Stefan Rahmstorf tritt bei Fridays for Future Schülerstreik in Potsdam auf. Wenn die Politik versagt, wie sie es in der Klimapolitik seit Langem tut, muss die Bevölkerung ran!

16. Februar 2019 | Von | Kategorie: Artikel, Energieerzeugung, Klimawandel, Kohle, Kurioses, Ökologismus, Ökologistische Mythen, Politik, Wissenschaft

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Gemäß seinem Motto: „Wenn die Politik versagt, wie sie es in der Klimapolitik seit Langem tut, muss die Bevölkerung ran.“, tritt der Klimafolgenforscher Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) jetzt bei Schülerstreiks in Potsdam auf.

Am 18. Januar twitterte Stefan Rahmstorf bereits: „Climate strike in Potsdam, Germany. My kids are there and I’m proud of them!“ Klimastreik in Potsdam, Deutschland. Meine Kinder sind mit dabei und ich bin stolz auf sie!

Rahmstorf-Klimastreik

Nun war auch Stefan Rahmstorf als Redner mit dabei. Rund 500 Potsdamer Schüler gingen am Freitagmittag für einen besseren Klimaschutz und einen schnelleren Kohleausstieg auf die Straße. Unterstützung bekamen sie von einem bekannten Klimaforscher Stefan Rahmstorf.

Die Zahl der Teilnehmer hatte im Vergleich zur letzten Kundgebung Mitte Januar noch einmal deutlich zugelegt: Waren es damals gut 300 Teilnehmer, kamen dieses Mal nach Angaben der Polizei 500 Schüler zusammen.

Dabei bekamen sie prominente Unterstützung: Der bekannte Klimaforscher Stefan Rahmstorf vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK) sprach vor den Schülern. „Es ist toll, dass ihr alle hier seid und für eure Zukunft kämpft. Lasst euch nicht entmutigen“, rief er unter mäßigen Applaus. Das Klimaabkommen von Paris sei ein wichtiger Schritt, aber er komme 20 Jahre zu spät. „Wir haben keine Zeit mehr zu verlieren“, so Rahmstorf. Auch der Rekordsommer 2018 mit 400 Waldbränden allein in Brandenburg sei ein Alarmzeichen gewesen. „Wer zu euch sagt, eure Forderungen sind unrealistisch, dem muss man sagen: Nein, es ist unrealistisch zu denken, man kann einfach so weitermachen.“ Die stockend gehaltene Rede fand bei den Schülern nur wenig Anklang. Der Applaus war nur spärlich.

Video eingebettet aus youtube.

Mit öffentlichen Auftritten auf Demos folgt Stefan Rahmstorf dem Beispiel seines Bruders Olaf Rahmstorf, der schon seit letztem Jahr für die „Klimagerechntigkeitsbewegung“ und den Hambacher Forst und gegen Kohle und Diesel auftritt.

OlafRahmstorf

„Wir können sicher sein, dass mit einer grünen Beteiligung an der Bundesregierung heute ganz anders über den Ausstieg aus der Kohle verhandelt würde und dass ein Dieselskandal nicht mit einem Konjunkturprogramm für die Autoindustrie beantwortet würde.“, so Olaf Rahmstorf im Spätsommer 2018.

Auch Stefan Rahmstorf trat bereits bei den Grünen auf deren Parteitagen als Redner auf und twitterte bereits vor einem Jahr an Cem Özdemir: „Leider sind die Grünen tatsächlich die einzige Partei im Bundestag, die den Ernst der Lage und die Dringlichkeit einigermaßen erkannt haben. Die Zeit läuft gegen uns!“

Rahmstorf-Gruene

Damit reiht Herr Rahmstorf sich in die Riege der Klimaforscher ein, die den Weg zum Politaktivisten gehen. Im Jahr 2013 war bereits der US-amerikanische Klimaforscher James Hansen nach 46 Jahren Klimaforschung beim Goddard Institute der NASA (GISS), dem er seit 1981 vorstand, von seinem Amt zurückgetreten und zum Politaktivisten gegen die Kohleindustrie geworden. Dabei trat er auf Anti-Kohledemos auf und wurde mehrfach verhaftet.

Urheber des Bilds: tarsandsaction

Ein weiteres Beispiel ist der Klimaforscher Hartmut Graßl, der schon vor 10 Jahren nach seiner Pensionierung als Redner auf Anti-Kohledemos auftrat.

Das Bündnis in Potsdam für Fridays for Future

Das Bündnis in Potsdam für Fridays for Future setzt sich aus Alt-Aktivisten gegen Atomkraft und Linksaktivisten und Grünen die gegen Rechts und die Kohleindustrie zu Felde ziehen zusammen. Dem Bündnis haben sich dem Vorbild von Greta Thunberg folgend hunderte von Schülern angeschlossen.

Videos eingebettet aus youtube.

Folgende Positionen werden dabei vertreten

Wir erleben eine dramatische Änderung des „globalen“ Klimas. Diese äußere sich in einer starken Erwärmung, die bis zum Ende des 21. Jahrhunderts minimal 2, aber auch 5-6 Grad betragen könnte. Die bis jetzt eingetretene Erwärmung (ca. 1 Grad Celsius in 200 Jahren) wäre in Tempo und Ausmaß einmalig in der (jüngeren) Klimageschichte. Jede weitere Erwärmung würde die natürlichen Lebensgrundlagen für Fauna, Flora und den Menschen gefährden und untergraben. Auswirkungen dieses Klimawandels – die angeblich z.T. sogar jetzt schon spürbar wären – sind u.a.: mehr und heftigere Extrem-Wetter-Ereignisse, Trockenheit, Wüstenausbreitung, Artensterben, Versauerung der Meere, Eisschmelze und v.a. infolge dessen ein dramatischer Meeresspiegelanstieg und eine Klimaflüchtlingsbewegung.

Als Hauptursache dieser Entwicklungen wird der durch den Menschen forcierte Ausstoß von CO2 u.a. Treibhausgase durch die Verbrennung fossiler Stoffe (Kohle, Öl, Gas) angesehen (anthropogener Treibhauseffekt).

Diese Positionen wären in der Klimawissenschaft Konsens. Das IPCC würde den aktuellen Stand der Klimaforschung repräsentieren. Die angeblich „verschwindende Minderheit“ von sog. „Klimaleugnern“ bestünde v.a. aus fachfremden Wissenschaftlern oder Laien, würde von einer reaktionären Lobby von Öl- und Kohlekonzernen unterstützt und wäre auch deshalb unseriös.

Das herrschende Wirtschaftssystem (teils als „kapitalistisch“, teils als „Industriegesellschaft“ bezeichnet) wird wegen der Nutzung (Verbrennung) fossiler Energiequellen als Ursache der Klimakatastrophe angesehen und muss daher mittels Reformen verändert bzw. per Revolution überwunden werden. Insbesondere die Stromerzeugung und der Autoverkehr mittels fossiler Verbrennung sollen beendet werden, indem die sog. „Erneuerbaren Energien“ (EE) – v.a. Wind- und Solarenergie sowie Biomasse – zur neuen Grundlage des Energiesystems werden sollen (Energiewende). Ziel ist eine kohlenstofffreie oder -arme Wirtschaft. Die sogenannte große Transformation der Gesellschaft!

Diese Positionen werden von fast allen linken und „grünen“ Organisationen vertreten. Ihre Beiträge enthalten zudem sehr häufig Übertreibungen und apokalyptische Visionen, die als Ursache unsere kapitalistische Lebensform sehen, welche zur Ausbeutung der Entwicklungsländer und zu Flüchtlingsbewegungen führt und welche wir als Industrienation zu verantworten haben! Ziel der Klimagerechtigkeitsbewegung ist es einen Ausgleich zwischen Ausbeutern, also uns und den Opfern unseres Systems und unserer Lebensweise zu schaffen. Das ist zumindest die gängige Vorstellung, oder Grundidee. Um Klima-, oder Umweltschutz im eigentlichen Sinne geht es dabei nicht!

Die Interventionistische Linke (IL) Hamburg schreibt dazu:

Der Kapitalismus kann den Klimawandel nicht stoppen – wir zusammen schon

Der Klimawandel ist eine vom Menschen gemachte Krise von globalem Ausmaß. Heute, bei einer globalen Erwärmung um ca. 1° Celsius, leiden bereits Millionen Menschen unter seinen Folgen. Sie treffen die Ärmsten der Welt am schwersten und verwüsten zudem überproportional stark den globalen Süden. Dadurch sind diejenigen, die am wenigstens zum Klimawandel beigetragen haben, am stärksten betroffen. Die Klimafrage ist deshalb eine Frage der sozialen Gerechtigkeit.

Das vermeintlich vorbildhafte Klimaland Deutschland wird seine Klimaziele 2020 krachend verfehlen. Mit fossilen Energien lässt sich eben noch blendend Geld verdienen. So wird etwa am Hambacher Forst der Braunkohletagebau erweitert und in Stade soll sogar ein neues Kohlekraftwerk gebaut werden.

Das Zeitfenster zum Handeln schließt sich schnell. Das Risiko eines unkontrollierbaren Klimawandels steht vor der Tür, wenn Kohle, Öl und Gas nicht im Boden bleiben. Diese so einfachen wie wichtigen ersten Schritte zur Erfüllung der Klimaziele sind im Kapitalismus mit seinen Zwängen zu Wachstum, Profitmaximierung und Konkurrenz allerdings nicht realisierbar. Das belegen die gescheiterten Versuche kapitalistischen „Klimaschutzes“ der letzten Jahrzehnte eindeutig. Um trotzdem Handlungsfähigkeit zu simulieren, werden zweifelhafte und technisch aufwendige Lösungen ins Feld geführt. Selbst renommierte Wissenschaftler_innen brauchen in den allermeisten Zukunftsszenarien, in denen der kapitalistische Zwang zu Profit und Wachstum berücksichtigt wird, „Wunderwaffen“ um das gesetzte Klimaziel von 2° Celsius zu erreichen.

Wenn an der Logik der modernen Produktionsweise festgehalten wird, wird die Menschheit den Kampf gegen den Klimawandel zwangsläufig verlieren und mit technischen Scheinlösungen noch zusätzlichen Schaden anrichten. Erst die Infragestellung der herrschenden Eigentumsverhältnisse und die daraus erwachsenden Möglichkeiten zur demokratischen und selbstbestimmten Produktion von Gütern ermöglichen eine Zukunftsperspektive, die dem Bedürfnis aller Menschen auf diesem Planeten nach einem guten Leben gerecht werden kann. Es braucht jetzt radikales und neues Denken. Und mutige Versuche eine neue Gesellschaftsform zu erstreiten, die nach den Bedürfnissen der Menschen, dem ökologisch Möglichen und nicht nach Profiten ausgerichtet ist. Packen wir die sozial-ökologische Transformation unserer Gesellschaft an – denn zu warten wäre Wahnsinn.

Die Interventionistische Linke (IL) beschreibt sich selbst als‭ „multizentrische postautonome Organisation“, welche die „Abschaffung aller Verhältnisse, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist“ anstrebe und sich damit auf Karl Marx beruft.

‭Zu den bundesweiten Hauptprojekten der IL gehörten bzw. gehören der G8 Gipfel in Heiligendamm, Castor Schottern, Stopp Nato,‬ Ende Gelände, der Hambacher Forst und Dresden Nazifrei. Die IL ist Mitglied im Bündnis Aufstehen gegen Rassismus, das sich gegen die AfD und Pegida wendet.

‭In diesem Zusammenhang zu erwähnen ist, Alt-Marxisten waren auch der ehemalige Klimaberater der Kanzlerin und ehemalige Leiter und Gründer des Potsdam-Institutes für Klimafolgenforschung (PIK) „John“ Schlennhuber und der Chefökonom am PIK Ottmar Edenhofer.

Selbstverbrennung3

Während seiner Schulzeit und Studienzeit beschäftigte Schellnhuber sich intensiv mit Marx und den Marxismus. 2009 äußert er in einem Interview mit der Zeit: „Die letzten zwei Jahre vor dem Abitur waren phasenweise kritisch. Damals habe ich Kant, Einstein und Marx gleichzeitig gelesen, es war eine Phase, in der ich dachte, zu schlafen sei völlige Zeitverschwendung. Ich hatte das Gefühl, mich in eine hundertprozentige intellektuelle Waffe verwandeln zu können. Dabei schoss ich übers Ziel hinaus, und kurze Zeit stand meine seelische Gesundheit auf dem Spiel.“

Edenhofer

‭Die faz schreibt über Edenhofer 2009: „Für Ottmar Edenhofer fing dadurch vieles an. Er las und las und verstand zwar nicht alles, was der Marx da geschrieben hatte. Aber eine Idee begeisterte ihn, die, wie Marx die Entwicklung der Menschheit dachte: als einen ständig aufzulösenden Widerspruch zwischen gerade real existierenden Verhältnissen und immer neuen Erfindungen, die genau diese Gegebenheiten in Frage stellen, einen fortlaufenden Wandel, kaum vorhersagbar, zu steuern schon gleich gar nicht: eine Evolution – und das in der menschengemachten Wirtschaftswelt! … Und dann hatte Marx ja noch diese berühmte Passage über die Ausbeutung der Arbeiter geschrieben. Die fand Edenhofer ebenfalls toll, wenngleich nicht aus einem intellektuellen Erhellungsbedürfnis heraus. Die eignete sich für ihn als pubertierendem Jugendlichen nämlich ganz prima, um dem Unternehmer-Vater einmal vorzurechnen, wie der seine Mitarbeiter Tag für Tag ausbeute. Und um hernach zu verkünden: „Ich werde mal ein Unternehmen gründen, in dem die Ausbeutungsrate gleich null ist.““

‭Nun scheint mit Fridays for Future die Zeit gekommen zu sein, um mit der Klimagerechtigkeitsbewegung und der IL und den Grünen und deren Unterorganisationen, die vielfach sogar durch das Bundesumweltministerium (BMU) und die Länder für ihre Klimaschutzprojekte gefördert werden, gemeinsam auf die Straße zu gehen, um die große Transformation der Gesellschaft voran zu bringen. Was Marx nicht geschafft hat und die K-Gruppen in den 1970er Jahren, soll nun der Klimawandel richten.

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34 Kommentare
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  1. Mit 500 Schülern, da lässt sich doch schon fast eine Klima-Sekte gründen, natürlich mit Rahmstorf als Guru.

  2. Potsdam ist die einzige „Hochburg“ der Grünen in ganz Brandenburg, und das liegt an den vielen Westdeutschen da. Die Lehrerin in dem Video kommt offensichtlich aus dem Westen, denn 1978 hätte in der DDR niemand gegen Atomkraftwerke protestieren dürfen.

  3. PS

    Was Marx nicht geschafft hat und die K-Gruppen in den 1970er Jahren, soll nun der Klimawandel richten.

    Ceterum censeo: Irgendwelche Marxisten sind nicht der Mainstream der Klimareligion. Die Grünen sind eine reaktionär-neoliberale Partei, die „soziale Gerechtigkeit“ im Wörterbuch nachgucken müsste.

  4. Bei der medialen Stigmatisierung jedeweder Kritik an der „Klimapolitik“ als „rechts“ (Klimaleugner und Holocaustleugner sind dabei offenbar dasselbe), wird die Radikalisierung am linken Rand hingenommen und toleriert..Das ist totalitär und höchst gefährlich.

    Der eine oder andere Kritiker bekam auch schon Todesdrohungen. Man sollte diese Bedrohung als solche auch in der Öffentlichkeit so benennen, um letztlich von den Grünen eine Distanzierung einzufordern..

    Man stelle sich einmal vor, welche Reaktion es gäbe, wenn diese Freitagsdemos und dieBedrohung unserer Demokratie und unserer Rechtsstaatlichkeit in ähnlicher Weise von rechts käme, Allerdings ist diese Simplifizierung komplexer Meinungsbilder in „rechts und links“ bereits Ausdruck einer erdachten Polarisierung, die so gar nicht existiert, sich aber immer weiter verstärkt, je mehr man in die „Gegen“-Position geht..

    Nun haben immerhin der Herausgeber der FAZ Holger Stelzner und Herr Dr. Ippen. Herausgeber mehrerer Zeitungen (7. größter Verleger in Deutschland) in der FAZ und HNA in noch nie dagewesener Eindeutigkeit zu dem ansteckenden und gefährlichen Klimawahnsinn in Deutschland öffentlich Stellung bezogen.

  5. @anorak

    Die Realo-Grünen sind kaum zu sehen. Die Schüler neben Rahmstorf schwingen auch rote Fahnen. Die Rede war auch voll daneben, hat die Schüler gar nicht interessiert. „Fakten“ sind denen eh wurst. Wenn man sagt man war 1978 schon bei der Anti-AKW-Bewegung dabei, dann findet das weitaus mehr Anklang. Das hat Herr Rahmstorf aber nicht verstanden. Er hätte ja sagen können er war schon bei den Atomprotesten, der Friedensbewegung, den Waldsterben und den Ozonloch mit dabei und setzt sich jetzt für Klimaflüchtlinge aus Syrien ein.

  6. PS

    Und Trump hätte er auch bringen können. Und Exxon und die AfD als Klimaleugner. Auf sowas warten die.

  7. @Kaula #4

    Nun haben immerhin der Herausgeber der FAZ Holger Stelzner und Herr Dr. Ippen. Herausgeber mehrerer Zeitungen (7. größter Verleger in Deutschland) in der FAZ und HNA in noch nie dagewesener Eindeutigkeit zu dem ansteckenden und gefährlichen Klimawahnsinn in Deutschland öffentlich Stellung bezogen.

    Worauf beziehen Sie sich da genau? Haben Sie evtl. einen Link?

  8. @MK #5

    Dass da jetzt die Grünen nicht dabei sind ist klar, aber unter den Mainstream-Kräften sind die Grünen wohl die klima-durchgeknalltesten. Wie wir hier vor ein paar Wochen leidvoll erfahren mussten, ist die Linke aber inzwischen auch soweit soifz.

    Trotzdem ist es glaub ich eine große Fehleinschützung, den Klimawahn als U-Boot marxistischer Kräfte zu interpretieren. Einige von denen hängen sich auch ran, die hägen sich halt an alles ran. Aber grundsätzlich ist der Klimaglauben heute tief im Mainstream unserer Gesellschaft verankert, Medien und Regierungspolitik, und auch im normalen „konservativen“ Bürgertum.

    Als Beispiel: Der eine Abiturient von „Fridays for Future“, der auch schon bei „Hart aber Fair“ war, darf für die Tagesschau schreiben. Das ist was ich hier wirklich symptomatisch und auch schwer bedenklich finde. Eine gebührenfinanzierte, frühere Nachrichtensendung macht sich hier zum Sprachrohr politischer Aktivisten. Dich oder mich würden die nie einen Beitrag schreiben lassen, weil unsere Meinung nicht gefällig wäre.

  9. @anorak

    Die Lehrerin ist natürlich Wessi. In der DDR hat niemand gegen Atomkraft demonstriert, schon gar nicht 78. Die hatten ja auch nur 1 AKW und waren stolz darauf. Zumal das nicht die Umwelt verschmutzte. Tschernobyl war in der DDR auch kein Thema.

    Bei den Grünen sind Trittin und Toni zu nennen. Trittin war auch bei den K-Gruppen und Toni ist auch Fundi. Trittin hat auch die Ämter bei den Jamaika-Verhandlungen mit Merkel verteilen wollen. Und Toni glänzt im Bundestag immer mit Zwischenrufen beim Thema Klima und AfD. Und Dunkelflaute ist für ihn gutachterlich widerlegt.

    Auf all den Klimademos sehe ich immer Fahnen der Antifa. Aber auch der Fundi-Grünen.

  10. PS

    Die Grünen sind eh zerstritten. Habeck hasst den Özdemir und findet KGE und Toni auch nicht so toll. Trittin und Habeck verstehen sich hingegen gut. Zwischen Realos und Fundis muss man dann noch unterscheiden.

  11. Moin!
    @Kaula #4
    FAZ.Quelle:
    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/energiewende-in-deutschland-klimareligion-mit-ablasshandel-16041851.html
    MfG
    Uli

  12. PS

    In Potsdam ist übrigens bei Fridays for Future die Havel-Antifa maßgeblich mit beteiligt.

  13. Worauf beziehen Sie sich da genau? Haben Sie evtl. einen Link?

    Hier der Link zum FAZ-Artikel
    https://www.idea.de/gesellschaft/detail/faz-herausgeber-die-rettung-des-weltklimas-wird-zur-ersatzreligion-108169.html

    Und hier der Artikel in Merkur und HNA (hab ihn im Netz nicht gefunden, deshalb hab ich ihn in meine Dropbox zum Lesen eingestellt).
    https://www.dropbox.com/s/pmdicia4rkotd7h/Bericht%20Dr.%20Ippen.png?dl=0

  14. Hierzu passend und auf die o.g. Artikel bezug nehmend::

    Deutschlands Energiewende-Traum ist eine Utopie – Klaus Peter Krause

    http://kpkrause.de/2019/02/15/deutschlands-energiewende-traum-ist-eine-utopie/

  15. #14

    Deutschlands Energiewende-Traum ist eine Utopie – Klaus Peter Krause

    http://kpkrause.de/2019/02/15/deutschlands-energiewende-traum-ist-eine-utopie/

    Naja, das ist für meinen Geschmack alles sehr weichgespült. Schon das schwärmerische Wort „Traum“. Also ich träume nicht davon dass mein Strom aus Windmühlen kommt. Mir ist völlig egal wo er herkommt, Hauptsache billig. Im Artikel werden nur die Selbswidersprüchlichkeiten der „Energiewende“ abgehandelt, und dann geschlossen man müsste sie ganz anders machen. Das ist der Stand auf dem die ÖR-Medien seit Jahren sind: „Die Energiewende ist eine gute Idee, nur falsch gemanaget.“ Eine radikale Abkehr wäre zu sagen:

    Die Energiewende ist eine bekloppte Idee, für die es gar keine „richtige“ Form der Umsetzung geben kann.

    Erst wenn das die Mainstream-Meinung wichtiger Medien wird, sind wir übern Berg.

  16. 14. anorak2 18. Februar 2019 07:35

    Mir ist völlig egal wo er herkommt, Hauptsache billig.

    Hallo anorak2,
    einfache Geschichte, selber im Bereich der „erneuerbaren“ aktiv werden
    z.B. Strom von einer neuen PV-Anlage kostet selbst bei einer PV-Kleinanlage nur noch so um die 8 Cent/kWh.
    http://t1p.de/tj55

  17. Ich habe gerade folgenden Kommentar bei Rahmstorf eingestellt. Mal sehen, ob der erscheint?

    Herr Rahmstorf, in Deutschland alleine gibt es so um die 60.000 Physiker und so um die 80.000 Akademiker mit physikalischer Ausbildung. An Akademikern sind es ca. 6.000.000 alleine in Deutschland. Ich denke die meisten kann man zu den Wissenschaftlern zählen. Naturwissenschaftler, bzw. Geiteswissenschaftler.

    Mit 12.000 Unterzeichnern liegen wir da bei 0,2%.

    MfG

    Michael Krüger

  18. @17 Michael Krüger

    Mich würde interessieren, wie viele Wissenschaftler folgende Unterschriften-Aktion unterschreiben hätten:
    Das Anliegen der demonstrierenden jungen Menschen ist berechtigt. Deshalb verzichte ich in Zukunft auf die Teilnahme an Konferenzen, die eine Flugreise erfordern. Video-Konferenzen sind die bessere Option.

  19. @Berberich

    Ich habe mal die aktuellen Zahlen nachgeschaut. Ich hatte noch die von 2005 im Kopf.

    Aktuell haben wir 9 Millionen erwerbstätige Akademiker in der BRD und 5,5 Mio. davon im sozialversicherungspf. Anstellungsverhältnissen. Hinzu kommen noch einige Pensionäre und Rentner. Sowie Österreich und die Schweiz.

    Herrn Rahmstorfs 12.000 Wissenschaftler, die unterschrieben haben sind so 1-Promill.

  20. PS

    Vermutlich hat sich Herrn Rahmstorf gedacht, ui 12.000 Wissenschaftler, dass ist aber eine große Menge. Aber nie nachgeschaut, wie viele Akademiker und Wissenschaftler es überhaupt in der BRD, Ö und S gibt. Ich habe das schon vor 15 Jahren gemacht. Vermutlich merkt Herr Rahmstorf auch, ebenso wenig wie seine Anhängerschaft, dass es sich mit solchen Zahlen selbst blamiert, aufgrund des Zuspruchs im Promille-Bereich.

  21. Folgendes sollte leider allgemein bekannt sein:

    Die Fachleute haben keine Ahnung, Laien wissen alles viel besser

    Und so handeln viele Laien. In unserem Ort wurde eine neue Kita gebaut. Infolge eines Statikfehler war die Kita bei entsprechenden Wetterbedingungen einsturzgefährdet. Dabei haben sogar Fachleute gemauert. Anlaß für meine Kontrolle der Statik waren bestimmte Risse und die Suche in der Statik war umfangreich. Erst nach 10 Jahren wurde der Mangel behoben -- es kann ja kein Mangel sein, die Kita steht ja schon Jahre (Bad Reichenhall waren es 30 Jahre).

    Das alles gleicht der Einschätzung bei den Gefahren des Klimawandels. Wenn schon die Abwendung eines einfachen Statikfehlers 10 Jahre dauert, weil es Laien besser wissen, ist die Abwendung einer umfangreicheren Gefahr noch schwieriger.

    Die Lernmotivation wird mit hoher Arbeitslosigkeit usw. schon stark getrübt. Wenn auch noch durch die Reaktion zum Klimawandel die Lernmotivation noch mehr behindert wird, kann es für viele Fachleute besser erscheinen, den Klimawandel zu bekämpfen als Nutzloses in der Schule zu lernen (weil die das Wissen evtl. gar nicht angewendet werden kann).

  22. @Ebel

    kann es für viele Fachleute besser erscheinen, den Klimawandel zu bekämpfen als Nutzloses in der Schule zu lernen (weil die das Wissen evtl. gar nicht angewendet werden kann).

    Ich bezweifel das unter den 12.000 Unterzeichnern die meisten „Fachleute“ sind. Bei Pisa sind wir eh schon ganz hinten, da kommt es auf das Schwänzen auch nicht mehr an. Und die demonstrieren jetzt nicht nur für Klimaschutz und System-Change sondern auch für anderen Quatsch.

  23. Mir missfällt, dass die Diskussion um den „Friday For Future“ auf der qualitativen Ebene geführt wird. Diese Ungewissheit erzeugt Angst. Fragen wir einmal konkret: Welche Temperatur erwartet man im Mittel am 15.März 2079 in Potsdam, also in 60 Jahren? Dies lässt sich abschätzen, indem man den Trend der vergangenen 60 Jahre extrapoliert. Die Mittel-Temperatur beträgt 5,4 °C in 2019 und steigt auf 7,9 °C in 2079 (siehe Bild). Um die Statistik zu verbessern, kann man die Rechnung mit Monats-Mittelwerten vom März wiederholen. Man erhält dann 5,0 °C in 2018 und 6,7 °C in 2079. Wiederholt man die Rechnung mit Daten bis 2008 erhält man 4,8 °C in 2008 und 7,1 °C in 2079. In Paris beträgt die März-Mittel-Temperatur gegenwärtig etwa 8,6 °C.

  24. #23 P. Berberich 15. März 2019 20:48

    indem man den Trend der vergangenen 60 Jahre extrapoliert.

    Die CO2-Konzentration soll langsamer steigen. Also ist (soll) zwischen Zeitablauf und CO2-Konzentration keine lineare Beziehung bestehen. Deswegen ist eine Abzisse mit Jahresteilung unzweckmäßig. Besser ist eine Teilung mit der CO2-Konzentration besser -- auch für eine Extrapolation.

    Dazu kommt noch ein Problem, daß sich mit der Extrapolation nicht lösen läßt. Wenn sich die CO2-Konzentration nicht mehr ändert, steigt trotzdem noch die Durchschnittstemperatur. Der Überschwingwert kann wahrscheinlich bei 1K bis 2K liegen und ist zur Extrapolation zu addieren.

    #22 Michael Krüger 15. März 2019 11:58

    Ich bezweifle das unter den …

    In der Realität findet man selten schwarz/weiß, sondern eine ganze Reihe Übergänge in grau von schwarz bis weiß.

  25. #24 Ebel

    „Die CO2-Konzentration soll langsamer steigen. Also ist (soll) zwischen Zeitablauf und CO2-Konzentration keine lineare Beziehung bestehen. Deswegen ist eine Abzisse mit Jahresteilung unzweckmäßig. Besser ist eine Teilung mit der CO2-Konzentration besser — auch für eine Extrapolation.“

    Man kann auch detaillierter rechnen. Z.B. passt man die Funktion c0+c1*ln[cCO2(t)/cCO2(t0)] an die Monats-Mittelwerte für März von 1893-2018 an (cCO2(t0)= 277 ppm).

    2008 4,5 °C und 2079 6,6 °C, dT bei Verdopplung von cCO2 5,5 °C (cCO2 623 ppm in 2079)
    2018 4,9 °C und 2079 7,2 °C dt bei Verdopplung von cCO2 5,3 °C (cCO2 666 ppm in 2079)

    Bei dieser Schätzung wird angenommen, dass der Temperatur-Anstieg allein auf den CO2-Anstieg zurückzuführen ist. Außerdem muss man den Zeitverlauf der atmosphärischen CO2-Konzentration cCO2 schätzen.

  26. Korrektur von #25

    2008 4,5 °C und 2079 6,6 °C, dT bei Verdopplung von cCO2 3,1 °C (cCO2 623 ppm in 2079)
    2018 4,9 °C und 2079 7,2 °C dT bei Verdopplung von cCO2 3,3 °C (cCO2 666 ppm in 2079)

    Die Erfahrung lehrt immer wieder: Mache Schätzungen so einfach wie möglich

  27. #24 Ebel:

    „Der Überschwingwert kann wahrscheinlich bei 1K bis 2K liegen und ist zur Extrapolation zu addieren.“

    Unter der Kelvin-Einheit verstehe ich etwas anderes. Bei 2,17 K geht flüssiges Helium vom normalfluiden in den suprafluiden Zustand über.
    In meinem Beitrag #23 habe ich mich leider wieder verschätzt. Die Mittel-Temperatur in Potsdam am 15.3.2019 betrug nicht 7,6 °C (280,8 K), sondern 7,4 °C (280,6 K).

  28. #24 Ebel:

    „Die CO2-Konzentration soll langsamer steigen.“

    Diese Hoffnung habe ich nicht. In Deutschland wurden bzw. werden alle Kernkraftwerke abgeschaltet. Kohlekraftwerke werden durch Gas-Kraftwerke ersetzt. Dies fördert letztlich die Erdgas-Exploration in Sibirien. Die Kraftwerks-Ruinen müssen beseitigt werden. Die Energiewende erfordert den Ausbau des Strom-Netzes und den Bau neuer Solar- und Windkraftwerke, also weiteren Ressourcen-Verbrauch. Die Lebensdauer von Windrädern ist viel geringer als die anderer Kraftwerke.
    Die Diesel-Debatte bewirkt, dass Diesel durch Benziner ersetzt werden. Die „alten“ Diesel-PKWs werden exportiert, erhöhen dort die Zahl der PKWs und damit den CO2-Ausstoß. Es wird doch nur verschlimmbessert.
    Dagegen hilft die Klima-Erwärmung, den Verbrauch von Energie zum Heizen zu reduzieren. In unserem Haus hat sich der Verbrauch seit 2010 auf die Hälfte reduziert, die größte Einsparung brachte allerdings der Einbau einer Brennwert-Heizung.

  29. #27 P. Berberich 16. März 2019 10:33

    Unter der Kelvin-Einheit verstehe ich etwas anderes.

    K ist die Vorzugseinheit für Temperaturdifferenzen

  30. #29 Ebel

    „K ist die vorzugseinheit für Temperaturdifferenzen“.

    So einen Quatsch habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Die Temperatur (im thermischen Gleichgewicht) hat einen absoluten Nullpunkt. Dies ist die wesentliche Bedeutung der Einheit Kelvin. In das Stefan-Boltzmann-Gesetz geht die absolute Temperatur ein. Die Gleichung eines idealen Gases benutzt die absolute Temperatur. Sie degradieren die Einheit Kelvin zu einer Größe wie das atü, das schon lange nicht mehr verwendet wird. Die spezifische Wärme wird in J/(kg*K) angegeben. Man könnte statt K auch °C verwenden, da Temperaturdifferenzen in K und °C definitionsgemäß gleich groß sind. Hier hat sich aber die Verwendung der Einheit K eingebürgert, da C mit der Einheit der Ladungsmenge Coulomb verwechselt werden kann und der grundlegende Bedeutung der absoluten Temperatur Rechnung getragen werden soll. Im Alltag ist die Einheit Kelvin meist unpraktisch. Klar, eine Aussage infolge des Klimawandels erhöht sich die Temperatur um 10 K klingt nach mehr als von -25 °C auf -15 °C.

  31. #30 P. Berberich 16. März 2019 21:32

    So einen Quatsch habe ich schon lange nicht mehr gelesen.

    Haben Sie den Link gelesen?
    Auch ein Anruf bei der PTB empfahl für Temperaturdifferenzen das K, wenn auch °C dafür nicht abgesxhafft wurde.

    Zwar existiert mit K eine Doppeldeutigkeit als absolute Temperatur und Temperaturdifferenz, aber diese Doppeldeutigkeit existiert auch bei °C. Allerdings dürfte die Eindeutigkeit sich meistens aus dem Kontext ergeben -- und das ist bei K eher gegeben als bei °C.

  32. #31 Ebel

    „Haben Sie den Link gelesen?“

    Ich habe Ihren „Link“ gelesen und irgendwann aufgehört zu lesen, weil ich festgestellt habe, dass der Autor nichts von Physik versteht. Es geht auch anders: Gerade habe ich unseren Gaszähler abgelesen. Herstellungsjahr 1991. Einheiten: m³ nicht kWh; p max 0,1 bar, nicht 10000 Pa. Der Gaszähler misst also das Gasvolumen. Die Druckangabe ist notwendig, weil die Gasmenge abgerechnet wird und der Zähler bei Überdruck Schaden nehmen kann. 0,1 bar sind 1/10 Atmosphären-Druck. Dies versteht auch ein Laie. Durch häufiges Ablesen dieses Gaszählers habe ich unseren Gasverbrauch im letzten Jahrzehnt reduzieren können, nicht mit Hilfe der jährlichen Abrechnung, die durch zusätzliche Informationspflichten inzwischen vier Seiten lang ist..

  33. #32 P. Berberich 17. März 2019 10:51

    m³ nicht kWh

    Je nach Gasquelle hat das Gas verschiedene Brennwerte. Deswegen werden in der Rechnung (die Gaseigenschaften kennt ja der Lieferer) die m³ in kWh umgerechnet. 1 m³ Gas liefert beim Verbrennen so um 10 kWh. Bei Brennwertgeräten kommen etwa 10% dazu, aber das ist nicht Sache des Lieferes.

  34. @ 33 Ebel

    Ich möchte das Thema nicht weiter vertiefen. Wir beziehen das Erdgas nicht vom Netz-Betreiber. An der Verbrauchsstelle wird nicht Temperatur, Druck und Gas-Zusammensetzung gemessen. Seit 2012 wird hier in kWh abgerechnet. Ich bezweifele, dass sich der ganze Aufwand der Umrechnung von m³ in kWh wegen der vielen Unsicherheiten lohnt.

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