir vom Leib.

  22. Es gibt auch noch Biologie und Chemie.

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