“Versauerung” der Meere: Reale Bedrohung, oder nicht mehr als Panikmache?

22. Oktober 2014 | Von | Kategorie: Artikel, Daten, Klimawandel, Wissenschaft

sauerBei EIKE ist gerade wieder eine heiße Debatte zwischen Klimaschützern und Klimaspektikern über die sogenannte „Versauerung“ der Ozeane entbrannt. Die Klimaschützer machen darauf aufmerksam, dass durch den CO2-Eintrag der pH-Wert der Ozeane sinkt und diese dadurch saurer werden und das sich negativ auf die Meeresfauna auswirkt. Die Klimaskpetiker weisen hingegen darauf hin, dass die Ozeane einen pH-Wert um 8 haben und damit basisch und nicht sauer sind und dieses auch so bleiben wird. Weiter wird behauptet: „Dabei ist die Behauptung der angeblichen pH-Wert-Reduzierung eine nicht minder unseriöse Behauptung. Denn es gibt kein globales pH-Messnetz, das es erlauben würde, eine solche Behauptung zu belegen.“ Oder: „Es gibt keine Versauerung sondern – und auch das nur mutmaßlich, weil die Messungen sowohl zeitlich als auch örtlich viel zu lückenhaft sind – nur eine geringe Verminderung des pH-Wertes.“ Ich denke auch hier ist mal wieder Aufklärungsarbeit von Nöten.

Vorweg erst einmal: Natürlich gibt es ein globales pH-Messnetz, denn seit Jahrzehnten befahren Forschungsschiffe Jahr für Jahr die Weltmeere und nehmen dabei mit Wasserschöpfern Wasserproben, anhand derer und/ oder mit zusätzlichen pH-Sensoren der pH-Wert bestimmt wird. Und das von der Meeresoberfläche bis zum Meeresboden. Dabei stellt sich heraus, dass der pH-Wert in den Weltozeanen sinkt, diese also saurer werden.

Nun zum Thema, der „Ozeanversauerung“: Ein wichtiges Thema in der Argumentation zu den negativen Auswirkungen des CO2-Anstiegs, ist dessen verstärkte Aufnahme im Meer, wodurch der pH-Wert des Meerwassers fallen und dadurch zahlreiche Kleinstlebewesen, die Kalkschalen und Kalkskelette bilden, verschwinden und mit diesen auch die Korallengebiete der Meere bedroht seien. Inwieweit diese Befürchtungen berechtigt sind, möchte ich hier diskutieren.

pH-Wert

Der pH-Wert gibt die Stärke einer sauren, bzw. basischen Wirkung in einer wässrigen Lösung an. Er wird als logarithmische Größe in dem Skalenfeld 0 – 14 angegeben. Der Mittelwert “7“ gilt als neutral. Werte > 7 werden als basisch bezeichnet. Was viele nicht wissen: Meerwasser ist mit einem Wert von 7,5 – 8,4 nicht sauer, sondern leicht basisch.

Während sich das CO2 in der Atmosphäre weitestgehend chemisch neutral verhält, also nicht mit anderen Gasen reagiert, ist es im Ozean chemisch aktiv. Gelöstes CO2 trägt zu einer Absenkung des pH-Wertes bei. Das Meer wird weniger alkalisch, oder relativ gesehen “saurer”.  (Zur Ergänzung diese Abbildung).

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Nach einer von der britischen Royal Society veröffentlichten Studie, die einen vorindustriellen pH-Wert des oberflächennahen Meerwassers von durchschnittlich 8,25 annimmt, soll sich der pH-Wert auf den heutigen Wert von durchschnittlich 8,14 verringert haben, also um 0,11 Einheiten.

delta-pH

Wenn die weltweiten Kohlendioxid-Emissionen unverändert weiter ansteigen, so schätzen Kieler Wissenschaftler, dass der pH-Wert des Oberflächenwassers der Meere um weitere 0,4 Einheiten bis zum Jahr 2100 absinken könnte.

pH-Kiel

Ein anderes Modell aus den USA prognostiziert eine Erniedrigung des Oberflächen-pH-Wertes um 0,7 Einheiten bis in den Zeitraum 2250-2750 AD.

ph-modell

Weitere Jahrhunderte wird es dauern, bis die „Versauerung“ des Oberflächenwassers durch Mischprozesse in abgeschwächter Form den tiefen Ozean erreicht. Also ein äußerst langwieriger Prozess, der mit der Tiefe gepuffert wird und über Jahrhunderte abläuft. Das sagen zumindest die aktuellen Modelle.

Löslichkeit von Kalk im Ozean

Entscheidend für die Bildung von Kalkschalen und Kalkskeletten der Kleinstorganismen ist die Löslichkeit von Kalk in den Ozeanen. Kalk kann sich nur in einer Kombination aus basischem Umfeld, niedrigem Druck und höheren Temperaturen bilden. In jeder Meeresgegend gibt es so eine bestimmte Tiefe bis zu der sich Kalk bilden kann (der so genannte Sättigungshorizont, oder die so genannte “Schneefallgrenze”), darunter löst er sich auf. Heute liegt dieser so genannte Sättigungshorizont, in welchen sich Kalk bilden kann, in Bereichen zwischen 0,5 und 2,5 km Meerestiefe. In warmen Meeren nahe des Äquators bildet sich Kalk leichter, in kalten Meeren nahe den Polen weniger, dort ist auch der Sättigungshorizont am wenigsten tief.

Scheefallgrenze-Kalk

Zwei Formen der Kalkablagerungen werden unterschieden: das Kalzit (Sättigungshorizont 1,5-5 km) und das weniger stabile Aragonit, dessen Sättigungshorizont näher zur Meeresoberfläche liegt (0,5-2,5 km). Die Korallen der südlichen Ozeane und die Meeresschnecken bestehen aus Aragonit.

Es wird nun befürchtet, dass sich durch den zunehmenden Eintrag von CO2 und der damit verbundenen vermehrten Aufnahme in Wasser (CO2 kann solange im Wasser aufgenommen werden, bis beide den gleichen Partialdruck haben, was noch lange nicht der Fall ist), der pH-Wert abgesenkt wird und damit auch der Sättigungshorizont angehoben wird, was zur Zerstörung der Kleinstlebewesen und Korallenbänke führt. Wie sieht aber die Realität aus?

pH-Wert der Welt-Ozeane

Der pH-Wert der Weltozeane weist keinen konstanten Wert auf, sondern schwankt stark, sowohl regional, als auch mit der Tiefe und damit auch die Tiefenlage des Sättigungshorizonts. An diese natürlichen Schwankungen sind die Meeresorganismen gut angepasst.

pH-Oceans

Das Europäische Nordmeer zwischen Grönland, dem Nordkap und Spitzbergen weist den höchsten pH-Wert auf, ist also von allem Meerwasser am basischsten. Den niedrigsten Wert findet man dagegen im tropischen Ostpazifik vor der Küste Mittelamerikas (ein besonders nährstoffreiches und fischreiches Auftriebsgebiet).

Die Ursachen

Die Theorie der “Versauerung” der Meere betrachtet, wie i.ü. auch die anderen Theorien der treibhausgasbasierten Erwärmung nur eine Ursache (den anthropogenen CO2-Eintrag), unter der Prämisse, dass alles andere gleich bleibt. Aber ist das wirklich so?

Der pH-Wert des Wassers wird nicht nur von der Löslichkeit des CO2 bestimmt, sondern auch noch von der Temperatur, dem Salzgehalt und diversen weiteren Wechselwirkungsprozessen.

Mit einer “Versauerung” des Meerwassers (durch mehr CO2-Eintrag) verschiebt sich der Sättigungshorizont zum einem nach oben. Zum anderem verschiebt sich mit einer Erwärmung des Meerwassers der Sättigungshorizont nach unten. Die Effekte wirken also genau entgegengesetzt. Eine steigende Temperatur des Meerwassers und dies wird ja immer von den Verfechtern des anthropogenen Klimawandels angeführt, “puffert” also den Rückgang des pH-Wertes. Reduziert sich der pH-Wert des Meerwassers, so wird zudem aus den Bodenschichten Kalk gelöst, der den pH-Wert wieder ansteigen lässt.

Auch das Lösen von Salzen in Wasser kann sich auf den pH-Wert auswirken. Verändert das Salz den pH-Wert nicht, spricht man von neutralen Salzen. Zu den neutralen Salzen zählt auch das Natriumchlorid, woraus Meersalz zum überwiegenden Anteil besteht. Andere Salze heben oder senken den pH-Wert. Man spricht von basischen oder sauren Salzen.

Des Weiteren sind die Partialdrücke von CO2 in Luft und Wasser für die CO2-Löslichkeit entscheidend. Diese befinden sich nicht im Gleichgewicht. Vielmehr ist der Ozean in den Tropen bezüglich CO2 tendenziell übersättigt, in höheren Breiten untersättigt.

Partialdruck-CO2

Auch die Bioproduktivität, sowie Winde, Meeresströmungen, Auftriebs- und Abtriebsgebiete wirken sich auf den pH-Wert der Welt-Ozeane aus. Eine wesentliche Quelle von CO2 in der Tiefsee ist die bakterielle Zersetzung organischer Materie. Der größte Teil dieser Zersetzung erfolgt bereits in der Wassersäule, ein gewisser Anteil sinkt zum Meeresboden. Je mehr organisches Material in der Wassersäule und am Meeresboden verwest, desto “saurer und aggressiver” verhält sich das Wasser. Da dieser Effekt über die Zeit akkumuliert, wirkt altes Bodenwasser “aggressiver”. Über das globale Zirkulationsband der Welt-Ozeane breitet sich das im Nordatlantik absinkende Wasser, welches das Tiefenwasser bildet, bis in den Nordpazifik aus. Dort findet sich somit das “älteste und aggressivste” Wasser. Das Tiefenwasser verhält sich auch dort besonders “agressiv”, wo viel Biomasse in der photischen (lichtreichen) Zone erzeugt wird und dementsprechend mehr organisches Material in die Tiefsee vertikal exportiert wird.

Es gibt also viele Einflussfaktoren, die sich auf den pH-Wert und den Sättigungshorizont für Kalk in den Weltmeeren auswirken. Der anthropogene Eintrag von CO2 ist nur einer. Das sich auch unter hohen atmosphärischen CO2-Konzentrationen Lebewesen mit Kalkschalen und Kalkskeletten und Riffe bilden können und konnten, lehrt uns die Erdgeschichte.

Was wir aus der Erdgeschichte lernen können

Ein Blick zurück in die Erdgeschichte zeigt, was es mit der Aussage, der anthropogene Eintrag von CO2 in Meerwasser, würde die Korallenriffe und ganze Ökosysteme zerstören, auf sich hat.

Im Trias (vor rund 240 Millionen Jahren) entstand der so genannte Muschelkalk („Kalk der Muschelschalen enthält oder aus Muschelschalen aufgebaut ist“). Nach ihm ist die mittlere der drei lithostratigraphischen Gruppen der Germanischen Trias benannt. Das Norddeutsche Becken (Germanische Becken) bildete seinerzeit ein flaches, 200 bis 300 Meter tiefes, damals äquatornah gelegenes Meer (das Muschelkalkmeer).

Muschelkalkmeer

Es herrschten Temperaturen vor, die einige Grad über der heutigen lagen. Die fossile Lebenswelt des Muschelkalkmeers (wie Schwämme, Korallen, Armfüßer, Muscheln, Schnecken, Kopffüßer, Krebse, Seesterne, Seelilien, Haifische, Knochenfische, Meeresechsen) weist auf tropisch warme Verhältnisse hin. Zunächst einmal also ideale Bedingungen für Lebewesen die Kalkschalen und Kalkskeletten bilden können.

Muschelkalk

Allerdings hat der CO2-Gehalt der Atmosphäre in der “Muschelkalk-Zeit” rund 1.500 ppm (CO2-Teile pro eine Million Luftteilchen) betragen, was in etwa dem vierfachen des heutigen Gehaltes entspricht. Eigentlich hätte infolge einer “Versauerung” der Meere, also kein Muschelkalk im heutigen Deutschland gebildet werden können.

Die “Muschelkalk-Zeit” belehrt uns aber eines Besseren. Kalkalgen und Korallen bauen mächtige Riffe auf (z.B. der kalkigen Ostalpen). Die ehemals 1000 km breiten Riffgebiete wurden bei der Bildung der Alpen auf 150 km zusammengepresst und in luftige Höhen gehoben. Aus dieser Zeit gibt es viele versteinerte Uferzonen zu finden. Rippenmarken, die durch die Wellenbewegungen entstanden sind, haben sich in versteinerter Form bis heute erhalten. In Deutschland und ganz besonders bei Würzburg im Maintal ist der Wechsel vom roten Buntsandstein zum strahlend weißen Kalksteinfelsen zu beobachten.

Ein weiteres Beispiel in erdgeschichtlicher Zeit liefert das Paläozoikum (Kambrium bis Perm/ der Zeitraum von ca. 542 Millionen Jahre bis ca. 251 Millionen Jahre vor heute). Im Paläozoikum lag der CO2-Gehalt der Atmosphäre zumeist um ein Vielfaches höher als heute, trotzdem gab es ausgedehnte Korallenbänke. Die größten jemals aufgetretenen Riffgebiete gab es im Devon, einer Zeit in dem der CO2-Gehalt der Atmosphäre rund 2.000 ppm betragen hat, was in etwa dem fünffachen des heutigen Gehaltes entspricht.

devonmeer

Während des Devon (vor rund 370 Millionen Jahren) war ein großer Teil Europas einschließlich des Bereichs der heutigen Eifel bis weit in den Aachener Raum von einem flachen, 100 bis 200 tiefen, damals äquatornah gelegenen Meer bedeckt, dem Devonmeer. Das Klima war warm. Die Klimaverhältnisse waren mit denen der heutigen Südsee vergleichbar.

devonriff

Der hohe Kalkgehalt des warmen Meerwassers begünstigte das Wachstum von Lebewesen, die auf Kalk angewiesen waren: Muscheln, Krebse, Trilobiten, Brachiopoden, Schnecken und Tintenfische sowie Schwämme und Korallen. Im flacheren Bereichen des Meeres entstanden Lagunen und Korallenriffe. Von vielen dieser Tiere, die im Devonmeer lebten, sind teils heute noch die harten Kalkteile erhalten, z.B. die Schalen von Muscheln oder Brachiopoden, die Gehäuse von Schnecken oder die Stützskelette von Korallen und Stromatoporen. Als sich am Ende des Devons vor 359 Millionen Jahren das Land durch gewaltige tektonische Kräfte hob und das Devonmeer zurückging, faltete sich der ehemalige Meeresboden zu Gebirgszügen auf. Die dem Grund des Meeres aufsitzenden Stromatoporen- und Korallenriffe und die abgelagerten Kalkschlämme wurden duch den Druck der Gebirgsbildung und durch die dabei entstehenden Temperaturen zu festem Kalkstein. Im Aachener Raum erreichen die devonischen Kalke Mächtigkeiten von 600 bis 800 m.

Die Geschichte der Paläoozeane

Treibhausgase, CO2-Austoß, steigende Temperaturen in Ozean und Atmosphäre – klingt aktuell, muss es aber nicht sein: Ausgeprägte Warmphasen hat es in der Geschichte unseres Planeten schon häufiger gegeben. Wer allerdings im Klimaarchiv der Erde blättern will, das sich in den Sedimenten am Meeresboden Kapitel für Kapitel angesammelt hat, der muss manchmal tief bohren.

So geschehen vor der westafrikanischen Küste bei Namibia, wo James Zachos von der Universität von Kalifornien und sein Team mit dem Bohrschiff “Joides Resolution” fünf Sedimentkerne erbohrten, die eindeutig von einer historischen Erwärmung zeugen. Der so gewonnene fossile Meeresboden wurde vor ungefähr 50 bis 55 Millionen Jahren abgelagert und beinhaltet den Übergang vom Paleozän ins Eozän.

Zachos und seine Kollegen untersuchten an den fünf Kernen den Kalkgehalt. Zu Zeiten der Warmphase, in denen die Temperaturen an Land wie im Wasser um mehrere Grad höher lagen, findet sich in den Sedimenten eine charakteristische Tonschicht. Sie entstand, weil sich auf Grund der höheren Kohlendioxidkonzentrationen der Atmosphäre auch ein größerer Anteil des Treibhausgases im Wasser löste. Durch seine Reaktion mit den Wassermolekülen bildeten sich jedoch Protonen, und der pH-Wert sank. Dies wiederum führte dazu, dass die Kalkschalen der Meeresorganismen, die sich sonst als Sedimentteppich ablagerten, bereits auf ihrem Weg in die Tiefe gelöst wurden und nie unten ankamen.

Die Wassertiefe, in der das passiert, wird mit fallendem pH-Wert immer geringer. Im Laufe der Zeit aber erholte sich der Chemismus wieder, denn gleichzeitig sorgte der niedrige pH-Wert auch für einen Nachschub von gelöstem Kalk vom Meeresboden, und Verwitterungsprozesse an Land lieferten ebenfalls Minerale nach, welche die Hydronium-Ionen neutralisierten. In den Sedimentschichten zeigt sich dies als langsam steigender Kalkgehalt in den jüngeren Ablagerungen.

An den fünf Bohrkernen konnten die Forscher nun ablesen, dass die Versauerung auf geologischen Zeitskalen gesehen unglaublich schnell wirkte: In weniger als 10 000 Jahren schnellte die Auflösungsgrenze für Kalk um mehr als 2000 Meter in Richtung Wasserspiegel nach oben. Bis sie wieder tief genug lag, dass Kalkschalen ungehindert den Meeresboden erreichen konnten, vergingen dagegen mindestens 100 000 Jahre.

Für dieses Ausmaß mussten unglaubliche Massen von Kohlenstoff im Wasser gelöst gewesen sein, erklären die Forscher – weit mehr als die bislang vermuteten 2000 Gigatonnen (was in etwa den anthropogenen Emissionen über 500 Jahre hinweg von 1750 – 2250 entsprechen würde). In einer Simulation errechneten sie mehr als das Doppelte. Doch woher kamen diese gewaltigen Mengen?

Bisher nahmen Wissenschaftler an, dass freigesetztes Methan (CH4) aus gefrorenen Tiefseeablagerungen, das schnell zu Kohlendioxid oxidiert wurde, mit dazu beitrug. Das allein dürfte allerdings nicht ausgereicht haben. Sie vermuten daher nun, dass auch die Umwandlung organisch gebundenen Kohlenstoffs sowie aus untermeerischen vulkanischen Schmelzen austretende Gase und Flüssigkeiten im Nordatlantik weiteres Kohlendioxid beziehungsweise Methan lieferten.

Gehen wir noch weiter zurück in der Geschichte des Paläoozeans: Der Wandel vom Soda- zum Halit-Ozean im Proterozoikum. O2-Kurve stark vereinfacht. Nach Kempe et al. (1987), umgezeichnet aus Bahlburg & Breitkreuz (1998).

ph-ozean3

Eine nicht unumstrittene Hypothese besagt, dass der frühe Urozean stark alkalisch war (“Modell des präkambrischen Soda-Ozeans”): Das Hauptsalz des Ozeans war damals Na2CO3, der pH-Wert war relativ hoch. Das Wasser war an CaCO3 sehr stark übersättigt. Diese Theorie wird u.a. aus bestimmten Massenbilanzen von der Zusammensetzung der Erdkruste, Verwitterungsprozessen usw. abgeleitet. Der im im Proterozoikum verlaufene Wandel vom Soda- zum Halit-Ozean beinhaltet eine schrittweise Abnahme gelöster Natriumkarbonate durch Aufnahme des Meerwassers in die Porenräume der Sedimente, chemischen Austausch zwischen Meerwasser und Kruste durch Zirkulation des Wassers durch die Kruste, Subduktion und damit zusammenhängende tektonisch-magmatische Prozesse sowie biogene Reduktion zu organischem C mit anschließender Einlagerung desselben in Sedimente und Kruste.

Gleichzeitig erfolgte durch verschiedene Prozesse eine ständige Zufuhr von HCl, die den pH-Wert des Ozeans von basisch nach schwach sauer verschob, mit allen daraus abzuleitenden Folgen wie heutigem NaCl-Gehalt, verändertem pH-Wert, Oxidation von 2- zu 3-wertigem Eisen, Sulfatstabillität und – vor allem für die Lebewesen wichtig – Wechsel von Na- zu Ca- und Mg-Dominanz. Verbunden mit dieser Theorie ist auch die Meinung, dass dadurch vor ca. 550 Ma (oder etwas früher) erst die Entwicklung von Kalkschaler im Meer möglich geworden war (kambrische Explosion).

Quellen siehe hier.

P.S.: Messwerte: CO2-Anstieg in Atmosphäre und Ozean und sinkender pH-Wert im Ozean.

CO2-pH

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55 Kommentare
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  1. Ein sehr informativer Artikel, besten Dank dafür!

  2. Jetzt werden also irgendwelche Messungen und Interpretationen des „bösen CO2“ von der Atmosphäre in die Ozeane verlagert.
    Dieser CO2 Wert von 0,039% ist ja ein richtiger Tausendsasser…immer und überall da, wo es etwas Negatives zu berichten gibt.
    Das Klima soll das menschengemachte CO2 steuern, die Weltmeere versauern lassen…fehlt nur noch eine Messung, die besagt, dass das menschengemachte CO2 das Pflanzenwachstum verringert.
    Mit Messungen und Statistiken in unbekannten Größen und Prozessen lässt sich hervorragend Spekulieren und Propagieren.

  3. Kleiner Tip:
    Einfach mal einen Salzwasser-Aquarianer (einen Profi, wenns geht) befragen……..besonders, mit welchen CO2 Werten die so manchmal arbeiten……..vor Jahren hatte ick mich mal zur selben Frage intensiv beschäftigt.

    Ach übrigens….Mittelmeertemperaturen…….dat jeht von knapp 13 Grad bis (derzeit) 25 Grad hoch und runter…..nur so, als Info.

    E-O

  4. Wieder was gelernt.

    Vielen Dank für diesen hervorragenden und lehrreichen Artikel!

  5. Ich vrstehe das mit der Versauerung der Meere nicht. Ergibt nicht eine schwache Säure (Kohlensäure) und deren Salz (Karbonat, also Kalk) nicht eine Pufferlösung?

    Sieher erster Satz des Kapitels: http://de.m.wikipedia.org/wiki/Puffer_(Chemie)#Arten_von_Puffersystemen

  6. Die Klimaschützer machen darauf aufmerksam, dass durch den CO2-Eintrag der pH-Wert der Ozeane sinkt und diese dadurch saurer werden und das sich negativ auf die Meeresfauna auswirkt. Die Klimaskpetiker weisen hingegen darauf hin, dass die Ozeane einen pH-Wert um 8 haben und damit basisch und nicht sauer sind und dieses auch so bleiben wird.

    Herr Krüger,

    da werden Sie dem Geschehen aber nicht gerecht. Ist es nicht eher so, dass dort von einigen „Skeptikern“ behauptet wird, dass es die „Ocean Acidification“ nicht gibt und einige andere (gestützt auf wissenschaftliche Literatur) einwenden, dass das Quatsch ist? Und von negativer Wirkung auf die Meeresfauna ist da von „Klimaschützerseite“ keine Rede, oder habe ich was verpasst?

    Und da sie auch „Ozeane werden saurer“ schreiben … Sie reihen sich damit bei den „Klimaschützern“ ein. Das geht ja gar nicht 🙂 (das muss doch „wird weniger basisch“ heissen -- es heisst im normalsprachlichen Umgang ja schließlich auch nicht „es wird dunkler“ sondern „es wird weniger hell“, wie ich heute lernen durfte …)

    (Wenn niemand dazwischenfunkt, werden wir in den nächsten Tagen noch einen Hockeyschtick-Artikel vorgesetzt bekommen, der ganz klar zeigen wird, dass die Ozeane gar nicht saurer werden können — siehe WUWT die letzten Tage. Das wird erst ein Spass.)

  7. Im direkten Vergleich gewinnt dieser Artikel gegen den von Dr. D. E. Koelle in den Kategorien wissenschaftliche Exaktheit und solides Hintergrundwissen deutlich. Er ist darum zumindest eine äußerst lesenswerte Ergaänzung.

    Hinsichtlich der Hauptaussage sind sich die Artikel weitgehend gleich: Ein Alarmismus wegen der pH-Absenkung bleibt unbegründet. Der kurze Artikel von Dr. D. E. Koelle liefert auch weit weniger informativen Hintergrund, geht aber auf die aktuelle Mediendarstellung ein:

    Es handelt sich dabei um die nicht ganz unbekannte angebliche “Ozeanversauerung”, die vom AWI in einer Pressemitteilung vom 8. Oktober 2014 zu einer neuen globalen Gefahr erhoben wurde wurde: einschließlich “dramatischer Auswirkungen” ,”Milliardenkosten” und die Behauptung, dass der pH-Wert heute 10mal schneller sinken würde als in der Vergangenheit.

    Damit liefert er ein prägnantes Gegengewicht gegen die medialen Darstellungen. Das halte ich für sehr wichtig, und darum gebührt ihm auch das Lob.

    Michel Krüger schreibt:

    Bei EIKE ist gerade wieder eine heiße Debatte zwischen Klimaschützern und Klimaspektikern über die sogenannte “Versauerung” der Ozeane entbrannt. Die Klimaschützer machen darauf aufmerksam, dass durch den CO2-Eintrag der pH-Wert der Ozeane sinkt und diese dadurch saurer werden und das sich negativ auf die Meeresfauna auswirkt.

    Aufklärung ist immer gut. Vor Allem, wenn sie so kompetent erfolgt wie in diesem Artikel. Warum aber bedurfte es des Artikels bei EIKE erst? Immerhin haben die großen Mainstream-Medien eine beachtliche Breitenwirkung, gegen die ein Blog wie die ‚kaltesonne‘ und EIKE verblassen. Wäre es darum nicht lohnender, die öffenliche Berichterstattung hinsichtlich der Breitenwirkung zu rezipieren und zu beantworten?

    Aber auch Skeptiker wissen, dass sie sich irren können. Sie fragen sich, ob es da nicht doch ein Problem gibt, dass man vorher unterschätzte. Manche Darstellungen sind sicher nicht so exakt und fundiert, wie man es denn am liebsten hätte. Für mich ist das aber eher ein ‚in den Krümeln suchen‘, wenn man schwache Formulierungen bei EIKE zerlegt. Wenn diese schließlich dazu dienen, besser informiert zu werden, hat es sich gelohnt. In diesem Sinn gilt esn fettes Dankeschön an Michael Krüger, verbunden mit der Bitte, auch auf öffenlichkeitswirksame Darstellung ein kritisches Auge zu werfen.

  8. @Landvoigt

    Dr. Dietrich. E. Koelle (ehemaliger Raumfahrtingenieur) schreibt Propaganda-Blödsinn. Er weiß ja noch nicht mal, dass der pH-Wert weltweit seit Jahrzehnten von Forschungsschiffen gemessen wird und die Messwerte sinkende Werte zeigen.

  9. @Constanze

    http://peakwatch.typepad.com/.a/6a00d83452403c69e2013486431a89970c-pi

  10. Schöner Artikel, den man gut als Referenz für weitere Debatten einsetzen kann.

    Tja, die Ozean-Versauerung. Mit dem Thema bin ich vor fast 5 Jahren hier bei Science Skeptical eingestiegen:

    http://www.science-skeptical.de/blog/der-robuste-ozean/001356/

    Bemerkenswert, wie wenig sich die Debatte seitdem weiterentwickelt hat.

  11. @Constanze
    Glauben Sie ja nicht dem Link aus #9: Das ist Chemie für Dummies
    meint JH

  12. @Jürgen Hartung,

    ja, denn das bunte Bildchen zeigt nur einen Teil des Sytems.

  13. ja, denn das bunte Bildchen zeigt nur einen Teil des Sytems.

    jo, und als absoluter Schwachsinn wird induziert, das das System umso saurer wird je mehr Hydrogencarbonat in Carbonat umgewandelt wird.
    JH

  14. @Hartung

    Na schauen Sie mal.

    Figure 1.

    http://www.pmel.noaa.gov/pubs/outstand/feel2331/feel2331.shtml

  15. Einige Kritiken zum Artikel:

    #44: besso keks sagt:

    am Mittwoch, 22.10.2014, 19:26

    #42: Martin Landvoigt sagt:

    „Auf science-skeptical ist eine hervorragende Ergänzung zum Artikel erschienen.“

    Ja, wirklich doll:
    „Dabei stellt sich heraus, dass der pH-Wert in den Weltozeanen sinkt, diese also saurer werden.“

    Wer so einen Satz zum Besten gibt, entlarvt sich als PIK-Bezahlschreiber.
    „ScienceSkeptical“ kann man schon länger nicht mehr ernst nehmen. Es erscheint mir immer mehr als U-Boot der PIK-Klasse.

    #46: Dr.Paul sagt:

    am Mittwoch, 22.10.2014, 19:58

    #42: Martin Landvoigt „science-skeptical“ einschl. Michaele Krüger hat leider den Schönheitsfehler einer „CO2-Treibhaustheorie“ -- Hochburg, bei der sachliche Argumente nicht möglich sind und z.B. ein Sylke Mayr für ihre Polemik noch gelobt wird.

    mfG

    http://www.eike-klima-energie.eu/news-cache/ozeanversauerung-der-boese-kleine-bruder-der-klimaerwaermung/

  16. Bei EIKE ist gerade wieder eine heiße Debatte zwischen Klimaschützern und Klimaspektikern über die sogenannte “Versauerung” der Ozeane entbrannt.

    Die heisse Debatte verkommt schon wieder zu einer einseitigen Darstellung -- die Zensur nimmt ihre Arbeit auf, Widerspruch wird schon wieder nicht gern gesehen. Business as usual…

  17. Der Punkt bleibt: Von einer ‚Versauerung der Ozeane‘ und einer großen Gefahr kann so oder so nicht seriös gesprochen werden. Das ist hier wichtig, Alles andere sind Details, die man bei interesse beliebig vertiefen kann.

  18. @Landvoigt

    Haben Sie den Artikel eigentlich gelesen?

    1. Der pH-Wert der Ozeane sinkt, sie werden also relativ gesehen sauerer.

    2. Der Sättigungshorizont steigt dadurch langfristig an. Das betrifft irgendwann Riffe, die sich dann nach oben verschieben.

  19. @Michael Krüger#14
    Gegen die Figure 1 habe ich ja auch nichts. Da sind ja auch Gleichgewichte und sogar richtig eingetragen.
    JH

  20. @Landvoigt

    PS: Und glauben Sie Herrn Paul nicht, wenn er zu meinen Artikel dies schreibt:

    Hallo verehrter Herr Landvoigt,
    wenn Sie schon von Fußballmannschaft reden, ja, ich gehöre zu einer Fußballmannschaft, von der ich meine, die sollte auch zusammenhalten, wenn sie nicht untergehen möchte.

    Es sind die Vertreter, die an der Wahrheit interessiert sind. Die müssen nicht alles wissen. Aber besser nicht wissen, als das nachweisbar falsche glauben.

    1. Herr Paul ist 72, gehört also sicherlich nicht mehr zu einer Fußballmannschaft. Jedenfalls nicht aktiv.

    2. Herr Paul ist alles andere als an der Wahrheit interessiert. Und an nachweisbar Falsches glaubt er. Verbreitet es sogar.

  21. @Hartung

    Die beiden Abbildungen zeigen die gleichen Reaktionsgleichungen für den oberen Ozean. Nur die Pfeile hin und zurück sind in der ersten Abbildung nicht vorhanden.

    http://www.science-skeptical.de/wp-content/uploads/2014/10/6a00d83452403c69e2013486431a89970c.jpg

    http://www.pmel.noaa.gov/pubs/outstand/feel2331/images/fig01.jpg

  22. @Michael Krüger#21

    Die beiden Abbildungen zeigen die gleichen Reaktionsgleichungen für den oberen Ozean. Nur die Pfeile hin und zurück sind in der ersten Abbildung nicht vorhanden.

    Nun, wenn die „Pfeile hin und zurück“ nicht vorhanden sind, dann ergibt das halt Nonsens.
    Stichwort: Chemisches Gleichgewicht, Sekundarstufe 2.
    JH

  23. Hallo Michael Krüger 23. Oktober 2014 19:17

    Haben Sie den Artikel eigentlich gelesen?

    1. Der pH-Wert der Ozeane sinkt, sie werden also relativ gesehen sauerer.

    Haben Sie Grund zu der Annhme, dass ich dies bezweifele oder nicht verstehe?
    Bei Schwankungen ist es zwingend so, dass es Abnahmen eines Wertes gibt. Wie sollten Schwankungen auch ohne Abnahme des pH wertes funktionieren?

    Entscheidend ist viel mehr die Frage: Was bedeuten diese Beobachtungen?

    Sie haben ebenso wie Dr. Koelle gezeigt, dass während weiter Phasen in der Erdgeschichte wesentlich höhere CO2-Partialdücke herrschten. Folglich war auch mit niedrigeren pH-Werten zu rechnen. Aber die beschrieben Kastastophen, die im Kontext mit der ‚Ozeanversauerung‘ behaptet werden, konnten nicht nachgewiesen werden.

    2. Der Sättigungshorizont steigt dadurch langfristig an. Das betrifft irgendwann Riffe, die sich dann nach oben verschieben.

    Langfristig? Die vorliegenden Aufzeichnungen lassen m.E. keine hinreichenden ‚langfristigen‘ Progosen zu, denn einige der von ihnen beschriebenen Mechanismen bewirken ja eine Pufferung.. Wie sich ‚langfristig‘ (die nächsten 1000 Jahre? Die nächste Million Jahre?) die Verhältnisse ändern, werden Sie sicher nicht prognostizieren wollen, oder irre ich mich?

    Wenn wir aber schon bei den Rückfragen sind:

    1. Ihre Graphiken sind beeindruckend. Sie beziehen sich dabei auf ein Vorschungsnetz, dass die pH-Werte regional und stratigraphisch ermittelt. Wie dich sind aber die Messpunkte? wie hoch ist die Messfrequenz? Fraglos wird man ohne Interpolation und Modelle aus relativ winigen Messungen nicht auskommen können. Da sie aber die Unkenntnis von Herrn Dr. Koelle bemängeln, sollten sie Roß und Reiter nennen.

    2. Da wir ja über ein beachtliche regionale Varianz der pH-Werte wissen, die über die beobachteten Veränderungen hinaus gehen, ist die Wirkung jener nidrigeren pH werte bereits erforschbar. Ich habe in ihren Ausführungen nicht gesehen, wie das am realen Beispiel zu eine katastophischen Bedingung führen sollte. Im Bsonderen im ostpazifischen Auftribsgebiet sind bereits pH werte von 7,95 beobachtbar: Sind diese bereits ‚langfristig‘ so oder nicht? Mir will erscheinen, dass sich Schichtverlagerungen aus der Tiefsee ja nur langsam vollziehen,
    Können wir dort die Veränderungen beobchten, die von den Alarmisten befürchtet werden?

  24. @Hartung

    Nun, wenn die “Pfeile hin und zurück” nicht vorhanden sind, dann ergibt das halt Nonsens.

    Nö. Bei einen Ungleichgewicht eben nicht. Und das stellt sich bei mehr CO2-Eintrag ein.

  25. Herr Krüger, ich habe mir noch mal Ihre letzte Abbildung oben im Artikel angeschaut. Gestatten Sie mir ein paar Bemerkungen/Fragen:
    atmospheric CO2: ok
    seawater pCO2 (uatm): wo sind die Zahlen?
    seawater pH in18 Jahren um 0,02 gesunken bei Schwankungen um 0,05: Das beruht doch sicher mehr auf Modellierungen statt auf Messungen, oder
    fragt JH

  26. @24
    Wenn man in einem System Konzentrationen verändert, dann verändert sich nicht die Gleichgewichtskonstante!
    Ach lassen Sies, vergessen sie auch gleich noch mein #25.
    JH

  27. @Landvoigt

    Sie haben ebenso wie Dr. Koelle gezeigt, dass während weiter Phasen in der Erdgeschichte wesentlich höhere CO2-Partialdücke herrschten. Folglich war auch mit niedrigeren pH-Werten zu rechnen. Aber die beschrieben Kastastophen, die im Kontext mit der ‘Ozeanversauerung’ behaptet werden, konnten nicht nachgewiesen werden.

    Auswirkungen sind dabei auch eingetreten. Der Sättigungshorizont hat sich, wie bereits gesagt, dabei nach oben verschoben. Siehe z.B. James Zachos Untersuchungen, die ich im Artikel genannt habe.

    Langfristig? Die vorliegenden Aufzeichnungen lassen m.E. keine hinreichenden ‘langfristigen’ Progosen zu, denn einige der von ihnen beschriebenen Mechanismen bewirken ja eine Pufferung.. Wie sich ‘langfristig’ (die nächsten 1000 Jahre? Die nächste Million Jahre?) die Verhältnisse ändern, werden Sie sicher nicht prognostizieren wollen, oder irre ich mich?

    Steht doch im Artikel: „Zachos und seine Kollegen untersuchten an den fünf Kernen den Kalkgehalt. Zu Zeiten der Warmphase, in denen die Temperaturen an Land wie im Wasser um mehrere Grad höher lagen, findet sich in den Sedimenten eine charakteristische Tonschicht. Sie entstand, weil sich auf Grund der höheren Kohlendioxidkonzentrationen der Atmosphäre auch ein größerer Anteil des Treibhausgases im Wasser löste. Durch seine Reaktion mit den Wassermolekülen bildeten sich jedoch Protonen, und der pH-Wert sank. Dies wiederum führte dazu, dass die Kalkschalen der Meeresorganismen, die sich sonst als Sedimentteppich ablagerten, bereits auf ihrem Weg in die Tiefe gelöst wurden und nie unten ankamen. Die Wassertiefe, in der das passiert, wird mit fallendem pH-Wert immer geringer. Im Laufe der Zeit aber erholte sich der Chemismus wieder, denn gleichzeitig sorgte der niedrige pH-Wert auch für einen Nachschub von gelöstem Kalk vom Meeresboden, und Verwitterungsprozesse an Land lieferten ebenfalls Minerale nach, welche die Hydronium-Ionen neutralisierten. In den Sedimentschichten zeigt sich dies als langsam steigender Kalkgehalt in den jüngeren Ablagerungen. An den fünf Bohrkernen konnten die Forscher nun ablesen, dass die Versauerung auf geologischen Zeitskalen gesehen unglaublich schnell wirkte: In weniger als 10 000 Jahren schnellte die Auflösungsgrenze für Kalk um mehr als 2000 Meter in Richtung Wasserspiegel nach oben. Bis sie wieder tief genug lag, dass Kalkschalen ungehindert den Meeresboden erreichen konnten, vergingen dagegen mindestens 100 000 Jahre.“

    1. Ihre Graphiken sind beeindruckend. Sie beziehen sich dabei auf ein Vorschungsnetz, dass die pH-Werte regional und stratigraphisch ermittelt. Wie dich sind aber die Messpunkte? wie hoch ist die Messfrequenz? Fraglos wird man ohne Interpolation und Modelle aus relativ winigen Messungen nicht auskommen können. Da sie aber die Unkenntnis von Herrn Dr. Koelle bemängeln, sollten sie Roß und Reiter nennen.

    Kein Problem. Da kann ich auf einen der Gutachter meiner Diplomarbeit verweisen. Prof. Dr. Reiner Schlitzer vom AWI. Der hat die Software Ocean Data View (ODV) schon vor Jahrzehnten entwickelt.

    http://odv.awi.de/

    Dort können Sie die Software kostenlos herunterladen und die zugehörigen Daten der Weltozeane und sich dann Schnitte und Profile der pH-Werte und deren Veränderungen anzeigen lassen. Und das sind längst nicht alle Messwerte.

    2. Da wir ja über ein beachtliche regionale Varianz der pH-Werte wissen, die über die beobachteten Veränderungen hinaus gehen, ist die Wirkung jener nidrigeren pH werte bereits erforschbar. Ich habe in ihren Ausführungen nicht gesehen, wie das am realen Beispiel zu eine katastophischen Bedingung führen sollte. Im Bsonderen im ostpazifischen Auftribsgebiet sind bereits pH werte von 7,95 beobachtbar: Sind diese bereits ‘langfristig’ so oder nicht? Mir will erscheinen, dass sich Schichtverlagerungen aus der Tiefsee ja nur langsam vollziehen,
    Können wir dort die Veränderungen beobchten, die von den Alarmisten befürchtet werden?

    Aktuelle Messungen zur Veränderung im pH-Wert des Nordpazifiks finden Sie in dieser Veröffentlichung.

    LINK

    Das anthropogene Signal zwischen 1991-2006 ist deutlich ersichtlich bis in 500 m Tiefe. Der Sättigungshorizont steigt also an und dies führt dazu, dass sich die Riffe nach oben verschieben werden.

    Ob das nun schlimm ist, oder nicht überlasse ich jeden selbst.

  28. @Hartung

    Lösung von CO2, gasförmig-flüssig → Ungleichgewicht

    Gleichgewichte stellen sich immer erst am Ende der Reaktionen ein. Dabei langsam, oder schnell. Und die Gleichgewichte stellen sich alle in mehr oder weniger großem Umfang ein, wenn man CO2 in Wasser einleitet.

    Haben Sie das wirklich nicht gewusst? Soll ich noch Links bereitstellen?

  29. @Hartung

    Herr Krüger, ich habe mir noch mal Ihre letzte Abbildung oben im Artikel angeschaut.

    Und es steht alles unter. es handelt sich um Messungen.

  30. @Hartung

    PS

    µatm entsprechen ungefähr ppm

  31. @Hartung

    PPS: Zusammengefasst

    Erhöht man den CO2-Partialdruck, so entsteht ein Ungleichgewicht und es löst sich mehr CO2. Daraufhin stellen sich neue Gleichgewichte (in den gezeigten 4 Gleichungen in den Abbildungen) unterschiedlich schnell ein. Letztendlich ziehen die Gleichgewichte eins nach den anderen nach, bis sich ein neuer Gleichgewichtszustand eingestellt hat.

  32. Martin Landvoigt schrieb am 23. Oktober 2014 15:02

    Der Punkt bleibt: Von einer ‘Versauerung der Ozeane’ und einer großen Gefahr kann so oder so nicht seriös gesprochen werden. Das ist hier wichtig, Alles andere sind Details, die man bei interesse beliebig vertiefen kann.

    Eigentlich hat Norbert Fischer/Axel relativ zeitig kurz und knackig beschrieben, was da gerade passiert:

    Wow, nach dem Treibhauseffekt nun also Ozeanversauerung. Und genau wie sich manche schwer tun, die Existenz des THE als physikalische Realität zu akzeptieren, wird nun von Koelle und Kommentatoren die Existenz der Ozeanversauerung geleugnet bzw. sich daran aufgehangen, dass Versauerung ein schlecht gewählter Begriff sei.

    Haben Sie da wirklich kein Problem mit? Rechtfertigt das Ziel wirklich alle Mittel?

  33. @Michael Krüger #24
    Das Wesen eines Gleichgewichts/Ungleichgewichts macht der Raum (+/-) und die Zeit aus.
    Ohne Raum und Zeit können Sie überhaupt keine Aussage über ein Gleich- bzw. Ungleichwicht machen.
    Woher wollen Sie wissen, ob das von ihnen angenomme Ungleichgewicht nicht dem Gleichgewicht und umgekehrt entspricht?
    Sie sehen…sobald der Raum und die Zeit ins Spiel kommen wird alles etwas komplizierter und der Mensch stößt mit seinen Statistiken, Vorhersagen, Mathematischen Berechnung an Grenzen. Und ab da zählt dann nur noch die jeweilige Interpretation. Die die kann dann wieder jeder für sich auslegen, wie es ihm gerade lustig ist bzw. in sein Weltbild passt.

  34. @Hofmann,M

    Woher wollen Sie wissen, ob das von ihnen angenomme Ungleichgewicht nicht dem Gleichgewicht und umgekehrt entspricht?

    Nochmal zur Erklärung:

    Erhöht man den CO2-Partialdruck, so entsteht ein Ungleichgewicht und es löst sich mehr CO2. Daraufhin stellen sich neue Gleichgewichte (in den gezeigten 4 Gleichungen in den Abbildungen) unterschiedlich schnell ein. Letztendlich ziehen die Gleichgewichte eins nach den anderen nach, bis sich ein neuer Gleichgewichtszustand eingestellt hat.

    Diese Gleichgewichte kann man schrittweise verschieben. Da sie sich alle untereinander bedingen, haben wir es bei der Beeinflussung eines Gleichgewichts immer mit einer ganzen Antwort-Kaskade zu tun.

  35. Hallo Marvin Müller 24. Oktober 2014 07:21

    Sie antworteten mir:

    Eigentlich hat Norbert Fischer/Axel relativ zeitig kurz und knackig beschrieben, was da gerade passiert:

    Wow, nach dem Treibhauseffekt nun also Ozeanversauerung. Und genau wie sich manche schwer tun, die Existenz des THE als physikalische Realität zu akzeptieren, wird nun von Koelle und Kommentatoren die Existenz der Ozeanversauerung geleugnet bzw. sich daran aufgehangen, dass Versauerung ein schlecht gewählter Begriff sei.

    Haben Sie da wirklich kein Problem mit? Rechtfertigt das Ziel wirklich alle Mittel?

    Ihre Sicht was da passiert, teile ich nicht.

    Denn der Alarmismus, der radikal unser Leben und Wirtschaften Verändern will, greift mit AGW und ‚Ozeanversauerung‘ zu fragwürdigen Mitteln. Begriffsbildung und Propaganda führen auf einen verhängnisvollen Pfad der Desinformation, die Sie offensichtlich unkritisch hinnehmen.

    Ob es nun zu einer geringen Absenkung des pH-Wertes einer gemittelten Globalbetrachtung kommt oder nicht ist m.E. wenig relevant, wenn es um globale Gefahren und Risiken geht. Herr Küger lieferte detailreich gutes Hintergrundwissen. Aber die Botschaft blib für mich klar:
    Panik oder politische Akktionen sind völlig überflüssig und schädlich.

    Welche Mittel bedürften also einer Rechtfertigung?

  36. Michadel Krüger 24. Oktober 2014 12:45

    Erhöht man den CO2-Partialdruck, so entsteht ein Ungleichgewicht und es löst sich mehr CO2. Daraufhin stellen sich neue Gleichgewichte (in den gezeigten 4 Gleichungen in den Abbildungen) unterschiedlich schnell ein. Letztendlich ziehen die Gleichgewichte eins nach den anderen nach, bis sich ein neuer Gleichgewichtszustand eingestellt hat.

    Ihre Antwort ist zwar korrekt, trifft aber nicht den Verdacht von Herrn Hofmann. Denn nicht nur, dass unterschiedliche Anpassungsgeschwindigkeiten statt finden, wir haben auch stets sich ändernde Eingangsparameter. Teils trendig, teils zyklisch und teils einmalige Impulse oder eine Zufallsvariablilität. Dass Ungleichgewichte zum Ausgleich streben ist bekannt, aber wenn alles im Fluss ist, wird der Gleichgewichtszustand eben nie völlig erreicht.

    Wenn jemand von einem Ziel-Gleichgewicht spricht, kann er damit eine deskriptive Gleichgewichtszustand unter Ceteris Paribus meinen, oder einen Idealisierten Zielzustand, wie er eigentlich ’natürlich‘ sei, oder einen auf einen bestimmten Nutzen hin optimiertes Gleichgewicht, das eben anzustreben sei.

  37. Bestätigen Sie doch bitte mal, Michael Krüger, dass das Ihr richtiger Name ist. Ansonsten gehe ich davon aus, dass Sie sich hinter einem Pseudonym verstecken um sehr fleissig einen undurchdachten Beitrag nach dem anderen zum Besten zu geben.
    Vielen Dank im Voraus.

  38. @Landvoigt

    Begriffsbildung und Propaganda führen auf einen verhängnisvollen Pfad der Desinformation

    Und EIKE geht gerade genau den gleichen Weg.

    Dr. Dietrich. E. Koelle (ehemaliger Raumfahrtingenieur) schreibt auch Propaganda-Blödsinn.

  39. @Landvoigt

    Dass Ungleichgewichte zum Ausgleich streben ist bekannt, aber wenn alles im Fluss ist, wird der Gleichgewichtszustand eben nie völlig erreicht.

    Richtig erkannt. Deshalb habe ich auch geschrieben. „Gleichgewichte stellen sich immer erst am Ende der Reaktionen ein. Dabei langsam, oder schnell. Und die Gleichgewichte stellen sich alle in mehr oder weniger großem Umfang ein, wenn man CO2 in Wasser einleitet.“

    Bei Lösung von CO2, gasförmig-flüssig besteht immer ein Ungleichgewicht, da es sich um eine Reaktion zwischen verschiedenen Phasen handelt.

  40. Gibt es kein Gleichgewicht mit dem Calcium? Das fehlt in den Gleichungen irgendwie.

  41. @Michadel Krüger #34
    Sehen Sie und da „liegt der Hase im Pfeffer“…..wenn sie das Gleichgewicht nur mit einen Ungleichgewicht erklären können, dann bedingt zwangsläufig ein Ungleichgewicht das Gleichgewicht.
    Oder anderes ausgedürckt….die Naturwissenschaft-das Leben-die Evolution (Zeit und Raum) kennt kein Gleichgewicht.
    Nicht das Gleichgewicht treibt unser Leben-die Evolution voran, sondern das Ungleiche. Und genauso speist sich unser Klima nicht aus einen Gleichgewicht, sondern aus der Ungleiche.

  42. Hallo Michael Krüger 24. Oktober 2014 13:14

    Begriffsbildung und Propaganda führen auf einen verhängnisvollen Pfad der Desinformation

    Und EIKE geht gerade genau den gleichen Weg.

    Ich unterscheide hier schon. Sicher will EIKE ein gegengewicht bilden. Und ich halte auch den Grundsatz, dass der Zweck alle Mittel heilige, für falsch. So weit kann ich ihnen auch folgen.

    Der Bereich zwischen seriöser Information, vereinfachender Popiulärwissenschaft und Didaktik, schlichten Irrtümern und intendierter Propaganda ist weit, die Übergänge jeweils fließend. Binäre Zuordnungen und enge Grenzen halte wieder ich für schädlich.

    Dr. Dietrich. E. Koelle (ehemaliger Raumfahrtingenieur) schreibt auch Propaganda-Blödsinn.

    Das sehe ich so nicht. Ich habe den Artikel auch nach Lektüre Ihres Artikels abermals geprüft. An folgenden Stellen kann ich ihre Kritik des sachlichen Unkorrektheit nachvollziehen:

    Dabei ist die Behauptung der angeblichen pH-Wert-Reduzierung eine nicht minder unseriöse Behauptung. Denn es gibt kein globales pH-Messnetz, das es erlauben würde, eine solche Behauptung zu belegen. Lokale Messreihen zeigen eine Schwankung der pH-Werte um +/- 0,1 Punkte.

    Hier haben sie begründet widersprochen. Ihrer Angabe, dass es entsprechend hinreichend belegte globale Ergebnisse gibt, kann ich folgen. Nun kann man sich fragen, was zu dieser Diskrepanz führte:

    Liegt es an der begrenzten Kenntnis von Dr. Koelle, der als fachfremder nicht die Datenbasis hinreichend kennt? Ist es seine persönliche, aber vielleicht vertretbare Einschätzung, dass die Studien sich auf zu wenig Messungen bezieht? Oder weiß er mehr und stellt die Dinge bewusst falsch dar, dass der Vorwurf der Propagande gerechtfertigt ist?

    Sei es drum: An der seriösen Aussage, dass die wissenschaftlichen Daten keinen Alarmismus rechtfertigen, ändert das nichts.

    Wo sollte auch heute eine Versauerung herkommen? Es wird die CO2-Aufnahme von ca. 11 Gt CO2 (ein Drittel der anthropogenen Emissionen) in die Ozeane angenommen, aber ignoriert, dass mindestens die gleiche Menge (es gibt auch Schätzungen bis 20 Gt CO2 pro Jahr) als CaCO3 am Meeresboden abgelagert werden.

    Hier haben sie widersprochen, als sie auf die weit besser beschrieben Zyklen verwisesn, Tatsächlich kann es wegen der geringen Durchmischung zu starken Unterschieden des pH Wertes über das Tiefenprofil kommen. Der Eintrag des CO2 von der Atmosphäre bleibt zunächst im Oberflächenwasser. Also sinkt auf nur dort der pH.
    Die Darstellung von Dr. Koelle vereinfacht hier zu stark. Denn die Wirkungen veränderter pH-Werte sind offensichtlich weit besser bekannt, als er es darstellt.

    Aber auch hier: Die Darstellung Koelles würde ich nicht propagandistisch nennen, denn sie ändert nicht wirklich etwas an der Aussage, wenn man eine umfassendere Sicht nennt. Denn auch Sie können nur auf Trends und Wirkzusammenhänge unter bestimmten Annahmen machen, die ebenfalls ein Ausfällen Kalizumkarbonat bewirkt. Es ist darum durchaus möglich, dass die Angabe von Koelle zutrifft.

    Weiter schreibt Dr. Koelle

    An der Oberfläche werden die niedrigsten pH-Werte nur in den Bereichen gemessen, wo Tiefenströmungen an die Oberfläche kommen. Die CO2-Aufnahme aus der Atmosphäre, die angeblich eine “Versauerung” verursachen soll, muss auch im Zusammenhang mit der Gesamtmenge von etwa 39.000 Gt CO2 gesehen werden, die in den Ozeanen gelöst sind.

    Und das haben Sie dann auch belegt.

    Somit kann man zwar Dr.Koelle punktuell unzulässige Vereinfachungen vorwerfen, die ein falsches Licht auf den bekannten Sachzusammenhang werfen, aber der Propaganda-Vorwurf und ‚Blödsinn‘ sind m.E. völlig überzogen.

  43. Das hier meine ich, das Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht: http://www.trinkwasserspezi.de/KKSGgw.htm

  44. @Canstanze

    Und was ist damit?

    Mehr dazu hier:

    http://www.chemieunterricht.de/dc2/mwg/g-co2h2o.htm

  45. @Landvoigt

    Herr Koelle schreibt im seinem Artikel nichts von Sättigungshorizont und dessen Verschiebung nach oben mit der Absenkung des pH-Wertes. Die hohen CO2-Werte in der Erdgeschichte führten natürlich zu dessen Verschiebung nach oben und damit zu einer Verschiebung der Korallenriffe nach oben. Zudem ist das mit dem globalen pH-Messnetz, dass angeblich nicht existiert Quatsch. Auch dass die heutige pH-Wert-Absenkung angeblich nicht gemessen werden kann ist Quatsch.

    Hier finden sich die Daten:

    http://odv.awi.de/en/data/ocean/

    Und die Sedimente der Tiefsee zeigen, dass der Sättigungshorizont sich in der Erdgeschichte aufgrund hoher CO2-Werte in der Atmosphäre mehrfach nach oben verschoben hat, was zur Kalkauflösung von unten her führte.

    Das steht in eklatanten Widerspruch zu dem was Herr Koelle schreibt.

  46. @Landvoigt

    Das ist zwar hier nicht Thema. Ich habe gerade Ihren Artikel bei EIKE gelesen. Wie Sie sehen, hat es Sie selbst in die Schlusslinie gebracht und Sie werden teils als „falscher Skeptiker“ angegriffen. Es macht einfach keinen Sinn mit House, Keks und Paul weiter zu diskutieren. Ist aber nur meine Meinung.

  47. Das Problem mit den Wörtern Sättigung bzw. dem Gleichgewicht ist, dass es diese Gleichgewichte bzw. Sättigungen nur in der Vorstellungswelt des Menschen gibt. Genauso wie das Wort „Gleichmachen“ oder „Einklang“. In Wahrheit gibt es diese Harmonie der menschlichen Vorstellungswelt von Ausgeglichenheit nämlich gar nicht. Der Antriebsfaktor unseres Leben, der Evolution, der Natur ist das UNGLEICHE. Eine ausgeglichene Welt wäre eine Welt des Todes und des Stillstandes.

  48. Hallo Herr Hofmann

    Das Problem mit den Wörtern Sättigung bzw. dem Gleichgewicht ist, dass es diese Gleichgewichte bzw. Sättigungen nur in der Vorstellungswelt des Menschen gibt.

    So sehe ich es nicht. Denn Ungleichgewichte, ob nun bei der Waage oder in vielen Anwendungen führen zu Veränderungen und Flüssen. Ebenso beschreibt die Effektsättigung einen Gleichgewichtszustand.

    In der Natur ergeben sich nur häufig dynamische Veränderungen, so dass in manchen Fällen die erforderliche Zeit, ein Gleichgewicht herzustellen in Bezug auf die Geschwindigkeit der Änderung nicht ausreicht. Dan hinkt die Realität eine möglichen Gleichgewicht eben hinterher.

    Genauso wie das Wort “Gleichmachen” oder “Einklang”. In Wahrheit gibt es diese Harmonie der menschlichen Vorstellungswelt von Ausgeglichenheit nämlich gar nicht. Der Antriebsfaktor unseres Leben, der Evolution, der Natur ist das UNGLEICHE. Eine ausgeglichene Welt wäre eine Welt des Todes und des Stillstandes.

    Eine nette philosophische Betrachtung, die auch meine Kritik am Buddhismus ist. Ein finales globales, besser universelles Gleichgewicht, bei dem es auch keine Störung mehr gibt, wäre in der Tat so zu beurteilen.

    Das ändert aber nichts an realen lokalen Gleichgewichtszuständen, bei denen Störungen auch nicht ausgeschlossen werden. Im Besondern ist der Zustand des Flussgleichgewichts sehr interessant. Es setzt kein geschlossenes System voraus, sondern temporär konstante Zu- und Abflussraten.

  49. @Martin Landvoigt #48
    Es gibt kein Gleichgewicht in der Natur. Und der Mensch muss in seiner „Gleichgewichts-Vorstellungswelt“ extrem viel Energie aufwenden, um ein Gleichgewicht halten zu wollen.
    Das „Ungleiche“ treibt voran…das Ungleiche ist nur mit sehr hohen Energieaufwand „Gleich“ zu halten. Über die Zeit gesehen wird jedoch das „Ungleiche“ bestehen. Kein Mensch kann auf Dauer ein Gleichgewicht halten, weil das Wesen der Natur, der Evolution, des Leben das „Ungleiche“ ist.

  50. @Martin Landvoigt #48
    Nachtrag zu ihrer Kritik am Budismus….der Budismus hat ja nicht die „Ausgeglichenheit“ als Ziel, sondern das „Streben“ danach. Genauso wie für den Chinesen „Der Weg“ das Ziel ist.
    Und wenn Sie das mal aus dieser Perspektive betrachten „Streben“ „Weg“, dann kommt man einer gewissen Lebenhaltung/Weiheit auf die Spur, die mehr mit einer freien Marktwirtschaft als mit einer sozialistischen Plan(Vorschrifts) Diktatur zu tun hat. Aber jetzt gut mit den Philosophischen Worte….ob jetzt etwas versauert oder nicht, dass ist in der Welt der Naturwissenschaft egal. Weil es dieses „Ungleichgewicht“ ist, was die Naturwissenschaften und im Ganzen unsere Evolution/Leben ausmacht.

  51. Ach, bevor ick dat vergesse…..

    Klimawandel: Eine einzige Zahl entscheidet die Zukunft
    Axel Bojanowski

    ……………Doch es gibt Streit. Manche Forscher wie Anders Levermann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung PIK glauben, die Klimasensitivität sei bereits auf drei Grad bestimmt: „Solange wir nicht feststellen, dass die moderne Physik fundamental falsch ist, müssen wir mit drei Grad planen“, schrieb der eifrige Verfechter düsterer Prognosen in einer Beschwerde an den „Economist“.

    Die Zeitschrift hatte es gewagt, über Studien zu berichten, die eine niedrige Klimasensitivität nahelegen -- davon gab es einige in letzter Zeit. Eine Arbeit vom September etwa zeigt, dass die Erwärmung seit 1750 einer Klimasensitivität von rund 1,6 Grad entspreche……………..

    Was also macht der Klimawandel mit den Wolken? „Wir wissen es nicht“, weist Stevens auf den wunden Punkt der Umweltforschung: Trotz aller Satelliten entziehen sich die flüchtigen Wassergebilde bislang einer Bilanz.

    Scheint ein Hobby der Pikaderos zu sein……sich bei Zeitungen auf aller Welt zu beschweren, wenn sie das Mantra der verglühenden Erde nicht so dolle mittragen wollen…..oder weniger alarmistisch Panik zu verbreiten.
    Warum muss ick jetzt plötzlich wieder an Svensmark oder Lomborg denken?

    Ach, is ja nun auch egal.
    E-O

  52. @Heinz #51
    Und das ist genau das, was diese „Klimawissenschaft“ so komplett unrealistisch macht. Hier wollen selbsternannt Klimaexperten das Klima und damit die Natur auf 3 Grad oder auf eine Erwärmung oder oder beschränken.
    Das Wesen unserer Evolution ist der Wandel und lässt sich nicht von irgendwelchen selbsternannten CO2-Propheten daran hintern sich zu wandeln. Das Ungleiche hat das Leben, die Evolution hervorgebracht. Und am Anfang schuf das „Ungleiche“ den Urknall.
    Das Ungleiche lässt sich nicht mit menschlichen Statistiken verbiegen. Das Ungleich bleibt bestehen. Nur in der Welt der Menschen wird das Ungleich zum Gleichen (mit sehr viel Aufwand) verzogen und verbogen. Man bildet sich ein mit vorgegeben Zielen etwas darstellen/verändern zu wollen. Dabei sind diese Ziele der Menschen immer von der Ungleichheit der Evolution/des Leben, früher oder später, zum Scheitern verurteilt. Wie fasste es Einstein so schön zusammen…ALLES ist RELATIV!
    Und so ist es auch.

  53. @Heinz #51

    Danke für den Link. Es tut sich was! Heftige Reaktionen auf den Artikel von Axel Bojanowski, über 200 Postings in nur einem Tag.
    Und das obwohl lediglich eine Sensitivität von > 1,5° behauptet wird, und dass Cirrus-Wolken erwärmend wirken würden. Kein Wort von Svensmark, Lindzen, Harde … aber die PIKaderos können nicht mehr unhinterfragt als Pophets of Doom anerkannt gelten.

  54. Marvin Müller schrieb am 22. Oktober 2014 16:46

    (Wenn niemand dazwischenfunkt, werden wir in den nächsten Tagen noch einen Hockeyschtick-Artikel vorgesetzt bekommen, der ganz klar zeigen wird, dass die Ozeane gar nicht saurer werden können — siehe WUWT die letzten Tage. Das wird erst ein Spass.)

    Und da isser: „Neue Studie: Bedrohung durch ,Ozean-Versauerung‘ widerlegt; Erwärmung lässt pH-Wert steigen„. Es hat sich niemand erbarmt und Herrn Frey vom Übersetzen abgehalten. Und Herr Frey hat sich auch nicht die Kommentare zum Artikel durchgelesen, die in den ersten 3 Tagen gefühlt zu 80% sagten, der Artikel ist Quatsch…

  55. Hallo, kann mir mal einer erklären, warum Meeresversauerung theorethisch überhaupt stattfinden kann. Laut Meerwasseranalysewerten befinden sich 411 PPM Calcium im Meerwasser. dagegen nur 28 PPM Kohlenstoff (http://www.seafriends.org.nz/oceano/seawater.htm) So ich verstehe müsste ein großer Teil freies Calcium sein, welches sich nach meiner laienhaften Vorstellung mit CO² zu Calcit verbinden müsste, bevor sich eine nennenswerte Veränderung des PH-Wertes ergeben kann !?

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