Die Realität der Elektromobilität

26. Dezember 2017 | Von | Kategorie: Artikel, Elektromobilität, Mobilität, Politik

Die grünlinke Kampagne gegen den Diesel hat einen entscheidenden Dreh- und Angelpunkt: Die mit geradezu biblischem Eifer ständig wiederholte Mär vom unmittelbar anstehenden Durchbruch der Elektrofahrzeuge als Alternative für die Mobilität des Bürgers. Leise, emissionsarm und autonom fahrend soll man sie mit dem Handy anfordern können, damit sie danach lautlos zum nächsten Bedürftigen weitergleiten. Unsere Kanzlerin orakelte bereits, dass man in absehbarer Zukunft nicht mehr selbst würde fahren dürfen. Zu den Heiligengestalten dieses künftigen Paradieses erkoren die Medien den von der Post an der Automobilindustrie vorbei entwickelten Paketwagen „Streetscooter“, von dem aktuell bereits ca. 5.000 im Einsatz sein dürften. Was sagt der Faktencheck?

Mit Schlagworten wie „Clever E-Mobility for Work“ oder „Unsere Antwort für eine saubere Zukunft“ bewirbt die Post-Tochter Streetscooter GmbH ihre Lösung für den Paketauslieferdienst, einen batteriebetriebenen Lieferwagen für die Post, der auch an andere Lieferdienste verkauft wird. Auf seiner Webseite präsentiert sich das Unternehmen als Problemlöser für die zunehmende Umweltverschmutzung und Lärmbelästigung insbesondere in den urbanen Zentren. Auch gehe es um einen schonenderen Umgang mit den Ressourcen auf unserem Planeten. Man sehe sich in der Verantwortung, bereits heute Lösungen bereitzustellen, um die Zukunft für nachfolgende Generationen zu sichern. Soweit die schönen Worte.

 

Häme für die Autobranche

Zeitgleich mit der Vorstellung begann eine intensive Pressekampagne, in der die Medien die Neuentwicklung in den Himmel lobten. Man überschlug sich geradezu mit Lobeshymnen, während den Automobilherstellern vorgeworfen wurde, die Post ignoriert zu haben, bis diese clevererweise mithilfe externer Partner eine eigene Lösung entwickelt und selbst zum Hersteller geworden sei. In den Kommentarspalten wurde geradezu kübelweise Häme und Spott über die „unfähigen“ Automanager ausgegossen, die „zu dumm und zu gierig“ seien, um die Zeichen der Zeit zu erkennen. Warnungen von Fachleuten, die insbesondere die geringe Batteriekapazität der neuen Fahrzeuge skeptisch beurteilten und vor Reichweitenproblemen insbesondere im Winter warnten, wurden von „Dinosaurier“-Rufen übertönt. Inzwischen sind rund 5.000 dieser Fahrzeuge im Einsatz. Und der Winter ist da.

 

Erste Berichte über ernste Probleme

Schon vor einigen Monaten gab es in der Presse gelegentlich Hinweise auf Probleme und Beschwerden, die jedoch in den Foren sofort als „Einzelmeinungen“ einiger unzufriedener Quertreiber abgetan wurden. Auch ein Brand, bei dem gleich drei der Fahrzeuge im Depot abfackelten, wurde als Randerscheinung abgetan. Mit den zunehmend sinkenden Temperaturen scheinen sich jetzt jedoch die Schwierigkeiten derart zu häufen, dass man die Sache anscheinend nicht mehr unter dem Deckel halten kann. Auszugsweise werden hierzu Erkenntnisse einer Recherche der Zeitschrift „Welt“ vorgestellt [WELT]

Dem Bericht zufolge bleiben inzwischen immer mehr Fahrzeuge auf der Strecke liegen oder müssen vorzeitig zurück, weil die Reichweite aufgrund der beschränkten Batteriekapazitäten auf 70 km gesunken sei. Ein Grund hierfür sei der zunehmende Bedarf an elektrischem Strom für die Fahrzeugheizung. Dies stelle die Mitarbeiter vor das Dilemma, dass sie sich zwischen ausreichender Beheizung oder ausreichender Reichweite entscheiden müssten.

Die „Welt“-Journalisten sagen aus, dass eigene Recherchen in mehreren Bundesländern belegten, dass es tatsächlich zu solchen Stillständen mitten auf der Strecke komme. In einem Fall ist die Rede von einer „unglaublichen psychischen Belastung“, weil sich die Beschäftigten mit dem Fahrzeug nicht mehr auf die Straße trauten. In Süddeutschland berichteten Betriebsräte von technischen Mängeln der Heizung sowie von einer viel zu geringen Reichweite sowie von Ausfällen, die im zweistelligen Prozentbereich lägen. Weiterhin ist die Rede von Angst vor Unfällen wegen der Leichtbauweise sowie von mehreren Fällen, wo die Motorhaube während der Fahrt aufgesprungen sei.

Bei der Frage der Beheizung der Kabine geht es übrigens nicht allein um die Bequemlichkeit des Fahrers: Wie jeder Autofahrer aus Erfahrung weiß, ist im Winter eine gute Heizung erforderlich, um die Scheibe durchgehend frei von Beschlag zu halten, welcher die Sicht beeinträchtigen könnte. Verkehrsteilnehmern, welche in der kalten Jahreszeit mit einem Streetscooter aneinandergeraten, sei demnach empfohlen, unmittelbar nach dem Ereignis einen kritischen Blick auf die Front- und Seitenscheiben des Unfallgegners zu werfen und Sichtbeeinträchtigungen sofort mit dem Handy zu dokumentieren.

 

Probleme größer als zugegeben?

Aufgrund der Tatsache, dass sich die Post beim Start des Projekts PR-mäßig ziemlich weit aus dem Fenster gelehnt hat, scheint man dort seitens des Managements offensichtlich zu versuchen, diese Probleme nicht an die Öffentlichkeit dringen zu lassen. Dem Bericht in der „Welt“ zufolge gebe es aus Sicht der Mitarbeiter keine angemessene Reaktion aus dem Konzern. Beschwerden im Zusammenhang mit den alltäglichen Problemen würden mit dem Hinweis, es müsse sich um Bedienungsfehler handeln, abgebügelt. Trotz mehrfacher Hinweise auf notwendige Nacharbeiten am Fahrzeug gebe es kein Vorankommen der Entwicklung, und interne Papiere zu Verbesserungsvorschlägen seien Verschlusssache.

 

Maulkorb für Mitarbeiter

Besonders nachdenklich stimmt die Tatsache, dass Mitarbeiter, welche Mängel öffentlich bekannt machten, arbeitsrechtliche Schritte bis hin zu einer Abmahnung riskierten. In unserer freien und offenen Gesellschaft kann man letzteres als Eingeständnis dafür werten, dass an der Sache etwas dran ist und die Post mit rabiaten Mitteln versucht, den tatsächlichen Umfang der Probleme zu verschleiern. Fachleute gehen angesichts der geschilderten Sachlage davon aus, dass es in den nächsten Jahren zu noch massiveren Schwierigkeiten kommen dürfte. Einerseits unterliegen die im Streetscooter verbauten Batterien Alterungsprozessen, welche ihre Kapazität in den nächsten Jahren immer weiter nach unten drücken werden. Andererseits ist der Winter bisher noch vergleichsweise mild mit nur geringen Frosttemperaturen verlaufen. Sollten in einigen Jahren schwächer gewordene Batterien mit strengen Frösten auch tagsüber zusammentreffen, so könnte es durchaus zum Debakel kommen. Und dann dürften die hohen Herren von der Post in Erklärungsnöte geraten, nicht zuletzt auch angesichts der Tatsache, dass in das Projekt knapp 10 Mio. € an öffentlichen Geldern aus dem Bundesumweltministerium geflossen sind.

Fred F. Mueller

 

Quelle

[WELT] https://www.welt.de/wirtschaft/article171801021/Deutsche-Post-Winterprobleme-mit-dem-Streetscooter.html#Comments

 

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30 Kommentare
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  1. Mich würde interessieren, welche Kunden neben der Post sich solch ein Fahrzeug angeschafft haben oder wollen. Angenommen als Handwerker/Kundendienstler habe ich im Vorortbereich drei Kunden. Die liegen leider nicht alle in einem Stadtteil geschweige denn Straßenzug wie bei der Post. Bei dem vierten Kunden muss ich schon überlegen, ob ich überhaupt meinen Stützpunkt wieder erreiche. Kommt jetzt noch Frost, bin ich am A…….Tolles Auto ! Aber bei einem Kaufpreis von 32.000€ bietet die Post sogar eine entsprechende Ladestruktur ( lt. t3n.de/streetscooter) Fragt sich nur wo?
    Für 36.000€ bietet VW einen komfortablen E-Golf an mit 300 km Reichweite. VW hat dieses Auto auf den Markt geworfen um sich in diesem Segment zu zeigen (zu müssen).Trotzdem wird dieser unausgegorene Murks eines Streetscooters hochgelobt. Und eigentlich weiß jeder, das VW auf die Schnelle für den gleichen Preis einen Transporter/Pick Up z.B. auf der Basis eines Caddy bauen könnte. Wenn denn die Nachfrage da wäre. Und da liegt der Hase im Pfeffer. Alle reden über TESLA, wie toll das alles ist mit der E-Mobilität, loben die Ideen des Vordenkers Musk, aber kaum einer verwirklicht sie für sich. Es gibt -zig Modelle verschiedenster Hersteller und trotzdem dümpeln die Verkaufszahlen im Promillebereich.
    Hätte VW vor Musk ein E-Fahrzeug für 100.000 € auf den Markt gebracht, wären die Verantwortlichen geteert und gefedert und mit Fackeln und Heugabeln aus Wolfsburg vertrieben worden. Aber so ist das eben mit einem Heiland. Ein Professor als Streetscooterbauer oder ein Visionär machen sich als Autohersteller eben besser als profane Ingenieure.

  2. Irgendwann werden sich die Öko-Gurus den Fakten stellen müssen. Man stelle sich vor, in einem KKW würden stehengebliebene Rasenmäher vor der „Atomaufsicht“ verheimlicht. Die investigativen Medien würden sich mit einem Aufschrei darauf stürzen. Wenn unser Volksvermögen in untauglichen „Ökoversuchen“ vorsätzlich versenkt wird, bejubeln die Medien das noch als bahnbrechnde Vorreiterrolle. Irgendwann wird der Schwachsinn sich rächen. Die Warnungen in Tichys Einblick, z.B. Heft 01/18 wollen die Weltenretter in der Wahlkabine und in Berlin noch nicht zur Kenntnis nehmen. Mit einem Grinsen werde ich am ersten stehengbliebenen E-Fahrzeug der Zukunft vorbeifahren. Nur wenn der Fahrer schon tiefgefrostet aussieht, werde ich nicht wegen unterlassener Hilfeleistung vor den Kadi gehen.

  3. Der SWR hat in seiner Serie Eisenbahnromantik (eingestellt auf Youtube) mal Aufwand, Reichweiten und Geschichte batteriebetriebener Fahrzeuge, hier waren es Schienenbusse, in einem Abgesang auf diese Fahrzeuge zusammengestellt.
    Danach waren unter Idealbedingungen Reichweiten von bis zu 380 km möglich -- wenn zwischendurch nachgeladen wird.
    Ansonsten lag die Reichweite so ca. bei 250 km.
    Auch die verwendeten Batterien wurden gezeigt, 3 riesige Klötze von geschätzten 2 x 3x 1 Metern, wie man sie wohl nur in einem Eisenbahnwaggon oder einem UBoot unterbringen kann.
    Vielleicht noch in einem Bus.
    Verglichen mit den Zuständen im Straßenverkehr läuft so ein Schienenbus ja unter nahezu idealen Bedingungen -- ebene Strecke, rollt einen Teil der Strecke antriebslos, die Batterien wurden regelmäßig durch eine Fremdfirma gewartet.
    Erste Versuche mit so einem Fahrzeug soll es bereits 1884 mit einer batteriebetriebenen Straßenbahn gegeben haben.
    Daten dazu wurden jedoch nicht genannt.
    1884 -- die Technik ist uralt, die Entwicklung offenbar ausgereizt, und das soll jetzt die Zukunft sein?
    Offenbar erlebte die Elektromobilität in den 20er -- 60er Jahren des letzten Jahrhunderts bereits ein Hoch, warum wohl hat man sie wieder abgeschafft?

  4. #3

    Offenbar erlebte die Elektromobilität in den 20er — 60er Jahren des letzten Jahrhunderts bereits ein Hoch,

    Ja aber mit Oberleitung: Trolleybusse

    warum wohl hat man sie wieder abgeschafft?

    Hat man nicht; Straßenbahnen, U-Bahnen, S-Bahnen, ICEs boomen. Der Elektroantrieb ist ne feine Sache, wenn der Strom nicht mitgebracht werden muss sondern per „Verlängerungskabel“ aus dem Kraftwerk bezogen werden kann.

    Das gilt auch für den Trolleybus, aber der ist irgendwie ein System das die Nachteile beider Welten vereint: Er hat keine eigene Schiene sondern steht mit den Autos im Stau, bringt aber trotzdem die hohen Kosten der Oberleitung mit sich.

  5. Das ist das Problem: Die Ökoreligion erlaubt nicht mehr die kritische Berichterstattung. Der Öko-Ketzer wird Richtung Scheiterhaufen verfrachtet. Über Zahlen sollte man reden dürfen und da sieht es halt düster aus und nicht Hellgrün.
    Diese Zahlen dürften Frau Merkel wohl bekannt sein. Wie sieht das dann mit ihrem Amtseid aus?

  6. 1884 — die Technik ist uralt, die Entwicklung offenbar ausgereizt, und das soll jetzt die Zukunft sein?

    Passenderweise soll der dafür benötigte Strom ja aus Windmühlen kommen, die ebenso abgeschafft wurden weil es bessere Alternativen gab. Zumindest ist das ganze also konsequent dämlich. 🙂

  7. @Andreas

    Für 36.000€ bietet VW einen komfortablen E-Golf an mit 300 km Reichweite. VW hat dieses Auto auf den Markt geworfen um sich in diesem Segment zu zeigen (zu müssen).Trotzdem wird dieser unausgegorene Murks eines Streetscooters hochgelobt. Und eigentlich weiß jeder, das VW auf die Schnelle für den gleichen Preis einen Transporter/Pick Up z.B. auf der Basis eines Caddy bauen könnte.

    Mit diesem Kommentar sagst du, dass für dich VW über jeden Zweifel erhaben ist. Das ist sehr naiv.

    Erst mal sind die 300 km Reichweite NEFZ. Das ist also eine Reichweitenangabe, auf die sich kein vernünftiger E-Auto-Fahrer verlassen würde. Schau doch mal im Netz nach, was da an realer Reichweite angegeben wird. Das sind im Sommer so 230 km und im WInter unter 200 km.

    VW wollte damals eben nicht für den gleichen Preis einen Caddy bauen. Die Post ist ein großer Logistikanbieter. Da wären das nicht nur ein paar 100 Stück gewesen. Dazu kommt noch, dass diese Fahrzeuge hauptsächlich in Städten und Dörfern unterwegs sind und nicht auf der Autobahn. Diese Fahrzeuge werden also von vielen Menschen gesehen und werden so zu einer perfekten Werbung den Autohersteller. Aber VW hatte nun mal keine Lust.

    Warum kann VW nicht wie Toyota sein. Die sind 2000 das Risiko eingegangen und haben den Prius raus gebracht. Anfangs hatte man da nur drauf gezahlt. Erst nach 7 oder 8 Jahren wurde der Wagen profitabel. Vor 2 Jahren dann der Mirai. Genauso solch ein Risiko. Und wo geht VW ein Risiko ein? Beim Abgasschummel. Das ist eine Armutserklärung in Punkto Innovation. Und solch ein Autohersteller ist für dich über jeden Zweifel erhaben…

    Hätte VW vor Musk ein E-Fahrzeug für 100.000 € auf den Markt gebracht, wären die Verantwortlichen geteert und gefedert und mit Fackeln und Heugabeln aus Wolfsburg vertrieben worden. Ein Professor als Streetscooterbauer oder ein Visionär machen sich als Autohersteller eben besser als profane Ingenieure.

    Hätte VW nicht gemacht, denn man hat ja schon beim Phaeton gemerkt, dass man keine Oberklasse verkaufen kann. In 15 Jahren hatte man gerade mal 80.000 Stück verkauft. Tesla schafft das mit dem Model S in 2 Jahren. Und profane Ingenieuere hätten den E-Golf wohl nie verkaufen wollen. Das Teil ist eher ein Produkt der BWLer. Frontantrieb und Hecklastigkeit aufgrund der Akkuposition.

  8. @oxy #7

    Tesla schafft das mit dem Model S in 2 Jahren.

    Ich hab den Eindruck, dass Tesla son bisschen wie Apple funktioniert. Viel Marketing, wenig Innovation.

    Beide haben eigentlich keine besonders innovativen Produkte. Sie nehmen schon bestehende, anderswo entwickelte Technologien, verpacken sie in „tschiques“ Design, hypen sie mit Esoterik-Image auf, lassen sie von einem „Guru“ vermarkten, und nehmen dafür den dreifachen Preis den es eigentlich wert ist. Damit haben beide eine Community aus Fanbois herangezogen. Wer nicht dazugehört, kauft ein funktionsgleiches Produkt bei der Konkurrenz und spart dadurch.

    Unterschiede sind, dass Apple profitabel ist, und dass sie Produkte herstellen die tatsächlich einen Mehrwert bieten (bei aller Abneigung gegen Apple anzuerkennen ..)

  9. @anorak2

    Wie innovativ das Smartphone war, verdeutlicht folgender Spruch: „Die Kopie ist die höchste Form der Anerkennung“.

    Du bist genauso Fanboi von irgendwas, weil du ein Mensch bist und daher von deinen Emotionen beeinflusst wirst. Marketing ist ja nichts anderes als Psychologie für den Verkauf von Produkten zu nutzen. Es wird also geschaut, worauf die entsprechende Zielgruppe anspringt.

  10. @oxy #9

    Wie innovativ das Smartphone war, verdeutlicht folgender Spruch:

    Apple hat nicht das Smartphone erfunden. Smartphones gab es mindestens 10 Jahre davor. Das erste iphone war anderen Smartphones derselben Zeit funktional auch nicht überlegen.

    Das einzig wirklich neue war, die Touch-Oberfläche in ein Smartphone zu integrieren. Das ist zugegeben nett, und das ist der Teil den zu kopieren Sinn machte. Die Touch-Oberfläche war auch nicht neu und ist auch keine Apple-Erfindung, es gab sie bereits Jahre zuvor auf Desktops. Neu war nur die Integration in ein Smartphone. Alles andere ist Hype, ich hab mir schon ein paarmal die „Keynote“-Ansprache von Jobs bei der Vorstellung des ersten iphone angesehen. Alles was er da als neu preist, gab es schon.

    Andere iphone-„Innovationen“ würde ich negativ werten, so z.B. der fest eingelötete Akku, das Fehlen eines Speicherkarten-Slots und die Soft-Tastatur. Leider wurde manches davon auch von anderen Herstellern kopiert, aber das macht die Welt eher schlechter.

    Du bist genauso Fanboi von irgendwas

    Nein. Ich mag bestimmte Produkte und Marken, aber „Fanboi“ bedeutet für mich unkritisch. Ich bin aber kritisch, d.h. wenn eine Marke nicht mehr die Erwartungen erfüllt wegen der ich sie mal gut fand, höre ich auf sie gut zu finden. Ich hab den Eindruck, dass Apple-Jünger da grundsätzlich anders ticken.

    Und zum Thema zurück: Tesla wird von seinen Anhängern anscheinend genauso unkritisch angehimmelt. Das ist aber kein Wunderding, sondern nur eine edel und mit viel Hype vermarktete Elektrokarre wie dutzend andere auch.

  11. Man erinnert sich, wie Özdemir im BT-Wahlkampf mit fanatischem Ingrimm bei jeder Gelegenheit (Maischberger, Will, Illner etc) vom Kampf gegen den Diesel, den Benziner und für das Trottel e-Auto gekämpft hat. Bei jeder Frage über irgend etwas an ihn, antwortete er: „das fossile Auto muss weg, das E-Auto her“. Die Grünen hassen alle Autos. Die Grünen hassen ganz generell die Wirtschaft und Wissenschaft, ausser ihrem Scheissdreck Windräder, Solardachabzocke und Klimawissenschaftsscheiss. Die Grünen hassen Deutschland und Patriotismus. Die meisten Grünen haben schlechte Schulbildung, sind oft intellektell beschränkt, aber gleichzeitig höchst eitel und immer sofort narzistisch gekränkt, wenn man ihnen zeigt, wie blöde sie tatsächlich sind. Die Grünen sind ein Haufen verzweifelter Deppen voller Wut über alles, was sie nicht kapieren und werden dann auch noch moralisch frech. Deutschland braucht diese Vollpfosten nicht.

  12. Zwei Autos halten auf einer Straße. Im Vordergrund eine Audi-A8-Limousine mit abgedunkelten Fenstern. Dahinter ein weißer Toyota Prius. Interessant daran: Beide Autos gehören Grünen-Politikerin Sylvia Löhrmann. Das erste ist der Dienstwagen der nordrhein-westfälischen Schulministerin, das zweite nutzt sie für den Wahlkampf.

    https://www.welt.de/img/videos/mobile163615698/5311352137-ci16x9-w570/Foto-1-JPG.jpg

    Özdemir war am 19. September nach Stuttgart geflogen, um an einer Diskussion des Senders Regio TV mit OB Wolfgang Schuster teilzunehmen. Das Problem: Özdemir landete um 16.40 Uhr in Echterdingen, der TV-Termin in Bad Cannstatt war aber um 17.15 Uhr. Selbst geübte Fahrer schaffen die 17 Kilometer kaum in dieser Zeit. Also zahlte der Sender für Özdemir einen Hubschrauber-Flug.

    Kaum war der 44-Jährige gelandet, plagte ihn das schlechte Gewissen. Ein so kurzer Flug, und das noch für einen Grünen, die stets als Verfechter des Bahnfahrens gelten, das könnte ungut enden. Angesichts der Umstände habe er den Heli-Flug „zähneknirschend in Kauf genommen“, ließ Özdemir deshalb ausrichten.

    Die Grünen haben idR eine höhere Schulbildung, viele sog. Intellektuelle darunter, aber sind durch Waldorfkindergärten, -schulen und linke Unis grün verblendet. Das mit narzischtisch gekränkt, stimmt aber. Grüne sind nicht einsichtsfähig, aufgrund ihrer Ideologie. Und Spaß verstehen sie dort ganz und gar nicht. Das zeichnet Fanatiker aus.

  13. @anorak2

    Nein. Ich mag bestimmte Produkte und Marken, aber „Fanboi“ bedeutet für mich unkritisch. Ich bin aber kritisch, d.h. wenn eine Marke nicht mehr die Erwartungen erfüllt wegen der ich sie mal gut fand, höre ich auf sie gut zu finden. Ich hab den Eindruck, dass Apple-Jünger da grundsätzlich anders ticken.

    Bist du bei Kleidung und Nahrungsartikeln genauso kritisch wie bei Produkten aus dem Technologiebereich?

  14. > Ein Grund hierfür sei der zunehmende Bedarf an elektrischem Strom für die Fahrzeugheizung

    Das ist ja mit das dümmste überhaupt. Das Fahrzeug elektrisch zu heizen….
    Wenn die Batterieheizung dieses Problem wäre, aber den Innenraum elektrisch zu heizen ist ja nur noch bescheuert.

    Eine Dieselstandheizung braucht nur einen winzigen Tank und wneig Kraftstoff und macht warm.
    Die Heizung braucht man auch nur im Winter.

    Die sollen also eine Standheizung einbauen und fertig.

    Was halt das bestechende am Streetscooter nach wie vor ist: In urbanen zentren ist die Reichweite im Prinzip i.O., die Höchstgeschwindigkeit auch und für den ständigen Start/Stopp ist der Elektromotor nunmal deutlich besser als ein Verbrennungsmotor.

    Für andere Anwednungen überzeugt Elektro nciht so.
    Der Streetscooter mag noch nicht völlig ausgereift sein, aber ganz so schlecht ist dieses Fahrzeug auch nicht.

    mfg

  15. @ Krüger #12, das mit der höheren Schulbildung ist so eine Sache. Wenn man nur Sozio-irgendwas im Abitur hatte und dann Sozio-irgendwas studiert hat, kann man zwar überall schön mitlabern, aber hat eben keine Ahnung von der Sache. Wenn alle Kindergärtnerinnen und Volksschullehrerinnen Diplom Sozio… sind, macht aus der Sicht der Links Grünen die Erziehung im Kollektiv auch viel mehr Sinn. Eine Erziehung in vielschichtigen Familien ist bei der Hinerziehung zum sozialischen Wunschmenschen in hohem Maße störend. Von Hitlerjugend bis FDJ in der DDR wurde im Kollektiv erzogen. Daß es leider viele Familien nicht mehr können und Kindergarten und Schule der zweitbeste Erziehungsersatz sind, hat andere Gründe. Ich bin nicht religiös, aber welches grundlegende Weltbild, Familienbild haben wir nicht schon zerstört? Die Ehe für alle war nur der derzeit letzte Schritt.Es werden „Kindersoldaten“ für die große Transformation rekrutiert!

  16. @oxy #13

    Bist du bei Kleidung und Nahrungsartikeln genauso kritisch wie bei Produkten aus dem Technologiebereich?

    Bei Kleidung und Nahrung hab ich sowieso keine „Markentreue“, die ich erst kritisch überprüfen müsste. Beides kaufe ich rein nach Geschmack, Qualität und Preis, also a priori sehr kritisch.

  17. @mrotz #14

    Das ist ja mit das dümmste überhaupt. Das Fahrzeug elektrisch zu heizen….

    Nu sicher, fast so dumm wie es elektrisch anzutreiben.

    Eine Dieselstandheizung braucht nur einen winzigen Tank und wneig Kraftstoff und macht warm.

    Dein Vorschlag ist also, elektrischer Antrieb und Dieselheizung? 😀 Da wedelt der Hund mit dem Schwanz. Den Öks wird das auch nicht gefallen, wenn sie einen Funken Verstand … Oh wait, es wird ihnen gefallen.

  18. #17 … der Schwanz mit dem Hund, you know what I mean.

  19. Vor Weihnachten habe ich meinen Zusteller zum Fahrzeug indirekt „befragt“. Wohl wissend, dass er keine Auskünfte geben darf, habe ich ihm viel Glück gewünscht, dass die Kiste nicht liegenbleibt. Antwort sinngemäß, er habe damit keine Probleme. Nach kurzem Überlegen: „Ich glaube, ich bin der Einzige, der damit noch nicht liegengeblieben ist“ (von dem örtlichen Verteilzentrum). Gefühlt einmal die Woche sehe ich hier abends nach 17 Uhr einen am Straßenrand liegen -- ca. 1-2 km von der Basis entfernt.

  20. @17

    Nu sicher, fast so dumm wie es elektrisch anzutreiben.

    Gerade der Zustellbetrieb ist der schlechtmöglichste Betriebszustand eines Verbrennungsmotors. Entweder Dauerleerlauf oder An/Aus. Beides ist nichts für einen Verbrennungsmotor.
    Gerade für dieses Lastprofil ist der E-Antrieb optimal.

    Dein Vorschlag ist also, elektrischer Antrieb und Dieselheizung?

    JA! Weil das Sinn macht.. Die Menge Diesel, die die Heizung braucht, ist extrem gering, dafür hat man aber eisfreie Scheiben und die Zusteller holen sich keine Lungenentzündung oder schlimmeres.

    Dass die Heizung a priori ausgeschlossen wurde, ist ein extremer Designfehler. Aber eine Dieselstandheizung ist eigentlich einfach nachzurüsten.

    mfg

  21. @mrotz #20

    Gerade für dieses Lastprofil ist der E-Antrieb optimal.

    Der Elektromotor als solcher ist super und dem Verbrennungsmotor rein technisch haushoch überlegen, das wird hier niemand bestreiten. Das Problem ist der Akku. Der Elektromotor kann seine Stärken nämlich nur da ausspielen, wo er den Strom direkt vom nächsten Kraftwerk bezieht. ICEs, Straßenbahnen, U-Bahnen, S-Bahnen führen das Tag für Tag glänzend vor. Jeder Öko der gern elektrisch fahren will, ist hiermit herzlich aufgefordert, den Schienenverkehr zu benutzen und ansonsten stille zu schweigen.

    Solange das Verhedder-Problem der Verlängerungsschnüre nicht gelöst ist, ist Stromversorgung aus dem Netz aber für ein Auto keine Option. Der Akku als Energiespeicher ist verglichen mit einem Benzintank nämlich so obergrottenschlecht (Anschaffungskosten, Verschleiß, Ladezeit, regelmäßiger teurer Ersatz), dass die Gesellschaft die zwar vorhandenen, aber geringeren Nachteile des Verbrenners mit Kusshand dafür akzeptiert.

    Dein Vorschlag ist also, elektrischer Antrieb und Dieselheizung?

    JA!

    Das heißt du möchtest den fossilen Treibstauf für die Aufgabe, für die er am besten geeignet ist, mit Absicht nicht einsetzen. Da aber selbst dir auffällt, dass der Systemnachteil des Akkus bei der Nebenaufgabe des Heizens prohibitiv ist, möchtest du den fossilen Brennstoff dafür dann doch behalten. Das ist satirereif.

  22. Dass die Elektroautos hierzulande so viel kosten ist keine Frage der technischen Möglichkeiten sondern eine Frage von Wirtschaftsinteressen der Politik und Autoindustrie! In Asien gehören Elektroautos schon seit fast Jahrzehnten zum Stadtbild und dort sind sie auch bezahlbar! Und es ist doch peinlich dass deutsche Autobauer nicht gewillt waren Kleinlieferwagen für die Post-AG zu produzieren und es nun lokale Ingenieure in Aachen und Düren den großen Autokonzernen zeigen müssen wie es geht!

  23. Bei der Bundeswehr gab es zwecks Überbrückung der kalten Jahreszeit mit Diesel betriebene Standheizungen. Ein EInbau solcher wäre doch ein Lösungsbeitrag zum Dilemma. Zudem könnten damit die Akkumulatoren zur Erhöhung der Kapazität beheizt werden.

  24. @Bernd J #22

    Dass die Elektroautos hierzulande so viel kosten ist keine Frage der technischen Möglichkeiten sondern eine Frage von Wirtschaftsinteressen der Politik und Autoindustrie!

    Uhuhh … Immer wenn die Welt sich nicht so entwickelt wie die Ökofraktion es gern hättte, wittert sie finstere Verschwörungen. Das ist ein altes Thema.

    In Asien gehören Elektroautos schon seit fast Jahrzehnten zum Stadtbild

    Unsinn

    Und es ist doch peinlich dass deutsche Autobauer nicht gewillt waren Kleinlieferwagen für die Post-AG zu produzieren und es nun lokale Ingenieure in Aachen und Düren den großen Autokonzernen zeigen müssen wie es geht!

    Elektro-Autos werden in der BRD seit den 1960er Jahren produziert.

  25. „detroit auto show diesel“ -- nachdenkliches Grübeln bei diesen Suchergebnissen

  26. Ach ist es schön, ab und an mal wieder hier vorbeizuschauen. Gerade wenn es um E-Autos geht und der Autor einen „Fakten-Check“ verspricht.
    Ich habe nur nicht allzu viele Fakten gefunden -- dafür aber um so mehr Vorurteil, Voreingenommenheit und Ablehnung. Nein, ich werde weder bestreiten, dass ein E-Auto mit leerem Akku stehenbleibt, oder dass eine elektrische Heizung vor allem im Winter Reichweite kostet und dass es Autos mit Fertigungsmängeln gibt.
    Warum sollte ich? Denn das ist doch geradezu natürlich für ein neu entwickeltes (E-)Auto, welches nicht nur nutzungsmäßig genau auf die spezielle Anwendung zugeschnitten wurde, sondern sicher auch mit gehörigem Kostendruck von einer kleinen, neuen Firma entwickelt und gebaut wurde. Sicher ist dies für den einzelnen Betroffenen manchmal sehr ärgerlich! Aber mehr als Anlaufprobleme kann man darin nicht sehen. Ja, etwas mehr Akkukapazität hätte sicher das eine oder andere Problem vermieden. Ja, E-Autos wollen anders gefahren werden und Ja, es wird auch immer Nutzer geben, die nicht können oder wollen.

    Aber wenn der Hr. Fred F. Mueller den StreetScooter der Post mit seinen wohl durchaus vorhandenen Mängeln an Hand eines (!) Zeitungsartikels hernimmt und dann seinen Beitrag mit „Die Realität der Elektromobilität“ betitelt, dann ist das schon etwas verwegen.

    Mal abgesehen davon, dass etliche „normale“ Autos bei den tiefen Minustemperaturen der letzten Tage nicht ansprangen, wegen ausgeflocktem Diesel oder zugefrorener Kraftstofffilter ausfielen und es wohl auch schon zu kapitalen Motorschäden kam, weil gefrorenes Kondenswasser in der Ölwanne die Schmierung blockierte … ist der StreetScooter der Post allenfalls ein kleiner Baustein der E-Mobilität.

    Unser kleiner, 7Jahre alter E-Flitzer „Stromos“ ist letztes Jahr ca. 20.000km gelaufen. Bei einer Normreichweite von max. 120km und einer Winterreichweite von 70-80km. Ja, unser umgerüsteter Opel Agila heizt direkt mit Strom und das ist tatsächlich „suboptimal“. Aber wichtig ist doch eigentlich nur, dass er das eigene Fahrprofil erfüllt.

    Wenn wir Fakten diskutieren wollen, dann weise ich einmal darauf hin, dass sich weltweit -- auch in Deutschland -- sowohl die Verkäufe an E-Autos, als auch an PlugIn-Hybriden im letzten Jahr verdoppelt haben.
    Die Skeptiker müssen nun von „im Promille-Bereich“ auf „im unteren Prozentbereich“ umformulieren bei der Häme über die Neuzulassungen.

    Fakt ist, dass es 2017 hierzulande AkkuUpdates und Technikverbesserungen bei Nissan Leaf, BMW i3, Renault Zoe und selbst beim VW eGolf gegeben hat, die die Autos für sehr viele Nutzer praktikabel machen dürften. Das scheinen auch viele Nutzer zu erkennen. Die Wartezeiten für die meisten E-Autos haben sich auf >10Monate verlängert, obwohl die Hersteller die Produktion immer weiter erhöhen …

    Fakt ist halt, dass nicht der StreetScooter der Post, sondern bspw. PKW wie der Hyundai Ioniq electric oder der 2018 neu erschienene Nissan Leaf II aktueller Stand der Technik sind. Mit Wärmepumpenheizung, Schnelllademöglichkeit und Akkukapazitäten, die für die Fahrprofile sehr viele Normalnutzer mehr als ausreichend sind.

    Ebenso ist es ein Fakt, dass sich unter den 20 absatzstärksten Autobauern von reinen E-Autos und PlugIn-Hybriden ZEHN chinesische Firmen befinden, deren Namen hier die wenigsten kennen dürften. „BYD“ und „BAIC“ werden gefolgt von Tesla auf dem 3. Platz. VW rangiert auf Platz 16. Toyota mit nur einem einzigen PlugIn Modell weltweit (!), dem Prius PlugIn liegt auf Platz 6, denn man produziert diesen in ordentlichen Stückzahlen …

    Fakt ist ebenso, dass allein die Fa. Tesla 2017 >100.000 reine (hochpreisige) EV verkauft hat und die Produktion des Model3 gerade anläuft. 2018 werden es daher wohl >250.000 neue Tesla-PKW sein und es wird noch einige Zeit dauern, die >600.000 kostenpflichtigen Reservierungen für das Model3 abzuarbeiten.

    Wenn sich der Autor also über die „Mär vom unmittelbar anstehenden Durchbruch der Elektrofahrzeuge“ auslässt und dabei nicht ansatzweise den Verlauf einer disruptiven Entwicklung in seine Überlegungen einbezieht -- dann kann es ganz schnell schlecht aussehen für die dt. Autobauer, falls diese ebenso denken …

    Mit der „grünlinke Kampagne gegen den Diesel“ hat dies herzlich wenig zu tun. Die Zulassungsvorgaben der KP in China („Elektroquote“) dürften deutlich mehr Einfluss auf die Mobilitätsentwicklung weltweit haben wie das Blöken einzelner Schafe hierzulande. Deutschland ist beim Autobau und Autoabsatz eben nicht (mehr) der Nabel der Welt …

  27. Lieber Joe,
    sorry, dass es etwas dauerte, aber im offensichtlichen Unterschied zu dir muss ich fordernde Kunden zufriedenstellen und kann nicht jeden Tag Dutzende Sermone loslassen. Meine Freizeit, in der ich Diesel- und Energiebeiträge schreiben und auf Kommentare antworten kann, ist sehr knapp. Deshalb hier nur kurz:
    Es ist egal, ob ich ein Auto, ein Flugzeug oder eine Eisenbahn oder eine Indsutrieanlage herstelle und verkaufe: Sie hat ausgereift zu sein und zu funktionieren, vor allem, wenn Gesundheit und Leben von Menschen betroffen sind. Das ist bei allem, was Verkehr betrifft, der Fall. Da darf es keine Abstriche geben. Abgesehen davon dass es generell zutiefst unseriös ist, den Kunden als Tester einzuspannen.
    Das magst du ja vielleicht etwas lockerer sehen, aber ich unterstelle mal nach Analyse deiner zahlreichen Kommentare hier, dass du nicht zu den Menschen gehörst, die im Bereich der Herstellung technischer Produkte wertschöpfend tätig sind. Dann gibt es noch den Bereich Dienstleistungen (Verwaltung, Dienstleistung, Medizin, Pharmazie, Ausbildung, Pflege, Kunst+Kultur etc.), das klassische Schmarotzertum und -- eine Sumpfblüte in jeder Hochzivilisationsphase -- die reinen Kaputtmacher, oft Leute, die ausschliesslich Schwätzologie im Haupt- und Nebenfach studiert haben. Wozu du letztlich gehörst, musst du mit dir selbst ausmachen.
    Deine zahlreichen Stellungnahmen beweisen, dass du dich mit E-Mobilen intensiv beschäftigt hast, aber offensichtlich ideologisch völlig einseitig selektierst. Beispiel Recycling von Lithium. Ich wollte, ich bekäme jedesmal, wenn sich ein weltfremder (oder von Geldsorgen getriebener) Professor etwas angeblich tolles ausdenkt, mit dem man prima Forschungsgelder lockermachen kann, einen einzigen Euro. Ich wäre Multimillionär. Ich verfolge z.B. Recyclingthemen seit Jahrzehnten. In diesem Bereich liegen Anspruch und Realitäten weit auseinander, egal ob es um Elektronik, Kunststoffe oder Batterien geht. Wo es gut funktioniert, sind Metalle. Ansonsten fast nur Downgrading. Lithium landet in der Realität im Abwasser oder in der Schlacke, mir ist kein REAL EXISTIERENDES Hochwert-Recyclingverfahren bekannt. Ich habe auch schon Firmen besucht, die mit Zig Mio € hochgezogen wurden, um Batterien zu recyceln. Mindestens drei davon sind inzwischen PLEITE.
    Also: Ich habe nichts gegen E-Mobile. Mögest du damit glücklich werden. Ich habe etwas gegen die Verteufelung des Diesels und der Individualmobilität sowie die Vernichtung unserer KFZ-Branche. Es werden inzwischen dreistellige Mrd-Beträge ausgegeben, um dies herbeizuzwungen. Und dich zähle ich zu denjenigen, die genau auf das hinarbeiten. Dagegen wehre ich mich.
    Mfg

  28. Wow -- ich äußere eine sachliche Meinung in diesem Blog und ernte eine solche Antwort?

    Auch ich halte nichts von der Verteufelung des Dieselmotors und stimme Ihnen absolut zu, dass Produkte “ ausgereift zu sein haben und funktionieren müssen“. Leider ist dies bei vielen Konsumgütern (auch Autos namhafter Hersteller) heute nicht mehr von Beginn an gegeben.
    Wenn Sie aber Ihren Artikel „Die Realität der Elektromobilität“ überschreiben und dann das sehr spezielle Produkt eines StartUp kritisieren -- ohne auf die zahlreichen, sehr ausgereiften Produkte für Endkunden einzugehen, dann erscheint es mir nicht aufrichtig, wenn Sie schreiben: „Ich habe nichts gegen E-Mobile.“

    Die Kritik zur Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit beim Recycling (die ich hier überhaupt nicht angesprochen habe) übertrage ich gern auf die Abfälle der Atomwirtschaft. Mit dem Unterschied, dass eben bei Lithiumakkus die zu recycelnden Mengen noch gar nicht vorhanden sind …

  29. Auf der Achse des Guten ist ein Artikel zum Thema erschienen: Und jetzt rechnen wir mal: Kosten eines E-Autos
    Interessant darin auch der Verweis auf die ADAC-Kostenvergleichsrechnung.

    Persönlich denke ich allerdings mir Dr. Dirk Spaniel, dass selbst bei Akzeptanz der neuen EU-Grenzwerte die Lösung über synthetische Kraftstoffe wesentlich besser ist.

  30. Danke für die ADAC-Kostenaufstellung. Letztlich sieht man dort, dass es vor allem der höhere Anschaffungspreis zum Vergleichsfahrzeug ist, der gerade in den ersten 4 Jahren nach der Neuanschaffung mit nur 15.000km /Jahr die Gesamtkosten/Monat in die Höhe treibt.

    Die Preise der E-Autos werden aber erst fallen, wenn tatsächlich ein Markt entsteht und ordentlich Stückzahlen zur Verfügung stehen. So lange man auf aktuelle E-Autos wie Nissan Leaf II oder Hyundai Ioniq 10-12Monate warten muss oder es wie im Fall von Tesla kein vergleichbares Auto gibt -- so lange werden auch die Preise hoch bleiben. Selbst der umgefrickelte eGolf ist ausverkauft mit langen Wartezeiten! Gebraucht gibt es allenfalls falsch ausgestattete EV (bspw. eGolf ohne Wärmepumpe und ohne CCS-Schnellladebuchse) -- oder Tesla mit >200.000km auf der Uhr für viel Geld oder die erste Generation mit geringen Reichweiten.

    VW hat für den I.D. ab 2020 einen Preis ab 25.000€ und 150.000Einheiten im Jahr angekündigt. Die Produktion des Tesla Model3 wurde auf ca. 5.000/Woche (wären 250.000 p.a.) hochgefahren und das Auto soll wohl ab 2019 auch nach Europa kommen.
    Man kann nur hoffen, dass es nicht so hart wird wie in Amerika, wo die Absatzeinbrüche der dt. Autobauer mit den konventionellen Modellen drastisch sind.

    Wenn auch noch die neuen Modelle wie Hyundai Kona EV ab 2019 real verfügbar sind, ist schon wieder ein guter Schritt getan, auch wenn ich immer noch keinen Familien-Kombi mit AHK als Elektroauto finde. Selbst der BMW i3 erhält noch ein zweites Akku-Update, welches die Reichweite weiter verbessert.
    Streetscooter baut zusätzlich eine größere, weiter verbesserte Version XL
    DAS ist (neben Pedelecs, E-Rollern u.a.) derzeit (Ende 2018) die Realität der Elektromobilität…

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