Und täglich grüßt das Murmeltier: Stefan Rahmstorf und der „versiegende“ Golfstrom

26. März 2015 | Von | Kategorie: Artikel, Climategate, Daten, Klimawandel, Medien, Ökologismus, Ökologistische Mythen, Profiteure, Wissenschaft

Rahmstorf-LemmingeWas ist los im Nordatlantik mit dem Golfstromsystem? Das fragt gerade mal wieder der Klimaforscher Stefan Rahmstorf in seinem Blog, der KlimaLounge.

Die These: Der grönländische Eisschild schmilzt infolge der globalen Erwärmung, dadurch wird das Meerwasser verdünnt und süßer. Die Dichte des Meerwassers nimmt ab, es wird also leichter. Damit sinkt es im Nordatlantik weniger stark ab und das ozeanische Förderband befördert als Folge weniger warmes Oberflächenwasser über den Golfstrom und Nordatlantikstrom nach Norden. Der Nordatlantik kühlt daraufhin ab. So lautet zumindest die These von Stefan Rahmstorf.

Im Jahr 1999 hat der deutsche Kilma-Forscher am PIK, Stefan Rahmstorf, den mit einer Million Dollar dotierten “Jahrhundertpreis” der amerikanischen James-S-McDonnel-Stiftung für seine Arbeit zur Berechnung des Klimawandels durch die Veränderungen des Golfstroms erhalten. Rahmstorf hatte postuliert, dass schon eine recht kleine Erwärmung der globalen Temperaturen zwangsläufig zu einem geänderten Fluss oder gar zum Umkippen der “Klimamaschine Golfstrom” führt.

Stefan Rahmstorf, Süddeutsche Zeitung, 3./4. Juli 1999
 Stefan Rahmstorf, 52. Deutscher Geographentag Hamburg 1999 (Lokal verankert – weltweit vernetzt. Seite 70):

“Wahrscheinlich wird sich die Atlantikströmung in den kommenden Jahrzehnten spürbar abschwächen – darin stimmen die Simulationen der verschiedenen Institute weitestgehend überein.”

Dann das „Dementi“.

bild der wissenschaft 25.07.2001:

Spezial: Klimaforscher Stefan Rahmstorf stellt klar: Versiegen des Golfstroms ist keineswegs wahrscheinlich

Der Potsdamer Klimaforscher Stefan Rahmstorf stellt auf seiner Homepage klar, dass ein Versiegen des Golfstroms innerhalb der nächsten Jahrzehnte und ein damit verbundenes Absinken der Temperaturen in Europa keineswegs wahrscheinlich ist. „Selbst unter den schlimmsten Annahmen zeigt unser Modell frühestens nach dem Jahr 2100 eine Abkühlung in Europa“, schreibt Rahmstorf.

Dann das „Dementi“ vom „Dementi“:

KlimaLounge: Golfstrom und Wahrheit, 7. September 2012:

Summa summarum kann man also aus diesen recht breit abgestützten Einschätzungen folgern, dass das Risiko eines Umkippens der Nordatlantikströmung unter Experten zunehmend pessimistischer eingeschätzt wird. Das entspricht auch meiner eigenen Einschätzung, die ebenfalls im Laufe meiner Arbeit an dem Thema pessimistischer geworden ist. … Nach aktuellem Stand erscheint das Risiko eher größer, als wir es vor zehn oder fünfzehn Jahren gesehen haben.

Nun hat Stefan Rahmstorf mit seinem Kumpel und Forscherkollegen Michael Mann, dem Erfinder des legendären “Hockey-Stick”, eine Temperaturrekonstruktion in der Zeitschrift Nature Climate Change basierend auf Proxydaten publiziert, die dem „Hockey-Stick“ im umgekehrter Form gleicht. Daraus schließt er auf die Strömungsgeschwindigkeit im Nordatlantik und schlussfolgert, dass …

… die Schwäche der Strömung ab 1975 mit mindestens 99-prozentiger Wahrscheinlichkeit einmalig seit mehr als eintausend Jahren ist.

Die 3000 Messstationen/ Messbojen im Nordatlantik, welche die Strömung direkt messen und keine Abschwächung zeigen, werden hingegen nicht zu Rande gezogen.

Auch Kollegen, wie Michael Hofstätter von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) und Martin Visbeck vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, welcher selbst in der KlimaLounge von Rahmstorf schreibt, sehen Rahmsorfs Schlussfolgerungen kritisch. Rudolf Kipp hatte hier bereits berichtet.

Auf einen wesentlichen Punkt im Golfstromsystem hatte auch schon der Klimaforscher Carl Wunsch in der Zeitschrift NATURE im Jahr 2004 aufmerksam gemacht. Nämlich, solange der Wind weht, der den Golfstrom antreibt und die Erde rotiert, solange wird er auch nicht versiegen. Abgeschwächt werden kann nur der verlängerte Arm des Golfstroms, der Nordatlantikstrom, wenn im Nordatlantik weniger Wasser absinkt:

Gulf Stream safe if wind blows and Earth turns

Sir — Your News story “Gulf Stream probed for early warnings of system failure” (Nature 427, 769; 2004) discusses what the climate in the south of England would be like “without the Gulf Stream”. Sadly, this phrase has been seen far too often, usually in newspapers concerned with the unlikely possibility of a new ice age in Britain triggered by the loss of the Gulf Stream. European readers should be reassured that the Gulf Stream’s existence is a consequence of the large-scale wind system over the North Atlantic Ocean, and of the nature of fluid motion on a rotating planet. The only way to produce an ocean circulation without a Gulf Stream is either to turn off the wind system, or to stop the Earth’s rotation, or both. Real questions exist about conceivable changes in the ocean circulation and its climate consequences. However, such discussions are not helped by hyperbole and alarmism. The occurrence of a climate state without the Gulf Stream any time soon — within tens of millions of years — has a probability of little more than zero.

Carl Wunsch
Earth, Atmospheric and Planetary Sciences,
Massachusetts Institute of Technology,
77 Massachusetts Avenue, Cambridge,
Massachusetts 02139, USA

Das ist auch Stefan Rahmtorf bekannt. Im Jahr 2007 schilderte er noch in der Welt:

„Solche Schwankungen sind völlig normal“, erklären unisono Professor Jürgen Willebrand und sein Kollege Professor Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Diese kurzzeitigen Variationen fallen in der Tat groß aus. Verantwortlich dafür sind atmosphärische Schwankungen, die „Nordatlantische Oszillation“. Mal sind die Druckgegensätze zwischen Islandtief und Azorenhoch stark ausgeprägt, mal schwächer. Im ersten Fall wehen die Westwinde über dem Atlantik besonders heftig. Sie treiben dann mehr Tiefdruckgebiete vor sich her und bringen mehr Regen. Mit einiger Verzögerung reagieren auch die Meeresströmungen, und der Nordatlantikstrom bringt mehr warmes Wasser.

Zur Nordatlantische Oszillation (NAO) habe ich diesbezüglich eine Übersichtsabbildung erstellt:

Rahmstorf-NAO3

Ganz oben wird die Kälteanomalie im Nordatlantik gemäß Rahmstorf gezeigt. Darunter der Einflussbereich der NAO im Nordatlantik. Darunter wie sich die Westwinddrift, die warmes Oberflächenwasser in den Nordatlantik bringt, in der positiven (starken) und negativen (schwachen) Phase der NAO verhält. Und ganz unten, wie sich die Winterwerte der NAO seit 1950 verändert haben. Seit ca. 1990 ist eine Abnahme zu verzeichnen.

UPDATE 27.03.2015: Windgetriebene Strömungen im Nordatlantik und NAO

Golfstrom

UPDATE 30.03.2015: Eine ergänzende Erklärung von der Meteorologin „Sylke Mayr“

Seit vielen Jahren ist in der Meteorologie und eben auch der Klimatologie längst bestens bekannt, dass es hier südlich von Grönland eine negative T Anomalie gibt und zwar aus einem recht trivialen Grund: es kam zu einer Häufung von Zyklonen in dieser Region, welche A polare Luftmassen in das Tief saugen und B die Meeresoberfläche wegen der stärkeren Winde besser durchmischen. Das erklärt die Abkühlung vollständig.

Islantief-Zyklone

UPDATE 30.03.2015: Stefan Rahmstorf zum „Versiegen“ des Golfstroms im Jahr 2000

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21 Kommentare
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  1. Ich frage mich immer wieder, wieso in ein Institut wie das PIK soviel Geld investiert wird, wenn dabei nichts Produktives herauskommt. Bezahlt die Bundesregierung das PIK als Lobbyagentur für die staatliche Agenda?
    Wer bestimmt darüber, ob Rahmstorf seinen Platz behalten darf und wieviel er da verdient? Irgend jemand muss sich doch ab und zu Gedanken darüber machen, spätestens bei jeder anstehenden Lohnrunde.
    Steve McIntyre bezeichnet diese Studie als „Dreck“ (!): http://feedly.com/i/subscription/feed/http://www.climateaudit.org/?feed=rss2

  2. Korrektur des Links: http://climateaudit.org/2015/03/25/reductio-ad-mannium/

  3. Zu den verwendeten Proxies hat sich Steve McIntyre bereits hier kurz und knapp geäußert:

    Rahmstorf and Mann’s results are not based on proxies for Atlantic current velocity, but on a network consisting of contaminated Tiljander sediments (upside-down or not), Graybill’s stripbark bristlecone chronologies, Briffa MXD series truncated to hide-the-decline and hundreds of nondescript tree ring series statistically indistinguishable from white noise. In other words, they used the same much-criticized proxy network as Mann et al 2008-9. It’s hard to understand why anyone would seriously believe (let alone publish in peer reviewed literature) that Atlantic ocean currents could be reconstructed by such dreck, but Rahmstorf et al 2015 stands as evidence to the contrary.
    [..]
    Only one thing can be surmised from Rahmstorf and Mann’s claim that the Mann et al 2008-9 network can be used to reconstruct not just NH temperature, but also SH temperatures and now Atlantic Meridional Overturning Circulation: using Mannian RegEM with the Mann et al 2008-9 network of 1209 “proxies”, one can probably “reconstruct” almost anything. Are you interested in “reconstructing” the medieval Dow Jones Index? Or medieval NFL attendance?

    Das englische „dreck“ ist genau das im Deutschen, wonach es sich anhört:: Dreck, Müll, Mist !
    😀

  4. Nachtrag:
    Golf- / NA Strom scheint so was wie eine Obsession vom Klimapaniker zu sein. 😀

  5. Festzuhalten ist, dass bis heute weder ein theoretischer noch ein empirischer Beleg für die Wahrheit der „anthropogenic global warming“-Hypothese existiert. Aber es existiert wohl keine andere naturwissenschaftliche Disziplin, in der physikalische Gesetzmäßigkeiten seit vielen Jahren mit Füßen getrampelt werden. Die Klimaforschung ist zur Hure der Politik verkommen. Auf dieses hingewiesen zu haben, hat sehr viel mit Verantwortung zu tun.

  6. Gut beobachtet! Wie kommt dieser HS zustande? In R/M 2015 wird ein bis dahin nicht benutzter Index benutzt: AMOC= SST spg -- Tnh wobei SSTspg die Oberflächentemperaturen im subpolaren Wirbel (gyre, SPG) sind und Tnh die Temperaturen der Nordhemisphäre. Die Subtraktion von Tnh findet man in keiner Literatur zum Thema, dort nämlich sehr oft den Hinweis auf die SST/SSH ( Meeresoberflächenhöhe) im SPG als alleinigen Fingerprint der AMOC. ( Vgl. z.B. https://usclivar.org/sites/default/files/meetings/Zhang_R_presentation.pdf ; http://folk.uib.no/ngfhd/Papers/hatun_etal_2005.pdf; http://www.ocean-sci-discuss.net/8/353/2011/osd-8-353-2011.pdf ; http://link.springer.com/article/10.1007%2Fs00382-014-2443-7 ; ). Die Subtrakrion von Tnh ( in der Arbeit kaum stichhaltig begründet) führt zu einem abwärts- HS auch weil dafür die Rekonstruktion von Mann (2008) benutzt wurde, die selbst ein HS- Muster darstellt. Das Ergebnis der Arbeit lässt sich damit gut zusammenfassen.

  7. PS: Die Anmerkung „gut beobachtet“ bezog sich auf dieses Zitat aus dem Artikel:

    „Nun hat Stefan Rahmstorf mit seinem Kumpel und Forscherkollegen Michael Mann, dem Erfinder des legendären “Hockey-Stick”, eine Temperaturrekonstruktion in der Zeitschrift Nature Climate Change basierend auf Proxydaten publiziert, die dem “Hockey-Stick” im umgekehrter Form gleicht.“

    Leider beherrschte ich das quoten nicht … 😉

  8. Hallo Herr Krüger,

    ich habe das hier gefunden:

    Evidence for a sudden slowdown in Atlantic overturning around 1970

    Rahmstorf, Stefan; Schaffernicht, Erik; Feulner, Georg; Mann, Michael
    EGU General Assembly 2013, held 7-12 April, 2013 in Vienna, Austria, id. EGU2013-10704
    Maps of global temperature trends over the 20th Century show a conspicuous region of cooling near the southern tip of Greenland. It has long been speculated whether this is related to a slowdown in the Atlantic meridional overturning circulation (AMOC), since a cooling patch in this area is a prime response to an AMOC slowdown in climate models. Moreover, Thompson et al. (Nature 2010) reported a sudden drop in Northern Hemisphere sea surface temperatures around 1970. We discuss multiple lines of evidence suggesting that both the cooling near Greenland and the drop in Northern Hemisphere SST are due to a sudden reduction in the AMOC starting around 1970, linked to the Great Salinity Anomaly. Since ~ 1990 the AMOC appears to be recovering. This time evolution is consistently suggested by an AMOC-index based on surface temperatures, by the hemispheric temperature difference, by coral-based proxies and by oceanic measurements. We relate this sudden slowdown to the melting history of the Greenland Ice Sheet. Using multi-proxy temperatures in the AMOC-index suggests that the sudden AMOC decline from 1970-1990 is an unprecedented event in the past millennium.

    Vielleicht können Sie das deuten. Ich kann es noch nicht.
    Es scheint ein Konferenzbeitrag zu sein veröffentlicht in Gepphysical Research Abstracts

  9. @Heß

    NAO, THC/ AMOC und AMO hängen zusammen und zeigen natürliche Schwankungen und Zyklen. Mit der Eisschmelze in Grönland der letzten Dekaden hat das meiner Meinung nach nicht viel zu tun. Eher mit der Westwinddrift. Der Golfstrom rezirkuliert auch und es kann dadurch zur Abschwächung des Nordatlantikstroms kommen.

    http://marine.coastal.edu/gulfstream/path.jpg

    Weiß jeder Ozeanograph, nur Herr Rahmstorf anscheinend nicht. Die Oberflächenströmungen sind windgetrieben. Das bisschen zusätzliche Schmelzwasser von Grönland verringert zudem die Dichte des Meerwassers nur geringfügig. Temperaturschwankungen wirken sich auf die Dichte des Oberflächenwassers viel stärker aus.

  10. @Günter Heß #8
    Darauf aufbauend (2013) hat er dann das Paper erarbeitet und im Juli 2014 eingereicht -- siehe auch die 4 Autoren, die im aktuellen Paper auch vertreten sind.
    Was nach meinem Verständnis am meisten kritisiert wird ist die Verwendung gewisser Proxies von M. Hockeystick .

  11. Rahmstorfs „Hide the decline“ wurde bereits entlarvt: http://climateaudit.org/2015/03/28/rahmstorfs-first-trick/.
    So etwas dürfte doch einem ernsthaften Wissenschaftler nicht passieren: Datenreihen dort zu unterschlagen, wo sie die Thesen falsifizieren.

  12. mittlerweile sollte eigentlich allen klar sein, dass wenn Rahmstorf oder ein m. Mann etwas publizieren, es ausschließlich apokalyptische Mutmaßungen beinhaltet. Seien es die „Stöpsel“ in der Antarktis etc.

    Nun der nächste Unsinn. seit vielen Jahren ist in der Meteorologie und eben auch der Klimatologie längst bestens bekannt, dass es hier südlich von Grönland eine negative T Anomalie gibt und zwar aus einem recht trivialen Grund:
    es kam zu einer Häufung von Zyklonen in dieser Region, welche A polare Luftmassen in das Tief saugen und B die Meeresoberfläche wegen der stärkeren Winde besser durmischen. Das erklärt die Abkühlung vollständig, genau so wie die Erwärmung stromabwärts bzw. aufwärts.
    Nur ein Schwachkopf oder/und eben ein besessener Fanatiker und Modellverliebter Rahmstorf kann so naiv sein und glauben, dass die Schmelzwassereinträge von Grönland für diese Anomalie verantwortlich sein könnten. Zumal der Bereich genau genommen viel zu weit von den Ablationen entfernt ist! und der Ast des Golfstromes hinter diesem Bereich ganz normal weiter strömt und die nördlichen Regionen im Atlantik erwärmt. Rahmstorf scheint mittlerweile sogar den Hausverstand verloren zu haben, bei M. Mann weiß man das ja schon länger.

    Rahmstorf zensiert freilich wie so oft alle kritischen Kommentare in seiner geschützten Werkstätte, selbst wenn diese beinahe unangemessen höflich formuliert und hinterlegt werden. Dieser krankhafte Klima Alarmismus nimmt beim PIK tatsächlich klinisch chronische Formen an.

  13. @Sylke Mayr #12
    Weil es beim PIK noch nie um die Klima-Wissenschaft ging, sondern nur um die Gier von Machteinfluss und Geld. Da steht das PIK in einer Reihe mit den NGOs Mafiagrößen von Greenpeace, WWF, BUND, Attac usw.

  14. @Micha
    Grad bei EIKE gefunden…..

    Die Ergebnisse von Mann und Rahmstorf basieren nicht auf Proxys für die Geschwindigkeit atlantischer Strömungen, sondern auf einem Netzwerk unter Einschluss kontaminierter Tiljander-Sedimente (verkehrt herum oder nicht), Chronologien von entrindeten Grannenkiefern von Graybill, außerdem MXD-Reihen von Briffa, gestutzt um den Rückgang zu verstecken und Hunderte undefinierbarer Baumring-Datenreihen, die statistisch ununterscheidbar sind von weißem Rauschen. Mit anderen Worten, sie verwenden das gleiche viel kritisierte Proxy-Netzwerk wie Mann et al. 2008/2009. Es ist kaum zu verstehen, warum irgendjemand ernsthaft glauben sollte (geschweige denn so etwas in einer begutachteten Zeitschrift zu veröffentlichen), dass Meeresströme im Atlantik durch solchen Dreck* rekonstruiert werden können. Aber Rahmstorf et al. 2015 stehen als Beweis für das Gegenteil.

    Ist da was dran?
    Hatta wieder diese dämlichen Proxys benutzt?
    H.E.

  15. @Mayr

    seit vielen Jahren ist in der Meteorologie und eben auch der Klimatologie längst bestens bekannt, dass es hier südlich von Grönland eine negative T Anomalie gibt und zwar aus einem recht trivialen Grund:
    es kam zu einer Häufung von Zyklonen in dieser Region, welche A polare Luftmassen in das Tief saugen und B die Meeresoberfläche wegen der stärkeren Winde besser durmischen. Das erklärt die Abkühlung vollständig

    Danke für die Info. Die Winde sind auch meiner Meinung nach die Ursache. Das mit der Häufung der Zyklone hatte ich aber noch nicht gewusst. Werde dem gleich mal nachgehen.

  16. Man schaue sich mal die neuen Artikel bei CA an:
    Rahmstorfs first trick

    In any article by Mann and coauthors, it is always prudent to assume that even seemingly innocent choices use up a researcher degree of freedom – to put it nicely. For example, Rahmstorf et al focus on their “AMOC index” in the period ending 1995 and show their AMOC index up to as shown below

    Rahmstorfs second trick

    The Rahmstorf et al reconstruction commences in AD900 even though the Mann et al 2009 reconstruction goes back to AD500. Once again, this raises the obvious question: why didn’t Rahmstorf show values before AD900? Are these results adverse to his claims? Once the question is posed, you can guess the answer.

  17. Dieser Blick … wie hieß der Pilot noch?

  18. @Heinz

    Hatta wieder diese dämlichen Proxys benutzt?

    Ja, hatta. Baumringe und Korallen und Eiskerne.

  19. …und hier gleich der nächste Tiefschlag für Rahmstorf:

    https://www.ethz.ch/de/news-und-veranstaltungen/eth-news/news/2015/03/klimawandel-kaelte.html

    „Klimawandel führt nicht zu Winterextremen“, ETH Zürich -- das arme PIK, wenn das Mutti erfährt.

  20. @ Krüger 15,

    ja, Tröge um genauer zu sein, aber zyklonale Strömungsmuster ist auch ok, also „Tiefs“…ich muss selbst nach Lit. gucken, falls gewünscht, jedenfalls war und ist das seit langem nicht nur Stoff der Vorlesungen an den Instituten, sondern längst gängige und robuste Lehrmeinung. Auch weil zumindest die Zustände der Atmosphäre sowie die Oberflächen T in dieser Region ja doch seit mind. 40-50 Jahren sehr gut erfasst sind…

  21. Einfach mal selbst Messwerte aus Eisbohrkernen, Baumringen, Korallen sowie die Ablagerungen auf dem Boden von Seen und Ozeanen nehmen und sich mit dem Thema wissenschaftlich auseinandersetzen. !
    Ablabern und die Arbeiten Anderer u kritisiern kann doch jeder !
    Ist doch klar, das dieses Thema immer ein wenig Glaskugelrubbeln bleibt.

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