Diesel: Die Lückenmedien im Glashaus (8)

12. Dezember 2017 | Von | Kategorie: Artikel, Elektromobilität, Politik

Deutschlands politische und mediale Eliten blasen zum Krieg gegen das angeblich klima- und gesundheitsgefährdende Automobil. Da man damit nahezu das ganze Volk trifft, von den knapp 1 Mio. Beschäftigten der Branche über zahllose Mitarbeiter bei Zulieferern und Werkstätten bis zu den rund 45 Mio. Autobesitzern, greift man zur Salamitaktik. Deshalb wird zurzeit der Diesel-PKW als angeblich gesundheitsschädlicher Schmutzfink in die Ecke gestellt. Er soll die Luft in den Städten verpesten und jedes Jahr zigtausende Tote verursachen. Neben ARD und ZDF mit ihrem anrüchigen „Faktenfinder“ [FAKT] engagieren sich auch etliche Printmedien wie der „Spiegel“ bei diesem üblen Spiel. Wir machen deshalb erneut einen Faktencheck.

Bild 1. Fortschritt: In den 20er Jahren kostete so ein kleiner „Volks-flitzer“ 1995,- Mark, wog 320 kg und kam 500 km weit. Hypermoderne E-Mobile kosten heute bis zu 100.000,- €, wiegen 2.000+ kg und kommen realistisch gerechnet etwas mehr als 300-350 km weit

Bild 1. Fortschritt: In den 20er Jahren kostete so ein kleiner „Volks-flitzer“ 1995,- Mark, wog 320 kg und kam 500 km weit. Hypermoderne E-Mobile kosten heute bis zu 100.000,- €, wiegen 2.000+ kg und kommen realistisch gerechnet etwas mehr als 300-350 km weit

 

 In den bisherigen Teilen dieses Aufsatzes wurde nachgewiesen, dass die NO2-Belastung der Luft in ganz Deutschland und auch an den sogenannten „Hotspots“ in den Städten auf im Prinzip unbedeutende Werte zurückgegangen ist. Wichtiger Grund hierfür ist die stetige Ablösung älterer durch jüngere Fahrzeuge mit besseren Abgasbehandlungssystemen. Dieser Trend wird sich auch in den nächsten Jahren fortsetzen. Auch wurde aufgedeckt, wie fragwürdig die Messmethoden sind und welche Tricks und Manipulationen zum Einsatz kommen. Im dritten Teil wurden die teils grotesk übertriebenen Behauptungen über die gesundheitlichen Auswirkungen von Stickstoffdioxid sowie die offensichtliche Parteilichkeit sowohl der öffentlich-rechtlichen Medien als auch industriefeindlicher Behörden behandelt. Im vierten Teil wurde festgestellt, dass das Auto auch in der Stadt der Zukunft unverzichtbar bleibt und Elektromobilität zurzeit nicht realisierbar ist. Außerdem wurden Widersprüche in den Aussagen des Umweltbundesamtes beleuchtet und anrüchige Querverbindungen zwischen der Deutschen Umwelthilfe sowie Ministerien und Behörden thematisiert. Im fünften Teil wurde gezeigt, dass an der angeblichen Gesundheitsgefährdung selbst durch geringste NO2-Konzentrationen nichts dran ist und die Horror-Stories über zigtausende Tote durch Dieselabgase nicht wissenschaftlich fundiert sind. Nicht wenige der Studien, die das behaupten, basieren sogar auf gefälschten Zahlenwerten. Im sechsten Teil wurden grobe Mängel bei den Studien der US-Umweltschutzbehörde EPA und der WHO dargelegt, mit denen behauptete Gesundheitsgefahren von Stickoxiden „belegt“ werden sollen. Im siebten Teil zeigte sich anhand von umfassenden Abgasuntersuchungen in bayrischen Großstädten, dass selbst an den „Brennpunkten“ des Abgasgeschehens keinerlei Gründe für Fahrverbote für Diesel-PKW vorliegen. Im jetzigen achten Teil wird darauf eingegangen, wie winzig die Bereiche nahe der wenigen Hauptstraßen sind, in denen es tatsächlich zu Überschreitungen von Grenzwerten kommt.

 

„Das Auspuffrohr des Autos ist 25 Mal tödlicher als das Auto selbst“

Dies behauptete Jon McNeill, Teslas Verantwortlichem für den weltweiten Absatz, am 22. Dezember 2016 in einem Interview mit Hongkongs TVB Pearl [TSLA]. Würde man diese Aussage auf Deutschland mit seinen rund 3.500 Verkehrstoten (2015) umrechnen, so wären dies 87.500 Todesfälle durch Autoabgase. Diese groteske Zahl übertrifft selbst die Hetzparolen der DUH noch um fast eine Größenordnung. Sie zeigt vor allem eins: Was DUH und Konsorten bei uns treiben, passt nahtlos in die Marketingstrategie des einen oder anderen „fortschrittlichen“ Konzerns, insbesondere solcher aus den USA und Japan. Sie treibt nicht die Sorge um unsere Gesundheit um, sondern der dringende Wunsch, die zu Schmutzfinken deklarierten Wettbewerber vom Markt zu verdrängen. Umweltfrevel, welche für die Gewinnung der Rohstoffe für die tonnenschweren Batterien begangen werden, fallen ebenso aus der Betrachtung heraus wie die Tatsache, dass aufgrund des hohen Kohleanteils am elektrischen Strom die Emissionen lediglich verlagert werden und dann am Kraftwerksschornstein statt am Kfz-Auspuff entstehen. Mit dieser Schmutzkampagne waren insbesondere die Vertreter US-amerikanischer Interessen besonders erfolgreich. Über von ihnen beeinflusste Organisationen wie das US-Umweltministerium EPA sowie die WHO haben sie es geschafft, der EU und über diese auch Deutschland die absurd niedrigen NO2-Grenzwerte aufzuschwätzen, mit deren Hilfe Politik und Medien gemeinsam versuchen, unserer Automobilindustrie den Garaus zu machen.

 

Die Mär von der flächendeckenden Vergiftung der Stadtluft

Bei so gut wie allen Meldungen in den Medien wird suggeriert, dass die „zu hohen“ Immissionswerte an einigen wenigen Messstationen einiger Großstädte gleichzusetzen wären mit der breit angelegten Vergiftung so gut wie aller Bewohner dieser Städte. Diese Kampagnen haben eine fatale Breitenwirkung: Zigtausendfach finden sich deshalb in Kommentarspalten und Blogs entsprechende Meinungen wie z.B.: „Fakt ist, daß diese Motoren leider auch schädliche Gase auspusten. An diesen Gasen verrecken allein in Deutschland jedes Jahr bis zu 15 000 Menschen (in Europa sind es rund 400 000). Die Frage lautet also: was verlierst Du lieber, wenn Du zwischen Deinem Arbeitsplatz und Deinem Leben wählen mußt?“ [BLOG]. Befeuert werden solche Meinungen hochamtlich u.a. durch farblich raffiniert gestaltete Grafikdarstellungen, wo die deutschen Ballungszentren von giftgrün-gelblichen Schleiern NO2 belasteter Luft überzogen erscheinen. Die Manipulation wird auch durch eine passende Legende unterstützt, aus der nicht erkennbar wird, wo die Grenzwerte verlaufen, Bild 2.

Bild 2. Angsterzeugend: In dieser UBA-Grafik überziehen großflächige NO2-Schleier in giftgrün-gelblichen Farbtönen die industriellen und städtischen Ballungszentren vom Rhein-Main-Gebiet über Stuttgart bis München (Grafik: UBA)

Bild 2. Angsterzeugend: In dieser UBA-Grafik überziehen großflächige NO2-Schleier in giftgrün-gelblichen Farbtönen die industriellen und städtischen Ballungszentren vom Rhein-Main-Gebiet über Stuttgart bis München (Grafik: UBA)

 

Derartiges Material wird dankbar von der Lückenpresse aufgegriffen und – erforderlichenfalls nach „kreativer Abwandlung“ – zur Angsterzeugung eingesetzt, wie das Beispiel eines Berichts im „SpiegelOnline“ [SPIE] mit dem Titel „Gesundheitsrisiko Stickoxid  Wo Luft in Deutschland krank macht“ zeigt. Nach dem Titel geht es in der Einleitung im gleichen Tonfall weiter: „Im Herbst und Winter droht dicke Luft in Deutschlands Städten. Zwar gibt es weniger Feinstaub, doch die Stickoxid-Grenzwerte werden vielerorts überschritten. Der große Überblick”, gefolgt von einer erschreckenden Deutschland-Karte, die in satten roten und gelben Warnfarben geradezu glüht, Bild 3.

Bild 3. Fakten? Wer braucht schon Fakten, wenn man die gewünschte Botschaft viel einfacher durch Farben direkt am Verstand vorbei ins Unterbewusstsein transportieren kann (Grafik: [SPIE])

Bild 3. Fakten? Wer braucht schon Fakten, wenn man die gewünschte Botschaft viel einfacher durch Farben direkt am Verstand vorbei ins Unterbewusstsein transportieren kann (Grafik: [SPIE])

Zu diesem Bild gibt es weder Bildunterschrift noch Legende noch Quellenangabe, lediglich einen diskreten Vermerk „Bundesumweltamt“. Letzteres ist möglicherweise als Quellenangabe gedacht, nur gibt es dieses Amt in Deutschland nirgendwo, stattdessen ein Umweltbundesamt (UBA). So schlampig geht es dann auch gleich weiter, denn erst wenn man das Video aufruft, erfährt man, dass es um Feinstaub und nicht um Stickoxide geht, wie es die Überschrift ja eigentlich erwarten ließe. Ein weiterer Beweis für die Recherchequalität von Lückenpresse-Berichten zu Umweltthemen. Hauptsache, man hat den Lesern die rechte Stickoxid-Furcht eingejagt.

Das Fatale an solchen Darstellungen, die zigfach überall in den Medien kursieren, ist die hierdurch vermittelte optische Botschaft, die da lautet: Der gesundheitsschädliche Dreck ist überall in unseren Ballungsgebieten in der Luft, wir müssen dringend etwas dagegen unternehmen. Dabei sprechen die Tatsachen eine ganz andere Sprache.

 

Betroffen sind nur winzige Teilbereiche

Die Fakten sehen nämlich völlig anders aus. Einen sehr guten Beweis hierfür liefert die bereits im letzten Beitrag angeführte umfassende und mehrjährige Untersuchung des Bayerischen Landesamts für Umwelt über die Abgasemissionen und -immissionen in einer Reihe bayrischer Großstädte [BLFU]. Aus den aufgeführten Beispielen wurde die Landshuter Allee in München ausgewählt, die ein tägliches Verkehrsaufkommen von bis zu 142.000 Fahrzeugen hat, ein Wert, der nur von einigen besonders stark befahrenen Autobahnen übertroffen wird. Aus diesem Grund gehört ein Abschnitt dieser Straße mit weitgehend geschlossener Randbebauung zu den „Hot Spots“ mit den höchsten NO2-Immissionswerten in ganz Deutschland. Eine Farbdarstellung der dort gemessenen bzw. aus Messwerten per Computermodell errechneten NO2-Jahresmittelwerte zeigt Bild 4.

Bild 4. Darstellung der Jahresmittelwerte der NO2-Konzentration im Bereich des am stärksten beaufschlagten Abschnitts der Landshuter Allee in München für das Jahr 2011 (Grafik: [BLFU])

Bild 4. Darstellung der Jahresmittelwerte der NO2-Konzentration im Bereich des am stärksten beaufschlagten Abschnitts der Landshuter Allee in München für das Jahr 2011 (Grafik: [BLFU])

Schon auf den ersten Blick ist zu sehen, dass sich die wirklich hohen Grenzwertüberschreitungen auf ein ziemlich schmales Band entlang eines Teils der Landshuter Allee beschränken. Bereits in den Seitenstraßen fallen die Werte sehr schnell unter den Grenzwert von 40 µg/m3 ab. In Hinterhöfen bzw. hinter geschlossenen Gebäudefronten liegen sie grundsätzlich im zulässigen Bereich. Der Maßstab am unteren Bildrand belegt, dass der Bereich, in dem der Grenzwert überschritten wird, selbst in die Seitenstraßen hinein nur an wenigen Stellen mehr als 100 Meter breit ist. Die betroffene Strecke ist jedoch insgesamt nur etwa einen Kilometer lang. Mehr nicht. Wie schnell der Abfall der NO2-Konzentration in den Seitenstraßen erfolgt, zeigt Bild 5.

Bild 5. Messungen in den Seitenstraßen belegen, dass die NO2-Befrachtung schon nach wenigen Metern stark zurückgeht und nach spätestens 60 m unter den gesetzlichen Grenzwert absinkt (Grafik: [BLFU])

Bild 5. Messungen in den Seitenstraßen belegen, dass die NO2-Befrachtung schon nach wenigen Metern stark zurückgeht und nach spätestens 60 m unter den gesetzlichen Grenzwert absinkt (Grafik: [BLFU])

Das Gebiet im Bereich der Landshuter Allee, in dem die NO2-Grenzwerte tatsächlich überschritten werden, ist demnach im Vergleich zur Größe der Stadt München geradezu winzig. Um dies auch optisch besser zu verdeutlichen, wurde Bild 4 so überarbeitet, dass nur noch die Bereiche oberhalb des Grenzwerts farblich hervorgehoben sind, Bild 6.

Bild 6. Bei dieser Kopie des Bildes 4 wurden alle Bereiche, in denen die NO2-Grenzwerte unterhalb des Grenzwerts liegen, entfärbt (Grafik: [BLFU])

Bild 6. Bei dieser Kopie des Bildes 4 wurden alle Bereiche, in denen die NO2-Grenzwerte unterhalb des Grenzwerts liegen, entfärbt (Grafik: [BLFU])

Mit Bild 6 wird optisch noch besser verdeutlicht, wie klein das Gebiet im Bereich der Landshuter Allee mit NO2-Werten über dem Grenzwert tatsächlich ist. Nach Entfärbung der unkritischen Bereiche verbleibt nur noch ein schmales Band mit einigen kurzen Seitenästen. Dessen Größe kann man realistisch mit vielleicht 200 x 1.000 m ansetzen (die Karte in Bild 4 bzw. Bild 6 umfasst nur die nördliche Hälfte des betroffenen Straßensegments). Das wären 0,2 Quadratkilometer. In München gibt es nur noch eine weitere Stelle, an der der Grenzwert überschritten wird, und zwar am Stachus. Wenn wir für das dort betroffene Gebiet eine Fläche von 0,1 km2 annehmen, so wird der NO2-Grenzwert in München auf einer Fläche von lediglich 0,3 km2 überschritten. Da München eine Gesamtfläche von ca. 311 km2 hat, betrifft dies lediglich ein Tausendstel bzw. 0,1 % des gesamten Stadtgebiets. Schätzen wir aufgrund dieser Flächen die Zahl der betroffenen Anwohner ein, so kann man in Neuhausen (Landshuter Allee) mit seiner Bevölkerungsdichte von rund 7.700 EW/km2 von etwa 1500 Personen ausgehen. Am Stachus kommt man bei einem Mittelwert von 10.000 EW/km2 auf weitere etwa 1.000 Anwohner. In der Summe geht es also um 2.500 Münchner, die in Stadtbereichen mit straßenseitigen NO2-Werten über dem Grenzwert wohnen. Bei einer Einwohnerzahl von rund 1,45 Mio. ist dies ein Anteil von 0,172 %.

In ganz Bayern gibt es insgesamt nur noch vier weitere Hot-Spots, die alle in deutlich kleineren Städten liegen, so dass man hier von weitaus geringeren betroffenen Flächen und Einwohnerdichten ausgehen kann. Es erscheint gerechtfertigt, hier von insgesamt vielleicht weiteren 2.500 Betroffenen auszugehen, so dass die Gesamtzahl für Bayern mit rund 5.000 angesetzt werden kann. Bei einer Gesamt-Einwohnerzahl von ca. 12,9 Mio. geht es also um ganze 0,04 % der Bevölkerung, die überhaupt von NO2-Grenzwertüberschreitungen betroffen sind. Es darf davon ausgegangen werden, dass diese Zahlen von der Größenordnung her auch für die gesamte Bundesrepublik Deutschland gelten. Vergleicht man dies mit den optischen Botschaften der Bilder 2 und 3, so erkennt man deutlich, in welch geradezu ungeheuerlichem Ausmaß unser Volk und unsere Industrie hier – und das ist noch sehr zurückhaltend formuliert – von den Medien und den Behörden manipuliert und betrogen werden.

 

Die „übersehene“ Senkrechte

Bei der hier vorgestellten überschlägigen Kalkulation des von Grenzwertüberschreitungen betroffenen Anteils der Bevölkerung wurde ein weiterer wichtiger Aspekt noch ausgespart, obwohl er von erheblicher Bedeutung ist: Die Höhe der Wohnung über dem Erdboden. Obwohl die Häuser in den betroffenen Wohngebieten typischerweise eine fünf- oder sechsgeschossige Bauweise aufweisen, werden Immissionsmesswerte grundsätzlich nur auf Erdgeschossniveau erfasst. In der Realität ist jedoch davon auszugehen, dass die schnelle Verdünnung, die man bereits in der Horizontalen mit zunehmender Entfernung von der Straße feststellen kann, sich auch nach oben hin zur freien Atmosphäre vollzieht. Den entsprechenden Beweis liefert Bild 7 [KOCH].

Bild 7. Messstelle Stuttgart am Neckartor. Der Jahresmittelwert für NO2 liegt auf Straßenniveau bei 78 µg/m3, auf dem Dach dagegen bei nur noch 20 µg/m3 (Grafik: [KOCH])

Bild 7. Messstelle Stuttgart am Neckartor. Der Jahresmittelwert für NO2 liegt auf Straßenniveau bei 78 µg/m3, auf dem Dach dagegen bei nur noch 20 µg/m3 (Grafik: [KOCH])

Man kann davon ausgehen, dass die Abnahme der NO2-Konzentration in vertikaler Richtung in erster Näherung mit dem gleichen mathematischen Ansatz beschrieben werden kann wie diejenige in horizontaler Richtung. Mithilfe einer logarithmischen Funktion kann man nach Anpassung der entsprechenden Parameter den Konzentrationsverlauf entlang der Fassade eines mehrstöckigen Gebäudes in Abhängigkeit von der Konzentration auf dem üblichen Messniveau nachbilden, Bild 8 und Bild 9.

Bild 8. Verlauf der vertikalen NO2-Konzentration entlang der Fassade eines mehrstöckigen Gebäudes bei einem Pegel auf Straßenniveau von ca. 80 µg/m3

Bild 8. Verlauf der vertikalen NO2-Konzentration entlang der Fassade eines mehrstöckigen Gebäudes bei einem Pegel auf Straßenniveau von ca. 80 µg/m3

 

Bild 9. Verlauf der vertikalen NO2-Konzentration entlang der Fassade eines mehrstöckigen Gebäudes bei einem Pegel auf Straßenniveau von ca. 60 µg/m3

Bild 9. Verlauf der vertikalen NO2-Konzentration entlang der Fassade eines mehrstöckigen Gebäudes bei einem Pegel auf Straßenniveau von ca. 60 µg/m3

 

Wie aus Bild 8 ersichtlich, sinkt bei einem auf Straßenniveau gemessenen Ausgangswert von etwas über 80 µg/m3der NO2-Gehalt bereits bei der 2. Etage auf einen Wert knapp über dem Grenzwert und liegt ab der 3. Etage sicher unterhalb davon. Bei einem Ausgangswert von 60 µg/m3 wird der Grenzwert sogar schon ab der 1. Etage nicht mehr überschritten. Hierzu ist anzumerken, dass im Jahre 2016 in ganz Deutschland nur an zwei Messstationen Jahresmittelwerte von mehr als 79 µg/m3 und an lediglich sechs weiteren Stellen Werte von mehr als 59 µg/m3 registriert wurden [UBA]. Man kann daher davon ausgehen, dass an den insgesamt 66 Messstellen, an denen der Grenzwert überhaupt „gerissen“ wird, die Bewohner fast aller Etagen ab dem 1. Stock nicht von Grenzwertüberschreitungen der Außenluft betroffen waren. Da die Bebauung gerade der Straßen, in denen die Messwerte über dem Grenzwert liegen, in der Regel fünf- bis sechsgeschossig ausgeführt sein dürfte, kann man unterstellen, dass dort höchstens 30-40 % der Bewohner mit einer Außenluft zu tun haben, die oberhalb des aktuellen Grenzwerts liegt. Somit kann der im vorigen Abschnitt ermittelte Prozentsatz an betroffenen Bewohnern um den Faktor 0,3 bis 0,4 reduziert werden. Es dürfte daher gerechtfertigt sein, von einem Wert zwischen 0,01 % und 0,02 % der Bevölkerung auszugehen.

 

Warum nur will man mit Atombomben auf Spatzen schießen?

Warum wird wegen einer so überschaubaren Zahl wirklich Betroffener dann ein derartiger Aufstand veranstaltet? Medien und Politik überschlagen sich derzeit geradezu in dem Versuch, in trauter Einheit über die NO2-Abgasdiskussion den Diesel und danach die gesamte klassische Individualmobilität der Bürger zu vernichten. Deshalb wird so getan, als sei ein Großteil der Bevölkerung in unseren Städten gesundheitlich durch Dieselabgase gefährdet, obwohl die Realität doch völlig anders aussieht. Es geht in ganz Deutschland um vielleicht 15.000 Personen, die in Bereichen leben, in denen die NO2-Werte der Außenluft dauerhaft über dem (sowieso schon willkürlich viel zu tief angesetzten) Grenzwert von 40 µg/m3 liegen. Zur „Behebung“ durch Umstellung auf das „gelobte Land“ Elektromobilität werden gigantische volkswirtschaftliche Schäden in Kauf genommen. Allein bei VW summieren sich die Zusatzkosten inzwischen auf ca. 100 Mrd. €, ein Großteil davon für die überhastete und sinnlose Umstellung der Entwicklungsaktivitäten sowie der Produktion auf die Totgeburt Elektromobilität. Die anderen deutschen Kfz-Hersteller dürften zusammen ähnlich hohe Beträge fehlinvestieren. Unsere wichtigste Schlüsselindustrie wird dadurch in ein 200 bis 250 Mrd. teures Abenteuer geprügelt. Niemand scheint zu bedenken, dass unsere Volkswirtschaft vom Export abhängt und dass E-Mobile noch auf Jahrzehnte hinaus in den Ländern der 2. und 3. Welt keine Abnehmer finden werden, weil es dafür keine Infrastruktur und oft noch nicht einmal eine zuverlässige Stromversorgung gibt.

Zweiter Leidtragender ist die Bevölkerung. Die knapp 15 Millionen deutschen Dieselbesitzer werden als Folge der Anti-Diesel-Hysterie durch Wertverlust ihrer Fahrzeuge enteignet. Setzt man den erlittenen Wertverlust auch nur mit 3.000 € an, so werden die Besitzer mit rund 40 Mrd. € für etwas bestraft, was ihnen die gleiche Politik, die sich jetzt in Bonn de Facto für das Ende des Verbrenners stark macht, jahrelang als erstrebenswert aufgeschwätzt hat. Der gesamte volkswirtschaftliche Schaden liegt demnach schon allein aufgrund dieser beiden Positionen irgendwo zwischen 240 und 300 Mrd. €. In der Realität ist er sogar noch erheblich höher, wie in einem späteren Kapitel noch ausgeführt wird.

Man schmeißt also 240 Mrd. € und mehr sowie die Zukunft unserer wichtigsten Exportbranche zum Fenster hinaus, nur um die angebliche „Vergiftung“ von vielleicht 15.000 Einwohnern zu verhindern. Es wäre weitaus billiger, allen diese Personen einen Daueraufenthalt in einem Luxushotel ihrer Wahl zu finanzieren. Wesentlich einfacher und effizienter wäre es beispielsweise, die tatsächlich betroffenen Bewohner durch entsprechende Prämien zum Wegzug zu bewegen und den Vermietern die temporären Mietausfälle zu ersetzen. Das Ganze wäre nämlich nur zeitweilig zu sehen, denn in wenigen Jahren wird sich das „Abgasproblem“ dank der neuen Abgastechnologien (EURO 6d) sowieso in Luft aufgelöst haben, Bild 10.

 

Bild 10. Bei konsequenter Einführung der neuesten EURO 6d-Abgasreinigungstechnologie würden die NO2-Immissionen an der Messstelle „Am Neckartor“ in Stuttgart von derzeit 82 µg/m3 weit unter den Grenzwert absinken (Grafik: [KOCH])

Bild 10. Bei konsequenter Einführung der neuesten EURO 6d-Abgasreinigungstechnologie würden die NO2-Immissionen an der Messstelle „Am Neckartor“ in Stuttgart von derzeit 82 µg/m3 weit unter den Grenzwert absinken (Grafik: [KOCH])

Dogmen statt Existenzvorsorge

Gerade am Thema Dieselabgase kann man durch kritische Analyse einfach zugänglicher Fakten ganz leicht beweisen, in welchem Ausmaß hier die Realität ignoriert wird, um der Bevölkerung und der Wirtschaft ideologische Dogmen grüner Salonkommunisten aufzuzwingen, statt Existenzvorsorge zu betreiben. Triebkraft hierfür ist die inzwischen alles durchdringende Klimahysterie. Für diese Ideologen in Politik und Medien ist die Individualmobilität nur ein Nebenkriegsschauplatz. Sie verwenden hier jedoch die gleichen Methoden der Manipulation, des Totschweigens kritischer Stimmen und der Verbreitung bewusster Falschaussagen wie bei der CO2-Diskussion. Nur kann ihnen dies beim Thema Diesel viel einfacher und schneller nachgewiesen werden als beim Klima, weil die Zusammenhänge einfacher sind und man sich nicht so einfach hinter ganzen Gebirgen komplexer mathematischer Gleichungen verstecken kann wie bei Klimamodellen. Die Medien spielen dieses schmutzige Spiel voller Inbrunst mit, die wenigen realistischen Stimmen werden durch Lautstärke und Totschlagsargumente wie „Dieselabgase töten“ einfach übertönt. Neben den öffentlich-rechtlichen Sendern spielen hier auch einige „fortschrittliche“ Publikationen – unter ihnen nicht zuletzt der „Spiegel“ – eine besonders negative Rolle. Deshalb wurden hier deren Manipulationstechniken speziell gewürdigt. Der Anspruch dieser Blätter, besonders kritisch-investigativ zu sein, ist nichts als ein Feigenblatt. Bezüglich ideologischer Verbohrtheit und der Bereitschaft zur Manipulation stehen sie der „Bild-Zeitung“ nicht im Geringsten nach. Sie verwenden lediglich kleinere Buchstaben bei den Überschriften und schreiben etwas mehr Text.

 

Fakten und „Faktenfinder“

Die bisherige Analyse der von den „Faktenfindern“ von NDR und Tagesschau sowie ihren Spießgesellen bei den Printmedien präsentierten Aussagen lässt erkennen, dass man sich dort alles andere als kritisch-investigativ mit dem Thema NO2-Immissionen der Stadtluft beschäftigt hat. Stattdessen übernimmt man einfach die Positionen von Hendricks und dem UBA, als seien deren Ansichten der Weisheit letzter Schluss. Eine eigenständige kritische Wertung von Daten und Hintergründen ist nicht einmal in Ansätzen erkennbar. Dies bestätigt die bereits bisher gemachte Erfahrung, dass die Mehrzahl der Medien – allen voran die Fernsehanstalten ARD, ZDF und ihre Landesdependancen – beim sogenannten „Diesel-Skandal“ einseitig, parteiisch und irreführend berichtet. Statt um Ausgewogenheit und Sorgfalt bemüht man sich offenkundig eher darum, das Thema so darzustellen, wie bestimmte Bundesbehörden sowie die etablierten Parteien es gerne haben möchten. Abweichende Meinungen von Fachleuten, Medien, Journalisten oder Bloggern werden als unglaubwürdig hingestellt. So leistet man dem ideologischen Ziel der Deindustrialisierung Deutschlands durch „Dekarbonisierung der Volkswirtschaft“ Vorschub. Der Diesel ist dabei nur das erste Opfer. Die Vernichtung der deutschen Automobilindustrie wird anschließend auch beim Benziner weitergehen, und zwar alternativlos. Die sich jetzt abzeichnende „Jamaika“-Koalition ist dafür ein sehr schlechtes Omen.

Fred F. Mueller

 

Demnächst folgt Teil 9

 

Quellen

 

[BLFU] https://www.lfu.bayern.de/luft/luftreinhalteplanung_verkehr/nox_projekt/index.htm

[BLOG] https://groups.google.com/forum/#!topic/de.soc.umwelt/7dCudiLAQOc%5B1-25%5D

[FAKT] http://faktenfinder.tagesschau.de/inland/stickstoffdioxid-111.html

[KOCH] https://www.ifkm.kit.edu/downloads/Focus_Antworten_v2.0.pdf

[SPIE] http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/stickoxid-wo-luft-in-deutschland-krank-macht-a-1120859.html

[TSLA] http://teslamag.de/news/abgasemissionen25-mal-auto-tesla-fuehrungskraft-11242

[UBA] http://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/358/dokumente/no2_2016.pdf

 

 

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28 Kommentare
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  1. Passend zum Thema: Der RBB fährt gerade eine ausführliche Kampagne zu Stickoxiden aus Dieselabgasen

    https://www.rbb24.de/politik/thema/2017/abgasalarm/beitraege/faq-stickoxide-quellen-grenzwerte-auswirkungen.html

    https://www.rbb24.de/politik/thema/2017/abgasalarm/beitraege/interview-umweltmedizinerin-barbara-hoffmann.html

    https://www.rbb24.de/politik/thema/2017/abgasalarm/beitraege/abgasalarm-Stickoxid-Werte-in-Berlin-flaechendeckend-zu-hoch.html

    Im Interview mit dieser Expertin (2. Link) heißt es, dass Stickoxide 12.800 vorzeitige Todesfälle pro Jahr in Deutschland verursachten.

  2. Die Umweltaktivisten und Experten blasen zum politischen Sturmangriff auf den modernen Industriestaat mit sozialer Marktwirtschaft. Daß sie damit alle unsere sozialstaatlichen Errungenschaften zumindest längerfristig mit weg blasen, kapieren sie bis hinauf zu Frau Hendrick nicht. Der „Aktivist“ baut sich seine eigene Baustelle, die er sich von der Gemeinschaft (der dummen) auch noch gerne bezahlen lassen möchte. Wen intereesiert noch eine ehrliche Sachdiskussion, Schlagworte und Kampagnen bringen die Follower.

  3. Das nenne ich eine gründliche Analyse mit echten Fakten und direkt davon ableitbaren Schlüssen. Danke, dass Sie sich dei Mühe gemacht haben.
    Frage ist nur, wie bringt man das den verantwortlichen Politikern bei? Sind die überhaupt in der Lage so etwas zu verstehen?
    Wenn man sich die Vita von Barbara Hendricks ansieht, müssen echte Zweifel aufkommen. Sie hat weder eine technische oder naturwissenschaftliche Ausbildung noch Industrieerfahrung. Sie hat außer ihren politischen Aktivitäten überhaupt keine Erfahrung; ihre „Berater“ können ihr praktisch alles andrehen und wird muss es mangels fachlicher Erfahrung schlucken, solange es in ihr ideologisches Weltbild passt.

    Nach dem Abitur 1970 am Johanna-Sebus-Gymnasium in Kleve absolvierte Barbara Hendricks ein Studium der Geschichte und der Sozialwissenschaften in Bonn, das sie 1976 mit dem ersten Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien beendete. Danach war sie bis 1978 beim Deutschen Studentenwerk tätig, dann bis 1981 Referentin bei der Pressestelle der SPD-Bundestagsfraktion. 1980 erfolgte ihre Promotion zum Dr. phil. mit der Arbeit Die Entwicklung der Margarineindustrie am unteren Niederrhein.

    Wikipedia

  4. #1 anorak2. Die Zahlen können alle aus dem Hut gezogen werden. Wenn jemand „vorzeitig“ verstirbt, könnten die Ursachen natürlich auch kumuliert wirken. So z.B. kann jemand sterben, weil er gleichzeitig O3, NO2 [sic] und Feinstaub eingeatmet hat; Eine einzelne Person kann also statistisch gleichzeitig drei mal vorzeitig sterben.
    Soviel zur Unstatistik.

    It’s pretty bad. Within the European Union (EU), more than 430,000 people died prematurely due to PM2.5 in 2013, the most recent year with figures available.
    According to the EEA’s Air quality in Europe -- 2016 report, the toxic gas nitrogen dioxide (NO2) -- released by vehicles and central heating boilers -- has an impact equivalent to 71,000 premature deaths a year.
    Ground-level ozone (O3) is also killing people -- an estimated 17,000 annually in the EU.

  5. Es ist schon sehr fraglich, wie diese epidemiologischen „Studien“ methodisch angegangen werden. Üblicherweise gehört dazu eine Vergleichspopulation, die diesen Schadstoffen nicht ausgesetzt ist. Das gibt es allerdings nirgends. Ich habe einmal anhand der Todesursachenstatistik der Schweizer Kantone die Herzinfarktraten aufgezeichnet; Zwischen der niedrigsten und zur höchsten Rate liegt ein Faktor von nahezu 2.
    Hinzu kommt dass die primären Ursachen für Herzversagen nirgends statistisch erfasst werden, weder Tabak noch Alkohol, berufliche Aktivität, soziales Umfeld oder Wohnumgebung werden in der Sterbeurkunde erfasst. Schon weil kein Arzt in der Lage ist, die Ursache für ein Herzversagen auf solche Umstände zurückzuführen.
    Wenn man dabei noch berücksichtigt, dass es unmöglich ist, zu erfahren, wieviel dieser Schadstoffe eine Person im Verlauf ihres Lebens einatmet, ist es auch gar nicht möglich, einen Dosis-Wirkungs-Zusammenhang herzustellen. Wie im Artikel festgestellt, spielt am selben Wohnort sogar die Etage eine Rolle.

  6. Bei den akribischen Untersuchungen, die erschütternd umfassend belegen, dass es erstaunliche Parallelen zwischen einem irrationalen Hexenwahn in vergangenen Jahrhunderten und pseudowissenschaftlich befeuerten modernen Ängsten heute gibt, ist es doch eher ein psychologisch-ideologisches Problem, als ein Naturwissenschaftliches.

    Markant ist, dass solide Argumente meist ungehört verpuffen. Denn wer sich einmal nach medialen Dauerfeuer eine feste Meinung gebildet hat, will gar keine entgegenstehende Argumente mehr hören.

    Ein weiterer Grund ist die Spannbreite der Positionen. Während eine fruchtbarer Meinungsstreit doch in weiten Teilen gleiche Grundlagen erfordert, fällt dies Basis weitgehend aus. So werden die Skeptiker, bevor sie nur einen einzigen Punkt vortragen können, bereits in die diskreditierende Schublade der korrupten Industrie-Mietlinge wandern, erscheinen die Protagonisten der Umweltangst in eine ideologische Isolationszelle. Wie kann man je mit einer Auflösung aus derartig unbefriedigenden Situationen hoffen?

  7. Es läuft immer gleich ab, ein Problem wird zum politischen Problem erhoben und alle ziehen mit, da keiner Außenseiter sein möchte.

    Schon beim Ozonloch war es so, dass nur im antarktischen Frühjahr über der Antarktis auftritt. An der Uni Bremen wurde dazu GOME ins Leben gerufen. Die Farben/ Farbskalierung wurde so gewählt, dass das Ozonloch im antarktischen Frühjahr besonders groß erscheint. Zudem wurde spekuliert, dass auch so ein Ozonloch über der Arktis und Europa auftreten könne. Was der instabile Nordpolarwirbel und die Geographie aber schon verhindern. Und schon hat man ein politisches Problem, dass uns alle betrifft und das wir alle durch Verbote und Maßregelungen angehen müssen.

    Jetzt sind es halt CO2, Feinstaub und NOx.

  8. PS

    Ach so, dass ist übrigens die einzige Existenzbegründung der Grünen. Diese selbst erhobenen und konstruierten Probleme durch Verbote und Maßregelungen und Umerziehung der Leute anzugehen. Anstatt konstruktive Lösungen zu finden. Grüne können ihre Mitmenschen nicht in Ruhe lassen.

  9. Schellnhuber wird wieder im RBB gelobhudelt.

    https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2017/12/brandenburg-klimaschutz-umweltschutz-braunkohle.html

    Ich habe dort dreimal den folgenden Kommentar gepostet -- beim dritten Mal mit der unten angefügten Ansprache an den „Zensor“ -, er wurde dreimal nicht freigeschaltet:

    ===============
    Herrn Schellnhubers Anspruch als Wissenschaftler mitzuentscheiden ist zu bezweifeln. Er stellt hier eindeutig politische Forderungen auf, obwohl er nie in ein politisches Amt gewählt wurde. Für herausgehobenen Einfluss auf die politische Willensbildung hat er daher kein legitimes Mandat. Natürlich hat er als Bürger ein demokratisches Mitwirkungsrecht, aber dieses hat keinen höheren Stellenwert als zB das seiner Putzfrau.
    ===============
    An die Person, die schon 2 gleichlautende Postings unterdrückt hat :Auch Ihr Gehalt wird von meinem Rundfunkbeitrag finanziert. Ich werfe die wichtige Frage der demokratischen Legitimität auf. Der ÖR hat den Auftrag, alle Standpunkte zu einem Thema darzustellen.
    ===============

  10. @anorak

    Klar doch, Schellnhuber erzählt die Wahrheit und nichts als die reine Wahrheit. Ehrenwort Herr Ministerpräsident Schellnhuber/ Barschel.

    Rundfunkgebühren zahle ich schon lange nicht mehr. Einfach Fake-Hartz4-Bescheid, oder Fake-Sozialhilfe-Bescheid an die Gebührenzentrale bei ARD und ZDF schicken und man wird für 3 Jahre befreit.

  11. @anorak2 13. Dezember 2017 16:59

    Herrn Schellnhubers Anspruch als Wissenschaftler mitzuentscheiden ist zu bezweifeln. Er stellt hier eindeutig politische Forderungen auf, obwohl er nie in ein politisches Amt gewählt wurde. Für herausgehobenen Einfluss auf die politische Willensbildung hat er daher kein legitimes Mandat. Natürlich hat er als Bürger ein demokratisches Mitwirkungsrecht, aber dieses hat keinen höheren Stellenwert als zB das seiner Putzfrau.

    Natürlich ist dies eine legitime Meinungsäußerung und darum ist es Zensur, diese Meinungen zu unterdrücken.

    Allerdings sehe ich nicht, warum ein Sachverständiger ein politisches Mandat bräuchte. Einen Sachverständigen kann eine Regierung durchaus benennen. Und wenn sich einer mit dem Anspruch ‚Sachverständiger‘ zu Wort meldet, auch ohne bereits ernannt worden zu sein, so kann dies natürlich nachgeholt werden. Ich fürchte, das würde im Zweifel auch geschehen. Dann ist das Argument wertlos.

    Zur Ernennung Schellnhubers als Sachverständiger würde ich allerdings Einspruch erheben. Nicht, weil seine akademischen Meriten zu bezweifeln wären, sondern weil er seine Expertisen eben nicht zwischen politischem Aktivismus und wissenschaftlicher Seriosität unterscheidet. Ferner hat er wiederholt falsche Aussagen gemacht und sich häufig selbst widersprochen. Er wäre darum als Sachverständiger ungeeignet.

  12. @MK #10 Wo gibt es denn falsche Hartz4-Bescheinigungen? 🙂

  13. @ML #11

    Wir kommen zurück zum Thema Technokratie :). Ein Sachverständiger kann Feststellungen zu Fachthemen machen (Indikativ). Wenn er Handlungsaufforderungen aufstellt (Imperativ), überschreitet er seine Kompetenz und maßt sich ihm nicht zustehende Teilhabe an der Machtausübung an. Auch ein sehr kompetenter Sachverständiger wäre dazu nicht legitimiert. Er stellt Forderungen für die Energieerzeugungsstruktur, für KFZ-Produktion und für den Arbeitsmarkt. Das geht ihn alles nichts an, außer in seiner Eigenschaft als einer von 60 Millionen Wahlberechtigten.

  14. @anorak

    Copy and Paste von Bekannten. Einfach den eigenen Namen reinsetzen. Ich bin auch umgezogen und melde mich nicht mehr um, dann können Amtssachen nicht mehr zugestellt werden und die Sache hat sich erledigt. So läuft es jetzt in Deutschland.

  15. @Martin Landvoigt #11

    Allerdings sehe ich nicht, warum ein Sachverständiger ein politisches Mandat bräuchte. Einen Sachverständigen kann eine Regierung durchaus benennen. Und wenn sich einer mit dem Anspruch ‚Sachverständiger‘ zu Wort meldet, auch ohne bereits ernannt worden zu sein, so kann dies natürlich nachgeholt werden. Ich fürchte, das würde im Zweifel auch geschehen. Dann ist das Argument wertlos.

    Ein Sachverständiger trifft keine Entscheidungen. Stattdessen wird seine Expertise gehört und anschließend entschieden. Ein Sachverständiger hat keinen Anspruch darauf die Entscheidung zu fällen oder die Entscheidung zu treffen. Der Sachverständige braucht deshalb kein Mandat, ein Entscheider schon.

  16. Zum Thema Technokrat: Genau den hatte ich im Kopf, als ich den »Zahlenfresser« schrieb:

    Der Zahlenfresser ernährt sich von Zahlen, leidet aber an Bulimie. Was immer er an Zahlen im Heißhunger verschlingt, er muss es wieder auskotzen. Manchmal schon ein wenig verdaut, doch oft einfach unverändert. Er ekelt sich vor allem, was nicht aus Zahlen besteht. Nur Zahlen möchte er verdauen. Aber davor hat er auch Angst, werden die Zahlen nämlich verdaut, lösen sie sich in ihre Einzelbestandteile auf, und ergeben dann keinen Sinn mehr für ihn. Täglich steigt er auf die Waage, und hat er ein wenig Gewicht zugelegt, beginnt er sich zu verachten. Von welchen Zahlen kommt der Speck, oder waren wieder Wörter dabei? Wörter machen fett. Er untersucht seine Exkremente um herauszufinden, ob aus Zahlen Wörter geworden und verdaut worden sind. Findet er die Zahlen in den Exkrementen wieder, beruhigt ihn das ein wenig, doch ein paar sind verschwunden und wurden verwandelt und verdaut.

    Aber er weiß auch, dass viele Zahlen mit Wörtern verunreinigt worden sind, er kann noch so vorsichtig sein, irgendein Wort schleicht sich immer mit ein. Am schlimmsten sind gemeinsame Essen, in der Kantine kann er noch ohne großes Aufsehen die Zahlen von den Wörtern trennen, schlimmer wird es bei festlichen Zusammenkünften. All diese Vorspeisen und Getränke, höchsten als Dekoration sind noch Zahlen verwendet. Nur Wörter, Wörter, Wörter, schon der Gedanke daran lässt in ihm Ekel aufkommen.

    Was sind das nur für traurige Gestalten, man sieht doch schon auf den ersten Blick wie fett sie von den Wörtern geworden sind. Statt auf die Klarheit und Reinheit der Zahlen zu vertrauen, verschlingen diese Worte ohne sich der Gefahren bewusst zu werden.

    Der Zahlenfresser ist Atheist, was soll man denn auch von einer Religion halten, die immer nur vom Wort faselt, sogar davon dass am Anfang das Wort sei. Wenn es einen Gott gibt, dann ist es die Null, nur sie kann alles vernichten.

  17. Günter Heß 14. Dezember 2017 04:34

    Ein Sachverständiger trifft keine Entscheidungen. Stattdessen wird seine Expertise gehört und anschließend entschieden. Ein Sachverständiger hat keinen Anspruch darauf die Entscheidung zu fällen oder die Entscheidung zu treffen. Der Sachverständige braucht deshalb kein Mandat, ein Entscheider schon.

    Völlig korrekt. Ich hatte ja auch begründet, warum ich Schellnhuber als ungeeignet für eine Rolle als Sachverständiger halte. Nur galt er zumindest eine Zeit lang als Kanzlerinnen-Berater, die hier ein anderes Urteil fällte.

    Aber mal praktisch: Wo hat Schellnhuber einen Anspruch die politische Entscheidung zu fällen realisiert? So lange er diese als Aktivist ein Recht für sich fordert, ist es durchaus vom Recht auf Meinungsfreiheit gedeckt, aber mit dem Sachverständigenamt m.E. unvereinbar.

  18. @ML #17

    Wo hat Schellnhuber einen Anspruch die politische Entscheidung zu fällen realisiert?

    Auf drei Ebenen:

    1. Er behauptet, die richtige Politik zu kennen, und leitet diese aus seiner „Wissenschaft“ her (was logisch unmöglich, aber das ficht ihn nicht an).

    2. Er fordert Verfassungsänderungen, die die Demokratie zerstören würden, und man kann mehr als nur vermuten dass er nach diesem Verfassungsputsch selbst gerne mitmischen würde.

    3. Er sucht ständig -- und prahlt damit -- Kontakte mit politisch oder gesellschaftlich Mächtigen, und versucht diese im Sinne seiner Ideologie zu beeinflussen (Merkel, Papst, Bischöfe, Queen Elizabeth, Prince Charles, Nelson Mandela, Obama, Parteitage, Landesregierungen …)

    ist es durchaus vom Recht auf Meinungsfreiheit gedeckt

    Niemand will ihm seine Meinung verbieten. Es geht um den ihm nicht gebührenden Einfluss, den er auszuüben sucht. Du und ich können nicht bei der Bundes- oder Landesregierung anrufen und mal kurz sagen „Eure Politik ist falsch, machr mal lieber Folgendes“. Schellnhuber hat aber diese Beziehungen und nutzt sie, wie z.B. gestern bei Woidke. Und er verleiht dem Nachdruck indem er ständig verkündet „Ich hab ganz doll Recht weil ich bin der Superexperte“. Natürlich sind Merkel, Woidke oder der Papst nicht verpflichtet, ihm nachzugeben, und vielleicht bemerken sie den Kompetenzbluff und die antidemokratische Anmaßung. Aber vielleicht auch nicht, vielleicht sind sie blöd genug dem auf den Leim zu gehen und machen was er sagt. Falls ihm das gelingt, hat sich ein einzelner Mann über unser aller Mitbestimmungsrechte hinweggesetzt.

  19. @ML #17

    So lange er diese als Aktivist ein Recht für sich fordert, ist es durchaus vom Recht auf Meinungsfreiheit gedeckt, aber mit dem Sachverständigenamt m.E. unvereinbar.

    Ein Sachverständiger der Einfluss auf die Politik nehmen will, ist ein Lobbyist.
    Lobbyisten werden in unserer Medienlandschaft in zwei Klassen eingeteilt. Zum Einen die „bösen“ Lobbyisten die für Industrien und Firmen Lobbyarbeit betreiben die mit ihren Mitarbeitern unseren Wohlstand verdienen. Zum Anderen die „guten“ Lobbyisten die zwar aus dem Steuertopf dieses Wohlstandes alimentiert werden, das aber geflissentlich ignorieren.
    Schellnhuber ist ein „guter“ Lobbyist.

  20. Bei der oben angeführten Statistik geht man ja, wenn es sich um Deutschland handelt, sicher nach den Befunden auf den Totenscheinen. Nun gab es aber vor einigen Tagen eine Veröffentlichung hinsichtlich der Korrektheit der Befunde auf den Totenscheinen, die demnach ziemlich verheerend für die die Scheine ausstellenden Ärzte ausgefallen ist. Demnach basiert die o.g. Statistik wohl auf grundsätzlich falschen Zahlen.

  21. WiSO vom Montag:
    Holzverbrennung aus Öfen emittiert mehr Feinstaub als alle PKW und LKW zusammen.
    Die Innenraumbelastung mit Feindtaub durch moderne Kaminöfen ist katastrophal hoch.

    Warum verbreitet das niemand?

    Meine Vermutung. Das das Biofeinstaub ist, ist der unschädlich. Genau wie BioNOx unschädlich ist. Genau wie Biokupfer auf den Feldern von Biobauern unschädlich ist. Die ganze Diskussion um Grenzwerte und Verbote ist ein verlogene Debatte.

  22. Der RBB hat meinen vierten Posting-Versuch freigeschaltet, ich bin begeistert.

    https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2017/12/brandenburg-klimaschutz-umweltschutz-braunkohle.html

    Allerdings ist die Meldung inzwischen von der Homepage wegrotiert, das grenzt die Reichweite ein. Zufall?

    Der gleiche Schnuffelsender hat eine Veranstaltung über die Vertrauenskrise gegenüber Journalisten und Wissenschaft im Programm:

    https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2017/12/talking-science-wissenschaftstreff-rbb.html

    Gleich im ersten Absatz leider Fake News.

    Der US-Präsident etwa macht seine Überzeugung, dass es den von Menschen gemachten Klimawandel nicht gibt, zur Staatsdoktrin. Egal, welche Beweise Wissenschaftler vorlegen.

    Ich hab’s versucht im Kommentar richtigzustellen.

  23. WiSO vom Montag:
    Holzverbrennung aus Öfen emittiert mehr Feinstaub als alle PKW und LKW zusammen.
    Die Innenraumbelastung mit Feindtaub durch moderne Kaminöfen ist katastrophal hoch.

    Warum verbreitet das niemand?

    Damit man die „Sau“ weiter durchs Dorf treiben kann und von den eigentlichen Problemen ablenken kann. Siehe Waldsterben, Ozonloch, etc.. Da kräht kein Hahn mehr drum, dass die „Experten“ damals mit ihren Prognosen und Szenarien alle falsch lagen.

    Biosprit emittiert auch mehr Feinstab als Diesel, oder Benzin.

  24. PS

    Früher war der Schnee übrigens schwarz hinter den Auspuff von Autos, vor allem in der DDR. An die schneereichen Winter der 60-70er Jahre erinnern sich merkwürdigerweise noch alle. An den schwarzen Schnee keiner mehr. Aus dem Bekanntenkreis höre ich immer früher war mehr Lametta/ Schnee und der Schnee war damals auch schon weiß. Dann sage ich immer, nö der Schnee war damals teils schwarz und die schneereichen Winter kamen auch Dank dem Ruß in der Luft und der damit einhergehenden Verdunklung. Global Dimming. Abschattung der Sonneneinstrahlung durch Ruß in der Luft.

  25. PPS

    Und was mein Ihr, was die Müllverbrennungsanlage 2 km um die Ecke bei uns früher alles an Schadstoffen ausgestoßen hat. Wir lagen direkt in Windrichtung. Damals hat kein Hahn danach gekräht. Ebenfalls nicht um die KFZs, die mit Blei und Schwefel im Tank gefahren sind. Heute reagieren die Leute hingegen hysterisch, wenn sie Feinstaub, NOx und Glyphosat hören, auch wenn es sie gar nicht betrifft. Und in 2 Wochen ist Silvester und kein Hahn kräht nach Feinstaub und NOx. Der Umsatz mit Böllern steigt und steigt.

  26. Nützlich auch für kontinuierliche Mitleser die kurze Zusammenfassung bisheriger Folgen in der Einleitung.
    Publikation in einem E-Book mal angedacht?

    Ds Thema wird wohl im Internet doch nicht so selten diskutiert:
    Der EU-Grenzwert (Jahresmittelwert) für die Stickstoffdioxidkonzentration (NO2) in der Außenluft beträgt 40 µg/m³ – der Arbeitsplatzgrenzwert ist mit 950 µg/m³
    z.B. auf heise im Forum Technology Review:
    …Wenn man recherchiert woher der Jahresdurchschnittsgrenzwert von 40µg/m³ kommt, dann kann man schon Fragen stellen….
    Eine WHO Arbeitsgruppe hat diesen in einem Report vor 17 Jahren festgelegt:
    http://www.euro.who.int/__data/assets/pdf_file/0005/74732/E71922.pdf
    Bis Heute wurde er auf dieser Grundlage immer wieder übernommen (2003, 2005, EU..)
    Die WHO, und die Untersuchten Studien haben ein „educated Guess“ zugelassen.

    Gegen-Argument in dieser thread für die beschworenen notwendigerweise niedrigen Grenzwerte :-
    Nun sehe ich allerdings selten Kleinkinder oder Lungenkranke längere Zeit in Stuttgart am Neckartor campieren.
    #Fred

    Die sich jetzt abzeichnende „Jamaika“-Koalition ist dafür ein sehr schlechtes Omen.

    klar lag Ihr Manuskript da schon ein paar Tage in der Schublade. Das derzeitige KoKo-Geplänkel wirkt auch in keiner Weise vertrauenerweckend -- eher angsterregend.

  27. IN ist jetzt auch Wintergrillen. Gestern gesehen. Mit Familie und Kleinkindern. Und es raucht und qualmt und keinen kümmert es. Oder die Stockfisch-Räucherbuden auf den Weihnachtsmärkten. Darum versammelt man sich und trinkt Glühwein und Punsch.

  28. @Micha #27
    Find‘ ich gut, dass die Leute noch an was Freude haben und sich Spaß gönnen.

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