Wissenschaft und Zeitgeist

2. Februar 2014 | Von | Kategorie: Artikel, Ökologismus, Politik, Wissenschaft

Jede Gesellschaft nimmt für sich in Anspruch, in einem ‚aufgeklärten‘ Zeitalter zu leben, in dem die Rätsel der Welt entschlüsselt sind und verstanden werden. Kollektive Gewissheiten geben den Rahmen für kollektives Handeln und bilden den Überbau, in dem sich Politik, Wissenschaft, Rechtsempfinden und Kunst, aber auch Gewerbe und HandeWissZeitgeist01l entfalten.
Dieser Zeitgeist oder gesellschaftliche Stimmung entscheidet über die Rezeption neuer Ideen. Erscheinen sie plausibel, werden sie zu Paradigmen (allgemein anerkannten ‚Wahrheiten‘) und die Summe dieser Paradigmen formt wiederum den Zeitgeist.
Dieser Prozess ist also rückgekoppelt und daher chaotisch, auch wenn gewisse Mechanismen der Lenkung bekannt sind. Es gehört weiter zu den Gesetzmässigkeiten, dass ein allgemeiner Fortschritt durchaus erkennbar ist; jede Gesellschaft und jede Zeit ‚wusste‘, wie die Welt und der Mensch entstand, doch die heutigen rationalen Erklärungen durch die Wissenschaft der Astronomie und Abstammungslehre haben eine so solide Basis, dass sie wohl zu einem ‚ewigen‘ Kanon der Menschheit geworden sind. Der sich wandelnde Zeitgeist ist also durchaus lernfähig, entwickelt sich generell fortschrittlich und entsteht nicht aus dem Nichts.
Aber er ist stets auch vorübergehend und unvollkommen, belastet mit alten Irrtümern, verzerrt durch Emotionen, gelenkt durch Demagogen und mit unsicherem Kurs dem Spiel des Zufalls ausgeliefert.

‚Die Wissenschaft‘ oder genauer: Eine bestimmte Sorte von Wissenschaftlern nimmt nun manchmal für sich in Anspruch, sie stünde ausserhalb dieser Fesseln und Zufälle des Zeitgeists. Sie sagt, sie hätte ihn überwunden und wäre imstande, einen finalen, da durch und durch wahren und rationalen Zeitgeist zu schaffen.
Doch das ist, salopp ausgedrückt, etwa so als würde der Schwanz behaupten er würde mit dem Hund wedeln. Schon im Mittelalter beanspruchte die Wissenschaft diese Sonderstellung, damals auf der Basis der Theologie und der Bibel, in der die ‚ewigen‘ Wahrheiten offenbart seien und der ‚wissenschaftliche‘ Marxismus/Leninismus‘ ist ein zeitgenössisches Beispiel dafür, dass auch ‚die Wissenschaft‘ nur ein Kind ihrer Zeit und des vorherrschenden Zeitgeists ist.

Der Hexenhammer

Wir irren allesamt, nur jeder irrt anders.
Georg Christoph Lichtenberg

WissZeitgeist03 In unseren Augen ist der Malleus Maleficiarum ein Dokument des Wahnsinns, doch diese Wahnsinn hat Methode.

In der Zeit seiner Entstehung um 1470 waren nicht die Naturwissenschaftler, sondern die Theologen die ‚Welterklärer‘ und so, wie wir heute den Ausführungen eines Astronomen oder Physikers glauben, glaubten die Menschen damals ihnen und ihren Beweisen. Wer das für rückschrittlich hält und sich viel klüger vorkommt, der sollte an zeitgenössische Wahnvorstellungen denken, an den ‚wissenschaftlichen Sozialismus‘ Stalins oder Maos, an die Rassenlehre Hitlers oder nur an den Glauben, dass Homöopathie wirkt und sich das verächtliche Lachen verkneifen. Nur weil unsere zeitgenössischen Wahnvorstellungen anders als damals sind, bleiben sie dennoch Wahn. Beispiele gibt es genug.

Der Hexenhammer ist formal ein durch und durch wissenschaftliches Werk, jede Behauptung wird bewiesen, durch Zitate von anerkannten wissenschaftlichen Autoritäten, durch Anschauungsbeweise und Zeugenaussagen, durch logische Argumentationsketten.

 …Wenn wir auch zwei sind, die wir dieses Werk hier schreiben, so hat doch wenigstens einer von uns sehr häufig solche Leute gesehen und gefunden. Denn ein damaliger Schüler, der jetzt noch als Priester in der Diözese Freising leben soll, pflegte zu erzählen, er sei einmal körperlich vom Dämon durch die Lüfte getragen und in ferne Gegenden geschafft worden. Es lebt noch ein anderer Priester in Oberdorf, einem Dorf nahe Landshut, der mit eigenen Augen jene Ausfahrt sah, wie er mit ausgestreckten Armen in die Lüfte flog…
…Ähnliches pflegt ein Pater, ehrwürdig von Wandel und in seinem Orden berühmt wegen seines Wissens, aus dem Sprengel von Speyer zu erzählen: »An einem Tag«, sagte er, »als ich die Beichte abnahm, kam ein Jüngling, und während der Beichte klagte er laut, daß er seine Männlichkeit verloren habe. Ich wunderte mich und wollte seinen Worten nicht ohne weiteres glauben, denn ›Leichten Herzens ist, wer leicht glaubt‹ sagt der Weise. Aber ich überzeugte mich durch meine Augen, als der Jüngling die Kleider abtat und die Stelle zeigte…

Und hatten die Hexen denn nicht auch selbst alles gestanden?
Ja, natürlich erst unter der Folter. Es wäre ja sehr dumm von den Hexen gewesen es OHNE Folter zuzugeben, nicht wahr?
Obwohl es auch solche Fälle gab!
Ausserdem bestätigten sie ihre Aussagen ja auch nachher noch einmal freiwillig.
Und wenn die Geständnisse nicht wahr, sondern erfunden sein sollen, warum sagen dann alle Hexen und Zauberer das gleiche aus?

 Das Peer Review adelt oder: 98% der Wissenschaftler können nicht irren

Das Buch erschien mit päpstlicher Druckerlaubnis und um ihre Thesen zu untermauern, stellten die Autoren Sprenger und Institorius ihm eine Liste theologischer, also wissenschaftlicher Gutachten voran, die von Professoren der hochangesehenen Universität Köln stammten; die ‚Approbatio‘ die nichts anderes als ein Peer Review war:

 »Ich, Lambertus de Monte, geringer Professor der heiligen Theologie, auf Zeit Dekan der Fakultät der Heiligen Schrift derselben Universität zu Köln, bekenne mit dieser meiner Hand, daß der von mir genau betrachtete und sorgfältig verglichene Traktat in drei Teilen bezüglich seiner ersten zwei Teile, wenigstens nach meinem bescheidenen Urteil, nichts enthält, was den Ansichten der Philosophen,soweit sie nicht irren, entgegen sei oder der Wahrheit des heiligen christlichen und apostolischen Glaubens oder den Entscheidungen der von der heiligen Kirche anerkannten oder zugelassenen Gelehrten widersprechen. Auch der dritte Teil ist, was die Bestrafung jener Ketzer, von denen er handelt, anlangt, jedenfalls für billigenswert zu halten, sofern er den heiligen Kanones nicht entgegensteht. Ferner ist es glaubhaft, daß die Erfahrungen, die in diesem Traktat erzählt werden, wegen des Rufes so großer, hervorragender Männer, die auch Inquisitoren sind, wahr sind….«

»Ich, Jacobus de Stralen, geringster Professor der heiligen Theologie, denke nach Begutachtung des erwähnten Traktats, in allem übereinstimmend mit dem, was von unserem ehrwürdigen Magister Lambertus de Monte oben angeführt wurde und ich bezeuge es mit dieser Schrift meiner eigenen Hand zum Lob Gottes.«

Gleichermaßen unterschrieb der hervorragende Magister Andreas de Ochsenfurt ebenfalls mit eigener Hand, wie folgt: »Übereinstimmend scheint mir, Andreas de Ochsenfurt, jüngstem Professor der heiligen Theologie, über den Inhalt des vorgelegten Traktats zu urteilen zu sein, so weit es sich auf den ersten Blick zeigt, was ich mit der Schrift meiner eigenen Hand bekräftige, um das Ziel, das in demselben[Traktat] ausgedrückt ist, zu fördern.«

Entsprechend unterschrieb auch der hervorragende Magister Thomas de Scocia gleichfalls mit eigener Hand, so wie folgt: »Ich, Thomas de Scocia, Doktor der heiligen Theologie, wenn auch unwürdiger, denke übereinstimmend mit allen unseren ehrwürdigen vorstehenden Magistern über den Inhalt des von mit geprüften Traktats, was ich mit meiner eigenen Hand bezeuge.«

Peer Reviews sind keine neue Erfindung. Ihre Grenzen liegen im begrenzten Wissen der Zeit. Ein Peer Review ist alles andere als ein Wahrheitsbeweis, sondern drückt nur die Meinung einer mehr oder weniger formalen Übereinstimmung mit den zeitgenössischen Glaubensströmungen aus.
Dass selbst groteske Irrtümer und geradezu wahnsinnige Ideen ohne weiteres durch einen Peer Review geadelt werden können, zeigt das Beispiel des Hexenhammers überdeutlich.

Der Zeitgeist legitimiert nicht nur, sondern er unterdrückt auch abweichende Meinungen, damals wie heute:

 Es wird nämlich niemandem ein Advokat und eine unbeschränkte Verteidigung bewilligt, da man schreit, es sei ein Sonderverbrechen, und da jeder, der die Verteidigung übernehmen, als Rechtsbeistand auftreten wollte, selbst des Verbrechens verdächtigt wird.

Gerade so geht es ja auch jedermann, der zu diesen Prozessen etwas sagen und die Richter zur Vorsicht mahnen will, denn sogleich heißt man ihn Beschützer der Hexen. So ist allen der Mund verschlossen und die Feder stumpf gemacht, auf daß sie nichts reden oder schreiben mögen.

Friedrich Spee, Cautio Criminalis

Die gleiche Klage hört man zu allen Zeiten, wenn ein wissenschaftlicher Glaube zu einem gesellschaftlichen Paradigma wird und genau so werden heute Abweichler niedergebrüllt, diffamiert und ausgegrenzt. Aus dem Ketzer wurde der Konterrevolutionär und heute wird er als ‚Lobbyist‘ beschimpft. Und vereinzelt wird auch immer noch nach einem Autodafé für das ‚Sonderverbrechen‘ gerufen:

parncutt

Professor Parncutt:
„Ich war immer in jedem Fall gegen die Todesstrafe…

Selbst Massenmörder (wie Breivik) sollten meiner Meinung nach nicht hingerichtet werden.

Leugner der globalen Erwärmung fallen in eine vollständig andere Kategorie als Behring Breivik. Sie verursachen schon jetzt den Tod von hunderten Millionen Menschen in der Zukunft. Wir können von Milliarden sprechen, aber ich mache eine vorsichtige Schätzung.“

Falls eine Jury von hinreichend qualifizierten Wissenschaftlern schätzt, dass ein existierender GW-Leugner schon jetzt mit hoher Wahrscheinlichkeit (sagen wir mal 95%) den Tod von über einer Million Menschen in der Zukunft verursacht hat, sollte er/sie zum Tode verurteilt werden. Das Urteil würde dann in lebenslänglich umgewandelt, wenn der Angeklagte seinen Fehler zugibt, echte Reue zeigt UND signifikant und konstruktiv an langzeitlichen Programmen mitarbeitet (aus dem Gefängnis heraus), um die Folgen von GW zu reduzieren – unter Verwendung von vielen der Methoden, mit denen zuvor die Leugnung verbreitet worden ist. Am Ende dieses Prozesses würden einige GW-Leugner ihren Fehler niemals zugeben und als Konsequenz hingerichtet werden. Vielleicht ist das der einzige Weg, die Übrigen von ihnen zu stoppen. Die Todesstrafe wäre hinsichtlich der enormen Zahl von geretteten Leben in der Zukunft gerechtfertigt.

Webarchiv

Semmelweis

Ein Mann mit neuen Ideen ist ein Narr – bis die Idee sich durchgesetzt hat.
Marc Twain

Während praktisch WissZeitgeist06jeder Unsinn und Wahnsinn durch den Zeitgeist zur ‚Wahrheit‘ geadelt werden kann, fällt dem selben Zeitgeist nur allzu oft auch die Wahrheit zum Opfer:
Ignaz Semmelweis war ein Revolutionär der Wissenschaft, doch seine Fachkollegen verurteilten ihn:

Semmelweis führte unterschiedlich starkes Auftreten von Kindbettfieber auf mangelnde Hygiene bei Ärzten und Krankenhauspersonal zurück und bemühte sich, Hygienevorschriften einzuführen. Seine Studie von 1847/48 gilt heute als erster praktischer Fall von evidenzbasierter Medizin in Österreich. Zu seinen Lebzeiten wurden seine Erkenntnisse nicht anerkannt und insbesondere von positivistisch eingestellten Kritikern und Kollegen als „spekulativer Unfug“ abgelehnt. Nur wenige Ärzte unterstützten ihn, da Hygiene als Zeitverschwendung und unvereinbar mit den damals geltenden Theorien über Krankheitsursachen angesehen wurde. Semmelweis praktizierte teilweise in Ungarn und starb nach seiner Rückkehr nach Wien in geistiger Umnachtung. Wikipedia

Was war die Ursache seines Scheiterns? Warum wurde die These dieses hervorragenden Mediziners erst so vehement abgelehnt?

Darin zeigt sich eine weitere Schwäche der wissenschaftlichen Selbstkontrolle: Wirklich bahnbrechende Entdeckungen können den ‚Peer‘ so weit über das Mittelmaß seiner Kollegen hinaus heben, dass diese die Theorie ablehnen.
Die Gründe sind vielschichtig und liegen hauptsächlich auf emotionaler Ebene. Es ist entwürdigend, als ‚Autorität‘ belehrt zu werden und womöglich erkennen zu müssen, dass alle eigenen Überzeugungen, ja das ganze eigene Lebenswerk auf einem Irrtum basierten. Deshalb werden neue Erkenntnisse oft instinktiv abgelehnt und erst das ‚Aussterben‘ einer Generation von Wissenschaftlern verhilft dem Neuen dann zum Durchbruch.
Semmelweis tat noch ein übriges dazu; er war alles andere als nett zu seinen zeitgenössischen Kollegen und rieb ihnen eifrig unter die Nase, was für Versager sie doch waren:

„Sollten Sie aber, Herr Hofrat, ohne meine Lehre widerlegt zu haben, fortfahren, Ihre Schüler und Schülerinnen in der Lehre des epidemischen Kindbettfiebers zu erziehen, so erkläre ich Sie vor Gott und der Welt für einen Mörder.“

So macht man sich keine Freunde…

Die Ablehnung wurde natürlich ‚wissenschaftlich‘ untermauert. Seine Methode der Chlordesinfektion konnte in unabhängigen Versuchsreihen nicht verifiziert werden.
Ursache war Jedoch eine nachlässige und falsche Anwendung, die nicht verwundert, wenn der Experimentator von vorn herein ablehnend gestimmt ist. ‚Bias‘ (‚Voreingenommenheit‘) ist ein sehr bedeutsamer Faktor in praktisch allen Untersuchungen und kann trotz aller formalen Versuche kaum verhindert werden.

 Im Englischen gibt es die Metapher „Semmelweis-Reflex“: die Ablehnung einer Information oder wissenschaftlichen Entdeckung ohne weitere Überlegung oder Überprüfung des Sachverhaltes (zugeschrieben dem amerikanischen Autor R. A. Wilson).

Genau so gut kann der passende Zeitgeist aber auch zu einer sehr positiven Rezeption führen:

Phrenologie

Die Wissenschaft von heute ist der Irrtum von morgen.
Jakob von Uexküll

 Fast zeitgleich mit deWissZeitgeist04r französischen Revolution entwickelte Franz Josef Gall die Lehre der Phrenologie: Charaktereigenschaften seien mit bestimmten Hirnarealen verbunden und deren Größe würde die Schädelform beeinflussen.

Der Mensch als anatomisch vorgeprägter Charakter stand im eklatanten Widerspruch zur kirchlichen Lehre der Charaktererziehung und Galls aufklärerische, revolutionäre Theorie fand rasch Anhänger.

Diese Schar der Anhänger diskutierte, machte ‚Fortschritte‘, publizierte (Das Internet Archive nennt 675 Titel ) und kritisierte sich gegenseitig, gründete 1823 das ‚Phrenological Journal‘ und eine neue, respektable und höchst populäre Wissenschaft war geboren, die nur einen Fehler hatte: Sie entbehrte jeglicher Grundlage, denn die Theorie Galls war durch und durch falsch.

Doch was machte dann die Lehre so attraktiv?

Sie bediente den Zeitgeist!

Sie bot der ‚Kundschaft‘ eine Art Lebenshilfe an, sie versöhnte mit dem Schicksal, milderte Schwächen als ‚angeboren‘ und zeigte Wege zur persönlichen Bildung, indem sie auf angebliche Stärken hinwies und Millionen von Menschen nahmen diese Hilfe dankbar an, die so einfach und verständlich und dazu noch ‚wissenschaftlich‘ gesichert angeboten wurde.

Und die Phrenologen selbst?

„Phrenologie ist eine großartige Karriere und eine edle und ruhmreiche Aufgabe. Die Arbeit ist voller Leben und Vitalität und wenn man davon auch nicht reich wird, belohnt sie doch auf tausend Arten diejenigen, die ihrem Ruf folgen und das Bedürfnis haben, der Welt gutes zu tun und ihren Mitmenschen zu helfen. Oft sagte ich schon, dass ich mich trotz der vielen Widerstände hundertmal der Phrenologie weihen würde, wenn ich hundert Leben hätte“.

Die Belohnungen der zweiten Art – Popularität, Ansehen, Autorität, Orden, Einladungen zu Talkshows – sind eine härtere Währung und ein stärkeres Motiv als finanzielle Reichtümer!

Bemerkenswert ist, dass die Gemeinschaft der Phrenologen im inneren Kreis ‚Konsens-Kritik‘ übte, der Peer Review stellte nur Details in Frage, nicht jedoch die Theorie an sich. Nach aussen, gegenüber den Kritikern, war der Ton wesentlich schärfer, denn die Phrenologie wurde auch bekämpft und verspottet. Dagegen wehren sich die Phrenologen als Kollektiv und schmetterten diese Angriffe der ‚Denier‘ (Ja, tatsächlich, das Wort ‚Denier/Leugner‘ wurde schon von den Phrenologen benutzt um ihre skeptischen Gegner zu verdammen) vehement ab, wie in ‚A Defence of Phrenology‘

Zustimmung wurde herausgestellt:

…Diese Überlegenheit der Phrenologie wird von Männern zugegeben, deren Reputation unzweifelhaft ist:

Dr. Whately, Erzbischof von Dublin, gefeiert für seine Werke überLogik und Rhetorik, sagt“…die Lehren der Phrenologie sind von großem Wert…“

 „Obwohl ich nicht an die Organologie glaube,“ sagt MacLaren, „Halte ich doch daran fest, dass die Phrenologie die folgenden Vorteile hat…“

 „Das phrenologische System“, sagt Dr. Macintosh in seinem Werk, „scheint mir das einzige zu sein, das einen rationellen und einfachen Zugang zu den Phänomenen des Bewusstseins gibt…“

 „Für mich“, sagt Robert Chambers, einer der Redakteure des Edinburgh Journal, „scheint die Phrenologie ein ebenso großer Fortschritt zu sein wie wie die kopernikanische Astronomie über das System des Ptolemäus…“

 „Ich bin überzeugt“, sagt Professor Hunter, „dass die Phrenologie die wahre Wissenschaft des Bewusstseins ist…“

Gegner wurden herabgesetzt:

Um ihre Angriffe gegen die Phrenologie zu führen, benutzen die Opponenten verschiedene Methoden:

Einige machen die Wissenschaft lächerlich, aber etwas lächerlich zumachen ist kein Beweis. Wer augefordert wird, Zeugnis zu geben und sich dabei zum Spott über den Angeklagten hinreissenlässt, würde als Idiot oder krank zurückgewisen werden.

Einige verurteilen die Phrenologie, aber eine Verurteilung ist kein Beweis, wer als zeuge den Angeklagten beschimpft würde für seine Frechheit bestraft.

Einige wollen die Phrenologie stürzen,indem sie sagen, sie sei nicht kompatibel mit anderen Lehrsätzen, die sie für wahr halten. Doch das ist kein Beweis. Natürlich kann es keine zwei gegensätzlichen Wahrheiten geben, aber dieser Kurs wirft andere Fragen auf: Zum Beispiel, ob der Lehrsatz, der für wahr gehalten wird, auch wirklich wahr ist und ob beide Lehren wirklich inkompatibel sind oder ob es nur dem Gegner so scheint…

Eine weitere Methode des Angriffs ist das Anführen irrelevanter Fakten, die als gegensätzlich zur Lehre geltend gemacht werden. Aber ein kleiner Irrtum ist genau so unwesentlich zur Beurteilung des ganzen wie ein nebensächlicher Fakt als Wahrheitsbeweis dienen kann

Diese Wagenburg-Mentalität gehörte, wie man sieht, schon damals zum Repertoire der Pseudowissenschaft.

Kritik an den Fundamenten kommt in der Regel nicht von den Peers, also den Anhängern der Lehre, sondern von den Skeptikern ausserhalb der Gemeinschaft. Renegaten sind selten und obwohl es sie auch bei der Phrenologie gab, spielten sie beim Niedergang dieser Pseudowissenschaft keine Rolle.

Die Alkohol-Prohibition

Für jedes Problem gibt es eine Lösung, die einfach, sauber und falsch ist.
Henry Louis Mencken

Die Temperenzbewegung begründete eine unheilvolle Tradition: Den vorsätzlichen und planvollen Mißbrauch pseudowissenschaftlicher ‚Forschung‘ zum Zweck der politischen Propaganda.
Die ‚wissenschaftliche‘ Untermauerung begann schon bald nach dem amerikanischen Bürgerkrieg, als ein ‚Temperenz Journal‘ zu Publikation wissenschaftlicher Forschungsergebnisse gegründet wurde, dem bald weitere folgten.

Aus dem ‚World Book of Temperance’:

„Trinken führt schließlich immer zu Krankheiten, denn Alkohol erzeugt die verschiedensten Krankheiten wie Paralyse, mentale Störungen, Magenkrankheiten, Lebererkrankungen, Wassersucht. Er ist die häufigste Ursache für Tuberkulose und verschlimmert alle akuten Erkrankungen. Typhus, Lungenentzündung verlaufen bei Abstinenten mild, bringen den Trinker aber schnell ins Grab. Die Fehler der Eltern fallen auf ihre Kinder. Falls diese die ersten paar Monate überstehen, sind sie von Idiotie und Epilepsie bedroht oder werden kurze Zeit später von der Tuberkulose oder der Meningitis dahin gerafft“

„Es ist bemerkenswert, dass alle Krankheiten, die durch das Trinken destillierter oder fermentierter Alkoholika hervorgerufen werden, sich bis in die dritte Generation vererben und sich dabei auch noch, wenn weiterhin getrunken wird, so verschlimmern, dass die Familie schließlich ausgelöscht wird.“

 

Neben den körperlichen Leiden wurden auch die sozialen Folgen untersucht. Billy Sunday, ein populärer Prediger, nimmt auf die ‚wissenschaftlichen‘ Daten Bezug:

WissZeitgeist02Hört! 75 Prozent unserer Idioten und 80 Prozent der Armen sind Kinder trinkender Eltern, 82 Prozent aller Verbrechen werden unter dem Einfluss von Alkohol begangen, 90 Prozent der erwachsenen Verbrecher wurden vom Whisky zu ihren Taten getrieben! Die Chicago Tribune stellte fest, dass in den letzten zehn Jahren 53.438 Morde in Alkoholkneipen verübt wurden.

Erzbischof Ireland sagte zum sozialen Verbrechen: „75 Prozent ist vom Alkohol verursacht und er ist auch für 80 Prozent der Armut verantwortlich!“ Ich gehe zu einer Familie die zerbrochen ist, und sage: „Warum geschah das? Wegen der Trunksucht!“ Ich gehe zu dem Jugendlichen auf dem Schafott und sage „Was brachte dich hierher? Die Trunksucht!“

Wie kam man zu den Zahlen? Nun, die Prohibitionisten gingen in die Gefängnisse und Armenhäuser und befragten die Insassen, ob etwa möglicherweise der Alkohol an ihrem Unglück schuld sei. Und das bejahten dann natürlich fast alle. Honi soit qui mal y pense.

 

Es fanden sich mehr als genug ‚Wissenschaftler‘, die bereitwillig zu Diensten waren und sich gegenseitig darin überboten den grössten Unfug mit einem weissen Mäntelchen gesellschaftsfähig zu machen.

Doch das kann man besser an einer moderneren Prohibitionsbewegung studieren:

Passivrauch

Falls ich übrigens morgen ein Institut zur Bekämpfung der öffentlichen Gesundheitsgefährdung durch Igelbisse gründe und dieses Institut mit zehn Planstellen ausrüste, dann werde ich jedes Jahr eine Studie bekommen, die vor der wachsenden Gefahr durch aggressive Igel warnt. Alles andere wäre ja auch ziemlich dumm von den Mitarbeitern des Institutes.

(Martenstein, ‚Zeit‘ 06.04.2009)

Die Raucherdiskriminierungskampagne ist noch in frischer Erinnerung und nicht wenige sind immer noch davon überzeugt, dass ‚Passivrauch‘ Legionen von Opfern fordert, denn das sei ja ‚wissenschaftlich erwiesen‘.

Doch die Qualität dieser ‚Wissenschaft‘ ist haarsträubend:

1 Fehlende Signifikanz

Die “Multicenter Case–Control Study of Exposure to Environmental Tobacco Smoke and Lung Cancer in Europe”von Paolo Bofetta et al. soll als Beispiel dienen. Diese große, von der WHO initiierte und ihrem Krebsforschungszentrum IARC durchgeführte Studie wird besonders häufig referenziert und gilt als nach wissenschaftlichen Standards hochwertiges‚Paradestück’ der Passivrauch-Epidemiologie.

Untersucht wurde vermehrter Lungenkrebs bei

  • Kindern rauchender Eltern
  • Partnern von Rauchern
  • Rauchbelastung am Arbeitsplatz.
  • Rauch in der Öffentlichkeit.

Um es kurz zu machen: Es gab nur ein einziges statistisch signifikantes Ergebnis: Kinder rauchender Eltern haben ein geringeres Risiko, später an Lungenkrebs zu erkranken. Alle anderen Untersuchungen zeigten Ergebnisse die innerhalb des Zufallsbereichs lagen, denn die Konfidenzintervalle schlossen eine Odds Ratio von 1 (Kein Risiko) ein.
Es gab darüber hinaus selbst bei diesen schwachen, insignikfikanten Risiken keine brauchbaren Korrelationen bei der Dosis-Wirkungsbeziehung und bei der Expositionsdauer. Rauch in der Öffentlichkeit zeigte sogar gar kein erhöhtes Risiko.
Natürlich gab es bei einigen Subklassen ’nichtzufällige‘ Risiken. Aber wenn man buchstäblich hunderte von statistischen Rechnungen macht, sind zwangsläufig auch einige dabei, die zufällig pseudo-signifikant erscheinen.
Dennoch wurde diese Studie immer wieder als herausragender Beweis für die Schädlichkeit von Passivrauch zitiert!

2. Klar erkennbarer Bias

‚Bias‘ (Voreingenommenheit) ist ein unausweichlicher Fehler bei der Auswertung von statistischen Daten:Immer fliesst das Vorurteil des Auswerters mit ein, der, ohne eigentlich zu betrügen, in den Freiräumen, die er immer hat, zum Beispiel bei der Einordnung von ‚zweifelhaften‘ Fällen, zugunsten seiner vorgefassten Meinung entscheidet.
Das wirkt sich natürlich bei kleinen Fallzahlen oft deutlicher aus als bei grossen Mengen, manchmal kann ja schon ein einziger Fall, den man falsch interpretiert, oder weglässt oder trotz Bedenken doch aufnimmt, statistische Werte bei so schwachen bzw. gar nicht vorhandenen Unterschieden zwischen der Untersuchungsgruppe und der Kontrolle deutlich verschieben.
Bei Passivrauchstudien ist dieser Bias sehr deutlich nachweisbar:

ETS_Trend1

Je grösser und genauer Studien sind ( Mehr Teilnehmer, geringerer Variationskoeffizient), desto geringer wird das gefundene Risiko und wenn man den Trend extrapoliert, dann tendiert er gegen 1, das heisst, ‚Kein erhöhtes Risiko‘.

Man kann also eine Beziehung herstellen, die klar beweist, dass die Summe der Studien mit einem Vorurteils-Makel behaftet sind und dass Passivrauch tatsächlich keinerlei Einfluss auf die Gesundheit von Nichtrauchern hat.

Auch hier gibt es übrigens eine bemerkenswerte Ausnahme: Nicht nur bei der Bofetta-Multicenter-Studie, sondern auch bei der Metaanalyse aller diesbezüglichen Studien zeigt sich klar, dass das Risiko von Kindern rauchender Eltern signifikant geringer ist:

RRChildhoodSmall

Die Trendlinie des relativen Risikos UNTER-schneidet mit steigender Qualität der Studien die grüne Linie des Null-Risikos:
Offensichtlich schützt Passivrauch in der Kindheit im späteren Leben vor Lungenkrebs.

3. Offensichtlicher Schwindel

Bei der Passivrauchhysterie bildeten sich bemerkenswerte ‚Moden‘ heraus. Besonders eine verdient Beachtung:

Das Infarktwunder.

Es begann damit, dass Stanton Glantz, ein fanatischer Tabak-Prohibitionist, die sensationelle Nachricht verkündete, dass in der Kleinstadt Helena, Mt. nach einem Rauchverbot in Gaststätten die Infarktrate um sagenhafte 40% absank was er natürlich dem Verbot zuschrieb.
Natürlich ist das völliger Unsinn. Er hat sich einfach die Daten von sehr vielen Orten mit lokalen Rauchverboten angeschaut und sich dann ein Beispiel herausgepickt, bei den rein zufällig einmal die Infarktrate gleichzeitig mit einem Rauchverbot sank. Plausibel war seine Schlußfolgerung schon deshalb nicht, weil weniger als 40% der Bevölkerung überhaupt in Gaststätten geht. Selbst wenn man also annimmt, dass ALLE Infarkte von Rauchern und Nichtrauchern ausschliesslich durch Passivrauch verursacht würden, kann das Rauchverbot also gar nicht die behauptete Wirkung gehabt haben.
Doch dieser offensichtliche Blödsinn fand sofort eine enorme Schar von Nachahmern! Plötzlich überstürzten sich die Meldungen über Studien, die geradezu fantastische Rückgänge von Infarkten nach Rauchverboten fanden.

Sie folgten allesamt einem offen betrügerischen Muster:

Entweder wurden Subgruppen ausgesucht, die zufällig zeitnah eine Schwankung der Infarktzahlen hatten („In 7 ausgewählten Krankenhäusern zeigte sich ein Rückgang der Infarktzahlen um x %) oder es wurde die Tatsache genutzt, dass die Infarktraten in fast allen Ländern dank besserer medizinischer Betreuung ohnehin stetig sinken (Dafür steigen die Krebsraten, da die Menschen immer älter werden) und dieser Trend wird dann mit Rauchverboten assoziiert obwohl von ihnen keinerlei signifikante Änderungen ausgehen.
Es kam sogar zu so grotesken Fehlern wie in Bowling Green, einer weiteren Kleinstadt in den USA, in die die Herzerkrankungen im ersten Jahr des Rauchverbots drastisch anstieg: Man rechnete einfach dieses erste Jahr 2002 der Zeit VOR dem Rauchverbot zu, weil das erst im März begann und verglich dann die Zahlen des ZWEITEN Jahrs 2003 mit dem ersten. Und da im zweiten Jahr wieder durchschnittlich genau so viele Herzerkrankungen verzeichnet wurden wie in den zwei Jahren 2000 und 2001 VOR dem Rauchverbot, aber 48% weniger als im ersten Jahr 2002 feierte man einen weiteren Triumph der Tabakprohibition.

Dir schiere Masse solcher Fälle, die bei genauerer Prüfung stets völlig substanzlos waren, zeigt deutlich, dass hier mit Vorsatz gehandelt wurde, das war kein Ausreisser oder Zahlendreher wie bei den Himalaja-Gletschern, die bis 2035 allesamt abschmelzen würden, sondern offener Betrug. Doch er wurde geduldet, sowohl in Fachjournalen als auch in der Massenpresse.
Hier arbeiteten Pseudo-Wissenschaftler als umgekehrte ‚Dr. Marlboros‘ in krimineller Weise für eine politische Ideologie, die mit einen Milliardenbudget und einem Trommelfeuer aus Hetze und Lüge die öffentliche Meinung manipulierte.

Siehe dazu auch:

 Heissse Luft – Lungenkrebs und Passivrauch

Achgut: Die wundersamen Folgen des Rauchverbots

Grieshabers Wissenschaftsdialog

Die Klimakatastrophe

Kann man aus diesen Exempeln etwas für die ‚Klimakatastrophe‘ lernen?

Zuoberst fällt auf, wie eng die Klimawissenschaft mit einer politischen Agenda verknüpft ist; sie soll ganz bestimmte politische Ziele und Handlungen rechtfertigen, die extrem radikal sind. Was als ‚große Transformation‘ ‚alternativlos‘ propagiert wird, ist antidemokratisch, totalitär und mit ungeheuren finanziellen Lasten verbunden. Im Endeffekt würde es einer kleinen Minderheit enorme Macht und gewaltige Reichtümer bescheren, aber die Masse der Menschen rechtlos, gleichgeschaltet und arm machen. Um eine Vorstellung davon zu bekommen, wie groß dieser Kuchen ist:

The World Economic Forum projects that by 2020, about $5.7 trillion will need to be invested annually in green infrastructure, much of which will be in today’s developing world.

5,7 Billionen, 5700 Milliarden US$ pro Jahr, das sind jährlich etwa 630 € für jeden Menschen auf der Welt – Das gigantischste Finanzprojekt aller Zeiten!
Zum Vergleich: Der Bundeshaushalt der USA, des reichsten und mächtigsten Lands der Welt, beträgt aktuell nur 3,8 Billionen.

Da kaum jemand freiwillig einer solchen Politik zustimmt, gibt es nur ein Mittel, sie durchzusetzen: Angst!
Angst vor dem Jüngsten Tag, Angst vor der Sintflut, der ‚Untergang der Hochkulturen, wie wir sie heute kennen‘ (Schellnhuber) wird wieder von Propheten verkündet, wie schon so oft. Und fadenscheinige ‚Modelle‘, die nichts als reine Spekulation sind, sollen das ‚wissenschaftlich‘ mit einem Mäntelchen der Plausibilität bekleiden.

Die Schwächen und Fehler der politisierten Klimawissenschaft sind allgemein bekannt und recht ausführlich diskutiert.
Doch warum geben sich Wissenschaftler als willige Helfer her?

Das Primat des Zeitgeists

Der Weg in die Hölle ist mit guten Absichten gepflastert 

So abscheulich die Verbrechen der Inquisition auch waren, bin ich dennoch überzeugt, dass die Inquisitoren nach ihrem Selbstverständnis keine Verbrecher waren. Nach Meinung ihrer Zeitgenossen waren sie es ohnehin nicht.
Ihr Zeitgeist diktierte ihnen, dass die Rettung einer unsterblichen Seele unendlich wichtiger sei als ein kurzes, vorübergehendes Leiden in der diesseitigen Welt.
Ist erst einmal eine solche Sichtweise akzeptiert, ist es allgemeiner Konsens, dass Hexerei höchst real ist und eines der grössten Menschheitsprobleme darstellt, dann braucht es nicht die Furcht davor, als Dissident selbst in Gefahr zu geraten. Der Gedanke an Dissens kommt gar nicht auf!

WissZeitgeist05Natürlich gab es ganz zweifellos sekundäre Motive, die auch damals verwerflich waren: Sadismus, Haß, Gier, Ehrgeiz… Doch sie waren nicht die wahren Triebfedern, sondern wurden nur opportunistisch aktiv. Das ist ein ganz gewöhnlicher Vorgang: In allen totalitären Regimes setzen sich die Mitläufer aus Leuten zusammen, die ganz überwiegend egoistische Motive verfolgen und die Ideologie als Legitimation für ihre ansonsten sozial nicht akzeptable Veranlagung missbrauchen.Doch sie sind eben nur Mitläufer, nicht Schöpfer. Allerdings sind sie ein bequemes Reservoir, auf die jeder Totalitarismus-Prediger sicher zählen kann.

Der ehrliche Inquisitor mag jedenfalls seine Arbeit persönlich als schwere Bürde gesehen haben, er mag all dieses Blut, diesen Dreck, die Qualen und die Grausamkeit verabscheut haben, aber er bleib seiner Pflicht treu, denn sie war legitimiert durch die Rangfolge seines Wertesystems, die ihm eingeprägt war.
Er mag vor einem Denunzianten Abscheu empfunden haben, weil dem unlautere Motive im Gesicht geschrieben standen, Doch wenn die Anschuldigung plausibel war, also dem herrschendem Dogma entsprach, fühlte er sich selbstverständlich verpflichtet, Anklage zu erheben und es mag ihm eine tröstende Rechtfertigung gewesen sein, dass ja auch dieser Denunziant sich einst vor den jenseitigen göttliche Gericht für seine Sünde verantworten muss.
Ja, er konnte sich vielleicht sogar sagen, dass er barbarische Auswüchse und Willkür dadurch bekämpfte, dass er ein ordentliches, rechtsstaatliches und kodifiziertes Verfahren anwendete – In Spanien spielte beispielsweise die Hexenverfolgung durch die Inquisition kaum eine Rolle, da die Inquisitoren zu der Meinung gelangten, der Hexenwahn beruhe nur auf einer Massenhysterie. Stattdessen widmete man sich dort den ‚echten‘ Ketzern.

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Die Hexenverfolgung war innerhalb ihrer Zeit etabliert und mit dem herrschenden Paradigma kongruent.

Doch wie sieht es aus, wenn eine wirklich neue Erkenntnis sich etablieren will?

Der Zeitgeist ist träge, er reagiert nur sehr langsam. Was uns als Revolution und plötzliche Umwälzung erscheint, bedarf langer Vorlaufzeiten, in denen sich das herrschende Paradigma mehr und mehr als untauglich zur Lösung von Fragen erwies.
Ist diese Voraussetzung nicht gegeben, dann haben es neue wissenschaftliche Erkenntnisse sehr schwer, sich durchzusetzen ud zwar gleich aus mehreren Gründen:
Es besteht nach allgemeiner Ansicht kein Forschungsbedarf, also beschäftigen sich auch nur wenige überhaupt mit dem Thema – und Geld gibt es dafür erst recht nicht
Da jedes neue Paradigma auch Verlierer hat, erheben diese einen starken – aus ihrer Sicht durchaus gerechtfertigten – Widerstand, für den sie ihren Ruf und ihre ungebrochene Autorität ins Feld führen.
Selbst wenn sich die Idee grundsätzlich durchsetzt, bleibt sie konsequenzlos und wird mangels gesellschaftlicher Relevanz nicht beachtet und nicht publik gemacht.

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Trifft dagegen eine neue wissenschaftliche These, wie z. B. die Phrenologie oder ihre Schwester, dier Homöpopathie, den Zeitgeist, ist ihre Rezeption sogar dann möglich und sogar wahrscheinlich, wenn sie neutral betrachtet völliger Unsinn ist. Sie erfüllt ein Bedürfnis auch dann, wenn sie nur ein Surrogat ist, weil sie eine Legitimation für einen emotionale Wunsch nach Veränderungen ist. Salopp gesagt, hilft sie, das Weltbild der Stimmung anzupassen oder besser, zurecht zu biegen.

In diesem Fall gibt es Adepten, Geld, Ruhm, öffentliche Aufmerksamkeit und nicht zuletzt auch genügend Wissenschaftler, die auf den fahrenden Zug aufspringen um ihre eigene Karriere zu fördern.

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Ist eine gewisse Empfängnisfähigkeit für bestimmte Thesen latent vorhanden, kann sie auch gezielt ausgebeutet werden, indem mit den Mitteln der Propaganda (pseudo-) wissenschaftliche Thesen so unterstützt und populär gemacht werden, dass sie zumindest für eine gewisse Zeit zum vorherrschenden Paradigma aufsteigen.

Auch dafür finden sich mehr als genug Mitläufer im weissen Mämtelchen, die bereitwillig ihre zugedachte Rolle spielen, manche aus falscher Überzeugung, manche aus zynischem Opportunismus, manche aus politischen Gründen.

Ernest Cherrington, einer der führenden Köpfe der Prohibitionsbewegung,skizzierte diesen Weg schon zu Beginn des 20.jahrhunderts sehr deutlich:

Die Temperenz-Reform in Amerika dauerte mehr als 150 Jahre und wurde in drei großen Stufen durchgeführt

  • Die Schaffung einer Stimmung, eines Gefühls unter der Bevölkerung
  • Die Organisierung dieser Stimmung als ‚öffentliche Meinung‟
  • Die Übersetzung dieser öffentlichen Meinung in Gesetze und in Organe zu deren Durchsetzung

Politische Ideen, vor allem solche mit totalitärem Hintergrund, gibt es zuhauf: Antisemitismus, Antikapitalismus, Antialkoholismus, Angst vor Fremden, Angst vor neuem, Neid, Gier und Machtgelüste. Sie suchen nach Rechtfertigung für Gefühle und wer es zum richtigen Zeitpunkt schafft, dies zu bedienen (Die Prohibitionsbewegung wurde in der Zeit der Desorientierung nach dem Weltkrieg erfolgreich, als in anderen Staaten Kommunismus und Faschismus als ‚Lösungen‘ angeboten wurden) indem ein pseudorationales ‚wissenschaftliches‘ Mäntelchen angeboten wird, kann ein Paradigma gezielt errichten und zur Staatsdoktrin machen.

———-

‚Die Wissenschaft‘ wird unter den geeigneten Umständen nicht zögern, sich als Erfüllungsgehilfe zur Verfügung zu stellen, wie sie es schon immer tat und heute immer noch tut.

Wissenschaftler sind keine Übermenschen, manche sind verführbar und sie haben Laster und Fehler wie andere auch und gar nicht selten sind sie sogar ausgesprochen dumm, auch wenn sie akademische Grade führen. Ihre Selbstkontrollmechanismen sind oft schwach und untauglich, der ‚Peer Review‘ ist so ziemlich das ungeeignetste Werkzeug zur Wahrheitsfindung, da dabei im schlimmen Fall die Täter über sich selbst zu Gericht sitzen. Nicht einmal das Experiment ist neutral, wie die Causa Semmelweiß zeigt und es gibt kaum ein wissenschaftliches Verfahren mit dem mehr Schindluder getrieben wird wie die Statistik.

 Man muss das Wahre immer wiederholen, weil auch der Irrtum um uns her immer wieder gepredigt wird und zwar nicht von einzelnen, sondern von der Masse, in Zeitungen und Enzyklopädien, auf Schulen und Universitäten. Überall ist der Irrtum obenauf, und es ist ihm wohl und behaglich im Gefühl der Majorität, die auf seiner Seite ist.

Johann Wolfgang von Goethe

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81 Kommentare
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  1. Klasse!!
    Tritium schafft es immer wieder, alles was mir ungeordnet durch den Kopf geht, in genau der Form zu verbalisieren, die ich mir gewünscht hätte, selbst hinzukriegen. Chapeau mon alter ego!

    Fehlt eigentlich nur noch die Kikk -- Studie, mit welcher es sich ähnlich den Passivrauchstudien verhält.

    Das für alle sichtbare Massensterben aufgrund urbanen Feinstaubes ließe sich auch noch -- nur so zu Erbauung -ergänzen.

    Der einzige Spielverderber im Reigen von menschengemachtem Elend und Siechtum der Moderne ist die stetig steigende Lebenserwartung, die im Goldenen Zeitalter der vorindustriellen Nachhaltigkeit bei unter 40 Jahren lag.

  2. Erst mal dank‘ schön! :-)

    Das für alle sichtbare Massensterben aufgrund urbanen Feinstaubes ließe sich auch noch — nur so zu Erbauung -ergänzen

    DAS hab‘ ich mal ein wenig durchgerechnet, auf der Basis der gültigen MAK/AGW-Werte der Berufsgenossenschaften.

    Unter der LNT (Linear, No Treshold)-Hypothese, die ja zum allgemeinen Credo des Public Health gehört, müsste in staubbelasteten Berufsgruppen wie Gießereiarbeitern, Schweißern, Bergleuten etc. ein grauenhaftes Massensterben schon mit 30 bis 40 Jahren einsetzen und kaum einer der bedauernswerten Opfer hätte Aussicht, auch nur in die Nähe des Rentenalters zu gelangen…

    Was Public Health im allgemeinen betrifft, kann ich wieder mal vor allem Steve Milloy empfehlen:

    Science Without Sense:
    The Risky Business of Public Health Research

  3. Der Artikell trifft voll meinen Nerv -- Klasse !!

    Kinder rauchender Eltern haben ein geringeres Risiko, später an Lungenkrebs zu erkranken.

    Erst dachte ich das sei ein Schreibfehler. Ist aber doch keiner. Bin gespannt ob das hier noch verrissen wird.

    Hier arbeiteten Pseudo-Wissenschaftler als umgekehrte ‘Dr. Marlboros’ in krimineller Weise für eine politische Ideologie, die mit einen Milliardenbudget und einem Trommelfeuer aus Hetze und Lüge die öffentliche Meinung manipulierte.

    Gegen das Rauchen zu argumentieren und (oder) Rauchern ein schlechtes Gewissen zu machen ist inzwischen alltäglich. Dadurch wird automatisch der rauchende Mensch ganz im Sinne der Erfinder immer weniger toleriert und zwangsläufig diskriminiert. Tolle Pädagogen.

    5,7 Billionen, 5700 Milliarden US$ pro Jahr, das sind jährlich etwa 630 € für jeden Menschen auf der Welt – Das gigantischste Finanzprojekt aller Zeiten!

    Bei soviel Geld werden den Alarmisten die Argumende so schnell nicht ausgehen.

  4. Und täglich ruft das Murmeltier………….komm mir vor wie bei RTL2 …..eine Wiederholung nach der anderen……Geschichtlich gesehen, selbst die Methoden sind fast gleich zu heute, nur gibbet keine Hexenverbrennung mehr……denn das dient nämlich auch dem Klimaschutz.

    Tja….und die Rentenkassen jammern, das der dusselige Deutsche immer älter wird…….wann wirkt denn endlich mal der Feinstaub……zum Wohle der Demographie?

    Ups……..böser Onkel Heinz, ganz böser

  5. @tritium

    Kannst ma bitte deine diagramme beschriften 😉

  6. Allein schon wegen deinem letzten kapitels ‚das primat des zeitgeists‘ wuerde ich mir wuenschen, das dieser artikel zb in der ’no tricks zone‘ oder aehnliches veroeffentlicht wird.
    Einfach damit dieser von sovielen wie moeglich gelesen wird.
    Treffender kann man diesen sachverhalt nicht beschreiben!

  7. Kannst ma bitte deine diagramme beschriften 😉

    Nö.
    Gibt’s hier alles mit Background, deshalb hab‘ ich’s ja oben verlinkt:

    Heissse Luft – Lungenkrebs und Passivrauch

    Das Infarktwunder.

    (Die beiden Paper sind übrigens von mir selbst)

  8. Allein schon wegen deinem letzten kapitels ‘das primat des zeitgeists’ wuerde ich mir wuenschen, das dieser artikel zb in der ‘no tricks zone’ oder aehnliches veroeffentlicht wird.

    Dank‘ schön für die Blumen :-)

    Veröffentlichen kann jeder, der will (und wenn ich freundlich gefragt werde, übersetze ich sogar ins Englische)

  9. Werter Tritium,
    das nenne ich möglichst alles von allen Seiten betrachten. Toller Beitrag!

  10. Die Wissenschafter, die ihre Ideologien mit Wissen bemänteln, suchen nur Vorteile auf Kosten anderer, vor allem für sich. Da wird gelogen und betrogen, dass die Schwarte kracht. Irgendwelche Entscheidungen auf den laufend wechselnden Wahrheiten wissenschaftlicher „Kapazitäten“ aufzubauen, endet immer mit einem durchschlagenden Erfolg.

    Wie in einem Kondensator führen Überspannungen in der ZivilGesellschaft irgendwann zu einem Kurzschluß. Die Spannung bricht zusammen und ein neuer Kondensator wird eingebaut. So werden Denkfehler offenbar und die Bahn frei für neue Denkfehler mit neuen Professoren und Heerscharen neuer Studenten als honorierte Trampel durch die Irrwege der Zivilisation unter dem weißen Rauschen des Zeitgeistes, das Grüne und Rote in ein rosa Rauschen zu wandeln wünschen. Doch Europa war noch nie der Nabel der Welt trotz brutal verzerrter Weltkarten. Wir sind genauso wenig authentisch wie das Reich der Mitte.

    Was soll bloß der Quatsch? „Es ist sehr gefährlich“, sagte Voltaire, „in Dingen recht zu haben, wo große Leute unrecht gehabt haben.“ meinte Georg Christoph Lichtenberg und über ihn wurde geschrieben: „Seine körperliche Behinderung und seine ständige Anfälligkeit für Krankheiten machten ihn in außergewöhnlichem Maße empfindsam. Seine Beobachtungsgabe richtete er nicht nur auf naturwissenschaftliche Erscheinungen, sondern auch auf die Umwelt und seine Mitmenschen.“

    Weil „die meisten Denkfehler Schwarmirrtümer sind“, ist es einfach gut, über mögliche Denkfehler nachzudenken, statt Vordenkern hinterherzulaufen.

    Die ganze Feinstaubdiskussion war hinfällig, als in Frankfurt am Main das ehemals von Studenten bewohnte 116 Meter hohe Gebilde aus Stahl, Beton und dem, was 1972 üblich war, nach kontrollierten Sprengungen am 2. Februar 2014 um 10:05 den Campus in riesige Feinstaubwolken hüllte. Es sah aus wie die Sprengung der drei Türme des World Trade Centers, wo die dritte Videomontage eines Verkehrsflugzeuges im Drehbuch vergessen wurde. Die Menschen sind aber durch Schwermetalle und andere nette Elemente inzwischen soweit vergiftet, dass ihnen solche Unglaublichkeiten entgehen.

    Mein smart Diesel muss auf dem Parkplatz in Bonames stehen bleiben, weil ich ohne Feinstaubfilter nicht in die Frankfurt Umweltzone hineinfahren darf. Ich muss die U-Bahn, die erst ab dem Weißen Stein so richtig voll wird, benutzen, die von Strom angetrieben wird, der zu einem großen Teil aus Braunkohle erzeugt wird. Gehts noch? Meine bösen Rußflocken werden ausgehustet, die guten Feinstäube der smarten Filter bleiben in der Lunge, bis sie sich im Sondermüll des Krematoriums mit der Asche vereinen. Diese Dreckschleuder mit Feinstaubfilter steht im Frankfurter Hauptfriedhof in Sichtweite zur Deutschen Nationalbibliothek, wo all die schlauen Bücher stehen, die uns helfen, etwas über unsere verrückte Welt zu erfahren.

    Hans Kolpak
    Goldige Zeiten

  11. Wann und wie kommt es zum Umkippen solcher Wahnsysteme? Reicht das Zugucken oder sollte man sie beschleunigen, Rot-Grün wählen?? mfG

  12. @nleser #11
    Grün wählen, wäre sicher eine Methode, das Zusammenbrechen des Wirtschaftsstandorts Deuschland zu beschleunigen. Ob das dann am Ende Schwarz-Grün oder Rot-Grün ergibt ist letztendlich egal.
    Das Schöne an solchen Wahnsystemen heutzutage ist nur, dass sie nur noch eine untergeordnete Rolle spielen. Es gibt eigentlich keinen Zeitgeist mehr. In einer globalisierten Welt gibt es eine Reihe von Zeitgeistern und das klingt doch schon viel harmloser. Je mehr diese Geister miteinander kommunizieren über das Internet und international English, desto mehr geben sie sich der Lächerlichkeit preis. Die CAGW-These erfährt das im Moment ganz deutlich. Ich würde nicht Grün wählen. Die gehen auch ohne sie auf Talfahrt.

  13. Wann und wie kommt es zum Umkippen solcher Wahnsysteme?

    Auch das lehrt die Geschichte.
    Meist ist es einfach so, dass die Menschen das Interesse daran verlieren. Wahnideen verlieren ihre Attraktivität, ihren emotionalen Nutzen und ‚verdünnisieren‘ sich.
    Der große, revolutionäre Knall ist eigentlich eher die Ausnahme und tritt auf, wenn ein Paradigma lange über seine natürliche Lebensdauer hinaus gewaltsam durchgesetzt wird.

    Ich denke, dass das ‚Waldsterben‘ ein ganz typisches Beispiel ist und ich kann nur die ausgezeichnete Analyse von Günter Keil dazu empfehlen:
    Chronik einer Panik

    Das Ende der Alkoholprohibition ist dagegen ein Beispiel für einen demokratischen Aufstand:
    Da gab’s zivilen Ungehorsam, Proteste, eine regelrechte Wogeder Ablehnung fegte die gesetzliche Grundlage weg.

    Leider zeigt die Erfahrung jedoch, dass nach dem Ende sehr bald die nächste Sau durchs Dorf getrieben wird.

  14. Gerade die Passivrauchgeschichte ist eine politische/ethische Frage.

    Das schlimme daran ist, daß man solche Fragen nicht als politisch/ethisch direkt behandelt, sondern noch irgendwelche Pseudowissenschaft drumrumbauen muß, da gehe ich mit dem Artikel d’accord.

    Was man in der ganzen Sache und der politischen Diskussion aber beachten sollte: Es gibt zahlreiche Menschen, die früher nie in Nachtclubs/Bars gegangen sind, weil diese so bestialisch verraucht waren (ich gehöre dazu). Das eindeutige Problem des Passivrauches ist die Belästigung dritter.
    Auch wenn meist niemand davon umkommt, wenn ich Nachts um 12 mit nem Hilti Steine im Garten zerlege, oder einen vollbesetzten Fahrstuhl vollpupse, so ist es doch sinnvoll, dies zu unterlassen, da man damit andere belästigt und man selbst auch nicht in solcher Art belästigt werden möchte.

    Jetzt sehen Raucher, Rauch meist nicht als Belästigung, Nichtraucher aber sehr wohl und somit gibt es ein Problem.
    Was jeder zu Hause macht ist egal. Aber an Orten des gesellschaftlichen Zusammenkommens, von denen man entweder nicht fliehen kann, wie z.B. Schule/Arbeitsplatz, oder Orten in die viele gerne gehen möchten (Oper, Disko, Bars, Vereine …) hat man dann eben dafür zu Sorgen, daß Raucher und Nichtraucher irgendwie auskommen. Und dies funktioniert eben nur, wenn man Raucherzimmer/Nichtraucherzimemr hat, oder die Raucher bei baulicher Ungelegenheit vor der Tür rauchen.
    Das hat ersteinmal nichts mit Pseudostudien zu tun, sondern mit Anstand und Rücksicht auf andere.

    mfg

    PS nocheinmal, daß manche meinen , solche Pseudowissenschaftlichen Auswertungen zu benötigen ist schlimm

  15. Klasse Beitrag Tritium :-) Ja, der Wahnsinn hat Methode. Ganz aktuell bläst die WHO zum nächsten Angriff.
    Motto:

    WHO befürchtet extreme Zunahme von Krebserkrankungen

    Bis 2025 könnten jährlich 20 Millionen Menschen weltweit an Krebs erkranken -- rund 40 Prozent mehr als derzeit. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In den kommenden zwei Jahrzehnten sei demnach sogar ein Plus von rund 70 Prozent möglich. Im Jahr 2012 hatte es rund 14 Millionen Neuerkrankte gegeben, heißt es im Welt-Krebs-Bericht 2014, den die zur WHO gehörende Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) vorstellte.

    Die Organisation rechnet in Zukunft auch mit wesentlich mehr Todesfällen. Etwa 8,2 Millionen Menschen seien 2012 an Krebs gestorben. Diese Zahl werde in den kommenden zwei Jahrzehnten auf bis zu 13 Millionen steigen.

    und liefert natürlich gleich die entsprechend notwendigen Maßnahmen mit

    Die Regierungen müssten daher weltweit dringend mehr für die Vermeidung von Krebs tun, forderte die Agentur anlässlich des Weltkrebstages am Dienstag. Behandlung allein könne die wachsenden Zahlen nicht aufhalten. Unter anderem sollten Gesetze das Rauchen und den Konsum von Alkohol und zuckerhaltigen Getränken einschränken.
    Vor allem ärmere Länder sind betroffen
    „Die richtige Gesetzgebung kann gesundheitsbewussteres Verhalten fördern“, sagte Mitautor Bernard Stewart. Beim Rauchen seien durch höhere Steuern, Werbeverbote und andere Maßnahmen bereits Erfolge erzielt worden. Regierungen müssten zudem mehr Möglichkeiten für Vorsorgeuntersuchungen schaffen und Übergewicht und Luftverschmutzung stärker thematisieren.

    Kommt uns doch alles irgendwie bekannt vor 😉

    karl.s

  16. #11

    Wann und wie kommt es zum Umkippen solcher Wahnsysteme? Reicht das Zugucken oder sollte man sie beschleunigen, Rot-Grün wählen?? mfG

    Prinzipiell dann, wenn die Propaganda, welche sie erzeugte, nicht mehr bezahlt wird.

  17. Das hat ersteinmal nichts mit Pseudostudien zu tun, sondern mit Anstand und Rücksicht auf andere.

    Leider sind aber Anstand und Rücksicht als erste auf der Strecke geblieben.
    Eine Hetzkampagne im ‚Stürmer‘-Stil, in der eine Bevölkerungsgruppe auf übelste als Volksvergifter diffamiert wurde, ist in höchstem Maß UN-anständig.
    Und zur Rechtfertigung dieses Un-Anstands dienten diese Junk-Science-‚Studien‘.

  18. @Hans Kolpak #10,

    Es sah aus wie die Sprengung der drei Türme des World Trade Centers, wo die dritte Videomontage eines Verkehrsflugzeuges im Drehbuch vergessen wurde. Die Menschen sind aber durch Schwermetalle und andere nette Elemente inzwischen soweit vergiftet, dass ihnen solche Unglaublichkeiten entgehen

    .

    Das Drehbuch war wirklich sehr fehlerhaft. Hatte aber auch lustige Momente, diese BBC Reporterin meldete den „Kollaps“ vom Salomon WTC7 Gebäude 25min. zu früh.

    Es steht die gesamte Zeit noch hinter ihr.

  19. Klasse Beitrag Tritium Ja, der Wahnsinn hat Methode. Ganz aktuell bläst die WHO zum nächsten Angriff.
    Motto:

    WHO befürchtet extreme Zunahme von Krebserkrankungen

    Das Problem ist, WARNEN mag ja OK sein, aber:

    Die Regierungen müssten daher weltweit dringend mehr für die Vermeidung von Krebs tun, forderte die Agentur anlässlich des Weltkrebstages am Dienstag. Behandlung allein könne die wachsenden Zahlen nicht aufhalten. Unter anderem sollten Gesetze das Rauchen und den Konsum von Alkohol und zuckerhaltigen Getränken einschränken.
    Vor allem ärmere Länder sind betroffen
    “Die richtige Gesetzgebung kann gesundheitsbewussteres Verhalten fördern”, sagte Mitautor Bernard Stewart. Beim Rauchen seien durch höhere Steuern, Werbeverbote und andere Maßnahmen bereits Erfolge erzielt worden. Regierungen müssten zudem mehr Möglichkeiten für Vorsorgeuntersuchungen schaffen und Übergewicht und Luftverschmutzung stärker thematisieren.

    ist nichts anderes, als der Wunsch nach einer totalitären Bevormundung durch eine Clique, die für sich den einzig Wahren Weg, „gesundheitsbewußtes Verhalten“, gefunden hat und diese „Wahrheit“ per Zwang Anderen aufoktruieren will. Es geht nicht um Gesundheit, es geht um Gängelung, Maßregelung, Verhaltensänderung und somit um nichts anderes, als um die verwerfliche Ambition, im Namen des einzig Guten, Macht über andere ausüben zu wollen.

    Ob jemand unter Verzicht und Askese das Alter von Jopi Heesters erreichen will, oder lieber als Genußmensch vor Belastung der Rentenkasse abtreten möchte, ist einzig und allein seine privateste Lebensentscheidung, die Ausübung seines verfassungsmäßigen Menschenrechtes auf (selbstbetimmtes) Leben.

  20. @ FK9 Pilot:
    Das Problem und der Eifer ist allerdings nicht neu.
    George Elliot Flint beschrieb das in ‚The whole Truth about Alcohol‘ schon 1919. Besonders interessant ist seine geradezu prophetische Vorausschau der Anti-Tabak-Kampagne:

    Das Unrecht, das die Prohibition rund 40 Millionen Menschen antun würde, ist so offensichtlich, dass es fast überflüssig erscheint, dies zu erwähnen.
    Was nicht so offensichtlich, aber genau so wahr ist, ist die Tatsache, dass die Verabschiedung eines solch repressiven Gesetzes, in einer vermeintlich freien Gesellschaft, ein gefährlicher Präzedenzfall für die verbliebenen Freiheiten der Menschen wäre. Was wird der professionelle Reformer tun, wenn alle Köpfe der Hydra Alkohol abgeschlagen sind? Wird er sich zufrieden zurücklehnen? Wohl kaum. Er würde schnell entdecken, dass die Menschheit weiter leidet und würde nach einem anderen universellen Übel Ausschau halten. Bald würde er entdecken, dass das Laster des Rauchens zugenommen hat und: „Heureka! Nieder mit dem Tabak!“ Sie würden das verfluchte Kraut mit der Wurzel ausrotten und es von der Erde entfernen Alles, was dazu nötig wäre, wären ein paar Fanatiker, ein paar Analysen der Giftstoffe im Tabak, Statistiken, die beweisen, dass Tabak „jeden tötet“, eine anschauliche Beschreibung des „unveräußerlichen Rechts“ auf das Atmen reiner Luft, pathetische Aufsätze über die „ekelerregende und schmutzige“ Gewohnheit des Rauchens, und das ganze wird dann noch mit ein paar Statistiken über die gewaltigen Summen, die da in giftigen Rauch aufgehen, garniert.
    Doch eine Welt, die triumphierend von ihren beiden wichtigsten Tröstern, dem Alkohol und dem Tabak befreit wurde, würde unseren Reformer und selbst ernannten Vormund nicht befriedigen.
    Immer noch würde er ‚Degeneration’ wittern. Möglicherweise würden Kaffee und Tee als nächstes angegriffen, dann das Fleischessen, denn es kann leicht gezeigt werden, dass dies alles schädlich ist. Schließlich werden die letzten vegetarischen Reste der Menschheit, ganz einer schadstofflosen und willenlosen Existenz ausgeliefert, stöhnend den Geist aufgeben. … Die Regierung könnte sich dann auch in die privaten intellektuellen Tätigkeiten einmischen. Ein Student oder Schriftsteller oder Künstler, der nach Ansicht des Staats in seiner Profession nicht gut genug ist, könnte dazu verpflichtet werden, eine Arbeit zu leisten, die für die Allgemeinheit und ihn selbst nützlicher und vorteilhafter ist, zum Beispiel, indem er für eine bestimmte Anzahl Stunden täglich für gemeinnützige Arbeiten verpflichtet wird. … Eine Regierung, die der Bevölkerung die Tröstung durch den Gebrauch bestimmter Drogen verweigert, wird die Menschen den gefährlichen Versuchungen anderer Er-satzdrogen aussetzen. In Maine, wo bereits eine Prohibition in Kraft ist, trinken die Leute ein bierähnliches Getränk, das mit Äther versetzt ist. In New York gibt es 200.000 Drogensüchtige, mehr als je zuvor, und die Zahl steigt stetig an. Trotz der neuen Gesetze [die Opiate illegal machten] gibt es mehr Drogen, vor allem Heroin, das illegal eingeschleust wird. Ärzte, Priester, Rechtsanwälte und Angestellte ohne Zahl sind drogenabhängig. In den USA soll es bis zu 1 Million Drogensüchtige geben und 80 % von ihnen schnupfen Heroin. .

    ..

  21. @ FK9:

    Ob jemand unter Verzicht und Askese das Alter von Jopi Heesters erreichen will

    Jopi Heesters war allerdings Genußmensch bis ins hohe Alter. Er hat das Rauchen erst mit 107 aufgegeben (nach 90 Jahren). Tja, ein Jahr später ist er dann gestorben. Hätte er mal weitergeraucht…

    Nebenbei: Mir würde das Alter von Helmut Schmidt schon reichen, allerdings schaffe ich die Menge an Zigaretten nicht. Habe also schlechte Karten.

  22. Jopi Heesters war allerdings Genußmensch bis ins hohe Alter. Er hat das Rauchen erst mit 107 aufgegeben (nach 90 Jahren). Tja, ein Jahr später ist er dann gestorben. Hätte er mal weitergeraucht…

    Klar.Er war mir nur das präsenteste Beispiel für „Alter“…,-)
    Ich möchte hier aus ärztlicher Sicht auch keinesfalls das Rauchen (aktiv) verharmlosen. Neben anderen „Zivilisationskrankeheiten“, wie das metabolische Syndrom nebst Folgen, ist es der größte Risikofaktor in der entwickelten Welt.

    Dennoch brauchen wir keine selbsternannten Dressureliten, die uns die Entscheidung abnehmen wollen, wie wir unser Leben gestalten, mag es nun lang oder kurz sein. Der Weg von der verordneten Volksgesundheit bis zur Eugenik ist nämlich ein sehr kurzer und die Wurzeln liegen sehr nah beieinander.

  23. @14
    Pseudowissenschaften und Nichtraucherschutzgesetze untergraben letztendlich die Akzeptanz des Rauchens vollkommen. So mancher Nichtraucher akzeptiert auch die letzten Raucherecken unserer Republik nicht. Irgendwann darf nirgendwo mehr geraucht werden. Diese Mehrheitsdemokratische Verbotsorgie ist nichts anderes als eine Mehrheitsdiktatur. Wozu denn Kompromisse suchen wenn man doch weiß was richtig für den Menschen ist. Als bekennender Raucher ist der Weg in irgendwelche Führungsetagen praktisch nicht mehr möglich.

  24. Liebe Macher von „science-skeptical“, lieber tritium,

    es gibt das Sprichwort „Schuster bleib‘ bei deinen Leisten“ -- und in vielen Beiträgen bestätigt sich für mich der wahre Gehalt dieser Weisheit.
    Seit langem verfolge ich regelmäßig den Blog, um mich über alles was mit Klima und Energie zusammenhängt zu informieren.
    In der Regel sind es Beiträge, die auch für jemanden, der die Reformationen des Bildungssystems in den 70er Jahren genossen hat (Abi ohne Mathe und Physik!) verstehbar sind.

    Aber sobald es Beiträge sind, die die Biologie betreffen, tauchen immer wieder Fehler auf: Lebewesen werden als physikalisch-chemisch funktionierende „Maschinen“ betrachtet und die neuesten Erkenntnisse im Bereich Landwirtschaft, Medizin, Genetik,… scheinen unbekannt.
    und -- in diesem Blog eigentlich unverständlich -- es werden manche Fächer lächerlich gemacht:

    oder nur an den Glauben, dass Homöopathie wirkt und sich das verächtliche Lachen verkneifen. Nur weil unsere zeitgenössischen Wahnvorstellungen anders als damals sind, bleiben sie dennoch Wahn.

    Meine Frau betreibt seit 25 Jahren eine homöopathische Praxis, bekommt häufig von der konventionellen Medizin austherapierte Patienten und kann ihnen mit dieser von Ihnen lächerlich gemachten Methode in der Regel wieder zu einem lebenswerten Alltag verhelfen. Das Ganze ohne Nebenwirkungen und ziemlich preiswert.
    Der Begründer der Homöopathie -- Samuel Hahnemann -- war Arzt und seiner Zeit weit voraus. 100 Jahre später hat sich August Bier mit der Homöopathie auseinandergesetzt.

    Heute hat sie sich eigentlich durchgesetzt und wird nur noch von Menschen, die sie nicht verstehen und Angst haben (!) abgelehnt oder von Ärzten und Apothekern, die im Verbund mit den Herstellern von „modernen“, nebenwirkungsreichen und teuren Medikamenten ihre Felle davonschwimmen sehen (finanzielle Felle meine ich).

    Lieber Tritium, wenn Sie daran interessiert sind, zum Thema Homöopathie eine wissenschaftliche und verständliche Aufklärung zu bekommen (wie ich das hier u.a. zum Thema Fracking, Kernkraft, … oft erleben kann), können Sie sich mit mir in Verbindung setzen und wir besprechen das Thema ausführlich in privater Runde.

    Grüße

    Hakola

  25. Wer heilt hat recht!

    Dabei ist es völlig gleich ob nun Schulmedizin, Chinesische Med, Homöopathie und selbst Pillen ohne Wirkung außer Placebo.
    Nur eine Traurigkeit bleibt. Es muss einem mal verdammt dreckig gegangen sein um diesen Satz zu verstehen.

    Ein gesunder Mensch hat tausend Wünsche, ein kranker nur einen!

  26. @Hakola,

    dass Homöopathie nicht wirken kann, ist allein schon aus der Physik und der Chemie erklärbar.

  27. @ Constanze
    Kann Physik und Chemie das erklären?
    z.b. den Placebo effekt, oder die spontan-Heilung (bei Krebs)
    Ich wünschte unsere Schulfächer Chemie, Physik, Mathe Biologie könnten es (jetzt schon).
    Ich war dabei, ich habs gesehen
    Wunder passieren immer wieder
    lass Sie geschehen

  28. @Hakola, ConstanzeW

    Eine Nachbarin wird homöopathisch behandelt. Da die Diagnose durch Auspendeln gestellt wurde, scheint mir dies die angemessene Therapie.

    Der Placebo-Effekt ist nicht zu unterschätzen, eine beobachtete Effektivität von Homöopathie spricht allerdings mehr für die Stärke psychosomatischer Wirkungen als gegen das, was Tritium geschrieben hat. Der „‘wissenschaftliche Sozialismus’ Stalins oder Maos und die Rassenlehre Hitlers“ hatten ja auch eine sehr weitgehende Wirkung, obwohl ihre wissenschaftliche Fundierung reiner Humbug ist.

  29. Ich rede nicht vom Placeboeffekt, denn den gibt es bei JEDER Behandlung. Und ein Placeboeffekt heilt keine Krankheit, er verbessert allerhöchstens Befindlichkeiten.

    @Steinzeit, ja, kann man. Die Homöos hatten über 200 Jahre seit Hahnemann Zeit, ihre Behauptungen zu belegen. Konnten sie aber nicht. Eine Substanz bis zur oder sogar unter die Lochschmidtsche Zahl zu verdünnen, und von der Wirkung eines nicht dann nicht mehr vorhandenen Stoffs zu faseln ist lächerlich, zumal ein Wassergedächtnis niemals nachgewiesen werden konnte. Wäre an der Homöop. etwas dran, wären viele allgemeingültige Erkenntnisse in Physik, Chemie und Biologie falsch.

  30. @Hakola

    „ … und wird nur noch von Menschen, die sie nicht verstehen und Angst haben (!) abgelehnt “

    Warum sollte jemand vor etwas ohne meßbaren Effekt Angst haben? Außer natürlich Leute welche an Gespenster glauben.

  31. Lieber Herr Hakola # 24:

    Lieber Tritium, wenn Sie daran interessiert sind, zum Thema Homöopathie eine wissenschaftliche und verständliche Aufklärung zu bekommen (wie ich das hier u.a. zum Thema Fracking, Kernkraft, … oft erleben kann), können Sie sich mit mir in Verbindung setzen und wir besprechen das Thema ausführlich in privater Runde.

    Ich bleibe sehr wohl bei meinem Leisten, wenn ich die Homöopathie als esoterische Quacksalberei einordne.
    Sie haben vielleicht gemerkt, dass ich ein ganz guter Statistiker bin.
    Als solcher sehe ich mir die Doppelblindversuche an, berücksichtige den Bias, der zwangsläufig auftritt und sage: Kein nachweisbarer Effekt.
    Vielleicht wissen Sie nicht, dass ich von Beruf Chemiker bin.
    Als solcher kenne ich die Avogadro-Konstante, ich weiss auch, dass es keine Rolle spielt, wie oft man schüttelt um eine Verdünnung herzustellen und ich weiss, dass das ‚Gedächtnis‘ von Flüssigkeiten, sich eine Struktur/’Information‘ zu merken, nach Femtosekunden bemessen ist (Haben Sie schon mal einen flüssigen Computerspeicher gesehen? Warum sind Festplatten denn ‚fest‘?).

    Lassen’s das lieber gut sein.

  32. Lieber Herr Hakola #24
    Sie wollen mit Ihrer Kritik zu diesem Blog

    …sobald es Beiträge sind, die die Biologie betreffen, tauchen immer wieder Fehler auf: Lebewesen werden als physikalisch-chemisch funktionierende “Maschinen” betrachtet und die neuesten Erkenntnisse im Bereich Landwirtschaft, Medizin, Genetik,… scheinen unbekannt.
    und — in diesem Blog eigentlich unverständlich — es werden manche Fächer lächerlich gemacht:

    doch nicht etwa die Homöopathie auf die Stufe neuester Erkenntnisse in den von Ihnen genannten Wissenschaften -- Biologie, Landwirtschaft, Medizin, Gentechnik -- stellen, indem Sie weiter schreiben:

    Heute hat sie sich eigentlich durchgesetzt und wird nur noch von Menschen, die sie nicht verstehen und Angst haben (!) abgelehnt oder von Ärzten und Apothekern, die im Verbund mit den Herstellern von “modernen”, nebenwirkungsreichen und teuren Medikamenten ihre Felle davonschwimmen sehen (finanzielle Felle meine ich).

    Da hilft, glaube ich, auch nicht der von Steinzeit zitierte Satz “ Wer heilt hat recht“.
    Und Wunder gibt es nicht, sondern eher Zufälle, Ausnahmen, auch falsche Diagnosen oder Diagnosen, die dem Zeitgeist entsprechen sowie psychogene Hintergründe.
    Übrigens haben sich „wissenschaftliche Beweise“ für die Gültigkeit der Hahnemannschen Theorie als getürkt herausgestellt (ich erinnere mich hier an einen Skandal an der Uni Leipzig, wo Pharmazeuten angeblich die Wirkung einer D60(?) Verdünnung von Atropin nachgewiesen haben wollen). Und hiermit schließt sich wieder der Kreis zur Überschrift dieses Artikels.
    JH

  33. Eines lehrt mich Tritiums Artikel: Aus den Fallstricken, die er beschreibt, entkommt man nur durch Vernunft, durch strikte Rationalität. Sonst schlägt das Pendel schnell ins andere Extrem um. Kritik an der Klimaforschung darf nicht dazu führen, daß man den Boden der Wissenschaft verläßt. Prohibition bekämpft man nicht durch ungehemmten Rausch. Und die eine Esoterik kann man nicht durch die andere ersetzen.

    Skeptizismus bedeutet nicht, daß man es besser wüßte. Skeptizismus ist die Erkenntnis, daß auch die anderen es nie so genau wissen können, wie sie behaupten. Vor allem nicht die Homöopathen.

  34. @ Peter Heller #33:

    Sehr richtig!
    Aus diesem Grund hatte ich, offengestanden, erhebliche Bedenken, das Thema überhaupt vorzustellen; viel zu groß erschien mir die Gefahr, bei manchem Leser nur simple Ressentiments zu bedienen, nach der Art „Die lügen doch alle!“ und „Im Grund wissen die gar nichts!“.
    Ich bin glücklicherweise durch die Reaktionen eines besseren belehrt worden, bis auf unvermeidliche Ausnahmen natürlich. Die waren vorhersehbar und unvermeidlich.
    Also hab’ich wohl nicht zu viel falsch gemacht. Das freut mich.

  35. Jede Zeit hat ihre eigenen Wahrheiten, die sich auch aus dem Zeitgeist ergeben. In einem ganz interessanten Beitrag bei NOVO meint Brendan O’Neill, dass es aber hier auch deutlichen Unterschiede in den einzelnen sozialen Gruppen gibt. Zum einen sind die sogenannten kulturellen Eliten zu nennen, die mitunter ganz andere Wahrheiten haben, als die breite Masse. Interessant wäre zu wissen, inwieweit diese kulturellen Eliten den Zeitgeit beeinflussen, so dass die Masse diesen übernehmen. Gibt es möglicherweise verschiedene Zeitgeiste? Je nach sozialem Status oder Bildung. Wie O’Neill anführt, sind ja auch die Bildungsbürger nicht gegen Fehlschlüsse gefeit.

    „Die bei der kulturellen Elite beliebte Phrase ‚die Forschung hat gezeigt‘ ist oft nur der Deckmantel für ihren moralischen Kreuzzug gegen die von ihr als deviant beurteilten Lebensstile.“

    Ist nicht der Zeitgeist nicht viel mehr durch die jeweils vorherrschende Moral geprägt, als durch wissenschaftliche Erkenntnisse?

  36. Hallo Peter,

    du schreibst:

    Kritik an der Klimaforschung darf nicht dazu führen, daß man den Boden der Wissenschaft verläßt.

    Da stimme ich zu.
    Aber wenn ich mir die Klimadebatte so anschaue, dann sehe ich keine klare Abgrenzung bzw. Übereinstimmung zwischen den Diskussionsteilnehmern was denn noch der Boden der Wissenschaft ist und was nicht.

    Darüber hinaus kann ich mir noch vorstellen, dass wir Beide Übereinstimmung finden was dieser Boden ist.
    Wir stimmen vermutlich auch im folgenden überein. Jemand der behauptet, dass die Gegenstrahlung nicht existiert, obwohl Herr Krüger reproduzierbare Messungen der Gegenstrahlung zitiert und vorlegt, verlässt den Boden der Naturwissenschaft.

    Diese Abgrenzung ist einfach, weil es reproduzierbare experimentelle Messungen gibt, die zeigen, dass die Gegenstrahlung existiert.
    Das ist auch einfach, da es innerhalb Physik der Atmosphäre klar abgegrenzt ist.

    Aber Ich könnte dir noch nicht mal sagen wie heutzutage in den Medien Klimaforschung definiert ist.
    Ist Frau Kemfert Klimaforscherin?
    Wenn ich einen Artikel auf ScienceSkeptical zu den sozialen Kosten des CO2 schreibe, bin ich dann Klimaforscher?
    Wir könnten uns vermutlich auch auf Klimatologie einigen. Aber da stellt sich sofort die Frage, ob Klimafolgenforschung Klimaforschung ist, oder ein eigenes Ingenieursgebiet oder Wirtschaftswissenschaften, oder beides?
    Sind dann die „integrierten Assesment Modelle“ Klimaforschung oder Wirtschaftswissenschaft?
    Betrieben Lewandowsky et al. Klimaforschung oder Leugnersoziologie?

    Was heißt also „Boden der Wissenschaft“?

    Im Grunde letztendlich nur eine Methode die beschreibt, wie man Beobachtungen analysiert und bewertet, seine Schlußfolgeungen daraus zieht und die Unsicherheiten, sowie die Randbedingungen kommuniziert, damit jemand anderes die Argumente nachvollziehen bzw. reproduzieren kann. Dazu gehört auch, dass man alle vorliegenden Daten würdigt.

    Letztendlich führt das dazu, dass man jedes Argument einzeln anschauen und bewerten muss.

    Grüße
    Günter

  37. #32
    Für Sie ist es Zufall, ich kann damit gut umgehen. Aus der Sicht des „unheilbaren Krebskranken“ ist es ein Wunder.
    Zwei Wörter zur Beschreibung eines ungewöhnlichen Vorganges (der nach heutigem Stand nicht erklärt werden kann).
    #29 Den Placebo-Effekt gibt es nicht für JEDEN bei JEDER Behandlung
    Könnte der Placebo-Effekt absichtlich hervorgerufen werden, könnte damit z.B. in der Behandlung von Schmerzen auf so manch NICHT nebenwirkungsfreie Substanz verzichtet werden. Die selbst wieder Nieren und Leber dauerhaft schädigt.Placebo HEILT

    Ich Wünsche Ihnen alle Gesundheit
    Dieser Wunsch ist auch egoistisch. Ich möchte weiterhin gute Artikel lesen, diese sind in unseren Mainstream-Medien irgendwie verloren gegangen.

  38. Lieber Herr Heß,

    Friedrich Spee, der Schutzpatron der Skeptiker, hat sich relativ wenig Gedanken über die theologische Rechtfertigung des Hexenglaubens gemacht, sondern er argumentiert praktisch:

    Welches sind die Beweise derer, die sofort die auf der Folter erpressten Geständnisse für wahr halten?

    Auf diese Geständnisse haben alle Gelehrten fast ihre ganze Hexenlehre gegründet, und die Welt hat’s ihnen, wie es scheint, geglaubt. Die Gewalt der Schmerzen erzwingt alles, auch das, was man für Sünde hält, wie lügen und andere in üblen Ruf bringen.

    Und obwohl er sich damit von der zentralen Frage (‚Ist es konform mit der Heiligen Schrift, an Hexen zu glauben?) entfernt, trifft er um so klarer den Kern der Problematik.

    Genau so ist die Frage der Klimawirksamkeit von CO2 nur scheinbar zentral, in Wahrheit aber zweitrangig, da es um die Klima-POLITIK geht, die damit begründet werden soll.
    Zeige ich, dass die ‚Energiewende‘ Irrsinn ist, treffe ich, wie Friedrich Spee mit der Betrachtung der Folter, den wirklichen Kern.

  39. Herr Heller,

    Kritik an der Klimaforschung darf nicht dazu führen, daß man den Boden der Wissenschaft verläßt.

    Der Boden der Wissenschaft ist zur Zeit, dass der Mensch das energetische Gleichgewicht in der Atmosphäre nachhaltig stört und wir etwas dagegen unternehmen müssen. QQ glaubt das auch.

    Konkret sagt der Boden der Wissenschaft, dass durch das unverantwortliche Tun der Menschen bisher(ich glaube Trendbert 2005) ständig 0,9 W/mxm langwellige Strahlungsenergie in der Atmosphäre verbleibt.

    Der Boden der Wissenschaft überlegt bisher, wie das zu ändern ist, nachhaltige Umerziehung der Menschen,CCS, verringern der Sonnenstrahlung von 1370 W/mxm, vergrößern der langwelligen Abstrahlung von z.Z. 230-240 W/mxm …… usw……
    Genscher sagt dazu “ wir müssen teilen lernen“… das hat er schon vor 40 Jahren gewusst.

    Diesen Boden darf man also nicht verlassen?

  40. „Die bei der kulturellen Elite beliebte Phrase ‚die Forschung hat gezeigt‘ ist oft nur der Deckmantel für ihren moralischen Kreuzzug gegen die von ihr als deviant beurteilten Lebensstile.“

    Trifft den Kern der Sache so etwas von ins Mark! Man sollte es in das Frame-Layout des Blogs aufnehmen, als neudeutsch CI oder so ähnlich… !!!

    Genau so ist die Frage der Klimawirksamkeit von CO2 nur scheinbar zentral, in Wahrheit aber zweitrangig, da es um die Klima-POLITIK geht, die damit begründet werden soll.

    Auch diese These kann ich nur stützen. Ich gehe mal provokativ sogar so weit, zu behaupten, dass dieses nur noch ein Nebenkriegsschauplatz ist, auf welchen „wir Nerds“ gelegentlich gelockt werden, damit wir weniger Zeit und Aufmerksamkeit auf das praktische und faktische Scheitern der desaströsen Klima- und Wendepolitik, nebst ökonomischen Folgen lenken können. Das wäre für DIE, inklusive Nachhaltigkeitsblondinen auf Leerstühlen, nämlich wirklich gefährlich, während wir das „theoretisch-wissenschaftliche“ Problem mangels geeignetem Experiment wahrscheinlich eh nicht lösen können und uns bei Detailldiskussionen sogar noch gegenseitig zerfleischen: Divide et impera!

    Die Wahl der CO2 Strory ist schon all den Vorgänger-Ökonarrativen weit überlegen:

    -- Unvermeidbarkeit dieses Verbrennungsrückstandes, wenn wir als Menschen das Feuer weiter nutzen wollen. (Der „Saure Regen“ scheiterte am Ingenieursverstand und geeigneten Filtertechnologien, sprich am Fortschritt, den die Gegenseite so gerne leugnet. ). Der Smog, das Ozonloch, die Emissionseiszeit ebenfalls.

    -- Extrem komplexes System. Eine Widerlegung der Alarmisten-.These ist so einfach nicht möglich, nachdem diese faktisch Umgekehrte Beweislast erfolgreich durch da unsägliche „Vorsorgeprinzip“ implementiert wurde.

  41. @Testpilot

    Auch diese These kann ich nur stützen. Ich gehe mal provokativ sogar so weit, zu behaupten, dass dieses nur noch ein Nebenkriegsschauplatz ist, auf welchen “wir Nerds” gelegentlich gelockt werden, damit wir weniger Zeit und Aufmerksamkeit auf das praktische und faktische Scheitern der desaströsen Klima- und Wendepolitik, nebst ökonomischen Folgen lenken können. Das wäre für DIE, inklusive Nachhaltigkeitsblondinen auf Leerstühlen, nämlich wirklich gefährlich……………….

    Dafür kriegste ein Bienchen samt goldenes Sternchen……………genau da hat der Frosch die Locken, das ist des Pudels Kern.
    Denn solange wir uns immer und immer wieder mit dem Zeuchs aufs Glatteis führen lassen…solange sind wir blind für die wahren Vorgänge in der Politik.
    Packt den Gegner mit seiner eigenen Argumentation an die Eier…….dort wo es richtig weh tut……und zeige ihm anschließend die Nutzlosigkeit seiner Klimaschutzmassnahmen deutlich auf……….da werden sie nämlich geholfen.

    Dazu noch ein schönes Schlusswort….

    Das heutige Klima war nicht immer so. Daher kann niemand behaupten, dass es für immer wie heute bleiben wird. Wenn die durchschnittlichen Temperaturen bis 2100 um zwei- oder drei Grad hochklettern und der Meeresspiegel um mehrere Meter ansteigt, werden wir uns wohl an die neuen Bedingungen anpassen müssen. Bei seinem angeborenen Unternehmensgeist wird der Mensch daraus bestimmt auch seinen Gewinn schlagen wollen. Wie dem auch sei, besteht kein Grund für Panik. Nur sollte man sich im Voraus auf das Neue vorbereiten, damit es einen nicht auf dem falschen Fuß erwischt.

    http://german.ruvr.ru/2014_02_02/Globale-Wirtschaft-folgt-dem-Klimawandel-7243/

    Schönen Tach noch.
    H.E.

  42. …Unvermeidbarkeit dieses Verbrennungsrückstandes, wenn wir als Menschen das Feuer weiter nutzen wollen

    Doch auch hier hat der Ingenieursverstand schon eine Abhilfe ersonnen: Die Nuklearenergie.

    Sie ist die Achillesferse des CO2-Ökologismus und genau deshalb wird sie mit solchem hysterischen Haß angegriffen.
    Letztendlich wird das aber dazu führen -- wie im kleinen mit dem DFR -- dass gerade die Ökoprediger zum Wegbereiter des technologischen Fortschritts werden, denn unweigerlich wird sich herauskristallisieren, dass es für die Bekämpfung der Ängste, die sie wecken, nur technologische Lösungen gibt, dass Fortschritt der einzige realistische Ausweg ist.
    Wenn sowohl Nuklearenergie als auch CO2-induzierter Klimawandel als bedrohlich empfunden werden, dann bleibt, nach dem unweigerlichem Scheitern der NIE, nur die Wahl zwischen Teufel und Beelzebub, eine Angst treibt die andere aus.

  43. @Tritum

    Wenn sowohl Nuklearenergie als auch CO2-induzierter Klimawandel als bedrohlich empfunden werden, dann bleibt, nach dem unweigerlichem Scheitern der NIE, nur die Wahl zwischen Teufel und Beelzebub, eine Angst treibt die andere aus.

    Aber welche Angst treibt welche Angst aus? Ich glaube nicht dass die Angst vorm Klimawandel viel bewirkt. Wohl aber eher die Angst vor wirtschaftlichen Abstieg, wenn der fühlbar wird, wird es lustig. Momentan ist es recht ruhig weil die Wirtschaft brummt, wenn das aber mal nicht mehr so der Fall ist, die nächste Krise kommt bestimmt, dann müssen Opfer her die den Krisengott besänftigen. Dann springt entweder die Euro oder die NIE oder beides über die Klinge.

  44. @Quentin

    Momentan ist es recht ruhig weil die Wirtschaft brummt,

    Dass es um die Energiewende recht ruhig ist, kann man eigentlich nicht mehr sagen, nachdem die BILD-Zeitung letzte Woche sich des Themas in der Hauptschlagzeile angenommen hat. Das zeigt doch, dass das Thema nun auch im Volk angekommen ist und anfängt Dynamik zu entwickeln. (Das die BILD-Zeitung das Thema aufgreift, könnte natürlich auch daran liegen, dass nun ein Sozi Energieminister ist …)

  45. @ Quentin:

    …Wohl aber eher die Angst vor wirtschaftlichen Abstieg, wenn der fühlbar wird, wird es lustig.

    Ja, das sagte ich ja:

    …nach dem unweigerlichem Scheitern der NIE…

  46. Ein schönes Schlusswort zur Energiewende……diesmal von Edgar L. Gärtner
    http://ef-magazin.de/2014/02/04/4926-klimapolitik-energie-wenden-bis-zum-bitteren-ende

    Die Strippenzieher der „Energiewende“ haben ihre Lektion bei Orwell offensichtlich gut gelernt: Wer das Volk belügen will, der sollte erstens keine Zeit verlieren mit der Konstruktion plausibel erscheinender Halbwahrheiten, sondern gleich die abstrusesten Angst-Szenarien zum Dogma erheben und dieses über alle verfügbaren Propagandakanäle so lange wiederholen, bis die große Mehrheit daran glaubt. Und er sollte zweitens dafür sorgen, dass eine bedeutende Minderheit von der Lüge profitiert. Im Falle des EEG sind das Millionen von Landwirten und Hausbesitzern, die ihre Äcker und Wiesen an Windmühlen-Betreiber verpachten, als Teilhaber von Genossenschaften selbst zu Betreibern werden oder auf dem eigenen Haus- oder Scheunendach Solarstrom produzieren. Wegen der großen Zahl mehr oder weniger großer EEG-Profiteure wagt es heute kein Berufspolitiker mehr, das EEG als solches in Frage zu stellen. Der Zug ist abgefahren. Er fährt gegen die Wand.

    Na sach ich doch immer selber………… bei Edgar klingt dat nur schöner.
    H.E.

  47. Orwell hat nur beschrieben wie das endet. Wie man es anstellt hat Edward Bernays beschrieben.

    „Die bewusste und intelligente Manipulation der organisierten Gewohnheiten und Meinungen der Massen ist ein wichtiges Element in der demokratischen Gesellschaft. Wer die ungesehenen Gesellschaftsmechanismen manipuliert, bildet eine unsichtbare Regierung, welche die wahre Herrschermacht unseres Landes ist. Wir werden regiert, unser Verstand geformt, unsere Geschmäcker gebildet, unsere Ideen größtenteils von Männern suggeriert, von denen wir nie gehört haben. Dies ist ein logisches Ergebnis der Art wie unsere demokratische Gesellschaft organisiert ist. Große Menschenzahlen müssen auf diese Weise kooperieren, wenn sie in einer ausgeglichen funktionierenden Gesellschaft zusammenleben sollen. In beinahe jeder Handlung unseres Lebens, ob in der Sphäre der Politik oder bei Geschäften, in unserem sozialen Verhalten und unserem ethischen Denken werden wir durch eine relativ geringe Zahl an Personen dominiert, welche die mentalen Prozesse und Verhaltensmuster der Massen verstehen. Sie sind es, die die Fäden ziehen, welche das öffentliche Denken kontrollieren.“

  48. @Rassbach

    “ Der Mensch ist ein irrationales, von unbewussten Triebimpulsen motiviertes Wesen, das notwendig kultureller Bändigung und Steuerung bedarf.“

    Ein Tatsache, die sich einige bis heute immer noch nicht bewusst sind…….
    H.E.

  49. #47
    In diesem Artikel über Bernays finden sich tatsächlich Sprüche, die sehr, sehr aktuell und relevant klingen:

    Zu Konsensbeweisen für wissenschaftliche Aussagen —

    Wenn jedermann an etwas glaubt, ist es vermutlich falsch.

    Wo haben wir das erst kürzlich gehört —

    Als Neueinsteiger beim Ausschuß für Öffentliche Informationen (Committee on Public Information) war einer seiner [Bernays‘] ersten Aufträge, der amerikanischen Öffentlichkeit den Ersten Weltkrieg mit der Vorstellung zu verkaufen, „die Welt sicher für die Demokratie zu machen.“

    Zum Wunsch nach einem wohlmeinenden Ökodiktator, wenn die Leute immer wieder das Falsche wählen —

    Demokratie ist zu gut für das Volk; man muß ihnen sagen, was sie denken sollen, weil sie von sich aus nicht zu rationalem Denken fähig seien.

  50. Lieber Herr Tritium #38,
    Verstehe ich nicht, was hat das denn mit dem „Boden der Wissenschaft“ zu tun der nicht verlassen werden soll,
    Wenn man die Klimaforschung kritisiert?
    In komplexen Systemen muss man immer mit dürftiger Beweislage umgehen. 2 Sigma ist oft dürftige Beweislage und trotzdem Anwendungspraxis in vielen Disziplinen. Die Frage ist doch nicht, was richtig und falsch ist, sondern wie man mit der Unsicherheit umgeht. Bei einer Titration gibt es richtig und falsch, bei einer Wettervorhersage nicht, da eine genaue Übereinstimmung nur Zufall wäre wie wir wissen. Trotzdem sind beide „Boden der Wissenschaft“. Entscheidend für mich ist nur wie ich die unterschiedlichen Unsicherheiten in meine Entscheidung einfließen lasse.
    Lasse.
    Grüße
    Günte

  51. Nun, mit „Boden der Wissenschaft“ meinte ich eigentlich eher das Konzept, die Vorgehensweisen, die Regeln und die Arbeitsweisen. „Resultate“ sind immer nur vorläufig. Es gehört ganz sicher nicht zum „Boden der Wissenschaft“, politisches Handeln zu determinieren.

  52. Hallo Peter,

    dann sind wir uns denke ich einig, da ich schrieb:

    Im Grunde letztendlich nur eine Methode die beschreibt, wie man Beobachtungen analysiert und bewertet, seine Schlußfolgeungen daraus zieht und die Unsicherheiten, sowie die Randbedingungen kommuniziert, damit jemand anderes die Argumente nachvollziehen bzw. reproduzieren kann. Dazu gehört auch, dass man alle vorliegenden Daten würdigt.
    Letztendlich führt das dazu, dass man jedes Argument einzeln anschauen und bewerten muss.

    Im Grunde können die eigenen Schlussfolgerungen sogar falsch sein, solange man die Beobachtungen, die Annahmen und die Randbedingungen transparent beschreibt, so dass jemand anderes darauf aufbauen kann und gegebenenfalls die eigenen Schlussfolgerungen widerlegen kann.

    Grüße
    Günter

  53. Hallo Quentin,

    Wie O’Neill anführt, sind ja auch die Bildungsbürger nicht gegen Fehlschlüsse gefeit.

    Gut so. Bildungsbürger hört sich für mich immer so an als meinte man jemanden aus einer besserverdienenden Familie des 19. Jahrhundert.

    Bildung in einer modernen Industriegesellschaft, in einem modernen Unternehmen ist etwas völlig anderes. Da werden heutzutage Fähigkeiten und Methoden gefragt die weder in der Schule noch an der Universität vermittelt werden noch je vermittelt wurden.
    Wenn ich mit Absolventen spreche dann haben die von moderner Industrieproduktion und Entwicklung in der Regel antiquierte Vorstellungen. Der Zeitgeist in Bezug auf Bildung und Wissenschaft in Deutschland scheint mir deshalb verzerrt, denn in der Regel haben Journalisten keine Erfahrung in unserer modernen Hightech Industrie.

    Weiterbildung ist deshalb in dem Unternehmen in dem ich arbeite ein zentrales Anliegen.
    Der Fokus ist auf das gemeinsame Erreichen von anspruchsvollen Zielen und die kontinuierliche Verbesserung.
    Moderne Unternehmen lernen aus Fehlern. Wer keine Fehler oder Fehlschlüsse zieht, trifft keine Entscheidungen und kann deshalb auch nichts lernen.

    Mein Eindruck ist, dass diese Art der Bildung an den Medien und unseren Schulen und Universitäten noch völlig vorbei geht, obwohl die Industrie sich seit mehr als 40 Jahren darauf ausrichtet. Zur Unterstützung gibt es seit ca. 2011 die Industrie 4.0 Initiative in Deutschland. Eine super Sache, damit endlich der entfremdete ausgebeutete mechanische Industriearbeiter a la Charlie Chaplin aus den Köpfen der Medien verschwindet. Den gibt es ja dank der Gewerkschaften längst nicht mehr.

    Grüße
    Günter

  54. @Rassbach #39

    Was haben sie sich denn da wieder in ihrer blühenden Fantasie ausgedacht über Herrn Quencher?

  55. @Tritum #42

    Doch auch hier hat der Ingenieursverstand schon eine Abhilfe ersonnen: Die Nuklearenergie. Sie ist die Achillesferse des CO2-Ökologismus und genau deshalb wird sie mit solchem hysterischen Haß angegriffen.

    Nee das denke ich nicht. Die Anti-Atomkraft-Bewegung ist in der BRD tief verwurzelt und hat schon politische Erfolge gefeiert, lange bevor das CO2-Gedöns in der Öffentlichkeit eine Rolle spielte. Beide Hysterien sind unabhängig voneinander entstanden und finden sich nur deshalb in derselben Bewegung, weil beide der gleichen Grundbefindlichkeit der Technikfeindlichkeit und Ablehnung industrieller Anlagen entspringen. Gegenbeispiel: In UK, das beim Klimaglauben teilweise noch extremer ist als Deutschland, gibt es keine nennenswerte Nuklear-Hysterie. Dort wird Atomkraft regierungsseitig als „Rettung“ vor der „Klimakatastrophe“ propagiert, auch im Einzelfall gegen die wirtschaftliche Vernunft.

    break break

    Im Übrigen Zustimmung zu @mrotz #14

  56. @ Günter Heß # 50:

    Viielleicht ist es hilfreich, Ihren eigenen Beitrag # 36 zu lesen:

    Wenn ich einen Artikel auf ScienceSkeptical zu den sozialen Kosten des CO2 schreibe, bin ich dann Klimaforscher?
    Wir könnten uns vermutlich auch auf Klimatologie einigen. Aber da stellt sich sofort die Frage, ob Klimafolgenforschung Klimaforschung ist, oder ein eigenes Ingenieursgebiet oder Wirtschaftswissenschaften, oder beides?
    Sind dann die “integrierten Assesment Modelle” Klimaforschung oder Wirtschaftswissenschaft?
    Betrieben Lewandowsky et al. Klimaforschung oder Leugnersoziologie?

    War Friedrich Spee, wenn er gegen die Folter argumentierte, Theologe?
    Er beantwortete das für sich mit einem sehr klaren Ja und damit hatte er recht, denn, ich zitiere mich selbst:

    Und obwohl er sich damit von der zentralen Frage (‘Ist es konform mit der Heiligen Schrift, an Hexen zu glauben?) entfernt, trifft er um so klarer den Kern der Problematik.

    Genau so ist die Frage der Klimawirksamkeit von CO2 nur scheinbar zentral, in Wahrheit aber zweitrangig, da es um die Klima-POLITIK geht, die damit begründet werden soll.
    Zeige ich, dass die ‘Energiewende’ Irrsinn ist, treffe ich, wie Friedrich Spee mit der Betrachtung der Folter, den wirklichen Kern.

    In Ihrer Replik # 50 schreiben Sie:

    In komplexen Systemen muss man immer mit dürftiger Beweislage umgehen. 2 Sigma ist oft dürftige Beweislage und trotzdem Anwendungspraxis in vielen Disziplinen. Die Frage ist doch nicht, was richtig und falsch ist, sondern wie man mit der Unsicherheit umgeht.

    Ich weiss beim besten Willen nicht, was das nun mit Ihrer #36 und meiner #38 zu tun haben soll.

  57. Bildungsbürger hört sich für mich immer so an als meinte man jemanden aus einer besserverdienenden Familie des 19. Jahrhundert.

    Eine gewisse ‚Restauration‘ ist da zweifellos zu beobachten.
    Was mir am zeitgenössischen ‚Bildungsbürger‘ oft auffällt, ist jedoch vor allem eine ausgesprochene Smalltalk-Oberflächlichkeit. Es wird zitiert, statt analysiert, man gefällt sich darin belesen zu sein, doch rein rezeptiv, also als Empfänger, nicht als Interpret. Salopp: Vorgekautes wird nachgebetet.

    Doch was sind die Ursachen dieser Wandlung?
    Ist es eine Art ‚verbeamtung‘ der Gesellschaft, die nicht mehr den Ingenieur und Unternehmer als Leitbild hat, sondern den Verwalter?
    Es spielt ja auch das große Thema Fortschrittsverweigerung mit hinein. Offenbar aus einem Gefühl der Saturiertheit heraus. Man ist zufrieden, jedenfalls in den pensionsabgesicherten ‚bildungsbürgerlichen‘ Kreisen.
    Und es geht einher mit einer prägnanteren Klassengesellschaft. Belange des Arbeiters interessieren viel weniger als zu Zeiten Aufbaus und Wirtschaftswunders, die soziale Marktwirtschaft wandelt sich zur Almosenverteilung an die Plebs, die Arbeiterpartei wird zur Lehrerpartei (Alles etwas überspitzt formuliert, doch zweifellos in der Tendenz beobachtbar).

  58. Lieber Herr Hakula #24,

    wenn sie mir ein brauchbares Verfahren anbieten können, das irgendeinen phsikalischen, chemischen, biologischen oder medizinischen Unterschied zwischen Atropin D60 und reinem Wasser nachweisen kann, werde ich das zum Patent anmelden und Sie mit 50% am Gewinn beteiligen. Das Angebot gilt.

  59. Offenbar aus einem Gefühl der Saturiertheit heraus.

    Wohlstandsmaden, das Wort heißt Wohlstandsmaden.

  60. Im Artikel steht.

    Für jedes Problem gibt es eine Lösung, die einfach, sauber und falsch ist.
    Unbekannter Verfasser

    Bekannt ist http://www.zitate.de/autor/Mencken,+Henry+Louis

    Für jedes Problem gibt es eine Lösung, die einfach, klar und falsch ist.
    Henry Louis Mencken (1880-1956), amerik. Schriftsteller

  61. Vielen Dank für Ihre Anmerkung, Herr Landvoigt. :-)
    Ich habe H. L. Mencken im Artikel zu seinem wohlverdienten Recht verholfen.

  62. Hier eine Definition von Wohlstandsmade aus dem AV-Wiki:

    Eine Wohlstandsmade ist eine Person, die den sie umgebenden Wohlstand als Selbstverständlichkeit missversteht und nicht (mehr) weiß, dass ein ganz erheblicher Aufwand getätigt wird bzw. getätigt wurde, um diesen überhaupt erst geschaffen zu haben und ihn auch zu erhalten.

    Auf der Grundlage dieses Miss- bzw. Unverständnissese heraus entwickelt eine „Wohlstandsmade“ weltfremde Ansichten und Verhaltensweisen, die nur innerhalb eines isolierten, von den Grundlagen menschlicher Existenz entfremdeten Zusammenhangs erklärbar sind.

    Außerhalb des betreffenden sozialen oder intellektuellen Biotops sind die Ansichten und Verhaltensweisen von „Wohlstandsmaden“ nicht aufrechtzuerhalten und brechen rasch in sich zusammen.

    „Wohlstandsmaden“ leben dabei stets auf Kosten der Allgemeinheit, weshalb auch der Vergleich mit Maden herangezogen wird.

    Veganismus ist ein klassisches Beispiel für Wohlstandsmaden-Denken.

    Ich finde, das passt auch auf Ökogläubige, nur dass deren Biotop ziemlich groß ist.

  63. Zum Hauptartikel:
    Gratulation, Trtium, 100 Punkte.

    Wenn man über die 100 Punkte kommen will, hätte man der Vollständigkeit wegen die Geschichte von Trofim Lysenko und dem Lysenkoimus noch bringen können. Aber das nur wegen der Vollständigkeit und der drmatischen Dimension in Toten gerechnet. Der Punkt ist aber vom Prinzip her nur eine Wiederholung.

    Ich denke, das Thema und Umsetzung ist so gut, dass man es eigentlich zur Pflichtleküre für die Oberstufe machen sollte, als Eingang zum Kurs über Wissenschaftstheorie.

  64. Dankschön, Herr Landvoigt.

    Der Trofim war aber schon dran:
    Wissenschaft im Dienst der Ideologie

  65. Skeptizismus, Rationalismus und die Homöopathie

    Der Skeptizismus baut auf den Rationalismus auf, also dem Glauben dass man einen rationalen Zusammenhang hat den man grundsätzlich auch erkennen kann. Ich denke aber, dass spätestens seit dem kritischen Rationalismus ein klassischer Rationalismus stets unter Vorbehalt gesehen werden muss. Das haben auch einige Beiträge angerissen.

    Am Beispiel der Homöopathie möchte ich das erleutern. Es sollte Konsens bestehen, dass es für die Homöopathie keine rationale naurwissenschaftliche Erklärung gibt. Das wird auch nicht anders von den Vertretern der Homöopathie geglaubt.

    Darum ist der Schluss, dass es sich um Schwindel oder Irrtum handelt, erkenntnistheoretisch noch nicht abgesichert, lediglich dass die Erklärungen unplausibel sind. Die These geht weiter, dass hier eine unerklärte Wirksamkeit vorliegt. Diese kann man glauben oder ablehnen.

    Ob eine Wirksamkeit besteht oder nicht, wird unterschiedlich bewertet. Es liegen einige Fallerzählungen vor, die eine Wirksamkeit durchaus plausibel erscheinen lassen, auch wenn dafür keine hinreichend Begründung besteht. Als Gegenargument wird der Mangel an Doppelblindstudien genannant. Allerdings sind diese als Testmethodik hier ungeeignet.

    Das Besondere an der Homöopathie ist ja nicht, dass es diskrete Krankeheitsbilder schematisiert behandelt, sondern dass der Homöpath in einem individuellen Prozess eine Störung im gesamtheitlichen Bild des Erkrankten bestimmt und dagegen geeignete Maßnahmen individuell entwickelt. Für den Erfolg ist also nicht nur die fragliche Methode oder das Mittel entscheident, sondern die Qualität des Diagnostikers und Therapeuthen. In wie weit die Bezeihung zwischen Patient und Therapeut bedeutsam ist, bleibt offen. Diese Umstände lassen die Möglichkeit von Doppelblindversuchen fragwürdig erscheinen, da hier standardisierte Situationen statistisch untersucht werden. Die dafür erforderlichen Vorraussetzungen liegen aber nicht vor. Möglicherweise ist dei Qualität des Therapeuten erfolgsrelevant.

    Ferner wird meist die Wirksamkeit als Placebo genannt. Diese kann auch funktionieren, wenn man die farblich sortierten Smarties krankheitsspezifisch einsetzt. Aber in Fallbeispielen wird erklärt, dass dies keine hinreichende Erklärung in einigen Fällen sein kann. Ich meine: die Wirkung von Placebos, bzw. der Placebo-Mechanismus schlechthin ist unzureichend erklärt. Darum kann man auch hier nicht von einer rationalen Erklärung sprechen.

    Und zum Thema? Homöopathie hat leidenschaftliche Befürworter und Gegener. Ich kann beide Seiten verstehen, sehe aber keinen Grund, warum man hier eine scharfe Positionierung einnehmen müsste.

  66. Lieber Herr Landvoigt,

    ich bekomme langsam Lust, einmal meinen Standpunkt zur Homöopathie zu formulieren, nachdem sie erst letzthin als Einwand auftauchte.
    Ich kann Ihnen versichern, dass meine Meinung dazu deutlich negativer als die Ihre ist.

    Na, mal sehen…

  67. Ok…….Onkel Heinz muss hier auch mal was los werden………

    Ich genieße diese Diskussion hier……..auch ohne mich rein zu hängen.
    Es gibt eben Sachen, da kann Onkel Heinz einfach nicht mitreden……also hält er mal ausnahmsweise sein großes Maul.

    Danke Tritium, für diesen geilen Artikel.
    H.E.

  68. Homöopathie hat leidenschaftliche Befürworter und Gegener. Ich kann beide Seiten verstehen, sehe aber keinen Grund, warum man hier eine scharfe Positionierung einnehmen müsste.

    Wenn man genau weiß, was Homöopathie ist, urteilt man darüber sehr wohl negativ, sonst müsste man sich naturwissenschaftliche Defizite unterstellen lassen.

  69. >Als Gegenargument wird der Mangel an Doppelblindstudien genannant. Allerdings sind diese als Testmethodik hier ungeeignet.

    Nein.

  70. #69 mrotz 11. Februar 2014 19:46

    Hier vermisse ich ein Argument. Wir können gerne uns eine der Studien genauer ansehen. Meinen begründeten Eingangsverdacht, dass hier die Vorraussetzungen unzureichend erfüllt sind, würde ich bei guten Argumenten gerne revidieren.

  71. Herr Landvoigt,

    es ist quantifizierbar, welche Symptome der Patient vor der Behandlung hatte, und welche davon nach der Behandlung verschwunden sind. Auch von dritten.
    Ferner kann dann das verschriebene „Medikament“ ein Homöopathikum oder ein anderweitiges Guzi sein, ohne dass der behandelnde Homöopath weiß, was exakt im Pillenfläschchen ist.

    Somit ist Ihre These, daß Doppelverblindung bei Homöopathie nicht möglich ist falsifiziert.

    QED

  72. Der erste Blindtest der Homöopathie fand übrigens schon 1835 statt:

    In 1835, by which time Karl Preu had died, Johann Jacob Reuter was the sole remaining physician homeopath in the city. He reacted to Wahrhold/von Hoven’s attack with an ardent defence of homeopathy7 and pointed out that even children, lunatics and animals had been successfully cured. Based on Hahnemann’s assertions, he challenged Wahrhold/von Hoven to try the effects of a C30 dilution of salt on himself. The odds were ten to one, he claimed, that his opponent would experience some extraordinary sensations as a result—and these were nothing compared to the much stronger effects on the sick.

    Perhaps surprisingly, Reuter’s opponents took up his challenge. Various (allopathic) pharmacists and physicians conducted individual tests, following Reuter’s indications. Then it was decided to stage a larger-scale trial. It remains uncertain who took the initiative for this, but it was probably von Hoven and the circle of physicians around him. They were supported by George Löhner, the owner and editor of the daily Allgemeine Zeitung von und für Bayern, who later compiled the trial report. Löhner had no medical training but his newspaper had repeatedly carried polemical attacks against homeopathy.

    Following a widely publicized invitation to anyone who was interested, more than 120 citizens met in a local tavern. The minimum number needed to proceed had been fixed at 50. The design of the proposed trial was explained in detail. In front of everyone, 100 vials were numbered, thoroughly shuffled and then split up at random into two lots of 50. One lot was filled with distilled snow water, the other with ordinary salt in a homeopathic C30-dilution of distilled snow water, prepared just as Reuter had demanded: a grain of salt was dissolved in 100 drops of distilled snow water and the resulting solution was diluted 29 times at a ratio of 1 to 100. Great care was taken to avoid any contamination with allopathic drugs. The two pharmacists in charge had taken two days off before the experiment. They had taken a bath and they used new weighing scales which had not even come close to an allopathic pharmacy.

    A list indicating the numbers of the vials with and without the salt dilution, respectively, was made and sealed. The vials were then passed on to a ‘commission’ which distributed 47 of the vials to those among the audience who had declared their willingness to participate (the report speaks of 48 vials but this included an unnumbered vial with salt dilution given to a physician by the name of Lochner). The participants‘ names and the number of the vial that each had received were written in a second list. Seven more numbered vials were distributed after the meeting by one of the members of the commission.

    Three weeks later, at a second meeting, the participants were asked to report whether they had experienced anything unusual after ingesting the vial’s content. Those who did not come to the meeting were asked to send this information in. Responses were thus obtained from 50 of the 54 participants. Those participants who had perceived something unusual described their symptoms, as required by the protocol.

    Inventing the randomized double-blind trial: the Nuremberg salt test of 1835

    Doppelblind geht bei Blindarm-OPs nicht, bei Homöopathie schon.

  73. #71 mrotz 12. Februar 2014 11:57

    es ist quantifizierbar, welche Symptome der Patient vor der Behandlung hatte, und welche davon nach der Behandlung verschwunden sind. Auch von dritten.

    Wenn es sich um einen Beinbrauch handelt, sollte die Diagnose nicht allzu schwer sein. Bei Warzen erscheint es einfach, verbirgt aber bereits große Tücken. Bei Schmerzzuständen, Schlaf- oder Energilosigkeit wird es ziemlich kompliziert. Allergien, Autoimunerkrankungen und andere Zivilisationserkrankungen scheitern oft an einer sauberen Diagnostik. Wenn sie Symptome behandeln wollen, die sich ähneln, heißt es keineswegs dass diese auch die gleichen Ursachen haben. Ist eine Depression durch Hormonmangel oder Nährstoffmangel, oder durch eine Traumatisierung ausgellöst? Wo fangen endugene Krankeheiten an, was ist Psychosomatisch. Hben vielleicht gleiche Ursachen sehr unterschiedliche Symptome?

    Wenn sie also so was schreiben, sollten sie sich über die Problematik der Diagnosen im Klaren sein. bzw. die zu untersuchende Erkerankung genauer bennennen. Dann lässt sich vielleicht beurteilen, ob diese für eine Reihenuntersuchung bei stabiler Diagnose überhaupt geeignet sind.

    Ferner kann dann das verschriebene “Medikament” ein Homöopathikum oder ein anderweitiges Guzi sein, ohne dass der behandelnde Homöopath weiß, was exakt im Pillenfläschchen ist.

    Wenn Sie krank sind, eine Odyssee zwischen allen möglichen Ärzten hinter sich haben, die einhellig diagostizieren: ‚Freuen sie sich, ihnen fehlt überhaupt nichts!‘ und sie damit offen für einen Hypochonder halten, wobei es Ihnen hundeelend geht, dann denken sie vielleicht darüber nach, ob sie zum Gewalttäter werden, den Suizid für einen Ausweg halten oder einen Homöopathen aufsuchen, halte ich die letzte Option für die Bessere. Wenn sie dann -- oh Wunder -- auch noch gesund werden und ihnen ihre Freunde von der Wirkung von Placebos erzählen, werden Sie milde lächeln und hoffen, dass im Zweifel auch ihre Freunde von der Wirkung der Plazebos geheitl werden.

    Somit ist Ihre These, daß Doppelverblindung bei Homöopathie nicht möglich ist falsifiziert.

    Nein. Sie haben noch nicht einmmal das Problem verstanden.

    Ich könnte mir vorstellen, wie ein entsprechender Versuch aussehen könnte. Allerdings kenne ich keine derartigen, die hier bei genauer Beschreibung über die Vorgehensweise plausible belastbare Ergebnisse lieferten. Wenn sie hier einen Kandidaten haben, können wir den gerne untersuchen.

    Ein Pauschalurteil lehne ich als unsubstanziiert ab.

  74. #72 Falk 12. Februar 2014 14:01

    Doppelblind geht bei Blindarm-OPs nicht, bei Homöopathie schon.

    Wie kommen sie da drauf?

    Bei der Testbeschreibung kommt es einen selsam vor. Etwas ungewöhnliches zu erleben bei Leuten die über keine Krankheit klagen oder schlicht durch das Experiment neugierig gemach sind, sind wohl keine hinreichenden Versuchsaufbauten. Ein nicht.signifikantes Ergebnis bei einfachem Salz erscheint mir durchaus den Erwartungen zu entsprechen, selbst wenn sich Reuter da wohl mehr versprochen hat.

    Weiter zu http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1676327/

    The trial design (protocol) was carefully set out and the details of the study were made public in advance;

    Bei einer erwarteten psychogenen Wirkung keine gute Methode.

    The number of participants was relatively large and the differences between the two groups would have been significant if Reuter had been right;

    Bei den vielen Unbekannten eine gewagte Aussage. Reuters Erwartungen sind auch nicht identich mit der Ansicht anderer Homöopathen. Man kann also nur von der fehlenden Bestätigung Reuters Erwartungen sprechen, sonst von nichts.

    Assignment to one group or the other was apparently perfectly randomized;

    Das mag sein, wobei keine Aussage über die Versuchspersonen hier gemacht wurden. Handelte es sich um Gläubige oder Skeptiker? Waren diese gleich verteilt? Wie standen dazu die Zahl derjenigen, die etwas Außergewühnliches zu vermerken meinten?

    A control group receiving only placebo was used;

    Das allein reicht aber nicht.

    The trial was double blind: neither the participants nor those who organized the trial, distributed the vials and documented the effects had any idea whether a vial contained the homeopathic high dilution or merely water;

    Notwendig, aber nicht hinreichend.

    A rough comparative statistics of the results was compiled;

    War die Aussagekräftig, wenn viele Faktoren gar nicht untersucht wurden?

    Irregularities were carefully recorded, such as the failure of four participants to report back, and the fact that several vials were distributed only after the first tavern meeting.

    Hier nur eine Frage der notwendigen Sorgfalt, aber ohne Relevanz für die Ergebnisse.

    Kurz: Das Experiment zeigte, dass Reuters Erwartungen nicht hinreichend bestätigt wurden. Sollte uns das zu denken geben? Ich meine: Nein!

  75. Ich halte diese Homöopathie-Diskussion zwar für unselig, do da sie nun mal da ist:

    Hat Recht, wer heilt?

    Die typische Krankheit hat einen bogenförmigen Verlauf.
    Erst nehmen die Symptome zu, bis zur ‚Krise‘, dann gesundet der Kranke wieder. Nur sehr wenige Erkrankungen werden chronisch und noch viel weniger enden lethal -- Auch ganz ohne Arzt.
    Homöopathen haben nun ein sehr wirkungsvolles Repertoire, sich diese natürliche Heilung selbst zuzuschreiben:

    Erfolgt die Behandlung im aufsteigenden Bogen (Dem Patienten geht es schlechter), stehen gleich mehrere Wege offen, um die objektive Wirkungslosigkeit zu kaschieren:
    1. Die komplizierte Suche nach dem therapeutisch ‚richtigem‘ homöopathischen Stoff lässt immer die Möglichkeit offen, nach erwiesener Wirkungslosigkeit einen neuen Versuch mit etwas anderem zumachen und dadurch Zeit zu kaufen, bis der natürliche Heilungsprozess einsetzt, der dann als Beweis genommen wird, dass mit dem aktuell verordneten Homöopathikum nun das ‚richtige‘ gefunden wurde.
    2. Eine sogenannte ‚Erstverschlimmerung‘ wird in der Homöopathie als Wirkbeweis propagiert. Schreitet die Krankheit also fort, weil das Mittel nicht wirkt und der natürliche Krankheitsverlauf wendet sich später zum besseren, wird das als Erfolg der Homöopathie ausgenutzt.

    Erfolgt die Behandlung während der Krise und der Patient ist ohnehin auf dem Weg der Heilung, wird selbstverständlich ein Erfolg gefeiert.

    Na, und wenn’s chronisch wird?
    Dann ist es dem Homöopathen wenigstens gelungen, den weiteren Fortschritt der Krankheit zu stoppen.

    Und wenn der Patient stirbt?
    Dann ist er zu spät gekommen und die ‚Schulmediziner‘ haben ihn verpfuscht, leider, leider… Wäre er mal gleich gekommen!

    Ich sprach mal mit einem Arzt, der auf Homöopathie schwor.
    Der behauptete, er könne Diabetes heilen, aber nur, wenn vorher keine ’schulmedizinische‘ Behandlung stattfand.
    Naja, das ist schon mal in den meisten Fällen eine nette Ausrede.
    Als ich ihn fragte, warum die Homöopathie denn dann nicht vor der Entdeckung der Insulin-Therapie das Mittel der Wahl war und warum Diabetes vorher als Todesurteil galt, das sich durch strikte Diät nur hinauszögern liess, führte dazu, dass er das Gespräch sehr abrupt beendete.

    Und was diesen Rumor von den unheilbaren Kranken betrifft, die der Homöopath dem Tod von der Schippe nahm:
    Es gibt praktisch keine absolut unheilbare Krankheit. Auch ein fortgeschrittener Krebs kann spontan remittieren; es ist nur sehr, sehr unwahrscheinlich.
    Aber dazu braucht’s keine Homöopathie. Weihwasser aus Lourdes beutet diese statistische Möglichkeit auch aus.

  76. @Landvoigt # 73

    Wenn Sie krank sind, eine Odyssee zwischen allen möglichen Ärzten hinter sich haben, die einhellig diagostizieren: ‘Freuen sie sich, ihnen fehlt überhaupt nichts!’ und sie damit offen für einen Hypochonder halten, wobei es Ihnen hundeelend geht, dann denken sie vielleicht darüber nach, ob sie zum Gewalttäter werden, den Suizid für einen Ausweg halten oder einen Homöopathen aufsuchen, halte ich die letzte Option für die Bessere. Wenn sie dann — oh Wunder — auch noch gesund werden und ihnen ihre Freunde von der Wirkung von Placebos erzählen, werden Sie milde lächeln und hoffen, dass im Zweifel auch ihre Freunde von der Wirkung der Plazebos geheitl werden.

    Herr Landvoigt, Sie führen Pseudodiskussionen.
    Ich kontere mit mit Tritium #75

    Aber dazu braucht’s keine Homöopathie. Weihwasser aus Lourdes beutet diese statistische Möglichkeit auch aus.

    Die Gedult mit Ihnen zu diskutieren wie der Herr Heß hätte ich zum Beispiel nicht.
    Nichts für ungut
    JH

  77. #75 Tritium 12. Februar 2014 20:13

    Ich bin zwar keineswegs von der Wirksamkeit der Homöopathie überzeugt, schließe sie aber nicht aus. Ich stellte die Frage, warum eine Positionierung überhaupt erforderlich ist. Ihr Beitrag ist wie immer scharfsinnig und verdient eine genauere Betrachtung.

    Nur sehr wenige Erkrankungen werden chronisch und noch viel weniger enden lethal — Auch ganz ohne Arzt.
    Homöopathen haben nun ein sehr wirkungsvolles Repertoire, sich diese natürliche Heilung selbst zuzuschreiben:

    Ich halte diese Hypothese für eine valide. Wenn eine natürliche Entwicklung existiert, die zu einer Veränderung des Zustandes führt, kann man die falsche Diagnose und Therapie als ursächlich erklären. Dieses Muster lässt in der Diskussion zu ‚Le Waldsterben‘ ebenso wiederfinden. Nicht wenige, die einräumen, dass die Panikmache damals überzogen war, sehen auch heute noch in den Reaktionen auf den Protest als entscheident an, dass der Wald sich so gut erholt habe. Das würde doch dem hier postulierten Mechanismus entsprechen, nicht wahr?

    Eine pseudologische Darstellug kann so gerechtfertigt werden:

    Erfolgt die Behandlung während der Krise und der Patient ist ohnehin auf dem Weg der Heilung, wird selbstverständlich ein Erfolg gefeiert.

    Na, und wenn’s chronisch wird?
    Dann ist es dem Homöopathen wenigstens gelungen, den weiteren Fortschritt der Krankheit zu stoppen.

    Und wenn der Patient stirbt?
    Dann ist er zu spät gekommen und die ‘Schulmediziner’ haben ihn verpfuscht, leider, leider… Wäre er mal gleich gekommen!

    Zum einen ist die Perfidie dieser Darstellung offensichtlich. Ich möchte weder bei Homöopathen, noch bei anderen beliebigen -- auch schulmedizinischen -- Therapien ausschließen, dass man gerne zu diesen Argumentationsmustern greift. Die Versuchung ist zu groß, sich selbst als Therapheut oder als Patient gegen eine Fehlentscheidung zu immunisieren.

    Dass aber derartige Mechanismen wohl in der Praxis anzutreffen sind, ist noch kein Erweis der eigenen Wirkungslosigkeit. Das könnte man nahezu jeder Therapie andichten.

    Ich sprach mal mit einem Arzt, der auf Homöopathie schwor.
    Der behauptete, er könne Diabetes heilen, aber nur, wenn vorher keine ‘schulmedizinische’ Behandlung stattfand.
    Naja, das ist schon mal in den meisten Fällen eine nette Ausrede.

    Das würde ich anders einschätzen. Wenn Patienten vorher nicht austherapiert sind, und man schulmedizinisch Hoffnungen hat, könnte eine entgegenlaufender homöopathischer Ansatz wirklich gefährlich sein. Stirbt der Patient, hätte er Verantwortung für sein Ableben, denn er hätte vielleicht mit herkömmlichen Methoden gerettet werden können. Hier wäre ich auch nicht zimperlich, das Wort ‚Scharlatanerie‘ zu verwenden.

    Als ich ihn fragte, warum die Homöopathie denn dann nicht vor der Entdeckung der Insulin-Therapie das Mittel der Wahl war und warum Diabetes vorher als Todesurteil galt, das sich durch strikte Diät nur hinauszögern liess, führte dazu, dass er das Gespräch sehr abrupt beendete.

    Dies Reaktion setzt mich in erstaunen. Natürlich ist eine Insulintherapie und das Halten einer Diät zunächst das Mittel der Wahl. Wer behauptet, in jedem Fall eine Diabetes heilen zu können, würde mein starkes Misstrauen wecken. Wenn er jedoch nur behauptet hätte, dass er schon mehrere erstaunliche Behandlungserfolge erfahren hätte, würde ich ihm vielleicht durchaus noch einen Vertrauensbonus zugestehen.

    Es gibt praktisch keine absolut unheilbare Krankheit. Auch ein fortgeschrittener Krebs kann spontan remittieren; es ist nur sehr, sehr unwahrscheinlich.
    Aber dazu braucht’s keine Homöopathie. Weihwasser aus Lourdes beutet diese statistische Möglichkeit auch aus.

    Mir sind mehrere erstaunliche Heilungserfolge bekannt. Auch von remitierenden Krebs. In diesem Fall nicht durch Homöopathie. Aber keiner der Verläufe ließ sich sicher durch eine andere ‚Methode‘ substituieren. Wenn man die Walfahrt nach Lourdes durch Homöopathie, durch einen Schulmediziner oder durch einen ‚Heiler‘ substituieren könnte, hätte ich mit keiner dieser Methoden ein Problem.

    Ein vergleichbarer Fall ohne Homöopathie. Eine mir nahestehende ältere Person litt uter extremen unerträglichen Knieschmerzen. Der behandelnde Arzt konnte anhand des Röntgenbildes schlüssig die fortgeschrittene Arthrose zeigen. Eine größere Operatiom mit künstlichem Gelenk sei unumgänglich. Er könne zunächst nur die Symptome lindern.

    Für mich war der Fall klar. Die Patientin suchte einen anderen Arzt auf, der eine besondere Strahlen- oder Magnettherapie aus Amerka vorschlug. Sie ging darauf ein. Mein starker Verdacht, dass es sich um eine Scharlatanerie handeln musste, da dies Therapie auch recht teuer war, äußerte ich nur vorsichtig, denn sie hatte die Therapei bereits begonnen. Zu meinem großen Erstaunen schlug die Therapie aber an, nun ist sie bereits seit über einem Jahrzehnt fast beschwerdefrei.

    Es ist müßig zu fragen, ob hier wirklich eine echte Heilwirkung am Werk wahren, oder ob lediglich Selbstheilungskräfte aktiviert wurden, wie sie auch ein ’normaler‘ Schulmediziner ohne teure Spezialtherapie, ein Homöopath oder eine Reise nach Lourdes hätte bewirken können. Ich meine, dass der Behandlungserfolg in der konkreten Problemlage hilfreich war, auch wenn man allen Grund hatte, skeptisch zu sein. Für mich sind unverstandene und unerwartete Heilungsverläufe so oder so ein Wunder. Ich freue mich mit den Gesundenden, und frage nicht nach einer logischen Erklärung.

    Dagegen sind mir langwierige, nahezu chronische Krankheitsverläufe bei fehlender Diagnose oder schlechter Therapie ebenso mehrfach bekannt. Ich bin glücklicherweise selbst von recht robuster Gesundheit, trau mir aber zu, mich in das Elend einer länger währenden Krankheit halbwegs einfühlen zu können. Ich hätte Skrupel, allzu massiv eine mögliche Therapie als Scharlatanerie abzuwerten, solange die Chance besteht, dass positive Erfolge großen nutzen bringen können.

  78. @ Martin Landvoigt:

    Ich verstehe zwar, worauf Sie hinaus wollen,aber Homöopathieist nunmal beimbesten Willen keine Wissenschaft, sondern Schamanismus.
    Dass Schamanismus auch einen Bedarf deckt, bleibt unbenommen, doch das ist nicht das Thema.

    Und mal zum Nachdenken:

    Für mich sind unverstandene und unerwartete Heilungsverläufe so oder so ein Wunder.

    Sind unverstandene und unerwartete Todesfälle für Sie auch ein Wunder?
    Nein. Von einem Wunder sprechen wir nur, wenn’s unerwartet gut ausgeht.
    Doch beides, sowohl die ‚wunderbare‘ Heilung als auch der unerwartete und ‚tragische‘ Tod haben die selbe Ursache: Zufall.

  79. @78Tritium

    Doch beides, sowohl die ‘wunderbare’ Heilung als auch der unerwartete und ‘tragische’ Tod haben die selbe Ursache: Zufall.

    Wobei wir wieder in der Diskussion vor einer Woche (# 32) angelangt wären!
    JH

  80. @78 Tritium 13. Februar 2014 21:39

    Ich verstehe zwar, worauf Sie hinaus wollen,aber Homöopathieist nunmal beimbesten Willen keine Wissenschaft, sondern Schamanismus.

    Da würde ich noch nicht einmal widersprechen.

    Und mal zum Nachdenken:

    Für mich sind unverstandene und unerwartete Heilungsverläufe so oder so ein Wunder.

    Sind unverstandene und unerwartete Todesfälle für Sie auch ein Wunder?

    Ein Wunder ist mir alles was ich nicht erklären kann. Allerdings sind Wunder in der Regel positiv konotiert, darum wird man unerwartete Negativereignisse so nicht benennen.

    Gemeinhin wird man auch außergewöhnliche Ereignisse wunder nennen. Nicht aber nur seltene Ereignisse. Z.B. Sei warten am Jan-Smuts-Aiport auf einen Anschlussflug und treffen einen alten Schulfreund, den Sie nach der Schule aus den Augen verloren. Das ist zwar unerwartet, positiv und selten, wird aber nicht als ein Wunder angesehen, da es im Rahmen möglicher ereignisse eingeschätzt wird. Ein Krebskranker, den die Ärzte bereits aufgegeben hben, und der dann wieder gesund wird, ist dagegen von vielen als Wunder verstanden.

    Ich gehe aber weiter. Unverstandene Ereignisse, z.B. das Sein schlechthin, das etwas lebt denkt und liebt, das ist für mich ein Wunder, und jeden Atemzug. Der plötzliche und unerwartete Tod ist dagegen kein Wunder, denn wenn der Tod und Nicht-Sein als Grundzustand verstanden wird, ist die Rückkehhr in diesen auch nicht wirklich unerklärt. Es ist bekannt, dass das Leben begrenzt ist.

    Aber der Zufall selbst ist ein Wunder. Man kann erklärungsversuche über ein äußerst komplexes Gleichungssystem nichtlinearer Gleichungen zu meodellieren versuchen, oder auf die QM zurückführen, oder einen treibenden Geist, die Natur des Zufalls bleibt letztlich unerklärt udnd darum wunderhaft.

    Die Klassifizierung ‚Wunder‘ ist an das Erstaunen und den kenntnisstand gebunden. Wenn ich nicht weiß wie ein Regenbogen zustande kommt, werde ich diesen so lange zu Recht als wunder bezeichnen, solange isch sein Geheimnis nicht kenne. Kenne ich aber die Reflektionsgesetze, das Prisma und die optischen Eigenschaften von Wassertropfen, kann ich noch immer über den Regenbogen staunen und mich seiner erfreuen, werde es aber wohl kaum als Wunder bezeichnen.

    Kurz: Die Bezeichnung ‚Wunder‘ ist keine Klassifizierung für die Ewigkeit, sondern für den Augenblick des Erlebens.

    Nein. Von einem Wunder sprechen wir nur, wenn’s unerwartet gut ausgeht.

    Das ist die Konvention.

    Doch beides, sowohl die ‘wunderbare’ Heilung als auch der unerwartete und ‘tragische’ Tod haben die selbe Ursache: Zufall.

    Kennen sie die Ursache des Zufalls? Anders formuliert: Warum gibt es überhaupt Zufälle? Ich meine, ‚Zufall‘ ist gar keine Erklärung, sondern eine Behauptung, um auf weitre Erklärungen zu verzichten.

    Es ist ein Unterschied, an einen Zufall zu glauben, oder das Fehlen einer Erklärung zu konstatieren.

  81. Heiler auf dem Prüfstand

    Hier wurde ein echter Geistheiler geprüft.

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