Diesel: Die Lückenmedien im Glashaus (11)

16. Februar 2018 | Von | Kategorie: Artikel, Elektromobilität, Mobilität, Politik

Deutschlands politische und mediale Eliten blasen zum Krieg gegen das angeblich klima- und gesundheitsgefährdende Automobil. Da man damit nahezu das ganze Volk trifft, von den knapp 1 Mio. Beschäftigten der Branche über zahllose Mitarbeiter bei Zulieferern und Werkstätten bis zu den rund 45 Mio. Autobesitzern, greift man zur Salamitaktik. Deshalb wird zurzeit der Diesel-PKW als angeblich gesundheitsschädlicher Schmutzfink in die Ecke gestellt. Er soll die Luft in den Städten verpesten und jedes Jahr zigtausende Tote verursachen. ARD und ZDF, Landessender wie RBB und SWR und auch zahlreiche Zeitschriften wie der „Spiegel“ verhalten sich wie Staatsmedien und nehmen kritische Stimmen mit sogenannten „Faktenfindern“ aufs Korn [FAKT]. Doch wie gut halten diese „Faktenfinder“ einem gründlichen Faktencheck stand?

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Bild 1. Der Blick „unter die Haube“ eines älteren V8-Dieselmotors offenbart die komplexe Technologie dieser energieeffizienten Kraftpakete

 

In den bisherigen Teilen dieses Aufsatzes wurde nachgewiesen, dass die NO2-Belastung der Luft in ganz Deutschland und auch an den sogenannten „Hotspots“ in den Städten auf im Prinzip unbedeutende Werte zurückgegangen ist. Wichtiger Grund hierfür ist die stetige Ablösung älterer durch jüngere Fahrzeuge mit besseren Abgasbehandlungssystemen. Dieser Trend wird sich auch in den nächsten Jahren fortsetzen. Auch wurde aufgedeckt, wie fragwürdig die Messmethoden sind und welche Tricks und Manipulationen zum Einsatz kommen. Im dritten Teil wurden die teils grotesk übertriebenen Behauptungen über die gesundheitlichen Auswirkungen von Stickstoffdioxid sowie die offensichtliche Parteilichkeit sowohl der öffentlich-rechtlichen Medien als auch industriefeindlicher Behörden behandelt. Im vierten Teil wurde festgestellt, dass das Auto auch in der Stadt der Zukunft unverzichtbar bleibt und Elektromobilität zurzeit nicht realisierbar ist. Außerdem wurden Widersprüche in den Aussagen des Umweltbundesamtes beleuchtet und anrüchige Querverbindungen zwischen der Deutschen Umwelthilfe sowie Ministerien und Behörden thematisiert. Im fünften Teil wurde gezeigt, dass an der angeblichen Gesundheitsgefährdung selbst durch geringste NO2-Konzentrationen nichts dran ist und die Horror-Stories über zigtausende Tote durch Dieselabgase nicht wissenschaftlich fundiert sind. Zahlreiche Studien basieren sogar auf gefälschten Zahlenwerten. Im sechsten Teil wurden grobe Mängel bei den Studien der US-Umweltschutzbehörde EPA und der WHO dargelegt, mit denen behauptete Gesundheitsgefahren von Stickoxiden „belegt“ werden sollen. Im siebten Teil wird anhand von umfassenden Abgasuntersuchungen in bayrischen Großstädten nachgewiesen, dass selbst an den „Brennpunkten“ des Abgasgeschehens keinerlei Gründe für Fahrverbote für Diesel-PKW vorliegen. Anschließend wurde im achten Teil nachgewiesen, dass die Grenzwertüberschreitungen der Luft punktuell extrem beschränkt sind und der Anteil der betroffenen Bewohner selbst an den Brennpunkten im Zehntel-Promille-Bereich liegt.

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Bild 2. Einige der typischen Horrormeldungen in den Medien zum Thema Diesel-Abgase

 

Der neunte Teil zeigte, wie gering die Beaufschlagung der Anwohner einer Straße mit über dem Grenzwert liegenden NO2-Konzentrationen in Wirklichkeit ist. Im zehnten Teil wurde gezeigt, dass die NO2-Beaufschlagung im eigenen Wohnbereich teilweise sehr viel höher liegt als selbst an den am stärksten befrachteten Brennpunkten des Autoverkehrs. Im vorliegenden elften Teil werfen wir einen kritischen Blick auf die Glaubwürdigkeit einiger Epidemiologinnen, die sich in Deutschland als Anti-Diesel-Aktivistinnen hervortun.

 

Eine unbequeme Wahrheit….

Im Juni 2017 erschien der Bericht des ein Jahr zuvor eingesetzten Diesel-Untersuchungsausschusses, in dessen Verlauf Abgeordnete der im Bundestag vertretenen Parteien Stellungnahmen und Eingaben der vom Thema betroffenen gesellschaftlichen Kräfte sowie einer Reihe führender Wissenschaftler angehört und bewertet hatten. Zu diesen Wissenschaftlern gehörten auch führende Mediziner und Epidemiologen. In seinem abschließenden Bericht hält der Ausschuss auf den Seiten 491 ff u.a. folgende entscheidenden Aussagen fest:

  • – In Deutschland bestehen keine toxikologisch bedenklichen NO2-Werte in öffentlich zugänglichen Bereichen.
  • – Es gibt keine wissenschaftlich erwiesenen Zahlen dazu, wie viele Menschen aufgrund grenzwertüberschreitender NO2-Expositionen erkrankt oder gar gestorben sind, Bild 3.

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Bild 3. Nach intensiver Recherche kam der Diesel-Untersuchungsausschuss des deutschen Bundestages zu dem Schluss, dass die Meldungen über Tote durch Dieselabgase unbegründet sind [BUTA]

 

…führte zu wütenden Protesten

Wie bereits in früheren Teilen dieser Untersuchung ausgeführt, gibt es zu diesem Thema gegensätzliche Haltungen von Medizinern bzw. Toxikologen einerseits und Epidemiologen andererseits. Erstere stützen sich auf durch Tests klar nachgewiesene Ursache-Wirkungsbeziehungen, während Epidemiologen statistische Untersuchungen an größeren Bevölkerungsgruppen durchführen, um auf diese Weise Hinweise auf Gesundheitsgefährdungen zu erhalten. Bei dieser Methodik sollte man jedoch die Voraussetzungen der Untersuchung sehr penibel auf mögliche Stör- und Quereinflüsse hin abprüfen und die Grundlagen der statistischen Auswertung beherrschen.

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Bild 4. Vergleich gesundheitlicher Risikofaktoren. Man beachte, dass unter „Umwelt“ eine Vielzahl unterschiedlicher Faktoren zusammengefasst ist, von denen NO2 lediglich einen (eher unbedeutenden) Anteil ausmacht (Ministerium f. Umwelt, Gesundheit + Verbraucherschutz)

 

Unsaubere Arbeitsweise führt sonst zu Scheinkorrelationen [SCHKO] und damit zu falschen Schlüssen. Der wichtigste Fehler liegt in der Regel darin, dass die Abgrenzung der Einflüsse bei der Auswahl der untersuchten Gruppen („Kohorten“) nicht sauber durchgeführt wird.

Bereits in früheren Folgen dieser Artikelserie wurde darauf hingewiesen, dass ein erheblicher Teil der von Epidemiologen präsentierten Studien über den Zusammenhang von NO2-Emissionen und Gesundheitsbeeinträchtigungen wegen methodischer Fehler als nicht vertrauenswürdig eingestuft werden sollte [RUHR5, RUHR6RUHR5]. Teilweise wurde sogar offen gefälscht, um Fördergelder zu erhalten [DUKE]. Dies gilt auch für die Studien, die in zusammenfassenden Dokumentationen der US-amerikanischen Umweltschutzbehörde EPA [EPA] sowie der Weltgesundheitsorganisation WHO [WHO2] aufgeführt werden.

 

Profiteure des Abgas-Alarmismus

In den letzten Jahren hat sich in den westlichen Nationen sowie im Dunstkreis der WHO ein Filz aus universitären und „ökologischen“ – also im Prinzip kommerziellen – Institutionen herausgebildet, die davon abhängen, dass staatliche Stellen sie mit immer neuen Forschungsaufträgen u.a. zu Abgasthemen alimentieren. Das hat zur Ausbildung von Abhängigkeiten geführt und damit zu einer „Marktsicherung“-Haltung geführt. Den beteiligten Instituten ist schließlich klar, dass die Nachfrage nach ihren Forschungsdienstleistungen zurückgehen würde, falls in der Öffentlichkeit der Eindruck entstehen würde, dass die Gefahr von Auto- und insbesondere Dieselabgasen nicht gar so groß ist wie vielfach behauptet.

Deshalb nimmt es nicht wunder, dass manche Exponenten aus diesem Umfeld sich auch in Deutschland als „Anti-Diesel-Aktivisten“ hervortun. Schließlich waren das von Trittin mit grünlinken Parteigängern gespickte Umweltministerium samt des ihm unterstellten Umweltbundesamtes wesentliche Auftraggeber. Drei der profiliertesten dieser Aktivistinnen nahmen das Ergebnis des Diesel-Untersuchungsausschusses zum Anlass, hierzu eine geharnischten Protestnote [EPIDE] veröffentlichen zu lassen.

 

Unter dem Deckmantel „der Wissenschaft“…

Entlarvend ist bereits der einleitende Satz nach der Zwischenüberschrift „Widerspruch aus der Wissenschaft“: „Nicht nur bei den Linken und Grünen, die der Regierung Versagen vorwerfen, stößt der Bericht auf Kritik. Auch Experten aus den Bereichen Luftverschmutzung und Gesundheit widersprechen den Schlussfolgerungen des Berliner Diesel-Untersuchungsausschusses“. Damit haben sich sowohl das sogenannte Hauptstadtnetzwerk als auch besagte Akademikerinnen bereits bezüglich ihrer ideologischen Grundhaltung eindeutig positioniert. Dass man sich dabei nicht scheut, auch verbal grobes Geschütz aufzufahren, dokumentiert sich in dem einleitenden Absatz: „Der Diesel-Untersuchungsausschuss will keine tödlichen Gefahren von Diesel-Abgaben gefunden haben. Wissenschaftler halten das für absurd“. Eine solche Aussage in diesem Zusammenhang lässt einiges an Chuzpe erkennen, haben doch vor dem Untersuchungsausschuss mehrere hochrangige Experten auf dem Gebiet ausgesagt. Auch gibt es in Deutschland mit der MAK-Kommission und dem Ausschuss für Innenraumrichtwerte gleich zwei hochkarätig besetzte Expertengremien, die zu anderen Schlussfolgerungen kommen. Auch in den USA hat das EPA erst im letzten Jahr bekräftigt, dass es NO2-Konzentrationen unterhalb von 100 µg/m3 für gesundheitlich völlig unbedenklich hält [NAAQS].

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Bild 5. Zitat aus dem Bericht des Bundestags-Untersuchungsausschusses zur Dieselaffäre. Prof. Dr. med. Helmut Greim war Leiter des Instituts für Toxikologie und Umwelthygiene der TU München und langjähriger Vorsitzender der MAK-Kommission (Quelle: [BUTA])

 

…wird Wissenschaft missbraucht

Der Bericht des Untersuchungsausschusses, so die Stellungnahme der drei Akademikerinnen, habe „eine ganze Reihe wichtiger, weltweiter Studien, ignoriert“. Diese Aussage ist gleichbedeutend mit einem Frontalangriff gegen eine Vielzahl anderer Wissenschaftler auf dem Gebiet, darunter renommierte Vertreter der Toxikologie oder der Lungenheilkunde, denen man vorwirft, sie seien bezüglich des Standes der Wissenschaft und Forschung nicht ausreichend informiert.

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Bild 6. Auszug aus einer privaten Mail eines Pathologieprofessors an Prof. Dr. Thomas Koch [KOCH]

 

Und dann lassen die Damen die Katze aus dem Sack, indem sie behaupten: „Epidemiologische Befunde belegen negative gesundheitliche Wirkungen von Stickstoffdioxid bereits bei Konzentrationen von 20 µg/m3 im Jahresmittel oder darunter. Stickoxide haben auch als Vorläufer von Feinstaub und Ozon gesundheitliche Relevanz.“ Damit verlässt das Trio jeglichen „Konsens der Wissenschaft“ ihres Fachgebiets, denn diese Hypothese geht über alles, was WHO und EPA, die EU und selbst das UBA für unbedenklich halten, weit hinaus. Die drei Damen repräsentieren keinesfalls mehr die Positionen „der Wissenschaft“, sondern vertreten eine Extremposition, die man auch als sektiererisch charakterisieren könnte.

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Bild 7. Prof. Dr. Andrea Hartwig, Geschäftsführende Direktorin des Instituts für Angewandte Biowissenschaften (IAB) und Leitung der Abteilung Lebensmittelchemie und Toxikologie beim Karlsruhe Institut für Technik, Mitglied und seit 2007 Vorsitzende der MAK-Kommission, Mitglied in zahlreichen nationalen wie auch internationalen Beratergremien ([HARTW])

 

Nun ist es das gute Recht jedes Wissenschaftlers, eine von der Mehrheit abweichende These zu vertreten. Berufskollegen jedoch so massiv Ignoranz, Absurdität und unzureichende Kenntnis des Stands der Wissenschaft vorzuwerfen, entspricht nicht so ganz der feinen englischen Art. Die Damen dürfen sich daher nicht darüber beschweren, wenn ihre Hypothese im Folgenden ebenfalls einer kritischen Prüfung unterzogen wird.

 

Wie beeinflusst die NO2-Befrachtung der Luft im Freien die Lebensdauer?

Die Europäische Umweltagentur EEA behauptet, dass Stickoxide in deutschen Großstädten angeblich jährlich über 10.000 Tote verursachen. Prof. Barbara Hoffmann – eine der drei Aktivistinnen der Kampagne gegen den Bericht des Untersuchungsausschusses – hält diese Studie laut Aussage in einem Interview mit der Landesrundfunkanstalt Berlin-Brandenburg „unterm Strich für seriös“ [RBBHO]. Sie basiere „auf solider Wissenschaft“. Zur nächsten Frage über Stickoxidmesswerte an verkehrsreichen Straßen sagte sie: „Im Mittel leben wir alle durch die Belastung durch Feinstaub und Stickoxide zehn Monate kürzer….Wer mit…einer gesunden Lebensweise im Grünen lebt, hat aber im statistischen Durchschnitt ein längeres Leben“. Der „kleine Trick“ bei dieser Aussage bestand übrigens darin, dass sie hier Feinstaub – den moderne Dieselmotoren dank ihres Rußpartikelfilter gar nicht erst ausstoßen – und NO2 zusammenwürfelte. Allein schon diese Argumentationsweise lässt Rückschlüsse auf die Integrität und wissenschaftliche Seriosität von Prof. Hoffmann zu. Deshalb wollen wir uns diese Aussage einmal am Beispiel Deutschlands ansehen.

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Bild 8. Zitat aus dem Bericht des Bundestags-Untersuchungsausschusses zur Dieselaffäre. Prof. Dr. Peters ist Direktorin des Instituts Epidemiologie II am Helmholtz Zentrum München (Quelle: [BUTA])

Für die Überprüfung der Hypothese von Prof. Hoffmann ist es am naheliegendsten, die Lebenserwartung von Bevölkerungsgruppen zu vergleichen, die in Gegenden mit unterschiedliche hohen Abgasimmissionen (und somit auch NO2-Gehalten) leben. Als Datenbasis nehmen wir die vom UBA erstellte Deutschlandkarte mit den NO2-Jahremittelwerten für das Jahr 2010 (Bild 9), da für diesen Zeitpunkt auch regionale Daten zur Lebenserwartung der Bevölkerung verfügbar sind.

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Bild 9. Vom Umweltbundesamt erstellte Karte mit den 2010 in Deutschland gemessenen Jahresmittelwerten der NO2-Konzentrationen (Grafik: UBA)

 

In Deutschland wurden 2010 NO2-Jahresmittelwerte zwischen etwa 3-10 µg/m3 in ländlichen Regionen und 90-100 µg/m3 in einigen Großstadt-Hotspots gemessen. Die Farbverteilung auf der Karte weist Mecklenburg-Vorpommern als die am wenigsten durch Abgase belastete deutsche Region aus. Hier sollte man bei Gültigkeit der Hypothese auch die höchsten Lebenserwartungen finden, während die Städter in den industriellen Ballungszentren des Westens – Nordrhein-Westfalen, Rhein-Main-Region sowie der Industriegürtel von Stuttgart bis München – erheblich schlechtere Luft atmen müssen. Die ausgewiesenen NO2-Gehalte sind gleichzeitig auch ein Indikator für alle anderen Abgasbestandteile wie z.B. Feinstaub. Zwischen Regionen mit hohen Abgaswerten und Mecklenburg-Vorpommern müsste sich demnach ein deutliches Gefälle der Lebenserwartung nachweisen lassen. In die Auswertung wurden alle Regionen von Mecklenburg-Vorpommern – Städte ebenso wie ländliche Regionen – sowie das „deckigste Dutzend“ der am stärksten mit NO2 befrachteten westdeutschen Großstädte einbezogen, Bild 10.

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Bild 10. Einfluss der NO2-Jahresmittelwerte der Luft im Freien auf die Lebenserwartung bei Geburt (e0) für Mecklenburg-Vorpommern sowie das „dreckigste Dutzend“ der deutschen Großstädte (Daten: [UBA, LEBE])

 

Die Auswertung zeigt jedoch das völlige Gegenteil: Statt mit zunehmender Abgasbelastung abzunehmen, steigt die Lebenserwartung sogar an. Sowohl Männer als auch Frauen leben offensichtlich dort deutlich länger, wo die Luft am stärksten mit Abgasen und NO2 befrachtet ist. Die Steigung der linearen Funktion, die angibt, um wieviele Lebensjahre man in belasteter Luft pro zusätzlichem µg/m3 NO2 länger leben dürfte, liegt für Männer bei +0,059 Lebensjahren pro zusätzlichem µg NO2/m3. Bei Frauen ist er etwas niedriger und erreicht lediglich +0,032 Lebensjahre pro zusätzlichem µg NO2/m3.

Anders ausgedrückt bedeutet dies, dass ein Mann in München oder Stuttgart ein um rund fünf Jahre längeres Leben erwarten darf als jemand, der in ländlichen Regionen in MP wie Göhlen, Löcknitz oder Gülzow wohnt. Bei Frauen ist der Unterschied geringer, doch erfreuen auch sie sich einer um fast drei Lebensjahre längeren Lebenserwartung.

Angesichts dieses Ergebnisses kann man natürlich argumentieren, dieser offensichtliche Widerspruch habe andere Ursachen, beispielsweise negative Einflüsse aus den Mangeljahren in der DDR-Zeit bei den Einwohnern von Mecklenburg-Vorpommern. Um dies zu überprüfen, wurde die gleiche statistische Auswertung ausschließlich für dieses Bundesland durchgeführt, Bild 11.

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Bild 11. Einfluss der NO2-Jahresmittelwerte der Luft im Freien auf die Lebenserwartung bei Geburt (e0) für unterschiedliche Wohnorte innerhalb von Mecklenburg-Vorpommern (Daten: (Daten: [UBA, LEBE])

 

Innerhalb von Mecklenburg-Vorpommern mit seinen deutlich kleineren Städten in einem ansonsten weitgehend ländlich geprägten Umfeld sind die absoluten Unterschiede mit einer Spanne von 8 bis 44 µg/m3 NO2 natürlich erheblich geringer. Dennoch bleibt nicht nur der grundlegende Trend erhalten, auch die Faktoren passen sowohl bei Männern (+0,0496 Lebensjahre pro zusätzlichem µg NO2/m3) als auch bei Frauen (+0,059 Lebensjahre pro zusätzlichem µg NO2/m3) erstaunlich gut zu denen aus der Analyse für die gesamte BRD. Auch in Mecklenburg-Vorpommern lebt man in „dreckiger“, abgasbeladener Stadtluft erkennbar länger als beim ständigen Genuss reiner Landluft.

 

Die Hypothese zerschellt an der Realität

Diese auf die Schnelle durchgeführte Untersuchung ist zugegebenermaßen recht grob, weshalb in den Grafiken auch ausdrücklich von einem scheinbaren Einfluss die Rede ist. Kein vernünftiger Mensch würde behaupten, dass das Einatmen von Abgasen der Gesundheit zuträglich ist. Es schadet aber ganz offensichtlich bei weitem nicht in dem Umfang, wie es die meisten Medien unterstellen. Unrühmliches aber leider nicht einziges Beispiel ist der Starreporter Jürgen Döschner mit seiner Behauptung: „Deutsche Automafia vergast jedes Jahr 10.000 Unschuldige“ [DOESCH].

Wie auch immer man die Ergebnisse der Analyse interpretieren mag, es bleibt als Tatsache, dass die Hypothese der EEA sowie Prof. Hoffmann schon bei diesem grundlegenden Faktencheck nicht gut davonkommt. Das Vorzeichen stimmt nun einmal nicht, und das ist ein gravierender Mangel, denn es bedeutet zumeist, dass die Hypothese selbst durch aufwendiges Modellieren, Herumrechnen und Simulieren nur zu retten wäre, wenn sich die Effekte sehr scharf trennen ließen. Die entsprechenden Nachweise sind in der Praxis kaum zu erbringen, Bild 12.

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Bild 12. Dr. med. Tillmann Jahn, Oberarzt der Klinik für Thoraxchirurgie der St. Vincentius-Kliniken Karlsruhe (Quelle: [JAHN])

 

Das ist auch nicht verwunderlich, denn andere Faktoren – insbesondere die sozioökonomische Situation – haben offensichtlich eine viel stärkere Auswirkung als Autoabgase. Diese dominierenden Einflüsse auf die Lebensdauer sind seit langem bekannt und bestens dokumentiert: Rauchen, Fettleibigkeit, Bluthochdruck, Diabetes und Bewegungsmangel, siehe auch Bild 4. Diese sind wiederum eng mit der sozioökonomischen Situation verknüpft. Das präzise Herausfiltern einer – wenn überhaupt – dann ziemlich schwachen Einflussgröße wie Autoabgase setzt eine äußerst sorgfältige Selektion der untersuchten Personengruppen voraus. Im Prinzip müssten alle relevanten Faktoren wie das individuelle Verhalten sowie die tatsächliche Jahresbelastung mit allen relevanten Lungenschadstoffen (Innen- und Außenluft) am Wohnort wie auch am Arbeitsplatz ganzheitlich, langzeitig und mit engem Zeitraster untersucht werden. Eine exakte getrennte Erfassung von NO2 und anderen Faktoren wie Feinstaub wären unabdingbar. Dies ist bei den weitaus meisten epidemiologischen Studien nicht der Fall. Wird die Statistik jedoch mit Kuddelmuddel statt mit sauber getrennten Eingangsdaten betrieben, so kommt es zu „mathematischen Zombiezahlen“ wie in den Berechnungen der Europäischen Umweltagentur.

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Bild 13. Prof. Dr. med. Helmut Greim war Leiter des Instituts für Toxikologie und Umwelthygiene der TU München und langjähriger Vorsitzender der MAK-Kommission (Quelle: [GREIM])

 

Dieser grundlegende Mangel kann auch durch sogenannte Metaanalysen – die Zusammenfassung und statistische Untersuchung der Ergebnisse zahlreicher unterschiedlicher Studien – nicht behoben werden. Die allzu häufig unsaubere Trennung der Einflussfaktoren ist ein entscheidender und nicht mehr zu korrigierender Mangel. Unter US-Wissenschaftlern gibt es hierzu eine kurze und sehr treffende Charakterisierung: Shit in, shit out. Auf eine Übersetzung sei hier verzichtet.

 

Eine wissenschaftliche Selbstdemontage…

Die Position der drei Epidemiologinnen um Prof. Hoffmann kann somit als auch unter Medizinern kaum glaubwürdig eingestuft werden. Umso verwunderlicher ist es, dass sie dennoch mit derartiger Verve an die Öffentlichkeit drängen und zugleich Fachkollegen derart heftig und teils unter der Gürtellinie („absurd“) attackieren. Zudem nutzen sie die gleichen PR-Netzwerke ökosozialistisch geprägter Journalisten wie die Autofeinde von der Deutschen Umwelthilfe, um sich wo immer möglich als „Stimme der Wissenschaft“ zu gerieren. Statt wie unter Wissenschaftlern üblich ihre Positionen im Rahmen von Veröffentlichungen und Tagungsvorträgen zu vertreten, bevorzugt Fr. Prof. Hoffmann augenscheinlich das Megaphon der Medien. Leider zeigt die Erfahrung, dass man damit in unserer mediendominierten Öffentlichkeit leichter Karriere machen kann als mit seriöser wissenschaftlicher Betätigung: „Wer lauter schreit, bekommt leider Recht“. Insbesondere der RBB fällt dadurch auf, dass er Prof. Hoffmann ungeachtet ihrer eindeutig nicht repräsentativen Positionen in Sendungen bzw. Interviews als einzige „Vertreterin der Wissenschaft“ zu Wort kommen lässt. Im Prinzip wäre dies ein Fall für den Rundfunkrat.

Das traurige an dieser unangemessenen und den Gepflogenheiten der Wissenschaft widersprechenden Verhaltensweise ist, dass dies auf Dauer nachteilige Auswirkungen auf das gesamte Fachgebiet haben dürfte. Dabei besteht an der Notwendigkeit epidemiologischer Forschung an sich keinerlei Zweifel, sofern sie wissenschaftlichen Kriterien genügt. Nimmt jedoch die wissenschaftliche Reputation des Fachgebiets durch die beschriebenen Eskapaden Schaden, so kann sich dies nachteilig auch auf die Bereitschaft zur Forschungsförderung auswirken.

 

Fakten und „Faktenfinder“

Die hier dargelegten Probleme wurden bisher von den Medien ignoriert. Stattdessen hat man sich dort einen regelrechten Wettbewerb in der Frage geliefert, wer am tollsten auf den Dieselmotor und die Individualmobilität eindreschen konnte, wie sich ja auch kürzlich bei der perfiden Diffamierungskampagne gegen Wissenschaftler der medizinischen Fakultät an der RWTH Aachen gezeigt hat.

Bisher hat man sich dort alles andere als kritisch-investigativ mit dem Thema NO2-Belastung des Bürgers beschäftigt. Stattdessen übernimmt man einfach die Positionen von Ministerin Hendricks und dem UBA, als seien deren Ansichten der Weisheit letzter Schluss. Eine eigenständige kritische Wertung von Daten und Hintergründen ist nicht einmal in Ansätzen erkennbar. Dies bestätigt die bereits bisher gemachte Erfahrung, dass die Mehrzahl der Medien – allen voran die Fernsehanstalten ARD, ZDF und ihre Landesdependancen – beim sogenannten „Diesel-Skandal“ einseitig, parteiisch und irreführend berichtet. Statt um Ausgewogenheit und Sorgfalt bemüht man sich offenkundig eher darum, das Thema so darzustellen, wie bestimmte Bundesbehörden sowie die etablierten Parteien es gerne haben möchten. Abweichende Meinungen von Fachleuten, Medien, Journalisten oder Bloggern werden ignoriert. So leistet man dem ideologischen Ziel der Deindustrialisierung Deutschlands durch „Dekarbonisierung der Volkswirtschaft“ Vorschub. Der Diesel ist dabei nur das erste Opfer. Die Vernichtung der deutschen Automobilindustrie wird anschließend auch beim Benziner weitergehen, und zwar alternativlos. Die jetzt wohl unausweichliche „GroKo“ ist für Deutschland ein sehr schlechtes Omen.

Fred F. Mueller

 

Demnächst folgt Teil 12

 

Quellen

[BUTA] Drucksache 18/12900 – 492 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode

[DOESCH] https://www.welt.de/vermischtes/article167196737/Am-Ende-loescht-der-ARD-Reporter-den-geschmacklosen-Tweet.html

[DUKE] http://dailycaller.com/2017/07/03/epa-funded-research-lab-accused-of-fabricating-data-on-respiratory-illnesses/

[EPA] https://www.epa.gov/isa/integrated-science-assessment-isa-nitrogen-dioxide-health-criteria

[EPIDE] https://www.gesundheitsstadt-berlin.de/wissenschaftler-widersprechen-berliner-diesel-untersuchungsausschuss-11501/

[FAKT] http://faktenfinder.tagesschau.de/inland/stickstoffdioxid-111.html

[GREIM] https://m.focus.de/finanzen/karriere/berufsleben/dieselpanik-wegen-grenzwertluege-politik-ignoriert-zweifel-am-grenzwert-40-mikrogramm_id_7378545.html

[HARTW] http://www.dfg.de/download/pdf/dfg_magazin/forschungspolitik/gesundheitsschutz/cv_hartwig_de.pdf

[JAHN] Jahn, T.: Vortrag Wunderwerk Lunge – eine Analyse der Gefährdungspotentiale.  Tagung Motorische Stickoxidbildung NOx, Ettlingen. 2018

[KOCH] https://www.ifkm.kit.edu/downloads/Focus_Antworten_v2.0.pdf

[LEBE] http://www.lebenserwartung.info/index-Dateien/regdiff.htm

[NAAQS] https://www.epa.gov/no2-pollution/primary-national-ambient-air-quality-standards-naaqs-nitrogen-dioxide

[RBBHO] https://www.rbb24.de/politik/thema/2017/abgasalarm/beitraege/interview-umweltmedizinerin-barbara-hoffmann.html

[RUHR5] http://ruhrkultour.de/diesel-verteufelung-krieg-gegen-das-eigene-volk/

[RUHR6] http://ruhrkultour.de/die-lueckenmedien-im-glashaus-6/

[SCHKO] https://scheinkorrelation.jimdo.com/

[UBA] https://www.umweltbundesamt.de

[WHO2] http://www.euro.who.int/en/health-topics/environment-and-health/air-quality/publications/2013/review-of-evidence-on-health-aspects-of-air-pollution-revihaap-project-final-technical-report

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68 Kommentare
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  1. Auch für diesen Artikel besten Dank. Leider werden diejenigen, die eigentlich an Fakten interessiert sein sollten, auch diesen Artikel nicht zur Kenntnis nehmen. In der Ignoranz lebt es sich unbeschwerter.

  2. Zur Vertiefung: Sozioökonomische Faktoren waren auch schon in Folge 6 dargestellt „So haben neu geborene Jungen in Pirmasens (73,6 Jahre), Emden (74,1 Jahre) und Eisenach (74,3 Jahre) die geringste Lebenserwartung.“
    Wer arm ist, stirbt früher…viele Verfasser epidemiologischer Studien diesbezügliche Hinweise entweder nicht verstanden oder nicht ernst genug genommen haben --
    nach der heutigen Folge der Eindruck: wohl eher bewusst ignorieren (verdrängen?)

  3. Auch für diesen Artikel besten Dank. Leider werden diejenigen, die eigentlich an Fakten interessiert sein sollten, auch diesen Artikel nicht zur Kenntnis nehmen. In der Ignoranz lebt es sich unbeschwerter.

    Ich nehme es zur Kenntnis und sehe es als weiteren Versuch Verbrenner irgendwie schön zu reden. Mir ist es persönlich egal, ob die Abgase aus einem Motor, der Diesel verbrennt, oder einem, der Benzin oder Erdgas verbrennt stammt. Die Abgase sollen bitte weg aus den Innenstädten.

    Wer mit Verbrennern kein Problem hat, der darf gerne mal ein paar Tage mit dem Rad fahren. Jetzt im Winter sieht man die Abgaswolken ja recht gut. Ist super hinter einem Auto stehend damit eingenebelt zu werden.

    Der gesunde Menschenverstand alleine sollte doch ausreichen um festzustellen, dass die Luft besser wird, wenn keine Verbrenner durch die Straßen fahren. Ignorant ist es höchstens, das nicht feststellen zu können und Dieselmotoren als -- Zitat -- „energieeffizienten Kraftpakete“ zu bezeichnen, die unbedingt in die Innenstädte gehören.

  4. Lieber Sebastian Herp,

    „Ignorant ist es höchstens,….Dieselmotoren als — Zitat — „energieeffizienten Kraftpakete“ zu bezeichnen, die unbedingt in die Innenstädte gehören“.

    Schlechter Stil, wenn man gleich mit einer Lüge in die Diskussion startet. Ich habe nirgendwo geschrieben, dass Dieselmotoren unbedingt in die Innenstädte gehören. Ich wehre mich jedoch gegen die aktuelle Verteufelung des motorisierten Verkehrs, denn der Diesel ist nur das erste Opfer, der Benziner kommt gleich als Nächstes. Der freie Verkehr für Menschen und Waren ist für die Aufrechterhaltung unserer komplexen technischen Zivilisation schlicht unverzichtbar. Aber es ist ja so schön, sich hinzustellen und zu fordern: „Die Abgase sollen bitte weg aus den Innenstädten“. Offensichtlich hast du die Serie nicht gelesen. Ich befürworte nicht Abgase. Ich wende mich jedoch gegen die aktuelle Verteufelung.
    Nie drüber nachgedacht, welche zivilisatorische Leistung dafür erforderlich ist, um hinter deiner Tastatur hocken und solche Sprüche fabrizieren zu können? Wo kommt denn dein Computer her, die Rohstoffe, der Strom, das Internet, der Tisch, die Wohnungseinrichtung, das Haus, die warme Kleidung, das Essen und die Heizung jetzt im Winter? Der Bohrer für deinen Zahnarzt und die Krankenhausleistungen, wenn es mal zwickt? Wie soll das gehen, nur mit Lastenfahrrädern?
    Diese ganze Hintergrundleistung gerne in Anspruch nehmen und gleichzeitig gedankenlos auf die entscheidenden gesellschaftlichen Voraussetzungen dafür einzudreschen ist das typische Kennzeichen unreifer, hochgradig egozentrischer Persönlichkeiten, so frei nach dem Motto: „Ich mache mir die Welt, so wie sie mir gefällt“. Es geht aktuell nun mal nicht ohne Verbrennungsmotoren, ob es uns nun gefällt oder nicht. Elektrolösungen sind weder technisch noch wirtschaftlich serienreif und werden es vermutlich auch in mehr als 10 Jahren noch nicht sein. Was glaubst du denn, was in deiner Stadt los wäre, wenn es plötzlich keinen Sprit mehr an Deutschlands Tankstellen gäbe? Oder fehlt dir die Phantasie dafür dir auszumalen, wie es dann zugehen würde?
    Was wir im Moment haben ist eine Situation, in der am Ast gesägt wird, auf dem wir alle sitzen, ohne eine plausible Lösung dafür anbieten zu können, welchen Ersatzast wir denn danach benutzen könnten. Und dir fällt nichts besseres ein als nach einer schärferen Säge zu schreien.
    Mfg

  5. Ich glaube der Karte des UBA nicht. Denn wenn von Jahresmittelwerten der NO2 Konzentrationen die Rede ist. die in fast allen Städten über 40 µg ausweist, dann passt dies nicht zu den ansonsten bekannten Werten. Im besonderen könnten schlimmstenfalls einzelne Messstationen an einem Hotspot zu derartigen Ergebnissen führen. Aber wir haben in der Artikelserie gelernt, wie stark die räumlichen Unterschiede bereits auf wenigen Metern ist. Demnach müsste um die Belastung einer Stadt anzugeben nicht der Maximalwert einer Station angegeben werden, sondern ein Mittel aus einem Ensemble von Stationen, die entsprechend verteilt sein müssten. Dann würde ich erwarten, dass in keiner Stadt auch nur Werte von 30 µg erreicht würden.

  6. @ Fred F. Mueller 17. Februar 2018 08:41

    Danke für die praktizierte Vernunft, die heute zur Mangelware wird. Gerade nach Lesen der Artikelserie würde ich aber noch weiter gehen. Wenn denn die Belastung der städtischen Luft faktisch weit unter dem liegt, was wirklich gesundheitlich bedenklich ist, dann ist die Ansicht, man sollte die Verbrenner nicht verteufeln, mir schon fast zu milde. Die Kampagne gegen den Diesel ist hochgradig gefährlich und hat nicht nur für die Wirtschaft und unser Lebensgefühl der weitgehend freien Mobilität negative bis hin zu fatalen Aussichten, sondern es ist auch zu befürchten, dass die Lebenserwartung dadurch sinken wird -- über Sekundäreffekte.

  7. Hallo Herr Müller

    Lastenfahrrad…..ick hätte da auch ne andere Ersatzlösung:
    http://www.moehlin2016.ch/?p=17717
    http://www.b-wohlgut.de/mediapool/133/1334837/data/IMGP1293.JPG

    Und dat janze biologisch abbaubar und garantiert nachhaltig.
    Grins und wech………Herp wird vor lauter Freude, Bocksprünge machen.

    Onkel Heinz……passionierter Dieselfahrer ohne Gewissensbisse

  8. @SH #3

    Jetzt im Winter sieht man die Abgaswolken ja recht gut. Ist super hinter einem Auto stehend damit eingenebelt zu werden.

    Was man sieht, sind Dampfwolken, normal bei dem Wetter und der Jahreszeit.
    Ab ca. <10° C sieht man Ihre Abgaswolken ebenfalls, sollen Sie jetzt raus aus der Innenstadt ?

  9. Herzlichen Dank Herr Müller, auch für diesen wieder sehr erhellenden Beitrag. Leider sind unsere politischen Entscheidungsträger nicht mehr in der Lage sich aus der total in Unfähigkeit verbockten Situuation zu befreien. Bei jedem Menschen mit Vernunft und einigermaßen naturwissenschaftlichen Kenntnissen werden Sie weiter offene Türen einrennen. Die Ideologen werden es nicht zur Kenntnis nehmen wollen, denn sie führen andere Ziele im Schilde. Atom, Diesel, dieser oder jener Staub, dieses oder jenes Gas, die fossilen Brennstoffe, früher Startbahn West, Hafenstraße usw. sind nur Vehikel im politischen Kampf in Richtung auf ein links grünes „Utopia“. Wer den Zutritt zu Utopia bekommt, bestimmen ideologische „Türsteher“, die oft mit dem normalen Leben schon nicht zurecht kommen und „verhaltensaufällig“ sind. Als CDU Mitglied seit Jahrzehnten, trifft es mich besonders, daß diese letzte Volkpartei zum ideologischen Handlanger verkommen ist.Merkel darf nach „Utopia“, sie hat 12 Jahre Punkte gesammelt, ich mit Sicherheit nicht.

  10. Interview mit Umweltmediziner Prof. Dr. Hans Drexler:
    Panikmache mit Grenzwerten

    Richter und Politiker müssen demnächst über Fahrverbote für Dieselautos entscheiden. Dreckige Luft soll die Menschen nicht krank machen. Wo die Grenze ist und wo es unseriös wird, sagt Deutschlands oberster Umweltmediziner Prof. Dr. Hans Drexler.

    Diese Interview stand auch heute bei uns in Mainz in der Zeitung.

  11. P.S. ein lesenwerter Beitrag.

  12. Da ging etwas schief. Hier sollte der Link http://www.ludwig-erhard.de/erhard-aktuell/standpunkt/fuer-eine-europaeische-energie-und-klimapolitik/
    stehen

  13. #10 11: nice “ für Arbeitsplätze in Industrie und Handwerk in Deutschland 950, in der Schweiz 6000 Mikrogramm…Auch sorgfältige Laborstudien mit Freiwilligen und Erfahrungen von Menschen, die im Steinkohlebergbau arbeiten, zeigen bis 950 Mikrogramm keine klaren Effekte. Ratten, die monatelang 9500 Mikrogramm ausgesetzt waren, zeigten erste Veränderungen an den Lungen“.
    Wie kam das nochmals zustande mit den tödlichen 40 mikro für unseren Radfahrer hier, #3 (sorry -- er scheint ja noch munter zu sein)

  14. #5 ML -- na klar. Mütter mit Kinderwagen, Asthmakranke usw. halten sich nicht bevorzugt am Neckartor auf, s.a. Fall eines bettlägerigen dementen Asthmakranken. Die Messungen werden nach den Vorgaben der EU-Luftqualitätsrichtlinie an den Standorten platziert, wo die höchste Belastung vermutet wird. Damit entschuldigen sich die Aufsteller der Messstationen.
    (Aha -- hier ist ja noch so ein Kellerloch, wo kein Wind durchweht…mal schaun was das Gerät so abgibt -- abwegig? oder als Guerillaaktion ab und an mit einem Föhn vorbeigehn?)
    In Deutschland wird’s gemacht, in Italien wird gelacht
    Man kriegt ja so langsam Verständnis für die zynischen Brexit-Sprüche von Boris Johnson hinsichtlich EU-Richtlinien (bezog sich bei ihm u.a auf Penislänge)

  15. @Fred Müller #4

    Guter Kommentar

  16. @Krishan Gans #10

    Danke für den link:

    Zum anderen halte ich diese Zahlen nicht für wissenschaftlich gut begründet. Durch Berechnungen von NOx auf Tote zu schließen, ist wissenschaftlich unseriös.

    Ich denke damit ist alles gesagt. Die Grenzwerte kommen zustande durch wissenschaftlich unseriöse Studien.

  17. Vielen Dank für die informative Zusammenstellung, Herr Mueller.

    Eine zentrale Ergänzung hätte ich noch zu machen. Für den Claim, dass bei X mehr Stickoxiden oder Y mehr Partikeln Z mehr Menschen sterben ist ein wichtiger statistischer Trick verantwortlich. Ich kopiere dazu mal aus meinem Ariva Thread.

    Die Hypothese dahinter ist die aus der Strahlungsmedizin bekannte LNT (Linear no threshold) Gefahr. D.h. wenn ein Stoff in einer hohen Konzentration gesundheitliche Auswirkungen hat, nimmt man an, dass mit fallender Konzentration über längere Zeiträume auch kleinere Auswirkungen feststellbar sind. Das Problem ist aber, dass diese Hypothese selbst in der Strahlungsmedizin bereits widerlegt ist. Statt gesundheitlicher Auswirkungen induzieren Kleinstmengen an Strahlung über lange Zeiträume eine sogenannte Hormesis, eine Art Immunisierung. Das ficht die Gesundheitswissenschaft aber nicht an. Man appliziert die LNT Hypothese einfach auf die Luftschadstoffe und stellt epidemiologische (also statistische) Untersuchungen an, um sie zu beweisen.

    Dabei werden Kohorten (Gruppen mit vergleichbarer Zusammensetzung bzgl. Alters-, Geschlechts-, Gesundheits-, Sozialstruktur …) miteinander vergleichen, die „nur“ unterschiedlichen Schadstoffkonzentrationen ausgesetzt sind. Das hört sich vernünftig an, ist aber eine praktische Unmöglichkeit. Zunächst braucht man sehr große Kohorten, um eine statistische Signifikanz zu erreichen. Die Anzahl (Zahntausende bis Millionen) dieser „Probanden“ macht aber eine genaue Überwachung unmöglich. D.h. man kennt die tatsächlichen Einflussfaktoren nur äußerst ungenau. Ich will jetzt gar nicht auf die statistische Streuung von Krankheitsgeschichten, Zugang zu und Qualität von medizinischer Versorgung, Lebensstilen (Raucher, Trinker, Hobbys), oder mögliche andere Ursachen eingehen, sondern bleibe alleine bei der Sozialstruktur und der tatsächlichen Aussetzung ggü. Schadstoffen.

    Sozialstruktur: Um die Kohorten vergleichbar zu machen, werden sie zunächst einmal statistisch normiert, damit sie eben rechnerisch die gleiche Sozialstruktur haben. D.h. war die tatsächliche Sterblichkeit der ersten Kohorte x1 und sie wich von den statistischen Normkohorte in Altersstruktur, Einkommen und Bildungsstand ab, muss sie per Computermodell entsprechend korrigiert werden und man erhält am Ende die Sterblichkeit x1′. Das gleiche macht man mit der zweiten Kohorte und deren gemessene Sterblichkeit x2 wird adjustiert zu x2′. Man kann sich vorstellen, dass alleine in dieser Korrektur eine relativ große statistische Unsicherheit enthalten ist. Richtig abenteuerlich wird es aber erst mit der Errechnung der Schadstoffexposition.

    Schadstoffexposition: Würde man die tatsächliche Schadstoffexposition messen wollen, müsste jeder Proband lebenslänglich mit einem Messgerät auf dem Rücken herumlaufen und schlafen. Das ist unmöglich, also muss man schätzen. Das macht man anhand von wenigen Messstationen und einer Computermodellrechnung. In Stuttgart z.B. gibt es ganze 4 Messstellen, an denen NOx erfasst wird. Damit werden 620.000 Einwohner auf einer Fläche von 207 km² abgedeckt. Auf eine Messstation kommen damit 52 km² und 155.000 Einwohner. So ein Quadrat hätte dann 7,2 km Seitenlänge. Wie wir gelernt haben, fällt die tatsächliche Schadstoffkonzentration sehr schnell schon nach wenigen Metern und ist zudem abhängig von Wetter und Topographie. Die Epidemiologie will nun über ein sogenanntes LUR (Land use regression) Computermodell, das ausgehend vom Messwert an einer zentralen Messstation die angenommene Belastung an der 4 bis 5 km entfernten Haustür des Probanden berechnen. Diese Rechnung alleine hat bei der schnellen Verflüchtigung schon Ungenauigkeiten von mindestens plus minus 50%. Damit aber nicht genug. Aus diesen errecheneten, theoretischen Belastungen der Probanden wird dann ein Durchschnitt gebildet und dieser jedem Probanden unterstellt. Nur leider ist es so, dass so gut kein Proband und auch nicht der Schnitt aller Probanden genau dieser errechneten Konzentration ausgesetzt sein wird. Denn er lebt schließlich nicht vor seiner Haustür. Dort hält er sich maximal 10 Sekunden/Tag auf. Den Rest der Zeit ist er 10 km weg in einer Werkhalle oder einem Büro, in einem Fitnessstudio, auf dem Fahrrad, oder er sitzt in der Küche vor einer Zeitung, oder er schläft in seinem Schlafzimmer oder dem seiner Freundin 40 km davon entfernt. Das heißt, die berechneten Konzentrationen aus diesen epidemiologischen Studien haben nichts, aber auch gar nichts mit den tatsächlich erfahrenen Konzentrationen der Probanden zu tun. Im Kohortenbeispiel kommt trotzdem heraus, dass die Kohorte 1 einer Konzentration von y1 ausgesetzt war und die Kohorte 2 analog einer Konzentration y2. Der Unterschied y wäre dann y2-y1.

    Am Ende wird Sterblichkeitsrate der beiden Kohorten zueinander ins Verhältnis gesetzt, also x2’/x1′. Dieser Faktor, z.B. 1,05 (was bedeutet, dass in der zweiten Kohorte 5% mehr Menschen sterben), wird über den Konzentrationsunterschied y, z.B. 10 µg/m³ aufgetragen und voilà die Kausalität ist da, bei 10 µg/m³ mehr Stickoxid sterben 5% Leute mehr. Das Beste daran ist, dass es für all diese Berechnungen, also sowohl die der Korrektur der sozialen Faktoren als auch die der Konzentrationen mehrere unterschiedliche Computermodelle zur Auswahl gibt, die sich noch dazu fine tunen lassen. Und so kommt es am Ende, dass der Autor einer Studie sich das Wunschergebnis per Modellwahl frei zusammencomputerisieren kann, siehe auch Panullo et al., die nur durch Tausch eines Modells das Ergebnis einer Studie pulversisiert haben. Das kritisiert auch Statistikkoryphäe, William Briggs, der diese statistische Willkür im Auftrag der Umweltbehörden schon lange konkret und allgemein anprangert. Wieviel mit schlechter Statistik zu drehen ist, erklärt auch Wikipedia anschaulich.

    Abgesehen davon sind in der Epidemiologie relative Wahrscheinlichkeiten von 10% oder gar 5% lächerlich, um von Kausalität zu sprechen. Üblicherweise fängt man da eben wegen der großen Unsicherheiten erst bei 200% bis 300% an, über systematische Zusammenhänge zu reden.

    Wenn diese Studien am Ende von einer Verbundenheit zwischen Schadtstoffexposition und Sterblichkeit reden (wenn sie sagen „is associated with“), ist das

    •falsch, weil die tatsächliche Exposition gar nicht gemessen wurde, sondern nur eine (noch dazu schwache) Korrelation zwischen zwei Computermodellen etabliert wurde

    •unzulässig, weil die falsche und immer noch lächerlich kleine relative Wahrscheinlichkeit innerhalb des statistischen Rauschens liegt

    •unseriös, weil die Unsicherheiten in der Rechnung nicht korrekt angegeben werden

    •ein schlechter Witz, weil man über eine falsche Ausgangshypothese einem toxikologisch relativ harmlosen Stoff plötzlich Todesgefahren andichten will.

    Und jetzt noch ein Blick auf die Toxikologie mit der abschließenden Plausibilitätscheck der Hypothese. Laut WHO stellen sich die toxikologischen Befunde bei NO2 Belastungen wie folgt dar. „In general, during acute controlled exposures, concentrations of nitrogen dioxide in excess of 1880 μg/m³ (1.0 ppm) are necessary to induce changes in pulmonary function in healthy adults (1,4,5,23,54–58). For example, significant increases in airway resistance have been reported on exposure to 9400 μg/m³ (5.0 ppm) nitrogen dioxide (58), whereas other studies have been unable to find any effects on lung function despite an exposure concentration as high as 7000 μg/m³ (3.72 ppm) (56). Since these concentrations almost never occur in ambient air, examination of the effects of nitrogen dioxide has focused on people with preexistinglung disease.“

    Bei Gesunden beginnt eine Restriktion der Atemwege im Bereich von 7.000 bis 9.400 µg/m³. Bei Asthmakranken reduziert sich dieser Bereich laut der WHO Studien auf ca. 500 µg/m³. Es gibt eine einzige Studie aus den Neunzigern, die die Verbindung zwischen Allergenen und NO2 bei Asthmatikern gemessen hat. Demnach kann es schon bei 200 µg/m³ vorkommen, dass Asthmatiker stärker auf Allergene reagieren.

    Das wars. Die Hypothese der Umweltjünger lautet nun: Wenn Gesunde bei 7.000 µg erste Anzeichen einer Atemwegsreaktion zeigen und Asthmatiker bei 200 µg stärker auf Allergene reagieren oder, dann können bei Langzeitkonzentrationsunterschieden von 5 µg Menschen sterben. Hier wird das in der Strahlenmedizin schon als gescheitert betrachtete LNT Prinzip auf den Kopf gestellt. Denn dort lässt man die Folge (Krebserkrankung und Tod) gleich und geht nur linear nach unten. Hier wird eine harmlose Folge bei hohen Konzentrationen in eine Extremfolge bei niedrigen pervertiert. Das ist so lächerlich grotesk, dass es kein Wunder nimmt, mit den o.g. statistischen Tricks arbeiten zu müssen, um diese steile These zu beweisen.

    Den Behörden ist dieser Betrug übrigens durchaus bewusst. William Briggs hat das Californian Air Ressources Board (CARB) auf den offensichtlichen Betrug der Epidemiologie hingewiesen. Die lapidare CARB Antwort: „Wissenschaft ist nun mal nicht perfekt, deshalb kann man auch solche Methoden zulassen.“ Das ist vorsätzlicher Wissenschaftsbetrug.

    Am tollsten treibt es dabei die von Greenpeace gerne zitierte Studie der europäischen Umweltagentur (EUA). Hier wurde anhand weniger Messstationen Hunderten von Millionen Einwohnern ein Belastungsprofil errechnet und der Zusammenhang mit Todesfällen attestiert. Das ist soweit jenseits aller Rationalität und schlägt jeden noch so tief liegenden intellektuellen Fassboden aus, dass man es als kafkaesk bezeichnen muss. Der Unterschied zwischen Schweden und Deutschland z.B. sind ca. 10 µg/m³. Deswegen würden in Deutschland 130.000 mal soviele Menschen. sterben wie in Schweden. Gerade die von Ihnen genannten Aktivistinnen berufen sich ja auf diese Studie und offenbaren damit ihre intellektuelle Grenzen.

  18. @ 17 Lumpi
    Herzlichen Dank für diesen fachlich überzeugenden Beitrag. Da meine Beiträge bewusst leicht lesbar auch für Laien gehalten sind, kann ich nicht derart ins Detail gehen. Daher freut mich diese Bestätigung aus berufenem Munde ganz besonders. Wobei ich ergänzend bemerken möchte, dass meine Beiträge fallweise von der fachlichen Seite her gegengeprüft werden, bei der hier vorliegenden Folge 11 sowohl von einem Atmosphärenchemiker als auch von einem Mathematiker.

  19. @ Fred F. Mueller

    Vielen Dank, aber ich muss dazu sagen, dass ich mir selbst nicht das Prädikat „aus berufenem Munde“ geben würde. Ich bin nur Ingenieur in der Automobilindustrie und hatte dadurch schon indirekt mit der Abgasthematik zu tun. Warum ich mich in den Dieselskandal mit all seinen Facetten eingearbeitet habe, hat mit der unterirdisch schlechten und überwiegend sachlich falschen Berichterstattung in den Medien zu tun.

    Selbstverständlich sind mir zunächst nur die falsch unterstellten Motive sowie die sachlich falschen Berichte über die motorischen Maßnahmen und rechtlichen Grundlagen aufgefallen. Anfangs dachte ich z.B. auch noch, dass Stickoxide tatsächlich gefährlich für Menschen wären. Erst der Grad an Propaganda und Hetze, die hier zu Unrecht über die Autobauer ergossen wurde, brachte mich dazu, auch einmal die medizinische Seite zu hinterfragen. Das hat mich am meisten Zeit gekostet, weil ich damit eigentlich nichts zu tun habe und weil ich unzählige Studien lesen musste. Aber den Trick der Epidemiologen konnte ich trotzdem durchschauen, weil er so offensichtlich ist, dass keine medizinischen oder statistischen Kenntnisse erforderlich sind. Schwieriger war es, meinen Verdacht auch zu belegen. Es gibt hierzulande quasi keine wissenschaftliche Gegenstimme. Eine Diskussion findet nur, und selbst da nur ansatzweise, in den USA statt. Nur dort gibt es ein paar Wissenschaftler, die ähnlich den Klimaskeptikern gegen die Wissenschaftsvergewaltigung, den Filz und die organisierte Hysterie ankämpfen. Wie die Exzesse im Rahmen des Klimawandels so startete auch die ganze Umweltrallye bzgl. Luftschadstoffen schon vor Jahrzehnten in den USA und schwappte erst später zu uns herüber. Selbstverständlich wollen wir auch hier wieder Musterschüler sein.

    In den USA startete es und dort wird es vermutlich auch enden. Ohne Trump bewerten zu wollen, seine diesbezüglich wirkungsvollste Maßnahme, die wahrscheinlich sogar weltweite Auswirkungen haben dürfte, ist die Einsetzung Scott Pruitts als EPA Chef. Er hat schon einiges an Filz zurechtgestutzt, z.B. dass im wissenschaftl. Entscheidungsgremium der EPA keiner sitzen darf, der gleichzeitig Förderung von der EPA erhält (unvorstellbar, aber so war es). Oder dass die EPA keine Deals hinter verschlossenen Türen mehr eingeht mit Umweltorganisationen, die die EPA verklagen. Sollte er den Turnaround schaffen und das Kartell aus Politik, Behörden, NGOs und Teilen der Wissenschaft knacken, könnte sogar das globale Kartenhaus um die angeblich tödlichen Luftschadstoffe und evtl. sogar die Klimakatastrophensause zusammenkrachen.

  20. #3 Die angeblich sichtbaren Abgaswolken

    Dieser hanebüchene Aberglaube veranlasst mich zu einer mehrteiligen Antwort:

    1. Wären es sichtbare Schadstoffe, wären sie auch im Sommer sichtbar.

    2. Sherlock Holmes tastet sich nun mit umgekehrten Vorzeichen an das Problem. Was ist im Winter sichtbar, im Sommer aber nicht?

    3. Zu diesem Zweck geht er nach draußen ins winterliche London und findet heraus, dass sein Atem tatsächlich sichtbar ist.

    4. Eine Rückfrage bei Kollege Watson ergibt, dass sein Atem Stickstoff, Sauerstoff, Kohlendioxid, Kohlenmonoxid und Wasser enthält.

    5. Ein befreundeter Chemiker attestiert ihm, dass nur Wasser sichtbar wäre.

    6. Die Auflösung: Das Abgas der Autos enthält jede Menge Wasser (10-15%) im gasförmigen Zustand. In manchen Fällen kondensiert dieser Wasserdampf sogar an kalten Abgasrohren und tropft hinten als flüssiges Wasser heraus (für abergläubische Leute, die das für Benzin halten). Im Normalfall bleibt es aber Wasserdampf und er wird sichtbar, weil die Temperatur des in die Kälte strömenden Abgases rapide sinkt. Damit sinkt die Sättigungsgrenze dieses Luft/Abgasgemisches und das überschüssige Wasser, das diese Luft nicht mehr halten kann, kondensiert in feinste Tröpfchen (Nebel) aus.

    Mit dem armen Radler kann ich deshalb kein Mitleid haben, mit dem Verbreiter dieses Aberglaubens schon. Das ist übrigens das Grundschema der ganzen Umweltgefahren der Luftschadstoffe, purer Aberglaube und Einbildung.

  21. @19 Lumpi,
    für mich ist derjenige berufen, der Sachkenntnis beweist, und das ist hier zweifellos der Fall. Die Ausbildung tut dabei nichts zur Sache, im Gegenteil, die Welt wimmelt von Akademikern, die ihre Ausbildung dazu missbrauchen, andere zu bes…chummeln. Im vorliegenden Fall wurde nicht nur vorhandene naturwissenschaftliche Ausbildung sachgerecht eingesetzt, sondern auch in erheblichem Masse darüber hinausgehendes Wissen erarbeitet, was gerade angesichts der Unterschiede zwischen Ingenieurwissenschaften und Medizin nicht so ganz einfach ist. Dafür gebührt Anerkennung und Dank.

  22. @ Fred F. Mueller / Lumpi

    Von Herrn Müller habe ich u.a. gelernt, dass die NO2 Konzentration sich bereits kleinräumig erheblich unterscheidet. Auch dass die Innenraum’belastung‘ teils erheblich über jenen ist. Von Lumpi habe ich erfahren, dass Stuttgart nur durch 4 Messtationen bestimmt wird, vermutlich an den Punkten, an denen man die höchste Belastung erwartet.

    Daraus folgt, dass man von keinem einzigen Bewohner auf eine fundierte Exposition schließen kann, auch nicht beim Bewegen im Freien. Wenn man dennoch aussagen über Stuttgart oder einen beliebigen anderen Ort machen will, erfordert es die Logik, dies durch ein statistisches Flaächenmodell zu erhärten mit der dazu erforderlichen Anzahl von Messstellen. Das hat dann nichts mit Gesundbeten oder verteufeln zu tun, sondern ist ein wissenschaftlich gebotenes Verfahren, das aber anscheinend nicht umgesetzt wird. Argumentativ sollte das für jeden wissenschaftlich denkenden Menschen klar sein. Was sagen die Experten dazu?

    Da aber heute weniger wissenschaftlich gearbeitet wird, schon gar nicht in den Medien und auch nicht in der Politik, sondern dort nur gewünschte Artikel eindeutig tendenziell publiziert werden, wäre die Frage nach anderen Mitteln zum Beispiel der Klage angemessen. So könnte z.B. die Industrie, die Ärztekammer oder der Fremdenverkehrsverein gegen die Ermittlung der Luftbelastung in Stuttgart, München oder anderswo klagen, denn sie verschafft ihnen erkennbare Nachteile und entspricht keinen wissenschaftlichen Standards.

    Oder: Könnte nicht der Bund der Steuerzahler klage gegen das Umweltbundesamt erheben, denn durch die Methode, die offenbar vom Umweltbundesamt verwendet wird, um Schadstoffbelastungen zu erstellen, sind wissenschaftlich unzureichend und führen zu teuren Maßnahmen, die wiederum von den Steuereinnahmen finanziert wird.

    Ich bin immer noch fassungslos, wie man es schaffen kann, bei einem Thema, dass öffentlich so hochgejazzt wird und auf angeblich Tausende Tote verweist, ein völlig unzureichendes Messnetz unterhält.

  23. @ Martin Landvoigt

    Daraus folgt, dass man von keinem einzigen Bewohner auf eine fundierte Exposition schließen kann, auch nicht beim Bewegen im Freien. Wenn man dennoch aussagen über Stuttgart oder einen beliebigen anderen Ort machen will, erfordert es die Logik, dies durch ein statistisches Flaächenmodell zu erhärten mit der dazu erforderlichen Anzahl von Messstellen. Das hat dann nichts mit Gesundbeten oder verteufeln zu tun, sondern ist ein wissenschaftlich gebotenes Verfahren, das aber anscheinend nicht umgesetzt wird. Argumentativ sollte das für jeden wissenschaftlich denkenden Menschen klar sein. Was sagen die Experten dazu?

    Das ist richtig, man kann mit den eingesetzten Methoden unmöglich auf die Exposition der Probanden schließen. Das mit dem statistischen Flächenmodell wird ja praktiziert. Das ist das LUR (Land Use Regression). Aber das ist erstens viel zu ungenau, wenn später 5 µg über Wohl und Wehe entscheiden und zweitens würde es noch nicht einmal helfen, wenn das Modell 100% genau wäre, da die persönliche Exposition mitnichten von der Konzentration an der Haustüre abhängt.

    Da aber heute weniger wissenschaftlich gearbeitet wird, schon gar nicht in den Medien und auch nicht in der Politik, sondern dort nur gewünschte Artikel eindeutig tendenziell publiziert werden, wäre die Frage nach anderen Mitteln zum Beispiel der Klage angemessen. So könnte z.B. die Industrie, die Ärztekammer oder der Fremdenverkehrsverein gegen die Ermittlung der Luftbelastung in Stuttgart, München oder anderswo klagen, denn sie verschafft ihnen erkennbare Nachteile und entspricht keinen wissenschaftlichen Standards.

    Das würde ich mir auch wünschen. Die Hersteller sind aber so in die Defensive geraten, dass sie sich gar nichts mehr trauen. Aber ich bin der Überzeugung, dieser Willkür und Propaganda kann man nur mit ganz harten Bandagen begegnen. Aber es passiert nichts. Ratlos.

    Ich bin immer noch fassungslos, wie man es schaffen kann, bei einem Thema, dass öffentlich so hochgejazzt wird und auf angeblich Tausende Tote verweist, ein völlig unzureichendes Messnetz unterhält.

    Das Messnetz kann noch so fein sein, es wird die Grundproblematik nicht ändern, dass jeder Mensch einer komplett unterschiedlichen, nicht bestimmbaren Menge an NO2 ausgesetzt ist.

    Ausgehend von den toxikologischen Untersuchungen gehe ich mittlerweile von gar keiner Gefahr für Mensch und Tier aus. Zum einen lese ich das aus den toxikologischen WHO Studien und zum anderen aus der HEI Studie, wo man Ratten mit modernen LKW Diesel Abgasen in riesigen NO2- Konzentrationen über 2,5 Jahre hinweg belastet hat, ohne jedweden Effekt. Die Epidemiologie ist mit sehr, sehr, sehr viel Vorsicht zu genießen, zu viele statistische Schlupflöcher.

  24. @ Lumpi 19. Februar 2018 17:34

    Danke für die Antwort.

    Aber ich bin der Überzeugung, dieser Willkür und Propaganda kann man nur mit ganz harten Bandagen begegnen. Aber es passiert nichts. Ratlos.

    Allgemein kann man ein Versagen der Lobbyisten feststellen. Zuerst der Atomindustrie, dann der Automobil-Industrie und sicher allen anderen. Nicht, dass alle Lobby-Gruppen immer seriös arbeiten würden, aber es ist deren Aufgabe, die Verbandsinteressen zu vertreten. Das erwartet man von ihnen und unterstellt sofort dabei, dass sie die auch stets unseriös tun würden. Statt dessen erlagen wir eigentlich ein Fehlen von Lobby-Arbeit in den Medien. Ich denke, dass rächt sich. Denn Lobby-Interessen müssen keineswegs zu Lasten der Allgemeinheit gehen, sondern betonen einen Aspekt zum Wohle der Allgemeinheit, der ansonsten untergeht. Ich würde darum eher eine moralischen Lobby-Arbeit das Wort reden, die ihre Argumente transparent macht, nicht in Hinterzimmern der Macht tuschelt, und auch öffentlich eine oder viele Lanzen bricht, wenn sie Interessen auch wahrnehmen. Das ist ihr Job.

    Das Messnetz kann noch so fein sein, es wird die Grundproblematik nicht ändern, dass jeder Mensch einer komplett unterschiedlichen, nicht bestimmbaren Menge an NO2 ausgesetzt ist.

    Technisch zwar richtig, aber der Mensch hat ein nachvollziehbares Interesse, zumindest näherungsweise ein faktenbasiertes Bild zu gewinnen. Und das kann nicht sein, dass man an einem Einzigen, oder an 4 ausgewählt schwierigen Punkten Aussagen über ein Stadt macht. Ein dichteres Messnetz kann da sehr wohl einen fundierteres Bild zeichnen.

  25. Ein dichteres Messnetz kann da leider nicht viel ausrichten, da die maßgeblichen Belastungen durch den persönlichen Lebensstil erzeugt werden. Der Schweißer oder Koch erfährt das 20-100 fache an Belastung, unabhängig davon, wo er wohnt. Der Landmensch, der sich täglich 1h durch den schlimmsten Stadtverkehr quält, bekommt mehr von dieser Belastung ab als der Rentner, der direkt an dieser Straße wohnt, aber seine Wohnung nur selten verlässt.

    Insgesamt ist der Zustand Tod so multikausal, dass seine Ursachen wahrscheinlich nie auch nur annähernd richtig statistisch erfasst werden können. Ich sehe gerade in meinem Umfeld, was alleine der Lebenswille ausmacht. Wenn ich mir dann noch vorstelle, was andere, gar nicht messbare psychologische Faktoren wie Zufriedenheit, Glück, Liebe, Umfeld, Leben in der Kommune etc. für Rollen spielen können, stellt das alles in den Schatten, was irgendwie messbar wäre.

  26. @ 23 Lumpi @ 24 Landvoigt
    Das grundlegende Problem ist die heutige Tendenz vieler Wissenschaftler, den Rechenmöglichkeiten der Computer blind zu vertrauen. Ich beobachte schon seit vielen Jahren, dass die meisten Fachleute, vor allem die jüngeren, eine unglaubliche Gläubigkeit gegenüber den Ergebnissen haben, die solche Blechkästen ausspucken. Die Modelle sind zudem meist so komplex, dass nur die wenigsten sie verstehen. Dabei kann man im industriellen Alltag immer wieder erleben, dass die Simulationsberechnungen oft nicht viel mehr hergeben als das, was der erfahrene Ingenieur oder auch Meister schon über den Daumen gepeilt vermutet hatte. Es traut sich dennoch keiner dazu viel zu sagen, weil niemand Verantwortung dafür übernehmen möchte, wenn etwas schiefgeht und keine Berechnung vorgenommen wurde. Hinzu kommen kommerzielle Interessen z.B. der Firmen, welche die Lösungen entwickelt haben. Deren Vertreter treten mit frechen Behauptungen darüber auf, was ihre Wunderkisten so alles können sollen, und fahren dank ihrer grösseren Erfahrung so gut wie jeden ehrlichen Zweifler argumentativ an die Wand.
    Während die Simulation bei „einfachen“ Dingen wie Festigkeitsberechnungen am CAD-Modell recht brauchbare Ergebnisse liefert, wird es sofort problematischer, wenn z.B. Strömungsvorgänge ins Spiel kommen, und zu einem regelrechten Vabanque-Spiel, wenn es zu multipel gekoppelten Vorgängen wie z.B. in der Atmosphäre oder beim Klima kommt. Die Computermodelle sind dann ungefähr so zuverlässig wie der Gnuschwanz und die Rasseln des afrikanischen Regenmachers und werden oft in der gleichen Art eingesetzt -- für den Show-Effekt zur Beeindruckung der Nichtwissenden. Die atmosphärischen Ausbreitungsmodelle, die es auch in Deutschland gibt, sind so ein typisches Beispiel. Was die Eingangsdaten angeht, so ist wohl jedem klar, dass weder die Qualität nicht die Dichte der Erfassung dieser Eingangsdaten für sinnvolle Simulationen ausreichen. Vor allem dann nicht, wenn es um gesundheitliche auswirkungen geht, weil die persönliche Exposition primär nicht von der Luft im Freien, sondern von derjenigen in Innenräumen abhängt. Was da praktiziert wird, ist schlicht Voodoo. Kann man alles in der Luft zerreissen. Das habe ich im Verlauf meiner Recherchen erkennen müssen und Lumpi hat dazu sogar noch mehr beisteuern können.
    Wie beim Klima oder der „Energiewende“ bleibt uns nichts anderes übrig, als langsam und geduldig die Lügen und Verdrehungen aufzudecken und zurückzudrängen. Ich halte viel von dem Spruch, dass man alle Menschen eine kurze Zeit und eingige Menschen für lange Zeit besch… kann, dass dies aber irgendwann nicht mehr funktioniert. Im Laufe meiner Artikelserie habe ich von zahlreichen Wissenschaftlern positive Stellungnahmen erhalten, die ähnlich wie Lumpi gemerkt haben, was da abgeht. Wir sollten daran arbeiten, hier Netzwerke zu knüpfen und Gegenöffentlichkeit aufzubauen. Dafür werde ich mich auch weiter einsetzen.

  27. @Martin Landvoigt #24

    Manager und Lobbyisten unterliegen eben auch den Mechanismen der Schweigespirale, vielleicht aber auch der Pluralistischen Ignoranz. („Einen alternativen Zugang zur Thematik eröffnet das Theorem der Pluralistischen Ignoranz“, das danach fragt, „warum die Wahrnehmung der ‚öffentlichen Meinung‘ unter bestimmten Bedingungen gravierenden Irrtümern unterliegt, so dass die Mitglieder einer Gemeinschaft zu falschen Einschätzungen der Gruppenmeinungen kommen. Anders als die Schweigespirale konzentriert sich Pluralistische Ignoranz dabei nicht auf die Rolle der Medien und der öffentlichen Kommunikation, sondern identifiziert strukturelle Bedingungen und soziale Mechanismen als Ursachen der Selbsttäuschung.“)

    Dies scheint mir sogar wahrscheinlicher, weil bei der Schweigespirale opportunistische Beweggründe angenommen werden können, so ist bei der pluralistischen Ignoranz die Selbsttäuschung im Vordergrund. Wenn sich allerdings beide Phänomene gegenseitig bestärken, zumindest zeitgleich vorkommen, wie derzeit in Deutschland zu beobachten, ist ein Zug in Bewegung gesetzt, der nur durch eine sehr starke Krise, wenn nicht gar Katastrophe, wieder gestoppt werden kann.

  28. @ Herr Müller

    Volle Zustimmung. Genau diese Erfahrung mache ich auch. Festigkeitsberechnungen sind mittlerweile auf einem sehr guten Niveau. Sobald Strömung dazu kommt, wird’s schon ungenauer, aber in einem gut modellierbaren System wie dem eines Motors immer noch gut.

    Das Problem mit den Klimamodellen oder etwa den LUR Modellen ist, dass viele Wirkgrößen komplett unberücksichtigt bleiben oder riesige nicht bezifferte Unsicherheiten aufweisen, weil sie unzureichend erforscht sind. Da wird dann jede Simulation zum Lottospiel, da sich selbst kleine Fehlstellen oder Ungenauigkeiten iterativ potenzieren.

  29. @Quencher
    Da bin ich bei Ihnen. Ich glaube auch, dass es beide Phänomene sind und werfe die Hypothese in den Ring, dass diese wiederum Teil einer gesellschaftlichen Bewegung sind, die vom Unterschied zwischen den Geschlechtern angetrieben wird. Ich bezeichne sie als Genderwippe, die das Auf und Ab zwischen den geschlechtsspezifischen Paradigmen symbolisieren soll. Man kann es auch als sinusförmigen Zyklus mit einem männlich und einem weiblich dominierten Abschnitt sehen. Das Ende des Einen bedeutet den Anfang des anderen. Im männlich geprägten Abschnitt dominieren Wettbewerb, Egoismus, Erfindungsgeist und technischer Fortschritt die Kultur. Im weiblichen Part sind es Konservation, Gemeinschaft, Offenheit, und Angst. Beide werden durch Übertreibung der jeweils anderen Motive ans Ruder gesetzt und beide verrichten anfangs notwendige und richtige Kurswechsel. Am Ende kann der männliche Wettbewerb in Krieg ausarten und die weibliche Obsession für die Konservation von Gesundheit und Umwelt kann sich über Ängste in eine Hexenjagd auswachsen.

    Diese Übertreibungen sind notwendig, da vorher bereits alles Sinnvolle erledigt und der Apparat dazu geschaffen wurde. Letzterer sucht sich irgendwann seine Aufgaben, selbst wenn objektiv keine mehr da sind.

    Mehr dazu: hier

  30. Zu dem Link: Da muss man evtl. noch scrollen, es sind die Posts #1121 bis #1124

  31. @ Quentin Quencher 19. Februar 2018 20:11

    Danke für die weiterführenden Hinweise. ch frage mich schon lange, wie es zu den zur Zeit beobachtbaren Ereignissen kommt und reibe mir verwundert die Augen. Denn viele Leute, denen is begründet unterstelle, dass sie gebildeter und intelligenter sind als ich, dennoch diesem offensichtlichen Unsinn folgen. Wie kann das sein? Dieser kollektive Wahn scheint sich in unregelmäßigen Ausbrüchen in der Geschichte und unterschiedlichen Kulturen zu wiederholen. Mal ist es Hexenwahn, Judenverfolgungen, Nazitum oder McCarthys Kommunistenhatz eine Kulturrevolution. Der Feind ist immer ein anderer, aber die Mechanismen ähneln sich. Sind das aktuell die Vorboten von schlimmeren? Oder doch nur eine mildere Form der gleichen Sache?

    Von der Schweigespirale hatte ich vorher schon gelesen aber das Theorem der Pluralistischen Ignoranz war mir neu.

  32. @Lumpi #29

    Diese Übertreibungen sind notwendig, da vorher bereits alles Sinnvolle erledigt und der Apparat dazu geschaffen wurde. Letzterer sucht sich irgendwann seine Aufgaben, selbst wenn objektiv keine mehr da sind.

    Da ist noch zu ergänzen. Was erstmal eine sinnvolle Aufgabe mit ehrenamtlichen Unterstützer war, wird zu einer subventionierten Institution mit staatlich finanzierten Posten. Die ursprüngliche Motivation wird ein Lippenbekenntnis um Alimenten einzusammeln und die Stellen zu sichern. Gut zu beobachten an NGOs.

  33. @ Heß

    Genau so ist es. Die zeitliche Reihenfolge der Motive sind Notwendigkeit, Ideologie, Opportunismus

    Spätestens beim letzten Motiv startet die Hexenjagd. Da sind wir gerade. Die Institutionen haben die Gajaideologie aufgenommen, konstruieren aus dem Aberglauben pseudoreale Bedrohungen, gießen die Maßnahmen zur Vermeidung in Vorschriften und Gesetze. Ab da gibt es kein Halten mehr. Unschuldige werden denunziert und zu Verbrechern abgestempelt. Der Dieselskandal ist das Paradebeispiel einer Hexenjagd, ohne dass jemand zu Schaden gekommen wäre.

  34. #24

    an 4 ausgewählt schwierigen Punkten Aussagen über eine Stadt

    die Spotmessstationen.
    BMW wehrt sich Wer manipuliert hier wen?
    #26 FM „…hier Netzwerke zu knüpfen und Gegenöffentlichkeit aufzubauen“ vielleicht zusätzlich über eine Plattform wie xing mit Bildung einer eigenen Gruppe sinnvoll

  35. @Pirmasenser

    BMW hätte ich jetzt intuitiv auch ganz vorne gesehen, sich das zu leisten. Die Anderen haben vermutlich Angst, dass hier eine schon immer stattgefundene, großzügige Auslegung der wachsweichen Vorschrift zum Kommunikationsfiasko werden könnte. Wir sprechen hier aber nicht von Gesetzesbruch. Das dürfte nur für sehr wenige Fahrzeuge zutreffen.

    Selbst wenn hier so ein Vergehen festgestellt wurde, muss man sich die Sachlage vor Augen führen. Es gibt derzeit im Jahresmittel in Deutschland keinen Flecken, der toxikologisch betrachtet, irgend jemanden schädigt. Was es gibt, sind absichtlich falsch konstruierte statitische Lebenbedrohungen. Die amerikanischen, europäischen und deutschen Umweltbehörden haben entweder fahrlässig oder mutwillig diese Bedrohungen als Vorwand für unnötige Gesetze genommen und damit jeden Autokäufer um 1.000-5.000 Euro ärmer gemacht. Soviel kostet die SCR Aufbereitung inkl. SCR Kat und effektiverem AGR pro Fahrzeug. Die potenziell höheren Reparaturkosten nach einiger Laufleistung noch gar nicht mit eingerechnet.

    Die neue Groko will ja gerade vor dem Hintergrund des Dieselskandals den Boden für Sammelklagen bereiten. Statt Unschuldige vor den Kadi zu zerren, sollte eher die Regierung verklagt werden, weil sie den Bürgern mit unsinnigen Vorschriften das Geld aus der Tasche gezogen hat. Da die Autobauer zwar kräftig an Image eingebüßt, dafür aber durch höhere Umsätze profitiert haben, sind sie wohl netto bis auf VW eher Profiteure. Die einzigen Opfer mit Netto Schaden sind die Autokäufer, die hier einen Nettoschaden zu verzeichnen hatten, sind die Autokäufer, die eine vollkommen überzogene und unnütze Technologie kaufen mussten.

  36. Pirmasenser 20. Februar 2018 11:49

    Danke für die Antwort und die klärenden Fakten:

    die Spotmessstationen.

    Hmmm … ich hätte geringere Werte erwartet. Nicht , dass die gemessenen Werte auch für Astmakranke oder Kinder messbare Wirkungen hätten … die Fotos der Messtationen machen den Eindruck, dass sie nicht an den belasteten Hotspots stehen würden. Allerdings wird da immer nur der PM10 gemessen, nicht PM2,5 und NO2 anstelle von NOx .

    BMW wehrt sich Wer manipuliert hier wen?

    Guter Artikel. Ich schließe nicht dem Wunsch an, dass sich BMW erfolgreich gegen den Abzockerverein DUH wehrt.

  37. Zu Stuttgarts Messstationen. Es gibt 4 Luft-Messstationen, an denen alle relevanten Umweltparameter gemessen werden. Diese listet auch das UBA in seiner Datenbank. Die restlichen Spot-Messstationen messen nur einen oder wenige Parameter.

  38. Kommen Diesel-Fahrverbote in Bayerischen Städten?

    Dieser Beitrag von BR 24 zeigt doch ziemliche Parallelen zur Hexenverfolgung im Mittelalter. Wikepedia zur Hexenverfolgung:

    „Die Gründe für die gegenüber dem Mittelalter in der Frühen Neuzeit deutlich verstärkte massenhafte Verfolgung in einigen Regionen sind vielfältig. So gab es zu Beginn der Neuzeit eine Vielzahl an Krisen wie die Kleine Eiszeit, pandemische Seuchen und verheerende Kriege. Erst als einzelne Aspekte des Magieglaubens in das Strafrecht der frühmodernen Staaten übertragen wurden, konnte es strukturell zu massenhafter Verfolgung kommen“.

    Der Diesel-Fahrer wird heute in ähnlicher Weise zum Sündenbock gestempelt. Die Deutsche Geschichte hat leider viele Beispiele von solcher Vorgehensweise.

  39. #36 M.L.

    nicht PM2,5

    ich sehe 1 Hintergrundmessstation mit PM2,5, Menü links -- Messdaten -- Aktuelle…
    Aktuelle Luftdaten
    Stickstoffmonoxid (NO): 1.9 (µg/m³)
    Stickstoffdioxid (NO2): 25.4 (µg/m³)
    Ozon (O3): 24.0 (µg/m³)
    Ozonpotential (O3 + NO2): 49.4 (µg/m³)
    Feinstaub (PM10): 39.3 (µg/m³)
    Feinstaub (PM2.5): (bisher ohne interaktiver Auswertung) 32.7 (µg/m³)

  40. Würde eine Privatperson oder eine private Gesellschaft handeln wie die DUH würden diese sicher irgendwann vor dem Kadi landen und auf einer Stufe mit Hütchenspielern stehen.

  41. wo sind die Schlagzeilen, die mit Atemmasken bestückten Demonstranten angesichts realer und nicht errechneter Tote?
    EU droht mit Impfzwang wegen Grippewelle
    #3 auch mal ne Ansage :- Ein mit vier Personen besetzter moderner Diesel-Kleinwagen produziert laut dem Aachener Forscher bei Fahrten in der Stadt genauso viel Kohlendioxid wie vier Fahrradfahrer
    #35

    Soviel kostet die SCR Aufbereitung…

    als Dieselhybrid dann wohl nur noch Oberklasse lohnend.

  42. Bzgl. DUH

    Hier, wie auch bei allen grünen NGOs, ist die Finanzierung interessant. Die Duh hat rechtl. Unterstützung von Client Earth, einer NGO aus Rechtsanwälten im Dienste der Umwelt, bekommen. Dort hat man schon getönt, die deutschen Städte am Haken zu haben, als das in D noch gar kein Thema war. Client Earth wird z. T. finanziert von der ECF, der european climate foundation. Die ECF wird wiederum getragen von der Flora Hewlett und der Packard Foundation. Diese beiden Philanthropenvereine bildeten zusammen mit George Soros Open Society Foundation den Vorstand des ICCT, das Institut, das den Dieselskandal in den USA ins Rollen gebracht hat, womit sich der Kreis wieder schließt. Hier fließen Milliarden von Dollars für die globale Malthusianische Revolution.

  43. Heut abend in der Tagesschau -- also das Medium mit der größten Reichweite und dem Ruf der unzweifelhaften Wahrheit: Ein großer bericht über eine neue (?) epidemologische Studie, dass auch kleinste Mengen von NO2 schon zu vorzeitigen Ableben führt -- alles im Auftrag des Umweltbundesamts. Unwiderlegbare Beweise … und 8000 Tote durch die Diesel … Fake News vom Feinsten. Und da wundert sich noch jemand, wieso man die Medien für verkommene Propagandaschleudern hält.

  44. Yepp, Herr Landvoigt.

    Beim Fernsehen komme ich mir zunehmend vor wie in einem schlechten Science Fiction. Die Propaganda ist so weit verbreitet und offensichtlich, dass es eigentlich jedem sofort auffallen müsste. Ich frage mich, ob die Journalisten so doof oder so skrupellos sind.

    Schauen Sie mal bei heute+ rein, den Nachrichten für die jüngere Generation. So muss es in der DDR gewesen sein. Da ist sogar der Plot erkennbar. Zuerst kurz und verzerrt negative Meldungen über Systemgegner wie Trump, Putin, Autoindustrie oder Klimaleugner. Danach der leuchtende Kontrast mit ellenlangen Selbstbeweihräucherungen über unsere Leistungen in Sachen Klima, Flüchtlinge, Soziales, Frieden …

    Hier wird die Jugend systematisch verdummt und radikalisiert. Bleibt nur zu hoffen, dass die Mehrheit diesen Rattenfängern nicht auf den Leim geht.

  45. @Lumpi #44

    wenn ich mir heute die Reden von Politikern und Journalisten so anhöre dann haben die einen neuen Klassenfeind. Die Menschen die in der Industrie arbeiten und Steuern bezahlen.

  46. @Lumpi #44

    Da ist sogar der Plot erkennbar. Zuerst kurz und verzerrt negative Meldungen über Systemgegner wie Trump, Putin, Autoindustrie oder Klimaleugner.

    Das sit so offensichtlich, dass ich mich jedes Mal freue wenn die das machen.

  47. @Landvoigt

    Über das Freuen bin ich hinaus. Ich halte die Agenda getriebene Propaganda in den Medien für brandgefährlich. Versuchen Sie mal auf Spiegel online oder ZON einen Kommentar mit Fakten gegen so einen Propagandaartikel zu verfassen. Das gelingt Ihnen vielleicht 2-3 mal. Danach ist Ihre ID gescannt und es wird nichts mehr veröffentlicht.

    Von der großen Malthusianischen Agenda einmal abgesehen ist hier die unabgesprochene und trotzdem von den Finanziers gewollte Strategie die der Eliminierung des Verbrennungsmotors. Die Reihenfolge führt über den Diesel zum Benziner. Den Diesel kann man nur noch über NOx klein kriegen. Bei allem anderen ist er dem Benziner überlegen. Letzterer wird nach dem Diesel Aus in die Co2 Falle tappen.

    Diese Strategie könnte durchaus aufgehen, da die Autohersteller mittlerweile am Diesel weniger verdienen. Höhere Kosten für steifere Motoren (höherer Zünddruck) und kompliziertere Abgasaufbereitung geben sich mit Preisabschlägen wegen erzwungener Imageverluste die Hand. Deshalb hat sich Volvo schon offiziell vom Diesel verabschiedet. Der Rest versucht noch, seine Investitionen der laufenden Baureihen zu amortisieren, danach werden auch sie Adieu zum Diesel sagen.

    Mission accomplished! Und das bei einem technischen Stand, der nahezu perfekt ist.

  48. @ Lumpi 21. Februar 2018 22:37

    Hier wird die Jugend systematisch verdummt und radikalisiert. Bleibt nur zu hoffen, dass die Mehrheit diesen Rattenfängern nicht auf den Leim geht.

    Inhaltlich volle unterstützung! Allerdings stoße ich mich an der Wortwahl. Zum Rattenfänger gibt es zwei Narrative, die beide hier nicht passen.

    1. Der Rattenfänger nach dem gleichnamigen Märchen

    In diesem Fall schaffte es jener Rattenfänger, das echte Problem der Rattenplage in Hameln zu Lösen. Doch man wollte ihn um den vereinbarten Lohn prellen. Daraufhin führte er die Kinder der Stadt davon. Und die Moral von der Geschicht? Verhalte die deinen Wohltätern gegenüber dankkbar. Es könnte sich sonst zum Gegenteil verkehren. War der Rattenfänger nun ein böser Mensch? Ist eis eine Beschimpfung, andere so zu titulieren? Dann müssten diese ja erst mal Wohltaten geleistet haben, bevor sie sich für einen geprellten Lohn rächen.

    2. Rattenfänger in der medialen Darstellung

    Der oft zitierte Rattenfänger bezieht sich eigentlich nicht mehr auf das Märchen, sondern meint die Fähigkeit, unbedarfte einzufangen und zu manipulieren. Eher assoziativ werden die gefangenen Ratten u.U. mit den gefangenen Unbedarften assoziiert, oder eben mit dem abstoßenden Charakter der Ratte auf den Fänger bezogen. In jedem Fall ist hier ein äußerst bedenklicher Gebrauch der Assoziation von abstoßenden Tieren zu Menschen gegeben, die sich nur im Kontext schlechter Propaganda eignet.

    Der Missstand, dass Propagandisten Menschen verführen, sollte nicht durch eine problematische Wortwahl sich in sein Gegenteil verkehren. Lasst uns lieber diese Wortwahl in den Medien aufdecken und nicht ebenso auf diese Unsitte verfallen.

    Ebenso trifft dies für die Attributierung des ’selbsternannten‘ zu (hier nicht verwendet) . Denn Kein Skeptiker oder Kritiker bedarf einer Ernennung. Schlechte Kommunikation mag zunächst mal cool klingen, aber man sollte Unsitten einfach nicht weiter treiben.

  49. Vergessen: VW Chef Müller fordert konsequenterweise die Abschaffung der steuerlichen Bevorzugung des Diesels.

  50. @Landvoigt, #44

    Vielen Dank für die Aufklärung und die haarscharfe Analyse. Ich gebe Ihnen zu 100% recht. Versuche, meine Wortwahl strenger zu kontrollieren.

  51. Was mich doch immer wundert… trotz „europäischer“ Grenzwerte, scheint die ganze Diskussion ja eine rein Deutsche zu sein -- oder glaubt irgenjemand, dass die Schadstoffbelastung in Rom, Mailand, Paris, Athen, Madrid, etc… niedriger als in deutschen Gr0ßstädten ist?

    Nur hört man aus diesen Ländern kaum etwas von Fahrverboten.
    Kann es sein , dass die ihre Messwerte anders erheben?

  52. @FK Pilot

    4 Vermutungen:

    1. VW als deutsche Firma in den USA ertappt, damit Thematisierung hierzulande automatisch
    2. Das grüne Gewissen ist auf politischer und medialer Ebene sowie in der Bevölkerung in D am ausgepägtesten, deshalb sind Aktionen gegen die Autoindustrie hier aussichtsreicher
    3. Die Kultur in D ist stärker von Linientreue und Gehorsam geprägt, was Erfolg von Kampagnen und Maßnahmen verspricht
    4. Deutschland hat den größten Anteil am Autobau und den größten Einfluss auf die EU. Gewinne Deutschland und du hast die EU

    Aus Aktivistensicht würde ich deshalb auch strategisch in D ansetzen. Hier findet man bereits alle Zutaten für eine Hexenjagd, man muss nur noch triggern.

  53. @FK9 #51

    Nur hört man aus diesen Ländern kaum etwas von Fahrverboten.

    Doch …

  54. … bitte um Teilung des Herrschaftswissens

  55. @FK9 #54

    Naja kann man auch als Indianer wissen:

    https://en.wikipedia.org/wiki/London_congestion_charge

    https://www.ft.com/content/644f8cfa-db60-11e6-86ac-f253db7791c6

    https://www.theguardian.com/environment/2016/dec/02/four-of-worlds-biggest-cities-to-ban-diesel-cars-from-their-centres

  56. Das Beste ist, die bannen die Diesel wegen Partikeln. Beim aktuellen Diesel kommen bei den genannten Konzentrationen in diesen Städten hinten weniger raus als vorne rein. Und weniger als beim Benziner allemal. Aber klar, einfach mal aus Aberglauben bannen und ganz viel hoffen, dann wird das schon.

  57. „Unsere Gesellschaft wird von Verrückten geführt, für verrückte Ziele. Ich glaube wir werden von Wahnsinnigen gelenkt, zu einem wahnsinnigen Ende, und ich glaube ich werde als Wahnsinniger eingesperrt, weil ich das sage. Das ist das wahnsinnige daran.“ 
    John Lennon irrte sich, er wurde nicht eingesperrt.

  58. Psychopathen wollen keinen Diesel.
    „Unsere Gesellschaft wird von Verrückten geführt, für verrückte Ziele. Ich glaube wir werden von Wahnsinnigen gelenkt, zu einem wahnsinnigen Ende, und ich glaube ich werde als Wahnsinniger eingesperrt, weil ich das sage. Das ist das wahnsinnige daran.“ 
    John Lennon irrte sich, er wurde nicht eingesperrt.

  59. #51 FK9 -- siehe #14 Italien link oder EMEP (European Monitoring and Evaluation Programme) -- Karten von 2015 (im Suchfeld NO2)

  60. anorak2 22. Februar 2018 17:42

    Die London City Maut hat nun irgendwie gar nix mit EU Richtlinien zu tun, genau so wenig, wie 4 der größten Städte der Welt, die -so weit ich sie bereist habe- auch weniger ein Diesel-Problem, stattdessen nahezu jedes andere Problem haben..

    EMEP (European Monitoring and Evaluation Programme

    In Deutschland wird’s gemacht, in Italien wird gelacht

    Tja, wer sagt es denn…;-)
    Irgendwie scheinen auch Europaweit die Rheinländer die messfreudigsten zu sein. Kein Wunder, da waren nach Fukushima auch sofort sämtliche Geigerzähler ausverkauft…

  61. #60 FK9

    sämtliche Geigerzähler ausverkauft

    radioaktiv mutierte Spinnen und andere brandgefährliche Krabbelgetiere fallen demnächst aus den Rissen der Reaktoren von Thiange und Doel über die Grenze ins Rheinland ein.
    Mit den lang andauernden Ergebnissen der Untersuchungen einer internationalen Expertenkommission hinsichtlich der Mikrorisse und Hinweis auf die einzuhaltenden Klimaziele lässt die belgische Regierung souverän die Delegationen aus NRW abblitzen (letztere hat natürlich die Wählerstimmen und Jodtabletten als Triebfeder).
    Für mich verblüffend in diesem Zusammenhang wie „Psychopathen“ mit der Souveränität von Regierungen unserer europäischer Nachbarn denken umgehen zu können, die für Sicherheit und Gesundheit ihrer eigenen Bevölkerung verantwortlich sind. Gilt auch ganz aktuell für Merkels Refinanzierungsvorschläge in der EU gekoppelt an Flüchtlingsquoten. „Rosinen rauspicken“ als Pamphlet in Umlauf gebracht, um mit purer Unverfrorenheit eigenes Versagen zu kaschieren

  62. #44 -47 „in der DDR wusste man, dass die übermittelten Nachrichten nichts mit der Realität zu tun hatten…“
    Zitat aus Rezensionen zum Buch der Lehrerin Paulsen Deutschland außer Rand und Band
    und wie soll das heutzutage bei den smartphone-dauerglotzern rüberkommen? netter gesagt:- wie kann man diese historischen Erfahrungen weitervermitteln?

  63. #62

    „in der DDR wusste man, dass die übermittelten Nachrichten nichts mit der Realität zu tun hatten…“

    Das stimmt so nicht, die „Aktuelle Kamera“ hat keine Falschmeldungen gebracht. Die gemeldeten Ereignisse haben tatsächllich stattgefunden. Die Beeinflussung bestand in Weglassung von Nachrichten, dem Zeitumfang der einzelnen Meldungen eingeräumt wurde, und vor allem in aufwertender bzw. abwertender Sprache und Bildauswahl. Auf der Ebene kann man auch die heutigen ÖR damit vergleichen.

  64. Der Blick „unter die Haube“ eines älteren V8-Dieselmotors offenbart die komplexe Technologie dieser energieeffizienten Kraftpakete

    Wow -- im Bestpunkt auf dem Motorprüfstand werden tatsächlich ca. 40% der Energie im Kraftstoff in Bewegungsenergie umgewandelt -- das nennt der Autor energieeffizient?
    Also ich habe ja weder etwas gegen Dieselmotore, noch gegen Autos mit Verbrennungsmotor allgemein. Aber effizient sind 15-25% praktischer Wirkungsgrad nun wirklich nicht! Heutige PKW sind eher fahrende Heizungen.

    Ca. 5kW werden bein einem E-Motor abgerufen, um bei 50km/h die Fahrwiderstände zu überwinden. Ca. 12kW sind es bei 100km/h und auf Grund des Luftwiderstandes nimmt der Aufwand mit steigender Geschwindigkeit überpropotional zu. Wie „effizient“ ein konventioneller Motor mit der Energie im Kraftstoff umgeht, kann jeder selbst überschlagen bei etwa 10kWh/Liter.
    Schade, dass der Autor in das hier übliche „Elektroantriebs-Bashing“ einstimmt und dazu bei der Elektromobilität auch gern einmal danebentappt.
    Auch wenn er seine Überzeugung von der „Nicht-Realisierbarkeit“ mit jedem der durchaus interessanten Beiträge wiederholt -- die Realität zur E-Mobilität sieht heute schon anders aus. Sie wird herkömmliche Kfz sicher nicht vollständig verdrängen. Aber sie wird einen festen Platz im Alltag einnehmen und unsere zukünftige individuelle Mobilität absichern.

  65. Nachrichten Umwelt-Bundesamt
    Stickstoffdioxid führt zu erheblichen Gesundheitsbelastungen

    UBA-Studie ordnet Gesundheitsbelastung durch Stickstoffdioxid in Deutschland ein.
    Leider ist kein Literaturhinweis zur Studie vorhanden. Dies ist keine wissenschaftliche Vorgehensweise sondern Panikmache!

  66. Ich finde zwar das derzeitige Geschrei um die Stickstoffdioxid-Belastung auch völlig übertrieben (denn es gibt ja auch noch Lärm und andere Schadstoffe) und gehe von einer jahrelangen Koexistenz verschiedener Antriebsformen aus. Aber den Vorwurf des fehlenden Literaturnachweises kann ich nicht nachvollziehen.

    Bei mir gibt es rechts einen Link zu „Publikationen“:
    Quantifizierung von umweltbedingten Krankheitslasten aufgrund der Stickstoffdioxid-Exposition in Deutschland --
    die Studie kann man dort downloaden

    Völlig abgekoppelt vom Sachverhalt ist der Vorwurf „keine wissenschaftliche Vorgehensweise“ also hier unberechtigt. Völlig berechtigt ist dagegen der Vorwurf an den Autor Fred F. Mueller hier, dass seine allgemeine Behauptung dass “ Elektromobilität zurzeit nicht realisierbar ist“ weder in diesem, noch im angesprochenen vierten Teil seines „Aufsatzes“ belegt wurde.
    Daran ändert sich auch nichts, dass er diese Behauptung am Anfang jeden Teilbeitrages wiederholt und bissige „Bildkommentare“ zur E-Mobilität einbaut …

  67. @ Joe 14. März 2018 15:21

    Bei mir gibt es rechts einen Link zu „Publikationen“:
    Quantifizierung von umweltbedingten Krankheitslasten aufgrund der Stickstoffdioxid-Exposition in Deutschland —
    die Studie kann man dort downloaden …

    Danke für die Hinweise. Die Kurzfassung verheißt allerdings nichts Gutes. Denn ein Modell, wie multivariate Faktoren von Individuen berechnet werden, ist hier nicht im Ansatz zu erkennen.
    Es ist auch kaum vorsdtellbar, wie eine flächendeckende Varianzanalyse durchgeführt werden könnte, weil man dazu umfassendes Datenmaterial bräuchte.

    So halten sich auch Personen zu einem Zeitpunkt x an einem Ort auf. Allerdings könnten sie für die relevanten Zeiträume sich an ganz anderen Orten aufgehalten haben. Die Ermittlung einer NO2 Exposition dieser Person dürfte darum weder individuell, noch statistisch hinreichend robust möglich sein. Geschweige denn, die anderen Faktoren (Sport, genetische Disposition, Stressfaktoren, Raucher, Ernährungsgewohnheiten, Gesundheitsversorgung uvm.) … bei vielen Faktoren wäre ein Co-Varianz zu erwarten.

    Darüber hinaus hapert es ja erheblich bei den Messtationen. Viele entsprechen hinsichtlich Aufstellungsort nicht den EU-Normen und liefern darum keine verwertbaren Ergebnisse.

    Kurz: Der Erstsemester-Student würde seine Statistik-Klausur mit ungenügend zurück bekommen, wenn er so wie das UBA arbeiten würde. Der Untersuchungsansatz ist wohl eher ein schlechter Scherz. Es stellt sich die Frage, warum dann Behörden und Massenmedien mit derartig unseriösen Ansätzen in die Breite gehen.

  68. Lieber Joe,
    da ich nicht aus jedem Aufsatz ein Buch machen kann oder will, gebe ich zu manchen Themen halt nur kurze Stellungnahmen ab, weil ich zu dem betreffenden Punkt schon vor längerer Zeit einen eigenen Artikel veröffentlicht hatte. Um E-Mobilität flächendeckend zu erzielen, müsste ein Grossteil der aktuell 1,7 Mio km unseres E-Netzes erneuert werden. Jede Strasse müsste von vorne bis hinten aufgerissen werden. Die Kosten würden atronomisch.
    Zudem wird über den Strombedarf viel Unsinn geschrieben. Es kommt nicht darauf an, was der nette Computer im Auto vorgaukelt. Es kommt darauf an, was die Kraftwerke bereitstellen müssen, inklusive aller Verluste auf der Transportkette. Und bei KFz bitte die Busse und LKW nicht vergessen. Nach meinen Berechnungen landet man dann für Deutchland bei einem zusätzlichen Strombedarf von ca. 300 TWH, die genaue Zahl finde ich im Moment nicht so schnell. Bitte mal abschätzen, wieviele Windmühlen mit 3 MW Nennleistung (17-18 % Wirkungsgrad) man dafür erreichten müsste, und ausserdem abschätzen, wo diese Spargel dann bitteschön noch Platz finden sollen.
    Mfg

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