Streit bei Acatech um die Anpassung

30. September 2012 | Von | Kategorie: Artikel, Klimawandel, Medien, Politik, Wissenschaft

Es gibt sicher nicht sehr viele Protagonisten der Klimadebatte, die die Möglichkeit eines Klimawandels als solche bezweifeln. Wir leben in einer Welt, in der stetiger Wandel die einzige sichere Konstante ist. Dies gilt nicht nur für politische Mehrheiten, gesellschaftliche Strukturen, ökonomische Prozesse oder technische Möglichkeiten, dies gilt eben auch für die klimatischen Bedingungen, denen unsere Lebensräume unterworfen sind. Trotz erheblicher Veränderungen im Verlauf ihrer Geschichte haben sich die Menschen stetig vermehrt und ausgebreitet. Die immer notwendige Anpassung an das sich wandelnde Klima kann dabei sogar als wichtiger Fortschrittstreiber ausgemacht werden: Man entwickelte Technologien zur Nutzung sich bietender Vorteile ebenso wie für den Schutz vor drohenden Gefahren.  Auf diese Weise ist es den Menschen gelungen, in allen Klimazonen heimisch zu werden. Das sollte man sich vor Augen führen, wenn man in der neuen Studie „Anpassungsstrategien in der Klimapolitik“ der Deutschen Akadamie für Technikwissenschaften Acatech gleich zu Beginn lesen kann:

„Es werden hierzulande keine klimatischen Randbedingungen auftreten, die nicht bereits in anderen Regionen der Erde existieren.“

Nun kennt die breite Öffentlichkeit dieses Papier noch nicht. Lediglich einzelne kurze Passagen wie die obige sind bereits in der Presse aufgetaucht (Süddeutsche Zeitung, Stuttgarter Zeitung, Spiegel). Auslöser dieses Artikels ist daher auch nicht der Inhalt der Untersuchung, sondern vielmehr ein Streit über diesen.

Es werden hierzulande keine klimatischen Randbedingungen auftreten, die nicht bereits in anderen Regionen der Erde existieren – womit gemeint ist: Auch dann nicht, wenn sich der mutmaßlich menschgemachte Klimawandel einstellt, wie er beispielweise in den Szenarien der IPCC-Berichte beschrieben wird. Wir haben also nichts zu fürchten. Das ist nun nicht gerade die Botschaft, die Alarmisten gerne lesen. Daher ringt sich Paul Becker, Vizepräsident des Deutschen Wetterdienstes DWD, dazu die folgende Bewertung ab:

„Das ist vermutlich richtig, aber es ist eine unglückliche Darstellung. Solche Veränderungen, zum Beispiel häufige Hitzewellen oder Starkregenfälle, belasten die Gesundheit der Menschen und stellen eine Herausforderung für unsere Infrastruktur dar.“ (SZ)

Nur: Das war schon immer so. Hitzewellen und Starkregenfälle hat es seit jeher gegeben. Sie waren und sind auch immer belastend und herausfordernd, für Menschen und Infrastrukturen. Anpassungsmaßnahmen sind also in jedem Fall geboten. Denn ein Klima ohne Hitzewellen und Starkregenfälle ist für Deutschland nur schwer vorstellbar. Ganz unabhängig von irgendwelchen anthropogenen Einflüssen. Wenn das Acatech-Papier zu den Empfehlungen gelangt,  Kalt- beziehungsweise Frischluftschneisen frei zu halten, Wasserflächen in den „Stadtkörper“ einzubinden, Arkaden zu bauen, Grünanlagen einzurichten und die Kanalisation aufzurüsten (StZ), dann war das schon immer sinnvoll und wird es auch immer sein. Vom Kohlendioxid-Gehalt der Atmosphäre hängt das nicht ab.

Seit September 2011 arbeiten nun Fachleute unterschiedlicher Professionen an diesem Positionspapier, durch das der Politik solche und andere Vorschläge zur Adaption an das mögliche zukünftige Klima in Deutschland unterbreitet werden sollen.  Die öffentliche Vorstellung ist für den 22. Oktober geplant. Dabei wird von der Prämisse ausgegangen, das Eintreten der computergenerierten IPCC-Zukunftsszenarien könne ohnehin nicht mehr sicher ausgeschlossen werden, da global keine ausreichenden Anstrengungen zur Emissionsminderung unternommen werden. Durchaus naheliegend, aber dennoch ist die deutsche Klimapolitik bislang einseitig auf die Vermeidung einer potentiellen Klimakatastrophe ausgerichtet. Anpassung durch Schutz und vor allem Anpassung durch Nutzung sich ergebender Chancen nehmen weder in der öffentlichen Debatte, noch im politischen Diskurs ausreichend Raum ein. Das möchten die 31 Mitglieder der Acatech-Arbeitsgruppe nun ändern. Es waren mal 35, aber vier sind vor einigen Wochen ausgestiegen.

Neben Paul Becker haben auch Hans von Storch vom Helmholtz-Zentrum für Material- und Küstenforschung,  Wolfgang Cramer vom französischen Centre national de la recherche scientifique (CNRS) und Jürgen Schmid vom Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES), der auch dem WBGU angehört, das Gremium verlassen. Details hierzu finden sich auf von Storchs Blog „Die Klimazwiebel„.  In der dort in voller Länge veröffentlichten Erklärung der vier Wissenschaftler heißt es unter anderem:

„Ein fundamentaler Dissens zwischen uns und den Aussagen des Papiers besteht in der Einschätzung der Belastbarkeit der Ergebnisse der physikalischen Klimaforschung. Die bestehenden Klimamodelle sind sicher nicht perfekt. Insbesondere ist es notwendig, die bis jetzt häufig nur vereinfacht dargestellten Teilkomponenten realitätsnäher zu gestalten, um das Gesamtsystem noch exakter abbilden zu können. Dennoch, die wesentlichen Fragen an die physikalischen Klimaforschung sind weitgehend beantwortet. Dies gilt insbesondere für die Perspektiven der weiteren Emission von Treibhausgasen und die Wirkung von Minderungen dieser Emissionen bzw. weiterer Anwüchse.“

Als Auslöser dieser Stellungnahme macht die Süddeutsche Zeitung eine Passage aus, die sich auf Seite 29 des Acatech-Papiers finden soll:

„So heißt es auf Seite 29, es sei „nicht bekannt“, welchen Anteil Treibhausgase, Sonnenaktivität, Vulkanausbrüche und jahrzehntelange Zyklen am Klimatrend der vergangenen 150 Jahre hätten.“

Die Zeitung und wohl auch die vier Ausgetretenen sehen hier einen nicht akzeptablen Widerspruch zum IPCC-Bericht des Jahres 2007:

„Der größte Teil des beobachteten Anstiegs der globalen Durchschnittstemperaturen seit Mitte des 20. Jahrhunderts ist sehr wahrscheinlich auf die beobachtete Zunahme der anthropogenen Treibhausgas-Konzentrationen zurückzuführen“

„Der größte Teil“? Das können 51% sein oder auch 99. „Sehr wahrscheinlich“? Es kann also auch ganz anders sein. Der Widerspruch, der hier konstruiert wird, bezieht sich wohl mehr auf die wohltuende Korrektheit der Acatech-Aussagen, die gängige politische Interpretation der IPCC-Berichte als das darzustellen, was sie ist: Eine begründete Vermutung, die sich trotzdem als falsch erweisen könnte. Hier verabschieden sich also Wissenschaftler von einem Gremium, weil dieses durch Genauigkeit in der Darstellung danach trachtet, der Politik die Banalität von der Vorläufigkeit wissenschaftlicher Erkenntnisse in Erinnerung zu rufen. Diese Forscher vertreten an dieser Stelle nicht mehr die Wissenschaft, sondern agieren als Advokaten für eine Haltung, die Zweifel an der Sinnhaftigkeit der Vermeidungsstrategie schon im Ansatz ersticken will.  Dies wird durch die weiteren Ausführungen des Quartetts belegt:

„Wir sehen die Notwendigkeit, dass auch ein Papier zur Anpassung beide Aspekte (Anpassung und Mitigation) auch gerade in Ihrem Zusammenwirken betrachtet.“

Tatsächlich aber sind Anpassung und Vermeidung gegensätzliche Strategien, die sich einander ausschließen. Adaptiert sich eine Gesellschaft an einen Klimawandel, ist Vermeidung nicht nur nicht mehr erforderlich, sie ist auch nicht mehr wünschenswert. Denn man würde damit auch die positiven Auswirkungen eines Klimawandels vermeiden, deren Nutzung ja gerade ein Schwerpunkt der Anpassung wäre. Auch ist Anpassung nicht von Zukunftsszenarien abhängig und wird nicht vom Erfolg der Vermeidungsanstrengungen determiniert, wie Hans von Storch glaubt:

„Man hätte gleich zu Anfang klarstellen müssen, dass der Anpassungsbedarf steigt, wenn die Emissionen steigen“ (StZ)

Nein, Anpassung ist ein stetiger Prozeß, der sich nicht aus dem Erraten der Zukunft, sondern aus der genauen Kenntnis der Vergangenheit speist. Am Beispiel „Hochwasser“ wird dies besonders deutlich. Man nehme für ein gefährdetes Gebiet den höchsten Pegel, der dort jemals vorgekommen ist, und baue seine Deiche einfach ein paar Meter höher. Dies in regelmäßigen Abständen von Jahren oder Jahrzehnten wiederholt schafft große Sicherheit. Schließlich ist nur eine einzige Flut entscheidend für den Erfolg der Maßnahme: Die höchste. Und neue Rekordwerte stellen sich mit absoluter Sicherheit irgendwann in der Zukunft erst noch ein, unabhängig von irgendwelchen Emissionen. Wann genau, wo genau und in welchem Ausmaß verraten Klimaszenarien gerade nicht. Anpassung ist daher eine lokale Strategie, denn Art und Umfang entsprechender Maßnahmen können zwischen einzelnen Regionen stark differieren. Anpassung bedarf lokaler Autorität, lokaler Selbstständigkeit und lokaler Kompetenz. Vermeidung hingegen funktioniert nur mit einem globalen Regime, das solche differierenden Ansätze nicht zulassen kann. Anpassung erfordert Freiheit, Vermeidung dagegen Zwang.

Wenn Acatech in seinen Papieren zwischen Anpassung und Vermeidung strikt trennt, ist dies nicht nur klug, sondern auch geboten. Man kann durch politische Maßnahmen die eine Strategie optimieren, oder die andere. Beides gemeinsam geht nicht, das führt nur zu faulen Kompromissen, die am Ende mehr schaden als nutzen.

Schaut man sich von Storchs Aussagen in seinem Blog weiter an, scheinen auch noch andere Gründe zum Austritt aus der Arbeitsgruppe geführt zu haben:

„Ich hätte mir gewünscht, dass er selbst bemerkt hätte, dass er nach seinem sehr öffentlichen Auftritt mit seinem provokanten Buch, nicht mehr in steuernder, moderierender Funktion in der ACATECH Arbeitsgruppe tätig sein konnte. Hat er aber leider nicht, und seine Schrift ist ja durchaus im Detail zu bemerken.

Wohlgemerkt, wir hatten kein Problem damit, wenn Herr Vahrenholt als normales Kommissionsmitglied mitwirken würde, aber eben nicht: in leitender Funktion.“ (Klimazwiebel)

Mir fällt hierzu vor allem eine Frage ein: Wäre das „Problem“ auch entstanden, hätte Vahrenholts Buch „Die kalte Sonne“ den Klimaalarmismus gestützt statt ihn zu hinterfragen?

Letztendlich hat Fritz Vahrenholt durch seine Buchveröffentlichung genau die Kompetenz belegt, die man als Arbeitsgruppenleiter benötigt. Nämlich, sich verdammt gut mit beiden Seiten der Debatte auszukennen. Wer es für nicht statthaft hält, wenn ein Leiter einer Arbeitsgruppe auf dieser Basis auch eine eigene Position, eine eigene Haltung entwickelt und äußert, der sollte sein Verständnis von Meinungsfreiheit auf den Prüfstand stellen. Wer außerdem seine eigene Auffassung für sakrosankt genug hält, um eine erpresserische Attacke auf Acatech („Er oder wir!“) über die Medien zu führen, kann wissenschaftliche Rationalität wohl kaum noch für sich in Anspruch nehmen. Es wurde ja angeboten, ein „Sondervotum“ in die Studie zu integrieren, mit dem man seine abweichende Haltung hätte deutlich machen können. Auch dies nicht zu akzeptieren, obwohl es bei Differenzen in einer Kommission allgemein üblich ist, erinnert fatal an kindliches Verhalten in der Frühphase der Sozialisation.

Alarmisten zeichnen sich nun einmal dadurch aus, die Möglichkeit des eigenen Irrtums nicht in ihr Kalkül einbeziehen zu können. Skeptiker hingegen machen das ständig. Das ist die Asymmetrie, die nicht nur bei Acatech, sondern überall jeden Dialog unmöglich macht.  

Verantwortungsvolle Politik hat sich an allen denkbaren Zukünften auszurichten. Sie kann die Möglichkeit einer Klimakatastrophe berücksichtigen, sollte dann aber nur Maßnahmen forcieren, die auch ohne eine solche Sinn ergeben. Das Acatech-Papier weist nach allem, was man derzeit sagen kann, genau auf dieses Erfordernis hin. Anpassung ist nicht nur in jeder denkbaren Zukunft lohnend, sie würde darüber hinaus Ängste vor dem Klimawandel unnötig machen. Hier findet sich wohl auch der eigentliche Treiber der Inszenierung der vier ehemaligen Mitglieder der Acatech-Arbeitsgruppe. Warum die Alarmisten eine Politik nicht zulassen wollen, durch die eine menschgemachte globale Erwärmung schlicht irrelevant würde, ist eine Frage, auf die mir nach wie vor keine schlüssige Antwort eingefallen ist. Warum nur wünschen sich so viele Menschen, von der Politik zu etwas gezwungen zu werden, was ihnen selbst nichts nützt?

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45 Kommentare
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  1. „Warum nur wünschen sich so viele Menschen, von der Politik zu etwas gezwungen zu werden, was ihnen selbst nichts nützt?“
    Herr Heller, vielleicht sind wir einfach zu naiv und unterstellen unseren Mitmenschen, hehre Ziele.
    Klar, da sind die, die einfach Sicherheit wollen, die in eine optimistische Zukunft gehen werden, die sich ein fröhliches Familienleben vorstellen, hoffentlich unsere eigenen Kinder, und die werden das auch hinkriegen. Denn sie repräsentieren den Teil der Zuversichtlichen, die eher das Land und seine bescheuerten Zustände verlassen, als sich irre oder kirre machen zu lassen.
    Die Anderen, die Alarmisten, belästigen uns, suchen uns zu bewirtschaften, weil sie selbst völlig unproduktiv sind und davon leben, sich aushalten zu lassen und ständig den Schnabel aufzusperren, um mehr Aufmerksamkeit, sprich Zuwendung zu kassieren.
    Ich denke, nicht die Frage warum erwarten so viele Menschen…, sondern viele Menschen sind ganz einfach anders. Sind mit einem „anderen Gehirn“ unterwegs, was ein „anderes Betriebssystem, andere Ram-Speicher und interne Gigaherz“ hat.
    Mal völlig außen vor, das Volker Weiss, dazu eine präzise Studie erstellt hat, ist es eine Tatsache, das die menschliche Konstruktivität es schwer hat sich gegen den Schwachsinn durchzusetzen.
    Darum finde ich es umso schöner, das Sie auch dafür kämpfen, das wir den Wettbewerb derer, die um die fortschrittlichen Entwicklungen forschen und konstruieren, unterstützen. Schließlich ist unserer Zeit, mit ihren digitalen Möglichkeiten, mit denen ich hier „Piep“ sage, und unser Wohlstand, von Mitmenschen befördert worden, denen Andere blockierend und hysterisch argumentierenden im Weg standen.
    Mindestens seit der Steinzeit.

  2. Entschuldigung, auch ich hab Anlass nachzubessern, nicht Volker, sondern „Volkmar“, macht den Unterschied in der Recherche .

  3. Warum nur wünschen sich so viele Menschen, von der Politik zu etwas gezwungen zu werden, was ihnen selbst nichts nützt?

    So viele Menschen werden es gar nicht sein, es wird nur in den Medien der Eindruck erweckt, es wären viele 😉

    Gerhard Kramm vermutete mal bei Eike , Deutschland wolle freiwillig den Morgenthauplan nachholen. Eine andere Erklärung hätte ich auch nicht. Das Volk will das aber nicht, scheinbar nur ihre politische Klasse

  4. @ Meier, Rassbach:

    Ich meinte eigentlich auch insbesondere die vier bei Acatech ausgetretenen (habe ich etwas blöd ausgedrückt, keine Frage). Und deren Kollegen aus Forscherkreisen, die sich ähnlich engagieren.

    Also die „Informierten“, die es doch eigentlich besser wissen müssten bzw. könnten.

  5. Peter

    Sehr schöne Zusammenfassung der Vorgänge um ACATECH. Aber auch noch mal auf deinen Schlusssatz zu kommen:

    Warum nur wünschen sich so viele Menschen, von der Politik zu etwas gezwungen zu werden, was ihnen selbst nichts nützt?

    Ich denke hier spielen auch Ängste ein große Rolle. Wenn man Eva Horn glauben mag, so wandeln sich die Ängste. In einem Aufsatz (pdf) schreibt sie über die Dämonie der Dinge. Während früher die Dämonen in der Natur vermutet worden, werden nun diese Verstellungen auf die Dinge übertragen:

    Gerade weil wir affektiv nicht in der Lage sind, Zufälle als das zu verarbeiten, was sie sind.

    In der Berliner Zeitung habe ich gerade einen Artikel gefunden, den ich aus Zeitgründen mir aber erst heute Abend zu Gemüte führen kann. Hier wird auch Horn zitiert:

    Man kann nicht sagen, dieses Zeitalter sei besonders ängstlich, aber die Ängste ändern sich und die Objekte, vor denen wir Angst haben. Der Kalte Krieg war ein Zeitalter der ganz expliziten Ängste vor Dingen, von denen man auch nicht sagen kann, dass sie realer waren. Es war ein Gleichgewicht des Schreckens und damit ein Gleichgewicht der Ängste. Man glaubte zu wissen, wovor man eigentlich Angst hat. Jetzt werden Ängste immer komplexer, und sie richten sich auf Dinge, von denen wir glauben, dass wir in sie immer weniger eingreifen können. Zum Beispiel in der Debatte um den Klimawandel.

    Am Ende kommt noch ein Absatz den ich für bemerkenswert halte, als Hinweise wie man denn mit solchen Ängsten umgehen sollte:

    Brauchen wir eine Revolution, eine neue, bessere 68er Bewegung?
    Nein, was wir brauchen ist Kompetenz. Undoktrinäre Kompetenz. Leute mit guten neuen Ideen, die sachlich sind, die durchblicken, die keine Denkverbote im Kopf haben, […]. Leute, die pragmatische Lösungen haben. Revolutionen sind immer Ideologie, da will man die Massen mobilisieren. Nein, mehr Sachlichkeit.

    Genau dieser Sachlichkeit haben sich Hans von Storch und Kollegen verweigert. Aus Angst die Menschen könnten ihre Ängste verlieren?

  6. Warum nur wünschen sich so viele Menschen, von der Politik zu etwas gezwungen zu werden, was ihnen selbst nichts nützt?

    Auf die Frage weiß ich nur eine Antwort. Dabei gehe ich davon aus, dass die meisten Beteiligten an der Debatte keine persönlichen(finanziellen) Profiteure der politischen Maßnahmen zur CO2-Reduktion sind. Trotzdem spielen ganz bestimmt gewisse persönliche Motive eine Rolle. Im Falle des hier angesprochenen Hans von Storch spielt da sicher die Angst eine Rolle, an Bedeutung zu verlieren, weil durch das Fokussieren auf Anpassung:

    eine menschgemachte globale Erwärmung schlicht irrelevant würde

    Heute einer der gefragtesten Wissenschaftler wenn es um Fragen der Zukunft Deutschlands und des Planeten geht, morgen „nur“ noch Wissenschaftler einer dann marginalisierten Klimawissenschaft. Das sind sicher keine erfreulichen Aussichten. Die teilweise seltsam anmutenden TV-Ausflüge ehemaliger Sportler und Politiker zeigen, wie schwer einem der Verzicht auf die Öffentlichkeit fallen kann, wenn man einmal für längere Zeit im Mittelpunkt gestanden hat.

    Aber einen weiteren Aspekt halte ich noch für wesentlicher. Er verbindet von Storch mit den unzähligen „Klima-Aktivisten“ und Befürwortern einer CO2-Vermeidung, auf die Peters abschließende Frage wohl hinaus wollte, und die in der Tat hauptsächlich Nachteile von einer solchen Politik zu erwarten haben. All diese Menschen, und da nehme ich Klimaforscher wie von Storch oder Rahmstorf ausdrücklich mit ein, glauben ganz offensichtlich wirklich, dass weitere CO2 Emissionen so etwas wie den Untergang der Welt bedeuten würden.

    Genau wie religiöse Eiferer, die sich den moralischen Regeln der Kirche unterordnen, von denen Sie nüchtern betrachtet wenig bis nichts haben und die ihre persönliche Freiheit einschränken, sich davon aber einen Lohn im Jenseits erhoffen, glauben die meisten Befürworter der CO2 Minderung, dass sie durch Verzicht und Abkehr vom Bisherigen (ureigene religiöse Motive) dadurch die Belohnung einer „geretteten Zukunft“ erhalten.

    Ich denke diese Art der Betrachtung kann auch hilfreich bei der Diskussion mit den Alarmisten sein. Genauso wenig wie die Motive die man uns Skeptikern so oft unterstellt, nämlich aus „niederen Beweggründen“ wie Profitgier oder Ignoranz gegenüber der nächsten Generation zu handeln, in der Realität auf eine relevante Anzahl von Individuen zutreffen, genauso wenig handeln die meisten Alarmisten aus Profitgier oder Geltungssucht. Die meisten sind schlicht besorgt um den Planeten, manche auch um die Menschheit.

    Dass dabei die Alarmisten, wie hier im Text vortrefflich dargestellt, eine mehr engstirnige Sicht entwickelt haben und Alternativen zu ihrem Denkmuster nicht zulassen wollen, ist für eine Debatte ganz sicher hinderlich. Der Fall von Storch und Acatech zeigt dies auf beeindruckende Weise.

  7. Wer außerdem seine eigene Auffassung für sakrosankt genug hält, um eine erpresserische Attacke auf Acatech (“Er oder wir!”) über die Medien zu führen, kann wissenschaftliche Rationalität wohl kaum noch für sich in Anspruch nehmen.

    Wo soll denn diese erpresserische Attacke stattgefunden haben?

  8. Warum nur wünschen sich so viele Menschen, von der Politik zu etwas gezwungen zu werden, was ihnen selbst nichts nützt?

    Ich mag Uneigennützigkeit eigentlich in der Regel -- in der Regel sogar mehr als Eigennutz, wie es das managermagazin andeutet (entnommen aus dem von Herrn Heller verlinkten Blog-Artikel)

    Derzeit geht es beim Stichwort Klimawandel fast nur um das Einsparen von fossilen Brennstoffen und das Vermeiden von Emissionen. Noch gilt das Geschäft mit dem Klimawandel als politisch unkorrekt. Diese einseitige Sichtweise will die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften (Acatech) ändern. Denn: Das Leben im Treibhaus verspricht für die nächsten Jahrzehnte auch satte Geschäfte.
    http://www.manager-magazin.de/magazin/artikel/0,2828,841721,00.html

  9. @ Müller:

    In der Stuttgarter Zeitung und in der Süddeutschen Zeitung. Möglicherweise haben noch mehr Medien das Thema aufgegriffen, keine Ahnung.

    Die unterstrichenen Passagen im Text oben stellen sogenannte „Links“ dar. Da kann man „draufklicken“. Dann kann man das auch selbst lesen…

    Grundsätzlich empfiehlt es sich ohnehin immer, erst den Text zu lesen und dann zu kommentieren.

    Vielleicht aber wollen Sie mit Ihrem Kommentar etwas bestimmtes aussagen. Dann ist es hilfreich, das auch zu formulieren.

  10. Peter Heller schrieb am 1. Oktober 2012 12:23

    @ Müller:

    Wo soll denn diese erpresserische Attacke stattgefunden haben?

    In der Stuttgarter Zeitung und in der Süddeutschen Zeitung. Möglicherweise haben noch mehr Medien das Thema aufgegriffen, keine Ahnung.

    Wo genau in den Artikeln steht was von einer Erpressung ala „Er oder Wir“? Ich lese in beiden nur einen Bericht über den bereits erfolgten Austritt, keinerlei Forderungen ala „Entweder Vahrenholz geht, oder wir gehen“.

  11. FUTTERTRÖGE.!?

    Man kann das Ganze ja auch als eine Machtprobe ansehen was geht und was nicht. Kann es sich die Wirtschft leisten, gegen die Erkenntnisse der Klimawissenschaften in aller Öffentlichkeit zu argumentieren? Wohl ja, befürchte ich.

    Werner Krauss

    Jeder einzelne mag noch zusätzliche individuelle Gründe gehabt haben; bei mir war es etwa die Undurchsichtigkeit, wie unsere konkreten Vorschläge eingearbeitet und verändert wurden, oder der Mangel an Kommunikation über die geplante Veröffentlichung samt Kontextualisierung durch die ACATECH.

    Hans von Storch…..selber Thread

    Die Klimazwiebel versteht sich als „Vermittler“…….langsam frag ich mich, was die uns vermitteln wollen?
    Der menschengemachte Klimawandel steht fest geschrieben in der IPCC-Bibel, ähnlich des kommunistischen Manifestes…..nur das die Vermttlung etwas sanfter erfolgen soll?

    „Jürgen Schmid vom Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES)“!!!!!
    Tja, wenn man an Windmühlentechnik forscht und schon die einen oder anderen „eigenartige“ Studie abgeliefert hat, dann wundert es mich nicht, das man mit wehenden Fahnen geflüchtet ist.
    Wie viele Klimaforscher ist es beim IPCC ähnlich ergangen, deren Forschungsergebnisse kurzerhand vom Tisch gewischt wurden…….aber selber heulen, wenn eine gewisse „Undurchsichtigkeit“ auf der anderen Seite herrscht.
    Im Prinzip ist aber das ganze Gebabbel derzeit sowieso unzeitgemäß, denn der globalen CO2-Ausstoß (und dessen Steigerung) und die geplanten Kohlekraftwerke weltweit, macht die geplante „Vermeidungsstrategie“ eh nur noch zur Lachnummer von ewiggestrigen Alarmisten, samt des Teils der davon profitierenden EE-Wirtschaft.
    In Zeiten, wo ein Nachfolgeabkommen vom Kyoto-Protokoll mehr als in den Sternen steht, sehe ich den Versuch von Acatech als ein vorsichtiges Umsteuern der Doktrin…….denn so wie es sich derzeit abzeichnet, werden uns gerade in Deutschland die Vermeidungsstrategien (Energiewende) schneller verarmen als der Klimawandel tatsächlich kommt.

    Hier geht es lediglich um knallharte wirtschaftliche Interessen……….und die Alarmisten sehen langsam ihre Felle wegschwimmen, deshalb wird deren Aufjaulen immer unerträglicher.
    H.E.

  12. @ Müller:

    Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Wobei zum Lesen eben auch das Verstehen eines Textes und dessen Einordnung in den jeweiligen Kontext gehört. Aus der Stuttgarter Zeitung:

    Von Storch findet, dass Vahrenholt damit „als Moderator verbrannt“ sei und von seinem Amt hätte zurücktreten müssen. Bei Acatech sieht man dafür keinen zwingenden Grund: Vahrenholt sei schon vor Veröffentlichung seines Buchs berufen worden – als Experte für Energiethemen und als Vertreter der Wirtschaft. Ein Ziel von Acatech sei, Wissenschaft und Wirtschaft zusammenzubringen, erklärt ein Sprecher der Akademie. Von Storch wirft Acatech hingegen vor, „kein vernünftiges Leitungsgremium“ zusammengestellt zu haben.

    Es sollte doch wohl genügen, wenn von Storch den Herren Vahrenholt und Hüttl diese seine Auffassung in einem persönlichen Gespräch mitteilt. Mit welcher Motivation erzählt man derlei Dinge denn eigentlich einem Journalisten? Was hofft man zu erreichen? Was will man damit gewinnen?

    @ Eng:

    Der „Honest Broker“ oder „integre Vermittler“ gemäß Pielke jr. und Klimazwiebel erkennt an, daß wissenschaftliche Grundlagenforschung politisches Handeln nicht determiniert und berät bzw. erläutert der Politik aktuelle Erkenntnisse, ohne sich dabei von persönlichen Interessen leiten zu lassen. Er weiß, daß Politik anders als und unabhängig von dem Erkenntnisringen der Forschung funktionieren muß. Diese Linie hat von Storch im Fall Acatech nun eindeutig verlassen. Diese Linie hat in jüngster Zeit die Klimazwiebel insgesamt verlassen. „Honest Broker“ sind das nach meiner Auffassung nicht mehr.

  13. Peter Heller schrieb am 1. Oktober 2012 14:31

    @ Müller:

    Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Wobei zum Lesen eben auch das Verstehen eines Textes und dessen Einordnung in den jeweiligen Kontext gehört.

    Sie meinen damit sicher das geschickte Hineininterpretieren von Sachverhalten, die zum eigenen Ziel passen. Das ist nunmal einfach nicht mein Ding. Ich halte mich eher an Dinge, die da stehen und unterstelle anderen keine Dinge.
    Aber immerhin wissen wir jetzt, dass die „erpresserische Attacke auf Acatech (“Er oder wir!”) über die Medien“ nur Ihre Interpretation des ganzen ist und auf Spekulationen beruht. Für mich ist das nicht weit weg von Lüdeckes Zitat-Fälschung -- beides zielt darauf ab, die v.Storch und die anderen in einem schlechten Licht dastehen zu lassen.

  14. @Heller
    Ich oute mich mal…als unheimlich stiller Mitleser der Zwiebel und der Redeschlachten die Sie dort geführt haben.
    Mein abschließender Eindruck……Primaklima Version 3.0, selbst die Kommentatoren sind die üblichen Verdächtigten, deren ätzende Schreibweise man auch von anderer Steller her kennt.
    Bisher dachte ich, die meinen das mit der Zwiebel als „vielschichtiges Gemüse“ und neutral……..dabei ist es ganz anders, denn wenn man eine Zwiebel schält, kommen einem automatisch die Tränen, wie beim Lesen der meisten Artikel auf der „Zwiebel“, einzig der Grundmann scheint ein gesundes Mass an „Vermittlungstätigkeit“ aufzuweisen.
    Wir stellen also fest, in Deutschland ist es ideologisch unmöglich zum Thema „Klima“ eine neutrale und wertfreie Website oder Zeitung zu machen.
    PS. Ganz furchtbar in diesen Zusammenhang, das sich dort die Dauerlabertasche S.H. ungeniert austoben darf.
    MfG
    Heinz Eng

  15. @Heller
    Nachtrag.
    Für Marvin gilt einzig und allein das gesprochene/geschriebene Wort in dessen exakter Interpretation……sein Unvermögen die Zwischentöne zu registrieren oder ein Text zu „Fühlen“ lässt ihn leider keine andere Möglichkeit übrig…….als wieder mal den Erbsenzähler raushängen zu lassen.
    Ergo….dürfte die Diskussion mit Ihm in diesen Falle auf die korrekte Auslegung der Gesetzestexte hinauslaufen.

    @Marvin
    Sorry, Du kannst ja intellektuell nix dafür……..nur manchmal liegste eben voll daneben.

    H.E.

  16. @ Müller:

    Aber immerhin wissen wir jetzt, dass die “erpresserische Attacke auf Acatech (“Er oder wir!”) über die Medien” nur Ihre Interpretation des ganzen ist und auf Spekulationen beruht.

    Nöö, wir wissen jetzt, daß Sie den ganzen Vorgang nicht verstehen. Nicht verstehen können oder nicht verstehen wollen?

    Aus der Süddeutschen:

    „Wir waren die einzigen echten Klimaforscher in der Gruppe und haben gegen eine Gummiwand argumentiert“, sagt Hans von Storch…“

    Jeder wird wohl hier den klaren Versuch erkennen, dem Papier jede Bedeutung abzusprechen, weil eben jetzt keine „echten“ Klimaforscher mehr beigetragen haben. Jeder, außer Marvin Müller wahrscheinlich.

    In Teilen hat die Erpressung ja sogar funktioniert:

    Als sie mit ihren Argumenten abprallten, wollten die vier Forscher erst recht nicht mehr an einem Bericht mitarbeiten, für den Fritz Vahrenholt als Koordinator genannt wurde. „Ich habe ihnen zugesagt, dass er nicht mehr in dieser Funktion erscheint“, beschwichtigt Hüttl, „und wir haben das im Abschlussbericht auch eingehalten.“ Vahrenholt wiederum sei wegen dieser Änderung nicht erfreut gewesen. Tatsächlich nennt das Acatech-Papier nun den RWE-Manager nicht mehr als Koordinator. Dafür gibt es eine „Steuerungsgruppe“, zu der Vahrenholt zählt.

    Das Verhalten von Hüttl ist an dieser Stelle ebenso zu hinterfragen, wie das der vier „echten“ Klimaforscher.

    Entgegenkommen gegenüber Alarmisten zahlt sich eben nicht aus.

    „Wenn Sie den Vahrenholt nicht abberufen, steigen wir aus und erzählen allen, daß das Positionspapier nichts wert ist“ -- exakt so wird die Kritik der vier Leute bei Hüttl angekommen sein. Und das geht vor allem deswegen ins Eingemachte, weil die Relevanz ihrer Positionspapiere das Kapital von Acatech darstellt. Hätte Hüttl das nicht so empfunden, hätte er Vahrenholt (und ein paar Inhalte in der Studie) nicht zurechtstutzen müssen. Er hat gehandelt, weil er sich erpresst fühlte.

    Das ist keine Interpretation, sondern Alltag. So handeln Missionare immer, wenn sie nicht intellektuell überzeugen können.

    @ Eng:

    sein Unvermögen die Zwischentöne zu registrieren oder ein Text zu “Fühlen” lässt ihn leider keine andere Möglichkeit

    Ist mir schon klar, aber mir gibt er damit die Gelegenheit, die Argumentation im Kommentarbereich weiter zu schärfen. Das nutze ich natürlich. Wenn dadurch -- unbeabsichtigt -- Müllers Naivität deutlich wird, kann ich nichts dafür. Hat er sich selbst zuzuschreiben. Erst lesen, dann denken, dann kommentieren. Irgendwann lernen Sie das auch noch, Herr Müller.

  17. @Heller

    Meine ersten Gedanken zum Sachverhalt…….

    Spiel nicht mit den Schmuddelkindern……….
    Solange Onkel V. die Oberaufsicht über die Eimerchen und Schippchen besitzt, werden wir diesen Sandkasten nicht betreten, ätsch.

    “Wir waren die einzigen echten Klimaforscher in der Gruppe und haben gegen eine Gummiwand argumentiert”, sagt Hans von Storch…”

    Jooooo, wat für Klimaforscher aber auch, tsss.
    Prof. Dr.-Ing. Jürgen Schmid

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    Sorry…….derart Selbstüberhöhung kenn ick auch aus dem Berufsleben……..und endet gelegentlich in einer Katastrophe oder mit einen Gerichtverfahren…………zumal ja der liebe Herr Schmid ein astreiner Verfechter der Energiewende ist.

    Und ja, ich bleibe dabei…..es ist der Kampf um die Füttertröge, wat ja Herr Krauss auch durch die Blume blinzeln lassen hat und wir sind live und in Farbe mit dabei.
    MfG
    H.E.

  18. Ach nebenbei bemerkt, ick hab mal versucht einer der Publikationen auf der von mir verlinkten Seite anzuklicken um etwas rumzustöbern…….Ergebnis…..404.
    Sorry, für ein Institut a bisserl erbärmlich, die Pflege dieser Website……….und die wollen unsere Energiezukunft gestalten?

    Direktlink……
    http://www.iwes.fraunhofer.de/de/publikationen0/publikationen_veroeffentlichungengesamt/2010/auswirkungen_desee-ausbausaufkonventionellekraftwerkeneuesspeich.html
    Nach Nutzung der Suchfunktion
    http://www.iwes.fraunhofer.de/de/publikationen0/uebersicht/publikationen_veroeffentlichungengesamt/2010/auswirkungen_desausbauserneuerbarerenergienaufkonventionellekraf.html

    So Marvin, ick kann auch Erbsenzähler…….hihi.
    H.E.

  19. …..hi hi, netter Freud’scher Versprecher:

    “Wir waren die einzigen echten Klimaforscher in der Gruppe und haben gegen eine Gummiwand argumentiert”, sagt Hans von Storch…”

    …..tja, es kommt eben immer darauf an, auf welcher Seite der Gummiwand man sich befindet, gelle?

  20. Lieber Herr Heller,

    Ich würde gerne eine etwas andere Perspektive in die Debatte bringen.

    Zunächst einmal finde ich gut, dass die 4 Klimaforscher Position bezogen haben, da dadurch der Konflikt deutlich wird.

    Das ist besser als wenn im Schlußdokument ein fauler Kompromiß gefunden.

    So hat das Acatech Papier eine Chance eine echte Alternative zu formulieren zu den NIE.

    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  21. @Günter
    Sorry……max. 3 Klimaforscher, der vierte ist Ingenieur für Winddingens….und zählt auch zu den schärfsten Lobbyisten der EE.
    Einige seiner Studien beruhen auf Szenarien des Bundesverbandes für Erneuerbare Energien und dann nimmt er auch noch rotzfrech das Erdgasnetz als vollständigen Speicherersatz…..Sorry, für mich klingt das reichlich inkompetent.

    Die anderen beiden kenne ich leider nicht ……würde aber auch tiefer stochern, wenn es sein muss.
    Klimaforscher ist keine geschützte Berufsbezeichnung…..genauso wie „Experte“……..ergo…….ach denk Dir doch Dein Teil alleine.
    PS. Als würgenden Abschluss noch die Schlussworte des IWES……“Entscheidend **** politischer Wille und Bewusstseinswandel“…………Transformation, ick hör dir trapsen.
    MfG
    H.E.

  22. Vor einem Jahr fragte ich bei HvS höflich nach, was sie von von der vernichtenden Einschätzung der „Wissenschaftlichkeit“ der postnormalen IPCC Wissenschaft durch das IAC halten und warum es in Deutschland keine Diskussion zw.pro und contra wie in der RoySoc mit den 43 abtrünnigen Mitgliedern gibt. Ich wurde ungehalten abgewimmelt.

    Ich vergleiche dies mit Nachfragen zur Wissenschaftlichkeit des Sozialismus. Zu ddr Zeiten würde ich ähnlich abgewimmelt werden mit anschließenden Urteil, wenn ich an der Gesetzmäßigkeit der führenden Rolle der Arbeiterklasse gezweifelt hätte. 😉

    Wie Arnold Vaatz sagte, droht jetzt nur die mediale Verachtung in Deutschland. Das sind eindeutig totalitäre Verhältnisse.
    Die political correctness macht es möglich. PC wurde quasi vom Marxismus erfunden und funktioniert auch hier. Dort dient sie der Demütigung im Sinne, schau, ich zwinge dich vorsätzlichen Unsinn zu reden, wenn nicht, kommst du in den Knast. Heute ist es so, wenn du unseren Unsinn mit verbreitest , kommst du auf unsere Gehaltsliste.

    HvS möchte auf der Gehaltsliste des IPCC bleiben, möchte aber die Übertreibungen abschaffen. Vielleicht spürt er , dass sie „der Sache“ schaden.

    Leopoldina und der naturwissenschaftliche Ableger Acatec sind eindeutig politische Organe der Ökopolitik.
    (IAC natürlich auch, im kaum verbreiteten Teil sagten sie, dass die Arbeitsweise des IPCC streng unwissenschaftlich ist , im Presseteil lobten sie zuerst die unermüdliche gute Arbeit des IPCC, man müsse nur ein paar Kleinigkeiten ändern- eine Auftragsarbeit wegen der peinlichen e-mails)

  23. @ Heß:

    Ich finde ja auch gut, daß hier Position bezogen wurde, ich kritisiere ja auch nicht diesen Punkt, sondern die Inhalte der Position an sich. Was ich allerdings ziemlich unerträglich finde ist die Haltung, Vahrenholt wäre ungeeignet als Leiter, weil er sein Buch so geschrieben hat, wie er es geschrieben hat. Nach wie vor gibt es dafür keine Begründung, auch nicht auf der Klimazwiebel.

    Tatsächlich hat Anpassung nichts damit zu tun, was in der Zukunft einmal sein könnte, sondern nur damit, was in der Gegenwart ist. Die Beteiligung von auf Zukunftsszenarien a la IPCC ausgerichteter „echter“ Klimaforscher an so einem Papier ist daher nicht nur nicht erforderlich, sondern sogar eher kontraproduktiv. Die vier „echten“ Klimaforscher (oder eben drei) tun aber jetzt so, als wäre das Papier ohne ihre Mitarbeit nichts wert.

    In diesem Zusammenhang ist eben auch die Reaktion von Acatech selbst zu betrachten. Statt den vier Leuten zu sagen, daß man das zur Kenntnis nimmt, aber für nicht tragfähig hält, kommt man ihnen in großem Unfang entgegen. Ohne Resultat, die vier Leute lehnen einfach alles ab, was nicht vollständig in ihre Richtung geht. Ich finde das bemerkenswert. Warum glaubt man, Entgegenkommen zeigen zu müssen? Warum glauben die vier, keinen Kompromiß eingehen zu dürfen/zu können?

    Das ist besser als wenn im Schlußdokument ein fauler Kompromiß gefunden.

    Nach allem, was ich der Berichterstattung entnehme, hätte es im Schlußdokument auch ein Minderheitenvotum geben können. Das wäre besser gewesen, dann hätte der Leser vergleichen können. Das aber lehnen die vier ab.

    So hat das Acatech Papier eine Chance eine echte Alternative zu formulieren zu den NIE.

    Verstehe ich nicht. Vahrenholt ist ja nun einer derjenigen, die die NIEs unterstützen und ausbauen wollen. Mir scheint das Papier auch eher wenig mit Energiepolitik zu tun zu haben.

    @ Rassbach:

    Leopoldina und der naturwissenschaftliche Ableger Acatec sind eindeutig politische Organe der Ökopolitik.

    Sehe ich anders. Vielleicht zeigt der Vorgang ja auch nur die Sprachlosigkeit zwischen Technikern/Ingenieuren einer und Grundlagenforschung andererseits auf.

  24. Herr Heller,
    diesen Optimismus teile ich nicht. Die Jungs sind fest an der Leine per pc wie im Sozialismus.

  25. Hier mal ne Kurzmeldung die interessant ist….

    Fraunhofer IWES bekommt neue Führung

    Ab 1. Oktober 2012 leitet Prof. Dr. Clemens Hoffmann das Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) in Kassel.
    Hoffmann folgt auf Prof. Dr. Jürgen Schmid, der 14 Jahre lang das IWES leitete. Der Physiker Hoffmann hat zusätzlich einen Lehrstuhl für Windenergiesysteme an der Universität Kassel inne. Seit 2004 befasst er sich mit erneuerbaren Energien. Er baute bei Siemens diesen Schwerpunkt federführend aus. Seit 2009 hatte er die Leitung des Leuchtturmprojekts „Smart Grid“ bei Siemens Corporate Technology inne. Seine Vorstellungen für die Institutsleitung am IWES beschreibt er wie folgt: „Meine Vision ist, dass wir in Kassel eine Industrie-Forschungsplattform aufbauen, einen runden Arbeitstisch, an dem sich die Akteure über die notwendigen Voraussetzungen und die genauen Ziele der Energiewende einigen. Denn Forschung, Politik und Wirtschaft müssen die Qualität ihrer Zusammenarbeit noch weiter steigern und eine Konsens-Kultur auf hohem Niveau schaffen.” (msz)

    Ick hab mal die komplette Meldung zitiert……..denn Abkürzungen derselben war schlecht möglich.
    Ick spreche ja immer gerne davon einen Text fühlen zu können………..aber bei dieser Meldung hat mein Unterbewusstsein wahre Leuchtfeuer abgeschossen wie lange nicht mehr.

    1.) Ok, da ich über die Auswechselung des Postenträgers nix näheres weiß will ick darüber auch net viel spekulieren, also erstmal Schwamm drüber.
    2.) Physiker…….geschickter Schachzug…….denn den Mann kann man zur Not auch den Medien als „Klimaexperte“ schmackhaft machen, die theoretische Ausbildung hatter ja dafür (uff´n Papier).
    3.) Während man Vahrenhold ständig seinen Manager-Posten bei der RWE vor die Füsse kotzt, dürfen andere Konzerne ihre Mitarbeiter ungeschoren aufsteigen lassen, als die Guten des Planeten.
    Ein Konzern also, der in diversen Ländern der Welt wegen Bestechung verknackt wurde, ist trotzdem moralisch wertvoller als ein Energiekonzern, der ja anscheinend den Teufel in Menschengestalt darstellt.

    Wir stellen also fest was das IWES in Wirklichkeit ist……..ein EE-Lobbyist vom feinsten, mit ganz klar ersichtlicher Ausrichtung………..daher stelle ich mir jetzt die berechtigte Frage, was zum Teufel sich Acatech wirklich dabei gedacht hat, den Chef dieses Dingens zu Gesprächen über „Anpassungsmassnahmen“ einzuladen.
    Der musste einfach absagen……..
    Kleine persönliche Anmerkung meinerseits…………..ich finde es ziemlich vermessen das sich die IWES mit den „Adelstitel“ Fraunhofer schmücken darf, zumindest wenn ick mir dessen Studien so ansehe……..
    H.E.

  26. @Admin
    Mein letzter Kommentar ist leider im Spam gelandet, bitte freigeben wenn akzeptabel.
    H.E.

    [erledigt, jetzt Nr. 25, Heller]

  27. @ Eng:

    daher stelle ich mir jetzt die berechtigte Frage, was zum Teufel sich Acatech wirklich dabei gedacht hat, den Chef dieses Dingens zu Gesprächen über “Anpassungsmassnahmen” einzuladen.

    Das ist eine sehr berechtigte Frage.

  28. Unter Blinden ist der Einäugige König 😉 Pseudorevoluion 😉

  29. @ Heinz Eng #25

    Hallo Heinz….. altes Schlachtross

    Ein Konzern also, der in diversen Ländern der Welt wegen Bestechung verknackt wurde,

    Manche Pressenotizen sind doch sehr aufschlussreich.

    In dieser Funktion leitete er die globale Forschung und Entwicklung und nahm Einfluss auf nationale und internationale Gesetzgebungs- und Regulierungsverfahren

    So ein kleiner Nebensatz sagt oft mehr aus als 1000 Worte. War etwa der Gut’ste nach dem Korruptionsskandal für Siemens international nicht mehr tragbar und deshalb das Auffangbecken „IWES“? Dann ist er ja dort gut aufgehoben und kann künftig die „Berliner Landschaft“ pflegen. Wie sagt man doch so schön: **die Katze lässt das Mausen nicht.

    herzliche Grüße aus dem Moos

  30. @Moosi

    Hiho….Du uraltes Schlachtross….*grins*
    Dat Beste haste ja janz vergessen….

    Der bisherige Iwes-Chef Prof. Jürgen Schmid hat in den vergangenen 14 Jahren die Zahl der Mitarbeiter von rund 130 auf derzeit über 360 Wissenschaftler, Angestellte, Studenten, Doktoranden und Stipendiaten gesteigert, die in Kassel an der Energiewende forschen.

    Parallel wuchs das Jahresbudget von 6,5 auf 20 Millionen Euro. Schmid ist seit 2004 – und noch bis Ende Oktober – Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats „Globale Umweltveränderungen“ der Bundesregierung.

    Dat Institut lebt von Erneuerbaren……..wenn man aber plötzlich auf „Anpassung“ umschwenkt, gehts denen ans Eingemachte…….gerade jetzt, wo se doch bis 2018 für schlappe 100 Mille ne neue Hütte kriegen (genauso wie dat PIK).
    Langsam wird das Bild immer klarer, warum Onkel Schmid sich vor Acatech so fürchtet………
    Is ja fast so wie ein Grillfest mit Würstchen und legger Schweinestaek……..und man lädt dazu einen Vegetarier ein, dat muss ja in die Hose gehen.
    OK…..IWES wäre abgehakt…..nun sollten wir uns die drei Anderen mal genauer angucken.
    PS. Bei von Storch tippe ich da eher auf äussere Zwänge, zu arg erscheint mir sein Wandel zu sein, als das dieser ganz freiwillig gezwiebelt wurde.
    Beste Grüße in den Moos
    Dein Onkel Heinz

  31. Lieber Heller,

    Da haben Sie Recht. Warum ein Buch jemanden wie Vahrenholt als Moderator oder Leiter einer Arbeitsgruppe disqualifizieren soll verstehe ich ebenfalls nicht.
    Zu ihrer anderen Frage. Wenn es klar wird, dass Anpassung kein Problem darstellt, wird vielleicht der Öffentlichkeit auch klar, dass wir nicht Hals über Kopf in ineffiziente Energietechnologien einsteigen müssen bevor diese fertig entwickelt sind und ihre Effizienzziele und Kostenziele erreichen.
    Das ist eine Alternative zur Energiewendepanik.

    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  32. Heinz,
    Vielleicht ist es ja auch in der Tat ein Verteilungskampf, was Du blumig ausdrückst. Wir haben in Deutschland eine
    Menge mit Steuermitteln hochgepäppelter Institute die mit dem Mittelstand konkurrieren und aufgrund der öffentlichen Gelder bevorteilt sind.
    Eine Anpassungsstrategie wird vermutlich den Mittelstand stärker fördern, weil lokal Maßnahmen finanziert werden.
    Grüße
    Günter

  33. FTD: Berliner Brandrede

    Oettinger und das Ende von Nokia

    Der EU-Energiekommissar spricht sich gegen eine Verschärfung der EU-Klimaziele aus -- die Energiepolitik sollte sich stärker an den Bedürfnissen der Industrie orientieren. In Berlin macht sich Oettinger über Gutmenschen in der eigenen Partei lustig -- und sagt nebenbei das Ende von Nokia voraus.

  34. @Tim
    Boah eyh….voll fett die Rede….

    Günther Oettinger fürchtet den Abstieg Europas, wenn die Energiepreise weiter steigen und sich durch die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den USA und anderen Teilen der Welt verschlechtert……..

    „Von strengeren Zielen auf dem Weg nach 2020 rate ich dringend ab“, sagte Oettinger. In den Jahren 2007 bis 2009 habe es zu viele „Gutmenschen“ im Europaparlament gegeben, der klimapolitische Elan sei „überzogen“ gewesen.

    Oettinger sagte, bei den Energiepreisen stehe es drei zu null für die USA. Die USA hätten zunehmende eigene Ölförderung, seien mit ihren Schiefergasvorräten inzwischen der größere Gasproduzent als Russland und hätten niedrigere Strompreise..,….

    Es bringe auch nichts, „nach Grönland zu fahren und Eisbären zu streicheln“

    Ahh, da hat mal jemand über den Tellerrand geguckt……wat so auf der restlichen Welt los ist, Hut ab.
    Dat wird den Jungens um PIK, Greenpeace, BUND, Grassl, NABU….und wie die Realitätsverweigerer noch so heeßen, bestimmt net gefallen.
    Denn eins vergessene se alle…….wenn dem Deutschen das Geld ausgeht……wird gespart, und zwar auch bei Spenden für unnütze Vereine. Sollte dann das Volk auch mal nachfragen, wer uns die Scheiße mit eingebrockt hat…………….ok, das überlass ich dann doch lieber eurer Fantasie.

    Die Einschüsse kommen immer näher….und das ist auch gut so.
    H.E.

  35. Man kann nicht sagen, dieses Zeitalter sei besonders ängstlich, aber die Ängste ändern sich und die Objekte, vor denen wir Angst haben. Der Kalte Krieg war ein Zeitalter der ganz expliziten Ängste vor Dingen, von denen man auch nicht sagen kann, dass sie realer waren. Es war ein Gleichgewicht des Schreckens und damit ein Gleichgewicht der Ängste. Man glaubte zu wissen, wovor man eigentlich Angst hat. Jetzt werden Ängste immer komplexer, und sie richten sich auf Dinge, von denen wir glauben, dass wir in sie immer weniger eingreifen können. Zum Beispiel in der Debatte um den Klimawandel.

    Angst ist ein sekundäres Machtmittel. Diese Ängste kommen nicht von selbst. Diese Ängste werden systematisch entwickelt.
    Unsere politische Klasse hat ein intrinsisches Interesse, auch irrationale Ängste zu pflegen. Letzendlich beruht auch die Macht der politischen Kaste der Berliner Republik nur auf Ängsten der Bevölkerung -- sicher nicht auf Integritäts- und Kompetenzunterstellung durch den Michel. Verliert sich die Angst vor Emissionseiszeit, Ozonloch, Waldsterben, BSE, Pershingraketen, etc. so muss ein neues Narrativ her -- da freuen sich alle dann über einen angeblichen, athropogenen Klimawandel und wenn der so langsam unglaubwürdig wird -- dann muss halt ein Tsunami in Japan herhalten.

    Was passiert, wenn eine Bevölkerung plötzlich kollektiv die Angst verliert, hat man 1989 erlebt. Dieses Trauma steckt der Politnomenklatura der Zweiten Berliner Republik tief in den Knochen -- das ist DEREN Angstszenario.

    Also schaffen sie Probleme, die es ohne sie gar nicht gäbe und für deren Lösung nur SIE die Kompetenz haben. Das ganze Energiewenden muss zwangsläufig in energieplanwirtschaftlichem Mangel enden. Dieses ist so gewollt! Es ist nichts anderes als eine kalte Inbesitznahme des wichtigsten Produktionsmittel, Energie durch eine Herrschende Klasse. (der alte Marx war gar nicht so dumm…)

    Nur Mangel bedarf der „gerechten“ Verteilung. Überfluss regelt der Markt. Umverteilung ist die einzige Kompetenz der ggw. politischen Klasse. Es geht darum immer mehr Abhängige von der Politnomenklatura zu schaffen -um des Machterhaltes willen . Der natürliche Gegner einer mittelmäßig begabten Machtclique ist der Mittelstand, aufgeklärt, mit eigenem Eigentum, geistig und wirtschaftlich unabhängig. Er muss um des Machterhaltes Willen in das „System der Empfänger und Transferleistungen“ integriert werden -- nur dann wird er dankbar, abhängig und hörig. Man muss ihn also seiner geistigen, wie ökonomischen Unabhängigkeit, seinem Selbstbewusstsein, berauben -- dieses geht nur über Ängste und den Verlust der ökonomischen Unabhängigkeit -- oder zumindestens der Angst davor.

  36. @FK9 Pilot #35

    Sehr gute Analyse! Dem ist nix hinzuzufügen.

  37. Ich würde nicht so weit gehen, zu sagen, Vermeidung und Anpassung schließen sich gegenseitig aus. In der Regel haben wir es doch bei solchen Dingen, ökonomisch gesprochen, mit abnehmenden Grenznutzen zu tun. Man kann immer noch einen Meter auf einen Damm draufpacken, aber irgendwann hat man einfach eine Höhe erreicht, die das Land hinreichend schützt (unabhängig davon, ob man die Dammhöhe aus Vergangenheitswerten oder Zukunftserwartungen für die Flut ableitet). Gleiches gilt für die Vermeidungsungsstrategie.

    Beide Maßnahmen zielen aber erstmal auf das gleiche Ziel, nämlich Schäden aufgrund eines menschlich induzierten Klimawandels zu minimieren. Ich kann daher durchaus nachvollziehen, dass Vertreter der Alarmistenfraktion eine optimale Strategie in einer Kombination aus Vermeidung und Anpassung vermuten.

    Es sind andere Gründe, warum ich klar die Auffassung von Herrn Heller teile, dass eine Anpassungstrategie die klügere Wahl ist. Zum einen glaube ich ich nicht, dass durch menschliche Aktivitäten emittiertes CO2 einen besorgniserregend großen Effekt auf das Klima hat. Deshalb würde ich einer Vermeidungsstrategie per se nur einen eingeschränkten Nutzen zuweisen. Allerdings gebe ich zu, dass es ein wenig tirival ist, so eine Meinung hier auf Science Sceptical zu äußern. Das dürften vermutlich die Meisten hier so sehen.

    Mit Blick auf Hellers Artikel möchte ich einen anderen Teil hervorheben:

    Anpassung ist daher eine lokale Strategie … Vermeidung hingegen funktioniert nur mit einem globalen Regime.

    Das ist aus meiner Sicht der ganz große Vorteil der Anpassung. Sie funktionert! Sie kann nämlich lokal organisiert werden. Vermeidung aber ergibt im Fall des CO2 (wie gesagt, wenn überhaupt) nur dann einen Sinn, wenn weltweit alle mitmachen. Oder anders formuliert: Sie funktioniert nicht!

    Vermeidungsstrategien, die nur im globalen Maßstab funktionieren, haben mit so großen Trittbrettfahreproblemen zu kämpfen, dass entsprechende Abkommen schlicht und ergreifend nicht zu stande kommen. Für jedes Land gibt es einen starken Anreiz, die Vorteile der Vermeidung der anderen zu genießen, die eigenen Vermeidungskosten aber zu sparen.

    Der Ansatz, mit einer regionalen Vermeidungsstrategie in Vorleistung zu gehen, wie er von der EU verfolgt wird, ist vor diesem HIntergrund von allen Optionen die dämlichste. Mein Abschlussstatement weicht daher vom Artikel etwas ab: Warum nur zwingt die Politik ständig die Leute zu Dingen, die überhaupt niemandem nutzen?

    P.S.: Eine übersichtliche ökonomische Analyse zum Thema Vermeidung vs. Anpassung hat vor zwei Jahren der Wissenschaftliche Beirat des Bundesmininsteriums der Finanzen veröffentlicht.

  38. Peter Heller schrieb am 1. Oktober 2012 16:34:

    Jeder wird wohl hier den klaren Versuch erkennen, dem Papier jede Bedeutung abzusprechen, weil eben jetzt keine “echten” Klimaforscher mehr beigetragen haben. Jeder, außer Marvin Müller wahrscheinlich.

    Hmm, dazu habe ich mich nicht geäußert. Vielleicht sollten Sie das mit dem Lesen und Verstehen nochmal reflektieren. Ich wiederhole prophylaktisch nochmal meine Frage, vielleicht haben Sie meine Frage ja mit was anderem verwechselt:

    Wo soll denn diese erpresserische Attacke (( “Er oder wir!”) über die Medien) stattgefunden haben?

    Oder wollten Sie nur von meiner eigentlichen Frage ablenken durch ein Wechsel des Themas?

    Kann sich hier eigentlich jemand vorstellen, dass Herr Heß eine erpresserische Attacke, wie sie Herr Heller unterstellt, gutheisst? Zumindest habe ich seine erste Wortmeldung zu diesem Sachverhalt so verstanden, dass er das klare Stellungbeziehen guthiess:

    Lieber Herr von Storch,

    zunächst einmal finde ich es gut, dass Sie ihre Meinung konsequent an ACATECH und Herrn Vahrenholt zurückgemeldet haben. Denn oft werden gerade durch durch so klare Rückmeldungen Konflikte gelöst und Brücken ermöglicht. Meiner Erfahrung nach.

    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

    Oder fällt Herr Hess neuerdings auch in die Kategorie „grenzenlos naiv“?

  39. @ Roland:

    In einem Punkt unterscheiden wir uns:

    Beide Maßnahmen zielen aber erstmal auf das gleiche Ziel, nämlich Schäden aufgrund eines menschlich induzierten Klimawandels zu minimieren.

    Das sehe ich nicht so. Anpassung zielt auf den Schutz vor destruktiven Wetterereignissen und hat damit erst einmal nichts mit einem menschlich induzierten Klimawandel zu tun. Außerdem ist die zweite Dimension der Anpassung die Nutzung von neuen Möglichkeiten, die sich mit einem Klimawandel ergeben könnten. Anpassung findet immer statt, sie bedarf keiner spezifischen Panikmache.

    P.S.: Eine übersichtliche ökonomische Analyse zum Thema Vermeidung vs. Anpassung hat vor zwei Jahren der Wissenschaftliche Beirat des Bundesmininsteriums der Finanzen veröffentlicht.

    Das Papier hatten wir hier (glaube ich) schon einmal angesprochen. Aber danke für den Hinweis. Solche Dinge sind wertvoll genug, um immer wieder in Erinnerung gerufen zu werden.

  40. Achtung Klugscheißeralarm bzw…….Erbsenzähler in Reinstform.

    § 253 Erpressung
    (1) Wer einen Menschen rechtswidrig mit Gewalt oder durch Drohung mit einem empfindlichen Übel zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nötigt und dadurch dem Vermögen des Genötigten oder eines anderen Nachteil zufügt, um sich oder einen Dritten zu Unrecht zu bereichern, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
    (2) Rechtswidrig ist die Tat, wenn die Anwendung der Gewalt oder die Androhung des Übels zu dem angestrebten Zweck als verwerflich anzusehen ist.
    (3) Der Versuch ist strafbar.
    (4) In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn der Täter gewerbsmäßig oder als Mitglied einer Bande handelt, die sich zur fortgesetzten Begehung einer Erpressung verbunden hat………

    § 240 Nötigung
    (1) Wer einen Menschen rechtswidrig mit Gewalt oder durch Drohung mit einem empfindlichen Übel zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nötigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
    (2) Rechtswidrig ist die Tat, wenn die Anwendung der Gewalt oder die Androhung des Übels zu dem angestrebten Zweck als verwerflich anzusehen ist.
    (3) Der Versuch ist strafbar.
    (4) In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn der Täter

    1. eine andere Person zu einer sexuellen Handlung nötigt,
    2. eine Schwangere zum Schwangerschaftsabbruch nötigt oder
    3. seine Befugnisse oder seine Stellung als Amtsträger mißbraucht.

    Im engeren Sinne eines Erbsenzählers wirft Herr Heller den 3 1/4 Klimaforschern theoretische ein strafbare Handlung vor……….im etwas erweiterten Sinne kann man aber auch sagen, das „erpresserisch“ als Adjektiv zum normalen Sprachgebrauch gehört. Mit etwas Mühe kann man im Netz so einige Texte finden, wo von „Erpressung“ oder „erpresserisch“ gesprochen wird, ohne die obigen Straftatbestände zu erfüllen.

    Beispiel…..
    MOFAIR: VDV handelt »erpresserisch«
    Der Wettbewerberverband Mofair hat dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen »erpresserische Politik« vorgeworfen.

    In einer gemeinsamen Erklärungen reagieren Mofair und des Netzwerk Europäischer Eisenbahnen (früher: »Netzwerk Privatbahnen«) auf die Drohung des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), aus der European Rail Freight Association (ERFA) auszutreten. Mofair und Netzwerk erinnern daran, dass sie »von je her« für die Trennung von Netz und Betrieb eingetreten seien und sich daher an die Seite der ERFA stellten.

    Wikipedia spricht auch von „moralischer Erpressung“……….wenn Du nicht das tust was ich will, dann wird das negative Konsequenzen für Dich haben……und in diesen konkret von Herrn Heller angesprochenen Text, ist die Konsequenz, das Acatech ohne Klimaforscher dasteht und deren Studie deswegen automatisch als „Minderwertig“ anzusehen ist.

    PS. Echt Marvin….wenn man jetzt jedes Wort aus dem üblichen Sprachgebrauch auf die Goldwaage legt, dann brauch hier keiner mehr einen Artikel oder Kommentar verfassen…..denn ein Erbsenzähler gibbet immer, der dann das Haar in der Suppe findet……..selbst wenn er stundenlang die Lupe drauf halten muss.

    Klugscheißermodus aus.
    Onkel Heinz……..etwas abgenervt

  41. @Nachtrag
    Hier noch der Link zum dritten Zitat….
    http://roter-renner.de/detail/datum/2012/06/22/mofair-vdv-handelt-erpresserisch.html
    Hatte kein Bock auf bockige Spamfilter.
    H.E.

  42. etwas abgenervt

    dito.

  43. @Heller
    Was mich neben Marvin an dieser Thematik besonders abnervt……..das sich die Jungs aus den Aktenkeller der Geoforschung inzwischen so wichtig machen, das sie sich einbilden, das ohne sie nix mehr funktioniert…….und damit inzwischen offen drohen können.

    Inzwischen dürfte auch ein von Storch einsehen müssen, das die Vermeidungsstrategie global gescheitert ist….Punkt aus und fertig.
    Wenn dann angeblich das CO2 wirklich zukünftig „negative Folgen“ hätte……dann sind diese Folgen unvermeidlich, weswegen Acatech für mich persönlich den vollkommen richtigen Ansatz verfolgen……und weil das so ist, fühlen sich gewisse „Klimaforscher“ auf den Schlips getreten und bocken deshalb wie ein Kleinkind vor dem Süssigkeitenregal.

    Und wat mich besonders an diesen bescheuerte „Vermeidungsgebrabbel“ anmeiert……..die europäische Liberalisierung der Energiemärkte macht die deutsche Energiewende zur Lachnummer, Erklärung folgt.
    MfG
    H.E.

  44. In Spektrum.de: „Die Risiken wurden weichgespült“

    Wolfgang Cramer, der zusammen mit Hans von Storch und zwei weiteren Klimaforschern, die Expertenkommission der acatech verlassen hatte, erläutert seine Gründe.

    Die Kommentarfunktion ist eingeschaltet, allerdings wird dort moderiert. In einem anderen Beitrag bei Spektrum.de hatte ich schon heute morgen einen Kommentar geschrieben, der bis jetzt noch nicht frei geschaltet ist (Urananreicherung „Billig und politisch hochbrisant“). Das könnte allerdings an einem Link liegen, der in meinem Kommentar enthalten war. Ich warte mal noch bis morgen, dann bringe ich ihn hier, habe den Kommentar noch abgespeichert.

  45. Interessantes Interview in Spektrum.de mit dem Chef von Acatech, Reinhard Hürttl, über den Zwist wegen des Positionspapiers »Anpassungsstrategien in der Klimapolitik«. Hier sind ja Wolfgang Cramer, Hans von Storch, Paul Becker und Jürgen Schmid wegen der Person Fritz Vahrenhold ausgestiegen:

    Wie stellte sich aus Ihrer Sicht der Rückzug der vier Wissenschaftler dar?

    Auslöser des Konflikts waren Formulierungen in einem früheren Entwurf der Studie über die Bewertung der physikalischen Klimaforschung. Auf einer Sitzung der 39-köpfigen Projektgruppe im Mai 2012 sollte dieser Entwurf diskutiert werden. Die vier Wissenschaftler sind dazu nicht erschienen und haben ihre Einwände schriftlich geliefert. Die Projektgruppe hat die Desiderate der vier Forscher in den Text eingearbeitet. Umso überraschter waren wir, als sie im August endgültig den Austritt aus der Gruppe erklärt haben. In einem Brief schrieben sie, dass sie ihre Position nach der Urlaubsphase erläutern wollten und bei anderer Gelegenheit gerne wieder mit acatech in die Diskussion einsteigen würden. Dies ist leider nicht geschehen.

    Gab es keine Chance, den Konflikt beizulegen?

    Ich habe mich persönlich sehr dafür eingesetzt, die vier Kollegen wieder in die Projektgruppe zu holen und seit Mai intensive Abstimmungsgespräche mit allen Beteiligten geführt. Nach ihrem Austritt habe ich den vier Wissenschaftlern angeboten, eine Kommentierung als Anhang zu unserer Position zu veröffentlichen, und sie außerdem zur Podiumsdiskussion im Rahmen der Abschlussveranstaltung eingeladen – alle Gesprächsangebote wurden bislang abgelehnt.

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