Schweizer Studie: Keine Risiken für Umwelt und Gesundheit durch Grüne Gentechnik

29. August 2012 | Von | Kategorie: Artikel, Ernährung, Gentechnik, Gesundheit, Ökologismus, Politik, Technium

Der Schweizer an sich gilt als ein äußerst besonnener Zeitgenosse. Überstürzte Reaktionen sowie unnötige Hektik sind ihm fremd. Dass an diesem stereotypen Bild so einiges stimmig ist, davon konnte man sich überzeugen, als im letzten Jahr nach Fukushima auch in der Schweiz die Kernenergie in die Kritik geriet und ein Ausstieg aus dieser Technologie beschlossen wurde. Nur, ganz anders als in Deutschland, erfolgte dieser nicht kopflos und überhastet sondern wesentlich besonnener. Nicht quasi über Nacht, sondern in einem langen Prozess bis 2034 soll dieser Ausstieg erfolgen. Genug Zeit also, um Alternativen zu entwickeln und diesen Schritt in einigen Jahren gegebenenfalls noch einmal zu überdenken.

Grüne Gentechnik polarisiert auch in der Schweiz

Ganz ähnlich verhält sich die Schweiz bei einem anderen Thema, dass ganz ähnlich wie die Kernenergie in der Lage ist, eher emotional als rational in der Öffentlichkeit diskutiert zu werden. Gemeint ist die Grüne Gentechnik.

Diese Technologie ist auch in der Schweiz alles andere als unumstritten. Weshalb die Schweizer 2005 sogar eine Volksabstimmung zu dem Thema abhielten, in der sich knapp 56% der Schweizer für ein fünfjähriges Moratorium der Grünen Gentechnik entschieden. Dieser Zeitraum sollte genutzt werden, um in einem eigens dafür eingerichteten Forschungsprogramm den Nutzen und die Risiken von genveränderten Pflanzen zu untersuchen.

Nationales Forschungsprogramm zu Risiken und Nutzen der Gentechnik

Das Nationale Forschungsprogramms „Nutzen und Risiken der Freisetzung gentechnisch veränderter Pflanzen“ (NFP 59) nahm im Dezember 2005 seine Arbeit auf und untersuchte in 30 Freilandversuchen die Auswirkung von verschiedenen transgenen Pflanzen auf Tiere, Pflanzen und die Bodenfruchtbarkeit.

Ende 2009 legte das NFP 59 dem Schweizer Parlament einen Zwischenbericht vor und kündigte an, dass die Arbeiten an dem Projekt im Jahr 2011 abgeschlossen sein würden. Daraufhin entschied das Parlament, das bestehende Moratorium noch bis 2013 zu verlängern, um vor weiteren Entscheidungen die Schlussresultate des NFP 59 abzuwarten.

Gentechnik weder Gesundheits- noch Umweltschädlich

So wie es aussieht hat das Warten sich gelohnt. Wenngleich sich auch herausgestellt hat, dass das Aussetzen der Gentechnik in der Landwirtschaft gar nicht erforderlich gewesen wäre. Die  jetzt vorgestellten Ergebnisse im Abschlussbericht des Forschungsprogramms sind nämlich eindeutig. Professor Dirk Dobbelaere, Leiter des Programms sagte in einem Interview der Schweizer Tagesschau:

„Alle Pflanzen, die zur Zeit auf dem Markt zur Verfügung stehen, da können wir sagen dass man die ohne Gefährdung der Umwelt oder Gesundheit einsetzen kann.“

Besonders die Auswirkungen von genmodifizierten Pflanzen auf die Umwelt, also auf auf symbiotisch lebende Wurzelpilze, Wildgräser, Insekten, Bodenmikroorganismen und Nachbarpflanzen, wurden in zahlreichen Versuchen von den Schweizer Forschern untersucht. Ein weiterer Schwerpunkt der Versuche im Labor, in Gewächshäusern und im Freiland war der Einfluss der untersuchten Pflanzen auf die Bodenfruchtbarkeit.

Keine Umweltrisiken unter realistischen Bedingungen

Keines dieser Forschungsprojekte konnte Umweltrisiken finden, die von der Grünen Gentechnik als solcher ausgehen. Ein Ergebnis das im Einklang mit über 1000 Studien steht, die weltweit durchgeführt und im Rahmen des NFP 59 ebenfalls ausgewertet wurden.

Die Forscher gingen dabei ebenfalls Hinweisen aus Laborversuchen nach, die auf schädliche Effekte von GVP auf Nichtzielorganismen hindeuten (zum Beispiel auf Marienkäfer). Solche Effekte ließen sich aber in Freilandversuchen unter realistischen Bedingungen nicht nachweisen.

Die Auswirkungen von GVP auf die menschliche und tierische Gesundheit wurden im Rahmen der NFP 59 Studie nicht mit eigenen Arbeiten untersucht. Das lag zum einen daran, dass in dem relativ kurzen Zeitraum von 5 Jahren keine aussagekräftigen Langzeitstudien möglich waren, und zum anderen, dass weltweit bereits sehr viele Studien zu eben diesem Thema durchgeführt wurden. Und es besteht nach Ansicht der Schweizer Forscher kein Grund zur Annahme, dass der menschliche oder der tierische Organismus in der Schweiz anders auf GVP reagiert als im Ausland.

Deshalb hat das NFP 59 eine breit angelegte Analyse der weltweit verfügbaren Fachliteratur vorgenommen. Diese Analyse widerlegt die immer wieder geäußerte Befürchtung, dass GVP ein Gesundheitsrisiko für Mensch und Tier darstellen könnten.

Unerwünschte Effekte waren Resultat mangelhafter landwirtschaftlicher Praktiken

Es konnten also nach äußerst umfangreichen Untersuchungen keine Gefahren für Mensch und Umwelt ausgemacht werden, die speziell auf den Einsatz von genveränderten Pflanzen zurückzuführen wären. Wo im Anbau von gentechnisch veränderten Nutzpflanzen unerwünschte Effekte auftreten, seien diese nicht eine Folge der Gentechnik selbst. Vielmehr wären sie auf mangelhafte landwirtschaftliche Praktiken (wie etwa Monokulturen) zurückzuführen.

Auf der anderen Seite ist nach Ansicht der Forscher der Nutzen von GVP in der Schweiz bislang relativ gering. Dies könne sich jedoch ändern, „wenn der Schädlingsdruck steigt – zum Beispiel aufgrund klimatischer Veränderungen – oder wenn gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut werden, die mehrere neue Merkmale aufweisen und denen zum Beispiel weder Herbizide oder Pflanzenschutzmittel noch gewisse Krankheitserreger etwas anhaben können.“

Schweizer Vorgehen wäre auch für Deutschland wünschenswert

Man würde sich wünschen, dass das hier gezeigte Schweizer Beispiel auch in Deutschland Schule machen würde. Dass politische Entscheidungen von so großer Tragweite, wie das Verbot von genveränderten Pflanzen, nicht aufgrund der momentanen Stimmungslage in der Bevölkerung oder durch eine mit fachfremden Entscheidern besetzte „Expertenkommison“ oder diverse Ethikräte getroffen würden.

Was die Gefährdung von Mensch und Umwelt angeht, würde eine vergleichbare Studie aller Voraussicht nach auch in Deutschland zu dem Ergebnis kommen, dass die Ängste vor dem „bösen Gen“ bei objektiver Betrachtung nicht die geringste Grundlage haben. Schließlich werden auch in Deutschland genveränderte Pflanzen seit langem angebaut. Nur sind die bisherigen Genmodifikationen nicht durch Gezielte Eingriffe vorgenommen worden, sondern wahllos und zufällig durch radioaktive Bestrahlung und durch erbgutverändernde Chemikalien. Das Verfahren nennt man Mutationszüchtung und stellt die Grundlage beinahe sämtlicher in Deutschland angebauter Kulturpflanzen dar.

Was hingegen in Deutschland anders ausfallen könnte als in der Schweiz ist die Nutzenanalyse von GVP. Denn anders als in der Schweiz haben wir in Deutschland riesige Monokulturen.Eine Entwicklung die maßgeblich getriben wird von der Subventionierung des Anbaus von Energiepflanzen zur Erzeugung von Biogas und Biosprit. Die hierdurch entstandenen Mais-Monokulturen könnten etwa durch den Anbau von sogenanntem BT-Mais, der durch gezielte genetische Veränderungen einen „eingebauten“ Schutz vor Frassfeinden besitzt, mit einem extrem verminderten Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auskommen.

Politik in Deutschland orientiert sich mehr an Ängsten als an Fakten

Aber so lange wir in Deutschland eine Politik betreiben, die sich mehr an den Ängsten einer, durch die zahlreichen, jede potenzielle Gefahr bis zum Maximum aufblähenden Medien, aufgeschreckten Bevölkerung orientiert, als an wissenschaftlichen Erkenntnissen,  wird der Wunsch nach einer Fakten und Evidenz basierten Entscheidungsfindung wohl ein ebensolcher bleiben. Schließlich findet selbst das Bundesinstitut für Risikobewertung, dass auch gefühlte Ängste Staatliches Handeln erfordern. Wenn ein Kind Angst vor Geistern unter dem Bett hat, sollte man diese Ängste ernst nehmen. Und als genau das werden wir Bürger wohl von den von uns gewählten Vertretern angesehen. Als kleine Kinder, die es an die Hand zu nehmen gilt, damit sie den rechten Weg in dieser ach so gefährlichen Welt finden mögen.

 

Links zum Thema:

Homepage des Nationalen Forschungsprogramms Nutzen und Risiken der Freisetzung gentechnisch veränderter Pflanzen (NFP 59)

Medienmitteilung zum Abschlussbericht des NFP 59

Zusammenfassung der Resultate des NFP 59

Beitrag in der Tagesschau des Schweizer Fernsehens

NZZ-Online: „Gentechnik – Weder Gesundheits- noch Umweltschädlich“

(Die deutschen „Qualitätsmedien“ haben es bislang noch nicht für notwendig erachtet, über die Schweizer Studie zu berichten)

Titelbild: Mario Waldburger, agroscope.ch

 

Ähnliche Beiträge (Automatisch generiert):

Print Friendly

44 Kommentare
Hinterlasse einen Kommentar »

  1. In dem von ihnen verlinkten Text der Bundesinstituts für Risikobewertung findet sich folgende Passage:

    So ist beispielsweise das gefühlte Risiko bei Rückständen von Pestiziden in Lebensmitteln bei deutschen Verbrauchern groß. Selbst wenn gesetzliche Rückstandshöchstmengen eingehalten werden, befürchten viele Menschen gesundheitliche Schäden, wenn sie solche Lebensmittel verzehren. Aus wissenschaftlicher Sicht ist hingegen selbst bei sporadischen Überschreitungen der Höchstmengen kein gesundheitliches Risiko erkennbar. Wird dagegen auf bestimmte Pflanzenschutzmittel wie zum Beispiel auf Fungizide beim Anbau von Getreide verzichtet, können durch Pilzbefall Schimmelpilzgifte ins Korn gelangen. Von diesen Pilzgiften ist bekannt, dass sie Krebs auslösen. Aus wissenschaftlicher Sicht sind daher Getreideprodukte aus pestizidfreiem Anbau wegen der möglichen Belastung mit diesen Giften keineswegs automatisch frei von gesundheitlichen Risiken. Viele Verbraucher empfinden sie aber dennoch als sicher.

    Das gibt einen deutlichen Hinweis auf die Befindlichkeit grosser Teile der deutschen Bevölkerung. Fast jede technische Lösung eines Problems wirft neue Probleme auf, die man vorher noch gar nicht hatte. Das gilt im Besonderen im Bereich Umwelt. Der grünen Bewegung ist es gelungen dafür besonders zu sensibilisieren. Die Probleme der Vergangenheit werden kleingeredet oder sogar noch zur Idylle stilisiert. Was auch immer die Motive dafür sind, es hat Methode. Die Grüne Gentechnik wirft nun besonders wenig Probleme auf, wie das NFP 59 ja auch bestätigt. Die Argumentation gegen die Grüne Gentechnik stützt sich deswegen auch primär auf gesellschaftliche Aspekte wie Patentschutz, Ruin von Kleinbauern u.ä. und ist besonders agressiv. Zerstörung von Freilandversuchen und miessmachen von Golden Rice sind nur einige Beispiele. Die grüne Gentechnik ist eine Technologie die Fortschritte in der Enwicklung der Menscheit bringen könnte. Davor hat man Angst. Die Vergangenheit war gut. Unsere Ahnen haben sie ja auch überlebt. Diese Haltung kann m.E. nur überwunden werden, wenn die Zukunft positiv gesehen wird und wir etwas erreichen wollen. Das wird aber leider und nicht nur von Grün gerade mit rückwärtsgewandten Technologien wie Biolandbau und Windrädern besetzt. Wobei gerade eine Synthese von Biolandbau und grüner Gentechnik wirklich Zukunftsperspektiven eröffnen könnte.

  2. Es ist ja nicht das erste Mal, dass solche Ergebnisse kommuniziert werden. Auch in Deutschland gab es eine vom Forschungsministerium finanzierte jahrzehntelange Sicherheitsforschung, die zu ähnlichen Ergebnissen kam. Siehe hier: http://www.biosicherheit.de
    Auch EU-weit wurde solche Forschung im Umfang von 200 Mio. Euro finanziert, wonach das Generaldirektorat für Forschung der EU-Kommission zu dem Schluss kam, dass grüne Gentechnik im Vergleich zur bisherigen konventionellen Züchtung keine anderen oder neuen Risiken aufweist: „The main conclusion to be drawn from the efforts of more than 130 research projects, covering a period of more than 25 years of research, and involving more than 500 independent research groups, is that biotechnology, and in particular GMOs, are not per se more risky than e.g. conventional plant breeding technologies.“ http://ec.europa.eu/research/biosociety/pdf/a_decade_of_eu-funded_gmo_research.pdf
    Und was hat es gebracht ? Die Anwendung der Grünen Gentechnik wurde in Deutschland eingestellt und alle Firmen haben sich zurückgezogen. Öffentliche Forschung mit Anwendungsaspekten gibt es ebenfalls nicht mehr. Und warum ? Weil die öffentliche Berichterstattung geprägt ist durch antiwissenschaftliche Ressentiments und durch die Kultivierung von Ängsten und Risiken. Einen sehr großen Anteil an dieser Situation tragen die Spenden-geleiteten NGO`s und die mit ihnen verbunden Parteien.
    Die schon vorher erahnbare Reaktion dieser destruktiven Kräfte auf die Ergebnisse der Schweizer Studie folgt dem gleichen Argumentationsstil, der in Deutschland und Europa so beliebt ist: Keine Auseinandersetzung in der Sache, sondern „ad hominem“ – „Argumente“. http://www.keine-gentechnik.de/news-gentechnik/news/de/26225.html
    Auch die kürzlich gestellte Anfrage der Grüne ist geprägt von diesem schlechten Stil: http://db.zs-intern.de/uploads/1345128890-2012_07_23_Bundesregierung_Antwort_Interessenskonflikte_BfR.pdf

    Sogar das oberste Verfassungsgericht hat fast wortwörtlich die haarsträubende Argumentation der NGO`s übernommen. „Mit der Möglichkeit, gezielt Veränderungen des Erbgutes vorzunehmen, greift die Gentechnik in die elementaren Strukturen des Lebens ein. Die Folgen solcher Eingriffe lassen sich, wenn überhaupt, nur schwer wieder rückgängig machen. Die Ausbreitung einmal in die Umwelt ausgebrachten gentechnisch veränderten Materials ist nur schwer oder auch gar nicht begrenzbar. Angesichts eines noch nicht endgültig geklärten Erkenntnisstandes der Wissenschaft bei der Beurteilung der langfristigen Folgen eines Einsatzes von Gentechnik trifft den Gesetzgeber eine besondere Sorgfaltspflicht.“
    Sich über den Erkenntnisstand der Wissenschaft informieren zu lassen, hielt dieses Gericht nicht für notwendig. Keine Rede von Chancen, Vorsorge geht über alles.
    Zudem wurde – wie für Deutschland typisch -- das Thema Spielball einer regional geprägten Politik, wie das Verbot des Anbaus durch Frau Aigner auf Weisung aus Bayern zeigt. Sogar ihr eigenes Beratergremium, die ZKBS hatte der Begründung für diesen Schritt widersprochen. http://www.bvl.bund.de/SharedDocs/Downloads/06_Gentechnik/ZKBS/01_Allgemeine_Stellungnahmen_deutsch/04_Pflanzen/MON810_Neubewertung_2009.pdf?__blob=publicationFile&v=3
    Diese Ideologie wurde in Deutschland also zementiert. Auch wenn die Vergleiche zur Kerntechnik unsinnig sind, die Situation ist durchaus die gleiche: Das Bauchgefühl hat sich wider aller Erkenntnisse durchgesetzt. Verheerender kann ein Resümee nicht ausfallen. Mal sehen wie lange so was der Tanker Deutschland noch unbeschadet übersteht.

  3. Wie war das nochmals mit dem Zyanidhaltigen Gras in den USA?
    CBS-News

  4. @ #3

    Grass linked to Texas cattle deaths

    (…) CORRECTION: As originally published, this story referred to Tifton 85 grass as a genetically-modified product, which is incorrect; it is actually a hybrid of Bermuda grass.

  5. Bei oekowatch.org sind zwei äußerst lesenswerte Beiträge des Schweizer Journalisten und Wissenschaftsredakteurs der Basler Zeitung zu der oben genannten Studie des NFP 59 erschienen.


    Nachhaltig und wirtschaftlich

    Das Nationale Forschungsprogramm Nutzen und Risiken der Freisetzung gentechnisch veränderter Pflanzen (NFP 59) hat keine Gesundheits- oder Umweltrisiken festgestellt. Der wirtschaftliche Nutzen der grünen Gentechnologie sei für die Schweizer Landwirtschaft unter den heutigen Bedingungen jedoch bescheiden. Das erklärten gestern Dirk Dobbelaere, Präsident der ­NFP-59-Leitungsgruppe und Professor für molekulare Pathologie an der Universität Bern, sowie Thomas Bernauer, Delegierter des Nationalen Forschungsrates und Professor am Zentrum für vergleichende und internationale Studien der ETH Zürich, bei der Präsentation des Schlussberichts in Bern.

    Kein Nachweis unerwünschter Auswirkungen

    Das Nationale Forschungsprogramm 59 hat gentechnisch veränderten Weizen intensiv unter die Lupe genommen

    Der Weizen ist nach der Gerste das zweitälteste Produkt der Getreidezucht. Die ältesten Funde stammen aus der Zeit zwischen 7800 und 5200 Jahren vor unserer Zeitrechnung und stammen aus Nordafrika. Der heutige Weizen geht aus der Kreuzung mehrerer Getreide- und Wildgrasarten hervor; die ersten angebauten Weizenarten waren Einkorn und Emmer. Biologisch gehört der Weizen zur Familie der Süssgräser der Gattung Triticum. Neben Mais und Reis ist Weizen heute das am dritthäufigsten angebaute Getreide der Welt; global werden 670 Millionen Tonnen produziert; China, Indien und die USA sind die Hauptproduzenten. Die Schweiz nimmt mit einer Produktionsmenge von 520 000 Tonnen (Stand 2011) Weizen eine unbedeutende Rolle ein. Dennoch ist der Weizenanbau für die Schweizer Landwirtschaft von grosser Bedeutung.

  6. #5. Rudolf Kipp

    Sautter ist kein sturer Funktionalist, keiner, der die Welt in Freund und Feind einteilt; Sautter ist ein kritischer Geist, der sich dem Dialog stellt, wertkonservativ und weltoffen. Kein Widerspruch, das ist der Tübinger. Deshalb kann er nicht verstehen, dass seine Gegner nicht mit ihm diskutieren wollen: «Sie lassen sich nur selten mit Tatsachen kontaminieren», sagt er.

    Interessanter Beitrag zu Professor Sautter. Der von mir fett hervorgehobene Satz ist natürlich exemplarisch. Es geht diesen grünen NGO´s ja nicht um eine wissenschaftliche Diskussion, es geht reinweg nur um Ideologie und natürlich um Geld. Die Spendenbüchse muß ja klappern!

    karl.s

  7. achgut.com (Kulke):

    Bio ist wie der Audi A8

  8. @Tim

    Schöner Creation……„Erosion der Überzeugung“……..

    H.E.

  9. Erinnert sich noch jemand an die von der indischen Umweltaktivistin Vandana Shiva des öfteren vorgetragenen Behauptung, der Anbau genveränderter Baumwolle würde indische Kleinbauern reihenweise in den Selbstmord treiben? Dass diese Aussage keine belastbare Grundlage hat ist schon seit längerem bekannt. Und offensichtlich ist es sogar genau umgekehrt.

    Langzeitstudie: Gentechnik hilft Indiens Kleinbauern

    Lange Jahre behauptete ein internationaler Umweltstar, dass die grüne Gentechnik indische Baumwollfarmer in den Ruin und in den Selbstmord treibe. Was sich längst abzeichnete, bestätigt jetzt eine Langzeitstudie: Die Behauptung ist zynischer Unfug. Das Gegenteil ist wahr.

    Man darf hoffen, dass Matin Qaim, renommierter Agrarökonom an der Göttinger Universität, ein Exemplar seiner jüngsten Studie an die indische Ökofeministin Vandana Shiva geschickt hat, mit besonderer Widmung. Bei allen Umweltkonferenzen, zu denen Shiva, lange Jahre einer der großen internationalen Stars der Szene, geladen war, wurde sie nicht müde, von den indischen Baumwollfarmern zu berichten, die – so behauptete sie -- durch den Anbau genveränderter Pflanzen (GVO) in den Selbstmord getrieben worden seien. Die angeblich immer größere Abhängigkeit der Bauern von den Saatgutkonzernen und Banken würde sie wirtschaftlich strangulieren.

    Ein gegenüber ihren Landsleuten äußerst zynisches Vorgehen, denn Shiva nutzte die seit vielen Jahrzehnten tatsächlich bestehende hohe Suizidrate der Kleinbauern in Indien kaltschnäuzig für ihre haltlose Argumentation. (Weiterlesen)

  10. Es dürfte kaum strittig sein, dass die Erkenntnisse von Prof. Dr. Eike Weber, insbesondere wenn an Rentner und Geringverdiener gerichtet, nur als dümmlich elitär und arrogant wahrgenommen werden. Unverständlich allerdings warum niemand, auch die Redaktion der Badischen Zeitung nicht, den Verfasser davor gewarnt hat, die Stromrechnung seines 9000 km weit entferten kalifornischen Ferienhauses in die Nähe einer Belehrung von Geringverdienern zu bringen. Eine kennzeichnende und ungute Entwicklung.

  11. Man muss nur wie Vandana Shiva das erzählen, was die Fans hören wollen und man bekommt einen Preis nach dem anderen. Diesmal ist es pikanterweise das „Glas der Vernunft“ in Kassel. Da fehlen einem einfach die Worte für weitere Kommentare.
    http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/indexhessen34938.jsp?rubrik=36086&xtcr=8&xtmc=Gentechnik&type=d&key=standard_document_44315385

  12. Ich befürchte nur, dass die Bauern nicht durch genveränderte Saatgute in den Tod getrieben wurden, sondern durch die Preise der Monopolisten für genveränderte Saatgute.
    Wer behauptet was warum.
    Als ein amerikanischer Genforscher ein kostenloses Saatgut für krankheitresistenten Reis nach Asien verschenken wollte, wurde es von Monsanto verhindert.

  13. @ W. Rassbach

    auch in Indien kann ein Bauer selbst entscheiden, ob er genverändertes oder konventionelles Saatgut anbaut. Wenn das Genveränderte trotz des höheren Preises diesen durch bessere Erträge mehr als Ausgleicht, dann lohnt sich das Geschäft für ihn.

    Die Geschichte mit der erhöhten Zahl an Selbstmorden unter Kleinbauern war schlicht eine Ente, die von Vandana Shiva gepflegt wurde um die Gentechnik zu verteufeln. Wahr ist, dass es unter den Kleinbauern in Indien eine hohe Suizidrate gibt. Diese ist aber bei denen die GVO anbauen nicht höher.

    Die Geschichte, dass Monsanto kostenloses Saatgut verhindert haben soll kenne ich nicht. Haben Sie da etwas an Hintergrund? Ich kann mich gut daran erinnern, dass Greenpeace mit Zähnen und Klauen verhindern wollte, eine GV-Reissorte mit erhöhtem Vitamin A Anteil (Golden Rice) kostenlos an Bauern abzugeben, um damit die Ernährung von unterernährten Kindern zu verbessern. (Maxeiner und Miersch: Warum Optimismus)

  14. Herr Kipp,
    ich finde es nicht mehr, es war ein führender amerikanischer Genforscher, der sein Patent kostenlos den Reisbauern in Asien überließ, das wurde verhindert.

  15. @ W. Rassbach #14

    Gerade bei solchen Aussagen finde ich es immer wichtig, dass man seine Aussagen belastbar hinterlegen kann. Schließlich schwirren gerade auf diesem Gebiet viele Halbwahrheiten und Unwahrheiten herum. Beispiele sind etwa der Kommentar #3 von „gast“ hier oder die unhaltbaren Aussagen der Umweltaktivistin Vandana Shiva zu den angeblich erhöhten Selbstmordraten in Indien.

  16. W. Rassbach
    Die Selbstmordrate unter den Kleinbauern in Indien ist erschreckend hoch, hat aber absolut nichts mit der Einführung der Gentechnik zu tun. Sie war vorher hoch und ist jetzt noch hoch, allerdings ein wenig gesunken. Nachzulesen hier:
    http://www.nature.com/nbt/journal/v27/n1/full/nbt0109-9.html

    Es ist richtig, dass in den Anfangsjahren der Einführung von Bt-Baumwolle die wenigen verfügbaren Sorten mit diesem Merkmal aufgrund der Nichtangepasstheit an regionale Gegebenheiten auch zu Ausfällen in der Ernte führten. Inzwischen ist das Bt-Merkmal aber in viele Sorten eingeführt worden und zu einem Erfolgsmodell geworden. Indien ist seitdem zu einem Nettoexporteur aufgestiegen mit der drittgrößten Produktionsmenge weltweit.

    Die überwiegend positiven Auswirkungen (insbesondere Einkommenszuwächse für Bauern) sind hier nachlesbar:

    http://farmersforum.in/policy/study-on- … -in-india/
    „As regards perception of farmers on various issues of Bt cotton, it was seen that 94 per cent farmers said that Bt cotton yields were higher than Non-Bt cotton and 87 per cent said that returns were also higher. 84 per cent farmers said that the quantity of seed usage per hectare on Bt cotton was less than that used in Non-Bt cotton. However, 92 per cent farmers said that the expenditure on Bt cotton seeds was more than Non-Bt cotton.“

    Also höhere Preise für das Saatgut, aber auch höhere Nettogewinne.

    Zum Thema Monopol:
    „As regards the proportion of farmers using Bt cotton seeds from different seed companies in the surveyed regions, it was found that a high proportion of farmers (25.14 per cent) used seeds of Nuziveedu Seeds Pvt Ltd followed by Shriram Bioseeds Genetics (20.57 per cent), Rasi Seeds Pvt. Ltd (19.24 per cent), Ankur Seeds Pvt Ltd (17.24%), Bayer Biosciences Pvt Ltd (14.95 per cent), Mahyco Ltd (13.62 per cent) and Monsanto Holdings Pvt. Ltd (6.29 per cent)“

    Also nur 35 % des Bt-Saatguts stammt von den „bösen“ Multis (Bayer, Mahyco und Monsanto), der Rest sind indische Unternehmen bzw. Entwicklungen aus Universitäten.

    Übrigens unterstütze ich die Aussage von R. Kipp, das für Behauptungen auch seriöse Quellen genannt werden sollten. Sich selbst verfielfältigende Anekdoten und Gerüchte, die durch NGO`s hyperventiliert wetrden, haben wir im internet gerade bei diesem Thema zuhauf

    Gerade das „Golden rice“ – Projekt versucht es ja den ganzen Vorbehalten gegen Gentechnik etwas entgegen zu setzen (Merkmal zur Steigerung des Nährwerts – Provitamin A gegen Erblindung bei Mangel, non-profit-Organisation, kostenlose Abgabe, vollständige Lizenzfreistellung, Nachbau durch Bauern erwünscht). Und wer ist der vehementeste Gegner ? greenpeace !
    Das etwas fatalistische Resümee zu den Schwierigkeiten damit und mit den unverhältnismäßigen Regularien ist hier nachzulesen:
    http://www.ask-force.org/web/Vatican-PAS-Studyweek-Elsevier-publ-20101130/Potrykus-Ingo-Lessons-Humanitarian-Golden-Rice-20101130-publ.pdf
    Erst kürzlich gab es den nächsten Aufreger wegen einer Verzehrstudie mit golden rice bei Kindern in China, die zeigte, dass das Projekt gegen Erblindung sehr wahrscheinlich funktioniert. Das war übrigens immer ein Argument gegen das Projekt. Jetzt wo es nachgewiesen wurde, war die Verzehrstudie natürlich ethisch nicht vertretbar und ein „Skandal internationalen Ausmaßes“. http://www.keine-gentechnik.de/news-gentechnik/news/de/26230.html
    Das Argument, es gäbe ja auch Alternativen zum Vitamin A – Mangel in der Ernährung klingt in der dritten Welt so ungefähr wie die Aussage der letzten französischen Königin „Was sie haben kein Brot ? Dann sollen sie eben Kuchen essen“.
    Wie man es bei dem Thema auch macht, die ideologisierten NGO`s der satten ersten Welt haben immer was dagegen.

  17. Diese beiden Videos scheinen sich mit diesem Problem zu befassen.

    Bayer lässt Insektizide billig in Indien herstellen. Der Bauer verdient mit seiner Jahresernte 100Euro, davon zahlt er 70 an Bayer. Auch nicht schlecht. Die Nachfolger der IG Farben verdienen gut.

  18. Herr Rassbach,

    das von Ihnen verlinkte Video stellt, obwohl es auch deutlich tendenziös ist, Probleme dar, die so bestimmt ganz real vorhanden sind. Die äußerst prekäre Lage vieler indischer Kleinbauern, die völlig unzureichenden Sicherheits- und Umweltschutzmaßnahmen in kleinen indischen Chemiefabriken und das Problem der Resistenzenbildung bei Schädlingen gegen gängige Pestizide.

    Nur um eine Sache geht es in dem Video gar nicht. Und zwar um Gentechnik. Dabei ist gerade diese Technologie in der Lage einen Teil dieser Probleme zu lösen. So ist bei BT-Baumwolle der Pestizideinsatz deutlich geringer. Schlicht weil die Pflanzen bereits ein sehr gutes Mittel zur Schädlingsbekämpfung in sich tragen. Auch erreicht man mit dieser Technik Schädlinge, die mit üblichen Methoden nur äußerst schwer zu fassen sind, weil sie sich im Boden verstecken.

    Das ist doch der Grund, warum in Indien immer mehr Bauern auf die neuen Sorten zurückgreifen. Weil sie dadurch, trotz der höheren Investitionen für Saatgut, am Ende mehr für sich und ihre Familien erwirtschaften. Und weil sie sich dadurch weniger giftigen Chemikalien aussetzen müssen. Obwohl das Bewusstsein für diese Problematik, wenn man dem Video glauben schenken kann, in Indien noch nicht besonders ausgeprägt ist.

  19. Herr Kipp,
    es ist zwcklos.
    Für einen echten VTler haben Sie jetzt bewiesen, dass eine Verschwörung der Pestizid-Hersteller Greenpeace fernsteuert, weil sie durch die Gentechnik ihren Absatz gefährdet sehen.

    Dabei sind es doch in Wirklichkeit die Mäuse, die den Planeten lenken…

  20. Hiho Leute
    Da dat mit der Gen-Tec Sache nich so mein Sachgebiet ist, papp ich euch mal was her………vllt wisst ihr da mehr.

    CDC bestreitet Teilnahme am Experiment „Goldener Reis“

    Das Chinesische Zentrum für Krankheitskontrolle und Prophylaxe (CDC) hat am Mittwoch erklärt, nicht an der Studie „Goldener Reis“ teilgenommen zu haben. Dieses Ereignis werde noch untersucht.

    Laut der internationalen Umweltschutzorganisation Green Peace hat die amerikanische Tufts University eine Körperstudie zu dem genetisch veränderten Reis in der südchinesischen Provinz Hunan durchgeführt. Versuchspersonen seien Schüler und Schülerinnen aus einer einheimischen Schule gewesen. Nach Angaben von Green Peace hat CDC diesen Versuch organisiert und experimentelle Proben gesammelt.

    Quelle

    Wenn irgendwo Greenpeace drauf steht, klingeln bei mir immer die Alarmglocken…….
    H.E.

  21. Hallo Heinz,

    so wie es in den Medien dargestellt wird hat sich das Ganze folgendermaßen abgespielt. Die amerikanische Tufts University hat im Jahr 2008 eine Verzehrstudie mit dem sogenannten Goldenen Reis an 68 chinesischen Grundschulkindern vorgenommen. Dabei sollte untersucht werden ob dieser Reis, der aufgrund einer Genmodifikation mehr Provitamin A erzeugt als herkömmlicher Reis, die Ernährungssituation von Kindern mit Vitamin A Mangel verbessern kann. Man nimmt an, dass Vitamin A Mangel verantwortlich dafür ist, dass jedes Jahr Hundertausende Kinder, viele davon in Regionen mit hohem Reiskonsum, erblinden.

    Das Ergebnis ihrer Studie haben die Forscher Anfang August im American Journal for Clinical Nutrition publiziert. Sie kamen dort zu dem Ergebnis, dass die β-Carotene(=Provitamin A) aus dem Reis zu einer besseren Versorgung der Kinder führte, als bei einer Ernährung mit Spinat. und genauso gut wie bei der Gabe von in Öl gelöstem reinen β-Caroten.

    Nach Publikation der Ergebnisse sind unter anderem Greenpeace und in Deutschland Foodwatch auf die Barrikaden gegangen. Hier aus einer Stellungnahme von Greenpeace Österreich:

    * Bei der Förderung von GV-Reis wird eine sehr einseitige Ernährung unterstützt, anstatt Zugang zu vitaminreichen Pflanzen zu schaffen. Diese Pflanzen würden auch gegen andere Mängel, nicht nur Vitamin-A-Mangel (VAD -- „vitamin A deficiancy“), helfen.
    * Wir wissen einfach nicht, ob Gentech-Saatgut, also auch GV-Reis, für Menschen und Tiere ungefährlich ist. Sicher ist, dass GV-Saatgut allergische Reaktionen hervorrufen kann.
    * Gentechnisch veränderte Pflanzen gehören größtenteils wenigen internationalen Konzernen. Das bedeutet, dass diese Firmen ein finanzielles Interesse daran haben uns an ihr Saatgut zu binden.

    Man kann verstehen, dass unsere Menschenschützer von Greenpeace et al. vor allem von dem Ergebnis nicht begeistert sind Schließlich fehlten bislang Studien, die einen eindeutigen Nutzen von Goldenem Reis belegten, was als Argument gegen den Reis genutzt wurde. Foodwatch im Jannuar 2012:

    Nach mehr als zehn Jahren der Produktentwicklung soll der sogenannte „Goldene Reis“ 2013 auf den Markt kommen. Dabei ist nach wie vor zweifelhaft, ob der in vielen Entwicklungsländern verbreitete gefährliche Vitamin-A-Mangel durch den gentechnisch veränderten Reis überhaupt wirksam bekämpft werden kann.

    (…) Das Versprechen, den weit verbreiteten Vitamin-A-Mangel zu mindern, kann nicht gehalten werden. Die wissenschaftlichen Nachweise für die Wirkung sind dünn oder nicht bekannt, die Risiken nicht ausreichend untersucht…

    Wovor die NGOs offensichtlich Angst haben ist, dass mit dem Goldenen Reis die Akzeptanz der Gentechnik zunehmen könnte und dass ein Beispiel für einen ganz offensichtlichen Nutzen der Gentechnik geschaffen wird.

    Was man auf der anderen Seite sagen muss ist, dass die Forscher mit dieser aktuellen Studie sich möglicherweise über Regularien in China hinweggesetzt haben und so ihrer Sache am Ende vielleicht mehr schaden als nützen. So ist jedenfalls das Dementieren der Chinesischen Gesundheitsbehörde CDC zu erklären, mit dieser Studie etwas zu tun gehabt zu haben. Das lässt sich aber aus den vorliegenden Informationen bislang nicht eindeutig klären.

    Scientists decry rice experiment on children

    The truth about GM rice experiment?

  22. @Rudolf

    Vielen Dank……dat macht schon eher Sinn und Greenpeace wieder mal zu einen Saftladen erster Güte.
    Bloß blöd jetzt das sich die Chinesen angepisst fühlen……ham die auch schon Angst vor den grünen Friedenskriegern?

    H.E.

  23. Herr Kipp,

    Nur um eine Sache geht es in dem Video gar nicht. Und zwar um Gentechnik

    ich hatte auch nach Informationen zu den Selbstmordraten gesucht, weil ich das nicht wusste. Wahrscheinlich habe ich doch von Golden Reis gelesen und zwar bei Maxeiner/Miersch „Angst industrie“

    Besonders erschreckend ist die Greenpeace-Kampagne gegen den so genannten „goldenen Reis“. Diese mit Vitamin-A angereicherte Reissorte könnte weltweit Millionen Menschen helfen, die an Vitamin-A-Mangel leiden und deshalb erblinden oder gar sterben. Zwei deutsche Gentechnik-Forscher, die den Reis entwickelt haben, haben diese Erfindung den Kleinbauern der Dritten Welt geschenkt. Die „Umwelt-Aktivisten“ interessiert das alles nicht, sie fürchten lediglich eine wachsende Akzeptanz von Gentechnik-Lebensmitteln. Das Märchen vom Greenpeace-David gegen den Goliath stimmt schon lange nicht mehr: Der Greenpeace-Konzern hat im Verlaufe der letzten zehn Jahre rund eine Milliarde (!) Dollar vorwiegend an Spenden eingenommen. Die Anti-Gentechnik-Kampagne, deren Bestandteil der Kampf gegen den Goldenen Reis ist, hat in den letzten Jahren alleine rund 20 Millionen Dollar gekostet. Das ist dreimal soviel wie insgesamt für die Entwicklung des „Golden Rice“ zur Verfügung stand..

    Tritium,

    dass eine Verschwörung der Pestizid-Hersteller Greenpeace fernsteuert, weil sie durch die Gentechnik ihren Absatz gefährdet sehen.

    Die Pestizid Hersteller sind auch gleich die Gentechnikindustrie. Bayer und Monsanto machen beides und das sehr undurchsichtig. Beim Golden Reis stört sie doch nur , dass er ohne Lizensgebühren an Bauern gehen soll.Deshalb kann ich mir vorstellen, dass GP auch von ihnen finanziert wurde.
    Aus der Dopingproblematik weiß ich, das hier auch Produkte , die gefährlich sind und verboten, heimlich in Zweigfirmen deutscher Pharmas in Indien oder China produziert werden.

    In Deutschland ist das wohl sehr ungewöhnlich geregelt, wenn das stimmt, was dieser deutsche Gentechnikgegner sagt
    Monsanto auf Deutsch -- Seilschaften deutscher Gentechikbetreiber

    Die Verhältnisse, die er beschreibt sind abenteuerlich, ich sage Gentechnik hat eine Zukunft, in einer normalen akademischen Forschung aber nicht in den Händen von psychopatischen Kleinstökoinstituten.

  24. Heinz,

    Bloß blöd jetzt das sich die Chinesen angepisst fühlen……ham die auch schon Angst vor den grünen Friedenskriegern?

    Jeder, der etwas verkaufen will muß Angst haben. Nicht nur vor Greenpeace, auch z.B. vor dem BUND, siehe ausgetretener zu Guttenberg.

    Ich hatte mal von einer großen deutschen Firma die Umweltbroschüre bestellt. Die stammen aus einer nachhaltigen Druckerei. Inhalt ist das Angstscenario des IPCC und die heilige Verpflichtung immer schön artig zu sein, gegenüber Mutter Erde .
    Ich schätze jeder hört auf die NGOs und spielt mit. Gegen Zahlung einer entsprechenden freiwilligen Summe, wie es Enoch sagte, sind sie frei.

  25. Was man auf der anderen Seite sagen muss ist, dass die Forscher mit dieser aktuellen Studie sich möglicherweise über Regularien in China hinweggesetzt haben und so ihrer Sache am Ende vielleicht mehr schaden als nützen. So ist jedenfalls das Dementieren der Chinesischen Gesundheitsbehörde CDC zu erklären, mit dieser Studie etwas zu tun gehabt zu haben. Das lässt sich aber aus den vorliegenden Informationen bislang nicht eindeutig klären.

    Scientists decry rice experiment on children

    Die Artikel werfen ja sogar die Frage auf, ob überhaupt Golden Rice verwendet wurde:

    However, the three listed authors from the university’s Chinese partners, Hu Yuming, Yin Shi’an and Wang Yin, all denied the use of golden rice in the study in Hengyang, Hunan province.

    Es kann natürlich sein, dass die das jetzt abstreiten, um sich vor den Folgen der eventuellen Regelverstöße zu schützen -- komisch bleibt es trotzdem …

  26. Vielleicht haben die Chinesen nur noch keine Regularien für solche Versuche und jetzt wo es öffentlich ist, will natürlich niemand davon gewusst haben. Regelverstöße kann es nur geben, wenn solche überhaupt existieren. Auch in Deutschland wurden bereits Verzehrstudien mit Produkten aus GVO an Freiwilligen durchgeführt (Backprodukte mit veränderten Stärken aus transgenen Kulturpflanzen). Auch hier gibt es dafür keine expliziten Gesetze oder Verordnungen. Begutachtet wurden die Versuche lediglich durch eine Ethikkommission einer großen medizinischen Forschungseinrichtung. Da hat greenpeace wohl nichts mitbekommen, weshalb der Aufschrei ausblieb. Solche Versuche gibt es aktuell aus verständlichen Gründen hier nicht mehr.

    W.Rassbach:
    „Die Pestizid Hersteller sind auch gleich die Gentechnikindustrie. Bayer und Monsanto machen beides und das sehr undurchsichtig. Beim Golden Reis stört sie doch nur , dass er ohne Lizensgebühren an Bauern gehen soll.Deshalb kann ich mir vorstellen, dass GP auch von ihnen finanziert wurde.“
    Ich glaube das gehört in die Ecke der Verschwörungstheorien. In der Auflistung fehlt übrigens noch der größte Saatgutkonzern Syngenta und ausgerechnet die haben den golden rice lizenzfrei gestellt ! Zudem hat der golden rice absolut nichts mit Pestiziden zu tun.
    Sie erliegen hier genau den Vorurteilen, die Sie anderen bei anderen Themen vorwerfen.

    GP stört an der ganzen Sache, dass bei einem Erfolg des Projektes alle Argumente und Anwürfe gegen grüne Gentechnik obsolet werden: kostenlose Abgabe ohne Lizenzgebühren, Entwicklung durch non-profit-Organisation, Nutzung der Ernte als Saatgut möglich, Merkmal ohne Pestizidverbindung mit dem Ziel der Verhinderung von Todesfällen und Erblindung.
    Wer meinen Link zu einem Aufsatz des Entwicklers dem ehemaligen ETH-Prof. Potrykus verfolgt hat, kann nachlesen, dass für die Produktentwicklung 7 Jahre erforderlich waren (1992-1999) und eine Anwendung seitdem, also seit 12 Jahren durch irrwitzige regulatorische Hürden und Widerstände von NGO`s aufgehalten wurde.

  27. torben hoffmeister schrieb am 7. September 2012 13:57

    Vielleicht haben die Chinesen nur noch keine Regularien für solche Versuche und jetzt wo es öffentlich ist, will natürlich niemand davon gewusst haben. Regelverstöße kann es nur geben, wenn solche überhaupt existieren.

    Wenn man chinadaily glauben mag, gabs regularien: China denies Greenpeace GM rice test claims

    GM food is controversial as there is still no consensus on whether or not it is harmful for the human body. The State Council of China introduced a regulation as early as 2001 to ensure the safety of genetically modified food, with strict provisions on its research, testing, production and marketing.

  28. Marvin Müller #25

    ob überhaupt Golden Rice verwendet wurde:

    Es werden wohl Erbsen oder Bohnen gewesen sein.

  29. 26.torben hoffmeister ,

    Ich glaube das gehört in die Ecke der Verschwörungstheorien.

    Monsanto, Bayer, BASF alle sind Pflanzenschützer und Gentechniker ehlrich -keine VT- und sie arbeiten auch gut zusammen, wie immer

    als Dow Chemical 1964 das Agent Orange ausging, sprang Böhringer sofort ein und lieferte ein neues Verfahren, damals arbeitete R.v.Weizäcker dort. Bitte nachprüfen , ist aus AgitProp ddr 😉

  30. Marvin Müller
    Sicher gibt es Regularien für die Zulassung von GVO und gv-food in China, aber vermutlich nur bezüglich des Zulassungsverfahrens zum Inverkehrbringen. Da sind wahrscheinlich auch Tierfütterungsversuche vorgesehen. Aber wie ist das im Fall der functional foods speziell für den Menschen, zu denen auch der golden rice gehört ? Da ist ein Test am Menschen unerlässlich. Aber wie gesagt, dafür gibt es nicht mal im regelungswütigen Deutschland Vorgaben.
    Zugegeben mysteriös ist das alles schon. Irgendwer sagt hier nicht die Wahrheit oder zumindest nicht alles. Entweder die Studienautoren oder die Offiziellen in China.

  31. Eingen wir uns darauf, dass in China ein Sack Reis umgefallen ist?

  32. Was zahlen die von der Gen-Industrie eigentlich, wenn man im eigenen Blog einen umfangreichen PR-Artikel wie diesen veröffentlicht?!

  33. @Flori

    Gewöhnlich werden wir mit Reissäcken bezahlt die in China umgefallen sind……..und für jeden blöden Kommentar kommt ein Gen-Maiskolben oben drauf, falls dieser auf dem Weg zur Biogasanlage vom Laster fällt.
    Reich wern wa nich davon, dafür hab ick jetzt 3,5 Hände um schneller in die Tasten hauen zu können.

    PS. Von der Atomlobby gabs neulich ein abgebrannten Brennstab, mit dem ick jetzt meine Wohnung schön warm halte und die Grünen fernhalte……….und das Essen frischhalte.

    Was hast Du denn gedacht?
    Onkel Heinz……..inzwischen kann ick sogar schon Feuer spucken

  34. @Onkel Heinz

    …..für jeden blöden Kommentar kommt ein Gen-Maiskolben oben drauf….

    …..so isses….. bloss den italienischen Gen-Mais nehm’ wir nich, der is voll unter der Gürtellinie….. dat heißt ja schließlich nich ohne Grund „Gen-Italien”…..

  35. Die Antipathie gegen „Gen-Technik-Produkte“ ist ebenso unbegründet und irrational im negativen Sinne (menschenfeindlich),
    wie die geschürte Angst vor niedrig dosierter (radioaktiver) Strahlung.
    Für eine „Wertung“ eines Produktes ist ausschließlich das Ergebnis einer Entwicklung geeignet,
    nicht die Technik der Herstellung.

    Danke nochmal Herrn Kipp für seine nützlichen aufklärenden Informationen.

    Gruß

  36. Monsanto Genmais-Futter: Ratten erkranken schwer

    Bei Monsanto habe ich kein gutes Gefühl, wem soll man vertrauen?

  37. # 36:
    Diese ‚Studie‘ ist absurd.
    Das kann man auf denn ersten Blick sehen, denn wenn dieser ‚Genmais‘ derart fürchterliche Auswirkungen hätte, müssten Menschen und Vieh in den USA ja sterben wie die Fliegen.

    Schaut man aber näher hin, erklärt sich dieses höchst ungewöhnliche Ergebnis auf ganz einfache Art: Die Studie wurde von Greenpeace bezahlt.

  38. @ Tritium #37

    Schaut man aber näher hin, erklärt sich dieses höchst ungewöhnliche Ergebnis auf ganz einfache Art: Die Studie wurde von Greenpeace bezahlt.

    Gibt´s dafür auch ´nen Link? Ich hab auch nach längerem suchen nichts gefunden 🙁

  39. Herr Rassbach
    1) Ich würde gerne den Inhalt der Studie kennen.
    ich habe das Original in der Kürze nicht finden können.
    Die Autoren sind zielgerichtete Gentechnik-Feinde.
    Man kann Lebewesen durchaus mit dem gesündesten Essen umbringen, ehrlich,
    ebenso wie der lebensnotwendige Sauerstoff tödlich sein kann (reine Sauerstoffatmung).

    2) Alle Lebewesen einschl. Pflanzen enthalten Gene

    Züchtungen hat es immer gegeben, die Gentechnik kann das im Prinzip nur schneller und vielleicht auch innovativer.
    Es ist schwer nachvollziehbar, dass die Züchtungstechnik per se gefährlich sein könnte,
    es geht immer um das Produkt, das dabei herauskommt. Gene, also lebendes Gewebe, sind für den Nahrungsstoffwechsel prinzipiell „bekannt“ also gut verwertbar im Gegensatz zu etlichen synthetischen Chemikalien, beim simplen Fett angefangen. (technisch gehärtete Pflanzenfette=Margarine)
    Wir haben ausreichend staatliche Behörden die die Qualität von Nahrungsmitteln beurteilen können.
    Also ruhig Blut.
    Essen (Nahrung), insbesondere fabrikmäßig hergestellt, ist ein generelles Problem,
    aber nicht die Gentechnik.

    mfG

  40. # 39:
    Wenn man sucht, ja:
    Séralini und das Kreuz mit der Unabhängigkeit von Gentechstudien

    In den Jahren 2007 und 2009 veröffentlichte Séralini zwei Studien, die teilweise durch Greenpeace finanziert worden sind [1,2]. Dabei ging es um die Neu-Bewertung von Daten aus einer Fütterungsstudie an Ratten, die im Rahmen des Zulassungsverfahrens zu transgenem Mais von Monsanto erhoben wurden.

    Aber ganz abgesehen von den möglichen Interessenskonflikten und ideologischen Eventualitäten ist an den fraglichen Arbeiten von 2007 und 2009 offenbar nicht viel dran. Es scheint, als hätte Seralini Monsantos Daten so lange mit statistischen Methoden geschunden, bis er ein statistisch signifikantes Ergebnis in der Hand hielt.

    Auch das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sah keinen Anlass für eine Neubewertung:

    Nach der Erfahrung des BfR sind Veränderungen und natürliche Schwankungsbreiten, wie sie in der in Rede stehenden 90-tägigen Fütterungsstudie aufgetreten sind, grundsätzlich nicht ungewöhnlich. Außerdem zeigten die bei den Blut- und Urinanalysen beobachteten statistisch signifikanten Unterschiede kein konsistentes Muster, insbesondere hinsichtlich einer Dosis-Abhängigkeit.

    Übrigens: Seralini selbst ist ganz stolz darauf, dass es keinen Dosis-Wirkungsbeziehung gibt:
    Séralini verweist auf seine Ergebnisse:
    „Die Krankheiten sind nicht abhängig von den verabreichten Mengen, die Tiere erkrankten selbst bei geringfügigen Dosen.

    …und damit ist der ganze Buhei gestorben. Ohne Dosis-Wirkungsbeziehung ist keine Korrelation gegeben und das Ergebnis ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein Artefakt.
    Merke:
    Nicht einmal wenn Daten korrelieren, ist eine Kausalität bewiesen.
    Korrelieren sie aber nicht einmal, kann Kausalität praktisch ausgeschlossen werden
    Siehe dazu auch: Bradford-Hill-Kriterien

    Und hier noch ein paar Meinungen von Insidern:
    Seralini hat wieder zugeschlagen !

    Das ganze ist also wohl genau solche Junk Science wie die Leukämie-‚Cluster‘ um deutsche Kernkraftwerke.

  41. #33/34

    @heinz und tim…

    Super antwort und vor allem so erfrischend nett und dämlich 😀

    lg
    Micha

    Ps: ich muss immer noch grinsen^^

  42. @Micha

    Immer das Gegenteil davon machen, was der Gegner von Dir erwartet…..tja…..Onkel Heinz is unberechenbar.
    Ok…je nach Tagesform und Laune……muss ich gerechterweise dazu sagen, es gibbet aber so manche Tage…..da quillt mir der Unsinn schon aus den Ohren.

    Schön das wir Dir den Tag versüsst haben…….mit genfreien Honig, den die Bienen neben dem Kernkraftwerk gesammelt haben.
    PS. Hab ick schon erzählt das ich inzwischen den Röntgenblick habe…….Mutationen können was ganz tolles sein.
    Grins und….wat wollt ick jetzt eigentlich hier, hmmm
    Onkel Heinz…….gelegentlich Unzurechnungsfähig

  43. @MichaM #41

    Super antwort und vor allem so erfrischend nett und dämlich 😀

    ….hi hi, sowat gibbed bei uns gratis! …..Dämlichkeit garantiert inside.

  44. NOVO ARGUMENTE:

    Grüne Gentechnik: Zum Wohl der Menschheit und des Planeten

    Von Mark Lynas

Schreibe einen Kommentar