Ökologismus, noch Ideologie oder schon Kultur?

18. Januar 2014 | Von | Kategorie: Artikel, Ökologismus, Politik, Technium

quentin_100Irgendwann Mitte der neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts sprach ich mit einem Jugendlichen, kurz nach dem der von einem Schüleraustausch aus den Vereinigten Staaten zurück gekehrt war. Drei oder vier Wochen war er irgendwo in Oregon und froh wieder zurück in Deutschland zu sein. Schrecklich reglementiert sei alles, nicht mal Kippen konnte er ohne Hilfe kaufen. Als Jugendlicher könne man dort eigentlich gar nichts machen. Hier sei die Gesellschaft viel freier.

Das mag ein subjektiver Eindruck gewesen sein, und wahrscheinlich auch daran liegen, dass es ihn in eine ziemlich ländliche Gegend verschlagen hat, ich war dennoch einigermaßen erstaunt, dachte damals eigentlich, die Gesellschaft dort wäre freier als die unsere. Für Jugendliche offensichtlich nicht überall. Dennoch ließ mich diese Äußerung nicht in Ruhe und da ich stolzer Besitzer eines neuen PC war, CompuServe nun auch das Internet für Leute wie mich nutzbar gemacht hatte, wollte ich es ein wenig genauer wissen und kontaktierte eine Forenfreundin in den Staaten, die sich als großer Fan Deutschlands gezeigt hatte und diverse Foren zur Verbesserung ihrer Deutschkenntnisse nutzte.

„Wir haben im Gegensatz zu euch keine Kultur die regelt was erlaubt ist und was nicht, wir müssen das mit Gesetzen machen“ so lautete ihre Antwort auf meine Frage. Das leuchte mir ein, setzt aber voraus, dass eine Kultur existiert der sich alle zugehörig empfinden. Anstand und Sitte werden kulturell geregelt, wie Menschen miteinander umgehen welche Handlungen und Verhaltensweisen akzeptiert sind, und welche nicht. Bei diesem Gedankengang musste ich natürlich ein wenig lächeln, als „reingeschmeckter“ bei den Schwaben hatte ich beispielsweise das Kulturgut „Kehrwoche“ kennengelernt. Nicht dass anderswo die Gehwege nicht genauso gründlich geputzt werden, nur wird dort nicht so Aufhebens darum gemacht.

Aber ist nicht alles irgendwie Kultur. Es wird von Firmenkulturen gesprochen genauso wie von christlich-abendländischer oder fernöstlicher Kultur. Hier sollte dann schon die Frage erlaubt sein, welche Mechanismen wirken, dass Menschen ihre Verhaltensweisen, freiwillig oder unfreiwillig, einer bestimmten Kultur anpassen. Natürlich haben wir Gesetze, die letztlich auch ein Produkt unserer Kultur darstellen, doch was wirkt darüber hinaus, so wie es meine Forenfreundin meinte, welche ungeschriebenen Gesetze werden befolgt, sozusagen als Ergebnis von einer allgemein akzeptierten Moral: Das macht man nicht. Pünktlich zu privaten Verabredungen zu erscheinen, ist hierzulande Voraussetzung um ernst genommen zu werden, in anderen Ländern wird das als eher ungern gesehen, zumindest wenn es um private Verabredungen geht, denn der andere könnte sich unter Druck gesetzt fühlen. Überhaupt, vor allen in Asien, auf Fragen oder Bitten eine klare Absage zu bekommen, ist fast unmöglich. Hier muss gedeutet werden, eine Antwort im dem Sinne: „Ich werde versuchen“ bedeutet Nein. Ein klares direktes Nein könnte vom Gegenüber als beleidigend empfunden werden, so werden auch Fragen so gestellt, dass der Andere nicht Nein sagen muss.

Kulturelle Unterschiede eben, und wenn dann religiöse Befindlichkeiten hinzukommen, man denke nur an muslimische Länder und die entsprechen Dresscodes vor allen für Frauen, dann wird klar: Auch ungeschriebene Gesetze gelten, besonders dann, wenn man Zugehöriger einer bestimmten Kultur sein will. Jede Gesellschaft hat somit Regelungen was man tut, und was nicht. Meist ist dies mit Moral verbunden, so wird in der Moralgeschichte in verschiedenen Stufen unterschieden zwischen erlernter Moral, eine die mit Belohnung und Bestrafung verbunden ist, bis hin zu prinzipiengeleiteten Moralvorstellungen in der klare Unterscheidungen zwischen richtig und falsch vorgenommen werden. Schon hier zeigt sich, eine komplett einheitlich akzeptierte Moral gibt es auch in einer Kultur nicht, vielmehr ist ein Konglomerat von erlernten Verhaltensweisen, die gewissermaßen mit Anpassung in die vorherrschenden Kultur zu tun haben, und tieferen Überzeugungen aus der dann eigene ethische Werte abgeleitet werden, also mehr eine individualistische Moral darstellen.

Das kann zu Konflikten führen, weil man durch kulturell bestimmte Umstände sich zu Verhalten gezwungen sieht, das mit der eigenen Moral nicht kompatibel ist. Dadurch entsteht ein schlechtes Gewissen, dass dann wieder beruhigt werden muss. Töten ist in den meisten Fällen moralisch nicht vertretbar, geschieht es aber auf Befehl, wie im Krieg, so kann das eigene Gewissen mit diesem Befehlsnotstand beruhigt werden, und die Handlung selbst bleibt als etwas Fremdes zurück, etwas was mit der eigenen Moral nicht zu tun hat. Canetti spricht hier vom Befehlsstachel der sich tief in die Seele des Menschen eingräbt, dort aber ein Fremdkörper bleibt den man wieder los werden will.

Töten ist aber nur die extremste Form eines moralischen Konflikts, wir alle sind ständig Zwängen (eigentlich kulturellen Befehlen) ausgesetzt, die unseren individualistischen moralischen Überzeugungen mehr oder weniger widersprechen. Ein schwärender Stachel bleibt in der Seele zurück, wie Canetti sagen würde, oder ein schlechtes Gewissen wie es landläufig genannt wird. Wir sind alle fehlbar und Sünder, so wird dieser Umstand in den Religionen beschrieben. Es sind nur verschiedene Beschreibungen des gleichen Sachverhaltes und betrifft religiöse Menschen genauso wie die anderen, da der Auslöser Zuwiderhandlungen gegenüber prinzipiengeleiteten Moralvorstellungen ist. Das kann, muss aber nicht mit Religion zu tun haben. Religiöse Menschen werden vielleicht schon das Denken von sündigen Handlungen belastend empfinden, während andere nur die Handlung selbst, wenn sie vollzogen ist, als Verfehlungen gegenüber eigenen Wertvorstellungen betrachten.

Wir sehen also, es besteht ein latenter Konflikt zwischen den Befehlen die uns die umgebende Kultur gibt, mit all den erlernten Verhaltensweisen die aus der Alltagskultur hervorgehen, und auf der anderen Seite, den prinzipiellen individualistischen Moralvorstellungen, welche religiös begründet sein können, es aber nicht sein müssen. Jede Art von Ideologie kreiert die Unterscheidung in richtig und falsch, weshalb es auch ein natürliches Bestreben ist, die Alltagskultur an die Ideologie anzupassen um nicht gezwungen zu sein, Handlungen vorzunehmen die der Ideologie widersprechen. Dies ist ein Prozess der mal mehr, mal weniger deutlich, ständig abläuft und zu einer stetigen Veränderung der Kultur führt.

Diese etwas lange Einleitung ist notwendig um zu verstehen wie Ideologien auf Gesellschaften wirken, wie sie Kulturen prägen und verändern. Dabei ist es völlig nebensächlich um welche Ideologie es geht, wenn sie nur genügend Anhänger hat und entsprechende Narrative anbietet, die von der Gesellschaft als Erklärungsschablonen gebraucht werden können. Sozialismus, Kapitalismus, Religion, Neoliberalismus, Ökologismus – die Liste lässt sich wahrscheinlich unendlich weiter führen, sie alle entwickeln prinzipiengeleitete Moralvorstellungen an diese sich dann Stück für Stück die Gesellschaft anpasst.

Dennoch bleibt immer ein Widerspruch, sei es durch konkurrierende Ideologien, sei es durch technische oder wissenschaftliche Weiterentwicklung, die bisherige Narrative als überholt oder falsch erscheinen lassen, immer sieht die Wirklichkeit ein wenig anders aus als es uns lieb ist und zwingt uns zu Verhaltensweisen die ein schlechtes Gewissen hervorrufen, sofern wir dem kulturellen Befehl folgen. Um dem Befehlsstachel wieder los zu werden, so meint Canetti, bedarf es eine Umkehrung der Verhältnisse, was im eigentlichen Sinne Revolution heißt, demjenigen der die Macht hat wird diese entzogen und er muss sich nun den Befehlen seiner Widersacher beugen, es kann aber in etwas weniger brachial in Form von Missionierung geschehen. Die eigenen prinzipiellen Moralvorstellungen zwingen dazu: „Man muss doch etwas tun“. Und in dem man etwas tut, revolutioniert oder missioniert, schafft man wieder den Ausgleich zwischen den eigenen moralischen Vorstellungen, die natürlich auf Grund der zu Grunde liegenden Ideologie universelle Gültigkeit haben, und der Realität.

Für diejenigen die diesen Weg zum Ausgleich des seelischen Gleichgewichtes nicht gehen können, weil sie sich zu schwach dazu fühlen, oder weil sie mehr individuelle Opfer erbringen müssten als sie zu geben bereit sind, müssen mindestens durch rituelle und/oder symbolische Handlungen vor sich selbst deutlich machen, welche moralischen Werte für sie die richtigen sind. Religionen haben diesbezüglich reichlich Erfahrung und bieten den Gläubigen eine Vielzahl von Möglichkeiten an die eigenen moralischen Ansprüche mit der Realität in Einklang zu bringen. Dies beginnt schon mit der Kirchensteuer oder den Kauf von BIO-Produkten, mit der sich die Ökologisten, die als Anhänger einer säkularen Religion gesehen werden können, moralisch vor sich selbst rechtfertigen.

Stück für Stück diffundieren Verhaltensweisen die aus den Geboten einer neuen Moral entspringen in die Gesellschaft, werden zur Kultur die dann nicht mehr hinterfragt wird, und die auch nicht begründen muss, warum dieses oder jenes getan wird. Die Kultur löst sich sozusagen von der Ideologie und wird selbst normgebend. Handlungen werden erlernt, ohne den Sinn der Handlungen zu hinterfragen, sie sind zum allgemeinen Kulturgut geworden. Weihnachten feiern auch diejenigen die an keinen Gott glauben, und Müll wird schön brav auch von denen getrennt, die eigentlich mit den Ökos nicht viel am Hut haben, selbst von denen die einzelne Handlungen wie das Mülltrennen für Blödsinn halten, tun es trotzdem die meisten. Gleiches lässt sich über Handlungen zum Klimaschutz sagen, oder der Ressourcenschonung. All dies wird nicht mehr mit rationalen Argumenten begründet sondern mit einer prinzipienbegründeten Moral die bereits Teil der Alltagskultur geworden ist. Die Ökokultur ist Teil der Gesellschaft geworden und wird auch nicht wieder verschwinden, wenn sich herausstellt, dass einzelne Elemente der Ideologie des Ökologismus als widerlegt oder wissenschaftlich falsch erkannt werden. Was richtig und falsch ist, bestimmt die Kultur und nicht die Wissenschaft, also werden Verhaltensweisen erst dann geändert, wenn sich herausstellt dass sie in der Praxis nicht mehr aufrecht erhalten können weil sie zu erheblichen konkreten ökonomischen Nachteilen führen.

Entscheidend für einen derartigen Wandel ist immer die Praxis, können die Riten der Kultur, mit der Selbstbestätigung und moralische Werte verbunden sind, aufrecht erhalten werden, ohne dass es zu spürbaren Nachteilen gegenüber anderen Kulturen kommt. Ist dieses Spannungsverhältnis zu groß, wird die Gesellschaft neue Ideologien prüfen, aus denen dann Rechtfertigungsnarrative und vor allem moralische Begründungen abgeleitet werden können die nicht mehr so im Widerspruch zur Lebenswirklichkeit stehen. Dieser kulturelle Anpassungsmechanismus an die Lebenswirklichkeiten ist ein permanenter Prozess, immer aber hinkt die Alltagskultur der realen Entwicklung hinterher, ja die Betrachtung der Alltagskultur ist eigentlich ein Blick in die Vergangenheit. Die Avantgarde, diejenigen die die Kultur in der Zukunft prägen werden sind in Gegenwart nicht zu erkennen. Erahnen kann man es vielleicht, wenn man die technische Entwicklung betrachtet, das was in der Praxis die Menschen begleiten wird, denn diese neuen Lebenswirklichkeiten werden sich ihre eigene moralischen Rechtfertigungen schaffen, aus der dann wieder eine neue Kultur entsteht, ohne dass die alte vollständig verschwindet. Etwas bleibt immer zurück, außer bei Kulturrevolutionen, wenn alles ins Gegenteil verkehrt wird.

Revolutionen sind aber immer auch so etwas wie Dammbrüche, etwas hat sich zu lange aufgestaut, natürliche Anpassungsprozesse wurden durch totalitäre Ideologien verhindert, oder durch Kulturen die zu lange an den Normen einer vergangenen moralischen Legitimation fest gehalten haben. Leider ist der Ökologismus schon sehr nahe dran eine totalitäre Ideologie zu sein, allerdings nur in der Theorie, und Theorien sind niemals bestimmend, nur die Praxis. „Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral“, das hatte schon Bertolt Brecht völlig richtig erkannt.

Ergänzend dazu:

Moralentwicklung im Kulturvergleich
Anthropozän und Technium

Beitrag auch erschienen in Glitzerwasser

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109 Kommentare
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  1. Danke Quentin, gute Auseinandersetzung mit einer schwierigen Materie.

    Nur, wie sieht die Gegenwart speziell in Deutschland aus? An selbsternannten Moralisten ist nun wahrlich kein Mangel. Diese wissen wohl um die mögliche Kurzlebigkeit ihrer Ideologien. Aber, Revolution geht nicht mangels Masse. Medienpräsenz und Einsickern in alle öffentlichen und privaten Bereiche ist sehr wirksam sichert aber auch nicht die Dauerhaftigkeit. So nutzt man lieber den Weg durch die Instanzen, indem man sich um politische Macht bemüht und sie dann auch ausüben will. Dies geschieht durch Gesetzeskraft auf unterschiedlichsten Ebenen und sichert somit besser die ideologischen Zielvorstellungen. Örtliche Gesetze oder Gesetze auf Landesebene können über den selben Weg in überschaubarer Zeit auch wieder der Änderung unterliegen. Wie sieht es aber beim Grundgesetz und bei starken Bundesgesetzen aus? Gerade das Grundgesetz ist in letzter Zeit Ziel verschiedener Moralisten und Ideologen. Hier würde bei einem Erfolg die Wirkung am längsten erhalten bleiben und Verstösse am strengsten geahndet werden. Es sollten also nicht nur kulturelle Werte vor den -ismen aller Art geschützt werden, sondern auch die grundlegenden Gesetze nationaler und internationaler Art.

    Speziell die Ökologisten haben diesen Weg über die Gesetzestexte eingeschlagen und versuchen immer wieder dies zu diktieren. Als Beispiele seien nur die Verankerung des Klimaschutzes im Grundgesetz und der Wunsch nach einer Verbandsklage aufgeführt. Hier sollte man sehr aufmerksam sein. Die Wirkung auf die Kultur einer Gesellschaft sieht man natürlich auch sehr gern, nur heutigen Ideologen geht dieser Prozess viel zu langsam. Geht es doch meistens um die Rettung der Welt oder des ganzen Universums. Da ist schon Zeit im Verzug und es müssen dicke Nägel eingeschlagen werden.

    Beste Grüße B.

  2. @Quentin

    Interessanter Ansatz. Ich stimme da auf jeden Fall dem Bibliothekar zu. Alle Kulturen und Ideologien müssen in unserem Land dem Grundgesetz genügen. Ihre Regeln dürfen das Grundgesetz nicht verletzen. Politisch motivierte Änderungen am Grundgesetz muss man mit Vorsicht bewerten.

    Selbsternannte Moralisten finden sich immer. Vor allem in Talkshows. Da empfehle ich die Worte von Jesus. An ihren Taten sollt ihr sie erkennen.

    Übrigens zum Thema Religion ein Lesetipp von mir. Christian Nürnberger. Jesus für Zweifler.

    Grüße
    Günter

  3. Herzlichen Dank!

    Dieser Aufsatz hilft mir, das Umfeld von Kulturen und Ideologien mit etwas mehr Abstand zu betrachten. Seit Jahrzehnten befasse ich mich intensiv mit beiden Lebensbereichen und bin fasziniert von den Zwängen, die entstanden sind und einer Lösung zustreben.

    Ein wirkender Teil des Ganzen zu sein, ist viel. War ich bis in die Neunziger eher fremdbestimmt, so habe ich mir im Laufe der letzten fünfzehn Jahre Freiräume erobert und mein Leben neu gestaltet. Einerseits habe ich mehr Lebensqualität gewonnen, andererseits bin ich immer noch meiner Zeit voraus und schaue gelassen zu, wie neue Kulissen auf die Bühne des Lebens geschoben werden. Es bleibt spannend!

    Derzeit beschäftigen mich Film und Buch „The Secret -- Das Geheimnis“, erschienen in 2006. Die Inhalte sind alt, doch die populäre und leicht erfassbare Form erleichtert dem einzelnen Menschen, bei sich selbst anzufangen und so den Zeitgeist weiterzuentwickeln.

    Hans Kolpak
    Goldige Zeiten

  4. Die Avantgarde, diejenigen die die Kultur in der Zukunft prägen werden sind in Gegenwart nicht zu erkennen.

    Sind die wirklich nicht zu erkennen?
    Heute haben wir die Kultur, die vor 43 Jahren so gewollt war:

    Umweltpolitik antwortet auf eine Herausforderung der Industriegesellschaft. Bevölkerungszunahme, Verstädterung und Zersiedlung, hemmungsloser technischer Fortschritt und wachsender Wohlstand führen zu einer Übernutzung und Zerstörung der Naturgrundlagen: von Boden und Rohstoffen, Luft und Wasser. Der Lärm wird besonders in Verdichtungsräumen unerträglich; Umweltchemikalien drohen unsere Nahrungsmittel zu vergiften. Die Umweltkrise ist weltweit. Sie bedroht auch uns und unser Land. Der über Jahrhunderte dauernde Raubbau an der Natur muss aufhören. Auch für künftige Generationen müssen noch Rohstoffe, frische Luft und reines Wasser vorhanden sein. Die Aufnahmefähigkeit der Natur für Abfälle und andere Umweltbelastungen ist begrenzt….

    Umweltpolitik ist Gesellschaftspolitik und geht jeden Bürger an. Der Staat allein kann die Umweltprobleme nicht lösen. Umweltpolitik wird nur auf der Grundlage eines neuen Umweltbewusstseins Erfolg haben können.

    Dabei muß man Vaclav Klaus sehr wörtlich nehmen- Blauer Planet in grünen Fesseln- es ging nie um Umwelt, sondern nur um unsere Freiheit.

    Link

  5. Also mittlerweile scheint es auf Religion hinauszulaufen, und die Kirchenzeitungen heißen Spiegel und Focus (neben vielen anderen). Gestern wurde im SPON eine „Rangliste der Staaten“ veröffentlicht sind, die Schuld am „Klimawandel“ sein sollen.
    Daten aus 200 Jahren, ohne Angaben wie man vor 200 Jahren zB in China oder Indien die Völker zählte, oder welches Indien man meint (oder welche USA), weil Indien ja bis vor 60 Jahren zum Empire gehörte, und vorher viel Größer war, während die USA viel kleiner und auch dort keine umfassensen Messungen hätten vorgenommen werden können.

    200-Jahres-Bilanz: Forscher zeigen Rangliste der Klimasünder-Staaten

    Wir haben das spontan etwas vereinfacht thematisiert, -- vielleicht bemerken es ja so noch andere, oder es kann hier etwas weiter thematisiert werden?

    Ist Deutschland am Klimawandel Schuld?

    Vielen Dank für die Arbeit hier. Sie wird gerade jetzt jeden Tag wichtiger.

  6. @Rassbach

    Vergleichen sie doch einfach die Umweltstandards 1986 in der Bundesrepublik und in der DDR
    und die Sauberkeit von Luft, Boden und Gewässer 1990.
    Selbstverständlich war es eine wichtige Aufgabe die Luft, Boden und die Gewässer sauberer zu machen. Anfang der Achtziger Jahre hatten wir da Missstände in der Bundesrepublik und das wurde erkannt. Die Bundesrepublik hat da ihre Hausaufgaben gemacht und heute sind die Luft, Boden und die Gewässer sauberer geworden. Das wurde erreicht in einer sozialen Marktwirtschaft in Zusammenarbeit mit Industrie und Staat und zwar der gesamten Industrie. Die europäischen Standards wurden parallel angezogen. Das funktioniert in diesem Maße in keinem anderen politischen System wenn icjh mich in der welt umschaue.
    Die Probleme die wir mit dem EEG und dem Klimaschutz haben ist doch, dass es zu einer Umverteilung von arm nach reich führt und einige wenige richtig profitieren. Darüber hinaus gibt es weder eine technische noch eine wirtschaftliche Lösung.

    Es ging eben immer auch um Umwelt, aber einige politischen Gruppen haben die Aufgabe Umweltschutz benutzt um ihre Interessen durchzusetzen und durch Ersatzhandlungen den Bürger erziehen wollen. Das machen die jetzt mit dem Klimaschutz wieder.
    Umweltschutz ist eine technische Aufgabe die technisch gelöst werden muss und auch technisch gelöst wird.
    Klimaschutz ist ebenfalls eine technische Aufgabe aber noch ohne Lösung.
    Trotzdem wird es immer wieder Gruppen geben die das für ihre politischen Zwecke nutzen wollen. Alles sind Lobbyisten die um die politische Willensbildung ringen, auch die Klimaschützer und die Umweltschützer.

    Und auch dieser Satz ist richtig:

    Umweltpolitik ist Gesellschaftspolitik und geht jeden Bürger an. Der Staat allein kann die Umweltprobleme nicht lösen. Umweltpolitik wird nur auf der Grundlage eines neuen Umweltbewusstseins Erfolg haben können.

    Der Staat kann eben durch Gesetze gar nichts lösen. Der Staat trifft durch Gesetze Entscheidungen. Lösungen müssen von den Bürgern bzw. der Industrie kommen. Vor allem wenn es um technische Lösungen geht die bezahlbar bzw. erarbeitbar sein müssen.
    Und ja es ist Gesellschaftspolitik wenn mir jemand eine Sondermülldeponie vor die Nase setzt. Da möchte ich wissen welche Standards die einhalten. Ja es braucht ein Umweltbewusstsein, denn wir haben es in der Industrie und auch im Haushalt mit Chemikalien zu tun die gefährlich sind und da ist es gut vorher bewusst nachzudenken was man tut., ob man in der Industrie arbeitet und eine neue Maschine investiert oder ob man etwas in den Abguss schüttet.

    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  7. Die einzig wichtige Nachricht ist doch, dass die grüne Partei ihren Höhenflug hinter sich gebracht hat, und dass jetzt auch die anderen Parteien merken langsam, dass Öko-Endzeitpanik in der Bevölkerung weit weniger beliebt ist, als sie es die letzten 10 Jahre annahmen und kopierten.

  8. Hallo Bibliothekar,

    Ich denke, wenn die Ökologisten versuchen ihre Ideologie über Gesetze abzusichern, dann bewirkt dies nicht viel mehr, als das natürliche Anpassungsprozesse behindert werden. Also auch das Entstehen von neuen Narrativen und Erklärungsmustern. Lösungen für Probleme können dann nicht mehr auf dem freien Markt der Ideologien, wie in einer pluralistischen Gesellschaft, ausgesucht werden, Kulturentwicklung wird gehemmt, ebenso wie technische Entwicklung. Mit diesen Gesetzen entsteht somit eine Staumauer, die aber irgendwann brechen muss.

    Die Frage ist natürlich, in wie weit ist die Gesellschaft durch die Hemmung dieser Anpassungsprozesse ins Hintertreffen gegenüber anderen Gesellschaften kommt. Ich sehe diese Problematik auch in Hinblick auf die gegenwärtige Freiheitsdiskussion.

    Mir ging es hier aber auch darum, einmal darüber nachzudenken, inwieweit das Technium auf die Gesellschaft wirkt, kann aus diesem Denkansatz auch eine Moral abgeleitet werden die dann zum Kulturgut wird. Günter sagt ja völlig zu Recht:

    Umweltschutz ist eine technische Aufgabe die technisch gelöst werden muss und auch technisch gelöst wird.
    Klimaschutz ist ebenfalls eine technische Aufgabe aber noch ohne Lösung.

    Ich denke, dieser Aussage können die meisten hier zustimmen, die Frage bleibt aber dennoch, wie erreiche ich mit diesem Ansatz die Herzen der Menschen, kann daraus sozusagen ein moralischer Imperativ entwickelt werden?

  9. @ Quentin #8

    Zunächst muß man die Wertigkeit der Technik wieder vom Kopf auf die Füße stellen, die Diskussion von der Kosten- und mutmaßlichen Schadensseite auf die Seite des Ergebnisses und Nutzens bringen. Solange Produktion nur als Mittel der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen und der Natur dargestellt wird und Produkte angeblich nur für den Profit und ohne jeglichen höheren Nutzen hergestellt werden, wird sich kulturell nicht viel ändern können.
    Diese Denkwende müsste schon in den Schulbüchern von statten gehen, die heute kaum ein gutes Licht auf die Industrie fallen lassen. Die Industrie sollte sich nicht nur feiern lassen, wenn es gelang 2kw Energie pro Produkt einzusparen, sondern dann, wenn ich aufzeigen kann, daß ich x Personen um x Meter näher an den Wohlstand gebracht habe.
    Kann man nicht einfach sagen „Mein Produkt ist toll und hat einen enormen Nutzen für Viele“, nein heute sagt man „Mein Produkt ist ein Beitrag zur Rettung der Welt vor den Folgen der maßlosen industriellen Produktion“ und erhält dafür noch einschlägigen Beifall. Warum läßt sich die Industrie teilweise so herab? In dieser Aufgabe eigener Interessen sehe ich ein großes Problem.

    Beste Grüße B.

  10. Herr Heß,
    so meint das Vaclav Klaus auch nicht. Ich wohne selbst an einem kleinen Flüßchen und bin dankbar, dass seit der Wende nicht mehr im Wechsel Schlachthofabfälle in roter Farbe und Säurebäder für die elektrolytische Polierung von Metall in grüner Farbe vorbeischwimmen und dass die verbliebenen Schornsteine Abgasreinigungsanlagen haben.

    Dafür muß der Einzelne doch nicht umerzogen werden, das wünscht er sich doch natürlich.
    Dafür brauche ich auch keinen Apparat von grünen Bürokraten, es hätte die volle Haftung der Corporationen gereicht.
    Der einzelne Ingenieur würde mit Freude für seine Kinder saubere Technik entwickeln, dafür braucht er nicht die Anleitung von Umweltbürokraten aus artfremden Berufen.

    Die Auswirkungen der Agenda werden nicht nur im Geldbeutel sichtbar, man könnte sie jetzt auch sehen.
    Die WDVS’s sind gerade jetzt im milden Winter sichtbar. Hier schimmeln und veralgen nicht nur die großen gedämmten Platten an den N/O Seiten so richtig, in der Nachbarschaft hat sich jetzt auch ein EFH nach Norden so richtig eingegrünt, kräftig-grüne Algen.
    Umweltschutz war der Vorwand für die ökologistische Umerziehung nach Meadows und Konsorten,flächendeckend wird an Ressourcenknappheit und Überbevölkerung geglaubt, der Apparat ist geschaffen, die Umweltgesetze bestehen , jetzt bekämpfen wir den nicht vorhandenen Klimawandel mit teuren Klimaschutzmaßnahmen.

    Wenn ich beim UBA so lese beunruhigen mich aber Wind/ Sonnen Energie und WDVS weniger als die schwammigen Aussagen zum Geoengineering.

  11. @ Bibliothekar

    Ich stimme dir völlig zu. Wenn wir an die Schulbücher ran gehen, diese verändern und wieder die Argumentation vom Kopf auf die Füsse stellen, dann bedeutet dies, die Praxis und nicht die Theorie als determinierend anzusehen. Damit sind wir auf der Ebene des Technium.

  12. @Rassbach

    Der einzelne Ingenieur würde mit Freude für seine Kinder saubere Technik entwickeln, dafür braucht er nicht die Anleitung von Umweltbürokraten aus artfremden Berufen.

    Das passiert ja so auch nicht. „Umweltbürokraten“ schreiben ja in der Regel keine Lösungen vor, sondern Grenzwerte.
    Ein Ingenieur braucht immer Spezifikationen oder Grenzwerte, um etwas zu entwickeln.
    Diese Spezifikationen müssen aber erreichbar sein und dürfen keine Luftschlösser enthalten.Da muss dann der Austausch zwischen Politik und Industrie gesucht werden. Ehrlich gesagt funktioniert das beim Umweltschutz sehr gut in der Bundesrepublik Deutschland.
    Ohne konkrete Vorgaben funktioniert eine professionelle Technologieentwicklung nicht. Das ist der Unterschied zum Elfenbeinturm der Naturwissenschaft an der Uni. Deshalb kommen aus der Uni-Ecke eben häufig Wunschträume.

    Das Problem beim EEG und der Energiewende liegt aber genau anders als beim Umweltschutz. Beim EEG und der Energiewende werden technische Lösungen von der Politik vorgegeben und planwirtschaftlich gefördert.
    Beim Klimaschutz hat eben auch die Uni vor allem das Ohr der Politik.

    Wir dürfen Umweltschutz und Klimapolitik aber meiner Meinung nach nicht undifferenziert in einen Topf werfen, sonst werden unsere Kritikpunkte am EEG und der Energiewende entwertet.

    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  13. @Bibliothekar

    Kann man nicht einfach sagen “Mein Produkt ist toll und hat einen enormen Nutzen für Viele”, nein heute sagt man “Mein Produkt ist ein Beitrag zur Rettung der Welt vor den Folgen der maßlosen industriellen Produktion” und erhält dafür noch einschlägigen Beifall. Warum läßt sich die Industrie teilweise so herab?

    Ich musste meine 12 Jahre alte Waschmaschine ersetzen. Hat zwar ein Eco -- Programm, das laut Betriebsanleitung angeblich energieeffizienter ist , verbraucht aber auch laut Betriebsanleitung 200 kWh mehr als das normale Kochwäscheprogramm, verbraucht aber 20 l weniger Wasser. Nun ich werde es wohl ignorieren.
    Aber dafür habe ich einen DirectDrive Motor statt einen herkömmlichen Riemenantrieb. Damit haben die auch Werbung gemacht. Von Werbung wegen Öko und Klima keine Spur.
    Ich denke die Menschen hören bei dem Öko- und Klimaschutzgesülze längst nicht mehr hin.
    Und die Werbeindustrie weiß das längst durch die Konsumentenumfragen.
    Nur unsere Journalisten und Medien erschaffen ihre eigene Wirklichkeit.
    Mein Fazit, so schlimm kann es nicht sein. Das Klima- und Ökogesülze findet im Fernsehen statt so ähnlich wie das Dschungelcamp. Aber die Menschen interessiert es in der Mehrzahl eigentlich nicht, die nehmen das halt hin.

    Grüße
    Günter Heß

    P.S. Ich kann jetzt eine Startzeit bei meiner Waschmaschine vorgeben. Ich werde also immer gucken wann auf Pellworm der meiste Strom produziert wird und danach programmieren.

  14. Hallo Günter,

    Mein Fazit, so schlimm kann es nicht sein. Das Klima- und Ökogesülze findet im Fernsehen statt so ähnlich wie das Dschungelcamp. Aber die Menschen interessiert es in der Mehrzahl eigentlich nicht, die nehmen das halt hin.

    Das würde ja bedeuten das der Ökologismus nicht Teil der Alltagskultur geworden ist, womit auch mein Text hier nur eine von den Medien kreierte Fata Morgana behandeln würde und an der Lebenswirklichkeit vorbei geht.

    Wenn das so ist, was ich durchaus für möglich halte, dann würde dies bedeuten, dass zwar erlernte Handlungen vorgenommen werden, diese aber nicht mit einem moralischen Gebot verknüpft sind.

  15. @ Günter Heß

    Ich hoffe Sie haben recht. Leider sind meine Kontakte zur Industrie nur sehr gering und sporadisch und beschränken sich oft genug nur auf die Ebene etwa eines größeren Handwerksbetriebes. Fragen an größere Kategorien muß ich im Bedarfsfall schriftlich stellen und bekomme im günstigsten Fall eine automatisierte Antwort mit den üblichen Floskeln zu Nachhaltigkeit und Umweltschutz, großzügig oft als nettes, buntes Prospekt. Ich kenne eben somit leider nur diese plakative Seite der heutigen Industrie und frage mich nun eben, ob man dies so nötig hat. Mich erinnert das immer ein wenig an die üblichen Einleitungssätze der Dissertationen zu DDR-Zeiten, wo manche wohl ohne das Zitieren von aktuellen Parteitagsbeschlüssen und Reden gar nicht erst angenommen worden wären. Aber es war trotzdem nur Verbeugung vor der Ideologie und nicht Schreibkultur, auch wenn man eigentlich unaufgefordert lieferte. Ich übrigens auch in meiner damaligen Diplomarbeit.

    Beste Grüße auch an die neue Waschmaschine B.

  16. @ Quentin #14

    Das bringt mich auf den Gedankensprung, daß man hier sicher sehr stark differenzieren muß. Zwischen ökologistischer und umweltbewußter Kultur kann sich durchaus ein tiefer Graben auftun. Gegen eine vernüftige, umweltbewußte Kultur richtet sich nicht meine Kritik. Wohl aber gegen eine ökologistische Überzeichnung der Realität, wie sie wohl in den Medien, speziell im Fernsehen, statt findet. Ich selbst komme seit 8 jahren ohne Fernsehfunk aus.

    Vielleicht ist es gar sinnvoll, darüber nachzudenken, was der Ökohype an positiven, kulturellen Entwickliungen, quasi als Nebenprodukt, gesellschaftlich bewirkt hat. Da denke ich auch ein klein wenig in Richtung global und nicht nur national.

    Beste Grüße B.

  17. Hallo Quentin,

    Das würde ja bedeuten das der Ökologismus nicht Teil der Alltagskultur geworden ist, womit auch mein Text hier nur eine von den Medien kreierte Fata Morgana behandeln würde und an der Lebenswirklichkeit vorbei geht.

    Eine Fata Morgana ist es nicht, es sind stattdessen Rituale und politische Meinungen die eben verbreitet werden.
    Sie sind natürlich in dem Moment in dem sie geäußert werden Teil unserer politischen Kultur, aber Bestand könnten sie nur haben wenn sie alltagstauglich sind.Sie sind aber nicht alltagstauglich.
    Die Kernbotschaft der katholischen Kirche sind die 10 Gebote und die funktionieren im Alltag
    für das Zusammenleben der Menschen, deshalb sind die Bestandteil unserer Kultur geworden, ob man nun Christ ist oder nicht. Auch die Protestanten haben sie nicht über Bord geworfen. Darüber hinaus hat die katholische Kirche über die 2 Jahrtausende immer wieder aus politischen Gründen Botschaften gesendet die Teil von Ritualen geworden sind, aber eben auch immer wieder über Bord geworfen wurden. Diese Rituale sind nicht Teil unserer Kultur geworden. Stattdessen haben wir ein Multikulti auch unter den Christen mit regional unterschiedlichen Ritualen und Politiken. Ebensolche Rituale werden auch von vielen NGOs regelmäßig in den Medien gepflegt. Quasi, Ersatzkirchen mit Predigern und Lippenbekenntnissen.
    Das ist genau wie mit den Pfarrern. In der Gemeinde in der ich aufgewachsen bin wußte jeder, dass obwohl sie Keuschheit von der Kanzel predigten ein Verhältnis mit der Haushälterin hatten oder dass sie Enthaltsamkeit predigten und Alkoholiker waren. Da schauen wir Menschen doch schon lange durch.

    Grüße
    Günter

  18. @Bibliothekar

    Beste Grüße auch an die neue Waschmaschine B.

    Ich habe noch nicht alle „Features“ entdeckt, möglicherweise hat sie eine IP-Adresse und kann selbst antworten.

    Grüße
    Günter Heß

  19. Herr Heß,

    Das passiert ja so auch nicht. “Umweltbürokraten” schreiben ja in der Regel keine Lösungen vor, sondern Grenzwerte.

    Ich denke dagegen, dass der Umweltbürokrat in der Regel unser Geld an die neu entstandene Ökoindustrie vergibt, davor noch an die Wissenschaft, die es seiner Meinung nach wert ist, gefördert zu werden, um Grenzwerte zu generieren?

    Wenn normale Physik gelten würde, hätten wir z.B. kein WDVS, welche in den USA schon verboten ist.

    Apropos Grenzwerte, die gibt es für Kernkraft auch. Wenn Sie dieses Video aus den 80er Jahren über Galen Winsor anschauen sehen Sie, dass mit Grenzwerten auch Politik gemacht wird, hier Angstpolitik.

  20. @Rassbach

    Selbstverständlich wird mit den Grenzwerten Politik gemacht. In unserem Land wird mit allem Politik gemacht, da wir ein freies Land sind.

    I

    ch denke dagegen, dass der Umweltbürokrat in der Regel unser Geld an die neu entstandene Ökoindustrie vergibt, davor noch an die Wissenschaft, die es seiner Meinung nach wert ist, gefördert zu werden, um Grenzwerte zu generieren?

    Was sie tun ist undifferenzierte Schuldverteilung.
    Woher wissen sie das? Kennen sie einen der das macht persönlich?

    Aber ein „Umweltbürokrat“ führt aus, was die Politik vorgibt. Wir sind nicht in der DDR, wo ein Staatsapparat vielleicht selbständig was vorgegeben hat.

    Und was die Politik vorgibt verantworten in der Bundesrepublik wir Bürger, indem wir alle 4 Jahre wählen.

    Auch die Umweltpolitik ist Ergebnis unserer politischen Willensbildung.

    Wenn normale Physik gelten würde, hätten wir z.B. kein WDVS, welche in den USA schon verboten ist.

    In der Politik gilt die Physik nichts.

  21. @Bibleothekar

    Aber es war trotzdem nur Verbeugung vor der Ideologie und nicht Schreibkultur, auch wenn man eigentlich unaufgefordert lieferte. Ich übrigens auch in meiner damaligen Diplomarbeit.

    Das ist genau was ich meine. Sie haben ein Ritual bedient, aber weder eine Überzeugung noch gehörte es zu ihrer Kultur.
    Heute leitet vielleicht jemand der die Chemie von CO2 untersucht mit dem Treibhauseffekt ein.

    Grüße
    Günter Heß

  22. Zumindest haben die Grünen eine zeitgeistige Kultur geprägt und befördert, wie keine andere Gruppe -- Die Kultur der elitären Anmaßung.

    Beste Grüße B.

  23. Wenn ich mal kurz zusammenfasse. Bibliothekar weist darauf hin (#16), das man differenzieren muss zwischen ökologistischer und umweltbewusster Kultur; und Günter meint (#17), dass wir es hauptsächlich mit politischen Meinungen zu tun haben, die erst noch auf ihre Alltagstauglichkeit beweisen müssen. Das würde dann aber bedeuten, dass der sogenannte „ökologische Imperativ“ bislang nur ein politischer ist und dementsprechend schwache moralische Handlungsanweisungen gibt. Ich will noch mal die drei Stufen des moralischen Urteils erwähnen:

    Ebene I: Ebene des präkonventionellen moralischen Urteils. Auf dieser Ebene sind die moralischen Werte nicht internalisiert, das moralische Urteil basiert auf externalen Strafen oder Belohnungen, die von Autoritätspersonen ausgehen.

    Ebene II: Ebene des konventionellen moralischen Urteils. Auf dieser Ebene sind die moralischen Werte teilweise internalisiert. Individuen auf Ebene II besitzen internalisierte moralische Werte, allerdings sind es die Werte von anderen, d.h. es ist von noch von außen bestimmt (external, z.B. von Eltern oder der jeweiligen Gesellschaft), um welche Werte es sich dabei handelt.

    Ebene III: Ebene des postkonventionellen moralischen Urteils. Dies ist die höchste Ebene in der Kohlbergschen Theorie. Individuen auf dieser Ebene haben vollständig internalisierte und prinzipiengeleitete Moralvorstellungen und sind nicht abhängig von den Werten anderer – die eigenen Werte werden bewußt aus einer Menge von Alternativen ausgewählt. Hier werden die Kategorien„richtig“ und „falsch“ im Rahmen übergeordneter Gerechtigkeitsprinzipien abgeleitet, die durchaus in Konflikt mit den Gesetzen oder Regeln von Gesellschaften oder Autoritäten stehen können.

    http://www.lascap.de/Downloads/Moralentwicklung.pdf

    Nach der Klassifizierung würde es bedeuten, dass sich die Gesellschaft mehrheitlich auf Stufe eins oder zwei befindet, es allerdings ein Meinungsklima in Medien und Politik gibt, die Personen der Stufe drei als Autoritäten anerkennen. Eingang in die Alltagskultur und hat der Ökologismus demzufolge nicht gefunden, wenn man die Unterscheidung von Bibliothekar berücksichtigt.

    Die „richtig“ und „falsch“ Unterscheidung der Ökos wird zwar akzeptiert, aber nicht verinnerlicht, es ist daraus kein eigenes moralisches Urteil entstanden.

    Ich denke, für uns als Gegner des Ökologismus ist eine derartige Analyse wichtig, weil wir unsere Argumente und Gegenpositionen entsprechend ausrichten können, und auch die Möglichkeit besteht, dass sich der Wind mal schnell wieder dreht, die Gesellschaft neue Politik und neue Narrative schneller aufnehmen kann, als wenn sich der Ökologismus schon weiter verfestigt hätte.

  24. Ja Bibliothekar, „elitäre Anmaßung“ als Beschreibung für die Grünen trifft es sehr gut.

  25. Danke für die gute Zusammenfassung, Quentin.

    Man sollte endlich den Ökologisten die Deutungshoheit über den Umweltschutz entreißen und die Umwelt nicht vor dem Menschen schützen, sondern für den Menschen. Umweltschutz nicht wegen dem schlechten Gewissen, sondern als sinnstiftende und auch lohnende, eigenverantwortliche Handlung, die durchaus sehr wohlstandsmehrend sein kann.
    Hier bietet gerade die verfehlte Energiewende in Deutschland gute Ansatzpunkte.

    Beste Grüße B.

  26. Nach der Klassifizierung würde es bedeuten, dass sich die Gesellschaft mehrheitlich auf Stufe eins oder zwei befindet,

    Weiter wird eine Gesellschaft auch nicht kommen.
    Keine Idologie schafft mehr als das.
    Die zunehmende Konformität , die man darüber hinaus zu bemerken glaubt, ist abhämgig vom Druck, der von den Ideologen ausgeübt wird.
    Nehmen wir eine klassische Religionsmoral.
    Wieviel Prozent der Bevölkerung waren denn je so vollkommen von ihr durchdrungen, dass sie sie zur universellen Richtschnur all ihrer Handlungen machte?
    Gingen alle in die Kirche?
    Sicher. Aber nur, weil es strafbar war es nicht zu tun.
    Solche rituellen Handlungen sind als Indikator nicht verlässlicher als die Beobachtuing, wer Steuern bezalt.

    Es gibt eine grundlegende Moral, die keine Moral ist, sondern Instinkt: Diebstahl ist schlecht. Mord ist schlecht. Untreue ist schlecht.
    Und es gibt einen moralisch-ideologischen Überbau: Dienstahl, Mord und Untreue sind schlecht, weil Gott XY es verboten hat. Den glaubt man mehr oder weniger.
    Ein paar gehen ganz darin auf. Die meisten sind Mitläufer in verschiedenen Abstufungen, Ein paar opponieren und bilden eine Subkultur. Die Übergänge sind fliessend.

    Das Problem mit Ideologien ist, dass es genügt, rund 10% der Bevölkerung entweder wirklich von der Ideologie völlig zu überzeugen oder ihnen so viele Vorteile (Die keineswegs materiell sein müssen!) zu bieten, dass sie zu Aktivisten werden, weil es sich lohnt. Mit diesen 10 Prozent lassen sich die anderen 90% beherrschen und gleichschalten.

  27. @Quentin und Bibliothekar

    Ja Bibliothekar, „elitäre Anmaßung“ als Beschreibung für die Grünen trifft es sehr gut.

    Ich möchte mich anschließen, aber noch folgendes hinzufügen. Die „elitäre Anmaßung“ der Grünen ist meiner Meinung nach auch eine Antwort auf die „elitäre Anmaßung“ der vorherrschenden Meinung Ende der siebziger und achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts. Diese vorherrschende Meinung hat berechtigte Fragen der Bevölkerung zu Umweltschutz und Kernenergie meiner Meinung nach einfach elitär nieder gebügelt.

    Für mich ist das eine Erkenntnis, dass man sich an jeder Stelle gegen „elitäre Anmaßung“ wehren muss, sonst schlägt das Pendel in die andere Richtung.

    „Elitäre Anmaßung“ passt an keiner Stelle in unsere Demokratie.

    Grüße
    Günter

  28. Ersatzfeindbild
    Nicht zufällig begann die scharfe Klima- Ära mit dem Beginn der Perestroika…..1987……und die internationalen Aufgaben die später Herr Gorbatschow übernommen hat.
    Der Ostblock als solches ist zusammengebrochen, der Systemkampf zwischen gut und böse (ja nach Blickrichtung) konnte nicht mehr aufrecht gehalten werden…….somit musste ein neues Feindbild her.
    Vllt ist es unser Schicksal „gegen etwas“ kämpfen zu müssen……was auch die Vehemenz einiger Teile der grünen Bewegung erklären würde…….und auch der Gegenbewegung (also wir Skeptiker)…..die übelsten Auswirkungen ham wa ja nun erlebt…..die Forderung nach der Todesstrafe für „Klimaleugner“ und ähnliche geistigen Ausraster.

    Der ach so aufgeklärte Mensch, dem irgendwie Gott abhanden gekommen ist……braucht im tiefsten inneren seiner Seele trotzdem etwas, an das er glauben darf…..um nicht verrückt zu werden……und da bietet sich die Rettung der Welt vor dem Hitzetot doch perfekt zu an.
    Jeder wird bedient……..selbst wir, weil wir in der festen Überzeugung verharren, das die Ökos Bullshit erzählen….und wir deshalb die Verpflichtung verspüren, sie intellektuell widerlegen zu müssen.

    Und im Hintergrund lachen sich die Finanzhaie und einige Superreiche fast tot…….weil man den Pöbel so wunderschön mit sich selber beschäftigt…und in aller Ruhe weiter seinen Geschäften nachgehen kann.
    Ideologie UND Kult………denn wenn man die ungeeigneten persönlichen Massnahmen im eigenen Haushalt als „Klimaschutz“ bezeichnet……ähnelt das fast dem Gebet, das Religiöse gen Gott schicken um für ein besseres Leben zu bitten.
    Und ja……ick könnte mal wieder total neben der Spur liegen……..habs aber trotzdem mal zur Diskussion gestellt.

    MfG
    Heinz Eng

  29. @Heinz

    Das geht auch andersherum. Wenn Du in der Bundesrepublik der achtziger Jahre für Umweltschutz eingetreten bist,
    wurdest Du schon mal als 5. Kolonne Moskaus beschimpft.

    Ein bequemes „ad hominem“ Argument das gerne in den Medien gebraucht wurde, so ähnlich wie „Klimaskeptiker“ heute. Als das weg fiel hatte man keine Alternativpositionen und seriöse Argumente entwickelt.

    Das ist das vergiftete an „ad hominem“ Argumenten oder Verschwörungstheorien. Die scheinen zwar für Viele verführerisch zu sein, vor allem bei Glaubenskriegern.

    Wenn diese Argumente aber widerlegt werden oder wegfallen schlägt das voll zurück.

    Grüße
    Günter

  30. @Günter

    Wenn diese Argumente aber widerlegt werden oder wegfallen schlägt das voll zurück.

    Nöö….denn wir haben ja noch das Ersatzargument „Grenzen des Wachstums“…wonach wir ja schon heute mehr verbrauchen als die Erde pro Jahr angeblich hergibt.
    Selbst wenn sich die AGW-THese auflösen sollte…….ist der Mensch immer noch Schuld an Allem……denn die arme Gaia leidet extrem unter den Virus Mensch……dieses Argument trifft man ja auch genug an im Netz…….und wenn es das nicht ist, sind eben die Meere leer…..oder die genetisch veränderten Pflanzen bringen uns um oder …oder….oder.
    Meines erachtens machen auch wir den Fehler……alles was uns nicht in den Kram passt ins Schubfach „Verschwörungstheorie“ zu packen und damit abzuhaken.

    Wem nutzt es…………und da muss man nur nach den Geldflüssen fahnden…….Geldgier und Machtsucht…..erklärt am Ende doch wieder alles.
    H.E.

  31. …und da muss man nur nach den Geldflüssen fahnden……

    Heinz,

    jetzt bist du der Verschwörungstheoretiker.
    Ganz klassisch.
    Es geht NICHT um Geld, jedenfalls nicht primär.
    Es gibt nämlich viel stärkere Triebkräfte. Wer hat denn die Drecksarbeit für die SED gemacht? Die einfachen Parteigenossen, die hatten doch nichts davon. Mühsal und Arbeit, ’ne Menge Zeit investieren um vielleicht später mit geringer Wahrscheinlichkeit mal eine kleine Belohnung zu bekommen.
    Macht ist das Schlüsselwort! ‚Elite‘ zu sein durch gleichzeitiges Unterordnen. Vulgo ‚Radfahren‘.

    Damit köderst du die Blockwarte und ABV’s. Damit gewinnst du die servilen Zuträger und Schnüffler, die mangels eines eigenen Lebensentwurfs einen geborgten brauchen, die Schwächlinge und Underdogs, die kein Selbstvertrauen haben und nur in der Gruope stark sind. Die Rachsüchtigen, die davon träumen, es ‚mal allen zu zeigen‘.
    Den sozialen Abschaum.
    Die sind die Mehrheit, das Füßvolk der ‚Bewegung‘, die Idealisten die Minderheit, aber auch die Elite.
    Die Ausbeuter, die zynisch die Ideologie nutzen um sich privat zu bereichern, also die Geldgeilen, sind nur Opportunisten, die die Gelegenheit nutzen, aber sie sind nicht die Auslöser.

  32. Heinz,

    mit Geldgier allein dreh ich mich schnell immer wieder ein auf den Pfad der erwünschten ortsüblichen Schuldigen. Das süße Brot „Macht“ und der edle Anstecker „Elite“ ist heute mehr als Geld wert, denn damit kann ich mir den Umhang „Unsterblicher Guter“ erobern. Dieser kommt nach mir sogar in die Geschichtsbücher oder gar ins Museum. Nach Gold und Silber allein drängt es die Übersatten Ideologen heute nicht mehr. Das nimmt man im Überflug ganz locker mit.
    Neben der Elite der Welt zu sitzen oder gar dazu zu gehören ist da schon lohnender als einsam und ungeliebt gigantische Geldberge zu zählen. Sieh doch nur, wie glücklich eine Roth oder ein Özdemir heute sind. Kaufen hätten sie sich das niemals können.

    Beste Grüße B.

  33. @Tritium + Bibliothekar
    Macht………..ist ohne Geld ein zahnloser Tiger………und selbst der kleinste DDR-Spitzel bekam eine „finanzielle Aufwandsentschädigung“ für seine Spitzeldienste…….mit Geld oder Posten kann man Menschen bestechen….oder sich die passenden Dienste erkaufen….um seine eigene Macht zu festigen und zu vergrößern.

    Das dabei irgendeine Religion als Beihilfe oder nützlicher Idiot herhalten musste oder muss……dient wieder der Macht.
    Und ja….ich hatte meine Rassbachphase auch……aber aus Angst um meinen Verstand hab ick aufgehört im Universum der Verschwörungen nach den Krümel Wahrheit zu suchen.
    Aber abzulehnen, das es nie und nimmer möglich wäre…….ist auch kontraproduktiv im Sinne einer offenen Diskussion.
    Blöd nur, das man uns Marionetten inzwischen so gut im Griff hat, das wir uns ganz freiwillig und artig selber Denkverbote auferlegt haben.

    Die Angst schreibt mit……….
    H.E.

  34. Vielleicht ist ja dieser Artikel vom großen Zettel hilfreich in der Diskussion. zumindest ist er sehr lehrreich.

    http://zettelsraum.blogspot.de/2007/03/berlegungen-zur-freiheit-3-wolfgang.html

    …Darin propagierte Harich eine Öko-Diktatur, ganz unverblümt. In einem Brief an Freimut Duve schreibt er:

    Unserem Programm der Bedürfnisbefriedigung müssen wir, mit dem Vorsatz, es in ökologisch verantwortbaren Grenzen zu halten, eine differenzierende kritische Bestandsaufnahme all der Bedürfnisse vorausschicken, die sich im Verlauf des Geschichtsprozesses beim Menschen herausgebildet haben (…) Wobei es dann selektiv zu unterscheiden gilt zwischen solchen Bedürfnissen, die beizubehalten, als Kulturerbe zu pflegen, ja gegebenenfalls erst zu erwecken bzw. noch zu steigern sind, und anderen, die den Menschen abzugewöhnen sein werden -- soweit möglich, mittels Umerziehung und aufklärender Überzeugung, doch, falls nötig, auch durch rigorose Unterdrückungsmaßnahmen, etwa durch Stillegung ganzer Produktionszweige, begleitet von gesetzlich verfügten Massen- Entziehungskuren. (…)…

    Beste Grüße B.

  35. @ Tritium

    Das Spiel mit der Macht ist natürlich immer in die Betrachtungen mit einzuschließen. Wenn aber eine Ideologie, so meine These, darauf angewiesen ist, durch Instrumente der Machtausübung akzeptiert zu werden, dann wird sie ein Fremdkörper bleiben. Eben wie ein Befehl. Das sehen wir ja ziemlich deutlich dort wo totalitäre Ideologien umgesetzt worden sind (Nazionalsozialismus, Kommunismus). Da haben sich zwar auch entsprechende Kulturen heraus gebildet, doch die waren nicht verinnerlicht und gefestigt, nach dem Zusammenbruch des Systems blieb nicht viel davon übrig, die „richtig“ und „falsch“ Unterscheidung wurde nur übernommen weil ansonst Nachteile zu befürchten gewesen wären.

    Obwohl, wenn man sich anschaut was mit dem Bürgertum in der DDR passiert ist, dann können sich schon Veränderungen in der Kultur ergeben. Ich zitiere mich mal selbst:

    Die Kultur des kleinen Mannes wurde bestimmendes Element der Gesellschaft, die neue Intelligenz, ebenso die offizielle Kunst und Kulturpolitik sind nie von der Bevölkerungsmehrheit angenommen wurden. Seiner Aufstiegsmöglichkeiten beraubt, konzentrierte sich der kleine Mann auf seine kleine Welt. Dafür musste er sich nicht schämen, denn die Überhöhung des Proletariers in der Propaganda gab ihm die Gewissheit, genau das Richtige zu tun. Diese Haltung erfasste, um mich zu wiederholen, auch diejenigen die sonnst mit dem SED-Regime nichts am Hut hatten. Der noch aus der Nazizeit stammende Begriff Kulturschaffende wurde verwendet um Künstler in die Gruppe der werktätigen Bevölkerung zu integrieren. Was gründlich misslang.

  36. Lieber Heinz,

    ich bitte dich, wo geht es denn hier um Denkverbote? Verschiedene Meinungen lösen sich doch nicht durch Ausschluß auf.

    Beste Grüße B.

  37. @B.

    Was tut ein Kommunist, der vom real existierenden Sozialismus genug hat? Er sucht sich eine neue Utopie. Er sucht vor allem eine neue Rechtfertigung für das, was den Glaubenskern eines Kommunisten ausmacht: Daß die meisten Menschen dumm sind und unfähig, ihr Leben selbst zu bestimmen. Daß ihnen, daß uns -- uns beschränkten und uneinsichtigen Menschen -- also eine Avantgarde, ein Elite der Erleuchteten, befehlen muß, wie wir zu leben haben.

    Ok, ich füge den Sachverhalt……“Wahnsinnig“ dazu………Pol Pot…..Stalin…..Mao…….Hitler……..wären heute wohl ein Fall für die Klapsmühle………….Trotzdem schafften es diese Menschen ein Mass an Macht zu erlangen, das mich heute noch erschaudern lässt……und diese Macht konnten sie nur mittels brutalster Gewalt eine zeitlang aufrechterhalten…..Dank Mitläufer und eingeschüchterten, verängstigten Volkes.

    H.E.

  38. Na, lieber Quencher, wenn ich mir die politische Sitation heute in der Bundesrepublik so ansehe, bin ich mir überhaupt nicht sicher, ob von der großen sozialistischen Idee, nach dem Zusammenbruch so wenig übrig geblieben ist. Teile davon sind doch fast schon wieder Mainstream. Die Partei „Die Linke“ ist zitierfähig, wie niemals zuvor. In meiner morgendlichen Autostunde mit dem Deutschlandfunk, sagt mir meist jemand von den Grünen oder eben der Linkspartei seine Meinung.
    Unsere Azubis rennen, wie selbstverständlich, wieder mit der Jungen Welt unterm Arm durchs Haus.

    Beste Grüße B.

  39. @B.

    Denkverbote als Selbstschutz……..um der Gegenseite keine Angiffsmöglichkeiten zu geben……denn wir wissen alle, wie schnell man in ekligen Ecken landen kann, wo uns anschließend die Medien virtuell an die Wand stellen können.

    Wenn wir auch noch keine Ökodiktatur haben…….die Meinungsdiktatur ist schon längst Realität…..und die wiederum ist Grundvorraussetzung zur Einführung der Ökodiktatur.
    Da ick aber kein anerkannter Philosoph aus Wolkenkuckucksheim bin, sondern nur Onkel Heinz……muss ich ja automatisch nur ein blöder Spinner sein, der nur wilde Thesen verbreitet.

    Ok….führt wohl zu weit…….meine Omme raucht schon wieder, weswegen ich jetzt geistig wieder abschalte um den Einfältigen zu geben.
    MfG
    H.E.

  40. @Bibliothekar

    Völlig richtig. Die sozialistische Idee ist so salonfähig wie nie in der Bundesrepublik.
    Geschickt gemacht, da in der Kapitalismuskritiker der Linke alle Parteien mitheulen.
    Weder CDU noch FDP oder SPD setzen eben eine entsprechende Idee dagegen.
    Dazu müsste man nämlich die Erfolge unserer sozialen Marktwirtschaft in den letzten 60 Jahren bei allen Gegensätzen gemeinsam immer wieder herausstellen
    Die Angie kann das leider nicht. Vielleicht wird’s ja was mit Gabriel.
    Da hat Gauck völlig Recht. Unsere Stärke ist die Freiheit. Was erreicht wurde wurde in einer freien sozialen Marktwirtschaft erreicht.
    Grüße
    Günter Heß

  41. Lieber Günter,

    dem schließe ich mich nur zu gern vorbehaltlos an. Und, die freie, soziale Marktwirtschaft mag zwar von dicken Ideologieschwaden umwoben sein und an manchen Stellen muß ausgebessert werden, aber fertig hat sie noch lange nicht.

    Beste Grüße B.

  42. Lieber Heinz,

    das Herbeireden einer akuten Gefahr einer Ökodiktatur entspricht nicht dem aktuellen Stand der realen Kräfteverhältnisse. Klar, es gibt diese Gefahr immer, aber weder politisch noch revolutionär kann eine Diktatur derzeit entscheidend etabliert werden. Auch wenn der Medienhype und einzelne Elemente das vermuten lassen. Eine Medienmehrheit ist eben keine politische Mehrheit. Trotz aller Unkenrufe halte ich unser politisches System in der BRD für sehr stabil. In guten Systemen erfahren heftige Ausschläge eigentlich relativ schnell eine Korrektur, selbst in Schweden. Man muß nur etwas längere Zeiträume im Auge behalten.

    Beste Grüße B.

  43. Lieber Bibliothekar
    Die Frage ist nicht, ob die Öko-Diktatur mit passenden nachhaltigen Diktator vor der Tür steht……sondern wie lange man noch das Wasser erhitzen kann, bis der blöde Frosch endlich merkt was mit ihm geschieht.

    Die immer weiter voranschreitende Einschränkung der individuellen Freiheiten ist doch schon längst Tatsache…..angefangen vom Glühbirnenverbot…..über die Energieeinsparverordnung samt Isolierzwang…..bis hin zu massiven Anti-Rauchergesetzen….such Dir was aus.
    Ähm…..ohne unken zu wollen oder für bekloppt gehalten zu werden…….inzwischen fühle ich mich individuell eingeschränkter als damals in der DDR………die Daumenschraube ist zunehmend zu verspüren……es heißt nicht mehr, Du darfst alles machen, was nicht verboten ist……..sondern neuerdings…..nur noch das, was erlaubt ist.
    Ich glaube, wir sollten mal intensiv über die richtige Definition der „Öko-Diktatur“ nachdenken.
    Mist….nu hab ick nun doch noch mal das Hirn eingeschaltet……..sorry.
    MfG
    Onkel Heinz……..bisweilen ungenießbar

  44. Lieber Bibliothekar,

    so sehr ich zustimme, dass wir keine Ökodiktatur zu erwarten haben (Längerfristig schon gar nicht, diese Ideologie ist auf dem absteigenden Ast), ist der Ökologismus doch eindeutig gesellschaftschädigend.
    In seinem Gefolge leidet Rechtssicherheit und Pluralismus, der Nanny-Staat wird gestärkt, die Freiheitsrechte beschnitten, die Presse als ‚Vierte Kraft‘ weitgehend ausgeschaltet und die politische Moral untergraben.
    Das ist schlimm genug.
    Es wird lange dauern, bis die Gesellschaft sich davon erholen wird. Hoffentlich ist diese Erholung dann so ’nachhaltig‘, dass die Rattenfänger eine Zeit lang gebannt sind.

  45. Lieber Heinz,

    vom Gefühl her geht es mir doch auch nicht anders als Dir. Nur ist das Gefühl oftmals Fehlschlüssen und Täuschungen ausgesetzt. Das Verfolgen verrückter grüner und anderer Ziele staatlicherseits ist aber noch lange nicht ein Vorbote einer Diktatur. Auch Moralisten ist die persönliche Freiheit ein Dorn im Auge. Hier geht es aber noch um Erziehung und noch nicht um Repression und meist gehorcht nur der Deutsche Michel brav der Obrigkeit. Anti-Rauchergesetze haben andere Staaten auch und oft schon länger, nur interessiert sich dort Keiner dafür.

    Etwas Geduld gehört bei politischen Entwicklungen schon dazu. Das Zurückrudern hat doch schon auf vielen Strecken eingesetzt und viele fromme Wünsche haben sich so nicht realisieren lassen. Für mich ist der grüne Zenit erreicht. Die sanfte Talfahrt beginnt und bekommt möglicherweise nach der Europawahl auch einen kleinen Schub.

    Beste Grüße B.

  46. Lieber Tritium,

    dann werden die Rattenfänger leider ein neues Gewand anziehen und andere Geschichten erzählen. So ist nunmal gesellschaftliche Entwicklung. Aufmerksam sollte man da stets sein. Freiheit muß man stets aufs Neue erkämpfen, so banal das auch klingen mag.

    Beste Grüße B.

  47. …dann werden die Rattenfänger leider ein neues Gewand anziehen

    Selbstverständlich.
    Eine Resistenz gibt es genau so wenig wie beim Schnupfen, eine Neuinfektion ist nur eine Frage der Zeit.
    Allerdings sind starke Antikörper, wenn sie einmal gebildet wurden, schon ein gewisser Schutz. Sie können Folgeinfektionen verzögern und milder ausfallen lassen.

  48. passt hier glaub ich gut rein…

    wenn ihr euch mal gruseln wolt:


    „Wir werden nicht mehr so viel brauchen“

    Nach einem kleinen Spaziergang entlang des Flüsschens Hunte stehen wir nun vor einem dreistöckigen Haus mit langer Fensterfront im Erdgeschoss. „Polyester“ steht in geschnörkelter gelber Schrift auf den Scheiben der Bar. Niko Paech hat im zweiten Stock mit seiner Band einen Proberaum. Vor dem Hauseingang lädt der Besitzer -- hageres Gesicht, schwarze Pudelmütze -- gerade Brot, Milch, Gurken aus dem Kofferraum seines alten Passats aus.

  49. Wisst ihr woraus ich meine Zuversicht speise, daß sich ein gewisser Wandel abzeichnet? Aus meinen vielen Gesprächen gerade mit Studenten unterschiedlichster Fachrichtungen. Da erlebe ich meist interessante Diskussionen ohne links-grüne Senfsoße. Meine Frau berichtet ähnliches über die Schüler am Gymnasium. Bei den Kollegen sieht es da schon anders aus.

    Beste Grüße B.

  50. @ michael m.

    ja, das ist sie -- Die elitäre Anmaßung in Reinkultur.

    Beste Grüße B.

  51. @Micha
    Gutes Beispiel…..je mehr Menschen die Globalisierung als Feindbild meinen zu verinnerlichen müssen……umso mehr Gülle kommt am Ende bei raus.
    Dabei……kann genau diese fiese Globalisierung eine Hungersnot vermeiden….wenn lokal ein Erntedesaster wetterbedingt auftritt.
    Selbst wer ökologisch wertvoll seinen persönlichen Konsum einschränkt, will im Notfall trotzdem das deutsche Gesundheitswesen nutzen um wieder gesund zu werden…….mit all den Nebenwirkungen und Kosten desselben.
    Da wird in der EU gejammert über die die Überschüsse der deutschen Exportindustrie……aber die Rohstoffe dürfen wir nich einkaufen….wir wollen ja vom Ausland unabhängig sein……..und den Exportüberschuss noch mehr nach oben treiben.
    Da klingen im Grünen deutschnationale Klänge an, die mich an Zeiten erinnern…..wo ick noch nich mal gelebt habe.
    Einerseits fordert man bis zur Selbstaufgabe die vereinigten Staaten von Europa……..aber gleichzeitig eine Autarkie von Allem…..irgendwie beißt sich da was logistisch.
    UN-Jahrzehnt der Nachhaltigkeit…..UN-IPCC….Grenzen des Wachstums….wir Deutschen sind nicht die Einzigen, die i diesen Wahn leben…….der Müll ist uns von Oben verordnet worden.

    @Bibliothekar
    Dein Wort in Gottes Ohr.

    H.E.

  52. Lieber Bibliothekar:

    Diese Ideologien haben nur eine kurze Blütezeit, sobald sie von der Opposition in die Regierung kommen.
    Denn dann wird’s ernst und die Realtätsprüfung überstehen sie ja zwangsläufig nicht.
    So etwa 10 bis maximal 20 Jahre kann sich so was halten, siehe Waldsterben, Alkoholprohibition, Raucherdiskriminierung, Ozonloch etc., dann ist das ausgelutscht und die Leute wachen auf. Mit der nächsten Generation ist sowieso zwangsläufig Schluss, schon aus Prinzip.
    Zu einer wirklichen Diktatur kann es nur kommen, wenn in diesem Zeitfenster geputscht wird und beim zwangsläufigen Rückschlag eine gewaltsame Unterdrückung stattfinden kann. In einer noch funktionierenden Demokratie ist dagegen das Ende absehbar.
    Beim Ökologismus kann man das Startdatum ins Jahr 2000 setzen. Und heute, nach 14 Jahren, ist eben Feierabend. Ein ganz natürlicher Vorgang.

    Bei der Alkoholprohibition, die bei ihrer Einführung in den USA als 18. Amendment in die geheiligte Verfassung geschrieben wurde, schien die Zukunft so sicher, dass ein Prohibitionist prahlte:

    „There is as much chance of repealing the Eighteenth Amendment as there is for a hummingbird to fly to the planet Mars with the Washington Monument tied to its tai!“

    „Die Chance, dass die Prohibition wieder aufgehoben wird, ist so groß wie die eines Kolibris, mit dem Washington Monument am Schwanz bis zum Mars zu fliegen!“
    13 Jahre später landete der Kolibri auf dem Mars. Das 21. Amendment hob das 18. auf -- ein einmaliger und bis dahin geradezu undenkbarer Vorgang, viel schwerwiegender als eine Grundgesetzänedrung bei uns, denn für die Amerikaner hat die Verfassung geradezu etwas mythisches.
    Aber, wie gesagt: So lange Demokratie eben funktioniert, sind Ideologien augf Dauer chancenlos.

  53. @TRitium
    Du machst einen entscheidenden Fehler…….zu behaupten, wir hätten noch eine Opposition.
    Demokratie……die Wahl der Wahlmöglichkeiten…..blöd nur, wenn inzwischen alle Parteien grün ticken….was also soll der Wähler noch als Alternative wählen?
    Ihr hängt der irrigen Hoffnung an, das die Demokratie das Problem auch dieses mal wieder gebacken kriegt……Irrtum.
    Diesmal lassen sich die Demokratiefeinde verdammt viel Zeit……mit der Umerziehung des Menschen zum Wohle Gaias.

    Die Zeit der Experimente ist vorbei……..jetzt werden Nägel mit Köppe gemacht.
    H.E.

  54. Heinz,

    meinst, bei der Prohibitionskampagne hätte es noch eine Opposition gegeben?

    Eine Änderung der amerikanischen ‚Constitution‘ erfordert nicht nur eine 2/3 Mehrheit in Kongress und Senat sondern auch, nach dieser ersten Hürde, die Zustimmung von 3/4 aller (50) Staats-Regierungen bzw. eine Volksabstimmung mit gleicher Mehrheit.
    Kannst dir vorstellen, wie wenig Opposition da noch war, wenn das durch ging!

    Gleichzeitig kannst sagen: Eine ‚Energiewende‘ könntest du derzeit so in Deutschland niemals ins Grundgesetz bringen.
    2/3- Mehrheit im Bundestag
    2/3- Mehrheit im Bundesrat
    Zustimmung durch 12 Länderparlamente.
    Das kriegst nicht gebacken, schon weil die Länder sich gegenseitig den Kuchen nicht gönnen.

  55. Lieber Tritium,

    volle Zustimmung.
    Seit einiger Zeit beunruhigt mich aber die Bestrebung über internationale Organisationen, wie z.Bsp. EU oder UNO den vielfältigen, aber demokratisch nicht legitimierten NGO’s ein sehr breites Mitsprachefeld einzuräumen oder diese finanziell zu unterstützen oder gar mit weitgehenden Rechten auszustatten. Wie gefährlich können diese Strukturen werden? Nicht alle sind so bekannt und zerstritten, wie die Klimaaktivisten (- http://www.springer.com/springer+vs/politikwissenschaft/book/978-3-658-01969-3 -- ). Aber der Einfluß wächst und sie werden zunehmend gehört und einbezogen. Wie siehst Du und ihr das Ganze?

    Beste Grüße B.

  56. Lieber Heinz,

    die politische Lebenswelt läuft mittlerweiler auch außerhalb der Parteienlandschaft und innerhalb der Parteien tosen Kämpfe, die nicht nach außen hin sichtbar sind. So wird eben der Merkelismus nicht die Lebenswelt der CDU bleiben müssen. Es kann durchaus auch wieder heftige Opposition geben bei allen Kräften, denn der Opportunismus gegenüber dem Wähler hat auch seine Grenzen. Bedenken sollte man aber, das bei Berufspolitikern der Kampf um einen guten Arbeitsplatz vor die Ideale gestellt wird. Da muß ich dem Wähler etwas liefern, zumindest denjenigen die laut schreien.

    Beste Grüße B.

  57. Seit einiger Zeit beunruhigt mich aber die Bestrebung über internationale Organisationen, wie z.Bsp. EU oder UNO den vielfältigen, aber demokratisch nicht legitimierten NGO’s ein sehr breites Mitsprachefeld einzuräumen oder diese finanziell zu unterstützen oder gar mit weitgehenden Rechten auszustatten.

    Mich beunruhigen offengestanden weniger die NGOs als vielmehr die EU selbst, die man beim besten Willen nicht als demokratisch legitimiert ansehen kann -- dazu ist sie zu weit vom demokratischen Souverän, dem Wähler, entfernt.
    Dass NGOs zu ‚Schattenparlamentariern‘ werden könnten, schätze ich als sehr unwahrschenlich ein, denn damit würden sich die derzeit herrschenden ja selbst der Macht zumindest teilweise berauben und genau das werden sie schon rein sintinktiv nie tun.
    Nein, die NGOs sind meiner Meinung nach nützliche Idioten, so ähnlich wie Schellnhuber & Co. Die glauben, sie hätten Einfluss, aber der währt nur so lange, wie sie gebraucht werden, dann lässt man sie ganz machiavellistisch fallen.

    Nehmen wir doch mal konkret Greenpiss: Die haben so viel Dreck am Stecken, unlautere Umdeklaration von Atomstrom zu ‚Erneuerbarem‘, Schutzgelderpressung, Fälschung, Nötigung etc, wenn man die los werden will, ist es ein leichtes, eine vernichtende Kampagne los zu treten, Anklage zu erheben etc.
    Die machen sich vielleicht Hoffnungen, wie einst die Wasserträger in der SA die meinten, wenn sie für die Revolution die Dreckarbeit machen, würden sie belohnt, aber die wurden ganz schnell abserviert, als das Ziel erreicht war: Der ‚Röhm-Putsch‘ war die Quittung des Establishments.
    Heute geht’s natürlich zivilisierter zu, ohne ‚Putsch‘ und Genickschuß, aber der Machtinstinkt ist der gleiche.

  58. Hihi………manchmal muss Onkel Heinz nur laut genug uff die Kacke hauen……damit eine echt ernsthafte Sachdiskusion entsteht.
    Und ja….ich bitte alle Beteiligten nochmals um Entschuldigung.
    Jute Nacht Euch allen.
    H.E.

  59. @ Heinz #43

    inzwischen fühle ich mich individuell eingeschränkter als damals in der DDR

    Das dies ein subjektiver Eindruck ist, kann ich natürlich nicht sagen, dass die Aussage falsch ist, dennoch gebe ich zu bedenken, dass Du mal darüber nachdenken solltest, ob Du nicht vielleicht die Vergangenheit etwas verklärst. Ich möchte hier auf jeden Fall deutlich widersprechen.

  60. Lieber Quentin
    Vergangenheit verklären……..nöö, ganz im Gegenteil……ich sehe meine Vergangenheit in einer Klarheit, die ich 1989 so noch nie gesehen hatte……und habe heute genug Vergleichsmöglichkeiten um das als Ex-Ossi relativ realistisch einzuschätzen.
    Vergiss die Historie…..die mal wieder vom Sieger gebastelt wurde…….anhand Aktenlage……..wo Zeitzeugen eh nur gestört haben.

    Ja, wir hatten nur einen Gegner……den man aber geschickt ausweichen konnte, wenn man gewisse Grundregeln eingehalten hat. Wenn man also den Staat nicht an die Karre gepisst hat…..ließ man uns privat in Ruhe.

    Heute dagegen will man sich inzwischen komplett ins gesamte Leben des Deliquenten einmischen, einschließlich der lieben Blockwart-Nachbarn, die allzeit bereit sind Dich bei der kleinsten Gelegenheit anzuzeigen (anonym natürlich).
    Im Gegensatz zur DDR, wo nur der Staat an der Daumenschraube gedreht hat…………fühlt sich heute jeder Bürger dazu berufen seine Mitmenschen zu gängeln…….und das kotzt mich an, echt jetzt…….und mal janz ehrlich, wer das damals nicht bewusst miterlebt hat……….kann heute nicht mitreden.
    Und ja….wer damals gegen Staat und Partei rebelliert hat……hat die volle Wucht dieser Diktatur zu spüren bekommen….Stasi und politische Haft……heute steckt man solche Typen in die Klapper, ist nicht mehr ganz so auffällig.
    Ich hatte mich ins System integriert…..das mit Schwarzhandel und etwas Westgeld recht gut funktioniert hat für mich persönlich. Und ja……man gewöhnt sich auch an den Mangel, der Mensch wird halt erfinderisch, wenn ihn die Situation dazu zwingt.
    Vllt war auch der äussere Druck Schuld daran, das man sich mehr in der Familie zurückgezogen hat und noch Freundschaften aktiv gepflegt hat ………aber ich habe diese Atmosphäre mehr genossen als die heutige Situation, wo wohl der Egoismus überwiegt.
    Aber………….es würde jetzt echt zu weit führen einen 1:1 Vergleich machen zu wollen, denn jeder Ex-Ossi hat sein Leben anders in Erinnerung, deshalb hatte ich ja auch dringend betont…..“fühle ich mich individuell“……und nicht als Verallgemeinerung.
    MfG
    H.E.

  61. Möglicherweise hilft der Debatte die Lektüre einer ganz hervorragenden Analyse des Hier und Heute und seinen Folgen weiter: „Höllensturz und Hoffnung“. Vor wenigen Wochen erschienen. Müßte fast Pflichtlektüre für alle sein, deren Geist noch nicht vernebelt ist. Und erst recht für jene, die an der Vernebelungsmaschine stehen.

  62. @Quer
    Danke für den Tip, ick hab mal ein paar Buch-Rezensionen gesucht…und gefunden.
    http://www.epochtimes.de/Hoellensturz-und-Hoffnung-%E2%80%93-Wichtigstes-Buch-des-Jahres-2013-a1116093.html

    http://kreidfeuer.wordpress.com/2013/12/25/buchrezension-hoellensturz-und-hoffnung-zusammenbruch-unserer-zivilisation/

    Keine Ahnung ob jetzt diese beiden Quellen politisch korrekt sind, zumindest scheinen die das Buch gelesen zu haben und die Eindrücke sind echt erschreckend……………und entsprechen irgendwie dem, was mir unbewusst und unbestimmbar durch die Seele geistert.

    Es geht den Autoren nicht um ein Weltuntergangsszenario, sondern um die Erkenntnis, dass unsere Gesellschaft im gesamten Organismus systemisch dysfunktional geworden ist, zu dessen Behebung es tiefliegender Heilungsprozesse bedarf.

    Die Hauptursache des Niedergangs unserer Zivilisation sehen sie in einer Abwärts-Spirale des Selbsthasses beziehungsweise der Lust am Untergang, die auf das schwache Selbstwertgefühl vom Wohlfahrtsstaat verwöhnter Menschen zurückgeht. Es gebe in unserer Gesellschaft keinen Konsens mehr über Richtig und Falsch. Der damit verbundene Vertrauensverlust führe zu einer Verrohung der Sitten, stellen die Professoren fest. Das hänge mit dem Einfluss der 1968er zusammen, die Werturteile nur aus einer individualistischen Perspektive treffen wollen und dabei die Einzelnen maßlos überfordern und in neue unbewusste Abhängigkeiten bringen. „Wenn wir selbst von Vertretern konservativer Volksparteien nicht mehr erwarten können, dass Reden, Denken und Handeln übereinstimmen, woran sollen sich die Menschen dann noch orientieren?“, fragen die Professoren.

    Harter Tobak……und eine Entwicklung ist heute schon klar erkennbar…

    Wird in Zukunft ein am größten Nutzen orientiertes Rechtssystem den gläsernen Menschen bewachen, der mit juristischer Absicherung datenmäßig umfassend registriert und kontrolliert wird?

    Mir is schon wieder übel…….und ick hab immer noch nich den Knopf gefunden, wo ick mein Hirn endlich abschalten kann….um so zu leben wie die Menschen da draussen, die sich für sowas nicht im geringsten interessieren.
    Statt dessen wird wohl gleich wieder die Empörungslawine über mich hereinbrechen…..Mist.
    H.E.

  63. @Heinz Eng#60

    Die Vergangenheit verklärt sich von selbst.
    Viele Dinge relativieren sich, andere treten erschreckend in den Vordergrund.
    Das System hatte damals schon blind zugeschlagen, nach welchen Auswahlkriterien war egal.
    Wenn ich nur daran denke wieviele in unseren kleinen Gemeinde allein bei der „Hilfspolizei“ und den „Kampfgruppen“ organisiert waren.
    Für unsere jungendliche Rebellion, gab es „nur“ ein paar sozialistische Aufbaustunden.
    Andere sind für weniger verschwunden.
    Schikanen des ABV und des Grenzschützers waren Normalität.
    Wir waren in diesem System und kannten nichts anderes, ja tiefste ARD.
    Nichtmal mit diversen technischen Bastelein und meterhohen Antennenmasten.
    Wir lebten im dialektischen Materialismus aber nicht mit ihm.

    Das verquaste Geschwafel mit dem „Befehlsstachel“ suggeriert ja das wir alle die da waren einen an der Klatsche haben.
    Ja ich bin anders groß geworden. Eingerahmt von Kohlekraftwerken, Hochspannungsmasten und Tagebau und Textilindustrie, hat auch niemand nur einen Pfifferling auf Ökologie gesetzt.
    Die Tage an denen in dem kleinen Flüsschen an der Ortsperipherie der Grund zu sehen war konnte man gefühltermaßen an zwei Händen abzählen. Aber dann waren auch nur alte Reifen und Schrott zu sehen.

    Trotz allem ist die Ökologie als Ideologie unserer Tage eine Hunderprozentige Strömung des Sozialismus.
    Wolfgang Harichs Buch „Kommunismus ohne Wachstum
    beschreibt schon die große Transformation, die Öko-Diktatur.
    Wer sich den Lebenslauf von Aurelio Peccei mal näher anschaut wird auch bemerken, das das Mainstreamgedankengut auch nicht gerade eine Erfindung der Bündnisgrünen ist.
    Der „Osten“ hat sich aufgelöst um den ohnehin schon maroden „Westen“ zu assimilieren, mit Ökologie, Feminismus, Genderismus, Gleichschaltung.
    Die Seilschaften haben sich in Stellung gebracht und heißen jetzt NGOs und fahren ihre Ernte ein.
    Provakant? Mit Sicherheit.
    Wie weit kann sich die Butterweiche Demokratie dagegen noch wehren?

  64. Die jeweilige Ideologie bringt ihre eigene Kunst hervor.
    Kunst abseits der Ideologie hat es in totalitären Systemen wie der Ökologie schwer.

  65. @Peter Patzig

    Der “Osten” hat sich aufgelöst um den ohnehin schon maroden “Westen” zu assimilieren, mit Ökologie, Feminismus, Genderismus, Gleichschaltung.
    Die Seilschaften haben sich in Stellung gebracht und heißen jetzt NGOs und fahren ihre Ernte ein.
    Provakant? Mit Sicherheit.
    Wie weit kann sich die Butterweiche Demokratie dagegen noch wehren?

    Du sprichst mir aus der Seele, Danke.
    H.E.

  66. Meine Herren,

    mit so einer fatalistischen Grundhaltung kann man die Ökologisten ja nicht einmal zum Mensch-Ärger-Dich-Nicht-Turnier herausfordern.

    Beste Grüße B.

  67. Ähm…….gewisse Systematiken fallen einem ins Auge…wenn man mal im Dreck wühlt.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Michail_Sergejewitsch_Gorbatschow

    1992 gründete Gorbatschow die Gorbatschow-Stiftung, 1993 die Umweltschutzorganisation Internationales Grünes Kreuz. Er wurde Mitglied im Club of Rome. Vor allem seit Anfang des 21. Jahrhunderts kritisierte Gorbatschow die weltweite Machtpolitik der Regierung um George W. Bush.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Internationales_Gr%C3%BCnes_Kreuz

    Bereits im Oktober 1987 stellte Gorbatschow während eines Vortrags in Murmansk ein Konzept vor, unter dem die Themen Umweltschutz, nukleare Abrüstung, Sicherheitspolitik und Entwicklung zusammengefasst werden sollten.

    http://www.nachhaltigkeit.info/artikel/11_bt_ek_schutz_erdatmosphaere_659.htm

    Im Jahr 1987 beantragten die Fraktionen von CDU/CSU und FDP eine Enquete-Kommission zum Thema „Vorsorge zum Schutz der Erdatmosphäre“, während DIE GRÜNEN eine Enquete-Kommission zum Thema „Langfristiger Klimaschutz“ einrichten lassen wollten. Nach Beratung in verschiedenen Ausschüssen einigten sich alle Fraktionen auf die Einsetzung einer Enquete „Vorsorge zum Schutz der Erdatmosphäre“

    Wie hieß der Typ nochmal….achso……Reiner Zufall.
    H.E.

  68. @ Bibliothekar #66

    mit so einer fatalistischen Grundhaltung kann man die Ökologisten ja nicht einmal zum Mensch-Ärger-Dich-Nicht-Turnier herausfordern.

    Genau. Ich zweifle ernsthaft an Fähigkeit der Diskutanten bei Analysen sich einer neutrale Haltung zu bemühen. Die Schlussfolgerungen beruhen schon auf einer falschen Analyse. Wenn ich so was lese wie:

    Wenn man also den Staat nicht an die Karre gepisst hat…..ließ man uns privat in Ruhe.

    der verkennt, lieber Heinz, dass der Staat sich in alles eingemischt hat. Man durfte nicht lesen was man lesen wollten, nicht die Bücher haben die man haben möchte, nicht die Filme schauen die man schauen möchte, nicht reisen wohin man reisen möchte, seine Kinder nicht erziehen wie man sie erziehen möchte und vom kaufen wollen wir gar nicht reden. Aber abgesehen davon, hat einen der Staat natürlich in Ruhe gelassen. Um ehrlich zu sein, ich muss mich ganz schön fremdschämen bei derartigen stupiden Äußerungen.

  69. @All
    STOP…….ick zieh die Notbremse.
    Da ick gerade wieder mal dabei bin mich in eine Thematik zu verennen, dat mit viel zu vielen Fallstricken, Tretmienen und Fettnäpfchen gespickt ist………und ich kurz davor bin mich um Kopf und Kragen zu schreiben…..verlasse ich diesen Thread.
    Sorry…..is besser so für alle Beteiligten
    H.E.

  70. Wie war das noch mal mit diesen Ideologien wie Faschismus oder Kommunismus….der „neue“ wird nicht sagen…ich bin der Faschismus/Kommunismus, sondern er wird Schritt für Schritt eines Tages und für dann ALLE wieder mal überraschend über Nacht neben dir im Bett aufwachen.

  71. Ups……einen hab ick noch……..den ich aber nicht weiter kommentieren werde, sondern nur den werten Anwesenden zur Ansicht gebe.

    Die Intoleranz der Toleranten

    „Toleranz“ ist zum politischen Kampfbegriff der Regierenden und zum Einfallstor bestimmter Lobbygruppen und Ideologien geworden. Bundeswehrsoldaten zum Beispiel darf man weiter nach Belieben diskriminieren.

    In Brüssel hat außerdem ein “European Council on Tolerance and Reconciliation”, dem zahlreiche verdiente Ex-Präsidenten, Ex-Regierungschefs und Ex-Minister angehören, dem EU-Parlamentspräsidenten Martin Schultz einen Entwurf eines „Model National Statute for the Promotion of Tolerance“ eingereicht.Dieser Entwurf, nach dem „Anti-Feminismus“ genauso bekämpft werden soll wie Rassismus und Antisemitismus……….

    H.E.

  72. @Heinz

    nicht kneifen. Für Gefühle kann man nichts, wenn man die Vergangenheit verklärt ist das manchmal auch ok.
    denk einfach noch mal darüber nach. Ich erzähl auch manchmal wie viel Spaß wir bei der Bundeswehr hatten,
    weiß aber, dass es meistens sehr tröge war.

    Aber aus dem Bild von Quentin und Dir wird schon ein Bild einer Diktatur.

    Was ihr beschreibt über die DDR ist in meinem Weltbild ein entmündigter Bürger der seine Meinung nicht sagen darf, dafür aber vom Staat in Ruhe gelassen wurde, wenn er sich auch noch brav eingeschränkt und arrangiert hat.

    Genau das ist das Bild einer Diktatur die ich in der Bundesrepublik nicht will und vor der uns nur unser Grundgesetz schützt. Deshalb gilt es die „elitäre Anmaßung“ zu bekämpfen.

    Grüße
    Günter

  73. Man durfte nicht lesen was man lesen wollten, nicht die Bücher haben die man haben möchte, nicht die Filme schauen die man schauen möchte, nicht reisen wohin man reisen möchte, seine Kinder nicht erziehen wie man sie erziehen möchte und vom kaufen wollen wir gar nicht reden. Aber abgesehen davon, hat einen der Staat natürlich in Ruhe gelassen. Um ehrlich zu sein, ich muss mich ganz schön fremdschämen bei derartigen stupiden Äußerungen.

    Diese Analyse ist aus meiner Sicht erschreckend richtig, erschreckend deshalb, weil diese Dinge gern vergessen werden.
    Warscheinlich unbewusst, je mehr der zeitliche Abstand zunimmt. In der jetzigen Situation sind diese selbstverständlich, sie werden nicht als besonderes Gut wahrgenommen. Nach dem Erinnern und dem sachlichen analysieren an die „gute alte Zeit“ kommt auch wieder Klarheit in die Gedanken.

  74. @Günter
    Ich kneife aus mehreren Gründen….
    1.) Es ist Quentins Artikel………….
    2.) Ich kann das Thema DDR nicht mit den nötigen emotionalen Abstand abhandeln, wie ich es in letzter Zeit oft schon schaffe.
    3.) Ich habe leider nicht die Wortgewandheit eines Quentin, Günter oder Peter…..um meine Erinnerungen und Gefühle in passende Worte zu kleiden, ohne gleich wieder missverstanden zu werden.
    4.) es kotzt mich an, das schon wieder der Sieger die Geschichtsbücher schreibt
    5.) Es wird vergessen, das im Zuge des kalten Krieges 2 deutsche Staaten die Front bildeten…..weswegen einige Massnahmen der DDR-Tattergreise, im Auftrag des Kremels eben so liefen, wie sie liefen
    6.) Ich hab prinzipiell etwas dagegen, wenn mir jemand meine Vergangenheit erklären will, der weit ab vom Schuss war.

    Und ja……..hiermit habe im mich mal wieder endgültig unbeliebt gemacht……sorry.
    H.E.

  75. Es ist vielleicht viel einfacher, lieber Heinz. Die DDR war für viele Heimat, mit all den Gefühlen die nun mal mit Heimat verbunden sind. Die Heimat ist jetzt weg, damit muss man erst mal fertig werden. Ich verstehe ja deine Reaktionen und deine Gefühle (im übrigen verstehe ich auch die Reaktionen und Gefühle von Klimaschützern etc.). Und eigentlich hat das hat das sogar mit dem Artikel zu tun, weil es deutlich macht, wie sich Kulturen unter bestimmten Ideologien verändern, bis hin zu den Werten der einzelnen Individuen (Stufe 3). Heimat hat auch sehr viel mit Kultur zu tun, und auch wenn es den Ort noch gibt und man sich noch dort befindet (im Gegensatz zu Vertriebenen), so ist die Heimat dennoch nicht mehr da, weil es die Kultur nicht mehr gibt. Das ist der Nachteil von Revolutionen.

  76. Lieber Heinz, ich möchte mich für die Verwendung des Wortes stupid entschuldigen. Das Thema DDR erweckt bei mir eben auch Emotionen.

  77. @Quentin
    Ok…..die Wahrheit liegt wohl irgendwo in der Mitte……..vllt steckt auch noch zu viel Wut in mir, die mit den Nachwendezeiten und den Ausverkauf zusammenhängen.
    Im Prinzip bin ich im real existierenden Sozialismus sozialisiert worden…..meine Eltern waren Atheisten, mein Vater in der Partei…..als guter Schüler standen mir viele Wege offen……….trotz einiger Einschränkungen hab ich mich wohl gefühlt und bin erst kurz vor dem Ende der DDR mit der Staatsmacht zusammengerasselt. Ick bin das personifizierte Beispiel dafür, wie weit sich ein Individuum an den gegeben Umständen anpassen kann.
    Diese Erfahrung und dessen Nachwirkung hat mich ja zum größten Kritiker des Ökologismus werden lassen…….wo die Umerziehung nun auch schon im Kindergarten anfängt und der gesamte Staatsapperat von der Ideologie durchdrungen ist.

    Ähm……warum sollte mich das Verbot eines Buches jucken, von dessen Existenz ick nich mal was wusste?

    Oder………warum sind in der heutigen Bundesrepublik viele Bücher auch verboten?
    http://www.welt.de/kultur/article1618761/Pornos-Nazis-Biller-Buecher-auf-dem-Index.html

    Bisweilen hasse ick es, ein Skeptiker zu sein……man denkt einfach zu viel nach.
    MfG
    Heinz Eng

  78. @Quentin
    Du musst Dich hier für garnix entschuldigen……….denn Emotionen sind menschlich……und ein böses Wort schnell mal gedankenlos in die Runde geworfen…….kann passieren, manchmal können Diskussionen etwas härter werden, solange man es aber schafft noch rechtzeitig die Notbremse zu ziehen, kann die Sache ja nicht ausarten.

    Immer im Hinterkopp behalten…….Onkel Heinz is Choleriker und will viel zu oft mit dem Kopp durch die Wand, wenn er meint, das Recht auf seiner Seite zu haben.
    MfG
    Onkel Heinz…………..der Pitbull lauert immer auf den Augenblick, aus den Zwinger aus zu brechen .

  79. @ Heinz

    wo die Umerziehung nun auch schon im Kindergarten anfängt und der gesamte Staatsapperat von der Ideologie durchdrungen ist.

    Das ist doch pure Paranoia. Natürlich gibt es immer wieder mal Bestrebungen in Kindergärten oder Grundschulen Einfluss auf die Bälger zu nehmen, doch erstens ist sowas sowieso ein Schuss in den Ofen, zweitens kann ich als Betroffener (in habe Kinder bis letztes Jahr im Kindergarten gehabt, und nächstes Jahr kommt ein weiteres in den Kindergarten) und kann diese Darstellung überhaupt nicht bestätigen. Und selbst wenn es so wäre, die Eltern haben dann immer noch die Möglichkeit zu intervenieren. Lehrer und Kindergärtner sind doch sowieso schon verunsichert weil Eltern gerne die Schuld bei denen abladen, wenn irgendwas beim Nachwuchs nicht stimmt.

    Wenn ich dann daran denke, wie es in der DDR im Kindergarten zugegangen ist, na dann gute Nacht. Ich erinnere mich da an so schöne Wettbewerbe wie: „Wir malen einen T64“ und der ganze Kindergarten hing dann voll mit gemalten sowjetischen Panzern. Wer dadagen interveniert hätte, musste damit rechnen dass „Horch und Guck“ auf ihn aufmerksam wird.

    Nein, wir müssen schon die Kirche im Dorf lassen.

  80. @Quentin
    Ich geb auf….weiße Flagge……da ich keine eigenen Kinder habe.

    AfD fordert Rücknahme des »Bildungsplan 2015«

    Der Bildungsplan 2015 sieht vor, Schülern verschiedene Formen des Zusammenlebens von/mit Lesben, Schwulen,Bisexuellen, Transgender, Transsexuellen und Intersexuellen (genannt LSBTTI) zu vermitteln. Zudem sollen Schüler verstärkt zur Reflexion ihrer eigenen sexuellen Orientierung und Identität angeregt werden und lernen »erlebtes Geschlecht, biologisches Geschlecht, soziales Geschlecht und juristisch zugeschriebenes Geschlecht« zu unterscheiden.

    H.E.

  81. Lieber Heinz,

    dir gelingt es nicht immer, das Wunschprogramm Einzelner oder einzelner Gruppen von der beschlossenen Bundespolitik zu trennen. Selbst auf Landes- oder kommunaler Ebene wird nicht jeder fromme Wunsch umgesetzt. Am Ende bleiben meist nur kurzlebige Vogelscheuchen übrig, vor denen sich niemand fürchten muß. Kampagnien kommen höchsten Regional in die Einrichtungen und nicht flächendeckend aus den Einrichtungen.

    Was aber die Staats- und Parteiführung in der DDR beschloß und wo man nicht groß um seine Meinung gebeten wurde, das hatte sofort Beschlußkraft und zwar auf Dauer. Die Kindergärtnerin, der Lehrer, der Gewerkschafter und der Genosse am Arbeitsplatz waren dann dafür persönlich verantwortlich, daß es jeder verstehen mußte.

    Beste Grüße B.

  82. 17. März 2013 12:06
    Süddeutsche Zeitung für Kinder Angst, die antreibt

    Die Kinder von damals, deren Eltern so viel über ihre Angst gesprochen hatten, sind heute erwachsen. Sie erinnern sich mit Grauen daran, wie es war, als Kind Angst zu haben vor Gift, radioaktiver Strahlung und davor, dass der Wald stirbt. Sie lassen sich nicht mehr so leicht aufregen. Und sie wollen ihren Kinder keine Angst machen. Deswegen reden heutige Erwachsene mit ihren Kindern oft zu wenig über solche Sachen.

  83. Die Kinder von damals, die nun erwachsen sind, hatten Eltern, die als Kinder Armaggedon fürchteten, den finalen thermonuklearen Krieg.
    Alles, was danach kam, waren Pseudoängste von Hysterikern und die wurden noch vor 20 Jahren nur von einer kleinen Minderheit gehegt (und heute eigentlich, wenn man das Propagandagetöse weglässt, ist es immer noch nur eine kleine Minderheit).

    Vielleicht sollte man den jungen Menschen heute mal klar machen, was es bedeutet hat, mit Panzern aufzuwachsen und Reforger-Manövern und dem Gefühl, eine Zielscheibe für die SS 20 zu sein (In der DDR natürlich dito für die Pershing) und zu wissen, dass nur hundert Kilometer entfernt russische Garde-Panzerdivisionen in Stellung waren, hinter einer Grenze, die genau so mörderisch wirkte, wie sie war. Kann man heute an den Museumsrelikten gar nicht mehr nachvollziehen, wie unheimlich das war…

  84. @Heinz Eng #80

    Der Bildungsplan 2015 sieht vor, Schülern verschiedene Formen des Zusammenlebens von/mit Lesben, Schwulen,Bisexuellen, Transgender, Transsexuellen und Intersexuellen (genannt LSBTTI) zu vermitteln. Zudem sollen Schüler verstärkt zur Reflexion ihrer eigenen sexuellen Orientierung und Identität angeregt werden und lernen »erlebtes Geschlecht, biologisches Geschlecht, soziales Geschlecht und juristisch zugeschriebenes Geschlecht« zu unterscheiden.

    Sollen sie nur machen. Nach meiner Erfahrung gibt es kein besseres Mittel, das Interesse von Kindern an einem Gegenstand nachhaltig abzutöten, als ihn zum Pflichtfach in der Schule zu machen. 😉

  85. @Tritium #83

    Vielleicht sollte man den jungen Menschen heute mal klar machen, was es bedeutet hat, mit Panzern aufzuwachsen und Reforger-Manövern und dem Gefühl, eine Zielscheibe für die SS 20 zu sein (In der DDR natürlich dito für die Pershing) und zu wissen, dass nur hundert Kilometer entfernt russische Garde-Panzerdivisionen in Stellung waren, hinter einer Grenze, die genau so mörderisch wirkte, wie sie war.

    Stimmt ganz genau. Es würde mich einmal interessieren, ob der Kalte Krieg und sein Ende in den Schulen thematisiert wird, und wenn ja, wie. Was war das für ein aufregendes und befreiendes Gefühl damals 89/90, für einen Moment sah die Zukunft wirklich besser aus.

    Die künstlich hochgeredeten Weltuntergangszenarios seither wirken da ein bißchen wie Ersatzhandlungen, eine psychologische Reaktion auf diese schwer faßbare Befreiung vom dauernd drückenden Gefühl realer Bedrohung, so nach dem Motto: da muß doch ein dickes Ende kommen!

    Aber jetzt haben wir eigentlich schon seit ein paar Jahren genug wirkliche Probleme (u.a. die Währungszeitbombe, deren Lunte im Hintergrund der vorgeschobenen Ersatzprobleme munter vor sich hinbrennt), so daß das Gefühl übertriebener Sicherheit sich doch gar nicht mehr einstellen dürfte.

  86. @Heinz

    Ok…..die Wahrheit liegt wohl irgendwo in der Mitte

    Sorry, aber aus meiner Sicht gibt es zwischen der DDR und der Bundesrepublik Deutschland keine Mitte.
    Das ist ja genau das was die Linken versuchen, so zu tun als könnte man da einen Kompromiss eingehen.
    Demokratischer Sozialismus gefällig oder die DDR 2.0 nur ein bisschen besser machen. Ohne mich.

    Nein, es gibt keinen Kompromiss zwischen Diktatur und Demokratie.

    Eine Diktatur nimmt ihren Bürgern Freiheit und Verantwortung egal in welcher Schattierung.

    Eine Demokratie gibt ihren Bürgern Freiheit, um den Preis der Verantwortung. Beides sollten wir gerne nehmen.
    Die Freiheit verantwortlich zu gestalten ist aber unbequem und wir sehen ja gerade, dass es einem nicht immer gefällt, was das imperative Mandat so alles mit sich bringt.

    Die DDR war eine Diktatur. Die Bundesrepublik ist eine Demokratie.
    Dazwischen ist eine Mauer und die wurde nur in Richtung Westen gebraucht.

    Grüße
    Günter

  87. Der Bildungsplan 2015 sieht vor, Schülern verschiedene Formen des Zusammenlebens von/mit Lesben, Schwulen,Bisexuellen, Transgender, Transsexuellen und Intersexuellen (genannt LSBTTI) zu vermitteln.

    Find ich in Ordnung. Wenn die AfD dagegen ist, hab ich die Falschen gewählt.

    @Fluminist #84

    Sollen sie nur machen. Nach meiner Erfahrung gibt es kein besseres Mittel, das Interesse von Kindern an einem Gegenstand nachhaltig abzutöten, als ihn zum Pflichtfach in der Schule zu machen.

    Sexuelle Ausrichtung kann man weder erlernen noch verlernen, das wissen der Ersteller des Lehrplans sicher auch. Was dort gelernt werden soll ist, dass Schwule & Lesben normal sind und nicht gedisst gehören. Da die Intoleranz unter Jugendlichen wieder zuzunehmen scheint, ein richtiges Ziel.

  88. @ Günter Heß #86

    Nein, es gibt keinen Kompromiss zwischen Diktatur und Demokratie.

    Eine Diktatur nimmt ihren Bürgern Freiheit und Verantwortung egal in welcher Schattierung.

    Eine Demokratie gibt ihren Bürgern Freiheit, um den Preis der Verantwortung. Beides sollten wir gerne nehmen.
    Die Freiheit verantwortlich zu gestalten ist aber unbequem und wir sehen ja gerade, dass es einem nicht immer gefällt, was das imperative Mandat so alles mit sich bringt.

    Ausgezeichnet auf den Punkt gebracht. Diese treffende und knappe Grundunterscheidung zwischen Diktatur und Demokratie werde ich mir gut merken.

    Beste Grüße B.

  89. @Bibliothekar

    Ja, danke. Ich finde eben wir vergessen das zu häufig

  90. @ Fluminist:

    Es würde mich einmal interessieren, ob der Kalte Krieg und sein Ende in den Schulen thematisiert wird, und wenn ja, wie

    Kann ich beantworten: Nein, nicht wirklich und wenn, dann ungenügend.
    Woher ich das weiss?
    Wie viele Gorbatschow-Denkmäler gibt es in Deutschland?
    Wie viele Strassen wurden nach ihm benannt?

    Oder, um die Wiedervereinigung und Souveränität zu thematisieren: Wie viele Ehrungen bekam Präsident George H. W. Bush sen. für seine entscheidende Intervention zugunsten des deutschen Wunschs gegen den strikten Willen von Frau Thatcher, Herrn Mitterand und selbst Herrn Gorbatschow, von denen vor allem unsere französischen und britischen ‚Freunde‘ mit nahezu allen Mitteln versuchten, die deutsche Teilung fortzuschreiben?

    So weit ich weiss, gibt es nur ein einziges Denkmal, das dieser Zeit und den Personen gerecht wird, In Berlin. Doch das ist vom pöhsen Springer-Konzern gestiftet, nicht vom Deutschen Volk.
    Es steht an der Rudi-Dutschke-Strasse. Eine Michail-Gorbatschow-Strasse gibt es nicht.
    Naja, Berlin hat sich wenigstens dazu durchgerungen, ihn zum Ehrenbürger zu machen; da darf er umsonst S-Bahn fahren. Für einen Orden hat’s schon nicht mehr gereicht.

  91. #90

    Wie viele Gorbatschow-Denkmäler gibt es in Deutschland?
    Wie viele Strassen wurden nach ihm benannt?

    Der gute Mann lebt noch. Es ist bei uns nicht üblich, Straßen nach Lebenden zu benennen. Es sei ihm ein langes Leben gewünscht, aber wenn er mal tot ist wird es in Deutschland allerorten Gorbatschow-Straßen hageln, soviel ist mal sicher. Er ist derweil mit einigen der höchsten Orden der Bundesrepublik geehrt worden und wird zu allen runden Jubiläen des Mauerfalls als wichtigster Gast eingeladen.

    Eine Michail-Gorbatschow-Strasse gibt es nicht.

    Aber Wodka Gorbatschow!

    Für einen Orden hat’s schon nicht mehr gereicht.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Michail_Sergejewitsch_Gorbatschow#Ehrungen_und_Auszeichnungen

  92. @ Anorak:

    Touché -- Das Großkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik wusste ich nicht. Der ist angemessen.

  93. Jedoch:
    Es gibt sowohl eine Dr-Helmut-Kohl-Strasse als auch mehrere Helmut-Schmidt-Strassen und letzterer gab sogar einer Universität seinen Namen.
    Nicht dass ich das den beiden nicht gönne…

  94. Ja ne is klar….Friede, Freude, Eierkuchen.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Rosenholz-Dateien

    In der Wendezeit gelangten die Dateien unter nicht genau geklärten Umständen in die Hände der CIA.
    Laut den Annalen des damaligen Moskauer CIA-Stationschefs Milton Bearden wurden die Rosenholz-Dateien nicht bei der Erstürmung des Ministeriums für Staatssicherheit am 15. Januar 1990 erbeutet. Vielmehr wurde erst auf Anfrage des damaligen US-Präsidenten George H. W. Bush an den CIA-Chef das Berliner CIA-Büro in Aktion versetzt.
    Die nach der Wende von der CIA beschafften Mikrofilme der Agentenkartei der DDR-Spionageabteilung HVA stammen nach Aussagen ehemaliger CIA-Agenten von einem KGB-Offizier. So soll ein Mitarbeiter des amerikanischen Geheimdienstes Kontakt mit ihm aufgenommen haben. Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel berichtete, der KGB-Mann habe sich 1992 bei einer US-Botschaft in Osteuropa gemeldet und eine schlechte, aber noch lesbare Kopie der Mikrofilme zum Kauf angeboten, für die er 75.000 US-Dollar bekommen hätte.[2]
    Eine Theorie besagt, dass im Dezember 1989 der HVA-Oberstleutnant Rainer Hemmann den Befehl erhielt, die mikroverfilmte Aktendatei nach Berlin-Karlshorst zu transportieren, um sie dort dem KGB-Verbindungsoffizier Alexander Prinzipalow auszuhändigen, da man einst der Auffassung gewesen sei, nur in der kommunistischen Sowjetunion eine sichere Verwahrung gewährleisten zu können. Dieses stellte sich jedoch schon bald als Fehleinschätzung heraus, denn ein CIA-Mitarbeiter hatte schon recht bald Kontakt mit dem in Ost-Berlin stationierten KGB-Obristen Alexander Sjubenko geknüpft. Dieser wiederum stellte den Kontakt zwischen Prinzipalow, dem CIA-Mitarbeiter und einem weiteren KGB-General her. Diese drei Geheimdienstmitarbeiter schafften die Mikrofilme während der Wirrungen, die durch den Zusammenbruch der Sowjetunion entstanden, im Sommer 1992 in die USA.
    Sjubenko und Prinzipalow starben bald darauf unter mysteriösen Umständen. Die Washington Post feierte die CIA-Operation damals als größten Geheimdienst-Coup seit Beginn des Kalten Krieges.[3]
    Nachdem die Bestände zunächst nur in den USA ausgewertet wurden, geschah dies auch in anderen Ländern.

    Manchmal denke ich, ick bin im falschen Film.
    H.E.

  95. Und ja…….dies war keine „Wiedervereinigung“ sondern die Aufnahme von 5 Bundesländern in die Alt-BRD.

    http://www.uni-leipzig.de/~hagen/Zeitzeugen/zz160.htm

    Für mich ergibt sich in diesem Zusammenhang die Frage, hatte H. Kohl keine Ahnung von dem was er sagte oder hat er die Menschen in Deutschland bewusst getäuscht? Zur gleichen Zeit, als der Kanzler seine blühenden Landschaften verkündete, lies er von der Treuhand in Ostdeutschland die Industriebetriebe (Korsettstangen jeder Wirtschaft) abwickeln. Das Ergebnis schilderte Walter Romberg, Finanzminister in der DDR-Regierung unter Premier Lothar de Maiziere so: „Heute sind 85 Prozent des ostdeutschen Industrievermögens (inklusive Immobilien, d.V.) in westdeutschen Händen, nur fünf Prozent sind ostdeutsch geblieben, der Rest ist in ausländischer Hand. Ich würde den Staatsvertrag zur Wirtschafts- und Währungsunion nicht wieder unterzeichnen, wenn er nicht mit einem Industriestruktur-Anpassungsprogramm verbunden wäre.“ (6)

    Falls es jemand überhaupt interessiert, warum sich Onkel Heinz so angepisst fühlt……der Osten wurde verschachert wie Billigheimer ……..und die Folgen, besonders die Grundstücksfragen, spüren wir noch heute….aber die Demokratie wirds schon richten, nachdem sich die üblich Verdächtigen janz toll die Taschen gefüllt haben.
    Sorry, aus eigenen Erleben kann ick erzählen, wie die Heuschrecken sich hier ausgetobt haben…am und mit den so-genannten „Volkseigentum“.
    Blender im Anzug……..denn wir Ossis waren ja sowieso zu nix in der Lage……uns musste man erstmal beibringen, wie man richtig arbeitet.
    Wenn ick darüber so nachdenke….sind die Gräben immer noch da.
    H.E.

  96. Also Heinz,

    so was wie ‚Rosenholz‘ ist ja nun wirklich normal.

    SELBSTVERSTÄNDLICH nutzt man jede Gelegenheit, ‚Gewinn‘ zu machen. So kam z.B. Wernher v. Braun in die USA und an die Spitze der NASA.

    Ich seh‘ das so:
    Der Kalte Krieg‘ war ein KRIEG -- ganz nebenbei: Er hat Millionen Todesopfer gefordert, z. B. in Vietnam.
    Inter armes silent leges -- Im Krieg schweigen die Gesetze und der Sieger nimmt den Preis.

    Und was die Motive betrifft:
    Natürlich wollte Gorbatschow was ganz anderes, eine reformierte und noch stärkere Sowjetunion. Doch er war klug und erkannte die Zeichen der Zeit („Wer zu spät kommt….“)
    Und natürlich wollte Präsident Bush ein starkes dankbares Deutschland, weil es für die USA nützlich war, sich mit der stärksten Wirtschaftsmacht in Westeuropa zu verbünden und er ist deshalb den ehemaligen Alliierten in die Parade gefahren.
    Na und?
    Wir bekamen die Vereinigung -- Nur das zählt!

    Ich ehre die beiden nicht als gutmenschliche Wohltäter, sondern als kluge und rationale Pragmatiker.
    Pragmatiker sind berechenbar und zuverlässig. Gutmenschen sind gefährlich und extremistisch.

  97. @Tritium
    Ok…….wie würdest Du Dich fühlen, wenn Du als blöde Wurst bezeichnet wirst?
    Wie würdest Du Dich fühlen, wenn Du unter primitivsten Bedingungen, ohne irgendwelche Ersatzteile zu bekommen, doch irgendwie schaffst Dein VEB am Laufen zu halten?
    Wie würdest Du Dich fühlen, wenn die gesamte ostdeutsche Energieversorgung unter den Alt-Konzernen der Wessis aufgeteilt werden, wie Beute nach einen Raubzug?
    Wie würdest Du Dich fühlen, wenn der West-Geschäftsführer bei seiner Antrittsrede davon schwafelt, das man jetzt dem gemeinen Ossi erstmal das Arbeiten beibringen muss?
    Wie würdest Du Dich fühlen, wenn man Deinen volkseigenen Betrieb für eine D-Mark verscherbelt …….irgendwelche Arbeitsplatzgarantien abgibt…..und innerhalb eines Monats die Maschinen verkauft, die Immobilie verkauft und sich mit der Knete irgendwo ins Ausland verkrümelt…..ohne strafrechtlich belangt zu werden?

    Langsam fält mir wieder alles ein….warum ick beim Gedanken an die Treuhandanstalt des öfteren Wutanfälle bekomme.
    Lustig ist ja nur, das sich Deutschland rühmen kann die CO2-Einsparungen fast geschafft zu haben….nachdem Neuland komplett deindustrialisiert wurde.
    Autsch….bei diesem Thema liegen meine Nerven blank….sorry.
    H.E.

  98. #95

    Für mich ergibt sich in diesem Zusammenhang die Frage, hatte H. Kohl keine Ahnung von dem was er sagte oder hat er die Menschen in Deutschland bewusst getäuscht?

    Er hatte keine Ahnung. Kohl ist Historiker, von Volkswirtschaft versteht er nichts. Sein Rezept war „Man muss nur die Marktwirtschaft einführen und dann passiert das Wirtschaftswunder.“ Dass es dazu doch noch einiger anderer Voraussetzungen bedarf, hatte er wahrscheinlich nicht auf dem Schirm.

  99. @ Heinz #97

    Du spricht über Kränkungen und machst eine Gesellschaft (die Westdeutsche) dafür verantwortlich, dass einzelne aus dieser Gesellschaft Dich gekränkt haben und meinst dabei, es läge am System. Vom Einzelnen auf die Gesamtheit zu schließen ist eine weit verbreitete gedankliche Fehlleistung: Mein Postbote ist ein Dieb -- alle Postboten sind Diebe -- die Post ist eine kriminelle Vereinigung.

  100. @Heinz

    Ja ist schon klar.
    Kohl und deMaziere haben eine Entscheidung getroffen und damit fuhr der Zug los. Ich hatte nicht den Eindruck, dass die Menschen in der DDR damals was anderes wollten.
    Und sind etwa keine blühenden Landschaften entstanden? Schau Dir einfach Berlin, Dresden, Leipzig, Jena, Erfurt, etc heute an. Schau Dir die Häuser und den Fuhrpark an der heute so auf den Straßen steht.
    Die Luft, der Boden und die Gewässer sind sauberer als früher.
    Die Menschen sind frei und können sich beteiligen, sieht man ja an der Angie.

    Grüße
    Günter

  101. @All
    Gekränkt….ach nöö……..ick bin ja nur böser Einzelfall….und alle 4 Jahre wundert ihr Euch, warum der Osten Rot wählt!.
    Blühende Landschaften….meint ihr die Mais und Rapsfelder oder die Windspargel?
    Und weil es uns Ossis so prima geht…..

    Die Einwohnerzahl der neuen Länder ist seit 1990 um etwa zwei Millionen zurückgegangen, da etwa drei Millionen das Gebiet der ehemaligen DDR verlassen haben und etwa eine Million vorwiegend aus der Alt-Bundesrepublik zugewandert sind. Die Zahl der Zugewanderten aus Westdeutschland beinhaltet in großem Maße auch ostdeutsche Rückkehrer, die nur vorübergehend in den alten Bundesländern gelebt haben.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Neue_Länder
    Wandern wir halt der Arbeit hinterher…………..und weil hier ja trotzdem noch ein paar Ossis Arbeit haben, kommen dann die Grünen und demonstrieren gegen die Braunkohle…….klimafeindlich mit Bussen angekarrt.

    Is klar…wo keine Industrie mehr die Flüsse versauen kann…gibbet natürlich am Ende auch sauberes Wasser….und Luft.
    Dresden..Berlin..Leipzig…..cool…dann fahrt mal über die Dörfer……und dann redet nochmals über die blühenden Landschaften…..ich kanns nich mehr hören.
    Gekränkt…ok, einen einzelnen Westidioten hätte ich ja noch verkraften können……aber das ein ostdeutscher Unternehmer keinen Kredit bekommen hat um seine Bude wieder fit zu machen……und ein Schlipsträger ohne jegliche Referenzen diese kaufen durfte….das waren ja nur Einzelfälle……ach hört doch uff.
    1989 waren eure Schrottplätze leer, weil die ollen Karren allesamt im Osten für Schweinegeld verscherbelt wurden……bis dann auch bei uns der TÜV Einzug hielt.
    Und ja, ick bin anpassungsfähig…ich hab mich auch mit den neuen Bedingungen arrangiert………das aber West-Beamten Buschgeld bezahlt wurde, damit sie den primitiven Osten bürokratisch in die Reihe kriegen, vergess ich bis an mein Lebensende nicht mehr.
    Und siehe da….plötzlich hatte der Osten Schulden ohne Ende…..fragt mal die örtlichen Wohnungsbaugesellschaften….die bis heute noch die Altschulden abstottern……was die davon halten.

    Es gibt wohl heute noch Wessis, die es ablehnen mal den Osten zu besuchen……es gibt heute noch Wessis, die sich wundern, das es im Spreewald schon elektrischen Strom gibt……und es gibt in den Westgebieten, wo die 2 Millionen Ossis eingewandert sind noch heute Menschen, die auf die Billigkonkurrenz nicht gut zu sprechen ist.

    Und ja,ich bin bescheiden, geb mich mit meinen Lohn zufrieden und versuch irgendwie über die Runden zu kommen, weil ick eh nix an der Gesamtsituation ändern kann…….aber ick lass mich ungern für Dumm verkaufen.
    Autsch….is wohl irgendwie meine Meckerwoche………und Quentin, irgendwie hast Du recht mit deiner „Kultur-These“ samt Heimat.
    H.E.

  102. So…..und nun wieder ein brutaler Schwenk, weg vom Osten, hin zum Ökologismus.

    Wir kennen ja alle die Thesen……wir sollen Energie sparen um das Klima zu retten, wir sollen weniger Fleisch essen um das Klima zu retten, wir sollen nebenbei auch noch spenden für die Ärmsten auf der Welt, Wasser sparen, damit im Süden keine Dürre kommt…..wir, wir, wir…..kleinen Bundesbürger, sollen klein bleiben, bescheiden leben, nicht aufzucken und artig alle 4 Jahre unser Kreuzerle machen, damit die Illusion der Demokratie aufrecht erhalten werden kann……

    Und dann muss man sowas lesen……….

    Ein Prozent der Menschheit besitzt Hälfte des weltweiten Reichtums

    Diese ärmere Hälfte der Weltbevölkerung verfügt über genauso viel, wie die reichsten 85 Menschen haben.
    „Es ist niederschmetternd, dass im 21. Jahrhundert die Hälfte der Bevölkerung -- das sind dreieinhalb Milliarden Menschen -- nicht mehr hat als diese Mini-Elite, die gemeinsam locker in einen Doppeldeckerbus passen würde“, zitiert der „Guardian“ die Oxfam-Geschäftsführerin Winnie Byanyima.

    Ick will hier keine Neiddebatte lostreten, um Himmels willen…….aber wenn ich Summen höre, die weit über jede Vorstellungskraft liegen……110 Billionen Dollar…=….110.000 Milliarden……mit denen man logger die Welt umkrempeln könnte…….und mir dann das verlogene Gebrabbel der Ökologisten anhören muss, das ich doch bitte schön den Gürtel enger schnallen soll…….dann geht mir einfach mal der Hut hoch.
    Bemerkenswert ist noch folgender Satz….

    Eine Umfrage in sechs Ländern habe zudem ergeben, dass ein Großteil der Bevölkerung glaubt, Gesetze würden zugunsten der Reichen verzerrt. Befragt wurden Menschen in Spanien, Brasilien, Indien, Südafrika, Großbritannien und den USA.

    Den lass ick jetzt einfach mal janz fies unkommentiert………

    H.E.

  103. @All
    Man sollte doch einfach mal zur Kenntnis nehmen, dass eine Freie Marktwirtschaft und die Freiheit des Menschen die Basis für Wohlstand (Soziale Lebensweise) ist. Und das eine Ideologie, egal ob diese jetzt im Gewand des Faschismus, Kommunismus oder Ökologismus daherkommt, das genaue Gegenteil von Freiheit und Wohlstand (Soziale Lebensweise) ist.
    Die Basis der Ideologie ist das Diktat nur bestimmte Sachen anzubieten und nachzufragen.
    Die Basis für die freie Marktwirtschaft ist die Freiheit und die Eigenverantwortung des Menschen von Angebot und Nachfrage.
    Und der schwierigste Weg ist dieser, der zwischen einer Ideologie und freien Marktwirtschaft verläuft. Denn nicht alles was vermarktbar ist (freie Marktwirtschaft) sollte auch vermarktet werden. Stichwort Menschen-Kinder Sklaverei.

  104. @Heinz Eng #97

    Langsam fält mir wieder alles ein….warum ick beim Gedanken an die Treuhandanstalt des öfteren Wutanfälle bekomme.

    Heinz, damit Du Dich nicht so allein fühlst: ich komme zwar aus dem Westen (genauer gesagt: Süden) und habe überhaupt nichts gegen Kapitalismus, aber was bei der Abwicklung der DDR-Wirtschaft abgegangen ist, hat mich damals auch sehr schockiert und geärgert. Freilich, manches war unrettbar abgewirtschaftet (Leuna z.B.), aber es gab auch anderes. Beispielsweise war die DDR-Buchproduktion qualitativ der westdeutschen mindestens ebenbürtig und hätte sich unabhängig erhalten und entwickeln können; da haben die westdeutschen Hersteller sich per Treuhand rasch und problemlos einer ernstzunehmenden ostdeutschen Konkurrenz auf einem engen Markt entledigt. Das war schon ziemlich skandalös.
    Allein die Produktion optischer Gläser in Jena, die schon zu DDR-Zeiten Weltruf hatte, hat den Übergang wohl aufgrund ihres Alleinstellungsmerkmals einigermaßen unbeschadet überstanden.

    Das hat aber wenig mit dem Kapitalismus als solchem zu tun (also auch nichts mit DDR-Nostalgie), sondern ist ganz dem sozialistischem Regime anzulasten. Es läuft ja immer so, wenn zuerst groß verstaatlicht und dann alles wieder privatisiert wird, es kommt eben nicht der ursprüngliche Zustand dabei heraus, sondern es ergibt sich jedesmal eine Gelegenheit für skrupellose Taschen praller zu werden. Das Hin und Her von Verstaatlichung und Privatisierung ist der Atem, der die Kleptokratie am Leben erhält. Man sah das ja noch viel deutlicher in Rußland, wo ein paralleler Vorgang nicht wie im Falle der DDR im durch die BRD vorgegebenen Rahmen, sondern auf der grünen Wiese des Faustrechts stattfand, mit dem Ergebnis, daß dort ein paar Oligarchen das ganze Vermögen und das Sagen haben, während die Bevölkerungsmehrheit in die Röhre schaut.

  105. @Flumi

    Was mich aber in Hinsicht der Nachwende fast genau so stark uffregt……die Naivität und die Gutgläubigkeit der Ossis, speziell der Entscheider…….denen konnte man den letzten Dreck andrehen und die ham sich noch so drüber gefreut.

    Meine erste Lektion, die ich bitterböse lernen musste…………das jeder, absolut jeder nur an dein Geld will…..niemand hat etwas zu verschenken und um das Ziel zu erreichen, darf gelogen und betrogen werden bis der Arzt kommt.
    Die Wende-Euphorie war nach einen halben Jahr verflogen…….denn ab da schlug dann rigeros der Kapitalismus…..ähm, die Marktwirtschaft, zu.
    Ein Weltbild ist zusammengebrochen und das Neue will irgendwie kein Fuss in meine Seele fassen…..

    Ok…..zumindest was den gemeinen Wessi betrifft……hat sich das zum positiven entwickelt….denn bei diversen Seminaren und Lehrgängen ist man auf Kollegen aus ganz Deutschland getroffen….auf Augenhöhe sozusagen, die Abende waren oft sehr lustig und gewisse Leutchens, besonders die Nordlichtern und auch Bayern, waren zugänglich.
    Köln war nich so prickelnd…die heben ihre gute Laune wahrscheinlich für den Karneval auf und die Dauerfehde mit Düsseldorf zeigte teils groteske Züge.
    Hihi…….ick hätte fast mal ein Alt in einer Kölner Kneipe bestellt……hab mich dann aber doch nicht getraut.
    Onkel Heinz……..differenter Menschenfreund

  106. @ Heinz

    Ein Weltbild ist zusammengebrochen und das Neue will irgendwie kein Fuss in meine Seele fassen…..

    Aber wie konnte sich denn überhaupt ein derartiges Weltbild entwickeln? Ich habe ja schon mehrfach darauf hingewiesen, dass durch den Verlust des Bürgertums eine Proletarierkultur entstand, die ihre eigenen Wertvorstellungen herausbildete. Deine Äußerungen Heinz, sind ja im Prinzip vergleichbar mit dem was Thierse über die Schwaben in Berlin sagte.

    Aber das ist auf der Ebene der Kultur zu sehen, dann haben wir aber noch eine andere, nämlich die des Humanismus. Der Proletarierkult ist nämlich nur scheinbar ein humanistischer, im Prinzip ist es eine Doktrin die die Werte nicht mehr dem Individuum zuordnet, sondern einer Klasse.

    Was mich aber am meisten aufregt daran, dass ist die Blindheit von Personen die diese Ossi-Proletariererkultur vertreten, dass sie blind waren und sind für individuelle, auch bürgerliche, Rechte. Leute verschwanden in Gefängnissen, eine Mauer musste gebaut werden, damit die Leute, auch die die einen Aufstieg ins Bürgertum anstrebten, im Lande gehalten werden mussten.

    Und Du sprichst von „unserem Volkseingentum“. Wenn wir uns in der DDR getroffen hätten, dann wären wir erbitterte Feinde gewesen, und ich hätte Dir die Bigotterie deines privilegierten Status vorgeworfen.

  107. @Quentin

    Und Du sprichst von „unserem Volkseingentum“. Wenn wir uns in der DDR getroffen hätten, dann wären wir erbitterte Feinde gewesen, und ich hätte Dir die Bigotterie deines privilegierten Status vorgeworfen.

    Nix für ungut……heute kann ick auch ganz herzlich über diese Sinnlosfloskel lachen…..denn viele Ossis ham das wörtlich genommen und alles aus dem Betrieb rausgeschleppt, was nicht festgebunden war…..um sich dann privat daraus ne Datsche zu bauen oder die eigenen Schweine zu füttern, die man dann für teuer Geld an die „hungernde“ Bevölkerung verscherbeln konnte.
    DDR……war in allererster Linie……sozialistischer Personenkult……und nebenbei eine Zweiklassengesellschaft (die mit und die ohne Westverwandtschaft)……denn nicht alle mussten unter Mangel leiden……denn die D-Mark hat fast alles ermöglicht.

    Weißt Du, wenn einem aufgeht, wie sehr man ideologisch verarscht wurde………wird man automatisch sauer, wenn es die nächsten Typen schon wieder versuchen……also die Ökos.

    Und……nix wird so heiß gegessen, wie es gekocht wurde……nach Feierabend hab ick die sozialistischen Parolen in den Spind gepackt und mein Ding durchgezogen……natürlich immer ein Auge drauf, dem Staat nicht allzu doll in die Quere zu kommen……….in Fachkreisen auch „Überlebensstrategie“ genannt.
    Nix anderes also, wat ick auch heute wieder mache.
    MfG
    H.E.

  108. @Heinz Eng #107
    Diese Offenheit in diesen, deinen Kommentar find ich persönlich gut. Diese Offenheit und „Mut zur Wahrheit“ sollten wir Alle (deutsche Gesellschaft) öfters leben. Dann versteht man vielleicht auch eher die Wirkung der Marktwirtschaft von freien Angebot und freier Nachfrag auf die Freiheit einer Gesellschaft.
    Das Verstehen (Seele) der Marktwirtschaft wird schon noch, Heinz. 😉

  109. das man heut zutage sowas noch zu lesen bekommt…

    „Der Glaube, dass die Welt immer schlechter wird, dass wir extreme Armut und Krankheiten nicht heilen können, ist nicht nur falsch. Er ist schädlich“, so Gates. Er würge den Fortschritt ab und mache uns blind für Gelegenheiten, die Dinge zu verbessern.