Wollt Ihr den totalen Ökologismus?

2. März 2013 | Von | Kategorie: Artikel, Ökologismus, Politik

oekologismusIn der Enquete Wachstum des Bundestages stellte der Sachverständige Michael Müller, SPD Politiker und Mitglied diverser Umweltorganisationen, in Frage, ob die Mechanismen der Industriegesellschaft heute noch Zukunft haben. Ständige Ausdifferenzierungen, Beschleunigungen sowie die Inanspruchnahme von fossilen Lebensgrundlagen, stellt er in ihrer Sinnhaftigkeit in Frage. Doch es geht noch weiter, fest verankerte Denktraditionen der Moderne seien nicht mehr haltbar. Damit ist er nicht allein, selbst so besonnene Menschen wie der Biochemiker Gottfried Schatz sieht in Ausdifferenzierungen, oder Spezialisierung, eine Gefahr für die Naturwissenschaften. Ein Entfremdung zwischen Natur- und Geisteswissenschaften hätte dazu geführt, dass einerseits unsere Erkenntnisse permanent wachsen, doch diese nicht mehr in einem größeren Zusammenhang gesehen werden können und wünscht sich neue Formen der Geisteswissenschaften, die den Naturwissenschaften nach Jahrhunderten der Feindschaft wieder die Hand geben und einen größeren Sinnzusammenhang herstellen. Doch diese angesprochenen funktionalen Ausdifferenzierungen geschehen allumfassend, zum Beispiel in autonome Gebiete wie Kunst, Wissenschaft, Politik, Wirtschaft, Recht und Religion und kennzeichnen die liberalistische Moderne, wie Max Weber oder Niklas Luhmann, sowie weitere Modernisierungstheoretiker, darin erkannt haben. Dies wäre geradezu die Signatur der Moderne.

Doch nicht nur in Politik und Wissenschaft sind diese Differenzierungen allgegenwärtig. Menschen trennen zwischen Privat und Geschäft, Familie und Einzelperson, persönlichen Überzeugungen und Religion und dergleichen Unterscheidungen mehr – alles Bereiche mit jeweils eigener innerer Logik und Begründungen. Funktionale Ausdifferenzierungen führen zu Vorstellungen von autonomen Lebensbereichen nicht nur in Gesellschaft und Politik, sondern bis ins rein ins persönliche Selbstbild. Ein Gesamtzusammenhang dieser einzelnen Felder kann immer schwieriger hergestellt werden, weder Religion noch geisteswissenschaftliche Philosophie bilden einen allumfassenden Rahmen oder den Kitt der diese Einzelfelder gesamtgesellschaftlich oder für jeden Einzelnen zusammenhalten.

Dies muss gewissermaßen als Kollateralschaden der Moderne angesehen werden, ganzheitliche Narrative die uns das Leben, die Welt und den Kosmos erklären gibt es nicht. So wie jedes einzelne Individuum eine Balance zwischen verschiedenen Anforderungen und Narrativen finden muss, so gilt dies auch für Gesellschaften in jedweder Form. Einen Rückfall in voraufklärerische Zeiten ist ausgeschlossen, Wissenszuwachs und die damit zwangsläufig einhergehende Spezialisierung lassen sich nicht ungeschehen machen. Ein permanenter Aushandlungsprozess entstand und betrifft das Individuum für sich allein ebenso wie Gesellschaften.

An Versuchen ganzheitliche Strukturen zu schaffen hat es nicht gemangelt, Denkmuster und Narrative die alles unter einem übergeordneten Leitbild gruppieren wollten und somit in jedes Einzelgebiet hineinwirken sollten. In gewisser Weise ließe sich damit alles Politische erklären, Aushandlungsprozesse zu steuern und einen gemeinsamen Sinn geben. Solange dies im Wettstreit um die besten Erklärungen und Lösungen geht, und niemand von sich behaupten kann, die Wahrheit gefunden zu haben und eigene Erkenntnisse und Narrative über die der anderen stellt, wird es auch kein Problem für die Freiheit. Diese nämlich, die Freiheit, ist die eigentliche Triebfeder der Moderne und führt letztlich zu eben diesen Ausdiffenzierungen in allen Lebens- und Gesellschaftsbereichen.

Aushandlungsprozesse werden gestoppt, wenn sich Ideologien zu etablieren beginnen. Im weiteren Sinn gehören da auch Religionen dazu, vor allem dann, wenn sie auf einer Unterscheidung zwischen wahr und falsch beruhen. Sämtliche monotheistischen Religionen betrifft dies, ebenso Ideologien wie Kommunismus und Faschismus, um nur die herausragendsten zu nennen. Schon die umgangssprachlichen Begriffe wie wahrer Glaube oder richtige Einstellung machen deutlich, dass es eben auch einen falschen Glauben und falsche Einstellungen gibt. Dies führt zur Polarisierung und letztlich zur Feinschaft, was aber im täglichen Leben meist verborgen bleibt. Es werden Verträge geschlossen, auf verschiedenste Weise kommuniziert und kooperiert. Erst im Ernstfall enthüllt sich der wahre Charakter dieses Prinzips, wonach sich die Menschen assoziieren und dissozieren. So jedenfalls Jan Assmann in einer Vorlesung über Ursprung und Wesen von religiöser Gewalt.

Ideologien müssen nicht zwangsläufig zur Spaltung in Freund und Feind, oder zur Unterscheidung zwischen wahr und falsch führen, da diese auch das Bestreben zur Hegemonie haben. Ausdifferenzierungen, wie sie in einer modernen freiheitlichen Gesellschaft entstehen, werden unter die Hegemonie der Ideologie gestellt. Gerade unter der Ideologie des Ökologismus sind derzeit solche Bestrebungen zu erkennen. Nachhaltigkeit und Klimaschutz sind die Vokabeln die dafür verwendet werden um die ökologistische Ideologie in sämtliche andere Kulturbereiche, in die Wissenschaft und Politik, die Wirtschaft, ja bis ins Private hinein zu tragen. So wie in voraufklärerischen Zeiten alle Wissenschaft und Politik mit Gottes Wort, welches wahr ist, in Einklang gebracht werden musste, so ist es heute der Ökologismus der sich als alles bestimmend entwickelt. Sämtliche politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen sollen dem Nachhaltigkeitspostulat unterliegen oder dem Klimaschutz, als Oberbegriff dem Ökologismus eben. Ausdiffernzierungen und Aushandlungsprozesse wie sie die Moderne kennzeichnen werden unterdrückt.

Zusammengefasst lässt sich sagen, diese Hegenomiebestrebungen des Ökologismus auf alle Lebensbereiche laufen auf einen Totalitarismus unter dem Deckmantel Ökologismus hinaus. Ein besonders anschauliches Beispiel dafür lieferte unlängst die Meldung, wonach 20% des EU-Haushaltes für den Klimaschutz bereitgestellt werden. Dies nicht, und das ist hier besonders wichtig, als eigenständiger Posten, sondern in alle wichtigen Ausgabenbereiche integriert. Unzählige weitere Beispiele könnten aufgezählt werden. Der Ökologismus will die in der liberalistischen Modere entstandenen Ausdifferenzierungen in autonome Gebiete wie Kunst, Wissenschaft, Recht, Wirtschaft, Politik und Religion überwinden und durch eine totalisierende und hegemonisierende Ideologie ersetzen. Und da der Ernstfall ausgerufen ist, kann es keine Aushandlungsprozesse mehr geben, und zwingt uns zum totalen Ökologismus.

Michael Müller hat Recht, mit den Denktraditionen der Moderne ist dies nicht vereinbar.

Artikel auch erschienen in Glitzerwasser

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43 Kommentare
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  1. Wie die Grünen Freiheit zur Erkenntnis gerne durch Ihre Wahrheit TM ersetzen, seihet man hier:

    http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/gentechnik-unterricht-in-niedersachsen-rot-gruen-macht-schullabor-dicht-a-886140.html

    mfg

  2. Lieber Herr Quencher,

    sie schreiben:
    „In der Enquete Wachstum des Bundestages stellte der Sachverständige Michael Müller, SPD Politiker und Mitglied diverser Umweltorganisationen, in Frage, ob die Mechanismen der Industriegesellschaft heute noch Zukunft haben.

    Meiner Meinung nach ist es ein Irrtum zu glauben, darauf gäbe es eine absolute Antwort.

    Die Antwort ist wie zu allen Zeiten „Ja und Nein“.
    Neue Herausforderungen könnten selbstverständlich neue Antworten brauchen, könnten aber auch mit bekannten Lösungen gelöst werden.

    Insofern ist die Antwort darauf in jedem Fall politisch. Was uns in der Debatte suggeriert wird, es gäbe eine eindeutige Antwort.

    Aber auch die ökologischen und nachhaltigen Antworten die heute in den Medien gegeben werden sind im Grunde nur politische Antworten.

    Nehmen sie die simple Frage: Sind Plastikverpackungen und Plastiktüten ökologisch und/oder nachhaltig?

    Ich behaupte einfach mal, dass Plastiktüten heutzutage die beste und sinnvollste Verpackung ist die es gibt.

    Für Anhänger des Begriffes „Nachhaltigkeit“ und „Ökologie“ als Begriff wie ihn die Grünen fehlgebrauchen, sind Plastikverpackungen und Plastiktüten ökologisch und nachhaltig, obwohl uns seit Jahren erzählt wird wie schädlich die sind.

    Also ist auch diese Frage und die Antwort darauf lediglich politisch.

    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  3. Lieber Herr Heß,

    für mich ist diese Frage nach Plastikverpackungen schon aus hygienischen Gründen eindeutig geklärt:
    Solange Die lieben Kinder der Sagrotan-Mütter mit ihren Hundescheiße-verschmierten Schuhen in Einkaufswägen herumturnen, wird von mir alles doppelt und dreifach in Plastik verpackt. und ich werde ganz bestimmt nichts in den Mund nehmen, was direkten Kontakt mit diesen Fäkal-Behältern hatte.

    Ausserdem sind Plastik-Verpackungen natürlich dual-use, denn sie helfen, Öl in den Müllkraftwerken zu sparen, da der ‚Restmüll‘ ja freiwillig kaum noch brennt und mit Kerosin besprüht werden muss, damit er überhaupt Feuer fängt.
    Deshalb kommt mein Müll auch ausschließlich in die graue Tonne und die Plastiktonne sieht davon genau so wenig wie die ‚Bio‘- oder Papiertonne.
    Naja, mit einer Ausnahme: Die ‚Bio‘-Tonnen in Reichweite bekommen ab und zu von mir eine kräftige Impfung mit Chlorkalk wenn die Maden an ihnen Klimmzüge machen oder der Gestank überhand nimmt, ich weiss nämlich wie gefährlich Schimmel für die Gesundheit ist und als Fischer schätze ich zwar Maden, aber nicht so.

  4. Mir war do als wurde ND jutetuete 1700g co freisetzen bei der Herstellung eine Plastiktüte irgendwie zwischen 120 und 150 g. Eine Tüte die DJ mehrmals benutzt ist also deutlich co2 sparender.;

  5. Klasse QQ!! Broder beschäftigt sich gerade mit Ähnlichem.
    http://www.welt.de/debatte/kommentare/article114057999/Fleischlos-geschlechtslos-sinnlos.html

    Der Grüne Totalitarismus.sollte hier tiefer thematisiert werden. Was die verschiedenen Roten und Braunen Faschismen des beginnenden 20ten Jahrhunderts waren, -- keine 100 Jahre später ist es grün reinkarniert.

  6. Lieber Herr Tritium,

    ich wollte eigentlich nur zeigen, dass heutzutage jede technische oder naturwissenschaftliche Frage in der Regel nicht nur technisch oder naturwissenschaftlich, sondern immer auch politisch beantwortet wird.

    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  7. Lieber Herr Heß,

    mir ist auch nicht so richtig klar was der Michael Müller eigentlich ausdrücken wollte. In der Sitzung der Enquete frage er, gleich zu Beginn, was mit seinem Papier zur Ideengeschichte des Fortschritts geworden wäre, dieses hätte in die Enquete einbringen wollen. Freund Google hat mir dazu ein Papier angeboten, mit dem gleichen Titel und vom gleichen Autor, ich weiß allerdings nicht, ob es das gleiche ist, welches er für die Enquete anbot. Viel anders wird es nicht sein.

    Einiges von dem was da drin steht, hatte ich schon mal angesprochen. Insgesamt finde ich diese ganze Herleitung nicht schlüssig und muss an Rechtfertigungsnarrative denken. Aber er schreibt auch dies:

    Die dunklen Seiten einer kalten Rationalität arbeiteten Max Horkheimer und Theodor Adorno heraus. Sie kamen zu der These, dass in der „in- strumentellen Vernunft“ das Scheitern der Aufklärung angelegt sei. Mit dem Versuch, die Natur zu beherrschen, gäbe es zwar eine Form tech- nischer Rationalität, die in einer verwalteten Welt als „Herrschaft“ zu- rückschlage und durch ökonomische Macht vollends annulliert werden könne. Damit reagierten Adorno und Horkheimer auf den „Zusammen- bruch der bürgerlichen Zivilisation“ und ihr Versinken in der Barbarei des Faschismus.

    Auch Jürgen Habermas hat die Janusköpfigkeit der europäischen Mo- derne herausgearbeitet. Gemeint ist die menschenverachtende Perver- tierung der technischen Rationalität, deren schlimmste Auswirkungen die Menschheit im 20. Jahrhundert erfahren hat, im „Jahrhundert der Extreme“ (Eric Hobsbawm).

    Diese Begründung, erscheint mir noch die plausibelste und erklärt gemeinsame Anliegen der Linken und der Ökologisten. Was die Enquete zu leisten habe, schreibt er auch in diesem Papier:

    Die Kommission muss die Jahrhundertidee der Nachhaltigkeit aus ihrer inzwischen fast beliebigen Interpretation herausholen, als regulatives Prinzip konkretisieren und verbindlich machen.

    Und darum ging es mir im Wesentlichen hier, dieses regulative Prinzip als das zu beschreiben was es ist: Totalitarismus.

    lgqq

  8. Na schau mer mal, was Wikipedia zu Jute so schreibt:

    „Jute wird, wo es jährliche Überschwemmungen gibt, ohne Dünger und Pflanzenschutzmittel angebaut. Der Pilz Macrophomina phaseolina ist jedoch für moderne Monokulturen ein Schädling der ca 30 % der Ernte vernichtet.“

    Und

    „Nach dem Rösten für 20 Tage werden die Fasern von Hand ausgelöst, in fließendem Wasser gewaschen und getrocknet. Vor dem Spinnen werden die Fasern in der Regel mit einem mineralölhaltigen Öl behandelt (sog. Batschen) um die Verarbeitung zu erleichtern. Dieses Verfahren wird aufgrund möglicher gesundheitlicher Schäden kritisiert.[4] Problematisch ist dieses Öl jedoch nur in technischen Anwendungen, z. B. in Automobilen als Türinnenverkleidungen, da es in textilen Anwendungen während des Herstellungsprozesses letztlich wieder ausgewaschen wird.“

    ↑N. K. Mehrotra, S. Kumar, M. Anthony 1988: Carcinogenic Property of JBO(P) Variety of Jute Batching Oil, Drug and Chemical Toxicology, 11(2), 181 -- 193

    Nachhaltig? Ökologisch?

    Nachhaltiger als Plastik?

  9. @Günter Heß #6
    Ich würde die Sache deutlicher beim Namen nennen. Und zwar so, dass heutzutage (fast) jede technische oder naturwissenschaftliche Frage politisch instrumentalisiert und missbraucht wird.

    Wobei man eigentlich weiter differenzieren muss. Politisch instrumentalisiert und entstellt werden technische oder naturwissenschaftliche Fragen immer dann (und zwar skrupellos), wenn dies für politisch-ideologischen Zwecken nutzbar gemacht werden kann. Unter den gegenwärtigen gesellschaftlichen Bedingungen werden technische und naturwissenschaftliche Fragen der Öko-Doktrin zum Frass vorgeworfen.

  10. Lieber C-O #9,

    mir scheint es das Wesen einer politischen Diskussion zu sein, dass Beobachtungen und Erkenntnisse bewertet, verkürzt und instrumentalisiert werden.
    Meines Erachtens wurde das zu allen Zeiten gemacht.

    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  11. @ Quentin:

    Ein besonders anschauliches Beispiel dafür lieferte unlängst die Meldung, wonach 20% des EU-Haushaltes für den Klimaschutz bereitgestellt werden.

    Nicht unbedingt, denn gerade in dieser Angeöegenheit handelt es sich um Augenwischerei bzw. eine Umettiketierung. Es sind viele Projekte dabei, die man auch ganz ohne „Klimaschutz“ gefördert hätte, nur dann eben unter einer anderen „Hauptüberschrift“. Nahezu alles, was beispielsweise der Effizienzsteigerung dient, wird mittlerweile dem Klimaschutz zugeordnet. Beispielsweise die Entwicklung neuer Leichtbaumaterialien und -produktionstechnologien, effizientere Antriebe aller Art, intelligentes Verkehrsmanagement u.v.m.. Die Frage ist auch, wie mit den Fördermitteln vor Ort umgegangen wird. Letztendlich legt die EU Kriterien dafür fest, die aber natürlich nicht überprüft werden. Damit wären die Behörden in Brüssel auch total überfordert. Und die lokalen Wirtschaftsförderer sind sehr phantasievoll darin, kluge Begründungen zu erfinden. Man macht also immer den Haken in der Projektskizze bei dem Kästchen „reduziert Emissionen“ auch wenn das vielleicht gar nicht der Fall oder nicht relevant ist.

    Sowohl die Mittel für Euratom als auch die Mittel für eine einheitliche Lenkung des Lufverkehrs in Europa (wodurch die Kapazitäten in der Luft erhöht werden) dienen also letztendlich in der EU-Logik dem Klimaschutz.Beim Automobil ist es besonders auffällig: Einerseits legt man Flottengrenzwerte und entsprechende Strafzahlungen fest, andererseits schiebt man den Herstellern Abermillionen an Mitteln für Elektroautos zu und ermöglicht diese mehrfach anzurechnen.

  12. @ Peter

    Nicht unbedingt, denn gerade in dieser Angeöegenheit handelt es sich um Augenwischerei bzw. eine Umettiketierung.

    Natürlich, das was in der Praxis und vor Ort getan wird, ist eben oftmals etwas anderes als das was in der Überschrift steht. Aber gerade diese Augenwischerei ist ja ein Hinweis auf auf den aufkommenden Totalitarismus. Das politische entwickelt sich zum totalisierenden, dass heißt, eine Ideologie durchdringt alle Bereiche des Lebens, des Seins und liefert gleichzeitig die Erklärung dafür, warum dies so sein muss.

    Auch wenn lokale Wirtschaftsführer die Vorgaben kreativ umschiffen, ja manchmal sogar zu ihren Vorteil nutzen können, ändert nichts an der Tatsache, dass der Ökologismus als übergeordneter Normensgeber fungiert. Wir haben es heute nicht mit einem Trend zu tun, oder einer Meinung, die manchmal zu einem Meinungsklima führt, dem sich vor allem Unternehmen die in der Öffentlichkeit stehen beugen, und man dann von einer Schweigespirale sprechen kann. Die Nachhaltigkeit soll als oberstes Prinzip in allen Lebenslagen etabliert werden, und verlässt damit den Bereich der Wirtschaft und dringt in Kunst und Kultur, Familienpolitik und vieles mehr ein. Das hat eine völlig neue Qualität in meinen Augen.

  13. Der Ökologismus ist kein Spaß mehr, oder harmlose Weltträumerei, wie auch Eran Yardeni auf AchGut festgestellt hat:

    Das Problem mit der Ökoerziehung liegt woanders -- in dem Versuch, bestimmte Stimmen oder Ansichten einfach zu ersticken. Dann agiert man nicht gegen die Atomenergie, sondern gegen die demokratische Basis unserer Gesellschaft.

  14. Im Grunde war der Ökologismus noch nie ein Spaß. Er hat die demokratische Basis unserer Gesellschaft zumindest schon angefressen. Die Anti-AKW- Bewegung ist das beste Beispiel. Das sind keine Leute mit denen man noch diskutieren kann. Sie wissen einfach, dass wir das niemals beherrschen werden. Leute, die das hinterfragen, werden im Moment noch ausgegrenzt. Aber man fühlt sich an der Macht und die macht vielleicht auch Lust auf andere Aktionen.

  15. #11 Peter Heller
    Ich habe hier beim Lesen Ihrer Worte ein Deja Vue -- bei der Beantwortung der Frage, wo denn das Verhalten unserer verehrten Eurokraten seinen gelebten Ursprung haben könnte.
    Ich frage mich deshalb, warum die Revolution von 1989 so unblutig verlaufen ist? Waren sich die „Strippenzieher“ sicher, in und an einem wieder vereinigten Staatsvolk Ihr Geschäftsmodell besser zur Anwendung bringen zu können. Warum hat der „Sozialismus“ in der DDR seine „Errungenschaften“ nicht mit Zähnen und Klauen verteidigt?
    Aber zurück zum Dja Vue.
    Ich habe eine zeitlang in meinem Berufsleben in der DDR in einem Betrieb mit der Einführung von Schlüsseltechnologien wie Microelektronik, Robotertechnik und Büroautomatiserung zu tun. Unglaublich was in diese drei Bereiche eingeordnet wurde, um finanzielle Mittel dafür abgreifen zu können. Finanzielle Mittel für Personal und Material. Und die Statistiken zur Abrechnung der „Vorhaben“ hätten Sie erstmal sehen sollen. Habe mich dann aus dieser Richtung selbst zurückgezogen!

  16. @Günter Heß #9
    Aber sonst gehts noch? Politische Instrumentalisierung naturwissenschaftlicher Forschung ist Kennzeichen totalitärer Gesellschaftssysteme bzw. totalitärer Herrschaftsstrukturen.

    Es macht ja wohl einen fundamentalen Unterschied, A) was B) unter welchen Umständen C) in welchem Umfang und D) mit welchen Konsequenzen der „Bewertung, Verkürzung und Instrumentalisierung“ unterzogen wird, oder?

    Es bleibt völlig im dunkeln wovon Sie reden, wenn Sie nebulös von „allen Zeiten“ reden. Wollen Sie z.B. Nazideutschland mit der heutigen Bundesrepublik in einen Topf werfen? Mit dem SED-Regime Honeckers? Mit dem Stalin-Regime, wo die Partei bestimmte, was wissenschaftliche Wahrheit ist? Auf welche Regionen und Systme beziehen Sie sich denn überhaupt mit Ihrer luftigen „allen Zeiten“-Metapher?

    Wenn man Ihre „zu allen Zeiten“ Einlassung ernstnimmt, dann würden Sie z.B. keinen Unterschied sehen zwischen A) der Morddrohung gegenüber einem unlliebsamen Wissenschaftler in einem totalitären Staat, wenn dieser nicht seine wissenschaftlichen Thesen parteikonform umdeutet — und B) politischer Entscheidungsfindung in einem demokratischen Staat, bei der einfach nur naturwissenschaftliches Wissen mit herangezogen wird, ohne die geringste Rückwirkung auf den naturwissenschaftlichen Prozess.

    Mann, Mann, Mann ! Denken Sie vielleicht noch mal nach. Die akademische Grundlage dafür haben Sie ja wohl.

  17. Lieber Herr C-O

    Lesen Sie einfach diesen Link und dann überdenken Sie ihre Meinung Instrumentalisierung von Naturwissenschaft sei nur das Kennzeichen totalitärer Regime.

    und googeln unter Buck V. Bell:

    Buck v. Bell 274 U.S. 200 (1927), is a decision of the United States Supreme Court, written by Justice Oliver Wendell Holmes, Jr., in which the Court ruled that a state statute permitting compulsory sterilization of the unfit, including the mentally retarded, „for the protection and health of the state“ did not violate the Due Process clause of the Fourteenth Amendment to the United States Constitution. The decision was largely seen as an endorsement of negative eugenics—the attempt to improve the human race by eliminating „defectives“ from the gene pool.
    The Supreme Court has never expressly overruled Buck v. Bell. However, in the last 50 years, both federal and state courts have severely criticized and questioned the legal reasoning underlying the decision.

    Auch in einer Demokratie muss man immer gegen die Instrumentalisierung von Naturwissenschaft kämpfen und wachsam bleiben.

    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  18. @ Günter Heß, C-O

    Selbstverständlich gibt es Versuche Wissenschaft zu Instrumentalisieren auch in anderen Zeiten und unter anderen Systemen. Darum ging es mir aber nicht, sondern herauszustellen, dass eine moderne Gesellschaft sehr komplex und spezialisiert ist und in einem Aushandlungsprozess die einzelnen Gebiete, nicht nur Wissenschaft, gegeinander abwägt. Das Private mit dem Religiösem, das Geschäft mit der Privaten und dem Religiösem und in der Wirtschaft kurzfristige Effekte mit längerfristigen Effekten. Politik greift hier steuernd ein, keine Frage, aber das ist, um mich zu wiederholen, ein Aushandlungsprozess.

    Der Ökologismus, und damit auch der Klimaschutz und dergleichen, nimmt aber an diesen Prozessen nicht mehr teil, sondern gilt als Ideologie gestezt und diktiert in alle Bereiche des Lebens hinein. Die Ideologie wird zur totalen Ideologie welche keine Aushandlungsprozesse außerhalb dieser Ideologie zulässt. Ideologien unterscheiden klar zwischen richtig und falsch, somit auch zwischen gut und böse. Damit hätten wir auch noch eine moralische Komponente.

    Herr Heß, was Sie anführen hat mit der von mir angesprochenen Problematik und Totalitarismus nichts zu tun.

  19. Quentin:

    Herr Heß, was Sie anführen hat mit der von mir angesprochenen Problematik und Totalitarismus nichts zu tun.

    Verstehe ich jetzt nicht. Und C-O (#16) verstehe ich auch nicht. Herr Heß argumentiert dorch gerade gegen die politische Instrumentalisierung von Wissenschaft und -- nur so nebenbei -- das ist doch eines der Hauptthemen dieses Blogs.

    Selbstverständlich gibt es auch in demokratischen Staaten klare Tendenzen zu dieser Instrumentalisierung, gerade in Deutschland. Und das ist aus meiner Sicht nicht wünschenswert, überhaupt nicht. Denn auf diese Art und Weise kann aus Freiheit eben ein totalitäres System werden.

  20. Wie weit sich dieser Ökologismus schon die Gesellschaft gefressen hat, sehe ich im Kampfblatt des AGFW „EuroHeat&Power“.

    Kein Artikel, der nicht von CO2-Einsparungen, Klimaschutz und Energieeffiziens babbelt, jedes kleine Biomassekraftwerk wird damit hoch gejubelt und natürlich versucht man, seine Pfründe zu sichern.

    EuroHeat & Power ist das europoäische Kommunikationsmedium für die Entscheidungsträger aus dem Bereich der Kraft-Wärme-Kopplung, Nah-/Fernwärme sowie Contracting.

    Wenn man so manche Überschriften liest, wird einem ganz anders zu mute….

    Die Energiewende- heute kommt es darauf an, aus der Zukunft zu lernen.
    (Zitat Dr. Susanna Zapreva, Geschäftsführerin Wien Energie GmbH)
    „Der beste Weg die Zukunft vorherzusagen, ist immer noch, sie aktiv mitzugestalten“…. auch ein Spruch dieser Dame.

    Natürlich lehnen andere Firmen auch die geplante Energiepreisbremse ab, hat man sich doch gerade ein tolles Marketing-Konzept zusammengebastelt…

    „Was wir aber total ablehnen müssen, ist eine EEG-Belastung für Stromeigenproduktion.“
    (Jan-Christoph Maiwald, Vorstand der Urbana Energietechnik)

    Diese Fachzeitschrift erinnert mich an alte DDR-Zeiten und das „Neue Deutschland“ oder die „Junge Welt“……kein Artikel kam ohne die Standardfloskeln „Sozialismus, SED oder imperialistisch-industrielle Komplex“ aus…..Standard-Sprachgedöhns, das mein Hirn beim Lesen irgendwann völlig selbstständig ausgeblendet hat um die eigentliche Nachricht besser interpretieren zu können.
    Joo Leute……große Teile der Industrie haben sich an den Klimawandel und Energiewende angehangen um Geld zu verdienen. Um diese Tatsache etwas zu tarnen, da es für den Kunden nur teurer werden kann, bemüht man halt die Konsen-Klimakatastrophe….die scheinbar von niemanden mehr hinterfragt wird und als Dogma über der ganzen Gesellschaft schwebt.
    Dank Mitläufer, nützliche Idioten und Wende-Kriegsgewinnler wird sich daran auch in absehbarer Zeit nix mehr ändern, zur Not gibbet dann ein Prügelknabe, den man fertigmachen kann, wenn die Sache doch mal in die Hosen geht.

    Wir sind einsame Rufer in der Wüste der menschlichen Gier und Dummheit………….woher man manchmal noch die Motivation nehmen soll, weiterhin dagegen anstinken zu wollen…….weiß ich gelegentlich auch net mehr.

    MfG
    Heinz Eng

  21. Peter,

    die politische Instrumentalisierung von Wissenschaft ist ein zu Recht kritisierter Punkt, den auch Günter Heß anspricht. Deine Aussage

    Denn auf diese Art und Weise kann aus Freiheit eben ein totalitäres System werden.

    ist nicht falsch, doch erfasst sie nicht, meines Erachtens, den Kern der Sache. Damit eine politische Instrumentalisierung überhaupt geschehen kann, muss ein Prozess der Meinungsbildung voraus gegangen sein. Und schon in diesen Prozess der Meinungsbildung greift die totale Ideologie ein, verhindert im Vorfeld alternative Erklärungsmodelle. Nicht nur in der Wissenschaft, sondern in allen Gesellschaftsbereichen. Und das, so meine ich, ist der große Unterschied zum Meinungsklima, dem aus opportunistischen Gründen gefolgt wird, oder das zu einer Verzerrung der Wahrnehmung führen kann.

    Müller und Schatz, die ja wohl in ihren sonstigen Einstellungen kaum unterschiedlicher sein könnten, sind sich einig, dass die Moderne Probleme hat den Menschen Sinnzusammenhänge zu vermitteln. Und genau hier grätscht der Ökologismus hinein, gibt vor diese Sinnzusammenhänge wieder herzustellen. Das ist eine Ideologie, die ein Erklärungsmuster anbietet. Wird sie aber zur totalen Ideologie, dann wird sie in der Wissenschaft zum Dogma, im Privaten zum Normensgeber von Verhalten, in der Wirtschaft zu bestimmenden Faktor für Entscheidungen (Nichtprofitprinzip). Deshalb auch meine provokative Frage: Wollt Ihr den totalen Ökologismus?

  22. @Quentin Quencher
    Der deutschen Gesellschaft wird es öffentlich verboten, durch Gleichschaltung der Medien und der Politik, sich eine eigene Meinung zu bilden. Der offene und voreingenomme Meinungsaustausch wird einem diktierten Gedankengut unterworfen. Durch Zwang per Gesetzgebung (Politik) oder durch Missachtung von andersartigen Meinungen, die nicht ins ideologische Gesamtbild passen (Medien).

  23. #20

    Kein Artikel, der nicht von CO2-Einsparungen, Klimaschutz und Energieeffiziens babbelt, jedes kleine Biomassekraftwerk wird damit hoch gejubelt und natürlich versucht man, seine Pfründe zu sichern.

    das geht noch besser 😉

    um co2 einzusparen reicht nur die umbenennung eines S(ekundär)B(renn)S(toff) -- kraftwerkes in E(rsatz)B(renn)S(stoff)- kraftwerk, schon ist man co2-neutral.

    verbrannt wird in beiden fällen aber nur (haus)müll 😉

    ps: kann auch sein das es umgekehrt ist, was SBS & EBS angeht

  24. Diese Fachzeitschrift erinnert mich an alte DDR-Zeiten und das “Neue Deutschland” oder die “Junge Welt”……

    selbiges gilt auch für die VGB PowerTech. was da für bunte-bilder-welten gemalt werden is machmal erschreckend…

  25. @Micha
    Und ein Heizkraftwerk mit Holz-Feuerung ist dat Non-Plus-Ultra des Klimaschutzes……und spart Phantasttrilliarden Tonnen CO2 ein. Oder ein übergroßer, elektrisch betriebener Wasserkocher ist der phänomenale Baustein um die Energiewende zu stemmen, natürlich mit den passenden Sektempfang bei obligatorischen Drücken des Startknöpfchens……….und Bürgermeister Mustermann nimmt das Solardach auf der Schule Sankt-Nimmerlein freudestrahlend in Betrieb um die historischen Sätze in die massenweise pflichtgemäß angetretenen Medien zu babbeln, wir werden 201X Energieautark……und dieses Solardach ist der epochaler Schritt auf den Weg zum klimaneutralen Städle……..und wieder beklatscht der Steuerpflichtige artig die Kleider des nackten Kaisers.
    An manchen Tagen bereut man, nicht die 2 Flaschen Wodka für entsprechendes Gerät bei den abziehenden Russen ausgegeben zu haben, so bleibt nur die arme Wand mit der riesigen Delle.
    Wer Göbbels als Lehrmeister sein eigen nennt, muss sich um den frenetischen Jubel nicht sorgen……für die Verblödung sorgen ja schon die Medien.
    Ups……..wollt ihr den totalen Ökologismus………jaaaaaaaaaaa bitte.
    Würg und wech
    H.E.

  26. heinz, mir musst nix erzählen…
    ich bin bunte-bilder-geschult 😉

  27. @Peter Heller #19

    Lieber Peter Heller,
    ich will versuchen zu erklären. Und zwar verstehe ich die Aussage von Günter Heß in #10 „Meines Erachtens wurde das zu allen Zeiten gemacht.“ als völlig unverständliches Abwiegeln der gegenwärtigen Entwicklung, die Quentin ja in diesem Artikel zu recht thematisiert. Die — ich sag mal vorsichtig: teilweise — Instrumentalisierung der naturwissenschaftlichen Forschung für politisch-ideologische Zwecke hat mit dem pseudo-demokratisch getarnten Ökologismus eine besonders perfide Qualität erreicht (Quentin hat Ähnliches in #18 eloquenter ausgedrückt).

    Wer da mit der Floskel „das gabs schon immer, nix neues“, der wiegelt ab. Er verschliesst die Augen vor der besonders perfiden und tiefgreifenden ideologischen Domestizierung naturwissenschaftlicher Forschung, was sich ja sogar in der (zweifelhaften?) Formel „False Science“ niederschlägt.

    Auf den Punkt gebracht:
    Ich kann Quentins Stoßrichtung im vorliegenden Artikel gut nachvollziehen und wende mich entschieden gegen Verniedlichungsversuche von Günter Heß. Was ihn treibt, weiss ich nicht.

  28. @ C-O #27

    Hallo C-O,

    was ist an der Aussage von Günter Heß #10 denn dran, dass Du Dich so echauffierst? Er hat schließlich nur das wiedergegeben, was allgemein bekannt ist, nämlich dass in der politischen Diskussion wissenschaftliche Erkenntnisse je nach Opportunität verkürzt, instrumentalisiert und bewertet werden.
    Seine Bemerkung, dass seines Erachtens dies zu allen Zeiten gemacht wurde, ist doch völlig korrekt. Seit es Wissenschaft (als Institution schlechthin) gibt, wird von den Herrschenden diese entweder als Begründung oder als Alibi instrumentalisiert.
    Was er allerdings in seiner zurückhaltenden Art nicht erwähnt, ist der Umstand, dass Teile oder aber auch einzelne Personen eben dieser „Wissenschaft“ sich nicht nur heimlich prostituieren sondern sich teilweise öffentlich zur Hure machen.
    Das hätte ihm aber hier u.U. den Vorwurf einer unangebrachten Pauschalierung eingebracht. So hat er es wohl vorgezogen, es dem Leser zu überlassen den Gedanken zu Ende zu führen.

    Aus der Bemerkung von Günter Hess eine Verharmlosung bzw. Verniedlichung herauslesen zu wollen zeugt nicht gerade von Fairness gegenüber seiner hier als integer geltenden Person.

    meint der Moosgeist

  29. @C-O
    Ach Leutchens, vertragt euch doch wieder…..ick fand nämlich an Günters Aussagen auch nix, wat eine derartige Reaktion Deinerseits rechtfertigt, wollt mich aber bisher nich einmischen, zumal ick da meine eigenen Baustellen hab (Heinzow).

    @All
    Heute wird ja der 30 jährige Einzug der Grünen in den Bundestag medial gefeiert, als ob sie die neuen Volksbefreier wären…….damals, 1983 ham ein paar alte Männer gespottet……und als ick die Sprüche las, schlief mir heut früh kurzzeitig das Gesicht ein.

    „Trojanische Sowjet-Kavallerie!“ Franz Josef Strauß (CSU)
    „Eine späte Vereinigung von Marx und Morgenthau.“ Otto Graf Lambsdorff (FDP)
    „Eine ernste Gefahr für unser Land.“ Otto Wolff von Amerongen, Ex-DIHT-Präsident
    „Ihr Horrorprogramm übertrifft die chinesischen Kommunisten an marxistischem Radikalismus“ Gerhard Stoltenberg (CDU, Ex-Finanzminister).
    „Ich halte jeden politischen Einfluss dieser grünen Ayatollahs für eine ernste Gefahr für unser Land.“ Otto Wolff von Amerongen, DIHT-Präsident​.
    Quelle

    Warnung….Bitte nicht den Rest der Lobhudellei auf die Grünen lesen, wenn euch nicht schon am Morgen schlecht werden soll.
    H.E.

  30. @ moosgeist

    ist der Umstand, dass Teile oder aber auch einzelne Personen eben dieser „Wissenschaft“ sich nicht nur heimlich prostituieren sondern sich teilweise öffentlich zur Hure machen.

    Es ist mir offensichtlich nicht gelungen das auszudrücken was ich eigentlich meinte. Mir ging es nicht darum besonders besonders ausgeklügelte, oder heimliche und hinterhältige Beeinflussung anzuprangern. Solche Dinge geschehen immer, aus den verschiedensten Gründen. Etwas verkürzt dargestellt, möchte ich sagen, mir geht es um die Schere im Kopf, die kräftig am wirken ist, wenn die Ideologie des Ökologismus das Denken bestimmt. Denkbare Szenarios werden ausgeblendet weil nicht sein kann was nicht sein darf. Das hat dann auch im weitesten Sinne mit Freiheit zu tun, vor allem wenn eine Ideologie zur totalen Ideologie wird. Dann nämlich wird sie zum bestimmenden Element aller gesellschaftlichen und selbst individueller Entscheidungen. Mehr noch, sie verhindert den Pluralismus und muss somit als Angriff auf die Freiheit des Menschen angesehen werden.

    Das was Gottfried Schatz beklagt muss man ernst nehmen, finde ich. Ich möchte in diesem Zusammenhang auch noch mal auf den cultural lag hinweisen. Geisteswissenschaften und Religionen hinken der Entwicklung der Menschheit hinterher, können den Menschen nicht mehr erklären warum etwas geschieht und dieses Defizit führt zu Spannungen. Die Moderne hat sich mit der Aufklärung von ideologischen und religiösen Fesseln befreit, aber auch durch Spezialisierung und Wissenszuwachs dazu geführt, dass gesellschaftliche und individuelle Entscheidungen immer in einem Abwägungsprozess entstehen und die je nach Fortschritt heute anders aussehen als gestern oder morgen. Damit haben viele Menschen Probleme und sie suchen nach einfachen Erklärungen. Der Ökologismus bietet eine solche an.

    Das ist sozusagen die Basis meiner Überlegungen diesbezüglich. Die Politik kommt erst später. Ich kann daher auch keinen großen Widerspruch zwischen den Argumenten von Peter Heller und Günter Heß einerseits und mir und C-O andererseits erkennen. Wir haben nur ein wenig aneinander vorbei argumentiert, weil wir von Verschiedenen Ebenen ausgegangen sind.

  31. „Eine späte Vereinigung von Marx und Morgenthau.“ Otto Graf Lambsdorff (FDP)

    Besser konnte und kann man das wirklich nicht sagen. Respekt, Herr Lambsdorff!

  32. Wen die Grünen als weltweiten Gegner in Wirklichkeit haben, erschließt sich aus diesem wunderschönen Artikel
    http://www.novo-argumente.com/magazin.php/novo_notizen/artikel/0001302

    Allein bei der Vorstellung wie viele junge Menschen jährlich nach ihrem Natur- und Ingenieur-Wissenschafts-Studium ins Berufsleben starten wird „uns“ ja nicht mulmig, sondern den Zukunfts-Ängstlichen.
    Das Flagelantentum der Grünen kann hier zwar etwas aufzuhalten versuchen, was für Deutschland zu einem großen Nachteil wird aber die Konkurrenz einer weltweiten Intelligenz können die Grünen nicht wirklich verhindern.

  33. @ Hans Meier

    Allein bei der Vorstellung wie viele junge Menschen jährlich nach ihrem Natur- und Ingenieur-Wissenschafts-Studium ins Berufsleben starten wird „uns“ ja nicht mulmig, sondern den Zukunfts-Ängstlichen.

    Ein besonders schönes Beispiel wie optimistisch junge Leute sein können ist hier zu sehen: Ich wollte einen Stern bauen. Passt auch gut zum Novo-Artikel.

  34. #32

    Allein bei der Vorstellung wie viele junge Menschen jährlich nach ihrem Natur- und Ingenieur-Wissenschafts-Studium ins Berufsleben starten wird „uns“ ja nicht mulmig, sondern den Zukunfts-Ängstlichen.

    ich war auch mal so einer…
    grün gewählt und den scheer fand ich auch ganz doll.
    dann wurde ich auf einmal Dipl-Ing(FH) und musste mit denken beginnen.

    ergebniss vom gnzen, ich bin (im positiven sinne) wahrscheinlich konservativer als all unsere großväter zusammen 😀

  35. @ Quentin Quencher, danke für den Link.

    Und überhaupt möchte ich mich mal hier bei Allen bedanken, die mir helfen mehr Informationen teilen zu können. Als ich nach meiner Lehre eher zufällig auf die Ingenieurschule geriet und der dort als Novum gefeierte Rechner mit Lochstreifen gefüttert werden musste, mehrere Räume plus Luftschleuse brauchte und EDV noch als Zukunfts-Technik galt, die ersten Taschenrechner den Rechenschieber ablösten, das ist lange her, aber weiter zu studieren und nun mit freier Zeiteinteilung aktiv zu bleiben, das eröffnet mir immer neue „Fenster“ und „Räume“.
    Als ich vor 35 Jahren von „progressiven“ Kollegen „gestellt“ wurde, meine pro oder contra Einstellung zur Atomkraft mitzuteilen, hatte ich sozusagen eine Alleinstellung mit der Antwort, als Ingenieur könne ich nicht Technik feindlich sein und als Ökonom könne ich einer wachsenden Weltbevölkerung nicht den Wohlstand verwehren.
    Übrigens sind die damaligen Kollegen immer noch nicht zuversichtlich geworden, die „murkseln“ weiter als resistente grün-linke Blöde.

  36. Mir ist es gerade eiskalt den Buckel herunter gelaufen, wie man so sagt, als ich einen Podcast auf den Stimmen der Kulturwissenschaften über den italienischen Kommunisten Antonio Gramsci anhörte. Gramsci war mir durch verschiedene Zitate ein Begriff, doch hatte ich mich mit Ihm nicht beschäftigt. Pankraz schrieb vor gut einem Jahr:

    Antonio Gramsci (1891–1937), der Großideologe der italienischen KP, ein buckliger Zwerg mit einem ewigen Kindergesicht, erfand die Theorie von der „kulturellen Hegemonie“ – und erwies sich damit als ein fast genialer Vorwegnehmer unseres heutigen medialen Zeitalters. Entscheidend für den Sieg im Klassenkampf, so lehrte er, sei die Besetzung der „Schaltstellen“ in den großen Zeitungen und Radiosendern mit eigenen Leuten. Darauf müsse sich alle „fortschrittliche“ Politik konzentrieren.

    Oben im Artikel ging ich von der Vermutung aus, dass der Ökologismus auch das Streben nach Hegemonie beinhaltet, geradezu zwangsläufig dazu führen muss. Da wusste ich aber noch nicht, dass dies theoretisch schon längst für Ideologien ausgearbeitet ist, wie eben von Gramsci. Wenn ich dann noch höre, im Podcast, dass man als linker Intellektueller an Gramski nicht vorbei kommt, dass der in 60iger und 70iger Jahren in linken, vor allem italienischen, Kreisen gut bekannt war, dann ergibt das ganze Gefasel von der großen Transformation noch mal eine ganz neue Qualität.

  37. Klar Herr Quencher, der Marsch durch die Institutionen links orientierter Aufsteiger hat nicht nur stattgefunden, sondern ist als „Murkswerk“ im Alltag längst zur Normalität avanciert.
    Ausgehend von der politischen Ansicht, eine Gesellschaft, wie sie sich in Freiheit entwickelt, in der die individuellen Unterschiede und Chancen zum Tragen kommen, sei schlecht, müsse transformiert werden und dazu müsse jede Wissenschaft einvernommen werden, zeigt m.E. ein zwanghaftes Leitmotiv.
    Zwar sind große Künstler, um nur als einen, Leonardo da Vinci zu nennen, unabhängig von einer politischen Hegemonie-Attidüte, wie viele Andere nur durch ihr Werk, ihrem Können und kreativem Geist, zu herausragenden Kulturschaffenden geworden.
    Auch Alexandre Gustave Eiffel als kreativer Kopf, der im technologischen Zeitalter, wie viele weitere, die Anwendung von Wissen aufzeigen, scheinen mir mehr als Brückenbauer in eine bessere Zukunft, als die von Geisteswissenschaften angetriebenen Revolutionäre, die sich zum Ziel machen Regime zu errichten.

    Der große Graben, der sich dadurch auftut, dass sich schon manche Kinder für die Realität interessieren, dieses Interesse sie in Natur- und Ingenieur-Wissenschaften, als großartige Herausforderung zeigt, um sich an der Realität weiter zu entwickeln, bringt sie an das Ufer, wo man in der Auseinandersetzung mit der praktischen Wirklichkeit wächst, wo produktiv Wohlstand und Fortschritt entsteht.
    Am anderen Ufer stehen die, denen schon früh im Umgang mit Technik, ihre Misserfolge eine Abkehr sich an der Realität zu messen eine andere Motivation wurden, sich bloß nicht auf praktische Überprüfbarkeit durch`s reale Funktionieren einzulassen, sich lieber geisteswissenschaftlichen Bereichen zu wendeten.
    Der Konflikt zwischen diesen „Lagern“ ufert aus wie man sieht, wenn man sich die Kämpfe anschaut, die allenthalben ausgetragen werden. Wenn z.B. zigtausende Journalisten und „Ökowissenschaftler“ plus Politiker auf Spesen zu Klima-Konzilen in Flugzeuge steigen und genau diese internationale Luftfahrt, als Klimaschädlich bekämpfen, sowie alle modernen Technologien als Bedrohung einschränken wollen.
    Die Scheinmoral, etwas zu schützen und zu bewahren, dient nur dem eigenen Status aber nicht der Gesellschaft. Umso heftiger indoktrinierend im Sinne Gramscis agieren seine Anhänger, wobei ihre Sympathie nicht der Bevölkerung gilt, sondern ihre geistigen Misere spiegelt, selbst befangen zu sein und alle anderen gefangen nehmen zu wollen.
    Der eingestellte Podcast erinnert mich übrigens an den launigen Spruch: „Institut für angewandte Laberistik und Lällogolie“.

  38. http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.um-versorgung-zu-sichern-stromfirmen-wollen-kuehlschraenke-fernsteuern.5e5880de-5ee1-4f69-a9b6-540c75a8f54a.html

    Stuttgart/Brüssel -- Der Verband der euro­päischen Übertragungsnetzbetreiber (Entso-E) plant, Kühlschränke, Gefriertruhen, Wärmepumpen und Warmwasserheizungen in Europa millionenfach fernzusteuern. Nach Informationen der Stuttgarter Nachrichten hat Entso-E im vergangenen Januar einen entsprechenden Vorschlag auf europäischer Ebene eingebracht.

    „Der Vorstoß sieht vor, dass Kühlschränke, aber auch Klimaanlagen oder Wärmepumpen, ohne Wissen der Nutzer aus der Ferne an- und ausgeschaltet werden sollen“, sagte ein Sprecher des Hausgeräte-Herstellerverbands (Ceced). „Die Netzbetreiber können dann quasi Hausgeräte aus der Ferne an- und ausschalten.“ Dazu nötig seien neue Elektronikbauteile.

  39. Stuttgart/Brüssel — Der Verband der euro­päischen Übertragungsnetzbetreiber (Entso-E) plant, Kühlschränke, Gefriertruhen, Wärmepumpen und Warmwasserheizungen in Europa millionenfach fernzusteuern. Nach Informationen der Stuttgarter Nachrichten hat Entso-E im vergangenen Januar einen entsprechenden Vorschlag auf europäischer Ebene eingebracht.

    Das Prinzip des „Smart Grid“ -- wobei man sich fragen sollte, was an Stromrationierungen (und nichts anderes ist es) „smart“ sein soll, es ist dumm, es war ein „probates“ Mittel der Mangelgesellschaften des ehemaligen sozialistischen Lagers.

    Nicht mehr die Nachfrage soll das Angebot steuern sondern das Angebot bestimmt die Nachfrage. In Nordkorea ist das in 2013 schon so -- in Europa soll es kommen

  40. Wir hatten es ja immer mal wieder vom WBGU-Gutachten. In der Enquete hat sich Karl-Heinz Paqué (FDP) ziemlich eindeutig dazu geäußert.

  41. @39.FK 9 Pilot #39
    Und genau deswegen müssen NEUE Parteien in den Bundestag einziehen! Die jetzigen Bundestagspartein sind schon so sehr mit diesem menschenfeindlichen Energie-Fleisch-Konsum-Technik-Marktwirtschaft-Fortschritt-Gen MANGEL behaftet, dass diese nur noch für den Untergang des deutschen Wohlstandsvolk stehen und nicht für das WOHL DES DEUTSCHEN VOLK!
    Also ALLE zur Wahl gehen und einfach irgendein Partei aus dem Block der „Anderen/Sonstigen“ wählen. Egal welche. Hauptsache nicht die momentan im Bundestag sitzenden Wohlstandsvernichtungs und Mangel huldigenden Verräterparteien!

  42. achgut.com (Yardeni):

    Ökofaschismus 2

    …..Wer die Unterminierung der Ökohegemonie im Rahmen des Erziehungswesens als politisch definiert, der ignoriert die Tatsache, dass das Erziehungswesen per se politisch ist. Man kann es nicht entpolitisieren, man kann nur entscheiden, welcher Politik es dienen soll.

    Das heutige Problem mit dem Ökofaschismus ist nicht, dass er die Schulen politisiert, sondern, dass dies das auf eine Art und Weise geschieht, die langfristig die demokratische Basis des Schulsystems zerstört. ….

  43. @ Tim #42

    Ökohegenomie, wie im Zitat genannt, ist tatsächlich ein Riesenproblem und untergräbt schleichend die Demokratie. Genau das wollte ich darstellen.